Veranstaltungen
Internationale Konferenz zur politischen, kulturellen und religiösen Bedeutung von Monstern in der europäisch-jüdischen Geschichte
FRANKFURT. Über Monster, Dämonen und Wunderwesen in der europäisch-jüdischen Geschichte diskutieren vom 22. bis 24. Mai 20 Forscherinnen und Forscher aus Deutschland, Großbritannien, Israel und den USA an der Goethe-Universität. Initiiert wurde die internationale Konferenz von der israelischen Historikerin Dr. Iris Idelson-Shein, die seit 2013 als Humboldt-Fellow an der Martin-Buber-Professur für jüdische Religionsphilosophie der Frankfurter Universität wirkt. Zu den Referenten zählt auch der Historiker David B. Ruderman (University of Pennsylvania), der derzeit auf Einladung der Buber-Professur und des Instituts für Judaistik als Träger eines Humboldt-Preises in Frankfurt weilt.
Die internationale Konferenz zum Thema „Monsters, Demons and Wonders in European-Jewish History” bringt erstmals Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen. Sie werden Perspektiven diskutieren, die Monster, Dämonen und Wunderwesen für die Deutung jüdischer Geschichte eröffnen. Die europäischen Juden, die selbst im Verlauf ihrer Geschichte lange Zeit als Monster betrachtet worden waren, beschworen in ihren religiösen Texten, ihrer Kunst und in ihren volkstümlichen Erzählungen magische, furchterregende und hybride Wesen herauf. Diese Darstellungen spiegeln einige einzigartige jüdische Reaktionen auf die radikalen Umbrüche wider, die sich – zwischen Mittelalter und Moderne – in der europäischen Gesellschaft im Allgemeinen und in der jüdischen Gemeinschaft im Besonderen ereigneten. Indem sie sich immer wieder das Monster, den Dämon oder das Wundersame ausmalten, brachten jüdische Autoren und Künstler einige der stärksten Ängste und Fantasien zum Ausdruck, die sich um solche Themen wie jüdisch-christliche Beziehungen, Stellung und Wesen von Religion, Verständnis des Körpers und der Sexualität, Vorstellungen von Identität und Differenz, Familie und Geschlechterverhältnissen rankten.
Während der dreitägigen Konferenz gilt es, die Geschichte und die Eigenheiten dieser Bilder und Vorstellungen zu enträtseln, aber auch deren politische, kulturelle und religiöse Bedeutung zu bestimmen. Die Geschichte des jüdischen Monsters wird aus vergleichender Perspektive analysiert und – mit dem methodischen Instrumentarium der Geschlechterforschung, der postkolonialen Theorie und der vergleichenden Literaturwissenschaften – vor dem Hintergrund ihrer nichtjüdischen Pendants gedeutet. Im Laufe der Konferenz sollen u.a. folgende Fragestellungen erörtert werden: Wie sind Monster zu definieren? Wie verhalten sich Monster zu anderen subversiven Wesen wie Dämonen, Wunderwesen, Fremdlingen oder Hexen? Welchen historiografischen Nutzen verspricht die Erforschung von Monstern? Was bedeutet die Betrachtung einer Kultur im Spiegel für unsere Vorstellungen von Periodisierung, geografischem Raum, historischen Fakten, Bedeutung in der Geschichte, Kontinuität und Wandel?
Die internationale Konferenz, die von der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie in Kooperation mit dem Graduiertenkolleg „Theologie als Wissenschaft“ durchgeführt wird, versteht sich als innovativer Beitrag zum Profil der Jüdischen Studien an der Goethe-Universität, bei dem neue interdisziplinäre Methoden der Kulturwissenschaft auf internationalem Niveau einbezogen werden. Die Tagung soll auch sichtbar machen, welche neuen Impulse die israelische Historikerin Dr. Iris Idelson-Shein diesem Forschungsfeld gibt. Sie hat sich intensiv während ihrer Zeit als Humboldt-Stipendiatin an der Goethe-Universität mit Aspekten der „Monster studies“ auseinandergesetzt.
„Monster studies“ sind ein relativ neues, aber blühendes Forschungsfeld. Es beschäftigt sich mit dem vielgestaltigen transhistorischen Phänomen der Darstellungen des Monströsen und Dämonischen, dem man in zahlreichen Genres begegnet: in Romanen und Flugschriften, in volkstümlichen Erzählungen und Archivdokumenten, in naturwissenschaftlichen Büchern und theologischen Werken. Das sind Texten, in denen etwas zur Sprache kommt, was gängigen Vorstellungen von Säkularisierung, Modernisierung oder des Rationalen in der Moderne zuwider läuft, in denen eine andere Geschichte erzählt: nicht die von sich kontinuierlich entfaltenden Narrativen, sondern jene von sich wandelnden Ängsten, von Urängsten ebenso wie von konkreten Ängsten, von alter und neuer Furcht. Angeregt durch neuere Entwicklungen in den Kulturwissenschaften Forschung zu Behinderungen, aber auch in der Geschlechterforschung und in den „Postcolonial Studies“, haben Forscherinnen und Forscher aus dem Bereich der Geschichtswissenschaft, Anthropologie, Folklore, Literaturwissenschaft und der Filmwissenschaften begonnen, ihre Aufmerksamkeit dem Bild und der Bedeutung von Monstern in unterschiedlichen Kulturen und Epochen zu widmen. Ihre Studien thematisieren die Geschichte von Monstern von der Antike bis in die Moderne, von Afrika bis Island, von Japan bis zur Welt des Islam. Sie befassen sich mit Zombies und Vampiren, kopflosen Völkern und monströsen Geburten und werfen ein Licht auf überaus finstere Kreaturen, welche die Grenzbereiche der Geschichte bevölkern.
Wenig Aufmerksamkeit ist bisher hingegen der kulturellen Bedeutung von Monstern im Bereich der jüdischen Geschichte mzuteil geworden. Vereinzelte Arbeiten beschäftigen sich mit der Thematik von Monstern in der biblischen und rabbinischen Literatur, vor allem aber im frühneuzeitlichen jüdischen Denken – etwa im Zusammenhang der Teratologie (Lehre von körperlichen Missbildungen) und der Anthropologie, Naturwissenschaft und Religion, Magie und Philosophie. Neuere Studien zeigen, auf welche Weise Naturwissenschaft, Horrorvorstellungen, Magie und religiöses Denken in mittelalterlichen und frühneuzeitlichen jüdischen Texten wie Kunstwerken miteinander verschränkt sind.
Die Konferenz findet statt:
von Sonntag (22. Mai) bis zum Dienstag (24. Mai)
auf dem Campus Westend (Casino 1.801)
Die Tagung ist ohne Anmeldung frei zugänglich.
Informationen: Prof. Dr. Christian Wiese, Martin-Buber-Professur für jüdische Religionsphilosophie, Fachbereich Evangelische Theologie, Campus Westend, Tel. (069) 798-33331 oder 798-33342 ; E-Mail: c.wiese@em.uni-frankfurt.de,
Programm: www.uni-frankfurt.de/61176169/buber_monster-program.pdf.
Veranstaltungen
Die Filmemacherin Margarethe von Trotta steht am 23. Mai 2016 im Fokus der Frankfurter Bürger-Universität
FRANKFURT. Angefangen hat Margarethe von Trotta vor der Kamera; heute steht sie dahinter. Die Filmemacherin ist eine der ersten Frauen, die sich in den 1970er Jahren im neuen deutschen Film als Regisseurin durchsetzen konnte. Als politisch Interessierte und Beteiligte an feministischen Initiativen spiegelt sich von Trottas Biografie in ihrer Filmografie wieder. In ihren Filmen stehen immer wieder starke Frauen im Mittelpunkt, wie Hannah Ahrendt, Rosa Luxemburg oder Hildegard von Bingen.
Ein weiteres großes Thema ihrer Werke ist die Schwesternbeziehung – was für die Filmemacherin in einem Fall auch einen biografischen Glücksfall auslöste: Nach dem Kinostart von „Schwestern oder die Balance des Glücks“ meldete sich von Trottas 15 Jahre ältere Schwester bei ihr, von der sie bis dato nichts wusste. Als erste Frau erhielt sie 1981 bei den Filmfestspielen in Venedig den Goldenen Löwen für ihren Film „Die bleierne Zeit“.
Der Vortrag von Marthe Lisson beleuchtet das Leben und filmische Werk der Margarethe von Trotta. Lisson ist Musikwissenschaftlerin und freie Autorin.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Wie wir wurden, wer wir sind“, die von Prof. Tilman Allert, Soziologe an der Goethe-Universität, kuratiert wird. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität im Sommersemester stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten deutscher Sozial- und Kulturgeschichte vor.
„Jetzt bin ich irgendwie befreit“ – Margarethe von Trotta
Referentin: Marthe Lisson
Zeit: Montag, 23. Mai 2016, 19.30 Uhr
Ort: Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt
Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.buerger.uni-frankfurt.de
Veranstaltungen
Zu den Kooperationspartnern gehört auch das Zentrum für interdisziplinäre Afrikaforschung (ZIAF) der Goethe-Universität
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
Kulturlandschaft, Speisekammer, Apotheke und Wiege der Menschheit: Die Savanne ist mehr als eine weite Grasdecke mit lichten Akazien, auf der Antilopen, Zebras und Elefanten weiden. Wie vielfältig der Lebensraum Savanne ist und welche Bedeutung er für Pflanzen, Tiere und Menschen hat, erfahren Sie in der neuen Jahresausstellung im Palmengarten:
Am 25. Mai (Mittwoch) um 11 Uhr eröffnet Palmengarten-Direktor Dr. Matthias Jenny die Ausstellung „Lebensraum Savanne“ in der Galerie am Palmenhaus gemeinsam mit dem Team und den Kooperationspartnern vom Zentrum für interdisziplinäre Afrikaforschung der Goethe-Universität (ZIAF) und von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Die Ausstellung wird bis zum 18. September zu sehen sein.
Alle Beteiligten sind am Eröffnungstag anwesend und beantworten Ihre Fragen auch gerne persönlich.
Mit freundlichen Grüßen
Georg Rothe
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Goethe-Universität und Wissenschaftsgarten laden alle: Buntes Programm rund um die Naturwissenschaften.
FRANKFURT. Am Sonntag, 22. Mai, findet von 11.00 bis 17.00 Uhr am Campus Riedberg das Frühlingsfest 2016 statt. Die Goethe-Universität und ihr Wissenschaftsgarten laden alle Interessierten herzlich ein. Es wird wieder ein buntes Programm rund um die (Natur-)Wissenschaften für Jung und Alt geboten: Neben Führungen sowie Infoständen von auf dem Campus Riedberg ansässigen Institute wird der neue Gartenbereich „Schule im Wissenschaftsgarten“ eingeweiht. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt, die musikalische Untermalung bestreitet das Collegium Musicum der Goethe-Universität.
Programm:
11.00 Uhr: Beginn mit Musik. Streichquartett, Collegium Musicum
11.15 Uhr: Begrüßung, Prof. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität
11.20 Uhr: Einführung, Prof. Dr. Georg Zizka, Wiss. Leiter d. Wissenschaftsgartens
11.30 Uhr: Musikalisches Intermezzo, Streichquartett, Collegium Musicum
12.00 Uhr: Der neue Gartenbereich „Schule im Wissenschaftsgarten“. Führung
13.00 Uhr: Der Arzneipflanzengarten im Wissenschaftsgarten. Führung
13.00 Uhr: „Der Hummelreiter Friedrich Löwenmaul“, Lesung für Jung und Alt am Bücherturm
13.45 Uhr: Afrikanische Pflanzen und Gewächshaus. Führung
14.30 Uhr: Wald der Zukunft – Eichenwäldchen und Lysimeter. Führung
15.00 Uhr: „Der Hummelreiter Friedrich Löwenmaul“
15.15 Uhr: Der Arzneipflanzengarten im Wissenschaftsgarten. Führung
(Treffpunkt der Führungen ist jeweils am Eingangsbereich des Wissenschaftsgartens.)
Infostände:
11:00-16:30 Uhr: Zentraler Infostand, Infos zum Fest & zu weiteren Veranstaltungen der Goethe-Universität; gemeinsam mit Riedberg TV und Campusshop
11.00-16.00 Uhr: Der Arzneipflanzengarten im Wissenschaftsgarten; Pilzvielfalt im Wissenschaftsgarten und drum herum; Aktuelle Forschung mit Mesokosmen.
12.00-15.00 Uhr: Umweltarchiv Boden – Wissenschaftsgarten von „unten“ betrachtet; Die geplante begehbare geol. Karte; Der Eichenwald im Klimawandel.
13.00-15.00 Uhr: Spezialisten beantworten gärtnerische Fragen
Musik (im Gartenbereich):
12.20, 13.30 Uhr: Auftritt Chor
13.00, 14.00 Uhr: Auftritt Orchester
15.00, 16.00 Uhr: Auftritt Horn-Terzett
Auch für die ehemaligen Studierenden der Goethe-Universität gibt es ein besonderes Highlight: Sie können die exklusive Alumni-Lounge auf dem Frühlingsfest besuchen (mehr Infos unter: www.alumni.uni-frankfurt.de).
Forschung
Gemeinsames Lehrangebot in der Afrikanistik – Das Frankfurter Zentrum für interdisziplinäre Afrikaforschung bündelt die Aktivitäten
Mainz/Frankfurt a.M./Darmstadt, 18. Mai 2016. Die im Dezember vereinbarte strategische Allianz der Rhein-Main-Universitäten zeigt ihre ersten konkreten Ergebnisse. Am 20. Mai unterzeichnen die Universitäten Frankfurt und Mainz eine Vereinbarung zur Afrikanistik: Mit einem gemeinsamen attraktiven Lehrangebot kann ein Studiengang, bei dem afrikanische Sprachen im Mittelpunkt stehen, an beiden Orten ausgebaut werden. Gleichzeitig treffen sich am Freitag über 80 Wissenschaftler der drei Universitäten in Frankfurt, Mainz und Darmstadt auf dem Campus Westend, zusammen mit außeruniversitären Institutionen der Region, um unter dem Dach des Frankfurter Zentrums für interdisziplinäre Afrikaforschung (ZIAF) ihre zukünftigen Forschungsaktivitäten zu bündeln und über zukünftige gemeinsame Afrikaforschungen und ein interdisziplinäres Studienangebot „Afrikastudien“ zu beraten. Virtuell sind die ersten Aktivitäten bereits zusammengefasst – Ende April wurde eine gemeinsame Homepage freigeschaltet: http://afrikaforschung-rheinmain.de.
„Die Vereinbarung zur Afrikanistik in Lehre, Studium und Forschung steht beispielhaft für das Potenzial, das die Rhein-Main-Universitäten in der Kooperation entfalten können“, erklärt der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Prof. Dr. Georg Krausch. „So werden die Studierenden dieses gemeinsamen Studiengangs künftig von dem umfassenden und vielfältigen Lehrangebot an der Goethe-Universität und der Johannes Gutenberg-Universität profitieren, das sie angesichts der räumlichen Nähe der Universitätscampi und der neuen digitalen Lehrangebote auch über die Ländergrenzen hinweg leicht wahrnehmen können.“
Afrikanistik als alleiniges Studienfach wird selten gewählt, aber viele der angehenden Ethnologen studieren afrikanische Sprachen im Nebenfach. Dazu die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Dr. Birgitta Wolff: „Im Verbund können wir das Angebot in diesem kleinen, aber wichtigen Fach aufrechterhalten und vielleicht sogar erweitern – nicht nur sprachwissenschaftlich, sondern auch kulturwissenschaftlich.“ Zwei Professuren, die beide neu zu besetzen sind, steuern Mainz und Frankfurt bei. Während an der Goethe-Universität die Integration in das breite Feld der empirischen Sprachwissenschaften eine wichtige Rolle spielen soll, wird die Johannes Gutenberg-Universität den Schwerpunkt in der Soziolinguistik legen, in der es um die soziale Funktion der Sprache in der Gesellschaft geht. Auf dem afrikanischen Kontinent gibt es mehr als 1.500 verschiedene Sprachen. In Frankfurt wie in Mainz werden überwiegend Sprachen aus dem westlichen und östlichen Afrika gelehrt, wie Bambara, Hausa, Fulfulde und Swahili; darüber hinaus wird aber auch zu vielen anderen afrikanischen Sprachen geforscht.
Auswirkungen des Artenrückgangs, Einfluss von Landnutzung und Klimawandel auf die Savannenvegetation, Strukturwandel und nachhaltige Versorgung afrikanischer Städte, Selbsthilfe gegen Armut, die NOK-Kultur in Nigeria, Märkte und Tauschsysteme, die Welt der Kxoè-Buschleute – das sind nur einige der Forschungsthemen, zu denen gegenwärtig am ZIAF geforscht wird. „Diese wenigen Beispiele lassen schon erkennen, wie interdisziplinär das Zentrum aufgestellt ist. Zu unserem Frankfurter Team von rund 80 Wissenschaftlern gehören Ethnologen, Archäologen, Botaniker, Geowissenschaftler, Anglisten, Politologen, Wirtschaftswissenschaftler, Humangeographen, aber auch einzelne Paläoanthropologen und Romanisten“, erläutert Dr. Stefan Schmid, seit 2003 Geschäftsführer des ZIAF. „Und diese breite Basis können wir nun noch ausbauen, wenn auch die Darmstädter und Mainzer Afrika-Spezialisten mitwirken.“
Auf dem Workshop am Freitag (20. Mai) diskutieren die Afrika-Spezialisten der drei Universitäten, welche Forschungsthemen sich eignen, um gemeinsame Anträge bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft, beim Bundesforschungsministerium oder anderen Drittmittelgebern zu stellen – das Zauberwort heißt „Verbundforschung“. „Als Dach für den regionalen Forschungsverbund haben unsere Mainzer Kollegen das ZIAF vorgeschlagen, weil hier bereits die Organisationsstrukturen vorhanden sind. Dass sie uns angesprochen haben, hat uns besonders gefreut“, so Schmid.
Die Frankfurter und Mainzer forschen im westlichen, östlichen und südlichen Afrika. In einigen Ländern sind beide Universitäten aktiv, wie in Äthiopien, Benin, Kamerun, Nigeria, Tansania oder Südafrika. Frankfurt hat darüber hinaus noch langjährige Aktivitäten und Partnerstrukturen in Burkina Faso, Mali, Malawi und der Zentralafrikanischen Republik, Mainz hingegen in Gabun, Ghana, Niger, Rwanda und Tschad. In Mainz ist die Afrikaforschung wesentlich stärker konzentriert – und zwar am Institut für Ethnologie und Afrikastudien mit fünf Professuren. „Mit über 30 Mitarbeitern ist das Institut für Ethnologie und Afrikastudien der Gutenberg-Universität eines der größten universitären Afrikazentren im sozial- und kulturwissenschaftlichen Bereich in Deutschland“, erläutert Prof. Dr. Thomas Bierschenk, Dekan des Mainzer Fachbereichs für Geschichts- und Kulturwissenschaften, und selber ein renommierter Afrikawissenschaftler. „Darüber hinaus gibt es an der Mainzer Universität Afrika-Aktivitäten in verschiedenen Fächern: vor allem in der Anglistik, der physischen Anthropologie, der Archäologie, der Botanik, der Geographie und der Romanistik.“
„Wir forschen an der TU Darmstadt an vielen Themen, die interessante Bezüge zu Afrika aufweisen und hohe Relevanz für aktuelle Entwicklungsprobleme dieses vielfältigen Kontinents haben – in den Ingenieurwissenschaften und darüber hinaus“, sagt Prof. Dr. Hans Jürgen Prömel, Präsident der TU Darmstadt. „Wir bringen diese Forschungsexpertise gerne in fächerübergreifende Kooperationen mit den Universitäten Frankfurt und Mainz mit dem Fokus Afrika ein.“ Prömel verwies auf das an der TU Darmstadt verankerte Promotionskolleg „Strukturwandel und nachhaltige Versorgung afrikanischer Städte“, in dem Wissenschaftler der TU Darmstadt und der Goethe-Universität bereits gemeinsam die Ursachen und Auswirkungen des rasanten Wandels von Megastädten erforschen.
Auf der neuen gemeinsamen Homepage finden sich neben Informationen zu Studiengängen und Forschungsprojekten auch Zugänge zu den besonderen Schmuckstücken der Afrikaforschung in den Sammlungen: An der Johannes Gutenberg-Universität sind dies das Archiv für Musik Afrikas, die Jahn-Bibliothek für Afrikanische Literaturen und die Ethnografische Studiensammlung, an der Goethe-Universität die Archive des Frobenius-Instituts, der Bildbestand der Deutschen Kolonialgesellschaft in der Universitätsbibliothek sowie bei Senckenberg das Humanethologisches Filmarchiv und das Westafrika-Herbar.
Fotos zum Download unter: www.uni-frankfurt.de/61433814
Informationen: Dr. Stefan Schmid, Zentrum für interdisziplinäre Afrikaforschung (ZIAF), Goethe-Universität, Tel. (069) 798 32097 oder 798 25402, E-Mail: s.schmid@em.uni-frankfurt.de, www.ziaf.de
Birthe Pater, Institut für Ethnologie und Afrikastudien, Johannes Gutenberg-Universität, 55099 Mainz, Tel. 06131-3920904, E-Mail pater@uni-mainz.de, www.ifeas.uni-mainz.de/1616.php
ACHTUNG FOTOTERMIN: Am Freitag (20. Mai) um 10.15 Uhr unterzeichnen die Präsidien der zwei Universitäten Mainz und Frankfurt die Vereinbarung über eine Zusammenarbeit im Fach Afrikanistik und bei interdisziplinären Afrikastudien, Ort: Campus Westend der Goethe-Universität, Casino, 1. Stock, Renate-von-Metzler-Saal.