Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

 

Okt 18 2017
09:07

Führung im Wissenschaftsgarten zur Sporen-, Samen- und Fruchtbildung. 20. Oktober, Campus Riedberg

Vielfalt der Vermehrung im Pflanzenreich

FRANKFURT. Mit dem Ende der Vegetationsperiode markiert der Herbst für viele Pflanzen die Zeit, in der Früchte reif werden, Samen entlassen werden oder Sporen freigesetzt werden. Solche Verbreitungseinheiten haben  sich in ihrer Entwicklungsgeschichte auf eine Vielzahl von Medien, wie Wind, Wasser oder Tiere spezialisiert. Auf der Führung, die der Biologe Dr. Ralph Mangelsdorff leiten wird, werden von bekannten Pflanzenarten, wie z. B. verschiedenen Wildobstsorten und weniger bekannten Pflanzenarten, wie den Wasserfarnen, Entstehung und Verbreitung von solchen Verbreitungseinheiten vorgestellt.

Führung: „Sporen, Samen und Früchte – Vielfalt der Vermehrung im Pflanzenreich“
20.10.2017, 16.00-17.00 Uhr, Treffpunkt am Eingang Wissenschaftsgarten, Altenhöfer Allee 1f, Campus Riedberg.

Kontakt: Dr. Ralph Mangelsdorff, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Goethe-Universität Frankfurt. Tel. (069) 798-42214; mangelsdorff@bio.uni-frankfurt.de

 

Okt 18 2017
09:06

Vortrag von Inka Bertz, Leiterin Sammlungen – Kuratorin für Kunst des Jüdischen Museum Berlin, im Museum Giersch der Goethe-Universität

Jüdische Kunst und Kultur in der künstlerischen Moderne

FRANKFURT. Seit der Zeit um 1900 entwickelten sich im Kontext jüdischer Institutionen und Zeitschriften eine Art Kanon von Künstlern sowie ein Netzwerk von Publizisten, Sammlern und Auftraggebern. Die Verbindungen zur künstlerischen Moderne waren dabei stets eng. Berlin und Wien, aber auch Frankfurt und Breslau waren bis zur Machtergreifung der Nazis 1933 im deutschsprachigen Raum die Zentren jüdischen Kunstlebens. Künstler und Künstlerinnen jüdischer Herkunft hatten in unterschiedlicher Intensität daran teil. Der Vortrag von Inka Bertz, Leiterin Sammlungen – Kuratorin für Kunst des Jüdischen Museum Berlin, am Donnerstag, 19.10.2017, 19 Uhr, im Museum Giersch der Goethe-Universität, rekonstruiert diese Netzwerke und fragt nach Eric Isenburgers Position in ihrem Spektrum.

Der Vortrag ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Von Frankfurt nach New York – Eric und Jula Isenburger“ (15. Oktober 2017 bis 11. Februar 2018) im Museum Giersch der Goethe-Universität. Der in Frankfurt geborene Eric Isenburger (1902–1994) gehört zu den jüdischen Künstlern, die in den 1930er Jahren emigrieren mussten. Das Museum Giersch zeichnet die internationale Lebens-, Flucht- und Exilgeschichte des in Vergessenheit geratenen Künstlers nach.

Inka Bertz leitet die Sammlungen des Jüdischen Museums Berlin. Als Kuratorin ist sie für die Kunstsammlung verantwortlich. Sie war an der Konzeption zahlreicher Ausstellungen beteiligt und arbeitet derzeit als Kuratorin im Projekt „Neue Dauerausstellung“. Seit Ende der 1980er Jahre publiziert sie zu Themen der jüdischen Kulturgeschichte sowie zu den Sammlungsbeständen des Jüdischen Museums. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die jüdische Bildkultur und die Netzwerke jüdischer Kunst im Kontext der Moderne, sowie die Geschichte des Umgangs mit jüdischem Kulturgut, insbesondere von Raub und Restitution seit 1933 und des Aufbaus jüdischer Museen nach 1945.

Der Vortrag findet statt in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen 2017 und in Kooperation mit dem Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt.

Ohne Anmeldung. Eintritt 4,- € an der Abendkasse

Bilder zum Download unter: http://www.museum-giersch.de/#/Presse.

Informationen: Dipl. Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/13821010, E-Mail: presse@museum-giersch.de

Adresse: Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

 

Okt 16 2017
16:37

Schneller zu neuen Wirkstoffen durch Genomik, Bioinformatik und chemische Analytik

Wirkstoffe aus der Natur

FRANKFURT. Viele wichtige Wirkstoffe wie Antibiotika, Immunsuppressiva oder Mittel gegen Krebs stammen aus dem Stoffwechsel von Mikroorganismen. Diese produzieren oft ganze Stoffgemische, deren natürliche Funktion bisher kaum bekannt ist. Auf der Suche nach natürlichen Vorbildern für neue Arzneistoffe haben Biotechnologen und Bioinformatiker der Goethe-Universität nun zusammen die Stoffgemische zweier verwandter Bakterienarten untersucht.

„Wir vermuten, dass die Produktion von Naturstoffen für das Leben von Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilzen wichtige Funktionen besitzen. Wenn wir diese verstehen würden, gelänge es vermutlich häufiger, eine verwandte Anwendung für diese Substanzen zu finden. So käme man auch zu neuartigen Medikamenten“, erläutert Prof. Helge Bode, Merck Stiftungsprofessur für Molekulare Biotechnologie an der Goethe-Universität, den Forschungsansatz.

Die Gruppe von Bode untersucht schon seit einigen Jahren die Funktion von Bakterien der Gattung Photorhabdus und Xenorhabdus. Sie sind ideale Modellsysteme für die Analyse der natürlichen Funktion von Naturstoffen, da sie viele verschiedene Naturstoffe produzieren und sowohl als Symbionten im Darm von Fadenwürmern leben als auch zusammen mit diesen Insektenlarven befallen und töten können. Die Bakterien müssen also in der Lage sein, verschiedene höhere Lebewesen zu unterscheiden: Mit bestimmten Naturstoffen fördern sie das Wachstum der Fadenwürmer, mit denen sie zusammenleben, und mit anderen töten sie Insekten.

Um zu verstehen, wie diese Fähigkeiten im Laufe der Evolution entstanden sind, hat Bode mit der Gruppe von Prof. Ingo Ebersberger, Bioinformatiker an der Goethe-Universität, zusammen gearbeitet. Er hat die bakteriellen Genome von 30 Bakterienarten mit bioinformatischen Methoden analysiert. Dank der Kombination mit modernster chemischer Analytik konnten die beiden Gruppen schneller neue Naturstoffe der Bakteriengattungen Photorhabdus und Xenorhabdus identifizieren.

Die vergleichende Analyse erlaubte zudem eine Identifizierung von Naturstoffen, die in Untergruppen oder auch fast in allen Arten vorkommen. Das lässt vermuten, dass sie eine wichtige Rolle im Lebenszyklus dieser Bakterienarten spielen.

„Die in unserer Publikation genutzten Technologien erlauben zwar die Identifizierung von biologisch relevanten Mustern, diese in ihrer Bedeutung im Detail zu verstehen, ist jedoch noch ein Stück Arbeit“, erklärt Bode. Dieser Aufgabe wird er sich mit seiner Gruppe in den nächsten Jahren widmen.

Publikation: Nicholas J. Tobias, Hendrik Wolff, Bardya Djahanschiri, Florian Grundmann, Max Kronenwerth, Yi-Ming Shi, Svenja Simonyi, Peter Grün, David Shapiro-Ilan, Sacha J. Pidot, Timothy P. Stinear, Ingo Ebersberger and Helge B. Bode: Natural product diversity associated with the nematode symbionts Photorhabdus and Xenorhabdus, Nature Microbiology, www.nature.com/naturemicrobiology, DOI: 10.1038/s41564-017-0039-9

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/68822216

Bildtext: Wachstum ausgewählter Xenorhabdus (links und mitte) und Photorhabdus (rechts) Kolonien auf Agarplatten. Die unterschiedliche Pigmentierung weist bereits direkt auf die Produktion verschiedener Naturstoff-Pigmente hin. Fotos: AK Bode.

Information: Prof. Dr. Helge B. Bode, Merck Stiftungsprofessur für Molekulare Biotechnologie, Fachbereich 15, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798- 29557, h.bode@bio.uni-frankfurt.de.

 

Okt 13 2017
15:06

Forschungsstelle NS-Pädagogik an der Goethe-Uni erstellt Gutachten zur Publikationstätigkeit des Beltz-Verlages im Nationalsozialismus

Ein pädagogischer Verlag in der NS-Zeit

FRANKFURT. Die Verlagsgruppe Beltz fördert das Projekt „Beltz in der NS-Zeit“ an der Forschungsstelle NS-Pädagogik der Goethe-Universität. Leiter des August 2017 gestarteten Projekts ist Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer. Der Erziehungswissenschaftler wird mit der Forschungsstelle eine Übersicht über die Publikationstätigkeit des Verlages in der NS-Zeit erstellen und bewerten. Die Ergebnisse des Gutachtens werden im Frühjahr 2018 erwartet.

Der 1841 gegründete Beltz-Verlag zählte bereits Anfang der 1930er Jahre zu den wichtigsten pädagogischen Fachverlagen Deutschlands. Das Programm umfasste 16 Zeitschriften und weit über tausend Fachbücher, Ganzschriften und Lesehefte. Im Verlauf des Forschungsprojekts werden diese Publikationen aus den Jahren 1932 bis 1945 geprüft. Soweit noch vorhanden, fließen auch Dokumente und Briefwechsel der damaligen Verlagsleitung mit dem Nationalsozialistischen Lehrerbund (NSLB) in die Begutachtung ein. Prof. Ortmeyer erhofft sich nicht nur einen besseren Einblick in die Publikationstätigkeit des Verlages während des Nationalsozialismus, sondern auch darüber hinausgehende Erkenntnisse: „Das Projekt ist ein Beitrag zur Aufklärung über die oft unterschätzte Rolle der NS-Pädagogik bei der durchaus nicht völlig erfolglosen Zurichtung einer ganzen Generation im Sinne von Krieg, Rassismus und Jufenfeindlichkeit.“ Die Veröffentlichungen von Beltz stünden exemplarisch für die Arbeit vieler pädagogischer Verlage während dieser Zeit.

Weitere Informationen: Prof. Benjamin Ortmeyer, Forschungsstelle NS-Pädagogik, Goethe-Universität Frankfurt, Tel. (069) 798-22091; BOrtmeyer@t-online.de

 

Okt 13 2017
15:05

Im aktuellen UniReport stellt die Forschungsstelle „Demokratische Innovationen“ Überlegungen zu neuen Demokratie- und Beteiligungsformen an

Wege aus der Krise der Demokratie

FRANKFURT. Nicht zuletzt unter dem Eindruck der letzten Bundestagswahl wird nun auch in Deutschland verstärkt über erodierende Parteibindungen diskutiert: „Immer weniger Menschen engagieren sich in Parteien und das Vertrauen von Wählerinnen und Wählern in Parteien, Politiker und Parlamente nimmt ab“, so die Forschungsstelle „Demokratische Innovationen“. Prof. Brigitte Geißel und ihr Team beschäftigen sich mit der Krise der repräsentativen Demokratie und untersuchen, welche anderen Formen von demokratischer Partizipation denkbar und möglich wären. „Wahlen und Parteienwettbewerb sind lediglich die Form, die wir heute am besten kennen; dieses institutionelle Set ist aber nicht der innerste Kern von Demokratie“, so die Forschungsstelle in ihrem Beitrag im neuen UniReport. Erforscht wird, wie repräsentative, direktdemokratische und deliberative Willensbildungsprozesse zusammenspielen können, um die Demokratie gewissermaßen fit für die Gegenwart und Zukunft zu machen.

Die weiteren Themen im aktuellen UniReport:

  • Traumjob Apotheker/in: Der Studiengang Pharmazie im Porträt.
  • Wo „knirscht“ es im Studium? Die zweite universitätsweite Studierendenbefragung beginnt Mitte November.
  • Die Würde der Form: Der Soziologe Tilman Allert widmet sich in seinem neuen Buch „Gruß aus der Küche“ den vermeintlich kleinen Dingen des Alltages.
  • Martin Luther und seine Fälscher: Die Universitätsbibliothek Frankfurt verfügt über zwei Bände des berühmt-berüchtigten Luther-Imitators Hermann Kyrieleis
  • Jubiläumsfeier für eine Erfolgsgeschichte: 40 Jahre Informatik in Frankfurt werden mit einem Festakt begangen.
  • Wenn staatliche Wohnungsbaupolitik versagt: Der Geograph Sebastian Schipper hat sich in seiner Habilitation mit dem mangelnden Wohnraum in Großstädten beschäftigt.
  • Auf den Spuren von Ruinen: Eine studentische Projektgruppe widmet sich dem Thema Zerstörung und Verfall in Literatur, Filmen, Videospielen und Architektur.

Der UniReport 5/2017 steht zum kostenlosen Download bereit unter www.unireport.info/68768328/Unireport_5-17.pdf