Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

Forschung

Jan 28 2014
16:17

Münchner Astrophysiker spricht bei der öffentlichen Vortragsreihe „Vom Urknall ins Labor“ im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“

Rätselhafte Supernovae: Den Geheimnissen der größten kosmischen Explosionen auf der Spur

FRANKFURT. Mit den aufwändigsten Computermodellen und den empfindlichsten, je von Menschen gebauten Messinstrumenten schicken sich Astrophysiker und Teilchenphysiker an, die Vorgänge im Innern der sterbenden Sterne zu enträtseln und die Folgen und Signale von Supernovae vorherzusagen. In der öffentlichen Vorlesungsreihe „Vom Urknall ins Labor“ hält am Donnerstag (30. Januar) um 19 Uhr Hans-Thomas Janka, Max-Planck-Institut für Astrophysik, einen Vortrag zum Thema „Rätselhafte Supernovae – den Geheimnissen der größten kosmischen Explosionen auf der Spur“. Im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Deutsche Bank AG gewähren international renommierte Forscher interessierten Laien in diesem Wintersemester einen Blick in die realen und virtuellen Laboratorien der Physik.

Bereits im Altertum und bis zu den Anfängen der neuzeitlichen Astronomie galten „neue Sterne“ oder „Gaststerne“ am sonst so unveränderlich erscheinenden Himmelsgewölbe als besonderes Zeichen göttlichen Wohlwollens. Heute wissen wir, dass die als Supernovae bekannten Sternexplosionen zu den gewaltigsten und hellsten kosmischen Erscheinungen zählen, ohne die weder die Erde noch irdisches Leben entstanden wären. Privatdozent Dr. Hans-Thomas Janka ist Experte für Supernova-Theorie, Gammablitze, Neutrino-Astrophysik, nukleare Astrophysik und numerische Astrophysik. Er  studierte Physik und promovierte 1991 mit einer astrophysikalischen Arbeit an der Technischen Universität München. Anschließend forschte er als Otto-Hahn-Fellow an der University of Chicago und am Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching. Seit seiner Habilitation im Jahr 2002 lehrt Janka als Privatdozent an der TU München. Seit 2009 ist er Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Astrophysik und Teilbereichsleiter in mehreren DFG-Sonderforschungsbereichen sowie beim Excellenzcluster „Origin and Structure of the Universe“.

Die Vorlesung mit anschließender Diskussionsrunde beginnt um 19 Uhr auf dem Campus Riedberg, im Hörsaal 100 des „Frankfurt Institute for Advanced Studies“ (FIAS), Ruth-Moufang-Straße 1. Organisatoren und Veranstalter dieser Reihe sind neben der Goethe-Universität das „Helmholtz International Center for Fair“ (Hic for Fair) und das FIAS. Die Vorlesungen im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ richten sich an interessierte Bürger und Bürgerinnen sowie an Studierende und Angehörige aller wissenschaftlichen Institutionen im Rhein-Main-Gebiet.

Zum Abschluss der Vorlesungsreihe kommt am Montag (10. Februar) der aus zahlreichen Fernseh- und Hörfunksendungen bekannte Physiker Prof. Harald Lesch nach Frankfurt. Er nimmt seine Zuhörer mit auf eine Reise an den Rand der Möglichkeiten und legt dar, wie es der Wissenschaft gelingt, in Bereichen weitab von der alltäglichen Erfahrungswelt zu gültigen Erkenntnissen zu gelangen. Wegen des zu erwartenden großen Interesses wird diese Vorlesung im Hörsaal H1 des Otto-Stern-Zentrums auf dem Campus Riedberg,Ruth-Moufang-Straße 2, stattfinden.

Frankfurt ist als Austragungsort einer solchen Ringvorlesung besonders geeignet, da in der Rhein-Main-Region eine Reihe von führenden Forschungsinstitutionen dem Gebiet „Materie unter extremen Bedingungen“ beheimatet ist. Physiker der Goethe-Universität arbeiten eng zusammen mit dem Helmholtzzentrum GSI (Gesellschaft für Schwerionenforschung) in Darmstadt und mit der dort entstehenden Großforschungsanlage FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research). Begleitet werden diese Aktivitäten vom Mitveranstalter der Vortragsreihe, dem Helmholtz International Center for FAIR (HIC for FAIR), das demnächst sein neues Forschungsgebäude auf dem Campus Riedberg beziehen wird, und von dem benachbarten, theoretisch arbeitenden interdisziplinären Forschungsinstitut FIAS (Frankfurt Institute for Advanced Studies).

Informationen: Prof. Dr. Marcus Bleicher, Helmholtz International Center for FAIR, Institut für Theoretische Physik, Campus Riedberg, Tel. (069) 798-47834, contact@hicforfair.de; Dr. Joachim Reinhardt, Frankfurt Institute for Advanced Studies, Institut für Theoretische Physik, Campus Riedberg, Tel. (069) 798-47866, reinhardt@fias.uni-frankfurt.de; fias.uni-frankfurt.de/materie

Sonstige

Jan 27 2014
17:58

PEG- und PA-Gebäude ab Dienstag, den 28. Januar, wieder eingeschränkt nutzbar. Service-Hotline eingerichtet

Nach Heizungsschaden: Gebäude des Campus Westend wieder in Betrieb

FRANKFURT. Nach dem schweren Wasserschaden durch einen Defekt in der Heizungsanlage am Samstag , 25.1., hat das Präsidium der Goethe-Universität heute entschieden, die beiden betroffenen Gebäude am Dienstag (28.1.) wieder in Betrieb zu nehmen. Die Heizung konnte in Handbetrieb wieder so weit angefahren werden, dass beide Gebäude grundständig mit Wärme versorgt werden. Auch die Brandmeldeanlage funktioniert seit dem heutigen Nachmittag wieder. Studierende und Lehrende könnten die Gebäude wieder nutzen. Auch die für den heutigen Montag freigestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter könnten am Dienstag wieder ihre Arbeit aufnehmen. Die erste Etage der Tiefgarage kann ebenfalls wieder befahren werden.

Universitätskanzler Holger Gottschalk wies jedoch darauf hin, dass die betroffenen Häuser der Goethe-Universität von einem Normalbetrieb noch weit entfernt seien. „Ich bitte um Verständnis, dass auch in den kommenden Tagen noch Beeinträchtigungen entstehen können, da die Wärmeleistung der Heizung noch nicht ausreicht, alle Teile der Gebäude gleichermaßen zu versorgen.“ Durch den großen Schaden an der Regelungstechnik, die durch die Hitze des austretenden Wasserdampfs zum Teil komplett zerstört wurde, sei an einen Normalbetrieb auch in den nächsten Wochen kaum zu denken. „Wir müssen bis auf weiteres mit einem Provisorium arbeiten“, so Gottschalk, „und hoffen, dass dieses verlässlich funktioniert.“ Frühestens im Laufe der nächsten Wochen könne die neue Regelungstechnik installiert werden oder die alte repariert werden. Zu der Höhe des Schadens wollte sich Gottschalk nicht äußern. Gutachter seien mit der Schadenserhebung beauftragt. Auch würden Haftungsfragen und genaue Schadensursache derzeit von Gutachtern geprüft.

Am Samstagnachmittag war in der Heizzentrale der beiden Universitätsgebäude PEG (Psychologie, Erziehungswissenschaften, Gesellschaftswissenschaften) und PA (Präsidium und Administration) der Zuleitungsschlauch eines von der Mainova betriebenen Wärmetauschers geborsten und hatte große Mengen Wasser und Wasserdampf freigesetzt. In Folge dieses Störfalls war auch die Sprinkleranlage in der Tiefgarage aktiviert worden. Das Präsidium hatte am Sonntag aufgrund der Schwere der Schäden entschieden, die Gebäude am 27. Januar zu schließen. Betroffen von dem Schaden sind rund 10.000 Studierende sowie etwa 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Goethe-Universität.

Die Goethe-Universität hat unter 069/798 -17112 eine Service-Hotline eingerichtet.

Nähere Informationen zum neuesten Stand unter www.muk.uni-frankfurt.de/49321697/news

Veranstaltungen

Jan 24 2014
12:16

Letzte Veranstaltung der Bürger-Universität zum Thema Bildungsgerechtigkeit, u.a. mit den Gründern von Alnatura und Rossmann und dem PISA-Studien Experten Manfred Prenzel

Wie viel Bildung verträgt der Mensch?

FRANKFURT. Wie kommt es, dass die Intelligenz eines Menschen inzwischen fast ausschließlich an seinem Schulabschluss gemessen wird? Warum hat ein Ausbildungsberuf zunehmend ein schlechteres Image  als ein akademischer Titel? „Abgehoben und überakademisiert? – Wie viel Bildung verträgt der Mensch?“  so der Titel der letzten Veranstaltung im Rahmen der Frankfurter Bürger-Universität, zum Thema Bildungsgerechtigkeit . Die Abschlussveranstaltung der Diskussionsreihe „ Bildung ohne Gerechtigkeit? – Perspektiven einer unerschöpflichen Debatte“, richtet den Blick auf eine zunehmend überakademisierte Gesellschaft, deren Vorstellung von Bildung immer einseitigere Strukturen annimmt.

Welche Rolle spielen dabei Messinstrumente wie länderübergreifende Bildungsstudien und Wissensvergleiche? Der Erziehungswissenschaftler und PISA-Studien Experte Manfred Prenzel kennt die Zusammenhänge. Götz Rehn, Gründer der anthroposophisch geprägten Lebensmittelkette „Alnatura“ und Dirk Roßmann, Geschäftsführer der Drogeriemarktkette „Roßmann“, stehen hingegen für alternative Unternehmensstrukturen und Werte, die nicht nur die Nachhaltigkeit ihrer Produkte, sondern auch die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter betreffen sollen. Wie funktioniert das? Welche wirklichen Chancen haben hier auch Menschen ohne höheren Schulabschluss? Wo sehen die Unternehmer das (ungenutzte) Potenzial der „bildungsfernen Schichten“? Zu hinterfragen ist auch, von welchem Wissen wir sprechen, wenn von Allgemeinwissen die Rede ist? Denn in Zeiten unzähliger digitaler und auf dem Internet basierender Wissensportale, ist Wissen nicht gleich Wissen. Das beschäftigt auch Heiner Schnelling, Direktor der Frankfurter Universitätsbibliothek. Als Verwalter von traditionellen Bildungsquellen, muss er über Qualität und Nutzen digitaler Quellen entscheiden.

Mit der Veranstaltung am kommenden Montag, beendet die Frankfurter Bürger-Universität die Diskussionsreihe „Bildung ohne Gerechtigkeit? Perspektiven einer unerschöpflichen Debatte“. Entwickelt mit der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL) und unterstützt von hr-iNFO, dem Informationsradio des Hessischen Rundfunks, bildet die Reihe zugleich die Brücke ins Jubiläumsjahr der Goethe-Universität 2014. In der Tradition einer von Frankfurter Bürgern geschaffenen Hochschule beschäftigt sich die Goethe-Universität mit den wichtigsten gesellschaftspolitischen Debatten unserer Zeit. In der Frankfurter „Bürger-Uni“ diskutieren Wissenschaftler, Experten und Frankfurter Bürger gemeinsam.

Abgehoben und überakademisiert? Wie viel Bildung verträgt der Mensch?

am: Montag, 27. Januar 2014, um 19.30 Uhr.
Ort: Campus Westend, Casino Festsaal, Raum 823, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main Es diskutieren: Prof. Manfred Prenzel, Erziehungswissenschaftler und PISA-Studien Experte (Impulsvortrag) Götz Rehn, Gründer von Alnatura, Dirk Rossmann, Gründer von Rossmann Dr. Heiner Schnelling, Leiter der Universitätsbibliothek

und die Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern.

Moderation: Petra Boberg von hr-iNFO. / Freier Eintritt!

Wichtige Hinweise: Alle Veranstaltungen können auch per Livestream verfolgt werden und sind anschließend über unser Archiv abrufbar: www.buerger.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jan 24 2014
11:39

Feierliche Vergabe von über 600 Stipendien auf dem Campus Westend. Universität liegt damit auf dem ersten Platz deutscher Hochschulen

Goethe-Universität bei den Deutschland-Stipendien an der Spitze

FRANKFURT. Große Freude an der Goethe-Universität: Im Rahmen einer Feierstunde im Festsaal auf dem Campus Westend nahmen die Deutschland-Stipendiatinnen und -Stipendiaten des akademischen Jahres 2013/14 ihre Urkunden entgegen. In Anwesenheit des neuen Wissenschaftsministers Boris Rhein und zahlreichen Förderern überreichte Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl die Auszeichnungen. Mit 606 Stipendien, dem Maximum der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung „gematchten“ Stipendien, liegt die Goethe-Universität auf dem ersten Platz aller deutschen Hochschulen.

Müller-Esterl gratulierte den Stipendiatinnen und Stipendiaten zu dieser Auszeichnung: „Wir sind stolz auf Sie!“ Müller-Esterl hob das bereits vom Stifterverband für Wissenschaft ausgezeichnete ideelle Förderprogramm hervor: So werden die Stipendiaten nicht nur in ihrer Begabung gefördert, sondern können auch im Rahmen eines ehrenamtlichen Engagements  zukunftsweisende Ideen für die Gesellschaft entwickeln.

Ganz ausdrücklich dankte der Universitätspräsident in seiner Rede allen Förderern und lobte in diesem Zusammenhang das gute Stiftungsumfeld: „Das Besondere in Frankfurt: Hier engagieren sich nicht nur Unternehmen, sondern ebenso Privatpersonen, Vereine, Clubs, Stiftungen und Verbände. Sie alle haben erkannt, dass es sich lohnt, in talentierte und leistungsstarke junge Menschen und damit in die Zukunft des Landes zu investieren.“

Besonders dankte Müller-Esterl einer Förderin, die mit ihrer großzügigen Spende das Rekordergebnis überhaupt erst möglich gemacht hatte: Johanna Quandt, die sich seit vielen Jahren für die Goethe-Universität engagiert und die Ehrensenatorenwürde trägt, hatte im Vorfeld die Zusage für 224 Stipendien gegeben, falls die Vorjahresmarke von 382 Stipendien erreicht würde. „Im Namen der Universität und der Stipendiaten gebührt Frau Quandt ein herzlicher Dank für Ihren unermüdlichen Einsatz.“ Aufgrund der Zusage von Frau Quandt gingen bis Dezember zahlreiche Spenden-Zusagen ein.

Mit einer großen Spende der DekaBank über 42 Stipendien konnte schließlich das Gesamtergebnis von 606 Stipendien sichergestellt werden. „Auch Ihnen herzlichen Dank für diese großzügige Spende“, dankte Müller-Esterl Johannes Behrens-Türk, Leiter des Nachhaltigkeitsmanagement bei der DekaBank.

Zum Deutschland-Stipendium: Die Stipendiaten erhalten ein monatliches Stipendium in Höhe von 300 Euro für mindestens ein Jahr. Die eine Hälfte der Förderung spenden private Förderer, die andere Hälfte gibt das Bundesministerium für Bildung und Forschung dazu. Gefördert werden sowohl Studienanfänger als auch Studierende höherer Semester, deren bisheriger Werdegang besonders gute Leistungen im Studium erwarten lässt oder bereits aufweist. Berücksichtigt werden außerdem das gesellschaftliche Engagement der Studierenden sowie besondere persönliche Umstände, die sich beispielsweise aus der familiären Herkunft, der Betreuung für Familienangehörige oder einem Migrationshintergrund ergeben.

Weitere Informationen: Lucia Lentes, Stabsstelle Fundraising, Goethe-Universität. Tel. (069) 798-12756; Lentes@pvw.uni-frankfurt.de, www.chancenschenken.de.

Forschung

Jan 23 2014
13:26

EU-Projekt testet neue Hypothesen zur Schmerzentstehung und Toleranzentwicklung

Chronische Schmerzen: neue Medikamente gesucht

FRANKFURT. Chronische Schmerzen können bisher nur bei einer Minderheit der Patienten zufriedenstellend beseitigt werden. Das ist nicht nur für die Betroffenen belastend, sondern bringt auch gesundheitspolitische und –ökonomische Probleme mit sich. Die Europäische Union fördert deshalb zurzeit verstärkt Gemeinschaftsprojekte zur Schmerzforschung, darunter auch das Fünf-Jahres-Projekt „GLORIA“ (Sprecherin: Prof. Eija Kalso, Universität Helsinki), an dem auch Klinische Pharmakologen um Prof. Jörn Lötsch von der Goethe-Universität beteiligt sind.

Ein Fünftel der europäischen Bevölkerung leidet unter chronischen Schmerzen; bei den über 70-Jährigen sind es sogar bis zu einem Drittel. Die derzeit verfügbaren medikamentösen Behandlungsoptionen umfassen nur eine begrenzte Auswahl wirksamer Schmerzmittelklassen. Bei vielen Patienten sind die verfügbaren Medikamente bisher nicht oder nur unzureichend wirksam. Darüber hinaus können sie Nebenwirkungen verursachen, die zum Abbruch der Behandlung führen.

„Neue und innovative Schmerzmedikamente werden dringend benötigt“, weiß Prof. Jörn Lötsch vom Institut für Klinische Pharmakologie der Goethe-Universität. Im Forschungsprojekt „GLORIA“ arbeitet er daran zusammen mit Kollegen der Universität von Helsinki, dem Karolinska-Institut in Stockholm, dem „Centre Européen de Recherche en Biologie et Médecine“ in Straßburg sowie der Firma Chemedest in Tartu, Estland. Das Interesse der Forscher richtet sich auf die Rolle der Gliazellen. Sie machen etwa die Hälfte der Zellen im Gehirn aus. Bisher hatte man ihnen vorwiegend eine stützende und versorgende Funktion zugeschrieben, aber zunehmend entdecken Forscher, dass sie auch an der Übertragung und Speicherung von Informationen beteiligt sind.

„Unsere Haupthypothese ist, dass Entzündungen der Nervenzellen und die damit verbundene Aktivierung der Gliazellen eine wichtige Rolle bei chronischen Schmerzzuständen spielen“, so Lötsch. Dazu gehören sowohl neuropathische Schmerzen durch die Schädigung oder Kompression von Nervenzellen als auch Schmerzen anderer Ursache wie Arthrose oder Fibromyalgie. Die Aktivierung der Gliazellen könnte auch an Nebenwirkungen von Opioidanalgetika und der Toleranzentwicklung gegenüber dieser Medikamentengruppe beteiligt sein, vermuten die Forscher.

In dem Schmerzforschungsprojekt „GLORIA“ wollen Lötsch und seine Kollegen unter anderem auch genetische und epigenetische Faktoren untersuchen, die insbesondere das Opioidsystem, ein Hauptsystem der körpereigenen Schmerzunterdrückung und Ort der Wirkung von Opioidanalgetika, an seiner Schnittstelle zur den Gliazellen betreffen. Die Forscher wollen Patientengruppen identifizieren, denen ursächlich am Schmerzempfinden beteiligte genetischer Marker gemeinsam sind. Damit wollen sie die Grundlagen zur Entwicklung innovativer klinisch-pharmakologischer Therapieansätze legen, die es künftig erlauben werden, chronischen Schmerz individuell und wirksam zu behandeln.

Informationen: Prof. Dr. Jörn Lötsch, Institut für Klinische Pharmakologie, Campus Niederrad, E-Mail: j.loetsch@em.uni-frankfurt.de