Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

Veranstaltungen

Nov 28 2013
11:10

Prof. Sabine Schülting von der FU Berlin spricht in der Mittwochskonferenz des Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften

Vom neuen Umgang mit Shakespeares Problemstück

FRANKFURT. „‘Enter Jessica‘. Shylocks Tochter auf der deutschen Bühne des 20. und 21. Jahrhunderts“ ist der Titel eines öffentlichen Vortrags, den Sabine Schülting, Professorin für Englische Philologie an der Freien Universität Berlin, am Mittwoch (4. Dezember) hält. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im IG-Farben-Haus (Raum 411) auf dem Campus Westend; sie findet im Rahmen der Mittwochskonferenz statt, die das Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität während des Semesters regelmäßig veranstaltet.

Bei den neueren deutschen Inszenierungen von William Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“ hat Schülting einen überraschenden Wandel in der Rezeption festgestellt: „Schien in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, nach dem „Zivilisationsbruch“ (Dan Diner) des Holocaust, das Schicksal von Shakespeares ‚Problemstück‘ besiegelt und eine unreflektiert komische Inszenierung des Stücks nicht mehr möglich, deutet sich seit den 1990er Jahren ein Aufbrechen dieses Konsenses an; und es ist wiederholt der Versuch unternommen worden, den ‚Kaufmann von Venedig‘ aus dem bis dato dominanten Interpretationsmuster herauszulösen.“ Für die Berliner Wissenschaftlerin zeigt sich dies unter anderem in solchen Regieentscheidungen, Shylocks jüdische Identität nicht explizit zu markieren, insbesondere aber auch in der Aufwertung der Rolle Jessicas, Shylocks Tochter, die den Vater bestiehlt, mit ihrem christlichen Geliebten durchbrennt und zum Christentum konvertiert. „Spielte Jessica traditionell eher eine Nebenrolle, ist ‚Der Kaufmann von Venedig‘ nun verschiedentlich zu Jessicas Stück geworden“, konstatiert Schülting. Im Zentrum ihrer Überlegungen sollen die Implikationen solcher oftmals irritierenden Überlagerungen von Geschlechterverhältnissen, religiösen und ethnischen Differenzen stehen.

Informationen: Monika Beck, Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften, Campus Westend, Tel: (069) 798- 32344, m.beck@em.uni-frankfurt.de, www.fzhg.org

Veranstaltungen

Nov 28 2013
11:04

Schleyer-Nixdorf-Symposium an der Goethe-Universität: Klares Bekenntnis zu mündigen Universitäten in Deutschland

„Die autonome Universität – ein Erfolgsmodell?“

FRANKFURT. Vor dem Hintergrund eines schärfer werdenden internationalen Wettbewerbs um die „besten Köpfe“ in Forschung und Lehre haben die Teilnehmer des heutigen Symposiums der Hanns Martin Schleyer- und Heinz Nixdorf Stiftung auf die Notwendigkeit autonomer Universitäten hingewiesen und aktuelle Tendenzen kritisiert, diese Freiheiten wieder zurückzunehmen. „Das ist der einzige Weg, um nicht von den USA, Asien, insbesondere den aufstrebenden Tigerstaaten, bei der Ausbildung qualifizierter Fachkräfte sowie der Innovations- und Erneuerungskraft in der Wissenschaft abgehängt zu werden“, sagte Prof. Werner Müller-Esterl, der Präsident der Goethe-Universität in Frankfurt; diese ist seit 2008 autonome Stiftungsuniversität.

In den vergangenen 15 Jahren haben Bund und Länder vielen ihrer Hochschulen weitgehende Befugnisse eingeräumt; etwa bei Berufungen, der Einrichtung und Schließung von Studiengängen, der Dienstherren- und Bauherreneigenschaft, der Erschließung neuer Einnahmequellen oder auch neuer Organisationsmodelle in Management und Verwaltung. Besonders mutig gingen Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen mit jeweils eigenen Hochschulfreiheitsgesetzen voran. Die Erfahrung lehrt: Sobald die Politik institutionelle Autonomie gewährt, entwickelt sich daraus mehr Qualität für Forschung und Lehre, insbesondere praktikable Lösungen zur Bewältigung erheblich steigender Studierendenzahlen, bessere und international sichtbarere Forschungsleistung, nicht zuletzt eine höhere Elastizität in schwierigen Haushaltslagen sowie insgesamt mehr Eigenverantwortung und Partizipation in die Universität hinein.

Das alles sind Kennzeichen autonomer Universitäten in Deutschland aber auch in anderen Ländern wie den USA und Großbritannien. Daran muss aus Sicht der Symposiums-Teilnehmer unbedingt festgehalten werden, um die Universitäten weiter zukunftsfähig zu machen. Als kontrapoduktiv werden deshalb aktuelle Tendenzen in einigen Ländern wahrgenommen, hier das Rad wieder zurückdrehen zu wollen; so etwa in NRW, wo das Land gegenwärtig Freiheiten beim Personal und den Finanzen zurücknehmen will; in Bayern, wo das Berufungsrecht zur Disposition steht, oder in Schleswig-Holstein, wo das Land Alleinstellungsmerkmale forschungsstarker Universitäten wie das Promotionsrecht auch auf praxisorientierte Fachhochschulen übertragen will. „Es kann nicht sein, dass Fortschritte, die binnen weniger Jahre auf Grundlage von mehr institutioneller Freiheit für Universitäten erreicht wurden, jetzt wieder zurückgenommen werden“, sagte Werner Müller-Esterl.

Forschung

Nov 28 2013
09:24

Humangeographen der Goethe-Universität erstellen Studie zu Entwicklungspotenzialen der Industrie in Frankfurt.

Stärken und Schwächen des Wirtschaftsstandorts Frankfurt

FRANKFURT. Entwicklungspotenziale sowie lokale wirtschaftspolitische Handlungsfelder der Stadt Frankfurt – dies untersucht die neue Studie der Humangeographen der Goethe-Universität, die heute der Stadt Frankfurt offiziell übergeben wurde. Die Studie wurde im Auftrag der Stadt im Lauf des letzten Jahres von der Arbeitsgruppe Wirtschaftsgeographie des Instituts für Humangeographie der Goethe-Universität unter Leitung von Prof. Peter Lindner, Dr. Stefan Ouma und Prof. Marc Boeckler ausgearbeitet. Dargestellt werden Stärken und Schwächen des Standorts Frankfurt aus der Sicht der Unternehmen. Ebenfalls analysiert wird die Gewerbeflächenproblematik. Die Studie zeigt aber auch auf, inwieweit die Frankfurter Industrie lokal und überregional vernetzt und in globale Wertschöpfungsketten eingebunden ist. Auf dieser Grundlage werden fünf Handlungsfelder für eine zukünftige Frankfurter Industriepolitik skizziert.

Zum Hintergrund: Die öffentliche – auch wirtschaftspolitische – Wahrnehmung der Industrie hat sich in den letzten Jahren stark geändert. Vorbei sind die Zeiten, als Deutschland international wegen einer vermeintlichen ‚Dienstleistungslücke‘ als Old Economy kritisiert wurde – heute ist es offizielles Ziel der Europäischen Union, im Rahmen der Zukunftsstrategie „Europa 2020“ den Anteil der Industrie am BIP von 15% auf 20% zu steigern. Entscheidend trug zu dieser Veränderung die Tatsache bei, dass Deutschland nicht zuletzt aufgrund seiner innovationsstarken Industrie die Finanzkrise besser bewältigte als viele andere europäische Staaten. Doch auch Umbrüche innerhalb der Industrie selbst, wie sie beispielsweise im Schlagwort von der „Industrie 4.0“ zum Ausdruck kommen, lassen den Sektor in einem völlig neuen Licht erscheinen. 

Vor diesem Hintergrund hat es sich die Stadt Frankfurt zum Ziel gesetzt, die industrielle Entwicklung gezielt zu fördern und ortsansässige Industrieunternehmen zu stärken. Als Rahmen für konkrete Maßnahmen der städtischen Industriepolitik in den nächsten Jahren wird dazu ein „Masterplan Industrie“ erstellt. Die Grundlage dafür bildet die nun vorliegende Studie der Arbeitsgruppe Wirtschaftsgeographie zur Frankfurter Industrie.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Peter Lindner, Institut für Humangeographie,  Goethe-Universität Frankfurt, Tel. (069) 798-35169 | -35162 (Sekr.). plindner@uni-frankfurt.de; www.humangeographie.de

Veranstaltungen

Nov 27 2013
14:12

International renommierter Banking-Spezialist hält Vorträge und Kurse an der Goethe-Universität

Neuer Raymond-Barre-Stiftungsgastprofessor: Jean-Charles Rochet aus Zürich

FRANKFURT. Jean-Charles Rochet von der Universität Zürich ist vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität zum achten Raymond-Barre-Stiftungsgastprofessor ernannt worden und wird in diesem Semester neben einem öffentlichen Vortrag in französischer Sprache am Dienstag (3. Dezember) auch Kurse u.a. zum Thema „Models of Financial Stability Analysis“ anbieten.

Rochet ist Professor für Banking am Institut für Banking und Finance und einer der international und national meist zitierten Banking-Spezialisten. Sein bei MIT-Press erschienenes Buch „Microeconomics of Banking“ ist zu einem Standardwerk des Fachs geworden und wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Seine Forschungsarbeiten decken die verschiedensten Bereiche der Analyse von Banking ab – von der Problematik der Gebühren bei Kreditkartenzahlung bis hin zur fundierten Analyse der Finanzkrise, der Untersuchung von systemischen Risiken wie der Too-Big-to-Fail-Problematik bis hin zur Fragestellung, wie Risk Management in den aktuellen turbulenten Zeiten an den Finanzmärkten neu und krisenfest ausgerichtet werden sollte.

Am Mittwoch (3.Dezember) um 19.00h hält Rochet in einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft einen öffentlichen Vortrag mit dem Titel „Comment les états peuvent-ils s’endetter autant ?“ („Wie können Staaten sich so hoch verschulden?") Die Veranstaltung findet Hörsaal 4, Hörsaalzentrum, Campus Westend statt. Im Anschluss an den Vortrag und die Diskussion wird es einen Empfang mit der Möglichkeit zu weiterführenden Gesprächen geben.

Vor der Übernahme der Professur in Zürich war Rochet, der seinen Ph.D. in Mathematical Economics von der Uni Paris erhielt und Absolvent der angesehenen Ecole Normale ist, Professor an den Universitäten Paris 9, Toulouse sowie an der Georgia State University und der London School of Economics. Der Mitherausgeber mehrerer einflussreicher wirtschaftswissenschaftlicher Zeitschriften war Präsident der Econometric Society und Vorstandsmitglied der European Economic Association. 

Dank der Förderung durch die Aventis Foundation kann der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften gemeinsam mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft seit 2006 jährlich einen renommierten französischsprachigen Wirtschaftswissenschaftler zu Vorlesungen und Seminaren auf den Frankfurter Campus einladen. Studierende und Lehrende erhalten dabei die Möglichkeit, Einblicke in aktuelle, richtungsweisende Forschungsarbeiten zu erhalten und gleichzeitig ihre Kenntnisse in der französischen Fachsprache anzuwenden. Eugen Müller, Geschäftsführender Vorstand der Aventis Foundation, zu Engagement an der Goethe-Universität: „Die Aventis Foundation, die einen Förderschwerpunkt im Bereich Wissenschaft und Lehre setzt, unterstützt damit neben der Stiftungsprofessur Chemische Biologie und der Rolf-Sammet Gastprofessur ein drittes Projekt an der Goethe-Universität nachhaltig und hilft mit, das Lehrangebot und die internationalen Kontakte der Frankfurter Stiftungsuniversität zu erweitern.“ Die Aventis Foundation, deren Sitz in Frankfurt ist und die 1996 unter dem Namen „Hoechst Foundation“ gegründet wurde, dient als gemeinnützige Stiftung der Förderung von Kultur, gesellschaftlichen Projekten mit dem Schwerpunkt Gesundheitswesen sowie Wissenschaft, Forschung und Lehre.

Seit Einrichtung der Raymond-Barre-Stiftungsprofessur im Jahre 2006 haben folgende namhafte französischsprachige Gastprofessoren den Fachbereich Wirtschaftswissenschaften besucht: Patrick Messerlin (Sciences Po), Etienne Wasmer (Sciences Po), Bruno Bias (Toulouse School of Economics), Olivier de La Grandville (Université de Genève), Roland Benabou (Princeton University), Thierry Verdier (EHESS, Paris) und Patrick Rey (Toulouse School of Economics).

Foto-Download hier.

Informationen: Prof. Guido Friebel, PhD, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Campus Westend, Tel. (069) 798- 34826; gfriebel@wiwi.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Nov 26 2013
16:33

Ein hochschulpolitisches Symposium bringt vor dem 100. Geburtstag der Goethe-Universität hochkarätige Experten aus Wissenschaft und Politik zusammen

Streiten für universitäre Autonomie

RANKFURT. Wofür braucht eine Hochschule Autonomie? Sind zunehmende Freiheit und Verantwortung ein Schlüssel zum Erfolg der Universitäten? Wo liegen die Hemmnisse und Probleme? Und wie können sich die Hochschulen im zunehmenden Wettbewerbsdruck behaupten?

Diese und weitere Fragen wollen die Hanns Martin Schleyer-Stiftung, Heinz Nixdorf Stiftung sowie Goethe-Universität Frankfurt in einem hochkarätig besetzten Symposiums aufgreifen. Dabei sollen nicht nur  15 Jahre Hochschulreformen in Deutschland reflektiert werden, sondern am Beispiel der 2008 in eine Stiftung des öffentlichen Rechts umgewandelten Goethe-Universität Frankfurt Vorzüge und Herausforderungen einer Universität mit autonomer Praxis herausgearbeitet werden.

Ziel ist es auch, das Potential und die Vielfalt autonomer Universitäten zu präsentieren und kritisch zu beleuchten. Im Mittelpunkt stehen dabei aus Anlass der gerade in Nordrhein-Westfalen bekannt gewordenen Reformbestrebungen auch die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Hochschulautonomie. 

IX. Symposium Hochschulreform:
„Die autonome Universität – ein Erfolgsmodell?“
am Donnerstag, 28. November 2013
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Casino Festsaal, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt

Als Medienvertreter laden wir Sie herzlich ein, an dem Symposium teilzunehmen.  Bitte teilen Sie uns mit, ob wir mit Ihrem Kommen rechnen können (Tel.: 069/798-12742 oder Mail: ott@pvw.uni-frankfurt.de).

Herzliche Grüße
Dr. Olaf Kaltenborn
Pressesprecher 

Programm: http://www.schleyer-stiftung.de/pdf/pdf_2013/Prograamm_Frankfurt_2013.pdf