​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​​​​

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Pressestelle Goethe-Universität

Theodor-W.-Adorno Platz 1
60323 Frankfurt 
presse@uni-frankfurt.de

 

Okt 5 2017
11:19

Eine Ausstellung im Museum Giersch der Goethe-Universität zeigt vom 15. Oktober 2017 bis 11. Februar 2018 Werke von Eric und Jula Isenburger

Kunsthistorische Neu-Entdeckung

FRANKFURT. Der bildende Künstler Eric Isenburger (1902–1994) und seine Ehefrau und Muse, die Ausdruckstänzerin Jula Isenburger, geborene Elenbogen (1908–2000), zählen zu den nahezu völlig vergessenen Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. In der Geburtsstadt Eric Isenburgers widmet ihnen das Museum Giersch der Goethe-Universität nun erstmalig eine umfassende, retrospektive Ausstellung.

Nach seiner Ausbildung an der Frankfurter Kunstgewerbeschule unternahm Eric Isenburger zahlreiche Studienreisen und verbrachte dann lange Zeit in Barcelona. Gemeinsam mit seiner Frau lebte er als freischaffender Künstler und Bühnengestalter zunächst in Wien, danach in Berlin. Bereits 1933 sah sich das jüdische Ehepaar Repressionen der nationalsozialistischen Diktatur ausgesetzt und begann seine einer Odyssee gleichende Flucht: Paris, Stockholm, Südfrankreich sowie die französischen Internierungslager Les Milles und Camp de Gurs bildeten Stationen in den folgenden Jahren, bis sie schließlich 1941 ein Visum für die USA erhielten. Sie konnten Europa über Lissabon Richtung New York verlassen, wo sie bis zu ihrem Lebensende wohnten.

Trotz dieser zum Teil schwierigsten äußeren Bedingungen schuf Eric Isenburger ein eigenständiges künstlerisches Werk, welches Porträts, Landschaften und Stillleben umfasst. Mit spätimpressionistischer Handschrift, zum Teil expressivem Duktus und in materialtechnischer Hinsicht experimentellem Gestus nahm der Maler Isenburger seine äußere Umwelt zum Ausgangspunkt, enthielt sich jedoch eines allzu eindeutigen Zeitkommentars. Sein außergewöhnliches Schaffen stellt eine wirkliche kunsthistorische Entdeckung dar!

Pressekonferenz: Freitag, 13. Oktober 2017, 11 Uhr

  • Dr. Manfred Großkinsky, Museumsleiter
  • Susanne Wartenberg M. A., Kuratorin der Ausstellung

Ausstellungseröffnung: Sonntag, 15. Oktober 2017, 11 Uhr

  • Prof. Dr. Werner Müller-Esterl, Museumsbeauftragter der Goethe-Universität
  • Dr. Manfred Großkinsky, Museumsleiter
  • Susanne Wartenberg M. A., Kuratorin der Ausstellung

Publikation: Der Katalog erscheint im Michael Imhof Verlag und kostet 29,- € im Museum.

Bilder zum Download unter: http://www.museum-giersch.de/#/Presse.

Weitere Informationen zu Öffnungszeiten, Führungen, Vorträgen, Kinderprogramm und Sonderveranstaltungen unter http://www.museum-giersch.de/#/Presse. Förderer der Ausstellung: Stiftung Giersch, Georg und Franziska Speyer´sche Hochschulstiftung, Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung.

Informationen: Dipl. Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/13821010, E-Mail: presse@museum-giersch.de

Adresse: Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

 

Okt 5 2017
11:15

Jubiläumsspende für Kinder- und Vermittlungsprogramm des Museum Giersch der Goethe-Universität

10 Jahre Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung

FRANKFURT. 13.200 Euro erhält das Museum Giersch der Goethe-Universität von der Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung für sein Kinder- und Vermittlungsprogramm 2017/2018. Neben einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Vorträgen, Führungen sowie zweisprachigen Katalogen hat das Museum seine museumspädagogischen Angebote in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut und dabei einen besonderen Schwerpunkt auf Programme für Kinder und Jugendliche gelegt. Das Angebot umfasst Workshops, Ferienprogramme und Familienführungen sowie Aktivitäten für bilinguale und integrale Gruppen.

„Das Museum hält die ästhetische Bildung für eine unerlässliche Notwendigkeit einer lebendigen und bürgerlich geprägten Kultur. Ebenso gehört die Schulung motorischer Fähigkeiten durch Mal- und Zeichenmittel und die Stärkung des Selbstbewusstseins durch eigenes künstlerisches Schaffen zu einer wichtigen Maßnahme in der Entwicklung – und je früher mit beidem begonnen wird umso besser“, sagt Dr. Manfred Großkinsky, Museumsleiter und Stiftungskurator der Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung. „Was Familie und Schule bis in das Jugendalter nicht leisten, können die Kulturinstitute in den wenigsten Fällen kompensieren – eine frühestmögliche Prägung aber könnte zu einer größeren Chance für ein späteres Kulturinteresse führen und bestenfalls für ein zukünftiges bürgerschaftliches Engagement.“

Insgesamt rund 100.000 Euro für Museen

Das Kulturinteresse und Engagement trifft auch auf Barbara Schultz, Gründerin und Vorstand der Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung, zu. Bereits seit 10 Jahren widmet sich ihre Stiftung der Pflege und dem Erhalt der deutschen Malerei des 19. Jahrhunderts. Mit einer Gesamtfördersumme von rund 100.000 Euro wurden schwerpunktmäßig Vermittlungsprojekte von ausgewählten  Museen gefördert, so zum Beispiel das Frankfurter Städel Museum (Förderbetrag für den neuen Sammlungskatalog „Kunst der Moderne (1800-1945)“ und ein neu konzipiertes Audioguide-System) und die Berliner Liebermann-Villa am Wannsee (Aufbau einer interaktiven Mediathek zu Leben und Werk von Max Liebermann und dessen Umfeld, Förderbetrag für ein kopfhörerunterstützendes Führungssystem, die Produktion eines Filmes anlässlich der Ausstellung „Liebermann und Van Gogh“). Daneben unterstützt die Stiftung auch eine zeittypische Rahmung von Kunstwerken und übernimmt Kosten im Zuge des internationalen Leihverkehrs.

„Ich bin selbst mit der Liebe zur Kunst, insbesondere der Malerei, aufgewachsen und möchte dieses Gut und diese Werte für kommende Generationen sichtbar und erlebbar machen“, erzählt Barbara Schultz. Ihr Ur-Ur-Urgroßvater väterlicherseits lebte und wirkte als Kaufmann und Bankier in Frankfurt. Seine Nachfahren unterstützten und förderten großzügig Frankfurter Künstler, vornehmlich Maler und Bildhauer. Ihre Urgroßmutter und deren Mann, der Kronberger Apotheker Dr. Julius Neubronner, unterhielten zeitlebens beste Kontakte zu den Malern der Kronberger Malerkolonie. Ihr Urgroßvater mütterlicherseits sammelte aus künstlerischem Interesse heraus über viele Jahre hinweg Bilder der Berliner Sezession und ließ sich 1911 von Max Liebermann porträtieren. Werke aus Familienbesitz hängen heute in der Liebermann-Villa am Wannsee, im Museum Giersch der Goethe-Universität, im Museum Schlösschen in Hofgarten in Wertheim und in der Stiftung Kronberger Malerkolonie.

Scheckübergabe: Dienstag, 17. Oktober 2017, 11 Uhr,

Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 91, 60314 Frankfurt am Main

  • Barbara Schultz, Gründerin und Vorstand Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung
  • Dr. Manfred Großkinsky, Museumsleiter und Stiftungskurator Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung
  • Prof. Werner Müller-Esterl, Museumsbeauftragter der Goethe-Universität

Mehr Informationen über die Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung unter www.stiftung-schultz-frentzel.de/

Informationen: Dipl. Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/13821010, E-Mail: presse@museum-giersch.de

 

Okt 4 2017
11:05

Science-Publikation wirft neues Licht auf glasartige Zustände

Glasübergänge von Elektronen in molekularen Metallen entdeckt

FRANKFURT. Gläser sind den Menschen seit Jahrtausenden bekannt. Der Prozess der Glasbildung zählt aber bis heute zu den großen Rätseln der Festkörperphysik. In der aktuellen Ausgabe von „Science“ zeigen Forscher der Goethe-Universität in Kooperation mit japanischen Kollegen an einem neuartigen molekularen Metall, dass glasartige Phänomene universeller Natur sind.

Die Glasproduktion umfasst nicht nur die aus dem Alltag bekannten Silikat-Gläser, sondern auch metallische Gläser und plastische oder Orientierungsgläser aus organischen Molekülen wie Glycerol und Glukose. Gemeinsam ist diesen strukturellen Gläsern, dass sie auf atomarer oder molekularer Ebene eine ungeordnete, amorphe Struktur aufweisen. Analog dazu kennt man Spin-Gläser. Hier bezieht sich die Bezeichnung auf die gemeinsame Ausrichtung der magnetischen Momente, die keine Fernordnung, sondern lediglich eine Nahordnung besitzen.

Experimentell ist die Glasbildung oftmals schwer zugänglich, weil sich die ungeordneten Strukturen über sehr lange Zeiträume und in großen Temperaturbereichen umlagern. „Das von uns entdeckte Quanten-System erlaubt es nun, die allen Gläsern eigene langsame Dynamik und die allgemeinen Prinzipien von Flüssigkeit-zu-Glas-Übergängen vergleichsweise einfach zu untersuchen“, erklärt Prof. Jens Müller vom Physikalischen Institut der Goethe-Universität, der das Material im Rahmen einer Gast-Professur am „Institute for Materials Research“ der japanischen Tohoku Universität in Sendai erforschte. 

Müller und seinen japanischen Kollegen ist es gelungen, die Bewegung von Elektronen in niedrigdimensionalen organischen Metallen in einen glasartigen Zustand einzufrieren. Aufgrund der starken elektrischen Abstoßung zwischen den Elektronen geht das System bei tiefen Temperaturen von einem metallischen in einen isolierenden Zustand über. Die zuvor als Ladungsflüssigkeit über den gesamten Kristall verteilten Elektronen ordnen sich dann regelmäßig auf dem zugrunde liegenden Kristallgitter an. Die Forscher sprechen von einem Elektronen- oder Ladungskristall.

Wenn man Systeme mit einer besonderen Symmetrie der Kristallstruktur hingegen schnell abkühlt, entsteht ein Elektronenglas-Zustand, wobei die Ladungen ungeordnet auf dem Kristallgitter einfrieren. Zur Überraschung der Wissenschaftler folgen sowohl dieser Glasübergang als auch die damit konkurrierende Kristallisation der Elektronen den gleichen Gesetzen wie die konventionellen strukturellen Gläser. Das spricht für die universelle Natur glasartiger Phänomene.

Für die Erforschung von Glasübergängen bringt diese Entdeckung große experimentelle Vorteile. In strukturellen Gläsern wie Glycerol oder Glukose müsste man zum Beispiel die relevanten flüssigen und festen Volumenanteile aufwendig mittels hydrodynamischer Strömung messen, während man bei den neu entdeckten molekularen Metallen einfach den elektrischen Widerstand messen kann, eine Standard-Methode der experimentellen Festkörperphysik. Zudem sind die Temperatur- und Zeitskalen in den molekularen Metallen vergleichsweise kurz und damit bequem zu messen.  „Unsere Erkenntnisse eröffnen eine neue Sichtweise auf viele glasartige Phänomene: die Dynamik, Alterungsprozesse, Memory-Effekte, kooperatives Verhalten und die immer noch ungeklärte Frage, ob einem Glasübergang ein wahrer, thermodynamischer Phasenübergang zugrunde liegt, oder nicht“, erklärt Jens Müller die Bedeutung der Ergebnisse.

Publikation: Sasaki, K. Hashimoto et al., Crystallization and vitrification of electrons in a glass-forming charge liquid, in: Science 29 Sep 2017: Vol. 357, Issue 6358, pp. 1381-1385. DOI: 10.1126/science.aal3120

Information: Prof. Dr. Jens Müller, Physikalisches Institut, Fachbereich 13, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47274, j.mueller@physik.uni-frankfurt.de.

 

Okt 4 2017
10:37

Hirnreifung und Gehirn-Plastizität beruhen auf ähnlichen Signalwegen

Molekulare Basis für Gedächtnis und Lernen

FRANKFURT. Lernen und Erinnern sind zwei wichtige Funktionen des Gehirns, die auf der Formbarkeit (Plastizität) des Gehirns beruhen. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Cell Reports“ berichten Forscherinnen der Goethe-Universität, wie ein Trio von Schlüsselmolekülen diese Prozesse steuert. Daraus ergeben sich auch neue Anhaltspunkte für die Alzheimer-Therapie.

Das Gehirn kann sich neuen Situationen anpassen, indem es die Kontaktstellen zwischen den Nervenzellen (Synapsen) entsprechend umbaut, auf- oder abbaut. Insbesondere wird die Signalstärke reguliert, indem die Zahl der Rezeptoren in der Nervenzellmembran immer wieder neu angepasst wird. Das erklärt, warum wir häufig benötigte Gedächtnisinhalte schneller parat haben als beispielsweise Informationen, die wir vor Jahren für eine Prüfung gelernt und nie wieder benötigt haben.

Die Arbeitsgruppe von Prof. Amparo Acker-Palmer vom Institut für Zellbiologie und Neurowissenschaft an der Goethe-Universität hat in ihrer Studie die Hauptüberträger der stimulierenden Signale, die sogenannten AMPA-Rezeptoren, untersucht. Im Hippocampus, der Hirnregion für das Lernen und Erinnern, können die Nervenzellen die Zahl der aktiven, „auf Empfang gestellten“ Rezeptoren ähnlich wie Antennen ausfahren oder wieder einziehen. Auf diese Weise regulieren sie die Signalstärke. Wie die Forscherinnen jetzt herausgefunden, sind an dieser Regulation drei Schlüsselmoleküle beteiligt: GRIP1, ephrinB2 und ApoER2, ein Rezeptor für das Signalmolekül Reelin.

„Das sind faszinierende Ergebnisse, weil sowohl ephrinB2 als auch Reelin seit Jahren für die Entwicklung des Gehirns als entscheidend bekannt sind“, erklärt Amparo Acker-Palmer. „Zudem haben frühere Arbeiten aus meinem Labor gezeigt, dass es bei der Ausbreitung von Neuronen während der Gehirnreifung eine Wechselwirkung zwischen dem Reelin-Signalweg und den ephrinBs gibt.“

Offenbar kann ein und derselbe Mechanismus innerhalb der Zelle ganz unterschiedliche Funktionen übernehmen. Dass makromolekulare Komplexe aus ephrinB2 und ApoER2 Prozesse der neuronalen Migration regulieren, fand die Arbeitsgruppe von Amparo Acker-Palmer bereits in einer vorangegangenen Studie heraus. Dass diese zusammen mit GRIP1 auch die Gehirn-Plastizität im Erwachsenenalter beeinflussen, konnten die Forscherinnen in der aktuellen Studie zeigen, indem sie die Interaktion der Moleküle gezielt hemmten. Infolgedessen waren die Neuronen nicht mehr fähig, auf Änderungen in der Aktivität ihres Netzwerks zu reagieren. Außerdem zeigten sie Defekte bei der Langzeit-Plastizität, welche die zelluläre Grundlage für das Lernen und das Gedächtnis darstellt.

„Bemerkenswert ist, dass ApoER2 und ephrinB2 beide mit der Entwicklung von Alzheimer zusammenhängen, obwohl der Mechanismus noch unklar ist”, so Acker-Palmer. „Sicher ist, dass wir durch unsere Forschung nicht nur neue Interaktionen von Schlüsselmolekülen für die Regulation von Lernen und Gedächtnis gefunden haben, sondern auch potenzielle Angriffspunkte für die Behandlung der Alzheimer-Krankheit.“

Publikation: Pfennig, Foss et al., GRIP1 Binds to ApoER2 and EphrinB2 to Induce Activity-Dependent AMPA Receptor Insertion at the Synapse, Cell Reports (2017), http://dx.doi.org/10.1016/j.celrep.2017.09.019

Ein Bild zum Download finden Sie unter www.uni-frankfurt.de/68660304

Bildtext: Fluoreszenzbild einer Nervenzelle aus dem Hippocampus. In Magenta ist das aktivierte intrazelluläre Adapterprotein Dab1des Reelin-Signalweges dargestellt, das für die Gehirnreifung entscheidend ist.

Bildrechte: Arbeitsgruppe Amparo Acker-Palmer

Information: Prof. Dr. Amparo Acker-Palmer, Institut für Zellbiologie und Neurowissenschaft, Fachbereich 15, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42563, Acker-Palmer@bio.uni-frankfurt.de.

 

Okt 4 2017
10:19

Akademie soll Austausch der Theologie mit Wissenschaft und Gesellschaft stärken / Rachel: „Akademie trägt zur Versachlichung der Debatten bei“

Wissenschaftsakademie für Islam startet

FRANKFURT. An der Goethe-Universität Frankfurt am Main entsteht eine „Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft“. Die Akademie soll die Position der islamisch-theologischen Studien im deutschen Wissenschaftssystem und den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft stärken. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Akademie in den nächsten fünf Jahren mit rund 8,5 Millionen Euro. Die Stiftung Mercator gibt weitere 2,8 Millionen Euro für den Transfer dazu.

„Religion ist von großer Bedeutung für den Zusammenhalt von Gesellschaften. Religionen stiften Identität, sie können zum inneren Frieden und zum Zusammenhalt in unserer Gesellschaft beitragen. Die Einführung der Islamischen Theologie an deutschen Universitäten war ein historischer Schritt. Diesen Weg der wissenschaftlich-theologischen Auseinandersetzung mit dem Islam gehen wir nun mit der Gründung der Akademie zum Islam in Wissenschaft und Gesellschaft weiter. Die Akademie wird dabei noch stärker die Kommunikation zwischen den Theologien fördern, in gesellschaftliche Diskurse einsteigen und zugleich die in Deutschland noch junge theologische Forschung zum Islam stärken. Mit der Förderung der Akademie trägt das BMBF auch zur Versachlichung der gesellschafts- und integrationspolitischen Debatten über den Islam bei“, sagt der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF, Thomas Rachel MdB.

In ihrer Forschungsfunktion soll die Akademie überregionale und interdisziplinäre Forschung ermöglichen und die wissenschaftliche Konsolidierung der islamisch-theologischen Studien fördern. In ihrer Transferfunktion wird sie nach Antworten zu islambezogenen Fragen im deutschen Kontext suchen, die sowohl wissenschaftlich fundiert als auch gesellschaftlich verankert sind. Der Austausch mit benachbarten Disziplinen, mit der muslimischen Community sowie gesellschaftspolitischen und zivilgesellschaftlichen Institutionen im deutschsprachigen Raum soll durch die Akademie intensiviert werden. Sie organisiert die Themenfindung und vergibt im Wettbewerb die Mittel für Forschungsprojekte, Nachwuchsgruppen und Veranstaltungen.

Der Geschäftsführer der Stiftung Mercator, Dr. Wolfgang Rohe, stellt fest, dass die Stiftung Mercator mit der Förderung „einen Beitrag zur sozialen und kulturellen Integration von Muslimen in Deutschland leisten möchte.“ Die Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft „wird diesen Prozess befördern“, so Rohe, „indem sie die Zusammenarbeit der Institute für Islamische Theologie verbessert, den Anwendungsbezug der Islamischen Theologie stärkt sowie den Dialog mit der Gesellschaft erhöht.“

Seit 2011 haben fünf Universitäten mit Unterstützung des BMBF und der beteiligten Bundesländer die islamische Theologie als neue Disziplin in der deutschen Wissenschaftslandschaft etabliert. Das gleichzeitig von der Stiftung Mercator geförderte Graduiertenkolleg Islamische Theologie hat die Bedeutung und die Gegenwartsbezüge der islamischen Theologie in Deutschland ebenfalls gefestigt. Zentren und Graduiertenkolleg sind markante Orte der innerislamischen Pluralität geworden. Beide haben die internationale Verankerung des Faches in kurzer Zeit gesichert. Um diese positiven Entwicklungen voranzutreiben, bauen das BMBF und die Stiftung Mercator ihre Kooperation aus. Während das BMBF die Forschungsaktivitäten der Akademie unterstützt, fördert die Stiftung Mercator vorrangig die Vermittlung von Ergebnissen in verschiedene gesellschaftliche Zielgruppen, darunter die muslimischen Gemeinschaften.

Koordinator des Akademieprojekts ist Prof. Dr. Bekim Agai, Professor für Kultur und Gesellschaft des Islam in Geschichte und Gegenwart an der Goethe-Universität Frankfurt und Geschäftsführender Direktor des standortübergreifenden Zentrums für Islamische Studien Frankfurt/Gießen. Prof. Agai war bereits federführend für die Entwicklung des Konzepts der Akademie verantwortlich. Die Goethe-Universität wird das innovative Akademievorhaben als Teil ihrer Third Mission-Aktivitäten umsetzen. „Damit trägt die Goethe-Universität deutlich zur

Stärkung einer relevanten wissenschaftlichen Perspektive im gesellschaftlichen Dialog über den Islam bei“, sagt Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff. „Das Akademieprojekt findet an der Goethe-Universität ein überaus inspirierendes Umfeld: Mehr als 100 neue Studierende werden bei uns jährlich in die Studienangebote der Islamischen Studien aufgenommen, darüber hinaus bilden wir eine wachsende Zahl von Lehrkräften für das Fach Islamische Religion in der Sekundarstufe aus. Die Akademie wird sowohl von der positiven Entwicklung des bereits BMBF-geförderten Zentrums für Islamische Studien Frankfurt/Gießen als auch vom Austausch mit vielfältigen thematisch benachbarten Instituten der Universität profitieren. Nicht zuletzt fördert sie auch den Dialog mit Mitgliedern islamischer Communities, nicht lediglich den über den Islam.“

Mehr Informationen finden Sie unter:
www.bmbf.de/de/islamische-theologie-367.html
www.stiftung-mercator.de/de/projekt/akademie-fuer-islam-in-wissenschaft-und-gesellschaft/
www.aiwg.de
www.uni-frankfurt.de

Pressekontakte:
BMBF: Christina Wiegelmann, presse@bmbf.bund.de, 030-1857-5050
Stiftung Mercator: Cathrin Sengpiehl, cathrin.sengpiehl@stiftung-mercator.de, 0201-24522-841
Goethe-Universität: Dr. Olaf Kaltenborn, 069-798-13035
Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft: Dr. Jan Felix Engelhardt, engelhardt@aiwg.de, 069-798-327-52

 

Sep 29 2017
13:55

Forschungsgruppe „Ethisch Ökologisches Rating“ (EÖR) der Goethe-Universität begeht 25-jähriges Bestehen mit Tagung in Bad Boll

Mehr Nachhaltigkeit!

FRANKFURT. Wie kann nachhaltiges Investment gestärkt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Forschungsgruppe „Ethisch Ökologisches Rating“ an der Goethe-Universität seit 25 Jahren. Zum Jubiläum wird die Frage vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen bei einer Fachtagung in der Evangelischen Akademie Bad Boll diskutiert. Titel der Tagung: „Mehr Nachhaltigkeit!“.

„Saubere Gewinne – Ethische Vermögensanlagen in der Diskussion“ - unter diesem Titel fand im Jahr 1991 in Bad Boll die erste Tagung zum Thema statt. Der anschließend publizierte Tagungsband rief dazu auf, sich „für die Schaffung einer institutionellen Beratungsstelle, einer ethischen Ratingagentur zu engagieren“: Daraufhin wurde die Forschungsgruppe Ethisch-ökologisches Rating (FG EÖR) an der Goethe-Universität gegründet. 1997 kam es mit dem Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden zu „Ethischen Kriterien für die Bewertung von Unternehmen“, die die Grundlage ethisch-ökologischer Zertifizierungen und Ratings (oekom research AG) bilden sollten. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens hat die FG EÖR das Konzept aktualisiert und in ihrer Erklärung „Systemänderung oder Kollaps unseres Planeten“ (2016) den substanziellen Nachhaltigkeitsbegriff in den Mittelpunkt gestellt.

Die Jubiläumstagung, die von der Goethe-Universität und der Akademie gemeinsam veranstaltet wird, findet von

Freitag, 3. November, 15 Uhr bis Samtag, 4. November, 17.30 Uhr in der Evangelischen Akademie Bad Boll Akademieweg 11 73087 Bad Boll

statt.

Nach der Eröffnung durch Akademie-Leiter Prof. Georg Lämmlin legt Professor Johannes Hoffmann, Moraltheologe und Gründer der FG EÖR, die 25-jährige Erfolgsgeschichte der FG EÖR dar. In weiteren Vorträgen geht es u.a. um die Frage, ob die heutigen Nachhaltigkeitsratings noch einem konsequenten Nachhaltigkeitsverständnis (keine Externalisierung von Kosten und ihre Abwälzung auf Gemeingüter der Natur, der Gesellschaft und der Kultur) und den Forderungen der SDGs der Vereinten Nationen entsprechen. Unter den Referenten und Diskutanten sind Wissenschaftler, Unternehmer, Manager aus der Finanzbranche in Deutschland und Großbritannien, aber auch Politiker, Journalisten, Investoren und Stifter. Schließlich wird am Beispiel der Stadt Venlo in Holland gezeigt, wie Kreislaufwirtschaft in Kommunen realisiert werden kann.

Neben den Vorträgen wird es zwei Podiumsdiskussionen geben: Am Freitag um 17.45 Uhr geht es um die „Wirkung des Nachhaltigen Investments in Gesellschaft und Wirtschaft“, und am Samstag um 15.30 Uhr wird abschließend darüber diskutiert, wie es mit dem Ethisch-Ökologischen Rating weiter gehen sollte. Das betrifft nicht nur die FG EÖR an der Goethe-Universität, denn es müsste dringend geklärt werden, auf welche Weise die Nachhaltigkeits-Akteure an Universitäten, Fachhochschulen und Instituten stärker miteinander vernetzt werden könnten.

Information und Anmeldung: Angie Hinz-Merkle, Sekretariat der Evangelischen Akademie Bad Boll, Akademieweg 11, 73087 Bad Boll oder per Mail: angie.hinz-merkle@ev-akademie-boll.de (Anmeldung bis 20. Oktober möglich)

 

Sep 29 2017
13:52

Enttäuschung nach schlechtem Abschneiden in der Vorrunde der Exzellenzstrategie

Goethe-Universität verfehlt ihre Ziele

FRANKFURT. Die Goethe-Universität ist in der nächsten Runde der Exzellenzstrategie mit einem gemeinsamen Antrag mit der Justus Liebig-Universität Gießen vertreten (Cardio-Pulmonary Institute - CPI). Die übrigen Anträge der Goethe-Universität hatten leider keinen Erfolg.

„Wir sind sehr enttäuscht über dieses Ergebnis“, sagte die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Birgitta Wolff. „Derzeit kennen wir die Gründe dafür noch nicht. Sobald diese vorliegen, müssen wir genau und in aller Ruhe analysieren, was die Ursachen dafür waren. Obwohl das Ergebnis nicht den gewünschten Zielen entspricht, möchte ich den Initiativen und unseren Partnern danken für ihr enormes Engagement bei der Erarbeitung der Clusterprojekte.

Besonderer Dank geht an die erfolgreichen Kolleginnen und Kollegen vom CPI! Wir haben gemeinsam viel Energie in diesen Prozess investiert. Umso bitterer ist es, dass wir dafür nicht belohnt wurden. Warum wir die hervorragende wissenschaftliche Substanz der Goethe-Universität in diesem Wettbewerb nicht ausreichend zur Geltung bringen konnten, müssen wir jetzt untersuchen.“

 

Sep 27 2017
10:27

EU-Projekt Ultrawave entwickelt Technologie im Millimeter-Wellenlängen-Bereich

Schnellere Datenübertragung für mobile Endgeräte

FRANKFURT. Die Nachfrage nach drahtloser Datenübertragung für mobile Endgeräte nimmt beständig zu. „Ultrawave“, ein groß angelegtes europäisches Forschungsprojekt unter Beteiligung der Goethe-Universität, reagiert darauf mit der Entwicklung einer Technologie, die mit beispielloser Geschwindigkeit Daten im Millimeter-Wellenlängen-Bereich übertragen soll.

„Zum ersten Mal in der Geschichte des Internets übersteigt die über Tablets und Smartphones genutzte Datenmenge diejenige der PCs. Und die Tendenz ist steigend“, so Prof. Viktor Krozer von Physikalischen Institut der Goethe-Universität. Neue Technologien wie die Telemedizin, das Internet der Dinge, das Streamen von Filmen in ultra HD, Computerspiele über Clouds, soziale Netzwerke, führerlose Fahrzeuge, Augmented Reality und viele noch nicht vorhersehbare Anwendungen werden künftig Datenmengen im Bereich von Zetabyte (1 Billion Terabyte, eine Zahl mit 21 Nullen) benötigen.

Die Hersteller und Betreiber haben noch keine Lösung für die Übertragung dieser ungeheuren Datenmenge auf zahllose Handys gefunden. Glasfasern zu verlegen wäre zu kostspielig und in vielen städtischen Gebieten auch schwierig, wenn nicht unmöglich. Eine wünschenswerte Lösung ist daher ein drahtloser Übertragungskanal, der Daten mit einer Rate von 10 Gigabits pro Sekunde und Quadratkilometer (hundert Mal mehr als heute) übermittelt und außerdem flexibel und kostengünstig ist. Dafür kommen nur Frequenzen im Bereich von Millimeter-Wellen zwischen 30 und 300 Gigahertz in Frage mit mehreren Gigahertz Übertragungsbandbreite.

Das Konzept der Ultrawave Forschungskooperation besteht darin, einen ultrahohen Kapazitätskanal (ultra-capacity layer) zu entwickeln, der einen Schwellenwert von 100 Gigabits pro Sekunde erreicht, flexibel ist und leicht zu installieren ist. Dieser Kanal soll hunderte miniaturisierte Pico-Zellen mit Datenvolumen versorgen, und zwar unabhängig von der Dichte der mobilen Geräte. Damit würden sich neue Szenarien für Netzwerk-Paradigmen und –Architekturen eröffnen, die eine vollständige Implementierung der fünften Generation mobiler Netzwerke (5G) ermöglichen.

Der Ultrawave-Kanal (“ultra-capacity layer”) wird beträchtliche Übertragungsleistungen benötigen, um große Bereiche abzudecken, denn Millimeter-Wellen werden über die Distanz stärker abgeschwächt als langwellige Signale. Das soll durch die Kombination von drei Haupttechnologien geschehen: Vakuum-Elektronik, Festkörper-Elektronik und Photonik sollen zu einem einzigartigen drahtlosen System entwickelt werden, durch die Bereitstellung von Hochfrequenz-Leistung im Multi-Watt-Bereich bei Frequenzen oberhalb von 100 GHz. Diese hohe Leistung wird heute nur durch neue Millimeter-Wellen-Vakuumkomponenten erreicht, die Schlüsselkomponenten für Ultrawave sind. Die Goethe-Universität wird diese Vakuumkomponenten mitentwickeln und an der Millimeterwellen-Mikroelektronik mitarbeiten.

Das Ultrawave Konsortium ist ein Zusammenschluss von fünf führenden Universitäten und drei mittelständischen Unternehmen im Bereich der Millimeter-Wellen und drahtlosen Kommunikationstechnologien: Der Universität Lancaster, Großbritannien, Fibernova Systems in Valencia, Spanien, des Ferdinand Braun Instituts, des Leibniz Instituts für Höchstfrequenztechnik, der Goethe-Universität Frankfurt und des HFSE in Deutschland, OMMIC in Frankreich und der Universität Roma Tor Vergata in Italien.

Information: Prof. Dr. Viktor Krozer, Physikalisches Institut und Goethe-Leibniz Terahertz Center, Fachbereich 13, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47212, krozer@physik.uni-frankfurt.de.

www.ultrawave2020.eu

 

Sep 26 2017
10:29

7. MedienBildungsMesse am Donnerstag an der Goethe-Universität

Medien in der Schule

FRANKFURT. Die Hessische Lehrkräfteakademie sowie die Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung der Goethe-Universität Frankfurt laden zur 7. MedienBildungsMesse ein. Anhand von Infoständen und Workshops können sich die Teilnehmer über Einsatzmöglichkeiten für digitale Medien informieren.

Die Veranstaltung findet statt am Donnerstag, 28. September, 8.30 bis 16 Uhr, im Seminarhaus auf dem Campus Westend.

Die MedienBildungsMesse versteht sich als offenes Forum und Ort des Erfahrungsaustausches sowie der Netzwerkbildung für alle, die sich zum Thema Medieneinsatz in Schule und Unterricht informieren wollen, unabhängig davon, ob sie bereits Verantwortung bei der Weiterentwicklung des Medieneinsatzes in Schulen und Unterricht übernehmen oder zukünftig übernehmen möchten.

In unterschiedlichen Workshops werden Vorträge und Präsentationen zur medienpädagogischen Praxis in Schule und Unterricht angeboten. Angesprochen sind Lehrerinnen und Lehrer von der Grundschule bis zur Sekundarstufe II, Studierende, Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst sowie medienpädagogisch interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schulträger und aus der Lehreraus und -fortbildung. Die Workshops werden von der Lehrkräfteakademie und der Goethe-Universität Frankfurt sowie von unterschiedlichen Partnern gestaltet, wie beispielsweise den Medienzentren, dem Hessischen Rundfunk und der Landesanstalt für privaten Rundfunk. Schulen zeigen gelungene Beispiele aus dem Unterricht verschiedener Schulformen, Jahrgangsstufen und Fächer.

Information und Anmeldung: http://mbm2017.abl-uni-frankfurt.de/

 

Sep 26 2017
09:47

Goethe-Universität lädt Wissenschaftlerinnen aus allen Bundesländern

Karrierekonferenz „Kurswechsel“

FRANKFURT. Welche Karrierewege außerhalb der Universität gibt es für Wissenschaftlerinnen? Um diese Frage geht es bei der Konferenz „Kurswechsel“, die die Goethe Universität erstmals gemeinsam mit „Mentoring Hessen – Frauen in Wissenschaft und Wirtschaft“ anbietet.

Ziel der Veranstaltung, die am Donnerstag, 28. September, von 9 bis 18 Uhr, im Casinogebäude am Campus Westend stattfindet, ist es, den aus allen Bundesländern anreisenden Doktorandinnen und Postdoktorandinnen Informationen über Chancen außerhalb der Universität zu präsentieren und berufliche Perspektiven aufzuzeigen. Ein umfangreiches Workshop-Angebot soll den Teilnehmerinnen vermitteln, wie wertvoll die eigenen Fähigkeiten für eine Vielzahl von Tätigkeitsfeldern sein können.

Rund 30 Unternehmen stellen sich bei der Karrierekonferenz vor. Zudem erfahren die Teilnehmerinnen etwas darüber, wie sie sich als Akademikerin selbständig machen oder ein eigenes Start-Up gründen können. Neben Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff wird auch Beatrice Guillaume-Grabisch, Vorstandsvorsitzende von Nestlé, sprechen.

Die Veranstaltung wurde vom Koordinationsbüro FrauenmitFormat, der Graduiertenakademie GRADE und dem Gleichstellungsbüro der Goethe Universität sowie dem Exzellenzclusters „Normative Orders“ initiiert. 

Anmeldung und Information unter www.kurswechsel-konferenz.de

 

Sep 22 2017
15:10

Auftaktvorlesung am 18. Oktober gibt historischen Überblick über die Ursachen und Folgen von Blasen an den Finanzmärkten

Hans-Joachim Voth übernimmt Gastprofessur für Finanzgeschichte 2017

Hans Joachim Voth, UBS-Professor für Makroökonomie und Finanzmärkte an der Universität Zürich, übernimmt in diesem Jahr die Gastprofessur für Finanzgeschichte am House of Finance der Goethe-Universität Frankfurt. Die Gastprofessur wurde der Goethe-Universität im Jahr 2014 vom Bankhaus Metzler und der Edmond de Rothschild Gruppe aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums der Universität gestiftet.

Hans-Joachim Voth forscht im Bereich Wirtschafts- und Finanzgeschichte. Schwerpunkte sind das langfristige Wirtschaftswachstum, die Historie von Staatsschulden, Ursachen und Konsequenzen der Machtergreifung der NSDAP sowie die Wirtschaftsgeschichte der industriellen Revolution. Seine Forschungsergebnisse wurden in den führenden wirtschaftswissenschaftlichen Fachzeitschriften sowie in Büchern veröffentlicht. Stationen seiner wissenschaftlichen Karriere waren Bonn, Freiburg, das Europäische Hochschulinstitut in Florenz sowie Oxford, wo er 1996 am Nuffield College promovierte. Von 1998 bis 2013 war er Professor an der Universitat Pompeu Fabra in Barcelona. Gastaufenthalte führten Voth unter anderem an die University of Berkeley Haas Business School, an das Massachusetts Institute of Technology (MIT), die Princeton University, die Stern School of Business an der New York University und die Stanford University.

Zum Auftakt seines Aufenthalts in Frankfurt wird Voth am 18. Oktober um 17.30 Uhr einen öffentlichen Vortrag zum Thema “The Bubble Dilemma: Asset Prices in Historical Perspective” halten (zur Anmeldung). Darüber hinaus wird er im Ph.D.-Programm der Graduiertenschule GSEFM im House of Finance ein Seminar anbieten zum Thema “Financial Crises – Past, Present, Future” sowie am 26. Januar 2018 eine internationale Forschungskonferenz organisieren, die sich dem Thema “Reale Effekte von Finanzkrisen” widmet.

Die Gastprofessur für Finanzgeschichte wird in diesem Jahr zum dritten Mal besetzt. Im Rahmen der Gastprofessur werden ausgewiesene internationale Experten der bank- oder finanzhistorischen Forschung eingeladen, Wissenschaftlern, Studierenden und der interessierten Öffentlichkeit in Frankfurt Einblicke in ihre Forschungsinhalte und -methoden zu geben. Kooperationspartner sind das LOEWE-Zentrum SAFE im House of Finance und das Institut für Bank- und Finanzgeschichte. Bisherige Gastprofessoren waren Benjamin Friedman, Harvard University (2015) und Caroline Fohlin, Emory University Atlanta (2016).

Hochschulpolitische Themen

Sep 21 2017
16:25

Goethe-Universität bei Bund-Länder-Programm Tenure Track erfolgreich

16 neue Perspektiven für Nachwuchsforscher

FRANKFURT. Die Goethe-Universität kann bereits in der ersten Antragsrunde 16 zusätzlichen jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine neue berufliche Perspektive bieten. Heute ist in Berlin bekanntgegeben worden, welche Hochschulen in den Genuss des neuen Bund-Länder-Programms Tenure Track (TT) kommen. Ziel dieses Programms ist es, den Karriereweg Tenure Track stärker in Deutschland zu etablieren und dadurch einerseits die Zahl der Professuren zu erhöhen und andererseits jungen Kolleginnen und Kollegen eine Perspektive zu geben.

Viel ist in den vergangenen Jahren über die Situation der „Early Career Researchers“ berichtet worden: Die jungen Leute, die sich für eine akademische Laufbahn entschieden haben, investieren viel Zeit und Energie in die wissenschaftliche Qualifikation, ohne verlässlich zu wissen, ob sie letztlich eine langfristige Perspektive im Wissenschaftssystem haben. Nun wollen Bund und Länder mit dem Programm, welches landläufig als „Tenure Track-Programm“ bezeichnet wird, mehr Verlässlichkeit schaffen. Der Bund stellt für die nächsten zwölf Jahre eine Milliarde Euro zur Verfügung, um insgesamt 1000 neue Tenure Track-Professuren zu schaffen.

Der Tenure Track (TT) ist vor allem aus dem angelsächsichen Raum bekannt. Tenure Track bedeutet die Chance, nach einer befristeten Bewährungszeit eine Lebenszeitprofessur zu erhalten. Für diese Kandidatinnen und Kandidaten entfällt der in Deutschland traditionelle Weg über die Habilitation. Um den neuen Weg zur Professur zu stärken, übernimmt der Bund die Kosten für die Tenure Track-Professur für bis zu acht Jahre, wobei im Falle der Geburt von Kindern zweimal ein Jahr Verlängerung gegeben werden kann. Nach Auslaufen der der Förderung durch den Bund ist es an den Ländern, diese zusätzlich eingerichteten Professuren dauerhaft zu finanzieren.

„Für die Goethe-Universität kommt das Programm wie gerufen“, sagt Prof. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität. „Wir arbeiten schon seit einigen Jahren daran, jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bessere und verlässlichere Perspektiven zu bieten. Insofern finden die neuen Professuren an der Goethe-Universität sehr viel Unterstützung“, so Wolff weiter.  Als einer der deutschlandweiten Vorreiter hat die Frankfurter Universität bereits 2007 die ersten Ausschreibungen im TT-Verfahren durchgeführt, seit 2010 gibt es eine Richtlinie für TT-Professuren, die 2016 in einer Satzung mündete. An der Goethe-Universität wird den berufenen Kolleginnen und Kollegen ein Mentor zur Seite gestellt, der beim Einstieg und beim Netzwerken hilft und ein ehrliches Feedback gibt. Zudem wird das gesamte Verfahren durch einen externen Beirat, welcher alle Fächer im Blick hat, begleitet. Dieser Beirat sichert die Objektivität der Verfahren und ermöglicht einen Blick von außen auf die Entwicklung der Tenure Track-Professorinnen und -Professoren. .

Insgesamt wurden seit der Einführung bereits mehr als 50 Tenure Track-Verfahren von der Goethe-Universität durchgeführt, derzeit befinden sich zwölf Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen im Tenure Track-Verfahren. Nun können 16 zusätzliche Verfahren ausgeschrieben werden, und zwar über alle Fachbereiche hinweg. Für einige Fachbereiche ist die Fortsetzung der etablierten Berufungspraxis, für andere ist es ein neuer Weg. Um alle Fachbereiche von dem neuen Weg zu überzeugen, gab es in den vergangenen Monaten Informationsveranstaltungen. „Tenure Track ist ein international etabliertes Verfahren. Aus diesem Grund bietet das Verfahren nicht nur neue Perspektiven für unsere exzellente Postdocs, sondern erhöht auch die Attraktivität der Goethe-Universität im internationalen Wettbewerb um die besten Talente“, betont Vizepräsident Schleiff.

Veranstaltungen

Sep 20 2017
10:46

Öffentliche Veranstaltung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität am 29. September

Podiumsdiskussion zum Begriff der Normen

FRANKFURT. Der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ veranstaltet gemeinsam mit dem Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung eine prominent besetzte Podiumsdiskussion, bei der es um Grundlagen seines Forschungsgegentandes geht: Was sind eigentlich Normen? Auf den ersten Blick meint man zu wissen, wovon die Rede ist. Bei näherer Betrachtung wird eine Definition schon schwieriger – zumal eine solche, die auch über akademische Disziplinen hinaus gilt. Fachleute, aber auch interessierte Laien, die ebenfalls herzlich eingeladen sind, dürfen also gespannt sein auf die öffentliche Veranstaltung zum Thema

„Normen im Streit – Perspektiven aus Recht, Philosophie und Internationalen Beziehungen” am Freitag, den 29. September 2017, um 18.00 Uhr an der Goethe-Universität, Campus Westend, Gebäude „Normative Ordnungen“, EG.01, Max-Horkheimer-Str. 2, 60323 Frankfurt am Main.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung erforderlich unter: normen2017@hsfk.de. Fachlich federführend sind die Politikwissenschaftlerinnen Nicole Deitelhoff und Lisbeth Zimmermann, die auch auf dem Podium präsent sein werden, als Diskutantin bzw. Moderatorin. Nicole Deitelhoff ist Professorin für Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungspolitik an der Goethe-Universität, Mitglied des Exzellenzclusters und Direktorin der Cluster-Partnerinstitution Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK). Lisbeth Zimmerman ist ebenfalls für den Cluster und die HSFK tätig. Die weiteren Experten auf dem Podium sind Christoph Möllers, Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin, und Rainer Forst, Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität und Co-Sprecher des Exzellenzclusters.

Normen sind omnipräsent, auch wenn sie nicht immer sichtbar sind. Entsprechend überrascht es nicht, dass sich viele verschiedene Disziplinen mit diesem Gegenstand beschäftigen. Dabei fällt auf, dass verschiedene Fachrichtungen, ob nun Philosophie, Rechtswissenschaft oder Politikwissenschaft, teilweise unterschiedliche Auffassungen dessen haben, was Normen sind und wie sie erforscht werden können. Bezeichnen Normen das, was „normal“ ist, oder verweisen sie auf ein erwünschtes Verhalten, auf ein in der Zukunft liegendes Sollen? Müssen Normen rechtlich kodifiziert und verbindlich sein oder vielmehr moralisch rechtfertigbar? Oder können sie sich auch rein aus gesellschaftlichen Praktiken ohne normativen Anspruch entwickeln?

Gerade mit Blick auf Normen im internationalen System stellt sich zudem die Frage: Basieren sie auf der grundsätzlichen Anerkennung durch die Adressaten oder brauchen sie zusätzlich die zwangsbewehrte Sanktionierung von Normverstößen? Dies verweist auch auf die methodologischen Probleme in der Erforschung von Normen: Wie kann ihre Stärke gemessen werden? Wann verfallen gesellschaftliche Normen? Wie viel Streit vertragen sie, um Wirkung zu entfalten? Die Podiumsdiskussion „Normen im Streit: Perspektiven aus Recht, Philosophie und Internationalen Beziehungen“ spürt diesen Fragen nach. Die Politikwissenschaftlerin Nicole Deitelhoff, der Philosoph und politische Theoretiker Rainer Forst und der Verfassungsrechtler und Rechtsphilosoph Christoph Möllers beleuchten, was die verschiedenen Disziplinen voneinander lernen können und wie dies für die Erforschung eines für die drei Disziplinen zentralen sozialen Phänomens nutzbar gemacht werden kann.

Informationen: Dr. Lisbeth Zimmermann, Organisation und Moderation, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Exzellenzcluster und Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, zimmermann@hsfk.de, www.hsfk.de | Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net, www.normativeorders.net/de

Anmeldung (erforderlich)normen2017@hsfk.de

Personalia/Preise

Sep 20 2017
10:43

Benesh Joseph forscht an der Goethe-Universität zu pathogenen Bakterien. Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Biophysiker erhält den Adolf Messer Stiftungspreis 2017

FRANKFURT. Der Adolf Messer Stiftungspreis 2017 wurde heute im Rahmen einer Feierstunde im Gästehaus der Goethe-Universität verliehen: Dr. Benesh Joseph, seit 2013 Biophysiker an der Goethe-Universität, erhielt den mit 25.000 Euro dotierten Preis für seine Forschung auf dem Gebiet pathogener Bakterien. Die Adolf Messer Stiftung vergibt den Preis seit 1994 an herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler an der Goethe-Universität im Bereich der experimentellen Grundlagenforschung. Er honoriert Innovationskraft, wissenschaftliche Neugier und Pioniergeist. Übergeben wurde der Preis von Prof. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität, und Ehrensenator Stefan Messer, Vorsitzender der Adolf Messer Stiftung.

Stefan Messer betonte: „Seit nunmehr 24 Jahren ist es uns eine Freude, jedes Jahr aufs Neue so hervorragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler an der Goethe Universität auszeichnen zu können.“ Prof. Birgitta Wolff sagte: „Der diesjährige Preisträger Dr. Benesh Joseph trägt mit seiner Arbeit dazu bei, neue alternative Therapiemöglichkeiten gegen die Multidrug- und Antibiotika-Resistenz von pathogenen Bakterien zu entwickeln. Der Preis erkennt Benesh Josephs zukunftsweisende Forschungsleistung an.“ Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident für Third Mission an der Goethe-Universität: „Dieser Förderpreis, den die Adolf Messer Stiftung dankenswerterweise an unserer Universität vergibt, unterstützt auf vorbildliche Weise Forscherinnen und Forscher der Goethe-Universität, die an innovativen Lösungen arbeiten. Von den Preisträgerinnen und Preisträgern der letzten Jahre sind einige mittlerweile auf Professuren berufen worden. Das zeigt, wie Stifterinnen und Stifter zum Erfolg unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beitragen können.“

Mit einer von ihm etablierten Methode rückt Joseph eine der zentralen Schaltstellen der bakteriellen Selbstverteidigung ins Rampenlicht. Er untersucht die molekulare Maschinerie, die für den Einbau von funktionalen Eiweißen in die äußere Membran, dem Schutzwall der Bakterien, zuständig ist. Er will durch dieses Projekt verstehen, welche Dynamik die Maschinerie hat, und untersucht dies mit einer hoch-auflösenden Technik an lebenden Bakterien. Wenn es Joseph und den Kolleginnen und Kollegen in dem Forschungsfeld gelingt, die Maschinerie im Detail zu verstehen, dann kann daraus eine Strategie abgeleitet werden, diese entweder auszuschalten, oder die Maschinerie derart zu manipulieren, dass neuartige Wirkstoffe aufgenommen werden und damit das Bakterium abzutöten.

Veranstaltungen

Sep 18 2017
18:23

Vortrag der Wirtschaftssoziologin Brooke Harrington mit einem Kommentar des Ökonomen Jan Pieter Krahnen am 27. September

Vermögensmanager und weltweite Ungleichheit

FRANKFURT. Spätestens seit der Veröffentlichung der Panama Papers ist bekannt, dass Steuervermeidung und Steuerhinterziehung keine Randphänomene sind, sondern von vermögenden Privatpersonen und Unternehmen in großem Maßstab und überall auf der Welt praktiziert werden. Ein genauerer Blick zeigt, dass in diese gesellschaftlich als nicht legitim angesehenen, wenngleich häufig legalen Praktiken eine Vielzahl unterschiedlicher professioneller Akteure verwickelt ist. Um eine besonders relevant erscheinende, jedoch bislang weitgehend unerforschte Berufsgruppe, die Vermögensmanager, geht es in dem öffentlichen Abendvortrag der Wirtschaftssoziologin Brooke Harrington über

„Inequality and the Wealth Management Profession” am Mittwoch, den 27. September 2017, um 19.00 Uhr an der Goethe-Universität, Campus Westend, Gebäude „Normative Ordnungen“, EG.01, Max-Horkheimer-Str. 2, 60323 Frankfurt am Main.

Veranstaltet wird der Vortrag (in englischer Sprache, Eintritt frei) vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität zusammen mit Kooperationspartnern im Rahmen der vom Bundesforschungsministerium geförderten Summer School „Finanzsystem und Gesellschaft“. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich unter: info@finanzsystem-und-gesellschaft.de.

Brooke Harrington erkundet die Welt der Vermögensmanager, also jener Finanzexperten, deren Aufgabe es ist, das Vermögen der Reichsten zu bewahren und zu vermehren. Um sich einen Zugang zu dieser schwer erreichbaren Berufsgruppe zu verschaffen, hat sie sich selbst zur Vermögensmanagerin ausbilden lassen. Sie hat die berühmtesten Steueroasen der Welt bereist und viele Interviews geführt, um zu verstehen, wie wohlhabende Kunden dabei unterstützt werden, ihr Vermögen auf formal legale Weise von Finanzämtern, Gläubigern und Familienmitgliedern unangetastet zu lassen. Harrington gibt einen informierten Einblick in die Mentalitäten, Rechtfertigungen und Strategien einer kleinen professionellen Elite, die eine tragende Rolle für die Zunahme globaler Vermögensungleichheiten spielt.

Brooke Harrington ist seit 2010 Professorin für Wirtschaftssoziologie an der Copenhagen Business School. Zuvor forschte sie an der Harvard University, am European University Institute (Florenz), am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung (Köln), an der Princeton University, der Stanford Graduate School of Business, dem Santa Fe Institute und der Brown University (Providence). Ihre Forschungsschwerpunkte sind neben der Wirtschaftssoziologie die Organisationssoziologie sowie Professionen und Ungleichheit. Ihre Arbeit befindet sich an der Schnittstelle von Politischer Ökonomie, Anthropologie, Sozialpsychologie und Verhaltensökonomie. 2016 ist ihr Buch „Capital without Borders: Wealth Management and the One Percent” bei Harvard University Press erschienen.

Im Anschluss an den Vortrag wird Jan Pieter Krahnen die Diskussion mit einem Kommentar eröffnen. Krahnen ist Professor für Kreditwirtschaft und Finanzierung im House of Finance der Goethe-Universität. Als (Co-)Direktor leitet er das Center for Financial Studies (CFS) und das Forschungszentrum SAFE an der Universität.

Veranstalter des Vortragsabends sind neben dem Exzellenzcluster das Frankfurter Finanzethische Forum, in dem das Nell-Breuning-Institut, die Frankfurt School of Finance and Management und die Katholische Akademie Rabanus Maurus zusammenarbeiten, und die Servicestelle Information, die im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung die Förderinitiative „Finanzsystem und Gesellschaft“ begleitet. Ziel der Kooperation ist es, den Dialog zwischen Wissenschaft, Praktikern, Politik und Stadtgesellschaft zu fördern.

Informationen: Claudia Czingon, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Finanzsystem und Gesellschaft“, Tel.: 069/6061-106, czingon@sankt-georgen.de, www.finanzsystem-und-gesellschaft.de | Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net, www.normativeorders.net/de

Anmeldung (erforderlich)info@finanzsystem-und-gesellschaft.de

Sonstige

Sep 14 2017
15:07

Goethe-Universität Frankfurt und die Gewerkschaften ver.di und GEW einigen sich nach intensiven Verhandlungen auf Tarifabschluss, der Freifahrtberechtigung umfasst

Durchbruch bei Tarifverhandlungen

FRANKFURT. Nach intensiven Verhandlungen haben am 11. September 2017 die Goethe-Universität Frankfurt und die Gewerkschaften – unter dem Vorbehalt der Gremienzustimmung – eine Tarifeinigung erzielt, die auch eine Freifahrtberechtigung umfasst. Damit erhalten die rund 4.600 Tarif-Beschäftigten der Goethe-Universität Frankfurt rückwirkend zum 1. März dieses Jahres 2,0 Prozent mehr Gehalt, wobei Beschäftigte der unteren Entgeltgruppen von einer Erhöhung der Bezüge um mindestens 75 Euro im Monat profitieren. Ab 1. Februar 2018 werden die Gehälter nochmals um 2,2 Prozent steigen.

Der Abschluss sieht außerdem weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Entgelt- und Arbeitsbedingungen vor. So ist bei Höhergruppierungen künftig ein stufengleicher Aufstieg vorgesehen. In den Entgeltgruppen 9 bis 15 wird es ab dem 1. Januar 2018 auch eine 6. Stufe geben. Zur Gewinnung oder Bindung von Beschäftigten kann eine Fachkräftezulage in Höhe von bis zu 20 Prozent der Stufe 2 gezahlt werden. Auszubildende erhalten rückwirkend zum 1. März 2017 einen festen monatlichen Zuschlag von 35 Euro; ab 1. Februar 2018 wird das monatliche Ausbildungsentgelt nochmals um 35 Euro angehoben.

Gemäß der Selbstverpflichtung der Goethe-Universität partizipieren in dieser Tarifrunde erstmals auch die studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte an den erzielten Tariferhöhungen. Das Stundenentgelt dieser Beschäftigtengruppe wird dabei um denselben Prozentsatz angehoben, der jetzt für die Entgeltgruppen E10-E15 gilt. Rückwirkend ab dem 1. März 2017 beträgt damit das Stundenentgelt für studentische Hilfskräfte 9,69 € (mit Bachelorabschluss 11,22 €) sowie für wissenschaftliche Hilfskräfte 14,99 €. Ab 1. Februar 2018 erhöhen sich die Stundenentgelte auf 9,90 € für studentische Hilfskräfte (mit Bachelorabschluss auf 11,47 €) und 15,32 € für wissenschaftliche Hilfskräfte. 

Auch für Tarifbeschäftigte, Auszubildende und Hilfskräfte, welche zwischen dem 1. März  und dem 11. September 2017 aus dem Arbeitsverhältnis bzw. Ausbildungsverhältnis ausgeschieden sind, können noch in den Genuss der neuen Regelungen kommen, indem sie bis zum 31. März 2018 einen entsprechenden schriftlichen Antrag stellen.

Die Goethe-Universität Frankfurt bedauert den späten Abschluss der Tarifverhandlungen sehr. Die Zeit wurde in intensiven Verhandlungen mit dem Land genutzt, um auch für die Tarifangestellten der Goethe-Universität eine Freifahrtberechtigung für den Öffentlichen Nahverkehr in Hessen zu erreichen, was zunächst nicht vorgesehen war. Eine entsprechende Einigung mit dem Land konnte jedoch erst Ende August erzielt werden. Die Goethe-Universität zeigt sich sehr froh und dankbar, dass damit die Freifahrtberechtigung ab 1. Januar 2018 auch für die Bediensteten (Tarif-Beschäftigte, Beamtinnen und Beamte sowie Auszubildende) eingeführt werden kann.

Forschung

Sep 13 2017
17:02

Forschergruppe validiert in der zweiten Förderphase verbesserte Modelle

Schwerewellen beeinflussen Wetter und Klima

FRANKFURT. Schwerewellen entstehen in der Atmosphäre durch destabilisierende Prozesse, beispielsweise an Wetterfronten, bei Gewittern oder wenn Luftmassen über Gebirge streichen. Gelegentlich kann man sie als Wolkenbänder am Himmel sehen. Für Klima- und Wettervorhersage-Modelle sind sie jedoch wegen ihrer kurzen Wellenlänge weitgehend „unsichtbar“. Erst durch spezielle Zusatzkomponenten in den Modellen können die Effekte von Schwerewellen berücksichtigt werden. Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Forschergruppe „MS-GWaves“ unter Federführung der Goethe-Universität hat solche Parametrisierungen inzwischen weiterentwickelt und wird sie in der zweiten Förderperiode testen.

Obwohl Schwerewellen vergleichsweise kurze Wellenlängen von nur einigen 100 Metern bis zu einigen 100 Kilometern haben, beeinflussen sie die Verbreitung von Wasserdampf und die großräumigen Winde und Temperaturverteilungen zuweilen erheblich. Am stärksten ausgeprägt ist dieser Effekt in den höheren Schichten der Atmosphäre. Diese wirken wiederum so stark auch auf die tieferen Schichten ein, dass eine realistische Modellierung von Wetter und Klima in der Atmosphäre nicht ohne belastbare Berücksichtigung von Schwerewellen möglich ist. Schwerewellen sind aber auch für die Vorhersage von Turbulenzen für den Flugverkehr wichtig, und sie spielen eine bedeutsame Rolle in Starkwetterereignissen wie schweren Regenfällen oder Stürmen.

In der ersten Förderphase haben die 10 beteiligten Forschungsinstitute die Entstehung von Schwerewellen in einer der bisher aufwändigsten Messkampagnen mit Radar, leistungsfähigen Lasern, Raketen und Forschungsflugzeugen und auch in Labormessungen ausgiebig dokumentiert. Darüber hinaus haben sie die Theorie der Entstehung und Ausbreitung von Schwerewellen soweit verbessert, dass deren Entwicklung sich auch in hochauflösenden numerischen Modellen wesentlich zuverlässiger nachvollziehen lässt.

Die dabei gewonnenen Erkenntnisse haben die Forscher um Prof. Ulrich Achatz vom Institut für Atmosphäre und Umwelt der Goethe-Universität in einem weiteren Schritt genutzt, um Parametrisierungen, die den Einfluss von Schwerewellen beschreiben, in typischerweise nur gröber auflösenden Wetter- und Klimamodellen zu verbessern. Sie haben das vom Deutschen Wetterdienst und dem Max-Planck-Institut für Meteorologie verwendete Wetter- und Klimamodell ICON inzwischen zum Modell UA-ICON erweitert, das exaktere Vorhersagen für die obere Atmosphäre erlaubt. UA-ICON kann mit verschiedenen Auflösungen betrieben werden, so dass Schwerewellen darin wahlweise entweder für Testzwecke explizit simuliert werden können oder im operationellen Betrieb parametrisiert werden müssen. In der zweiten Förderphase werden die weiterentwickelten Parametrisierungen nun in dieses Modell eingebaut und dort erprobt.

Die Auswirkungen auf Wettervorhersage und Klimamodellierung sollen ein weiterer Schwerpunkt sein. Ein wichtiger Aspekt ist dabei in einer Zusammenarbeit mit der Universität Mainz eine verbesserte Beschreibung der Wechselwirkung von Schwerewellen und Eiswolken (Cirren). Möglicherweise spielt diese für das Klima eine bedeutende Rolle.

Fotos von Schwerewellen zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/68360990

Bildrechte: Gerd Baumgarten

Information: Prof. Ulrich Achatz, Institut Atmosphäre und Umwelt, Fachbereich 11, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-40243, achatz@iau.uni-frankfurt.de.

Sonstige

Sep 13 2017
17:00

Beim Papieratlas-Wettbewerb 2017 belegt die Goethe-Uni den neunten Platz

Goethe-Universität gehört zu den „recyclingfreundlichsten Hochschulen Deutschlands“

FRANKFURT. Beim Papieratlas-Hochschulwettbewerb 2017 hat die Goethe-Universität den neunten Platz erreicht und gehört damit zu den „recyclingpapierfreundlichsten Hochschulen“ Deutschlands. Die Goethe-Universität erzielte durch die Verwendung von Recyclingpapier im Jahr 2016 eine Einsparung von über 2,5 Millionen Liter Wasser und mehr als 523.000 kWh Energie. Angedacht ist, künftig die gesamte Korrespondenz der Universität sowohl intern als auch extern mit Umweltpapier zu realisieren.  

Durchgeführt wurde Hochschulwettbewerb von der Initiative Pro Recyclingpapier in Kooperation mit dem Bundesumweltministerium, dem Umweltbundesamt und dem Deutschen Hochschulverband. Hochschulen mit mehr als 5.000 Studierenden waren eingeladen, ihren Papierverbrauch und ihre Recyclingpapierquoten transparent zu machen. Am diesjährigen Wettbewerb beteiligten sich 39 Hochschulen, die mit einer durchschnittlichen Recyclingpapierquote von 65,84 Prozent einen neuen Rekord aufstellen. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies eine Steigerung um 8 Prozentpunkte.

Die Verwendung von Recyclingpapier ist eine besonders einfache und effektive Maßnahme für den Schutz natürlicher Ressourcen. Höchste ökologische Anforderungen und beste Qualität garantiert dabei das Umweltzeichen „Blauer Engel“. Papier mit dem Blauen Engel spart in der Produktion gegenüber Frischfaserpapier bis zu 60 Prozent Energie und bis zu 70 Prozent Wasser. Bereits seit 2008 sind Deutschlands Städte im Wettbewerb um die höchsten Recyclingpapierquoten. Die Daten werden jährlich erhoben und im Papieratlas abgebildet.

Mehr Informationen zum Papieratlas 2017 unter http://papieratlas.de/

Veranstaltungen

Sep 12 2017
15:22

Veranstaltung zum Welt-Alzheimer-Tag an der Goethe-Universität

Alzheimer vorbeugen – Experten klären auf“

Bereits heute leben 1,2 Millionen Menschen mit der Alzheimer-Krankheit in Deutschland, Tendenz steigend. Da es bisher kein Heilmittel gibt, rückt die Alzheimer-Vorbeugung immer stärker in den Fokus. Denn Bewegung, geistige Fitness, die richtige Ernährung, soziale Kontakte und medizinische Vorsorge fördern das gesunde Altwerden und mindern das Risiko einer Alzheimer-Erkrankung.

Zum Welt-Alzheimer-Tag lädt die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) deshalb nach Frankfurt ein zur Veranstaltung „Alzheimer vorbeugen – Experten klären auf“

am 21.September um 17 Uhr
im Festsaal des Casinos (Campus Westend)
Theodor-W.-Adorno-Platz 2a, 60323 Frankfurt.

Die Referenten stellen die unterschiedlichen Bereiche der Alzheimer-Vorbeugung leicht verständlich vor und geben Tipps für den Alltag. Durch den Abend führt TV-Moderatorin und AFI-Botschafterin Okka Gundel.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Frankfurter Forum für interdisziplinäre Alternsforschung/FFIA der Goethe-Universität Frankfurt und dem Lions-Club Usingen-Saalburg statt.

Programm

17.00 Uhr
Begrüßung und Einführung
Moderatorin Okka Gundel

17.15 Uhr
„Sport ist die beste Medizin – auch gegen Alzheimer?“
Prof. Dr. Johannes Pantel, Goethe-Universität Frankfurt

17.45 Uhr
„Essen gegen das Vergessen – schützt die richtige Ernährung vor Alzheimer?“
Prof. Dr. Gunter Eckert, Justus-Liebig-Universität Gießen

18.15 Uhr
Pause

19.00 Uhr
„Aktiv und gesellig – Alzheimer-Vorbeugung durch soziale Kontakte und geistige Fitness?“
Dr. Valentina Tesky-Ibeli, Goethe-Universität Frankfurt

19.30 Uhr
„Alt werden, jung bleiben – Warum ist medizinische Vorsorge wichtig?“
Prof. Dr. Ralf Ihl, Alexianer Krankenhaus Krefeld

20.00 Uhr
Ausklang der Veranstaltung

Anmeldung für interessierte Bürgerinnen und Bürger: Telefonisch unter 0211 - 86 20 66 0, per E-Mail an info@alzheimer-forschung.de oder per Online-Formular unter www.alzheimer-forschung.de/vorbeugen.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

Information: Dr. Christian Leibinnes, Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI), Kreuzstr. 34, 40210 Düsseldorf, Tel. (0211) - 86 20 66 27, presse@alzheimer-forschung.de, www.alzheimer-forschung.de/presse

Informationen für Pressevertreter. Wir bitten um Ihre Zusage telefonisch unter 0211 - 86 20 66 27 oder per E-Mail an presse@alzheimer-forschung.de. Alle Referenten stehen am Veranstaltungstag für Interviews und Fotos zur Verfügung. Um eine Voranmeldung wird gebeten.

Eine Pressemappe und einen Flyer zur Veranstaltung finden Sie zum Download unter: http://www.alzheimer-forschung.de/5164

Kostenfreies Fotomaterial: http://www.alzheimer-forschung.de/presse/medien.htm

Forschung

Sep 12 2017
13:34

Der Atmosphären- und Klimaforschung Prof. Joachim Curtius von der Goethe-Universität sorgt sich nach Hurrikan Irma um die langfristigen Folgen eines menschengemachten Klimawandels

„Wir erwarten, dass Wetterextreme zunehmen“

FRANKFURT. Der Hurrikan „Irma“ wird von nicht wenigen Beobachtern bereits als Ergebnis des menschengemachten Klimawandels angesehen. Der gewaltige Sturm hat ganze Regionen in Lateinamerika und den USA zerstört und auf seinem Weg von den Kapverden in den Süden der USA mehrere Wetterrekorde gebrochen. Auch in unseren Breiten scheinen die Extremwetterereignisse deutlich zuzunehmen. Irma ist für den renommierte Atmosphären- und Klimaforschung Prof. Joachim Curtius Anlass, sich erneut öffentlich zu den Folgen des menschengemachten Klimawandels zu Wort zu melden: „Wir erwarten, dass im Zuge des Klimawandels einige Arten von Wetterextremen zunehmen. Bei Ereignissen wie Hitzewellen und Dürren in einigen Regionen oder auch bei Extremniederschlägen sind sich die Klimaforscher sehr sicher“, so Curtius.

Es gebe aber auch „klare Indizien, die es plausibel erscheinen lassen, dass der menschgemachte Klimawandel auch bei Hurrikanen einen Einfluss hat. Insbesondere wissen wir, dass sich die Ozeanoberfläche durch den Klimawandel erwärmt und damit die Gebiete größer werden, in denen das Wasser warm genug ist, so dass sich ein tropischer Wirbelsturm bilden kann. Wir wissen auch, dass je größer der Temperaturunterschied zwischen Ozeanoberfläche und oberster Troposphäre ist, desto höher sind auch die maximal möglichen Windgeschwindigkeiten im Hurrikan. Insofern ist es plausibel, dass durch Klimawandel Hurrikane noch zerstörerischer werden und dass Hurrikane in Gebieten auftreten können, wo es bisher keine Hurrikane gab. Irma hat einige Rekorde für Hurrikane im Nordatlantik aufgestellt mit maximalen Windgeschwindigkeiten von rund 300 km/h über anderthalb Tage hinweg.“

Die gewaltige Ausdehnung des Hurrikans Irma stellt auch den Atmosphärenforscher vor ein Rätsel: „Wieso gerade Irma so groß geworden ist und vor allem so extrem viel Energie aufgenommen hat, ist nicht leicht zu beantworten. Es lagen für die Entstehung und das Anwachsen perfekte Bedingungen vor: der Atlantik ist auf Höhe der Kapverden, wo Irma entstand, derzeit sehr warm. Hinzu kommt, dass die Windscherung schwach war, das heißt die Unterschiede in Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe waren gering. Irma hat sich über mehrere Tage aufgebaut und dabei ständig an Intensität gewonnen. Warum es aber gerade in diesem Jahr bei diesem Sturm zu diesen besonderen Bedingungen gekommen ist, ist schwer zu sagen.“

Curtius sieht in Zukunft gravierende Folgen für die Bewohnbarkeit ganzer Regionen als Folge von Extremwetter-Ereignissen: „Der Pazifik hat allgemein die schlimmsten Tropenstürme zu befürchten, weil dort die extremsten Bedingungen vorliegen und in vielen betroffenen Regionen die Bevölkerung zu arm ist, um sich zu schützen. Es wird aber auch erwartet, dass in Zukunft Hurrikane in Regionen auftreten, wo es diese bisher überhaupt nicht gibt, zum Beispiel im Südatlantik vor der Küste Brasiliens. Das würde die Bevölkerung überraschen und könnte auch zu großen Schäden und Opferzahlen führen, weil man bislang kaum darauf vorbereitet ist.“ Die materiellen Schäden seien, so Curtius, bei solchen Naturkatastrophen in jedem Fall enorm. „Viele der Megastädte der Erde liegen direkt an der Küste in Regionen, die von Hurrikanen bedroht sind. Selbst wenn es gelingt, mehrere Millionen Menschen rechtzeitig in Sicherheit zu bringen, dann bringen Hurrikane auch immer wieder gigantische wirtschaftliche Verluste.“ Hurrikan Katrina habe Schäden über 100 Milliarden Dollar verursacht. Wolle man solche Schäden in Zukunft vermeiden, dann müsse man sicherer und vor allem nicht mehr zu nah an der Küste bauen.

Die Empfehlung des Wissenschaftlers an die Politik lautet: „Eine kluge Politik sollte immer versuchen, die eigene Bevölkerung mit Weitsicht zu schützen. Dies allein sollte als Argument für besseren Klimaschutz und respektvolleren Umgang mit Natur und Rohstoffen schon ausreichen, selbst wenn es beispielsweise höhere Energiekosten mit sich bringt. Der wichtigste Rat ist wahrscheinlich, dass wir noch stärker berücksichtigen müssen, dass die meisten der jetzt angestoßenen Veränderungen des Klimas sich nicht wieder rückgängig machen lassen, wenn wir feststellen, dass die Folgen für uns sehr schädlich sind.“

Auch Hurrikan Katrina habe 2005 eine große Debatte ausgelöst und das Thema Klimawandel damit wesentlich ins Bewusstsein vieler Menschen gerückt. Ich nehme an, dass man sich auch nach Harvey und Irma wieder intensiver in der Öffentlichkeit mit dem Thema auseinandersetzt und feststellt, wie dringend es ist, die Ursachen des Klimawandels zu bekämpfen, um zu vermeiden, dass Klimaextreme immer zerstörerischer werden.“

Das vollständige Interview von Prof. Joachim Curtius lesen Sie in GoetheUni-online: http://tinygu.de/joachim-curtius

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/68343479