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Theodor-W.-Adorno Platz 1
60323 Frankfurt
presse@uni-frankfurt.de
Buchvorstellung und Gespräch mit der Autorin Stefanie Schüler-Springorum
FRANKFURT. Nach 1945 gab es nicht weniger Antisemitismus und Rassismus, nicht weniger Hass auf Homosexuelle als während des Nationalsozialismus, vermutlich sogar mehr. Diese Erfahrung beschreibt Stefanie Schüler-Springorum in ihrem Buch „Unerwünscht. Die westdeutsche Demokratie und die Verfolgten des NS-Regimes“: Sie schildert dort die westdeutsche Nachkriegsgesellschaft aus Sicht der Menschen, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden, und berichtet von den Erfahrungen überlebender Juden, Sinti und Roma, ehemaliger Zwangsarbeiter und Homosexueller im westlichen Teil Deutschlands in den ersten Nachkriegsjahrzehnten. Das Bild von der gelungenen Demokratisierung der Bundesrepublik bekommt durch diese Geschichten einen Riss. Die Erfahrungen der ehemals Verfolgten zeigen, dass Hass und Ressentiments gegen sie nicht einfach verschwanden, sie waren tief im Denken der Menschen verankert und sind es zum Teil bis heute.
Anlässlich der Veröffentlichung ihres
Buches „Unerwünscht. Die westdeutsche Demokratie und die Verfolgten des
NS-Regimes“ hält Prof. Stefanie Schüler-Springorum
am Mittwoch,
19. November, 18.15 Uhr,
in Raum HZ 6,
Hörsaalzentrum auf dem
Campus Westend der Goethe-Universität
einen Vortrag. Die Veranstaltung wird moderiert von Prof. Dr. Sybille Steinbacher, Direktorin des Fritz Bauer Instituts, Mitglied des Forschungszentrums Normative Ordnungen und Inhaberin des Lehrstuhls zur Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Das Buch ist im S. Fischer Verlag erschienen.
Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum
ist Historikerin und leitet seit 2011 das Zentrum für Antisemitismusforschung
an der TU Berlin. Zudem ist sie Sprecherin des Forschungsinstituts
Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) am Standort Berlin.
Die Veranstaltung ist eine
Kooperation zwischen dem FGZ Standort Frankfurt am Main am Forschungszentrum
Normative Ordnungen der Goethe-Universität und dem Fritz-Bauer-Institut.
Gefördert wird sie durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und
Raumfahrt. Es handelt sich um einen Nachholtermin der Buchvorstellung, die
ursprünglich im Juli stattfinden sollte.
Information:
Anke Harms
Referentin für Wissenschaftskommunikation
Forschungszentrum „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität
Telefon 069 798-31407
E-Mail anke.harms@normativeorders.net
Zur
Veranstaltung:
https://bit.ly/47WtDua
https://bit.ly/4nTzSEX
Zum
Buch:
https://bit.ly/4ocZH3b
Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de
Der Preis „Scientist of the Year“ geht in diesem Jahr an die Mediziner Maria Vehreschild und Thomas Oellerich, „New Horizon - Preis des Präsidenten“ an das Startup Modulux 3D.
Alle zwei Jahre vergibt die Goethe-Universität den „Scientist of the Year“-Preis an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität. Und jährlich verleiht der Präsident der Goethe-Universität den New Horizon-Preis. Im Rahmen einer festlichen Veranstaltung wurden die Preise nun überreicht.
FRANKFURT. „Nichts ist so beständig wie der Wandel“: Universitätspräsident Prof. Dr. Enrico Schleiff betonte in seinem Grußwort mit dem berühmten Zitat Heraklits die Bedeutung von Veränderungen – diese erforderten auch eine kreative Gestaltung. „Wir ehren heute Forscherinnen und Forscher, die Veränderungen gestalten – durch Erkenntnis, Engagement und Entdeckergeist, aber nicht nur für sich, sondern auch für die zukünftigen Generationen und Führungspersönlichkeiten und somit gleichwohl für die Gesellschaft“, sagte Schleiff. Er dankte Gunther Ruppel, Vorstandsvorsitzender der Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung, Dr. Christian Zschocke, dem Initiator des New Horizon-Preises sowie den beiden Laudatoren, Prof. Dr. Maike Windbergs und Prof. Dr. Hubert Serve.
Der „Scientist of the Year-Preis“ der Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung ging in diesem Jahr an zwei Mediziner: zum einen an Prof. Dr. Maria Vehreschild „aufgrund ihrer herausragenden Forschung auf dem Gebiet der Infektiologie und Mikrobiomforschung und ihres besonderen Engagements für Studierende, Promovierende und Postdoktorand*innen“, so die Begründung. Zum anderen wurde der Preis an Prof. Dr. Thomas Oellerich „aufgrund seiner herausragenden Forschung auf dem Gebiet der Leukämien und Lymphomen und seines besonderen Engagements für Studierende, Promovierende und Postdoktorand*innen“ verliehen. Die Würdigung der beiden Preisträger*innen übernahm Prof. Dr. Hubert Serve, Direktor der Medizinischen Klinik 2 am Universitätsklinikum Frankfurt. Serve hob Oellerichs Wissens- und Tatendrang hervor; seine Papers, in erstklassigen Journalen veröffentlicht, hätten eine ganz eigene Handschrift. Maria Vehreschild, so Serve, präge als Forscherin die Infektiologie in Deutschland; als eine der ersten ihrer Zunft habe sie sich mit Post-Covid-Erkrankungen befasst. Er sei froh und stolz, hob der Laudator abschließend hervor, dass beide Forschende an der Medizinischen Klinik 2 wirkten.
Der „Scientist of the Year-Preis“ wird alle zwei Jahre von der Goethe-Universität gemeinsam mit der Kassel-Stiftung zur Auszeichnung einer herausragenden Forscherpersönlichkeit der Goethe-Universität mit Vorbildcharakter vergeben. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet mit dem „Scientist of the Year“-Award werden Professor*innen der Goethe-Universität mit herausragenden Forschungsleistungen, die sich in besonderer Weise um die Förderung von Wissenschaftler*innen in der frühen Berufsphase verdient gemacht haben. Bereits ausgezeichnet wurden die Physikerin Prof. Dr. Hannah Elfner, die Mikrobiologin Prof. Dr. Inga Hänelt und der Atmosphärenforscher Prof. Dr. Joachim Curtius.
Der diesjährige Preisträger des „New Horizon-Preis des Präsidenten“ ist ein Team: Modulux 3D besteht aus Wissenschaftlern, Biotechnologen, Optikspezialisten und Business Developern und hat seinen Sitz in Frankfurt am Main. Das Team - Dr. Francesco Pampaloni, Louise Breideband, Levin Hafa und Zeeshan Mahmood - arbeitet an einer Alternative zu Tierversuchen und hat mit dem 3D-Biodrucker LUMINATE eine neuartige Lösung entwickelt. Basierend auf einer patentierten Technologie, die mit kollidierenden Laserstrahlen arbeitet, können komplexe Gewebe- und Organmodelle erstellt werden. Damit bietet LUMINATE eine vielversprechende Option für die pharmazeutische Forschung, um Tierversuche zu reduzieren. Modulux 3D wird vom Main/Rhein-Startup-Umfeld (Unibator der Goethe-Universität, HIGHEST der TU Darmstadt und FUTURY the Future Factory) unterstützt. Laudatorin des New Horizon-Preises war in diesem Jahr Prof. Dr. Maike Windbergs, Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Pharmazeutische Technologie. Modulux 3D habe die Pionierarbeit, die Prof. Dr. Ernst Stelzer auf dem Gebiet der Physikalischen Biologie an der Goethe-Universität entwickelt habe, mit viel Mut in die Anwendung getragen. Für ihre vielversprechende Alternative zu Tierversuchen habe das Team auch internationale Partner gewonnen und Kapital beschafft, hob Windbergs lobend hervor.
Mit dem mit 5.000 Euro dotierten „New Horizon – Preis des Präsidenten“ zeichnet der Präsident eine Person oder ein Team an der Goethe-Universität aus, die/das in ihrer wissenschaftlichen Arbeit oder seinem anderweitigen Engagement für die Goethe-Universität in ihrem/seinem Denken neue Wege beschreitet und dabei Neugier, Optimismus, Mut und Offenheit beweist. Der New Horizon-Preis wurde 2022 an die Wirtschaftspädagogin Dr. Christin Siegfried, 2023 an den Inklusionsforscher Lukas Gerhard und 2024 an das Team des Wissenschaftsgartens vergeben. Ins Leben gerufen wurde das Projekt New Horizon 2016 vom Anwalt Dr. Christian Zschocke, um Menschen mit Initiative und Optimismus zu fördern. In diesem Jahr wurde das Preisgeld vom Startup-Förderfonds Futury Capital verdoppelt.
Zur Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung: Diese wurde 2007 mit dem Ziel gegründet, Wissenschaft, Forschung und Lehre an der Goethe-Universität zu fördern. Sie basiert auf einem Stiftungsvermögen, das die Stifterin Gertrud Kassel hinterlassen hat. Damit unterstützt die Stiftung zahlreiche Projekte der Universität.
Bilder zum Download
Scientist of the Year: http://www.uni-frankfurt.de/180376367
New Horizon: http://www.uni-frankfurt.de/180376433
Bildtexte:
Scientist of the Year: Prof. Dr. Maria Vehreschild und Prof. Dr. Thomas Oellerich
New Horizon: Team Modulux 3D (v. l. n. r.) - Levin Hafa, Dr. Francesco Pampaloni und Louise Breideband
Fotos: Uwe Dettmar/Goethe-Universität
Start der Pflanzaktion mit Beteiligung von Mitarbeitenden und Bürger*innen am 22. November auf dem Campus Riedberg
FRANKFURT. Ab Herbst 2025 entstehen an mehreren Standorten der Goethe-Universität Tiny Forests – kleine, klimaresiliente Waldflächen nach dem Miyawaki-Prinzip des japanischen Pionierförsters Akira Miyawaki. Durch eine sehr dichte Pflanzung entwickelt sich daraus in nur vier Jahren ein selbsttragendes Waldökosystem. Im Gegensatz zu der üblichen Entwicklung in Jahrhunderten wächst der Wald hier bereits in 25–30 Jahren zu einer naturnahen Waldlandschaft heran. Zentral ist zudem die Einbindung der lokalen Gemeinschaft: Menschen aus der Umgebung pflanzen mit und nutzen den Tiny Forest später für Schulklassen, Führungen oder Forschungsprojekte.
Robert Anton, technischer Leiter für den Wissenschaftsgarten und die Außenanlagen der Goethe-Universität, ist begeistert von der Idee eines Tiny Forests: „Man überlässt die Flächen mehr oder minder sich selbst und lässt sie sich zu einer kleinen Wildnis entwickeln, zu einem natürlichen Refugium auch für Insekten und Vögel. Angesichts der dramatischen Rückgänge in der Biodiversität und Artenvielfalt kann damit eine Bewegung angestoßen werden.“ Die Fläche eines Tiny Forests muss dabei keineswegs rechteckig ausfallen, wie Anton hervorhebt: „In Anlehnung an die Formen eines englischen Landschaftsgartens darf die Fläche auch gerne organisch ausfallen, denn in der Natur kommen eckige Formen ohnehin selten vor. Daher werden unsere Miniaturwäldchen kreisförmige Flächen haben.“
Startschuss ist am Campus Riedberg: Am
Samstag, 22. November, findet ab 9.00 Uhr
eine erste Großpflanzaktion statt.
Treffpunkt ist der Eingang Biologicum,
Max-von-Laue-Straße 13, Campus Riedberg.
Teilnahme steht sowohl Universitätsangehörigen als auch der Frankfurter Stadtgesellschaft offen. Nach Begrüßung und kurzer Projekteinführung soll ein 125 m² großes Wäldchen aufgeforstet werden. Die Tiny Forests wurden durch eine private Spende ermöglicht.
Mit dem Tiny Forest setzt die Goethe-Universität ein deutlich sichtbares Zeichen für Nachhaltigkeit, Klima- und Artenschutz und verbessert gleichzeitig Optik und Vielfalt des Campus. Die Aktion unterstützt die neue Nachhaltigkeitsstrategie der Universität. Eine Einbindung ins Frühlingsfest 2026 am Campus Riedberg sowie weitere Umweltbildungsangebote sind geplant. Zudem sind Forschungsprojekte vorgesehen, die das Vorhaben wissenschaftlich begleiten und evaluieren, in Absprache mit den Verantwortlichen.
Alle wichtigen Informationen zur Pflanzaktion und zum Programm am 22. November findet man unter https://www.uni-frankfurt.de/178799138/Tiny_Forests
Interessierte melden sich bitte per Mail an unter honnef@pvw.uni-frankfurt.de, unter Angabe folgender Daten:
Name, Adresse u. Mobil-Telefonnummer. Letztere wird benötigt, falls die Wetterbedingungen eine Pflanzung nicht zulassen. Bitte auch angeben, wenn eigenes Pflanzwerkzeug mitgebracht werden kann (insbesondere Spaten und Arbeitshandschuhe werden benötigt).
Medienvertreter sind herzlich eingeladen, sich einen Eindruck von der Pflanzaktion auf dem Campus Riedberg zu verschaffen. Fotos von dem Termin am Samstag können ab Montag, 24. November, zur Verfügung gestellt werden.
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Weltweite Auswertung – Ranking umfasst das eine Prozent der Wissenschaftler*innen, die am häufigsten in Zeitschriften zitiert werden
Korrektur: Prof. Dr. Sibylle Loibl ist seit 2025 nicht mehr apl., sondern berufene Professorin der Goethe-Universität.
Von den 6900 am meisten zitierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Welt forschen sieben an der Goethe-Universität Frankfurt. Dies geht aus dem aktuellen Zitationsranking des „Web of Science“ des Unternehmens Clarivate Analytics hervor. Es wertet dafür jährlich Zeitschriftenbeiträge hauptsächlich aus den Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie der Medizin aus.
FRANKFURT. Meist sind es besonders grundlegende wissenschaftliche Erkenntnisse, die dazu führen, dass ein Beitrag von anderen Wissenschaftler*innen häufig zitiert wird. Diese Zitationshäufigkeit ist daher ein Indikator für die wissenschaftliche Bedeutsamkeit der publizierten Artikel wie auch die Sichtbarkeit der wissenschaftlichen Autor*innen in der „Scientific Community“.
Einmal jährlich wertet das Informations- und Technologieunternehmen Clarivate Analytics seine „Web of Science“-Zitationsdatenbank aus und veröffentlicht das Ranking „Highly Cited Researchers“. Das aktuelle Ranking umfasst 6868 Wissenschaftler*innen ohne Reihenfolge, die zu dem einen Prozent gehörten, deren wissenschaftliche Aufsätze in den Natur- und Ingenieurwissenschaften, der Medizin sowie in den Kategorien „Economics and Business“ und „Social Sciences“ von 2014 bis 2024 am häufigsten zitiert wurden, und zwar in innerhalb ihrer eigenen Kategorie oder in verschiedenen Fächern („Cross-Field“). Das Ranking berücksichtigt nur Zeitschriften- und keine Buchbeiträge. Auch zum Beispiel Aufsätze mit mehr als 30 Autor*innen oder sogenannte Gruppenautorenschaften bei großen internationalen Forschungskonsortien fließen nicht in die Untersuchung ein.
Die „Highly Cited“ Goethe-Forscherinnen und -Forscher von 2025:
Prof. Dr. Florian Büttner
DKTK-Professor für „Bioinformatics in Oncology“ an der Goethe-Universität / Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) / Deutsches Krebsforschungzentrum (DKFZ)
https://mlo-lab.github.io/
in der Kategorie „Cross-Field“
Prof. Dr. Ivan Đikić
Direktor des Instituts für Biochemie II (Molekulare Zellbiochemie) der Goethe-Universität
https://biochem2.com/management
in den Kategorien „Biology and Biochemistry“ und „Molecular Biology and Genetics“
Prof. Dr. Florian Greten
Direktor des Georg-Speyer Hauses – Institut für Tumorbiologie und experimentelle Therapie / Professor für Tumorbiologie an der Goethe-Universität / Sprecher des LOEWE-Zentrums Frankfurt Cancer Institute.
https://georg-speyer-haus.de/
https://fci.health/
in der Kategorie „Cross Field“
Prof. Dr. Gerhard Hummer
Direktor am Max-Planck-Institut für Biophysik / Professor am Institut für Biophysik der Goethe-Universität Frankfurt
https://www.biophys.mpg.de/theoretical-biophysics
in der Kategorie „Cross Field“
apl. Prof. Dr. Sibylle Loibl
Fachbereich Medizin der Goethe-Universität / German Breast Group Forschungs GmbH, Neu-Isenburg
https://www.gbg.de/ueber-uns/team
in der Kategorie „Clinical Medicine“
Prof. Dr. Stefan Offermanns
Direktor am Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim / Professur für Pharmakologie am Zentrum für Molekulare Medizin der Goethe-Universität Frankfurt
https://www.mpg.de/457037/herz-lungenforschung-offermanns
in der Kategorie „Cross Field“
Prof. Dr. Klement Tockner
Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung / Professor für Ökosystemwissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt
https://www.senckenberg.de/de/ueber-uns/organisation/generaldirektor/
in der Kategorie „Cross Field“
Bilder zum Download:
https://www.uni-frankfurt.de/180364698
Bildtexte:
Prof. Dr. Florian Büttner, Foto: privat
Prof. Dr. Ivan Đikić, Foto: Uwe Dettmar für Goethe-Universität
Prof. Dr. Florian Greten, Foto: Uwe Dettmar für Goethe-Universität
Prof. Dr. Gerhard Hummer, Foto Shau Chun Shin für Max-Planck-Institut für Biophysik
Prof. Dr. Sibylle Loibl, Foto: Joppen für GBG Forschungs GmbH
Prof. Dr. Stefan Offermanns, Foto: privat
Prof. Dr. Klement Tockner, Foto: Sven Tränkner für Senckenberg
Weitere Informationen
https://clarivate.com/highly-cited-researchers/
DFG verlängert Schwerpunktprogramm ViCom mit Sprecherschaft der Goethe-Universität
Gestik, Mimik, Piktogramme – optisch wahrnehmbare Wege der Verständigung stehen im Mittelpunkt des DFG-Schwerpunktprogramms „Visuelle Kommunikation: Theoretische, empirische und angewandte Perspektiven“ (ViCom), das von Goethe-Universität und Universität Göttingen gemeinsam koordiniert wird. Nach einer erfolgreichen ersten Phase wird das Forschungsnetzwerk nun für weitere drei Jahre gefördert.
FRANKFURT. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Schwerpunktprogramm 2392, dessen englischsprachiger Titel „Visual Communication: Theoretical, Empirical, and Applied Perspectives“ (ViCom) lautet, für weitere drei Jahre. Ziel der zweiten Förderphase ist es, die besonderen Strukturen und Funktionen visueller Ausdrucksformen wie Gebärden, Gesten und Emojis noch umfassender zu untersuchen und theoretisch zu modellieren.
Seit dem Start im Jahr 2022 hat ViCom das Forschungsfeld der visuellen Kommunikation national und international maßgeblich geprägt. 19 Teilprojekte haben in der ersten Phase wichtige Beiträge zur Frage geleistet, wie Menschen mit sichtbaren Zeichen und Bewegungen Bedeutung erzeugen und verstehen, sei es in Gebärdensprachen, in der Gestik oder in der digitalen Kommunikation mit Emojis. Etliche Publikationen, internationale Tagungen und gemeinsame Forschungsprojekte sind aus dem interdisziplinären Programm hervorgegangen.
In der nun beginnenden zweiten Förderphase liegt der Fokus auf der Theoriebildung und Systematisierung der bisherigen Erkenntnisse. Anhand der umfangreichen empirischen Daten aus der ersten Phase wollen die Forscherinnen und Forscher neue linguistische und kognitive Modelle entwickeln, um visuelle Kommunikation in all ihren Facetten zu beschreiben, von der Grammatik der Gebärdensprachen über die Rolle von Gestik im Gespräch bis hin zu digitalen Ausdrucksformen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der internationalen Zusammenarbeit.
„Visuelle Kommunikation ist ein Grundpfeiler menschlichen Verstehens, sie verbindet Sprache, Körper und Denken“, sagt Prof. Cornelia Ebert von der Goethe-Universität, die das Schwerpunktprogramm gemeinsam mit Prof. Markus Steinbach (Universität Göttingen) koordiniert. „Die zweite Förderphase gibt uns die Möglichkeit, die theoretischen Grundlagen für dieses noch junge Forschungsfeld weiter zu festigen und den wissenschaftlichen Austausch auf internationaler Ebene auszubauen.“ Prof. Markus Steinbach betont: „In der ersten Phase ist eine lebendige Forschungscommunity entstanden, die Linguistik, Psychologie, Neurowissenschaften und Informatik eng verknüpft. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit wollen wir nun vertiefen, mit neuen Projekten, Nachwuchsprogrammen und internationalen Summer Schools.“
Neben den wissenschaftlichen Zielen setzt ViCom auch auf eine offene und inklusive Forschungsstruktur. Bereits in der ersten Phase wurden Programme zur Nachwuchsförderung, Gleichstellung und Barrierefreiheit etabliert, etwa durch Mentoring-Angebote, familienfreundliche Arbeitsbedingungen und Gebärdensprach-Interpretation bei Veranstaltungen. In der zweiten Phase liegt der Fokus dabei verstärkt auf praxisorientierten Maßnahmen zur Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses, während bewährte Initiativen zu Gleichstellung und Barrierefreiheit fortgeführt und weiter ausgebaut werden.
Die zweite Förderphase des Schwerpunktprogramms läuft bis Oktober 2028. Insgesamt umfasst ViCom 17 Teilprojekte, die an verschiedenen Universitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland angesiedelt sind. Die DFG fördert die zweite Phase mit sechs Millionen Euro, demselben Betrag wie bei der ersten Förderphase.
Prof. Dr. Cornelia Ebert forscht und lehrt seit 2019 an der Goethe-Universität, vor allem zur Semantik. Sie hat in Potsdam Computerlinguistik studiert und kam über mehrere wissenschaftliche Stationen in Osnabrück und Berlin nach Frankfurt. 2020 erhielt sie ein Goethe-Fellowship am Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg. 2022 wurde sie Sprecherin des gemeinsam mit Prof. Markus Steinbach aufgesetzten Schwerpunktprogramms ViCom. Ebert war bereits an einem anderen Schwerpunktprogramm beteiligt: XPRAG.de – New Pragmatic Theories based on Experimental Evidence.
Prof. Dr. Markus Steinbach forscht und lehrt seit 2009 an der Georg-August-Universität Göttingen vor allem im Bereich der Semantik, Pragmatik und Gebärdensprachlinguistik. Er hat an der Goethe-Universität Germanistik und Philosophie studiert und wurde an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert. Von 2007 bis 2008 hat er eine Professur an der Goethe-Universität vertreten. In Göttingen leitet er das experimentelle Gebärdensprachlabor. Er ist an mehreren Verbundprojekten beteiligt und Herausgeber einer Fachzeitschrift und von zwei Buchreihen. 2022 wurde er Sprecher des gemeinsam mit Cornelia Ebert aufgesetzten Schwerpunktprogramms ViCom.
Bilder zum Download unter: https://www.uni-frankfurt.de/180158826
Bildtext: Cornelia Ebert und Markus Steinbach, beide Linguistik, haben gemeinsam die Sprecherschaft des DFG-Schwerpunktprogramms ViCom inne. Das Projekt geht nun in die zweite Förderphase. (Fotos: Stefanie Wetzel)
Weitere Informationen
Prof. Dr. Cornelia Ebert
Institut für Linguistik
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Telefon 069 798-32394
E-Mail ebert@lingua.uni-frankfurt.de
Pressemitteilung zum Start von ViCom 2022: https://tinygu.de/vicom.
Beiträge zu ViCom im Wissenschaftsmagazin Forschung Frankfurt:
https://www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de/34831594/aktuelle_Ausgabe
https://www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de/111446080.pdf
Weitere Informationen zu allen Projekten, Veranstaltungen und Forschungsergebnissen finden Sie auf der Homepage des Schwerpunktprogramms ViCom unter https://vicom.info.
Die Jobmessen der Goethe-Universität im Wintersemester 2025/26
FRANKFURT. Die berufliche Orientierung ist nicht nur für Studierende in Zeiten eines dynamischen Arbeitsmarkts mit vielfältigen und neuen Einstiegsmöglichkeiten eine besondere Herausforderung. Praxiskontakte, direkte Gespräche mit Arbeitgeber*innen und praktische Einblicke sind entscheidend, um fundierte Entscheidungen für die eigene Karriere treffen zu können. Die Jobmessen der Goethe-Universität bieten hierfür den idealen Rahmen: eine Plattform für Antworten auf Fragen, Networking und den direkten Einstieg in die Praxis.
Gemeinsam mit den jeweiligen Fachbereichen richtet der Career Service im Wintersemester 2025/26 zwei Jobmessen aus: Den Auftakt macht die ENTER_ZUKUNFT_INFORMATIK & MATHEMATIK am Campus Bockenheim – die Jobmesse für Studierende und Interessierte aus den Bereichen Informatik und Mathematik. Kurz darauf folgt die ENTER_ZUKUNFT_WIWI am Campus Westend – die Messe für Studierende und Interessierte der Wirtschaftswissenschaften.
Die Termine im Überblick:
• ENTER_ZUKUNFT_INFORMATIK & MATHEMATIK: Dienstag, 18. November 2025, 10–16 Uhr, Campus Bockenheim, Neue Mensa.
• ENTER_ZUKUNFT_WIWI: Donnerstag, 4. Dezember 2025, 10–16 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum.
An beiden Messen haben Studierende, Absolventinnen und Interessierte die Möglichkeit, mit bis zu 30 Unternehmen aus der Region ins Gespräch zu kommen. Die Aussteller*innen informieren über Praktika, Werkstudierendentätigkeiten und Einstiegsmöglichkeiten und geben wertvolle Einblicke in aktuelle Entwicklungen der jeweiligen Branchen, die aufgrund der KI-Ära bestimmt spannend sind.
Weitere Informationen unter www.jobmessen.uni-frankfurt.de
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Der bedeutende Frankfurter Philosoph und Soziologe übergibt den zweiten Teil seines Vorlasses an die Universitätsbibliothek Frankfurt am Main
Er gilt seit Jahrzehnten als einer der wichtigsten öffentlichen Intellektuellen, wenn nicht als der wichtigste: Jürgen Habermas, der viele Jahre als Professor an der Goethe-Universität lehrte, hat den Diskurs über Demokratie, Gesellschaft und Medien in der Bundesrepublik entscheidend mitgeprägt. Nun hat er seiner Alma Mater auch den zweiten Teil seines Vorlasses übergeben, darin Schriften und Korrespondenzen aus der Zeit nach 1994.
FRANKFURT. „Die
Goethe-Universität ist sich der großen Ehre bewusst, von Jürgen Habermas mit
seinem Vorlass bedacht zu werden. Er würdigt seine Alma Mater damit als seine
geistige Heimat. Dass er die Forschung zu seinem Werk gern in Frankfurt
verorten will, dem Schwerpunkt seines Werdens und Wirkens, ist ein Nachweis für
das enge Vertrauensverhältnis und die Wertschätzung, die Herr Habermas unserer
Universität und unserem wissenschaftlichen Anspruch entgegenbringt“, sagt
Universitätspräsident Prof. Enrico Schleiff über den Neuzugang in der
Universitätsbibliothek. „Die Frankfurter Schule, die Kritische Theorie und das
Werk von Jürgen Habermas gehören zu den wichtigsten Bestandteilen im
Selbstverständnis unserer Universität: Wir suchen in disziplinärer Vielfalt
nach Antworten auf gesellschaftliche Fragen.“
Übergeben wurde der zweite Teil des Vorlasses – so bezeichnet man
ein zu Lebzeiten an eine Institution übergebene Materialsammlung einer
prominenten Persönlichkeit – an die Frankfurter Universitätsbibliothek bereits
im Februar 2025; zeitnah soll die Erschließung des umfangreichen Bestandes
beginnen. Die Materialien stammen aus der Zeit von 1994 bis in die Gegenwart.
Die Sammlung schließt damit nahtlos an den ersten Teil des Vorlasses an, der
bereits 2011 an die Universitätsbibliothek übergeben wurde und bis ins Jahr
1994 reicht, dem Jahr von Habermas' Emeritierung.
Im Unterschied zum ersten Teil handelt es sich diesmal vor allem um digital
gespeicherte Dokumente.
Enthalten sind Dokumente zu Habermas' umfangreichem politischen
Engagement, darunter Stellungnahmen zu Politik, Europa oder Religion. Außerdem
seine nach 1994 entstandenen wissenschaftlichen Arbeiten sowie Materialien zu
deren Entstehung, Verlagskorrespondenzen zu seinen Werken und deren
Übersetzung, aber auch seine gesamte Korrespondenz mit zum Teil bedeutenden
Persönlichkeiten, zum Beispiel mit Verleger Siegfried Unseld, dem
Sozialhistoriker Hans-Ulrich Wehler und dem damaligen EZB-Präsidenten Mario Draghi.
Übergeben wurden zudem 90 Aktenordner mit Briefen, zudem mehrere Kästen mit
Post zu runden Geburtstagen und anderen Anlässen. Habermas' eigene Briefe sind
seit 1994 auf dem privaten Rechner des Philosophen abgelegt, welcher ebenfalls
übergeben wurde. Dort finden sich auch unveröffentlichte Typoskripte und
Textversionen seiner nach der Emeritierung entstandenen Werke.
2011 hatte Jürgen Habermas ein erstes Kompendium an die
Universitätsbibliothek übergeben. Für die sachgerechte Aufarbeitung der
umfangreichen und komplexen Materialsammlung war damals eigens eine
Projektstelle geschaffen worden. In enger Abstimmung mit Jürgen Habermas selbst
wurden die Schriften erschlossen und im Archiv nutzbar gemacht – allerdings
streng reglementiert. Gut zwei Jahre hatten die Arbeiten gedauert.
„Der zweite Teil des Vorlasses ist weit umfangreicher als der
erste, die Erschließung wird diesmal voraussichtlich länger dauern“, sagt Dr.
Mathias Jehn, Leiter der Abteilung Kuratieren, Fachinformation und Vermittlung
an der Frankfurter Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg. „In
seiner Geschlossenheit im Anschluss an den ersten Teil einerseits und in seiner
Offenheit hinsichtlich internationaler Vernetzungen andererseits ist dieser
Teil des Vorlasses noch weit wertvoller als der erste Teil. Es handelt sich um
ein hochrangiges, identitätsstiftendes Bibliotheksgut für die Wissenschaft und
das kulturelle Gedächtnis.“
Das für die Bearbeitung des komplexen, anspruchsvollen und
umfangreichen Materials fachlich und technisch erforderliche Know-how sei an
der UB vorhanden. Sowohl analoge als auch digitale Archivalien werden nun
erschlossen, konservatorisch gesichert und fachgerecht gelagert – vor allem
aber mit dem hauseigenen Archivverwaltungssystem Arcinsys systematisch erfasst.
Das Verzeichnis wird außerdem durch Querverweise zur zentralen
Nachlassdatenbank Kalliope ergänzt, in der auch Materialien und Nachlässe im deutschsprachigen
Raum nachgewiesen werden, zum Beispiel die Nachlasssammlungen des
Literaturarchivs Marbach. „Die Vernetzung aller Informationen wird für die
vielfältige und differenzierte Wahrnehmung und Würdigung von Jürgen Habermas
eines Tages von hohem Wert sein. Gerade die Korrespondenz macht das
internationale Netzwerk von Beziehungen deutlich, in dem Habermas agiert“, sagt
Mathias Jehn.
Allerdings werden die Bestände auch nach ihrer Erschließung nicht
ohne weiteres frei zugänglich sein. Zu Lebzeiten hat Habermas als Urheber
selbst das letzte Wort, ebenso die beteiligten Personen, zum Beispiel
Briefpartner. Das enge Verhältnis zu Jürgen Habermas, so Mathias Jehn, habe in
der Vergangenheit jedoch dazu geführt, dass die Benutzung für wissenschaftliche
Zwecke auf unkomplizierte Weise ermöglicht werden konnte. Nach dem hessischen
Archivgesetz bestehen auch posthum bestimmte Schutzfristen, und ein besonderes
Interesse muss nachgewiesen werden.
Zur Übernahme angeboten hat Habermas außerdem seine gesamte
Privatbibliothek – allerdings erst für die Zeit nach seinem Tod.
Jürgen Habermas, Jahrgang 1929, hat
Philosophie, Geschichte, Psychologie, Literatur und Ökonomie in Göttingen,
Zürich und Bonn studiert. 1956 kam er als Forschungsstipendiat am Institut für
Sozialforschung mit den Protagonisten der der Frankfurter Schule in Kontakt, insbesondere
mit Theodor W. Adorno, Max Horkheimer und Herbert Marcuse. Nach Stationen in
Marburg, Bonn und Heidelberg kehrte er 1964 nach Frankfurt am Main zurück, wo
er als Nachfolger von Max Horkheimer eine Professur für Philosophie und Soziologie
übernahm. Diese Position hatte er bis 1971 inne. In dieser Zeit prägte er
maßgeblich die zweite Generation der Kritischen Theorie. 1983 bis zu seiner
Emeritierung im Jahr 1994 lehrte er erneut an der Goethe-Universität und hatte
eine Professur für Philosophie mit dem Schwerpunkt Sozial- und
Geschichtsphilosophie inne. Habermas ist einer der weltweit meistrezipierten
Philosophen und Soziologen der Gegenwart.
Die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg zählt
mit ihren umfangreichen Beständen und Sammlungen zu den bedeutendsten
wissenschaftlichen Bibliotheken Deutschlands. Sie vereinigt in sich die
Funktionen einer Universitätsbibliothek mit zahlreichen Landesaufgaben, einer
wissenschaftlichen Bibliothek für die Stadt Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet
und einer Schwerpunktbibliothek innerhalb der überregionalen Literatur- und
Informationsversorgung.
Ein
Bild von Prof. Jürgen Habermas zum Download unter: https://www.uni-frankfurt.de/179957145
Bildunterschrift: „Noch einmal: Zum Verhältnis von Moralität und Sittlichkeit“:
Diesen Titel trug der Festvortrag, mit dem Prof. Jürgen Habermas die
Goethe-Universität anlässlich seines 90. Geburtstages beehrte. Nun hat der
bedeutende Frankfurter Philosoph und Soziologe den zweiten Teil seines
Vorlasses an die Universitätsbibliothek übergeben. (Foto: Uwe Dettmar)
Weitere Informationen
Dr.
Mathias Jehn
Abteilungsleiter
Kuratieren, Fachinformation und Vermittlung (KFV)
Universitätsbibliothek
Johann Christian Senckenberg
Goethe-Universität
Frankfurt
Telefon +49
(0)69 798 39007
E-Mail: m.jehn@ub.uni-frankfurt.de
Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de
Physiker aus Frankfurt und Shanghai vergleichen Schattenbilder Schwarzer Löcher mit alternativen Gravitationstheorien
Aufnahmen von Schwarzen Löchern sind mehr als nur faszinierende Bilder: Sie könnten künftig als „Testlabor“ für alternative Gravitationstheorien dienen. Ein internationales Team um Prof. Luciano Rezzolla hat eine neue Methode entwickelt, die prüft, ob Schwarze Löcher nach Einsteins Relativitätstheorie oder nach anderen, exotischen Theorien „funktionieren“. Dazu haben die Wissenschaftler hochkomplexe Simulationen durchgeführt und messbare Kriterien abgeleitet, die mit zukünftigen, noch schärferen Teleskopen getestet werden können. Die Methode könnte in den nächsten Jahren zeigen, ob Einstein auch in den extremsten Regionen des Universums Recht behält.
FRANKFURT. Schwarze
Löcher gelten als kosmische Gierschlünde, denen nicht einmal das Licht
entkommen kann. Die vor wenigen Jahren von der Event Horizon Telescope (EHT)
Kollaboration veröffentlichten Bilder der Schwarzen Löcher im Zentrum der
Galaxie M87 und unserer Milchstraße waren daher bahnbrechend. „Was man dort
sieht, ist allerdings nicht das Schwarze Loch selbst, sondern die heiße Materie
in seiner direkten Umgebung“, erklärt Prof. Luciano Rezzolla, der mit seiner
Gruppe an der Goethe-Universität Frankfurt maßgeblich an den Ergebnissen
beteiligt war. „Solange die Materie noch außerhalb des Ereignishorizonts
rotiert, bevor sie unweigerlich eingesogen wird, kann sie letzte Lichtsignale
aussenden, die wir prinzipiell empfangen können.“
Auf solchen Bildern sieht man sozusagen den Schatten des Schwarzen
Lochs. Das eröffnet nun die Möglichkeit, die Theorien hinter diesen extremen
kosmischen Objekten eingehend zu prüfen. Bislang gilt Einsteins Allgemeine
Relativitätstheorie als Goldstandard in der Physik, wenn es um die Beschreibung
von Raum und Zeit geht. Sie sagt die Existenz Schwarzer Löcher voraus, mitsamt
all ihren Eigenarten. Dazu gehört der Ereignishorizont, hinter dem alles – auch
das Licht – verschwindet. „Doch es gibt auch andere, bislang noch hypothetische
Theorien, die ebenfalls die Existenz Schwarzer Löcher vorhersagen. Einige
dieser Ansätze erfordern die Anwesenheit von Materie mit ganz besonderen
Eigenschaften oder die Verletzung der uns bekannten physikalischen Gesetze“,
sagt Rezzolla.
Gemeinsam mit Kollegen des Tsung-Dao Lee Instituts in Shanghai
(China) hat der Frankfurter Physiker im Fachblatt „Nature Astronomy“ eine neue
Möglichkeit vorgestellt, solche alternativen Theorien zu überprüfen. Denn
bislang gab es keine handfesten Daten, die eine Widerlegung oder Bestätigung
dieser Theorien ermöglichten. Mit den Schattenbildern der supermassereichen
Schwarzen Löcher wollen die Forscher genau das künftig realisieren.
„Dazu benötigt man zweierlei“, erläutert Rezzolla. „Einerseits
hochaufgelöste Schattenbilder der Schwarzen Löcher, um daraus ihren Radius
möglichst gut bestimmen zu können, und andererseits eine theoretische
Beschreibung, wie stark die verschiedenen Ansätze von der Einstein'schen
Relativitätstheorie abweichen.“ Die Wissenschaftler haben nun eine umfassende
Beschreibung vorgelegt, wie sehr sich verschiedene Arten hypothetischer
Schwarzer Löcher von der Relativitätstheorie unterscheiden und wie sich dies in
den Schattenbildern niederschlägt. Um dies zu untersuchen, führte das Team
hochkomplexe dreidimensionale Computersimulationen durch, die das Verhalten von
Materie und Magnetfeldern in der gekrümmten Raumzeit in der Umgebung der
Schwarzen Löcher nachbilden. Aus diesen Simulationen erzeugten die Forscher
dann synthetische Bilder des leuchtenden Plasmas.
„Die zentrale Frage war: Wie stark unterscheiden sich die Bilder
von Schwarzen Löchern in verschiedenen Theorien voneinander?“, erklärt
Erstautor Akhil Uniyal vom Tsung-Dao Lee Institut in Shanghai. Daraus konnten
sie eindeutige Kriterien ableiten, anhand derer man mit künftigen,
hochaufgelösten Messungen in vielen Fällen eine Entscheidung für eine bestimme
Theorie treffen kann. Die Bildunterschiede sind zwar mit der gegenwärtigen
Auflösung des EHT noch zu klein, wachsen aber systematisch mit verbesserter Auflösung.
Hierzu haben die Physiker eine allgemeingültige Charakterisierung von Schwarzen
Löchern entwickelt, die sehr unterschiedliche theoretische Ansätze
zusammenfasst.
„Einer der wichtigsten Beiträge, den die EHT-Kollaboration zur
Astrophysik geleistet hat, ist die Verwandlung von Schwarzen Löchern in
testbare Objekte“, betont Rezzolla. „Unsere Erwartung ist es, dass die
Relativitätstheorie sich auch künftig bewährt, so wie sie es bislang immer
wieder getan hat.“ Bislang passen die Ergebnisse zu Einsteins Theorie. Die
Messunsicherheit ist jedoch noch so groß, dass nur einige, sehr exotische
Möglichkeiten ausgeschlossen werden konnten. So dürfte es sich bei den beiden
Schwarzen Löchern im Zentrum von M87 und unserer Milchstraße weder um
sogenannte nackte Singularitäten (ohne Ereignishorizont) noch um Wurmlöcher
handeln – um nur zwei der vielen anderen theoretischen Möglichkeiten zu nennen,
die es zu überprüfen gilt. „Und auch die etablierte Theorie muss man immer
wieder testen, gerade an extremen Objekten wie Schwarzen Löchern“, ergänzt der
Physiker. Es wäre eine Sensation, falls sich Einsteins Theorie irgendwann als
hinfällig erwiese.
Für solche Messungen bietet das EHT hervorragende Möglichkeiten.
Dieser Zusammenschluss mehrerer großer Radioteleskope quer über den Globus
erreicht eine Auflösung wie ein Teleskop von der Größe der Erde – und hat so
den scharfen Blick in die unmittelbare Umgebung der Schwarzen Löcher überhaupt
erst möglich gemacht. In Zukunft sollen nicht nur weitere Teleskope auf der
Erde zum EHT hinzugeschaltet werden. Die Wissenschaftler hoffen auch auf ein
Radioteleskop im Weltall. Das würde die Gesamtauflösung noch einmal deutlich
verbessern. Mit einem so hochauflösenden Blick könnte man die verschiedenen
Theorien zu Schwarzen Löchern einem strengen Test unterziehen. Wie die nun
vorgestellte Studie zeigt, benötigt man dazu Winkelauflösungen von unterhalb
einer millionstel Bogensekunde – das entspricht etwa dem Blick auf eine Münze
auf dem Mond von der Erde aus. Noch übersteigt das die heutigen Möglichkeiten,
soll in einigen Jahren aber erreicht werden.
Publikation: Akhil
Uniyal, Indu K. Dihingia, Yosuke Mizuno, Luciano Rezzolla: The future
ability to test theories of gravity with black-hole shadows. Nature Astronomy (2025).
https://doi.org/10.1038/s41550-025-02695-4
Bilder zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/179886970
Bildtext: Mit der gegenwärtigen Auflösung von Teleskopen sehen Schwarze
Löcher verschiedener Gravitationstheorien noch sehr ähnlich aus. Künftige
Teleskope werden die Unterschiede deutlicher sichtbar machen und ermöglichen,
Einstein'sche Schwarze Löcher von anderen zu unterscheiden (Bild: L.
Rezzolla/Goethe-Universität).
Weitere Informationen
Prof.
Dr. Luciano Rezzolla
Institut
für Theoretische Physik
Goethe-Universität
Frankfurt
Tel:
+49 (69) 798-47871
rezzolla@itp.uni-frankfurt.de
https://astro.uni-frankfurt.de/rezzolla/
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Redaktion: Dr. Phyllis Mania, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13001, Fax 069 798-763-12531, mania@physik.uni-frankfurt.de
Konferenz #EduNext25 an der Goethe-Universität Frankfurt
FRANKFURT. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) verändern die Hochschullehre – in didaktischer, organisatorischer und technischer Hinsicht. Welche Chancen und Herausforderungen sich daraus ergeben und wie Hochschulen Potenziale und Synergien für die Zukunft von Lehre und Lernen nutzen können, steht im Mittelpunkt der #EduNext25, die am 26. November 2025 auf dem Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt stattfindet.
Ausgerichtet wird die Konferenz von studiumdigitale, der zentralen Innovationseinheit für technologiegestütztes Lehren und Lernen der Goethe-Universität, in Kooperation mit dem Verbundprojekt HessenHub (Netzwerk digitale Hochschullehre Hessen) und dem QuiS-Programm (Qualität in Studium und Lehre in Hessen). Gefördert wird die Veranstaltung durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK).
Austausch und neue Perspektiven für Lehr- und Lernprozesse
Minister Timon Gremmels, der die Konferenz gemeinsam mit Vizepräsidentin Prof. Dr. Viera Pirker und studiumdigitale-Direktor Prof. Dr. Hendrik Drachsler eröffnen wird, betont die Wichtigkeit zukunftsträchtiger Lehre: „Als Landesregierung begleiten wir die Zukunftsthemen Digitalisierung und KI aktiv – auch in der Lehre. Mit unserem QuiS-Programm unterstützen wir die Hochschulen dabei, sich über den Einsatz dieser Technologien in der Hochschullehre auszutauschen und gemeinsame Strategien zu entwickeln.“ Dazu möchte die #EduNext25-Konferenz beitragen, indem sie zahlreiche Akteur*innen aus dem Hochschul- und Bildungsbereich zusammenbringt.
„Mit der #EduNext25 schaffen wir eine Plattform für Austausch und Zusammenarbeit über Hochschul- und Bundesländergrenzen hinweg“, unterstreicht Ulrich Schielein, Vizepräsident und CIO zuständig für die Digitalisierung an der Goethe-Universität. „Künstliche Intelligenz eröffnet neue Perspektiven für Lehr- und Lernprozesse“, so Vizepräsidentin für Lehre und Studium Prof. Dr. Viera Pirker. „Gerade in der Hochschullehre ist es wichtig, die neuen Möglichkeiten kritisch zu prüfen und sie so einzusetzen, dass sie Bildung im besten Sinne fördern.“
Netzwerke hessischer Hochschullehre und bundesländerübergreifende Allianzen
Dieser hochschulübergreifende Ansatz spiegelt sich auch im Programm wider: Im Rahmen von „EduConnect – Verbindungswege hessischer Hochschullehre“ geben 14 hessische Hochschulen Einblicke in den Verbund HessenHub und das QuiS-Programm und präsentieren aktuelle Entwicklungen sowie innovative Angebote rund um digitale Lehre in Hessen. Die vielfältigen Projekte reichen von der Förderung von AI-Literacy über die Vermittlung von Future Skills bis hin zum Lernen mit immersiven Technologien und laden die Konferenzbesucher*innen zum Austausch sowie Ausprobieren ein.
Auf dem Panel „Strategische Allianzen für die Lehre der Zukunft: Wie gehen die Länder mit KI um?“ diskutieren Vertreter*innen aus vier verschiedenen Bundesländern die Rolle von KI in der Hochschullehre. Dabei entsteht ein praxisnaher und offener Austausch darüber, wie Hochschulen strategisch mit KI umgehen, welche Allianzen die Zukunft der Lehre gestalten können und wie man voneinander lernen kann.
Didaktischer Fokus auf KI und Best Practices zum Ausprobieren
Das Thema KI bildet auch den Dreh- und Angelpunkt der Keynote von Gabi Reinmann, Professorin für Lehren und Lernen an der Universität Hamburg und Leiterin des Hamburger Zentrums für Universitäres Lehren und Lernen. Darin beleuchtet sie die Nutzung von KI in der Hochschullehre aus didaktischer Perspektive und zeigt, wie Lehrende angesichts vielfältiger Einsatzmöglichkeiten fundierte Entscheidungen treffen können.
In den interaktiven „Explore the Future-Sessions“ wird es praktisch: Sie laden dazu ein, innovative Ansätze, Tools und Projekte von Hochschulen aus ganz Deutschland zu erkunden. „Als Innovationseinheit ist es uns wichtig, über den eigenen universitären Tellerrand zu blicken“, sagt Prof. Dr. Hendrik Drachsler, Direktor von studiumdigitale. „Offener Austausch und Vernetzung machen Innovation überhaupt erst möglich.“ Davon können sich die Konferenzbesucher*innen in drei Workshops, zehn Vorträgen und 15 Ständen zum digitalen Lehren und Lernen überzeugen: So haben sie unter anderem die Möglichkeit, 3D-Scanning-Verfahren kennenzulernen, Future Learning Designs in Virtual Reality zu entdecken, OER zu gestalten, die richtige Engine für Serious Games auszuwählen und vieles mehr.
Jubiläumsfeier: 20 Jahre studiumdigitale
Während die #EduNext25 dieses Jahr zum ersten Mal stattfindet, blickt der eLearning-Netzwerktag bereits auf 19 Jahre erfolgreiche Vernetzungen zurück. Als zentrale Innovationseinheit für technologiegestütztes Lehren und Lernen an der Goethe-Universität hat studiumdigitale in den vergangenen zwei Jahrzehnten zahlreiche Projekte und Netzwerke initiiert, welche die digitale Hochschulbildung nachhaltig geprägt haben. Das 20-jährige Bestehen wird im Anschluss an die Konferenz mit einer Jubiläumsfeier begangen: ein Anlass, um gemeinsam auf Erreichtes zurückzublicken und in eine innovationsreiche digitale Zukunft zu blicken.
Um Anmeldung bis spätestens 10. November wird gebeten.
Anmeldung und Programm: https://edunext25.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/
Kontakt:
Franziska Pleßke, studiumdigitale, Tel. +49 (0) 173 320 95 73, plesske@sd.uni-frankfurt.de; Dr. Ulrike Mascher, studiumdigitale, Tel. +49 (0) 174 269 23 84, mascher@sd.uni-frankfurt.de; allgemeine Anfragen: edunext25@studiumdigitale.uni-frankfurt.de
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Bewerbungen sind bis zum 15. Dezember 2025 möglich
FRANKFURT. Der Klaus Heyne-Preis zur Erforschung der Deutschen Romantik der Goethe-Universität Frankfurt wird im Jahr 2026 zum dritten Mal für herausragende wissenschaftliche Leistungen im Bereich der Romantikforschung verliehen und ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Abweichend von den ersten beiden Ausschreibungen wird der Preis 2026 in zwei Kategorien verliehen:
1) Kurztext-Preis: Prämiert wird ein bereits publizierter, exzellenter wissenschaftlicher Aufsatz/Essay/Katalogartikel. Das nicht-zweckgebundene Preisgeld beläuft sich auf 1.000 Euro.
2) Monografie-Preis: Prämiert wird eine exzellente wissenschaftliche Monografie, die bereits publiziert sein kann, aber nicht notwendig veröffentlicht sein muss. Der Preis ist doppelt dotiert: 4.000 Euro werden nicht-zweckgebunden vergeben; 10.000 Euro werden der/dem Ausgezeichneten für die Konzeption, Organisation und Durchführung einer internationalen Tagung zur Verfügung gestellt, die sich thematisch im Umfeld der aktuellen Romantikforschung bewegen und bis Ende des Jahres 2027 an der Goethe-Universität ausgerichtet werden soll. Die Tagung wird konzeptuell und infrastrukturell seitens der Professur für Neuere Deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Romantikforschung unterstützt.
Beide Preistragenden werden im Rahmen eines Festakts am 23. Juni 2026 an der Goethe-Universität ausgezeichnet.
Zum Hintergrund: Die Ausschreibung des Klaus-Heyne Preises zur Erforschung der Deutschen Romantik richtet sich an Wissenschaftler*innen in der Qualifikationsphase und ist auf keine Fachdisziplin festgelegt. Besonders nachdrücklich seien neben Literaturwissenschaftler*innen auch Kunsthistoriker*innen, Musikwissenschaftler*innen und Philosoph*innen zur Bewerbung aufgerufen. Die Preisträger*innen werden auf der Basis ihrer zur Begutachtung eingereichten Schrift ausgewählt. Pro Bewerber*in kann nur eine Schrift berücksichtigt werden.
2021 ging der erste Klaus Heyne-Preis an die Literaturwissenschaftlerin Dr. Joanna Raisbeck (London) für ihre Monografie zur Frankfurter Autorin und Philosophin Karoline von Günderrode; 2023 erhielt der Kunsthistoriker und Philosoph Dr. Miguel A. Gaete (Melbourne) den Preis für seine Studie „Depicting Terra Incognita: German Romanticism, Arts, Sciences, and the Colonial Gaze in Chile, 1800–1899“.
Bewerbungsvoraussetzungen
Eine Bewerbung einreichen können early-career Wissenschaftler*innen aus dem In- und Ausland, die keine unbefristete Professur innehaben (u.a. also Doktorand*innen, Postdocs, wiss. Mitarbeitende, wiss. Projektangestellte, Jr.-Professor*innen, Associate/Assistant Professors). Die von der Professur für Neuere Deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Romantikforschung bestellte Auswahlkommission (Prof. Dr. Roland Borgards; Prof. Dr. Mechthild Fend; Dr. Aurelio Fichter; Dr. Mareike Hennig; Prof. Dr. Heidi Lucja Liedke) gründet ihr Votum auf eine zur Begutachtung vorgelegte Bewerbungsschrift, die auf ihren innovativen Mehrwert und ihre Relevanz für die Romantikforschung geprüft wird. Die Bewerbungsschriften können auf Deutsch oder Englisch verfasst sein. Die historische Romantik im deutschsprachigen Raum muss nicht zwingend im Zentrum der Bewerbungsschrift stehen, Bezüge sind aber erforderlich, insofern der Klaus Heyne-Preis die ‚deutsche' Romantik dezidiert in Beziehung zu anderen europäischen Romantiken und zu ihren unterschiedlichen Aktualisierungen setzen möchte. Seit der Publikation (‚Kurztext') bzw. der Fertigstellung der Monografie sollten zum Zeitpunkt der Bewerbung nicht mehr als fünf Jahre vergangen sein.
Bewerbungsunterlagen enthalten a) CV (max. 2 DIN A 4-Seiten, inkl. bisherige Auszeichnungen) und Publikationsverzeichnis als ein PDF-Dokument; b) das zur Begutachtung und Auszeichnung vorgesehene Typoskript als ein PDF-Dokument, c) eine halbseitige Begründung, warum der Aufsatz bzw. die Monografie auszeichnungswürdig erscheint und die o.g. Kriterien erfüllt. Bitte bis zum 15.12.2025 per Mail an die Professur für Neuere Deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Romantikforschung: middelhoff@em.uni-frankfurt.de schicken. Unvollständige Bewerbungen können nicht berücksichtigt werden. Das Auswahlgremium informiert vor Beginn des Sommersemesters 2026 über die Nominierten. Der/Die Preisträger*in in der Kategorie Monografie erhält die Möglichkeit, die Preisschrift – sofern es sich um eine noch nicht publizierte Arbeit handelt – in der Buchreihe „Neue Romantikforschung“ (Metzler-Verlag) zu veröffentlichen.
Kontakt und weitere Informationen:
Prof. Dr. Frederike Middelhoff (W1-Professur für Neuere Deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Romantikforschung). E-Mail: middelhoff@em.uni-frankfurt.de
Website: https://romantikforschung.uni-frankfurt.de/klaus-heyne-preis-zur-erforschung-der-deutschen-romantik/
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
„Identification of membrane targets for lipid species containing esterified EETs (ELS)”: Koselleck Projekt an Goethe-Uni zu ungeklärter Forschungsfrage
Lipide sind nicht nur wichtige Energieträger und Bestandteile von Zellmembranen, sie fungieren auch als Moleküle, die Signale in der Zelle und zwischen Zellen vermitteln können. Insbesondere für bestimmte Produkte der sogenannten Arachidonsäure, einem Lipid, stehen im Fokus eines neuen Koselleck-Projekts am Institut für Pharmazie der Goethe-Universität sowie am Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung. Diese Produkte spielen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch bei Alzheimer-Demenz und chronischen Schmerzen eine Rolle.
FRANKFURT. Manche
Produkte der Arachidonsäure sind bereits gut erforscht: So sind die über
Cyclooxygenasen gebildeten Prostanoide zentrale Mediatoren von Entzündung,
Fieber und Schmerz. Ihre Bildung wird durch Medikamente wie Acetylsalicylsäure
(Aspirin) gehemmt. Ebenfalls gut bekannt sind die Effekte und Wirkmechanismen
der durch Lipoxygenasen aus Arachidonsäure gebildeten Leukotriene, die z.B.
Angriffspunkte für Asthmatherapeutika darstellen.
Weniger bekannt ist
dagegen eine dritte Gruppe von Lipiden – die aus Arachidonsäure durch
Cytochrom-P450-Epoxygenasen gebildeten Epoxyeicosatriensäuren (kurz EETs). Seit
fast 40 Jahren ist bekannt, dass EETs zahlreiche vorteilhafte biologische Effekte
auslösen können. Sie wirken blutdrucksenkend, antientzündlich und
neuroprotektiv. Doch auch nach Jahrzehnten intensiver Forschung ist weiterhin unklar,
auf welchem molekularen Weg diese Effekte vermittelt werden. Entsprechend sind bislang
keine pharmakologischen Zielstrukturen bekannt, um die EET-Wirkungen
therapeutisch zu nutzen.
Ein von der DFG im Rahmen
der Koselleck-Förderlinie bewilligtes Forschungsvorhaben von Prof. Eugen
Proschak und Prof. Stefan Offermanns soll nun mit neuartigen Forschungsansätzen
Licht in diese Fragestellung bringen. Es gibt Hinweise darauf, dass Rezeptoren
in der Zellmembran beteiligt sind, die entweder direkt durch EETs oder nach
deren Einbau in Membranlipide aktiviert werden. Das Projekt „Identification of
membrane targets for lipid species containing esterified EETs (ELS)“ wird
systematisch nach Transmembranproteinen suchen, die EETs binden und deren
Effekte vermitteln. Darüber hinaus prüfen die Forscher die Hypothese, dass EETs
nicht als freie Lipide, sondern in komplexer Form – also nach Einbau in
komplexere Membranlipide – wirksam werden.
„Wir wissen, dass es
diese Effekte gibt, aber wir verstehen noch nicht, wie sie zustande kommen. Um
eine neue Klasse von Medikamenten zu entwickeln, brauchen wir dieses
Grundlagenwissen jedoch dringend“, erklärt Prof. Eugen Proschak. Ein besonderer
Fokus liegt auf Endothelzellen, also auf Strukturen des Gefäßsystems und damit
auf Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems.
Das Projekt vereint zwei
Forschungsgruppen mit komplementärer Expertise: die Arbeitsgruppe von Prof.
Eugen Proschak am Institut für Pharmazeutische Chemie, spezialisiert auf
medizinische Chemie und die Synthese pharmakologischer Werkzeuge, sowie die
Gruppe von Prof. Stefan Offermanns am Zentrum für Molekulare Medizin, die
klassische und molekulare pharmakologische Methoden in vitro und in vivo einsetzt.
Prof. Offermanns ist zudem Direktor des Max-Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung
in Bad Nauheim.
Das in vier Teilprojekte gegliederte
Forschungsvorhaben kombiniert chemische, pharmakologische und proteomische
Ansätze, also Methoden, die die Gesamtheit der in einer Zelle vorhandenen Proteine
berücksichtigen. Mit diesem innovativen Konzept hoffen die Forscher, den molekularen
Mechanismus aufzudecken, über den EETs ihre biologischen Effekte entfalten. Bis
2030 stehen für diese Arbeiten 1,25 Millionen Euro zur Verfügung.
Die seit 2008 bestehende Förderlinie
ist nach Reinhart Koselleck (1923–2006) benannt, einem der bedeutendsten
deutschen Historiker des 20. Jahrhunderts und Mitbegründer der modernen
Sozialgeschichte. Koselleck-Projekte werden an „durch besondere
wissenschaftliche Leistung ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler“ vergeben. Voraussetzung für eine Förderung sind besonders
innovative, risikobehaftete Ansätze.
Das Projekt von Eugen
Proschak und Stefan Offermanns erfüllt diese Kriterien in herausragender Weise,
denn bislang blieben Versuche, den Wirkmechanismus der EETs aufzuklären,
erfolglos. Sollte dies nun gelingen, wäre der Erkenntnisgewinn enorm – auch im
Hinblick auf die Möglichkeit, völlig neue Medikamentenklassen zu entwickeln, die
die Effekte der EETs gezielt nachahmen.
Eine Grafik zum Dowload
finden Sie unter: https://www.uni-frankfurt.de/179786318
Bildtext: Epoxyeisotriensäuren (EETs)
werden schnell in unterschiedlich komplexe Lipide eingebaut, die deren positive
Wirkungen weitergeben könnten. Das Koselleck-Projekt soll herausfinden, an
welche Proteine genau die EETs binden. (Grafik: Proschak/GU)
Weitere
Informationen
Prof. Dr.
Eugen Proschak
Institut
für Pharmazeutische Chemie/FB14
Goethe-Universität
Frankfurt am Main
proschak@pharmchem.uni-frankfurt.de
Prof.
Dr. Stefan Offermanns
Max-Planck-Institut
für Herz- und Lungenforschung
E-mail:
stefan.offermanns@mpi-bn.mpg.de
Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de
Führungen, Vorträge, Workshops, Film und Jubiläumsprogramm für die ganze Familie im Museum Giersch der Goethe-Universität.
FRANKFURT. Das Highlight im November: Das MGGU – Museum Giersch der Goethe-Universität – feiert sein Jubiläumswochenende am 29. und 30. November mit einem vielfältigen Programm aus Kunst, Gesprächen und Musik. Darüber hinaus stehen handgemalte Animationsfilme, Vorträge, Führungen durch die aktuelle Ausstellung sowie kreative Workshops für Familien und Menschen mit Demenz auf dem Programm.
Die Ausstellung „SOLASTALGIE. Spaziergänge durch veränderte Landschaften“ thematisiert die Ambivalenz von Schönheit und Bedrohung in Landschaften sowie das gespaltene Verhältnis des Menschen zur Umwelt. Historische Landschaftsgemälde aus der Sammlung GIERSCH treten in Dialog mit zeitgenössischen künstlerischen Positionen, die Gefährdung, Umnutzung und individuelle Erfahrungen von Landschaft beleuchten. Konzipiert als Spaziergang, eröffnet die Ausstellung vielfältige Wege durch die Räume und verbindet historische mit aktuellen Perspektiven – einschließlich des Ausblicks auf Main, Stadt und Garten.
Am Mittwoch, 5. November 2025, 20:15 Uhr, wird im Kino des DFF der vollständig handgemalte Animationsfilm „Das Flüstern der Felder“ (The Peasants) gezeigt. Basierend auf Władysław Reymonts Nobelpreisroman „Die Bauern“ erzählt der Film die Geschichte der jungen Jagna, die im polnischen Dorf Lipce zwischen familiären Erwartungen, patriarchaler Ordnung und ihrem eigenen Freiheitsdrang zerrieben wird. Regisseurin Dorota Kobiela (Loving Vincent) und Hugh Welchman erschaffen ein visuell berauschendes Epos, inspiriert von der europäischen Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts.
Die Filmreihe „Unsicheres Terrain? Blicke in verschwindende Landschaften“ begleitet die Ausstellung. Sie ist eine Kooperation des Masterstudiengangs „Filmkultur: Archivierung, Programmierung, Präsentation“, des MGGU und des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum.
Das Programm im November umfasst außerdem Führungen durch SOLASTALGIE: am 8. November um 14 Uhr und am 9. November um 11 Uhr in Einfacher Sprache mit Anne Feldmann (in Kooperation mit der Lebenshilfe Frankfurt), am 16. November um 15 Uhr als öffentliche Führung sowie am 20. November um 18 Uhr als Kurator:innenführung mit Katrin Kolk und Tim Pickartz.
Am 19. November 2025, 18 Uhr, findet in der Vortragsreihe „Spaziergänge durch Lebendige Landschaften“ der Vortrag „Soziale Naturbeziehungen und die Vergesellschaftung der Landschaft“ statt. Prof. Dr. Dennis Eversberg (Goethe-Universität Frankfurt) und Philip Koch M.A. (Friedrich-Schiller-Universität Jena) geben Einblicke in die sozialen Naturbeziehungen und biobasierte Wirtschaftsformen in Spanien, Finnland, Estland und Deutschland. Am Beispiel des Olivenanbaus in Südspanien wird sichtbar, wie eng gesellschaftlicher Wandel, Ökologie und kulturelle Vorstellungen miteinander verflochten sind. Die Vortragsreihe ist eine gemeinsame Konzeption von Daniela Ortiz dos Santos und Carsten Ruhl vom Center for Critical Studies in Architecture (CCSA) sowie von Tim Pickartz vom MGGU.
Am 25. November 2025, 15 Uhr, lädt ein Workshop für Menschen mit leichter bis mittelgradiger Demenz und ihre Begleitpersonen (Dauer ca. 2 Stunden) zu künstlerischer Aktivität ein. Der Workshop findet in Kooperation mit dem Institut für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität statt, die Teilnahme ist kostenfrei, Anmeldung unter anmeldung@mggu.de
Das Jubiläums-Wochenende am 29. und 30. November 2025 bietet ein vielseitiges Programm für die ganze Familie. Am Samstag, 29. November, startet der Tag um 11 Uhr mit dem Workshop „Ein Wald im Museum“ für Familien mit Kindern ab 6 Jahren. Um 15 Uhr folgt eine Kuratorenführung mit Tim Pickartz, die von Kristina Nickel in Deutsche Gebärdensprache übersetzt wird.
Ab 18 Uhr findet die Gesprächsrunde „Kunst und Wissenschaft im Gespräch: Transformation von Landschaft“ mit Prof. Dr. Marcus Maeder (Künstler, Professor an der Hochschule Luzern – Design Film Kunst), Prof. Dr. Antje Schlottmann (Professorin für Geographie und ihre Didaktik, Goethe-Universität Frankfurt), Tatiana Vdovenko (Künstlerin, Frankfurt) und Dr. Oliver Völker (Literaturwissenschaftler, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz) statt. Im Anschluss, ab 20 Uhr, präsentiert Marcus Maeder das Konzert „Spreepark: Ein musikalischer Multispeziesbau“.
Am Sonntag, 30. November, startet das Programm um 11 Uhr mit dem Workshop „Wasser, Farbe, Landschaft“ für Familien mit Kindern ab 8 Jahren. Den Abschluss bildet um 15 Uhr eine Kuratorinnenführung mit Katrin Kolk.
Alle Eintritte und Angebote im Rahmen des Jubiläumswochenendes sind kostenfrei. Für die Workshops wird um Anmeldung gebeten unter anmeldung@mggu.de.
MGGU – Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main
Eintritt: Erwachsene 7 € / Ermäßigt 5 €. Freier Eintritt für Personen unter 18 Jahren und Schulklassen.
Zukunftsticket – Ermäßigung für nachhaltige Anreise – eine umweltfreundliche Initiative: Wer mit dem ÖPNV, dem Fahrrad oder zu Fuß anreist, erhält eine Ermäßigung auf den Eintritt im MGGU. An der Kasse genügt eine kurze Angabe zur nachhaltigen Anreise, um die Ermäßigung zu erhalten.
Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr, Sa, So 10–18 Uhr, Do 10–20 Uhr. An Feiertagen 10–18 Uhr geöffnet, auch wenn diese auf einen Montag fallen. 24.12., 31.12. 2025 und 01.01.2026 geschlossen, Sonderöffnungszeiten nach Vereinbarung
Ansprechpartnerin für die Presse: Christine Karmann. Tel. (069) 138210121; E-Mail: presse@mggu.de
Texte und Bilder zum Download für die Presse: www.mggu.de/presse
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Arbeitsgruppe für Neurokognitive Psychologie an der Goethe-Universität sucht Teilnehmende für wissenschaftliche Studie.
FRANKFURT. Lesen und Schreiben sind für viele Menschen alltägliche Fertigkeiten, doch manche Menschen haben Schwierigkeiten, diese zu erlernen. Die Arbeitsgruppe für Neurokognitive Psychologie an der Goethe-Universität Frankfurt erforscht seit vielen Jahren grundlegende Prozesse der Worterkennung im menschlichen Gehirn. Für eine aktuelle Studie suchen die Forscherinnen und Forscher nun Erwachsene mit Lese-Rechtschreibschwäche, um zu untersuchen, wie Buchstaben im Gehirn von Betroffenen verarbeitet werden. Hierfür werden zunächst Lese- und Rechtschreibfähigkeiten und andere kognitive Fähigkeiten erfasst. Anschließend wird die Aktivität des Gehirns mit EEG gemessen, während die Proband*innen eine leichte Aufgabe am Computer bearbeiten.
Teilnehmen können Rechtshänder/innen zwischen 18 und 40 Jahren, deren Erstsprache Deutsch ist und die eine Lese-Rechtschreibschwäche haben. Sie sollten keine Sprachen lesen können, die ein anderes Alphabet nutzen (z.B. Arabisch, Griechisch). Die Studie findet auf dem Campus Westend statt und dauert ca. 4 Stunden, die in einer oder zwei Sitzungen durchgeführt werden können. Für die Studienteilnahme und die Anfahrt wird eine finanzielle Aufwandsentschädigung gezahlt.
Bei Interesse bitte unter lesestudie@psych.uni-frankfurt.de anmelden. Dieser Aufruf darf auch gerne weitergeleitet werden.
Kontakt:
Prof. Dr. Christian Fiebach, Leitung Neurokognitive Psychologie, Institut für Psychologie, Goethe-Universität Frankfurt am Main. Tel. (069) 798-35334; E-Mail: Fiebach@psych.uni-frankfurt.de. Homepage: http://www.fiebachlab.org/
Redaktion:
Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Einmal im Jahr verleiht das Frobenius-Institut den Frobenius Forschungsförderungspreis für exzellente ethnologische Dissertationen im deutsch-sprachigen Raum. Der mit 3000 Euro dotierte Preis ging an Maren Jordan für ihre Arbeit „Temporalities of Reproduction: Fertility Transformations across Generations in the Sultanate of Oman“.
FRANKFURT. Maren Jordan hat Ethnologie und Islamwissenschaft an der Universität Hamburg studiert. Nach dem Magisterabschluss war sie in der Lehre tätig. Ihre Dissertation verfasste sie im Rahmen des DFG-geförderten Projekts „Fertiler Wandel im Sultanat Oman“ bei Prof. Julia Pauli und Prof. Laila Prager. Seit 2022 ist sie wissenschaftliche Koordinatorin im SFB 1475 „Metaphern der Religion: Religiöse Sinnbildung in sprachlichen Prozessen“ am Centrum für Religionswissenschaftliche Studien (CERES) an der Universität Bochum.
Zwischen 2016 und 2017 hat Jordan insgesamt zwölf Monate lang ethnographische Forschungen in der zentralomanischen Oasenstadt al-Hamra durchgeführt. Sie beschäftigte sich mit einer demographischen Entwicklung, die seit den 1970er Jahren im Oman zu beobachten ist, nämlich dem starken Geburtenrückgang, der auch als „reproduktive Revolution“ bezeichnet wird. Jordans Arbeit relativiert die Einschätzung, dass es sich tatsächlich um eine Revolution handelt, die mit Vorstellungen einer neuen „Moderne“ einhergeht. Sie richtet ihren Blick auf veränderte Heiratspraktiken und Genderrollen und auf sich wandelnde Normen und Werte in Bezug auf Geburtenkontrolle und Familienplanung – und kommt so zu einem differenzierten Bild. Der Zeitraum ihrer Untersuchung erstreckt sich über mehrere Generationen, von den 1970er Jahren bis in die Gegenwart, und stützt sich auf 70 systematisch erhobene Geburten- und Heiratsgeschichten von Frauen, umfangreiches Interviewmaterial sowie ergänzende quantitative Daten und Quellenanalysen.
Die Dissertation zeigt nach Ansicht des Frobenius-Instituts eindrucksvoll, wie produktiv die Ethnologie in den Dialog mit anderen Disziplinen treten kann. Sie schlage eine Brücke zur Demographie, ohne ihre ethnologische Identität aufzugeben. Sie nutze quantitative Daten, um qualitative Erkenntnisse zu vertiefen – und ethnographische Tiefe, um statistische Trends zu deuten. Somit sei die Arbeit nicht nur für die Ethnologie, sondern auch für Soziologie, Demographie und Geschlechterforschung von großer Relevanz.
Weitere Informationen
Frobenius-Institut für kulturanthropologische Forschung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Apl. Prof. Dr. Susanne Fehlings
fehlings@uni-frankfurt.de
www.frobenius-institut.de
Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de
Die Polytechnische Gesellschaft und die Goethe-Universität Frankfurt stellen mit einer neuen Kooperationsvereinbarung die Arbeit des renommierten Instituts für Bienenkunde in Oberursel auf eine neue, langfristig solide Grundlage und verbessern die Bedingungen für die Forschungsarbeit an dem gemeinsam getragenen Institut maßgeblich. Der Umzug der Forscherinnen und Forscher sowie der Imkerei in das von der Polytechnischen Gesellschaft neu errichtete Institutsgebäude kann nun in die Wege geleitet werden.
FRANKFURT/OBERURSEL. Die enge Zusammenarbeit zwischen Polytechnischer Gesellschaft und Goethe-Universität beim Institut für Bienenkunde begann in den 1960er Jahren mit der Erforschung der Varroa-Milbe, eines für Bienenvölkern gefährlichen Parasiten. 2007 wurde die Kooperation vertraglich neu geregelt: Erstmalig errichtete die Polytechnische Gesellschaft eine Stiftungsprofessur an der Goethe-Universität; das Bienen-Institut wurde als Tochter der Polytechnischen Gesellschaft Teil des Fachbereichs Biowissenschaften der Universität. Auf die Stiftungsprofessur wurde 2008 Prof. Dr. Bernd Grünewald berufen, der seither das Institut leitet. Die nun geschlossene Kooperationsvereinbarung regelt die Zusammenarbeit neu. Die Polytechnische Gesellschaft verpflichtet sich, die Stiftungsprofessur und deren personelle und sachliche Ausstattung jährlich zu unterstützen. Damit ist deren Finanzierung gesichert. Die Polytechnische Gesellschaft überlässt zudem der Universität das Gebäude und den angegliederten Insektengarten unentgeltlich auf unbestimmte Dauer; die Universität trägt die Kosten für die forschungsbezogene Ausstattung, Unterhaltung und den laufenden Betrieb.
„Die Polytechniker sind der Goethe-Universität seit ihrer Gründung ein wichtiger Freund und Partner“, sagt Prof. Dr. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität. „Unsere Zusammenarbeit zeugt von der festen Verankerung der Stiftungsuniversität in der bürgergesellschaftlichen Tradition, die Frankfurt und die Region Rhein-Main als Wissenschaftsstandort so besonders macht. Biowissenschaftliche Forschung steht international derzeit stark unter Druck. Mit dieser Kooperation bieten wir einem bedeutenden Zweig der Biowissenschaften eine sichere und langfristige Perspektive. Die Polytechnische Gesellschaft hat mit dem von ihr finanzierten Institutsneubau wesentliche Voraussetzungen für eine exzellente Forschung geschaffen, dafür sind wir sehr dankbar.“
Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger, Präsident der Polytechnischen Gesellschaft, geht davon aus, dass der Neubau der Bienenforschung völlig neue Möglichkeiten eröffnet: „Wir bringen an unserem neuen Standort in Oberursel Forschung, Lehre, Imkerei und Bildungsarbeit unter einem Dach zusammen. Gleichzeitig erfüllt das Gebäude höchste Standards klimagerechten und ökologischen Bauens. Wir haben hier ein Leuchtturmprojekt von großer Strahlkraft weit über die Metropolregion Frankfurt Rhein-Main hinaus geschaffen“, so der frühere Generaldirektor der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung.
„Die Zusammenarbeit zwischen Universität und Polytechnischer Gesellschaft ist nicht nur einzigartig in Deutschland“, betont Bienen-Instituts-Direktor Grünewald, „Sie garantiert auch eine exzellente Forschungs- und Lehrinfrastruktur und eine moderne Bienenhaltung und ist somit im besten Sinne eine polytechnische Unternehmung mit Tradition und Zukunft!“
Auf die Stiftungsprofessur für Bienenforschung entfällt mehr als ein Drittel der Förderung, mit der die Polytechnische Gesellschaft als Verein ihre Tochterinstitute unterstützt. Die Bereitstellung des Gebäudes, das den Verein rund 15 Millionen Euro gekostet hat, ist finanziell noch deutlich gewichtiger als die Ausgaben für die Stiftungsprofessur. Das zeigt aus Sicht der Gesellschaft, welchen hohen Stellenwert die Wissenschaft und speziell die Biodiversitätsforschung für sie haben.
Bislang arbeiten die Bienenforscher in einem 1956 von der Polytechnischen Gesellschaft erworbenen Einfamilienhaus, das in den 1960er Jahren um einen Anbau von 300 Quadratmetern Fläche erweitert wurde. Weil dieses Gebäudeensemble den Anforderungen moderner Bienenforschung nicht mehr gerecht wurde, entschieden sich die Polytechniker für ein Neubauprojekt. Im September 2021 begannen die Bauarbeiten auf einem 6.500 Quadratmeter großen Grundstück am Stadtrand von Oberursel. Mitte 2025 wurde das Bauvorhaben erfolgreich abgeschlossen. Künftig stehen den Bienenforschern und der Imkerei mehr als 2000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung.
Mit dem Abschluss der Verträge kann die Goethe-Universität nun die technische Ausstattung erwerben. In der Übergangszeit bis zur Installation der neuen Labore nutzen die Wissenschaftler Laborräume im Biologicum auf dem Campus Riedberg. Der Umzug des Instituts verläuft in mehreren Etappen: Zunächst beziehen Institutsleitung und Administration sowie die Bienenhaltung die neuen Räumlichkeiten in der Ebertstraße in Oberursel. Rechtzeitig zum Beginn des nächsten Frühjahrs sollen die Bienen von einer neuen Heimstatt ausschwärmen können. Die offizielle Eröffnung ist für das erste Halbjahr 2026 geplant, wenn die Polytechnische Gesellschaft, die Goethe-Universität und das Team am Institut für Bienenkunde den Abschluss des großen Bauprojekts gebührend feiern wollen. Die Labortechnik wird dann im Laufe des Jahres 2026 installiert.
Website des Neubauprojekts: https://neubau.institut-fuer-bienenkunde.de
Über das Institut für Bienenkunde:
Für die Ökosysteme weltweit ist die Biene von elementarer Bedeutung. Durch ihre Bestäubungsleistung spielt sie eine unverzichtbare Rolle für die Sicherung der Biodiversität und für den Erhalt der Nahrungsketten. Das Oberurseler Institut für Bienenkunde, 1937 von der Polytechnischen Gesellschaft gegründet, erforscht das Bienengehirn, das Lernen und Sozialverhalten der Biene sowie die Auswirkungen von Umwelt und Pflanzenschutzmitteln auf Physiologie und Verhalten der Honigbienen im Volk. Zudem beherbergt das Institut die weltweit größte wissenschaftliche Sammlung von Honigbienen aus aller Welt und erforscht seit über 70 Jahren die Biodiversität der Honigbienen. Unter der Leitung namhafter Forscher hat es sich seit seiner Gründung eine ausgezeichnete internationale Reputation erarbeitet. Ein besonderes Markenzeichen des Instituts besteht in der Kombination von universitärer Grundlagenforschung und praktischer Bienenhaltung und einer eigenen Imkerei als Ausbildungsbetrieb.
www.institut-fuer-bienenkunde.de
Bilder zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/179562117
Bildtext:
Große Gruppe: Über den frisch unterzeichneten Vertrag freuen sich (v. l.): Prof. Dr. Sven Klimpel, Dekan Fachbereich Biowissenschaften der Goethe-Universität; Dr. Reinhard Krafft, Vorstand für Finanzen, Personal und Organisation der Stiftung Polytechnische Gesellschaft; Prof. Dr. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität; Prof. Dr. Dr. hc Volker Mosbrugger, Präsident der Polytechnischen Gesellschaft; Prof. Dr. Bernd Grünewald, Leiter des Instituts für Bienenkunde.
Kleine Gruppe: Über den frisch unterzeichneten Vertrag freuen sich (v. l.): Prof. Dr. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität; Prof. Dr. Bernd Grünewald, Leiter des Instituts für Bienenkunde; Prof. Dr. Dr. hc Volker Mosbrugger, Präsident der Polytechnischen Gesellschaft
Bildnachweis: Jürgen Lecher, Goethe-Universität
Weitere Informationen und Kontakt:
Prof. Dr. Bernd Grünewald
Institut für Bienenkunde
FB Biowissenschaften
Karl-von-Frisch-Weg 2
61440 Oberursel
Tel. +49-(0)6171-212 78 oder +49-(0)69-798 42 114
E-Mail b.gruenewald@bio.uni-frankfurt.de
Redaktion: Volker Schmidt, Leiter Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, v.schmidt@em.uni-frankfurt.de
Vortragsreihe des Instituts für Mathematik und des Vereins zur Förderung der Mathematik
FRANKFURT. Unbestritten sind technologische Innovationen wesentliche Katalysatoren gesellschaftlicher Transformation. Sie beruhen in vielen Fällen auf fundamentalen Fortschritten in der Physik, die sich in ihrer Formalisierung häufig tiefgreifender und abstrakter Mathematik bedient. Daher liegt die These nahe, dass die Mathematik selbst treibende Kraft in solchen Umbrüchen werden und grundlegende mathematische Forschung gesellschaftlicher Entwicklung auslösen kann. Diese Rolle der Mathematik nimmt eine Vorlesungsreihe in den Blick, die
am Dienstag,
28. Oktober, 18 Uhr
Campus
Bockenheim, Jügelhaus, Mertonstraße 17– 21, Hörsaal IV, Frankfurt/Main
mit einem Vortrag von Prof. Annette
Imhausen (Goethe-Universität) mit dem Titel „Vom professionellen Umgang mit
Zahlen im pharaonischen Ägypten“ beginnt. Imhausen, die am Historischen Seminar
der Goethe-Universität Wissenschaftsgeschichte lehrt, wird Beispiele aus der
Zeit der Pharaonen erläutern und in ihren zeitlichen Kontext stellen.
Die Termine
Dienstag, 28. Oktober
Annette Imhausen (Goethe-Universität)
Vom professionellen Umgang mit Zahlen
im pharaonischen Ägypten
Dienstag, 18. November
Roy Wagner (ETH Zürich)
A nonlinear history of rigor in mathematics and its effect on social
views of mathematics (in englischer Sprache)
Dienstag, 16. Dezember
Tilman Sauer (Universität Mainz)
Albert Einstein und die
Mathematisierung der Physik im 20. Jahrhundert
Dienstag, 13. Januar 2026
Alfio Quarteroni (Universität
Mailand)
Empowering Natural Intelligence with Artificial Intelligence: a
Mathematician's Perspective (in englischer Sprache)
3. Februar
Jürgen Jost (MPI Leipzig)
Anforderungen an die Mathematik der
Zukunft: Was die Mathematik schon kann und was sie noch entwickeln muss
Die Vorträge beginnen jeweils um 18
Uhr im Jügelhaus, Hörsaal IV, Mertonstraße 17-21, Campus Bockenheim. Veranstalter sind der Verein zur Förderung der
Mathematik und das Institut für Mathematik.
Information:
Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de
Goethe Lectures Offenbach am 3. November 2025 im Klingspor Museum
FRANKFURT. Um die
gesellschaftliche Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen und die
Mechanismen einer solchen „ableistischen“ Diskriminierung aus philosophischer
Perspektive geht es bei der nächsten Ausgabe der Reihe „Goethe Lectures
Offenbach“. Die Philosophin Dr. Regina Schidel hält am
Montag, 3. November, um 19 Uhr
im Klingspor
Museum Offenbach
Herrnstraße
80 (Südflügel des Büsing Palais)
63065
Offenbach
einen Vortrag zum Thema „Ich kann, also bin ich? Eine Kritik
ableistischer Diskriminierung in unserer Gesellschaft“. Schidel ist Akademische
Rätin an der Professur für Politische Theorie und Philosophie an der
Goethe-Universität, Rechte von Menschen mit Behinderung ist eines ihrer
Forschungsthemen.
Das Thema
Menschen mit „Behinderungen“ sind in unserer Gesellschaft an den
Rand gedrängt und werden oft nicht als vollwertige Personen anerkannt. Sie zu
diskriminieren – was man auch als „Ableismus“ bezeichnet – unterläuft das
Gleichheitsversprechen liberaler Demokratien. Obwohl diese Stigmatisierung
strukturelle Ähnlichkeiten zu Rassismus, Sexismus oder Antisemitismus aufweist,
erfährt sie gegenwärtig viel weniger Aufmerksamkeit.
Der Vortrag analysiert Ableismus aus philosophischer und
sozialtheoretischer Perspektive, und zwar exemplarisch am Fall von Menschen mit
kognitiven Einschränkungen/geistiger „Behinderung“. Gibt es Ursprünge dieser
Denkweise in der philosophischen Tradition? Welche gesellschaftliche Funktion
erfüllt dieses exkludierende Denken? Wie kann es überwunden werden? Dabei
bedient sich die Referentin kritischer und feministischer Theorien.
Die Referentin
Regina Schidel ist Akademische Rätin an der Professur für
Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main
(Prof. Rainer Forst). Sie wurde 2022 mit einer Arbeit zu „Relationalität der
Menschenwürde. Zum gerechtigkeitstheoretischen Status von Menschen mit
kognitiven Beeinträchtigungen“ (Campus 2023) promoviert. Ihre Dissertation
wurde mit dem WISAG Preis der Goethe-Universität für die beste geistes- und
sozialwissenschaftliche Arbeit im Themenfeld gesellschaftlichen Zusammenhalts
ausgezeichnet. Im Dezember 2025 erscheint bei Suhrkamp ihr neues Buch „Behinderung
und Gesellschaft. Ableismus in philosophischer und sozialtheoretischer
Perspektive“. Die Forschungsschwerpunkte von Regina Schidel liegen im Bereich
der Moralphilosophie (Menschenwürde und relationale Ansätze), der
Sozialphilosophie (feministische Erkenntnistheorie, Fragen struktureller
Unterdrückung, ableistische Diskriminierung) und der Rechtsphilosophie
(Menschenrechte).
Die Reihe
Es handelt sich um den 21. Vortrag im Rahmen der beliebten
Veranstaltungsreihe „Goethe Lectures Offenbach“. Das Format feierte 2015 seine
Premiere in Offenbach. Es hat zum Ziel, den Dialog zwischen Wissenschaft,
Politik und Gesellschaft zu fördern und aktuelle Themen aus der Wissenschaft
einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Renommierte Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler aus den Geistes- und Sozialwissenschaften referieren in
ihren Vorträgen über neueste Erkenntnisse aus der Forschung und stellen ihre
Thesen zur Diskussion.
Veranstalter der Reihe sind das Forschungszentrum Normative
Ordnungen der Goethe-Universität, die Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach
und das Klingspor Museum Offenbach.
Der Eintritt ist frei. Die Plätze sind begrenzt. Im Anschluss an
den Vortrag besteht die Gelegenheit, sich bei Getränken und Snacks
auszutauschen.
Information:
Anke
Harms
Referentin
für Wissenschaftskommunikation
Forschungszentrum Normative Ordnungen
Goethe-Universität
Frankfurt
(069)
798-31407
office@normativeorders.net
https://normativeorders.net/veranstaltungen/ich-kann-also-bin-ich-eine-kritik-ableistischer-diskriminierung-in-unserer-gesellschaft/
Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de
Band 64 bis 66 ediert – Werkstattgespräch und Podiumsdiskussion
Seit 20 Jahren entsteht an der Goethe-Universität „Herders Bibliothek der Philosophie des Mittelalters“. Nun sind die Bände 64 bis 66 erschienen. Es handelt sich um bislang nicht auf Deutsch veröffentlichte Werke von Siger von Brabant (1240-1284), Johannes Duns Scotus (1265/66-1308) und Isaak ben Salomon Israeli (ca. 850–932/50?).
FRANKFURT.
Bei „Herders Bibliothek der Philosophie des Mittelalters“ handelt es sich um
zweisprachige Editionen, die den Originaltext und eine deutsche Übersetzung enthalten
sowie jeweils eine ausführliche Einführung zu Autor und Werk. Die Initiative zur
Reihe ging aus dem 2008 ausgelaufenen Sonderforschungsbereich 435
„Wissenskultur und gesellschaftlicher Wandel" (Sprecher: Johannes Fried,
Ko-Sprecher: Moritz Epple und Matthias Lutz-Bachmann) an der Goethe-Universität
hervor, aus dem Teilprojekt über Umbrüche und Innovationen in der Wissenskultur
des lateinischen Mittelalters (12./13.Jdht.) von Prof. Matthias Lutz-Bachmann.
Das
Editionsprojekt wurde 2005 gestartet, es war von Beginn als großangelegte
„Bibliothek der Philosophie des Mittelalters“ konzipiert. Im Zentrum stehen
Fragen der Wissenskultur und Wissenschaftsgeschichte, der Metaphysik und
Erkenntnistheorie, der politischen Philosophie und Moraltheorie, der Beziehung
von Religion und Wissenschaften. Die Texte werden in Originalsprache ediert, in
Latein, Arabisch, Hebräisch, Altsyrisch, Griechisch, Judäo-Arabisch,
Katalanisch, Mittelfranzösisch. Weitere Sprachen (zum Beispiel Persisch) und
damit Kulturhorizonte sind noch zu erwarten. Verantwortlich sind Prof. Isabelle
Mandrella, LMU München, Prof. Alexander Fidora, Autonome Universität Barcelona,
Prof. Andreas Niederberger, Univ. Essen, und Prof. Matthias Lutz-Bachmann, Goethe-Universität
Frankfurt.
Die
vierte Serie wird die Bände 64 bis 76 umfassen, nun werden die Bände 64, 65 und
66 vorgestellt. Im Einzelnen handelt es sich um:
Siger
von Brabant: Über die Notwendigkeit und Kontingenz der Ursachen (Lat.-Deutsch)
In
seiner kleinen, thematisch in sich abgeschlossenen Schrift geht Siger von
Brabant (ca. 1240–1284) der Frage nach, inwieweit zwischen Ursachen und ihren
Wirkungen eine notwendige Verbindung besteht. Mit seinen Überlegungen zum
Problem des kausalen Determinismus trägt Siger damals wie heute zu einer
lebhaft geführten Diskussion bei. Die hier erstmals übersetzten Zusätze
Gottfrieds von Fontaines (ca. 1250–1306) komplettieren Sigers Position.
Johannes
Duns Scotus: Quaestionen zur Metaphysik des Aristoteles, Buch 2–4 (Lat.-Dt.)
Das
Werk befasst sich anhand der Metaphysik des Aristoteles mit Kernfragen der
Metaphysik als Transzendentalwissenschaft: Gibt es einen Begriff, der den
endlichen Geschöpfen und dem unendlichen Schöpfer gleichermaßen zukommt? Lässt
sich „seiend“ als dieser übergreifende Begriff ausweisen? Nachdem Scotus in
Buch 1 seiner Quaestionen einen epochalen Durchbruch mit der Definition von
Metaphysik als Transzendentalwissenschaft erzielt hat, zeigen diese Bände, wie
akribisch er um die Einlösung seines Programms ringt.
Isaak
ben Salomon Israeli: Das Buch der Definitionen
Isaak ben Salomon Israeli (ca. 850-932/50) war ein jüdischer
Mediziner, der auch als philosophischer Autor tätig war. Sein Buch erklärt eine
Reihe von Begriffen, wie sie vor allem für das neuplatonische Denken von
Bedeutung sind. Isaaks Erläuterungen wurden weit über den Rahmen
neuplatonischer Strömungen hinaus aufgegriffen und bildeten einen Referenzpunkt
für Autoren wie Albertus Magnus und Thomas von Aquin.
Bei
einem Werkstattgespräch am Montag, 27. Oktober, um 13 Uhr, im Eisenhowersaal
(IG-Farben-Gebäude, 1. OG) auf dem Campus Westend berichten Prof. Christian
Schäfer, Prof. Joachim Söder und Daniel Bella aus ihrer Übersetzungsarbeit. Darüber
hinaus werden die Professoren Theo Kobusch, Hannes Möhle und Andreas Speer im
Rahmen einer Podiumsdiskussion ihre philosophiehistorischen Ansätze vorstellen
und mit dem Publikum die Bedeutung mittelalterlicher Philosophie in Gegenwart
und Zukunft diskutieren. Denn das Mittelalter als Konzept von Raum und Zeit –
angesiedelt rund ums Mittelmeer und zwischen dem Zusammenbruch des Imperium
Romanum im 5. Jahrhundert und der so genannten Frühen Neuzeit im frühen 17.
Jahrhundert – ist in der modernen Wissenschaft umstritten. Die
Herder-Bibliothek folgt längst einem erheblich erweiterten Begriff von
Mittelalter und setzt damit Maßstäbe.
Die Medien sind zu Werkstattbericht und
Podiumsdiskussion herzlich eingeladen. Um Anmeldung wird gebeten unter
sauter@pvw.uni-frankfurt.de.
Information:
Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann
Institut für Philosophie
Goethe-Universität
Telefon +49 (0)69 798-32794
E-Mail Lutz-Bachmann@em.uni-frankfurt.de
Anmeldung sauter@pvw.uni-frankfurt.de
Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin
für Wissenschaftskommunikation
Am 5. und 6. November stellen sich Arbeitgeber auf dem Riedberg vor
FRANKFURT. Zum
25. Mal bereits findet die Frankfurter Jobbörse für Naturwissenschaftler und
Naturwissenschaftlerinnen statt. Der Fachbereich Biochemie, Chemie und
Pharmazie lädt in Kooperation mit dem JungesChemieForum (Gesellschaft Deutscher
Chemiker e.V.) und dem Hochschulteam der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main
am Mittwoch, 5. November, und Donnerstag, 6. November, jeweils von 9:30 bis 16 Uhr
auf den Campus Riedberg der Goethe-Universität,
Max von Laue Str. 9, 60439 Frankfurt am Main.
Auch diesmal nehmen international renommierte Konzerne,
insbesondere aus der Chemie- und Pharmabranche, an der Jobbörse teil. Studierende,
Doktoranden und Absolventeninnen und Absolventen der Fächer Chemie, Biochemie,
Pharmazie, Biologie, Physik, Geowissenschaften und Medizin haben die
Gelegenheit zur Weiterbildung und zum Kontakt mit Firmenvertretern. Auch 2025 rechnet
das Veranstaltungsteam mit Interessenten aus dem gesamten Bundesgebiet.
Am Mittwoch, 5.
November, bereiten Workshops,
Seminare und Bewerbungsmappen-Checks umfassend auf das Thema Bewerbung und
Selbstmarketing vor. Erstmals ist auch ein englischsprachiges Angebot
vorhanden. Die Anmeldung hierfür erfolgt ausschließlich über die Internetseite
der Jobbörse (www.jobboerse-ffm.de).
Am Donnerstag, 6.
November, gibt es an den Messeständen
Gelegenheit zum Gespräch mit Firmenvertretern und zum Kennenlernen potenzieller
Arbeitgeber. Namhafte Firmen aus der Chemie-, Biotechnologie-, Pharmabranche,
aber auch der einschlägigen Consultingbranche präsentieren sich und informieren
über Einstiegs-, Praktika- und Karrieremöglichkeiten. Für die Messe ist keine
Anmeldung erforderlich. Zum Abschluss der Veranstaltung gibt es die Möglichkeit,
bei einem Bewerbungsgespräch auf der Bühne „live“ dabei zu sein.
Information und Anmeldung zu Workshops und Bewerbungsmappen-Check: www.jobboerse-ffm.de.
Flyer zum Download unter: https://jobboerse-ffm.de/images/media/Flyer_2025.pdf
Weitere
Informationen:
Dr.
Andreas Lill
Referent für Lehre und Studium
Fachbereich 14 – Biochemie, Chemie und Pharmazie
Telefon 069 798-29550
Mail lill@uni-frankfurt.de
Aktuelle Nachrichten
aus
Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online
(www.aktuelles.uni-frankfurt.de)
Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de
Öffentliche Lesung und Diskussion zu seinem Buch „Eine Arbeiterin: Leben, Alter und Sterben“. 28. Oktober 2025, Campus Westend.
FRANKFURT. In seinem aktuellen Buch „Eine Arbeiterin: Leben, Alter und Sterben“ (2024), die Übersetzung von „Vie, vieillesse et mort d'une femme du peuple“, erzählt der französische Autor Didier Eribon die Geschichte seiner Mutter, einer Frau aus der Arbeiterklasse. Die Kombination aus Biografieerzählung und soziologischen Perspektiven stellt die Lebensrealität heraus, der Eribons Mutter als Arbeiterin und als Frau im Alter gegenüberstand. Der Autor wird einige Passagen aus seinem Buch lesen und im Rahmen eines Gesprächs mit dem Publikum die drängenden Fragen von Alter, Pflege, Behinderung, Glaubwürdigkeit und sozialer Ungleichheit diskutieren. Die Veranstaltung ist kostenlos und wird für circa 500 Gäste simultan übersetzt.
Im Gespräch mit Didier Eribon:
„Eine Arbeiterin: Leben, Alter und Sterben“
28. Oktober 2025, Beginn: 18:30 Uhr. Einlass ab 18 Uhr
Casino-Gebäude, Raum 823,
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Didier Eribon ist ein französischer Soziologe und Philosoph, er hat unter anderem an der Universität von Amiens gelehrt. Zu seinen bekanntesten Werken gehört das im Original 2009 erschienene Buch „Rückkehr nach Reims“, das auch in Deutschland auf großes Interesse gestoßen ist. 2024 wurde er für sein Werk mit dem Prix de l'Académie de Berlin ausgezeichnet.
Veranstalter:
Goethe-Universität, Fachbereich Erziehungswissenschaften, Institut français Frankfurt.
Kontakt:
Julia Kaufmann, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Förderdiagnostik und Evaluation, Institut für Sonderpädagogik. Goethe-Universität Frankfurt. j.Kaufmann@em.uni-frankfurt.de