​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​​​​ ​

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Pressestelle Goethe-Universität

Theodor-W.-Adorno Platz 1
60323 Frankfurt
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www.uni-frankfurt.de/de/presse


 

Sep 11 2025
16:13

Bad Homburg Conference 2025 beschäftigt sich mit Recht und Macht in der internationalen Politik 

Die Verfassung der Welt

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Die Vereinten Nationen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Ziel gegründet, Kriege zu verhindern. Eine starke internationale Rechtsordnung sollte die Beziehungen zwischen den Staaten regeln und dazu beitragen, Konflikte friedlich zu lösen. Angesichts der aktuellen Kriege und Konflikte – in der Ukraine, in Gaza, im Sudan, in Ostasien und andernorts – wirkt diese Ordnung jedoch geschwächt. An die Stelle rechtlicher Mittel zur Konfliktlösung treten machtpolitische Optionen, vor allem in Form von militärischer Gewalt, aber auch von ökonomischem und politischem Druck. Die Gefahr, dass regionale Konfliktherde sich zu weltweiten Kriegen entwickeln, wächst von Tag zu Tag.

Die Bad Homburg Conference 2025 fokussiert auf die grundlegende Frage nach dem ambivalenten Verhältnis von Recht und Macht in der internationalen Politik heute. Unter dem Titel „Die Verfassung der Welt: Recht und Macht in der internationalen Politik“ laden das Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, das Peace Research Institute Frankfurt (PRIF) und die Stadt Bad Homburg v. d. Höhe gemeinsam zur Konferenz

am Freitag, 19. September, 10-17 Uhr
im Forschungskolleg Humanwissenschaften,
Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg v. d. Höhe.

Im Zentrum der Konferenz steht die Frage nach dem bedrohlichen Verlust der bindenden Kraft internationalen Rechts: „Der Wirksamkeit der Vereinten Nationen ist es geschuldet, dass seit 1945 kein Dritter Weltkrieg ausgebrochen ist. Auch die Verbreitung von Atomwaffen wurde durch die Arbeit der Vereinten Nationen auf wenige Staaten beschränkt“, erklärt der Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften Prof. Matthias Lutz-Bachmann. „Doch in der Gegenwart wird das Internationale Recht beständig verletzt – und zu den Hauptakteuren gehören Staaten, die im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit einem Vetorecht ausgestattet sind und die Vereinten Nationen daran hindern, wirksam aktiv zu werden“, so Lutz-Bachmann weiter.

Drei Vorträge und eine Podiumsdiskussion geben Impulse für den Austausch zwischen Öffentlichkeit, Wissenschaft und Praxis. Der Politikwissenschaftler Prof. Michael Zürn (Berlin) zeichnet in seinem Vortrag die Veränderungen der Weltordnung seit dem Ende des 20. Jahrhunderts nach und analysiert deren Folgen für die Gegenwart. Die Politikwissenschaftlerin Prof. Antje Wiener (Hamburg) widmet sich der Resilienz der internationalen Rechtsordnung, konkret der Charta der Vereinten Nationen, und zeigt Optionen auf, wie diese im Lichte starker Anfechtungen gestärkt werden kann. Der Völkerrechtler Prof. Thilo Marauhn (Gießen) klärt über die Funktionsweise, Grenzen und Möglichkeiten des Völkerrechts auf, das er als einen Modus der Konfliktbearbeitung definiert. Auf dem abschließenden Podium diskutieren die Politikwissenschaftlerin Prof. Janina Dill (Oxford), die Völkerrechtlerin PD Dr. Isabelle Ley (Jena) und der Richter am Internationalen Gerichtshof Prof. Georg Nolte (Berlin) mit der Friedens- und Konfliktforscherin Prof. Nicole Deitelhoff, die die Runde auch moderiert, über Macht und Ohnmacht des internationalen Rechts.

„Entrechtlichung bestimmt die Debatte unserer Tage: Ob Ignoranz gegenüber dem humanitären Völkerrecht und seinen Institutionen, die Abwendung gerade der Großmächte von Recht und internationalen Organisationen oder das Einsickern von Freund-Feind-Schemata: Die Bedeutung des Rechts scheint allenthalben zu schwinden. Die Konferenz will diese Phänomene, ihre Entwicklungspfade, aber auch gegenläufige Tendenzen beleuchten und Chancen diskutieren, wie das Recht wieder mehr Macht über die Macht erlangen kann“, sagt Prof. Nicole Deitelhoff, Professorin für Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungen an der Goethe-Universität und Wissenschaftliche Geschäftsführerin des PRIF.

Die Bad Homburg Conferences

Die Bad Homburg Conferences werden seit 2017 gemeinsam vom Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität und der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe veranstaltet. Alljährlich im Herbst bieten sie ein öffentliches Forum der Reflexion über wichtige gesellschaftliche Fragen der Gegenwart.

„Die Bad Homburg Conferences sind ein unverzichtbarer Beitrag zur Stärkung des gesellschaftlichen Diskurses. Sie bieten uns die einzigartige Gelegenheit, aktuelle Herausforderungen unserer Zeit gemeinsam zu reflektieren und zu diskutieren. Es ist von großer Bedeutung, dass wir die Bürgerinnen und Bürger unserer Region aktiv in diese Gespräche einbinden, denn nur durch den offenen Austausch von Ideen und Perspektiven können wir gemeinsam Lösungen für die drängenden Fragen unserer Gesellschaft entwickeln“, erklärt Alexander W. Hetjes, Oberbürgermeister von Bad Homburg v. d. Höhe.

Planungsgruppe: Prof. Dr. Christopher Daase (Goethe-Universität/PRIF), Prof. Dr. Nicole Deitelhoff (Goethe-Universität/PRIF), Dr. Bettina Gentzcke (Stadt Bad Homburg v. d. Höhe), Prof. Dr. Gunther Hellmann (Goethe-Universität/Forschungskolleg Humanwissenschaften), Iris Helene Koban (Forschungskolleg Humanwissenschaften), Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann (Goethe-Universität/Forschungskolleg Humanwissenschaften)

Veranstalter: Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt und Stadt Bad Homburg v. d. Höhe – in Kooperation mit dem Peace Research Institute Frankfurt (PRIF)

Die Veranstaltungsbroschüre mit weiteren Informationen über die Referenten und Vorträge zum Download unter https://www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de/downloads/BHC-2025-Broschuere.pdf

Anmeldung: Die Teilnahme ist kostenlos. Wir bitten um vorherige Anmeldung per E-Mail bis zum 17. September (Anmeldeadresse: anmeldung@forschungskolleg-humanwissenschaften.de). Sie erhalten eine Anmeldebestätigung.

Programm: https://www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de/downloads/BHC-2025-web.pdf

Informationen
Monika Hellstern
Forschungskolleg Humanwissenschaften
Wissenschaftskommunikation
Telefon 06172 13977-45
E-Mail hellstern@forschungskolleg-humanwissenschaften.de 
www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Sep 9 2025
10:58

C³S an der Goethe-Universität freut sich über Verstärkung auf wichtigen interdisziplinären Zukunftsfeldern. 

Neue Professuren am Center for Critical Computational Studies 

FRANKFURT. Gestärkt durch ökologische, sozioökonomische, digitale, erziehungswissenschaftliche und rechtsphilosophische Expertise: Am Center for Critical Computational Studies an der Goethe-Universität treten bis Ende des Jahres gleich fünf neue Forschende ihre Professuren an. Die Leitung des C³S betont: „Wir freuen uns sehr, herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler willkommen zu heißen. Als noch junges Zentrum der Goethe-Universität ist das C³S eine inter- und transdisziplinäre Plattform, auf der wir viele verschiedene Forschungsgebiete zusammenbringen. Mit den neuen Kolleginnen und Kollegen gewinnen wir frische Impulse, die unser Profil im Bereich der Critical Computational Studies weiter vertiefen.“

Mechanistische und prozessorientierte Modellierung von Biodiversität und Ökosystemen – Prof. Dr. Oskar Hagen

Die Goethe-Universität Frankfurt und das Senckenberg Biodiversity and Climate Research Centre (SBiK-F) freuen sich, Oskar Hagen als Professor für mechanistische und prozessorientierte Modellierung von Biodiversität und Ökosystemen am Center for Critical Computational Studies (C³S) begrüßen zu dürfen. Als international vernetzter Biodiversitätswissenschaftler und öko-evolutionärer Modellierer bringt Hagen eine dynamische Vision mit, die rigorose Berechnungen mit einer tiefen Faszination für die Komplexität des Lebens verbindet. Im Mittelpunkt der Arbeit von Prof. Hagen steht eine scheinbar einfache Frage: Wie entsteht, bleibt bestehen und schwindet Biodiversität im Laufe der Zeit und im Raum? Um diese Frage zu beantworten, gründete er die Computational Integrative Biodiversity (CIB)-Gruppe, die neuartige prozessbasierte Rahmenwerke entwickeln wird, um die Dynamik der Biodiversität unter historischen und zukünftigen Umweltbelastungen zu verstehen und vorherzusagen. Seine Forschung integriert öko-evolutionäre Simulationen mit klimatologischen, geologischen und historischen Daten und kombiniert Theorie mit Hochleistungsrechnen, um Phänomene zu untersuchen, die von der Diversifizierung und dem Aussterben von Arten bis hin zur Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen und biogeografischen Mustern reichen. 

Modellierung der sozioökonomischen Treiber und Auswirkungen des fortschreitenden Klimawandels mit Fokus auf Umweltökonomie – Prof. Dr. Manuel Linsenmeier

Manuel Linsenmeiers Forschung beschäftigt sich mit den sozioökonomischen Auswirkungen des Klimawandels und der Anpassung an den Klimawandel im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung. Mithilfe von statistischen Methoden, ökonomischen Modellen, und interdisziplinären Datensätzen untersucht er, wie unsere Gesellschaft in Zeiten des Klimawandels resilient und nachhaltig gestaltet werden kann. Ein besonderes Augenmerk seiner Forschung liegt auf globalen Wechselbeziehungen und sozioökonomischen Ungleichheiten. Manuel Linsenmeier engagiert sich insbesondere auch im Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Politik und Praxis der Klimaanpassung. So hat er unter anderem an nationalen Klimarisikoanalysen in Deutschland und dem Vereinigten Königreich mitgewirkt und die Weltbank beraten. Forschungskooperationen bestehen unter anderem mit der Columbia University, der Princeton University, sowie dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung.

Kritische Daten- und Überwachungsstudien – Prof. Dr. Azadeh Akbari 

Azadeh Akbari ist Professorin für Kritische Daten- und Überwachungsstudien am Center for Critical Computational Studies (C³S). Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem die Geopolitik der digitalen Transformation, der digitale Autoritarismus, Datengerechtigkeit sowie IKT für Entwicklung. Azadeh Akbari ist Direktorin des Surveillance Studies Network und Gründerin und Direktorin des Surveillance in the Majority World Research Network. Sie ist Mitherausgeberin der Zeitschriften Surveillance & Society und Information Technology for Development. Azadeh Akbari war zuvor Fellow im EU-Marie-Skłodowska-Curie-Global-Actions-Programm mit einem Projekt zu autoritären Smart Cities. Sie tritt häufig in internationalen Medien auf und berät politische Entscheidungsträger und die Zivilgesellschaft zu Fragen der Überwachung und digitalen Unterdrückung.

Erziehungswissenschaftliche Theorien und Praktiken von CCL - Prof. Dr. Dan Verständig

Ab Oktober 2025 verstärkt Dan Verständig das C³S als Professor für Erziehungswissenschaftliche Theorien und Praktiken von Critical Computational Literacy. Er forscht zu Lern- und Bildungsprozessen im Horizont der Digitalität mit besonderem Fokus auf soziale Ungleichheit, gesellschaftliche Teilhabe sowie auf kreative und kritische Zugänge zu digitalen Technologien, um Coding Literacy und Data Literacy zu fördern. Dabei setzt er auch auf experimentelle Formate wie interaktive Installationen, datenbasierte Kunstprojekte oder spielerische Ansätze, um digitale Infrastrukturen sichtbar zu machen und ihre gesellschaftliche Bedeutung zu reflektieren. In der Lehre verbindet er erziehungs-, kultur- und medienwissenschaftliche Perspektiven mit Informatik und legt den Schwerpunkt auf eine interdisziplinäre und kritisch-kreative Auseinandersetzung mit digitalen Technologien. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit verfügt er über langjährige Berufserfahrung als Web- und Backend-Entwickler. 

Normative Verfassung des Komputationalen - Prof. Dr. Sabine Müller-Mall

Die Rechtsphilosophin Sabine Müller-Mall beschäftigt sich in ihrer Forschung mit Grundlagenproblemen von Recht und Verfassung: Was heißt es, ein rechtliches Urteil zu fällen? Wie kommen Rechtsnormen in die Welt? Wie können Verfassungen Ordnungen gleichzeitig stabilisieren und transformieren, wie können sie mit fundamentalen Veränderungen umgehen? An der Schnittstelle von Öffentlichem Recht, Philosophie und Politischer Theorie bildet dabei der flächendeckende Einsatz komputationaler Techniken in Gesellschaften ein Querschnittsthema ihrer Arbeit. Denn der Einsatz komputationaler Techniken verändert die Bedingungen von Recht und Verfassung so weitgehend, dass dies Auswirkungen auf ihre Grundlagen hat – auf Annahmen, Konzepte und Praktiken.  Sabine Müller-Mall untersucht solche Auswirkungen des Komputationalen auf Recht und Verfassung entsprechend als grundlegende Fragen des Rechts. Beispielsweise forscht sie zur Entstehung und Dynamik von Normativität entlang ihrer medientechnischen Bedingungen, zur Form der Rechtsprechung in ihrem sich verändernden Verhältnis zu komputationaler Entscheidungsfindung oder zu politischen Dimensionen komputationaler Techniken. 

Über das Center for Critical Computational Studies (C³S) an der Goethe-Universität Frankfurt

Das C3S verbindet in seinem Forschungsprofil zwei zentrale Schwerpunkte: Zum einen werden computergestützte Methoden kritisch reflektiert, methodisch weiterentwickelt und ethisch hinterfragt. Forschungsteams beschäftigen sich dabei beispielsweise mit kritischer Datenwissenschaft, Ethik der Datenverarbeitung, Wissenschafts- und Technologiestudien sowie mit philosophischen und historischen Perspektiven auf Computertechnologien. Ein besonderer Fokus liegt außerdem auf fortgeschrittenen Simulationsmethoden und der Erforschung komplexer Vorhersagen in den Lebens- und Sozialwissenschaften, einschließlich innovativer Ansätze zwischen klassischer Netzwerkanalyse und Deep Learning. Zum anderen nutzt das C³S computergestützte Modelle, um planetare Transformationen besser zu verstehen, insbesondere im Kontext der Klimaerwärmung und Biodiversitätskrise. Dabei werden komplexe Zusammenhänge zwischen Geophysik, Ökosystemen und Gesellschaft analysiert, kritische Lösungsansätze entwickelt und sogenannte Kippelemente im Erdsystem untersucht, um das Zusammenspiel gesellschaftlicher und ökologischer Veränderungen modellhaft zu erfassen. Durch diesen integrativen Ansatz möchte das C³S sowohl methodische Innovationen als auch gesellschaftlich relevante Erkenntnisse zu den Wechselwirkungen von Digitalität, Demokratie und planetarer Transformation liefern.  Bereits im April dieses Jahres wurde der Klimaforscher Prof. Dr. Nico Wunderling an das C3S berufen. Seine Forschung konzentriert sich auf die Dynamik von interagierenden Kippelemente im Erdsystem, insbesondere im Kontext globaler Erwärmung.

Weitere Informationen unter https://www.c3s-frankfurt.de/


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Sep 8 2025
12:23

Start des Weiterbildungsstudiengangs vor 10 Jahren – Alumni stehen für Erfolg des Programms

Festakt auf der „J. W. von Goethe“: 10 Jahre berufsbegleitender Pharma-MBA der Goethe-Universität

Mit einer Fahrt auf dem Main feierten mehr als 80 Gäste das 10-jährige Bestehen des Weiterbildungsstudiengangs Master of Pharma Business Administration (MBA). Der Pharma MBA wurde 2015 von der Goethe Business School zusammen mit dem House of Pharma & Healthcare, der Goethe-Universität und renommierten Praxisvertretern aus der Pharmaindustrie konzipiert und seitdem ständig weiterentwickelt. Mittlerweile haben mehr als 200 Studierende, überwiegend tätig in verschiedenen Zweigen der Pharmaindustrie und des Gesundheitswesens, den Weiterbildungsstudiengang aufgenommen oder bereits absolviert. 

FRANKFURT. Unter dem dramatischen Abendhimmel des 29. August 2025 legte das Personenschiff „J. W. von Goethe“ zu einer dreistündigen Rundfahrt auf dem Main ab. Während das Frankfurter Panorama an den Fenstern des Schiffes vorbeizog, blickten die 80 Gäste an Bord – Studierende, Alumni, Lehrende und Vertreter*innen aus Pharmaindustrie, dem Gesundheitswesen und branchenverbundenen Dienstleistungsunternehmen – zurück auf Anfänge und die Meilensteine des Pharma MBA an der Goethe Business School. 

Dr. Christian Jansen, Geschäftsführer der Goethe Business School, sagte: „Der Pharma-MBA ist europaweit das führende MBA-Programm mit einem inhaltlichen Fokus auf die pharmazeutische Industrie. Dass so viele unserer Alumni auch heute noch mit uns eng verbunden sind, macht uns stolz. Und es ist auch Ausdruck ihres Erfolges, sich mithilfe des Pharma-MBA für weitergehende Führungsaufgaben zu qualifizieren. Das Konzept des Masterstudiengangs geht auf: Unsere einzigartige Kombination aus der Vermittlung klassischer Managementkenntnisse und hochaktueller pharmaspezifische Inhalte fördert die Karriere aufstrebender Professionals aus der Pharmaindustrie.“

Das berufsbegleitende Programm beginnt jährlich im Oktober und kann innerhalb von vier Semestern abgeschlossen werden. Absolvent*innen erhalten einen Master of Business Administration (MBA)-Abschluss vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften (der von der US-amerikanischen Agentur AACSB akkreditiert ist) sowie vom Fachbereich Chemie, Biochemie und Pharmazie der Goethe-Universität Frankfurt.

Weitere Informationen:
Der Studiengang Pharma-MBA an der Goethe Business School
https://www.goethe-business-school.de/de/masterprogramme/pharma-mba

Pressemitteilung der Goethe-Universität: „Erster Jahrgang des Pharma-MBA erfolgreich gestartet“
https://www.puk.uni-frankfurt.de/75100770/Erster_Jahrgang_des_Pharma_MBA_erfolgreich_gestartet

Bilder zum Download:
https://www.uni-frankfurt.de/177808363

Bildtext: Das Jubiläumsschiff: Mehr als 80 Gäste feierten auf dem Personenschiff „J.W. von Goethe“ das 10-jährige Bestehen des Weiterbildungsstudiengangs Pharma-MBA der Goethe Business School. Foto: Stefan Wildhirt für Goethe Business School gGmbH

Kontakt
Ulrike Lachmund
Director of Marketing
Goethe Business School gGmbH
Tel.: +49 (0)69 798-33503
marketing@gbs.uni-frankfurt.de
https://www.goethe-business-school.de

Bluesky: @goetheuni.bsky.social
Linkedin: @Goethe-Universität Frankfurt @Goethe Business School

Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Sep 8 2025
10:44

Schopenhauer-Studio der Universitätsbibliothek Frankfurt zeigt Ausstellung über Migration, Erinnerung und Zugehörigkeit

Verflochten. Perspektiven postmigrantischer Gegenwart

FRANKFURT. Wie sprechen wir über Herkunft, wenn Heimat kein einzelner Ort ist? Was bleibt zurück – und was wandert mit? In der Ausstellung „Verflochten. Perspektiven postmigrantischer Gegenwart“, die

am Donnerstag, 18. September, um 18:30 Uhr
im Foyer der Zentralbibliothek der Universitätsbibliothek Frankfurt

eröffnet wird, verweben fünf künstlerische Arbeiten aus Frankfurt am Main persönliche Migrationserfahrungen mit individuellen Ausdrucksformen: Zu sehen sind Drahtmasken, Leinwand, Klang, Objekte und Film. Die Werke sind das Ergebnis einer künstlerisch-forschenden Annäherung an Erinnerung, Identität und das Spannungsfeld zwischen Verortung und Bewegung. Persönliche Geschichten finden über Gespräche und Zusammenarbeit ihren Ausdruck in künstlerischen Formen.

Die Arbeiten entstanden im Rahmen der Masterarbeit von Loredana Sofía Pellizzon, die an der Goethe-Universität Kunst Medien Kulturelle Bildung studiert. Für ihr Projekt hat sie sich seit Juni 2025 mit den Geschichten junger Frankfurterinnen und Frankfurter auseinandergesetzt. Viele gehören der zweiten oder dritten Generation mit familiärer Migrationserfahrung an. In Gesprächen, gestalterischen Experimenten und individuellen Prozessen entstanden Werke, die persönliche Erfahrungen künstlerisch übersetzen und neue Perspektiven eröffnen.

Die Ausstellung ist bis 30. September 2025 im Schopenhauer-Studio der Universitätsbibliothek Frankfurt, Freimannplatz 1, 60325 Frankfurt am Main zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 13-18 Uhr, Samstag: 13-17 Uhr.

Vernissage und Empfang (s.o.) sind öffentlich.

Ein Bild zum Download finden Sie unter: http://www.uni-frankfurt.de/177799915„Raíces“ lautet der Titel dieses Werkes. (Copyright: Loredana Sofía Pellizzon)

Information:
Melanie Baunemann
Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg
Mobil: (0152) 023 506 97
E-Mail: kom@ub.uni-frankfurt.de

Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de


 

Sep 8 2025
10:25

Forschungsprojekt „InterCare“ an der Goethe-Universität sucht Probandinnen und Probanden 

Zwischen Bildung, Unterstützung und Pflege

Sie müssen gut organisiert sein: junge Menschen, die neben Ausbildung oder Studium einen Angehörigen oder eine befreundete Person unterstützen oder pflegen. Für eine Studie an der Goethe-Universität, die Aufschluss über deren Situation geben soll, werden nun Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht – sowohl junge Menschen in (Aus-)Bildung oder Studium als auch jene Personen, die von ihnen unterstützt oder gepflegt werden.

 FRANKFURT. Wie gelingt es, (Aus-)Bildung oder Studium mit der Verantwortung für einen anderen Menschen zu vereinbaren? Welche besonderen Herausforderungen sind damit verbunden? Und wie könnte die Situation unterstützender oder pflegender junger Menschen verbessert werden? Diese Fragen stehen im Fokus der Befragung für das Forschungsprojekt „InterCare“ unter der Leitung der Soziologin Dr. Anna Wanka. Gesucht werden junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren, die sich in Studium, Aus- oder Weiterbildung befinden und gleichzeitig eine ältere Person unterstützen oder pflegen. Ebenfalls gesucht werden Menschen, die von einer solchen Person unterstützt oder gepflegt werden und mindestens 20 Jahre älter als diese sind.

Wer Teil des Forschungsprojekts sein möchte und bereit ist, seine Erfahrungen und Gedanken zu teilen, kann sich bei Dr. Anna Wanka melden unter wanka@em.uni-frankfurt.de

Weitere Informationen
Dr. Anna Wanka
Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Telefon 069 798-36393
E-Mail wanka@em.uni-frankfurt.dehttps://tinygu.de/ProjektInterCare

Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Sep 8 2025
09:43

Goethe-Universität lädt zu öffentlicher Tagung über ein brisantes Thema

Suizidprävention gemeinsam denken

FRANKFURT. Anlässlich des Welttages der Suizidprävention am 10. September und der Einrichtung der ersten deutschen Professur für Suizidologie und Suizidprävention an der Goethe-Universität findet unter dem Titel „Forschung, Erfahrung, Engagement – Suizidprävention gemeinsam denken“ 

am Freitag, 12. September, und Samstag, 13. September
an der Universitätsmedizin Frankfurt, Haus 20,
Theodor-Stern-Kai 7, 60596 Frankfurt/Main

ein öffentliches Symposium statt. Veranstalter ist die Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Goethe-Universität mit Prof. Ute Lewitzka, die Deutschlands erste Professur für Suizidprävention innehat. Die Suizidologie erforscht die komplexen Ursachen und Dynamiken des suizidalen Geschehens, schafft damit die Grundlage für eine wirksame Prävention und Intervention und stärkt das Bewusstsein für psychische Gesundheit.

Das Symposium richtet sich an Fachleute im Gesundheitswesen, an Betroffene, An- und Zugehörige sowie Menschen, die sich in der Suizidprävention engagieren (möchten) – und an die Medien. In Vorträgen und Diskussionen geht es um Ursachen, Präventionsstrategien und therapeutische Ansätze für suizidales Verhalten. Auch historische und künstlerische Perspektiven finden ihren Raum. Letztlich geht es stets um die Frage: Wie können wir Menschen in suizidalen Krisen wirksam unterstützen?

Zu einigen Vorträgen: Thomas Niederkrotenthaler (Wien) spricht über die Rolle der Medien in der Suizidprävention, Karolien Notebaert (Frankfurt) hält einen Impulsvortrag über Lebensqualität und Gehirnforschung. Tom Bschor (Berlin) beleuchtet die historische Dimension von Suizid. Die Zusammenhänge von Suizidalität und Sucht thematisiert Barbara Schneider (Köln).

Anmeldung unter: https://terminplaner6.dfn.de/de/b/7eb03f78a165442f74f68bb195593cd0-1326943
Information:
Prof. Dr. Ute Lewitzka
Professur für Suizidologie und Suizidprävention
Universitätsmedizin
Goethe-Universität Frankfurt
E-Mail lewitzka@med.uni-frankfurt.de

Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de


 

Sep 5 2025
17:33

Mehr als 100 internationale Forscher, Berater und Praktiker der regionalen Arbeitsmarktpolitik treffen sich an der Goethe Universität 

Gemeinsam blickt es sich besser in die Zukunft: 20 Jahre European Network on Regional Labour Market Monitoring 

Welche Probleme haben der Arbeitsmarkt in vietnamesichen Regionen und der in Hessen gemeinsam? Und was kann man aus den Lösungen der jeweils anderen lernen? Mehr als 100 Fachleute aus Europa, Asien und Afrika kommen im September zu einer Tagung der European Network on Regional Labour Market Monitoring an die Goethe-Universität. Im Zentrum der Tagung stehen genau solche Fragen.  

FRANKFURT. Um auf dem regionalen Arbeitsmarkt die richtigen Weichen zu stellen, braucht es belastbare Prognosen. Bisherige Methoden stoßen in Zeiten multipler Krisen und unvorhersehbarer politischer Entscheidungen an Grenzen: Ereignisse wie der russische Angriff auf die Ukraine oder die Coronapandemie, aber auch der Strukturwandel in den Produktionsbranchen lassen die Treffsicherheit schrumpfen. Vergangene Entwicklungen in die Zukunft zu projizieren, ist angesichts der schnellen und beispiellosen Veränderungen nicht mehr zielführend. Eine Alternative sind so genannte Foresight-Methoden.

Foresight-Methoden liefern keine statistischen Daten, sondern sammeln systematisch Expertenwissen, um zu erklären, wie künftige Entwicklungen aussehen könnten, oft anhand verschiedener Szenarien. Weltweit befassen sich Fachleute aus Forschung und Politikberatung vermehrt mit dieser Methodik. In den meisten Staaten und Regionen Europas ist Foresight, gerade in der Politikberatung, jedoch noch Neuland. Die Tagung des European Network on Regional Labour Market Monitoring von 17. bis 19. September nimmt das Thema in Vorträgen und Diskussionen in den Blick.

Das European Network on Regional Labour Market Monitoring mit mehr als 400 Mitgliedern aus mehr als 30 Ländern wurde vor 20 Jahren durch das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität gegründet. Es soll die Daten- und Informationslage für arbeitsmarktrelevante Entscheidungen in den Regionen verbessern helfen. Bei jährlichen Treffen tauschen sich die Mitglieder über die Entwicklung regionaler Arbeitsmärkte sowie über Theorien, Konzepte und Methoden zu deren Monitoring aus.

„Von der Tagung erwarten wir uns wichtige Impulse für die hessische Arbeitsmarktpolitik“, sagt Heike Hofmann, Hessische Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, die die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen hat und aktiv teilnehmen wird.  Das European Network on Regional Labour Market Monitoring beweise seit 20 Jahren, dass es sich lohnt, über den Tellerrand hinauszuschauen. Die Herausforderungen seien in unterschiedlichen Regionen oft ähnlich, die Lösungen aber unterschiedlich. „Davon kann ein starker Impuls für neue Ideen für die eigene Region ausgehen“, formuliert Christa Larsen, Leiterin des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität und Koordinatorin des European Network on Regional Labour Market Monitoring. Innerhalb Deutschlands sei Hessen in dieser Hinsicht weiter als andere Bundesländer, sagt Larsen. Aber auch am Ausland könne man sich ein Beispiel nehmen. So seien einige spanische Regionen sowie Regionen in Skandinavien, den Niederlanden und Österreich sehr weit im Hinblick auf das Netzwerken zwischen Forschung und Politik, um die sogenannte evidenzbasierte Politik voranzubringen.

Aber auch andere internationale Organisationen profitieren vom Netzwerk. Nicht umsonst fungiert die deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Frankfurt als Mitveranstalter. Auch eine große Delegation aus den Arbeitsministerien der zehn ASEAN-Staaten wird an der Konferenz teilnehmen. Das Netzwerk ist zudem eng mit dem OECD-Programm Local Employment und Economic Development (LEED) verbunden, das ebenfalls als Mitveranstalter auftritt und weltweit engagiert ist.

Sein 20-jähriges Bestehen feiert das European Network on Regional Labour Market Monitoring (EN RLMM) am Abend des 18. September mit einer Galaveranstaltung. Dazu werden Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Politik in Hessen erwartet. Thorsten Schäfer-Gümbel, Vorstandssprecher der GIZ, hält die Keynote. Uni-Vizepräsident Prof. Dr. Bernhard Brüne: „Die Goethe-Universität ist als Tagungsstätte für den internationalen Austausch und die Kooperation optimal geeignet, und ich freue mich sehr, dass hier auch das wichtige Thema Foresight strategisch vorangebracht wird“.

Eine Teilnahme ist für die Medien möglich unter:
https://www.iwak-frankfurt.de/konferenz-zum-20-jaehrigen-bestehen-des-european-network-on-regional-labour-market-monitoring-en-rlmm/
https://www.iwak-frankfurt.de/galaveranstaltung-20-jahre-europaeische-zusammenarbeit-im-regionalen-arbeitsmarktmonitoring/

Für weitere Informationen und Interviewanfragen an Sprecher im Programm kontaktieren Sie bitte Dr. Christa Larsen telefonisch unter 069 798-22152 oder per E-Mail: c.larsen@em.uni-frankfurt.de.

Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Sep 4 2025
12:11

Themen aus Paläontologie, Archäologie, Zahnmedizin und Kunstgeschichte

22. Frankfurter Kinder-Uni: Ein Audimax mit 1000 Kindern   

FRANKFURT. Der Countdown läuft, in wenigen Tagen öffnet die Goethe-Universität wieder ihren größten Hörsaal, das Audimax am Campus Westend, für das jüngste Auditorium des Jahres. Die 22. Frankfurter Kinder-Uni findet 

von Montag, 15. September, bis Donnerstag, 18. September 2025, jeweils um 16 Uhr
im Hörsaalzentrum (Theodor-W.-Adorno-Platz, 60323 Frankfurt)


statt. Die Vormittagsvorlesungen sind für angemeldete Schulklassen reserviert (Näheres unter www.kinderuni.uni-frankfurt.de) und bereits ausgebucht. Nachmittags sind Besucherinnen und Besucher ohne Anmeldung willkommen. 

Die Kinder-Uni richtet sich an Acht- bis Zwölfjährige, Klassenstufe drei bis sechs. Für diese besondere Zielgruppe bereiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität eine spannende und altersgerechte Vorlesung vor, die Raum zum Mitmachen und Fragen lässt. In diesem Jahr hat das Organisationsteam der Frankfurter Kinder-Uni Themen aus den Fächern Paläontologie, Archäologie, Zahnmedizin und Kunstgeschichte zusammengestellt: Es geht es um fossile Funde aus der Grube Messel (Montag), um römische Münzen und die Geschichten, die sie erzählen (Dienstag), um Zahnersatz mittels 3D-Drucker (Mittwoch) und um die Eroberung Englands durch die Normannen, wie sie der Teppich von Bayeux bildhaft erzählt (Donnerstag).

Das Programm

Unter dem Titel „Urzeit-Riesenschlange auf Beutefang“ blicken Dr. Renate Rabenstein und Dr. Krister Smith am Montag, 15. September, aus der Paläontologie 47 Millionen Jahre zurück. Damals wurde ein See zur Falle für viele Tiere. Heute finden Forscherinnen und Forscher in der Grube Messel nahe Darmstadt Spuren dieser Tiere im Gestein. Diese Fossilien kann man mit einem Röntgengerät untersuchen – und Erstaunliches herausfinden, etwa über den Speiseplan von Würgeschlangen. 

„Der Kaiser in der Spardose“ steht im Mittelpunkt der Vorlesung der Archäologieprofessorin Fleur Kemmers am Dienstag, 16. September, 16 Uhr. Kemmers' Spezialgebiet sind römische Münzen und die Abbildungen darauf. Der Kaiser nutzte die Münzen als Werbefläche für sich: Schaut her, was für ein toller Herrscher ich bin und was ich für mein Volk getan habe! Aber kam die Botschaft bis im letzten Winkel des riesigen Reiches an? 

„Wie macht man einen neuen Zahn?“ – so lautet die Frage in der dritten Vorlesung Mittwoch, 17. September 2025. Klar, wenn ein Milchzahn wackelt und ausfällt, ist das kein Problem: Darunter wartet schon ein neuer. Bei Erwachsenen ist der Ersatz nicht so leicht. Kein Wunder, dass früher viele mit Zahnlücken herumliefen. Wie mittels Spezialkamera, Computer und 3D-Drucker ein neuer Zahn entsteht, das erklären Dr. Steffani Görl, Dr. Kathrin Seidel und Sebastian Hauser aus der Zahnmedizin.

Bei der vierten und letzten Vorlesung am Donnerstag, 18. September, geht es um die Frage „Superheld und Superschurke?“. Kunstgeschichtsprofessorin Kristin Böse betrachtet gemeinsam mit den Kindern die Abbildungen auf dem 68 Meter langen Teppich von Bayeux, der ein wichtiges Kapitel Geschichte erzählt: Die Adeligen William und Harold wollen beide König von England werden. Zwei Könige für ein Land, das geht natürlich nicht – und so kommt es zur entscheidenden Schlacht von Hastings. Doch wer ist der Schurke, wer der Held? 

Wie in jedem Jahr gibt es zu jeder Vorlesung ein Quiz. Wer die richtigen Antworten weiß, kann einen tollen Buchpreis, ein Kinder-Uni-Shirt und andere prima Preise gewinnen. Aber auch wer mehrere Vorlesungen besucht und sich das in seinem Kinder-Uni-Studiausweis bestätigen lässt, kann als „Vielhörer“ einen Preis gewinnen.

In diesem Jahr gibt es auch wieder interessante Angebote im Foyer: So können die Kinder-Uni-Studis am Stand des Gießener Mitmach-Museum Mathematikum knobeln und experimentieren, montags ist zudem das Senckenberg-Museum mit Angeboten für Kinder vertreten, dienstags das Saalburg-Museum. An den Nachmittagen kann man an einem Büchertisch zu den Vorlesungen passende Kinderliteratur erwerben.

Nach den Vormittagsvorlesungen können die Schülerinnen und Schüler sich in der Mensa, den Cafeterien des Studierendenwerks oder im Café-Bistro „Sturm und Drang“ im Erdgeschoss des Hörsaalgebäudes stärken – so wie „echte“ Studentinnen und Studenten. Das „Sturm und Drang“ hat nachmittags auch für Eltern und Kinder geöffnet.


„Ich freue mich schon auf die Kinder-Uni und darauf, dass sich bald wieder so viele Schülerinnen und Schüler auf dem Campus tummeln werden. Die Kinder-Uni liegt mit sehr am Herzen. Sie ist mit mehr als 10.000 Besucherinnen und Besuchern nicht nur unsere größte Veranstaltung; vor allem erreichen wir mit diesem Angebot alle Schularten und Bildungsschichten. Denn Wissensdurst und akademisches Potenzial beschränken sich nicht auf Kinder, deren Eltern studiert haben“, sagt Prof. Viera Pirker, die für Lehre zuständige Vizepräsidentin an der Goethe-Universität.  

Dr. Marschner Stiftung fördert verlässlich
„Zuverlässig unterstützt die Dr. Marschner Stiftung die Frankfurt Kinder-Uni seit nunmehr 10 Jahren - ein Jubiläum, an dem man bereits erkennt, wie wichtig uns dieses Projekt und die Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität ist“, sagt Peter Gatzemeier, Vorstand der Dr. Marschner Stiftung. Auch 2025 wird er die Kinder-Uni wieder persönlich besuchen. „Es ist durchaus beeindruckend, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sich immer wieder auf die Kinder einlassen und den richtigen Dreh finden, diese für komplexe Themen zu begeistern. Die frühe Auseinandersetzung mit der Wissenschaft: nicht nur unterhaltend informativ für die jungen Zuhörer der Kinder-Uni, sondern ebenso ein kleiner Baustein für eine chancenreiche Zukunft unserer Gesellschaft.“
Medienpartner der Frankfurter Kinder-Uni ist auch in diesem Jahr die Frankfurter Rundschau, die täglich über die Veranstaltungen berichten und ebenfalls ein Gewinnspiel anbieten wird.


Informationen: 
Dr. Anke Sauter und Dr. Markus Bernards
Wissenschaftskommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Telefon 069 798-13066 bzw. 798- 12498
E-Mail kinderuni@uni-frankfurt.de
Homepage www.kinderuni.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Sep 4 2025
12:05

Neue Forschungsprojekte an der Goethe-Universität untersuchen Gründe für das Aussterben prähistorischer Haiarten und entwickeln neue Methode zur Analyse großer Biomoleküle mittels Kernspinresonanz-Spektroskopie

Zwei ERC-Grants für Goethe-Universität: Warum Haie aussterben und sich die Dynamik von Biomolekülen untersuchen lässt

Zwei herausragende Wissenschaftler der Goethe-Universität konnten jetzt je ein renommiertes Stipendium des Europäischen Forschungsrats (ECR) für ihre zukunftsweisenden Forschungsprojekte einwerben: Der Geowissenschaftler Dr. Jeremy McCormack befasst sich im Rahmen seines ERC Starting Grants mit der Frage, inwieweit die Ökologie prähistorischer Haie ihr Risiko erhöht hat, auszusterben. Der Chemiker Dr. Andrei Kuzhelev entwickelt eine ultrahochauflösende Kernspinresonanzspektroskopie weiter, um damit in winzigen Materialproben die Dynamik komplexer Biomoleküle in Nanoliter-großen Proben zu bestimmen. Die Grants sind mit je rund 1,5 Millionen Euro dotiert.

FRANKFURT. Prof. Bernhard Brüne, Vizepräsident der Goethe-Universität für Forschung, gratulierte den beiden Wissenschaftlern: „Die Forschungsprojekte von Jeremy McCormack und Andrei Kuzhelev sind eindrucksvolle Beispiele dafür, wie wir an der Goethe-Universität die Grenzen des gerade noch Messbaren immer weiter verschieben, ob es um atomare Spuren der Nahrung von Haien in deren Zähnen oder eine innovative spektroskopische Methode zur Untersuchung der Dynamiken großer Biomoleküle geht. Ich freue mich, dass der Europäische Wissenschaftsrat diese zukunftsweisenden Projekte fördert.“

SHARKS: Mitten im sechsten großen Massenaussterben der Erdgeschichte – heute – richtet der Geowissenschaftler Dr. Jeremy McCormack in seinem ERC-Projekt seinen Blick auf Haie, von denen – hauptsächlich durch Überfischung – jede vierte Art vom Aussterben bedroht ist. Mit neuen Methoden zur Analyse von Zink-, Kalzium- und Stickstoff-Isotopen fossiler Zähne verschiedener prähistorischer Haiarten untersucht er, wie die Ökologie und speziell die verfügbare Nahrung der Raubfische zu ihrem Aussterben beigetragen hat. Dies ist möglich, weil sich das Verhältnis verschiedener Isotope in seinen Zähnen verändert, je nachdem, von welcher Stufe der Nahrungspyramide die Beutetiere eines Hais stammen. Die Erkenntnisse sollen verstehen helfen, wodurch prähistorische Haiarten ausgestorben sind und Schutzkonzepten heutiger bedrohter Haiarten zugutekommen. 

LiquidStateDNP: In seinem ERC-Projekt wird Dr. Andrei Kuzhelev die Kernspinresonanzspektroskopie (NMR) für Biomolekül-Lösungen im Nanoliterbereich entwickeln. Er nutzt dafür eine spezielle NMR-Technik, die „Liquid State Dynamic Nuclear Polarization (DNP)“, die am Biomolekularen Resonanzzentrum (BMRZ) der Goethe-Universität verfügbar ist und weltweit einzigartige Analysemöglichkeiten bietet: Kleinste Probenmengen von Biomaterialien müssen nicht wie bei ähnlichen Verfahren schockgefroren werden, sondern können in flüssiger Phase und damit näher an ihrem natürlichen Zustand untersucht werden. Kuzhelev wird das Verfahren deutlich weiterentwickeln, um nicht nur die Struktur und Dynamik kleiner, sondern auch großer, komplexer Biomoleküle aufklären zu können, was einen entscheidenden technologischen Fortschritt für verschiedene Anwendungen von den Materialwissenschaften bis zur medizinischen Wirkstoffentwicklung bringen wird.

ERC Starting Grants unterstützen exzellente Forscherinnen und Forscher, die sich in den ersten Jahren nach ihrer Promotion ein eigenes Forschungsteam aufbauen und sich mit einem viel versprechenden Forschungsprojekt wissenschaftlich etablieren wollen. Für die Projekte erhalten sie bis zu 1,5 Millionen Euro über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren.

Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) ist eine von der Europäischen Kommission eingerichtete Institution zur Finanzierung grundlagenorientierter Forschung.


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Dr. Jeremy McCormack, Goethe Universität Frankfurt. Foto: Jürgen Lecher

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Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Aug 28 2025
11:00

Team um Forschende der Goethe-Universität Frankfurt entwickelt Technologie zur Suche nach Genen bestimmter Funktionen

Wie Pflanzen verrotten: Neue Methode entschlüsselt verborgene Zersetzer von Holz und Blatt

Wenn Millionen kleiner Organismen totes Pflanzenmaterial zersetzen, halten sie damit den globalen Kohlenstoffkreislauf in Gang. Um herauszufinden, welche molekularen Werkzeuge verschiedene Arten für diesen Abbau besitzen, haben Forschende der Goethe-Universität zusammen mit Kolleg*innen der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Justus-Liebig-Universität Gießen eine neue Methode entwickelt. Ihre Analyse von über 18.000 Arten brachte überraschende Entdeckungen: Neben Pilzen und Bakterien verfügen offenbar auch einige wirbellose Tiere über eine ganze Palette dieser Werkzeuge, während manch ein Pilz sie wieder verlor, als er zu einem Parasiten wurde.

FRANKFURT. Wenn ein Baum stirbt, wird er zur Grundlage für neues Leben: In einem langsamen, unsichtbaren Prozess werden Blätter, Holz und Wurzeln nach und nach zersetzt – nicht von Wind und Wetter, sondern von Abermillionen kleinster Lebewesen. Pilze durchziehen das Totholz mit feinen Fäden und bauen Zellwände ab. Winzige Tiere wie Insektenlarven oder Milben nagen sich durch das Gewebe. Und dabei geschieht etwas Entscheidendes: Der in der Pflanze gespeicherte Kohlenstoff wird freigesetzt und steht letztlich wieder Pflanzen zur Photosynthese zur Verfügung. Doch wer genau übernimmt diese Aufgabe im globalen Kohlenstoffkreislauf? Und welche molekularen Werkzeuge nutzen die Organismen dafür? Um diese Fragen beantworten zu können, haben die Forschenden eine neue bioinformatische Methode entwickelt, über die sie jetzt in Molecular Biology and Evolution berichten.

18.000 Arten unter der Lupe
Diese Methode namens fDOG (Feature architecture-aware directed ortholog search) ermöglicht es, die Erbsubstanz verschiedener Organismen nach Genen zu durchsuchen, die aus demselben Vorläufergen hervorgegangen sind. Bei diesen so genannten „Orthologen“ geht man davon aus, dass sie Proteine ähnlicher Funktion kodieren. Für die aktuelle Studie suchten die Wissenschaftler*innen nach Genen für Enzyme, die pflanzliche Zellwände abbauen können, sogenannte Plant Cell Wall-Degrading Enzymes (PCDs). Anders als bisherige Verfahren durchsucht fDOG nicht nur große Mengen an Genomdaten, sondern analysiert zusätzlich die Architektur der gefundenen Proteine – also den strukturellen Aufbau, der viel über die Funktion eines Enzyms verrät.

„Wir starten mit einem Gen einer Art, dem sogenannten Seed, und können dann zehntausende Arten nach orthologen Genen durchforsten“, erklärt Ingo Ebersberger, Professor für angewandte Bioinformatik an der Goethe-Universität. „Dabei behalten wir stets im Blick, ob sich die gefundenen Gene möglicherweise in Funktion und Struktur von dem Seed unterscheiden – etwa durch den Verlust einzelner Bereiche, die die für Funktion bedeutsam sind.“

Mit dieser Methode durchsuchte das Forschungsteam mehr als 18.000 Arten aus allen drei Domänen des Lebens – also Bakterien, Archaeen und Eukaryoten (Pflanzen, Tiere Pilze) – nach über 200 potenziellen PCD-Kandidaten. Das Ergebnis: Eine detaillierte globale Karte der Fähigkeit zum Abbau der pflanzlichen Zellwand – mit bisher unerreichter Genauigkeit.

Überraschende Entdeckungen bei Pilzen und Tieren
Die Forschenden entwickelten spezielle Visualisierungsverfahren ein, um die großen Datenmengen auszuwerten und Muster sichtbar zu machen. Im Reich der Pilze zeigten sich dabei charakteristische Veränderungen im Enzym-Repertoire, die darauf hindeuten, wie sich der Lebensstil bestimmter Pilzarten verändert hat: Von einem zersetzenden Lebensstil – also dem Abbau toter Pflanzen – zu einem parasitischen Lebensstil, bei dem sie lebende Tiere befallen. Solche evolutionären Übergänge spiegeln sich in charakteristischen Mustern des Enzymverlusts und -gewinns wider.

Im Tierreich gab es eine besondere Überraschung: Einige Gliederfüßer besitzen ein unerwartet breites Spektrum an zellwandabbauenden Enzymen. Diese Enzyme stammen wahrscheinlich ursprünglich von Pilzen und Bakterien und gelangten durch die direkte Übertragung von Genen zwischen verschiedenen Organismen – also horizontalen Gentransfer – in das Erbgut der Wirbellosen. Das deutet darauf hin, dass sie möglicherweise eigenständig pflanzliches Material abbauen können – und nicht auf die Bakterien in ihrem Darm angewiesen sind, wie bisher angenommen. In einem weiteren Fall stellte sich allerdings heraus, dass die potenziellen PCD-Gene in der analysierten Sequenz auf eine mikrobielle Kontamination zurückzuführen waren – ein wichtiger Hinweis darauf, wie sorgfältig solche Daten geprüft werden müssen.

Neue Einblicke in den globalen Kohlenstoffkreislauf
Die Studie zeigt, wie sich mit fDOG biologische Fähigkeiten systematisch über den gesamten Lebensbaum hinweg erfassen lassen – von großräumigen Übersichten bis hin zu detaillierten Untersuchungen einzelner Arten. Die Methode ermöglicht es, sowohl evolutionäre Veränderungen zu verfolgen als auch bisher übersehene Akteure im globalen Kohlenstoffkreislauf zu identifizieren. Da Böden große Mengen an abgestorbenem Pflanzenmaterial enthalten und damit den größten irdischen Kohlenstoffspeicher darstellen, ist der Abbau von Pflanzenmaterial ein wichtiger Treiber des globalen Kohlenstoffkreislaufs. „Unsere Methode gibt uns einen völlig neuen Blick darauf, wie sich Stoffwechsel-Fähigkeiten über den Lebensbaum verteilen", so Ebersberger. „Wir können nun in verschiedenen Maßstäben analysieren und dabei sowohl jüngste evolutionäre Veränderungen als auch große Muster erkennen."


Publikation: Vinh Tran, Felix Langschied, Hannah Muelbaier, Julian Dosch, Freya Arthen, Miklos Balint, Ingo Ebersberger: Feature architecture-aware ortholog search with fDOG reveals the distribution of plant cell wall-degrading enzymes across life. Molecular Biology and Evolution (2025) https://doi.org/10.1093/molbev/msaf120

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Bildtext: Welche Organismen die nötigen enzymatischen Werkzeuge besitzen, um Zellulose in Totholz und Blättern zu zersetzen, untersuchte eine aktuelle bioinformatische Studie der Goethe-Universität. Foto: Markus Bernards

Weitere Informationen
Prof. Dr. Ingo Ebersberger
Leiter Arbeitskreis Angewandte Bioinformatik
Institut für Zellbiologie & Neurowissenschaften
Goethe-Universität Frankfurt
Tel. +49 (0)69 798-42112
ebersberger@bio.uni-frankfurt.de

Bluesky: @goetheuni.bsky.social
LinkedIn: @Goethe-Universität Frankfurt


Redaktion: Wissenschaftskommunikation: Dr. Phyllis Mania, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13001, Fax 069 798-763-12531, mania@physik.uni-frankfurt.de

 

Aug 20 2025
16:29

Das Museum Giersch der Goethe-Universität wird zum Zukunftslabor für Jung und Alt

Museumsuferfest 2025: „Zukünfte gestalten“

Wie sieht unsere Zukunft aus? Welche Wege stehen uns offen – und welche sollten wir wählen? Zum Museumsuferfest 2025 vom 29. bis zum 31. August lädt das MGGU - Museum Giersch der Goethe-Universität unter dem Motto „Zukünfte gestalten“ ein, diese Fragen zu erkunden. Mit einem vielseitigen Programm und der aktuellen Ausstellung „FIXING FUTURES. Planetare Zukünfte zwischen Spekulation und Kontrolle“ wird das Museum zu einem kreativen Labor für Visionen, Diskussionen und künstlerische Interventionen.

FRANKFURT. Die Ausstellung „FIXING FUTURES“ des MGGU öffnet zum Museumsuferfest zum letzten Mal ihre Türen. Bis zum 31. August spannt die Ausstellung noch einmal thematisch den Bogen von Geoengineering und Wettermanipulation über Quantencomputer bis hin zu dekolonialen Visionen. Die zentrale Frage lautet: Welche Zukünfte wollen wir – und wie können wir sie gestalten? Die Ausstellung versteht Zukünfte nicht als fixierte Vorstellungen, sondern als offene Möglichkeitsräume.

Führungen und Gesprächsimpulse

An den drei Festtagen bietet das MGGU regelmäßige Führungen durch die Ausstellung an. Besucher*innen sind eingeladen, sich aktiv an Gesprächen über alternative Zukunftsentwürfe zu beteiligen.

Tarot-Lesungen mit Pêdra Costa

Ein besonderes Highlight des Wochenendes sind die Tarot-Sitzungen mit der brasilianischen Performancekünstlerin und Anthropologin Pêdra Costa. Die individuell gestalteten, queer-feministischen Lesungen eröffnen einen intuitiven Zugang zu den persönlichen Zukünften – spirituell, sensibel und mit dekolonialer Perspektive.

Die Sitzungen finden in verschiedenen Sprachen statt (Englisch, Spanisch, Portugiesisch und auf Wunsch mit deutscher Übersetzung) und stehen allen Interessierten offen – ohne Anmeldung, nach dem Prinzip „first come, first served“.

PLACES OF ONE'S OWN: FÜR MICH – Collagen-Präsentation

Am Samstag um 13 Uhr präsentieren Teilnehmer*innen vor dem Museum Collagen, die im Rahmen von Workshops mit der Künstlerin Jordan Rita Seruya Awori entstanden sind. Das Projekt – eine Kooperation von KONE e.V. und dem MGGU – thematisiert kreative Selbstreflexion und persönliche Freiräume. Die Werke spiegeln individuelle Erfahrungen ebenso wie gemeinsame Auseinandersetzungen mit Rollenbildern, Identität und Selbstvertrauen. Das Format „Places of One's Own“ ist Teil des Projektes „Places to See“.

Offenes Atelier für Kinder: Insekten und Fantasiewesen der Zukunft

Vor dem Museum entsteht ein Raum für junge Zukunftsgestalter*innen: Im offenen Atelier können Kinder Insekten und Wesen einer neuen Biodiversität gestalten – eine spielerische und künstlerische Antwort auf ökologische Herausforderungen.

Antiquariatsmeile mit Zukunftsfokus

Auch die beliebte Antiquariatsmeile greift in diesem Jahr das Thema „Zukünfte gestalten“ auf. Viele Händler*innen präsentieren ein speziell kuratiertes Angebot rund um Science-Fiction, Utopien, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Visionen. Die Meile wird großzügig von der STIFTUNG GIERSCH unterstützt.

Programmüberblick

Freitag, 29. August
10 – 19 Uhr Ausstellung „FIXING FUTURES – Planetare Zukünfte zwischen Spekulation und Kontrolle“
15 Uhr Eröffnung der Antiquariatsmeile
17 Uhr Führung durch die Ausstellung

Samstag, 30. August
10 – 19 Uhr Ausstellung „FIXING FUTURES – Planetare Zukünfte zwischen Spekulation und Kontrolle“ und Antiquariatsmeile
12 – 17 Uhr Tarot-Lesungen mit Pêdra Costa13 Uhr PLACES OF ONE'S OWN: FÜR MICH – Collagen-Präsentation mit Jordan Rita Seruya Awori im Zelt vor dem Museum
13 – 18 Uhr Offenes Atelier für Kinder am Stand vor dem MGGU
15 & 17 Uhr Führungen

Sonntag, 31. August
10 – 19 Uhr Ausstellung „FIXING FUTURES – Planetare Zukünfte zwischen Spekulation und Kontrolle“ und Antiquariatsmeile
12 – 17 Uhr Tarot-Lesungen mit Pêdra Costa
13 – 18 Uhr Offenes Atelier für Kinder am Stand vor dem MGGU
15 & 17 Uhr Führungen

Eintritt
Der Eintritt zum MGGU während des Museumsuferfestes ist ab Freitag, 29. August, 15 Uhr bis Sonntag nur mit dem Museumsufer-Button möglich. Der Button ist für 7 Euro an der Museumskasse erhältlich. Museumsufercard- und Museumsuferticket-Inhaber*innen erhalten freien Zutritt.

Weitere Informationen und das detaillierte Programm unter: www.mggu.de/veranstaltungen

MGGU – Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main
Ansprechpartnerin für die Presse: Christine Karmann
Fon: 069/138210121 // E-Mail: presse@mggu.deTexte und Bilder zum Download für die Presse: www.mggu.de/presse


Redaktion: Volker Schmidt, Leiter Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, v.schmidt@em.uni-frankfurt.de

 

Aug 19 2025
16:14

Wie internationale Studienabsolventinnen und -absolventen gewonnen werden

Willkommenskultur als Mittel gegen den Fachkräftemangel

Um hochqualifizierte Fachkräfte ausländischer Herkunft für den Arbeitsmarkt zu gewinnen, braucht es eine ausgeprägte Willkommenskultur. Doch wie könnte diese aussehen? Gut 100 Arbeitsmarktexperten haben sich darüber bei einer Veranstaltung an der Goethe-Universität ausgetauscht. Veranstalter war der International Career Service Rhein-Main, ein Verbund von fünf öffentlichen Hochschulen in Südhessen.

FRANKFURT. Gerade in den urbanen Gebieten Hessens wie der Region Rhein-Main suchen Arbeitgeber händeringend nach Fachkräften mit Studienabschluss. Die Lage ist schon jetzt sehr angespannt und wird sich durch den Altersaustritt der „Babyboomer“ nochmals verschärfen. Allein auf dem Frankfurter Arbeitsmarkt werden bis zum Jahr 2030 rund 28.000 Akademiker fehlen. Dies zeigen die Prognosen, die das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität im Auftrag der hessischen Landesregierung erstellt hat (www.hessische-berufsprognosen.de). 

Um gegen diesen Mangel anzugehen, ist Kreativität gefragt. Ein beträchtliches Potenzial liegt in den rund 25.000 internationalen Studierenden, die derzeit an den fünf öffentlichen Hochschulen in Südhessen (Goethe-Universität Frankfurt a.M., Technische Universität Darmstadt, Frankfurt University of Applied Sciences, Hochschule Darmstadt und Hochschule Rhein-Main) studieren. Die wenigsten der an hessischen Hochschulen qualifizierten internationalen Studienabsolventen gelangt in der Regel in ein Beschäftigungsverhältnis auf dem hessischen Arbeitsmarkt. Dafür gibt es viele Gründe: Viele Internationale haben während des Studiums kaum Berührungspunkte mit der Region, sie kennen sich nicht aus mit dem Arbeitsmarktzugang hierzulande, manchen fehlen die erforderlichen Deutschkenntnisse. So zeigen Studien des DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst), dass die Bereitschaft zum Bleiben zwar groß ist, viele internationale Studierende und Absolventen aber die damit verbundenen Hürden nicht überwinden können.

Deshalb fördert das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur seit 2023 aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus und aus Landesmitteln den Aufbau des „International Career Service Rhein-Main (ICS RM)“ finanziell und berät fachlich. Dazu Christoph Degen, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur: „Wir tragen mit diesem Dienst zur Fachkräftesicherung bei. Dabei müssen wir an den Hochschulen, wo zukünftige Fachkräfte ausgebildet werden, auch internationale Studienabsolventen ansprechen und gewinnen. Das liegt an einem so internationalen Standort wie dem Rhein-Main-Gebiet besonders nahe.“

Der International Career Service Rhein-Main ist ein Verbundprojekt der fünf öffentlichen Hochschulen in Südhessen. Die Johannes Gutenberg-Universität aus Mainz ist als assoziierter Partner beteiligt. Der Service unterstützt internationale Studierende mit Informationen zum deutschen Arbeitsmarkt oder dem Gründungsökosystem, macht sie mit Berufsfeldern und Unternehmen vertraut, hilft bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen und der Vorbereitung von Vorstellungsgesprächen. „Wir bemerken eine konstant hohe Nachfrage und erhalten positive Rückmeldungen zu unseren Angeboten“, erklärt Jens Blank, der die Aktivitäten der beteiligten Hochschulen koordiniert. 

Zudem wurde ein Runder Tisch und ein Beirat gebildet, als Brücke zwischen Hochschulen und gewerblicher Wirtschaft sowie Sozialwirtschaft. Da geht es etwa um die Frage, wie Studierende von Anfang an mit der Region in Kontakt kommen können. „Es gibt viele Angebote, aber die sind nicht gebündelt. Wir haben die Angebote jetzt im Tool RAISE (regionale Angebote für internationale Studierende) zusammengeführt. Das Tool steht allen, die internationale Studierende an den Hochschulen beraten, zur Verfügung“, sagt Christa Larsen. Die Leiterin des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur der Goethe-Universität (IWAK) koordiniert die Aktivitäten des Runden Tisches und des Beirats.

Damit internationale Studierende sowie Absolventinnen und Absolventen im Rhein-Main-Gebiet heimisch werden können, braucht es jedoch auch eine gelebte Willkommenskultur. Wenn es um die langfristige Einbindung in die Region geht, ist es entscheidend, ob die Menschen sich hier wohlfühlen. Die am Runden Tisch beteiligten internationalen Studierenden sind der Ansicht, dass hier noch Verbesserungsbedarf besteht. Prof. Axel Plünnecke vom Institut der deutschen Wirtschaft vermittelte wichtige Einblicke aus der Forschung und verdeutlichte, dass die langfristige Bindung internationaler Akademikerinnen und Akademiker nur gelingen kann, wenn in Behörden und vor allem Betrieben die Willkommenskultur gelebt wird. Judith Freisburger vom Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung hat darüber gezeigt, dass es nicht ausreicht, wenn einzelne Beschäftigte geschult sind. Vielmehr sind es die Prozesse und Strukturen und vor allem die Betriebskultur, die Offenheit und Wertschätzung unterstützen können. Jonas Fidler, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, resümierte den erreichten Stand und die noch zu bewältigenden Herausforderungen Er verdeutlichte die hohe Sensibilität, die bei Betrieben und Verwaltungen bereits für die Notwendigkeit gelebter Willkommenskultur besteht. Darüber hinaus haben bereits viele Betriebe ihre Strukturen und Prozesse verändert, um mehr Offenheit und Partizipation zu ermöglichen. Diese könnten als Vorbilder noch besser sichtbar gemacht werden.  

„Die Schaffung einer Willkommenskultur ist ein komplexer Prozess, der Zeit und vielfältiges Engagement erfordert. Es ist jedoch wichtig, sich bewusst auf den Weg zu machen“, so Prof. Sabine Andresen, Vizepräsidentin für Chancen, Karriereentwicklung und -förderung sowie Diversität und Gleichstellung in ihrem Grußwort. Das Projekt „International Career Service Rhein-Main“ biete einen hervorragenden Anlass, sich gezielt mit Willkommenskultur auseinanderzusetzen.

Um hochqualifizierte Fachkräfte ausländischer Herkunft für den Arbeitsmarkt zu gewinnen, braucht es eine ausgeprägte Willkommenskultur. Doch wie könnte diese aussehen? Gut 100 Arbeitsmarktexperten haben sich darüber bei einer Veranstaltung an der Goethe-Universität ausgetauscht. Veranstalter war der International Career Service Rhein-Main, ein Verbund von fünf öffentlichen Hochschulen in Südhessen.


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Aug 19 2025
11:02

Die Großstudie „Gruppenexperiment“ des Instituts für Sozialforschung aus den 50er Jahren soll digital zugänglich gemacht und erforscht werden – DFG fördert Langfristvorhaben für zwölf Jahre

Die postnazistische Gesellschaft

Zu Beginn der 1950er Jahre startete das Institut für Sozialforschung (IfS) eine der aufwendigsten empirischen Studien der deutschen Soziologie: Ziel war es, zu erfahren, inwiefern der Nationalsozialismus seinen Zusammenbruch überdauert hatte. Wie stark waren damals demokratische Einstellungen, wie verbreitet Rassismus und Antisemitismus? Die Ergebnisse blieben nach der Studie weitgehend unveröffentlicht, zu brisant erschienen manche Einblicke. Nun sollen sie in dem Langzeitprojekt „Die postnazistische Gesellschaft. Das ,Gruppenexperiment' des Instituts für Sozialforschung: Erschließung, Edition, Forschung“ erstmals in ihrer Gänze öffentlich gemacht und erforscht werden. Dazu stellt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zunächst für drei Jahre 1,3 Millionen Euro zur Verfügung.

FRANKFURT. Das „Gruppenexperiment“ des IfS produzierte ein einzigartiges Daten-, Auswertungs- und Publikationsmaterial. Für einen großen Teil davon gilt jedoch: Es ist bis heute nicht erschlossen, veröffentlicht und ausgewertet. Damals war die Befürchtung nicht nur beim Studienleiter Theodor W. Adorno groß, eine Veröffentlichung der Ergebnisse könne zu erschütternden politischen Auswirkungen führen. Das zunächst für die erste Phase von drei Jahren von der DFG finanzierte Projekt „Die postnazistische Gesellschaft. Das ,Gruppenexperiment'  des Instituts für Sozialforschung: Erschließung, Edition, Forschung“ soll nun die Veröffentlichung und Auswertung der großangelegten Studie nachholen. Damit beauftragt wurden der Soziologe Stephan Lessenich, Direktor des IfS und Professor an der Goethe-Universität, gemeinsam mit Patrick Sahle, Professor für Digital Humanities an der Universität Wuppertal, und Dr. Thomas Risse, Leiter der IT-Services der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg. Die Koordination des Gesamtvorhabens liegt bei Dirk Braunstein, Leiter des Archivs des Instituts für Sozialforschung. Ein interdisziplinär zusammengesetzter Internationaler Wissenschaftlicher Beirat wird die Edition und Forschung im Rahmen des Vorhabens eng begleiten.

Das auf insgesamt zwölf Jahre angelegte Projekt verfolgt zwei Ziele: Die größtenteils unbekannten Inhalte des Gruppenexperiments sollen vollständig transkribiert und digital frei zugänglich gemacht werden; über ein Onlineportal wird damit die Grundlage für eine weitere disziplinenübergreifende Forschung geschaffen. Darüber hinaus soll das Material im Projekt selbst aus verschiedenen Perspektiven heraus erforscht werden. Das Projektteam rechnet damit, dass das Gruppenexperiment wesentliche neue Erkenntnisse zum Verständnis der postnazistischen Gesellschaft in Westdeutschland liefern wird.

Weitere Informationen
Dr. Dirk Braunstein (Projektbearbeitung)
Leiter des Archivs
Institut für Sozialforschung
Senckenberganlage 26
60325 Frankfurt am Main
+49 (0)69 75 61 83 - 80
dirkbraunstein@netic.de

Dr. Mirko Broll (Öffentlichkeitsarbeit)
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
am Institut für Sozialforschung
Senckenberganlage 26
60325 Frankfurt am MainMail: broll@em.uni-frankfurt.de

Prof. Dr. Patrick Sahle
Professor für Digital Humanities
Bergische Universität Wuppertal
+49-(0)202-439-4862
sahle@uni-wuppertal.de


Herausgeber: Der Präsident der Goethe-Universität Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Aug 8 2025
09:00

​Frankfurter Physiker*innen beobachten die gekoppelte quantenmechanische Nullpunktbewegung der Atome eines Moleküls

Moleküle im Rampenlicht: Schnappschüsse enthüllen den ewigen Tanz der Teilchen

Forscher*innen der Goethe-Universität Frankfurt gelang erstmals die direkte Visualisierung der sogenannten quantenmechanischen Nullpunktbewegung in einem größeren Molekül. Diese Bewegung vollführen Teilchen selbst am absoluten Temperaturnullpunkt. In einem gemeinsamen Experiment mit dem Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg, der Universität Hamburg, dem European XFEL und weiteren Partnern konnten sie den „ewigen Tanz“ der Atome sichtbar machen. Gelungen ist dies Dank des in Frankfurt entwickelten COLTRIMS-Reaktionsmikroskops, das die Struktur der Moleküle rekonstruieren kann. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Zeitschrift „Science“ veröffentlicht.

FRANKFURT. Die Quantenwelt ist für die allermeisten von uns nur schwer vorstellbar: Laut der Heisenbergschen Unschärferelation ist es, als würde man bei einem Tanz nie gleichzeitig genau sehen können, wo jemand gerade tanzt und wie schnell er sich bewegt – man muss sich immer für eines entscheiden. Trotzdem ist dieser quantenmechanische Tanz nicht chaotisch, die Tänzer*innen folgen einer strikten Choreografie. Übertragen auf Moleküle hat dieses seltsame Verhalten noch eine weitere Konsequenz: Selbst, wenn ein Molekül am absoluten Temperaturnullpunkt eigentlich komplett eingefroren sein sollte, kommt es nie völlig zur Ruhe. Angetrieben von der sogenannten Nullpunktenergie führen die Atome, aus denen das Molekül besteht, einen ständigen, leisen Tanz auf, den niemand anhalten kann.

Korreliertes Verhalten der Nullpunktbewegung erstmals direkt gemessen
Diese nach festen Mustern ablaufenden Bewegungen um den Nullpunkt direkt zu messen, galt lange als unmöglich; doch nun ist genau das Wissenschaftler*innen der Goethe-Universität Frankfurt und weiteren Partnern am weltgrößten Röntgenlaser European XFEL in Hamburg gelungen. Sie konnten den „Tanz der Moleküle“ einfangen, indem sie das „Rampenlicht“ auf jeweils ein einzelnes Molekül richteten und Schnappschüsse seiner Atome machten. Nur so konnten sie die perfekte Choreografie der einzelnen Atome des Moleküls sichtbar machen.

Prof. Till Jahnke vom Institut für Kernphysik der Goethe-Universität Frankfurt und dem Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg erläutert: „Das Tolle an unserer Arbeit ist, dass wir sehen konnten, dass nicht jedes Atom für sich schwingt, sondern dass die Atome in den Molekülen gekoppelt schwingen, nach festen Mustern. Dieses Verhalten konnten wir erstmals in einzelnen mittelgroßen Molekülen direkt messen, die sich zudem noch in ihrem energetisch tiefsten Zustand befinden. Diese Nullpunktbewegung ist ein rein quantenmechanisches Phänomen, das klassisch nicht erklärbar ist.“ Statt von Choreografien sprechen Physiker*innen hier von Vibrationsmoden. Sind die Bewegungsmuster von Molekülen mit zwei bis drei Atomen relativ leicht nachvollziehbar, so wird es bei mittelgroßen Molekülen – wie dem hier untersuchten Iodpyridin mit elf Atomen – schnell unübersichtlich. Ganze 27 unterschiedliche Vibrationsmoden hat Iodpyridin im Repertoire – von Ballett über Tango bis hin zum Volkstanz ist also alles dabei.

Dieses Experiment hat eine längere Geschichte. „Wir haben die Daten bereits 2019 im Rahmen einer von Rebecca Boll am European XFEL geführten Messung aufgenommen, die eigentlich auf eine ganz andere Thematik abzielte. Erst zwei Jahre später verstanden wir dann, dass wir tatsächlich Anzeichen für die Nullpunktbewegung sehen. Der Durchbruch kam letztendlich durch die Zusammenarbeit mit unseren Kolleg*innen aus der theoretischen Physik vom Center for Free-Electron Laser Science in Hamburg. Insbesondere Benoît Richard und Ludger Inhester haben mit ihren neuartigen Analysemethoden die Interpretation der Messdaten noch einmal auf ein ganz anderes Level gehoben. Es mussten hier rückblickend schon viele Puzzleteile zusammenkommen und ineinanderpassen“, erklärt Jahnke.

Explosion enthüllt Molekülstruktur
Doch wie gelingt eine Aufnahme der tanzenden Teilchen? Bei der als „Coulomb Explosion Imaging“ bezeichneten Methode werden Moleküle durch ultrakurze, hochintensive Röntgenlaserpulse zur kontrollierten Explosion gebracht, um hochauflösende Bilder ihrer Struktur zu gewinnen. Der Röntgenpuls schlägt dabei zahlreiche Elektronen aus dem Molekül heraus, wodurch elektrisch positiv geladene Atome entstehen, die sich durch elektrostatische Abstoßung innerhalb von Bruchteilen einer Billionstel-Sekunde gegenseitig wegschleudern. Die auseinanderfliegenden Atomtrümmer werden von einer speziellen Apparatur aufgezeichnet, die Einschlagort und -zeitpunkt der Bruchstücke misst, um daraus die ursprüngliche Molekülstruktur zu rekonstruieren. Dieses sogenannte COLTRIMS-Reaktionsmikroskop wurde in den letzten Jahrzehnten in der Arbeitsgruppe für Atomphysik an der Goethe-Universität entwickelt. Eine speziell für die Anforderungen des European XFEL angepasste Version konstruierte Dr. Gregor Kastirke im Rahmen seiner Doktorarbeit. Das Gerät jetzt in Aktion zu sehen, sei etwas ganz Besonderes, so Kastirke: „Solche bahnbrechenden Ergebnisse zu sehen, macht mich schon ein wenig stolz. Sie entstehen nur durch jahrelange Vorbereitung und enge Teamarbeit.“

Neue Einblicke in die Quantenwelt
Die Ergebnisse eröffnen völlig neue Einblicke in quantenmechanische Phänomene. Erstmals können Forscher*innen die komplexen Muster der Nullpunktbewegung in komplexeren Molekülen direkt beobachten. Diese Erkenntnisse zeigen auf, welche Möglichkeiten sich mit dem in Frankfurt entwickelten COLTRIMS Reaktionsmikroskop überhaupt erst eröffnen. „Wir entwickeln unsere Methode immer weiter und planen bereits die nächsten Experimente“, erklärt Jahnke. „Unser Ziel ist es, neben dem Tanz der Atome auch den der Elektronen anzuschauen – also eine Choreografie, die um einiges schneller abläuft und zudem von der Bewegung der Atome beeinflusst wird. Mit unserer Apparatur können wir nach und nach regelrechte Kurzfilme von Molekülprozessen erstellen – das war früher undenkbar.“


Publikation: Benoît Richard, Rebecca Boll, Sourav Banerjee, Julia M. Schäfer, Zoltan Jurek, Gregor Kastirke, Kilian Fehre, Markus S. Schöffler ,Nils Anders, Thomas M. Baumann, Sebastian Eckart, Benjamin Erk, Alberto De Fanis, Reinhard Dörner, Sven Grundmann, Patrik Grychtol, Max Hofmann, Markus Ilchen, Max Kircher, Katharina Kubicek, Maksim Kunitski, Xiang Li, Tommaso Mazza, Severin Meister, Niklas Melzer, Jacobo Montano, Valerija Music, Yevheniy Ovcharenko, Christopher Passow, Andreas Pier, Nils Rennhack, Jonas Rist, Daniel E. Rivas, Daniel Rolles, Ilme Schlichting, Lothar Ph. H. Schmidt, Philipp Schmidt, Daniel Trabert, Florian Trinter, Rene Wagner, Peter Walter, Pawel Ziolkowski, Artem Rudenko, Michael Meyer, Robin Santra, Ludger Inhester, and Till Jahnke: Imaging collective quantum fluctuations of the structure of a complex molecule. Science (2025) DOI: 10.1126/science.adu2637

Bilder zum Download: 
https://www.puk.uni-frankfurt.de/176440809

Bildtext: 
Moleküle werden durch ultrakurze, hochintensive Röntgenlaserpulse zur kontrollierten Explosion gebracht - so gelingen hochauflösende Bilder von Molekülstrukturen (Bild: Till Jahnke)

Weitere Informationen
Prof. Dr. Till Jahnke
Max-Planck-Institut für Kernphysik Heidelberg
und
Institut für Kernphysik
Goethe-Universität Frankfurt
069 798 47023
till.jahnke@xfel.eu
https://www.atom.uni-frankfurt.de/


Redaktion: Dr. Phyllis Mania, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13001, Fax 069 798-763-12531, mania@physik.uni-frankfurt.de

 

Aug 4 2025
10:41

Neue Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“ über Sprache und Verständigung in einer vielstimmigen Welt

Von den Schönheiten, Schrecken und Chancen des poetischen Übersetzens

Sprachen sind nicht bloß Mittel zur Verständigung, sie sind auch Fenster zur Welt - mit eigenem Rhythmus, eigenen Metaphern, eigenen Weltsichten. Wie kann eine Übersetzung zwischen Sprachen gelingen – vor allem wenn es um poetische Texte geht? Von den Herausforderungen des poetischen Übersetzens handelt der Beitrag der Lyrikerin und Übersetzerin Uljana Wolf in der neuen Ausgabe von „Forschung Frankfurt“. Das Wissenschaftsmagazin der Goethe-Universität hat den Titel „Sprache. Wir verstehen uns!“ 

FRANKFURT. Der Ausgangspunkt ist überraschend: Niemand, so die Lyrikerin und Übersetzerin Uljana Wolf in ihrem Beitrag „Surrender, Sinn. Von den Aufgaben der Übersetzerin“, kenne die „Schönheiten, Schrecken und Chancen“ des poetischen Übersetzens besser als der Stummfilmstar Buster Keaton. An dessen Film „The Ballonatic“ führt die Lyrikerin vor, dass aller Anfang des Übersetzens nicht das wortgetreue Entschlüsseln eines Textes ist, sondern das Nichtverstehen, das einen spielerischen, kreativen Prozess in Gang setzt. In diesem werden Dinge auseinandergenommen, neu zusammengesetzt und anders verstanden. Dabei, sagt Uljana Wolf, bedient sich die Übersetzerin des „zweiten Körpers“ des Gedichts: einem „Gebilde aus Klang, Rhythmus, Ähnlichkeiten, Buchstabenfiguren, Zufall und latenter Mehrsprachigkeit“, das einen Text umgibt und ihn permanent mit allen Dingen und Körpern um sich herum vernetzt. 

Der Beitrag von Uljana Wolf ist die gekürzte Fassung eines Vortrags, der im Wintersemester 2024/25 die neue Monika Schoeller-Dozentur für literarisches Übersetzen an der Goethe-Universität eröffnet hat. In wechselndem Rhythmus mit den Frankfurter Poetikvorlesungen soll diese Dozentur Theorie und Praxis des literarischen Übersetzens reflektieren und fördern, besonders auch vor dem Hintergrund zunehmend maschinengenerierter Übersetzungen. Mit Uljana Wolf eröffnete die Dozentur eine der erfolgreichsten und gleichzeitig experimentellsten Lyrikerinnen und Übersetzerinnen der Gegenwart. 

Wie kommt der Mensch überhaupt zur Sprache? Darum geht es auch in weiteren Beiträgen des Wissenschaftsmagazins. Wie macht das Gehirn aus Schallwellen Sprache? Was zeichnet den Spracherwerb von mehrsprachig aufwachsenden Kindern aus? Ein Sonderforschungsbereich an der Goethe-Universität etwa befasst sich mit der Negation (Verneinung) in unterschiedlichen Sprachen, in Schwerpunktprogramm ViCom geht es um die Rolle von Mimik und Gestik bei der Verständigung. In einem Beitrag geht es um die Sprachen Europas und wie sie sprachgeschichtlich miteinander verbunden sind – und welche Bedeutung daraus für die sprachhistorische Ausbildung künftiger Lehrkräfte resultiert. 

Andere Beiträge widmen sich den Schwierigkeiten und Möglichkeiten des Zusammenlebens von Religionen – in der nachreformatorischen Zeit, im Nationalsozialismus und im digitalen Zeitalter. Um Verständigung über kulturelle Grenzen hinweg geht es zum Beispiel in einem Beitrag über Missionare in Französisch Louisiana. 

Im Profilbereich „Universality and Diversity“ befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ganz explizit mit dem Wesen von Sprachen und wie sie funktionieren, aber auch mit den Bedingungen für interreligiöse Verständigung. In einer Zeit, in der das Trennende oft präsenter ist als das Verbindende, ist es wichtig, die Möglichkeiten und Voraussetzungen des gesellschaftlichen Dialogs zu erforschen.

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (1/2025) kann kostenlos bestellt werden über: ott@pvw.uni-frankfurt.de

Weitere Informationen: 

Gesamte PDF-Ausgabe von Forschung Frankfurt: www.forschung-frankfurt.de

Beitrag „Surrender, Sinn. Von den Aufgaben der Übersetzerin“ der Lyrikerin und Übersetzerin Uljana Wolf. 
https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/surrender-sinn/


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Jul 30 2025
10:55

Wissenschaftsmagazin „Forschung Frankfurt“ fokussiert auf Bedingungen von Sprache und Verständigung

Vielfalt und Verständigung in nachreformatorischer Zeit

Wie können wir einander verstehen? Welche Möglichkeiten der Verständigung gibt es zwischen Sprachen, Kulturen, Religionen? In Zeiten weltweiter und innergesellschaftlicher Konflikte sind diese Fragen drängender denn je. Vielleicht können wir ja von früheren Zeiten lernen: Ein Beitrag aus der Geschichtswissenschaft berichtet davon, wie die Menschen trotz konfessioneller Differenzen oft einen Modus des Zusammenlebens finden konnten. Sprachliche und außersprachliche Verständigung stehen im Fokus der neuesten Ausgabe von „Forschung Frankfurt“, dem Wissenschaftsmagazin der Goethe-Universität. Der Titel lautet diesmal „Sprache. Wir verstehen uns!“.

FRANKFURT. Wer welcher Konfession angehörte, das spielte in der Zeit nach der Reformation eine große Rolle. Die Auswahl an Bekenntnissen war groß, und viele Menschen waren sehr überzeugt davon, auf dem einzig richtigen Weg zu sein. Kein Wunder, kam es in dieser Zeit zu blutigen Konflikten wie dem Bauernkrieg oder dem Dreißigjährigen Krieg. Doch obwohl viele Landesherren das Recht in Anspruch nahmen, über den Glauben ihrer Untertanen bestimmen zu können, sah die Realität in der Gesellschaft oft durchaus divers aus. Aber wie konnte das Zusammenleben funktionieren? Dies erforscht Birgit Emich, die an der Goethe-Universität Geschichte der Frühen Neuzeit lehrt und gemeinsam mit Prof. Hartmut Leppin die DFG-Kolleg-Forschungsgruppe „Polyzentrik und Pluralität vormoderner Christentümer“ leitet. Außerdem ist sie maßgeblich beteiligt am gerade bewilligten neuen LOEWE-Zentrum „Dynamiken des Religiösen“ an der Goethe-Universität. Im Beitrag „Wenn der Rosenkranz zur Tarnung dient“ von Louise Zbiranski schildert Emich, wie erfindungsreich die Menschen waren: So reiste nicht nur Gotthold Ephraim Lessing, der Dichter der „Ringparabel“ im „Nathan“, mit einem Rosenkranz ausgestattet durch katholisches Gebiet: Man wollte nicht als Protestant erkannt werden. Mehr dazu lesen Sie in der neuesten Ausgabe von Forschung Frankfurt „Sprache. Wir verstehen uns!“, die soeben erschienen ist.

Um Verständigung zwischen Religionen und Kulturen geht es auch in weiteren Beiträgen im Heft – über den jüdischen Gelehrten Raphael Straus, der in der NS-Zeit das Verbindende zwischen Judentum und Christentum betonte, über interreligiöse Plattformen im digitalen Zeitalter, über die Verständigung zwischen Ethnologen und Indigenen in Australien oder über die kulturellen Herausforderungen der Missionare in Französisch Louisiana.

Weitere Beiträge befassen sich mit linguistischen Themen: So wird der Sonderforschungsbereich zur Negation (Verneinung) vorgestellt, das Schwerpunktprogramm ViCom, das die Rolle von Mimik und Gestik bei der Verständigung untersucht. Es geht um den Spracherwerb von mehrsprachig aufwachsenden Kindern, um die Frage, wie der Mensch überhaupt zur Sprache kommt – und die Verarbeitung von Sprache im Gehirn. Und die Inhaberin der ersten Übersetzungsdozentur an der Goethe-Universität, Uljana Wolf, macht auf eindrückliche Weise deutlich, warum poetisches Übersetzen nicht einfach von der KI erledigt werden kann.

Im Profilbereich „Universality and Diversity“ befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ganz explizit mit dem Wesen von Sprachen und wie sie funktionieren, aber auch mit den Bedingungen für interreligiöse Verständigung. In einer Zeit, in der das Trennende oft präsenter ist als das Verbindende, ist es wichtig, die Möglichkeiten und Voraussetzungen des gesellschaftlichen Dialogs zu erforschen.

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (1/2025) kann kostenlos bestellt werden über: ott@pvw.uni-frankfurt.de

Weitere Informationen:

Gesamte PDF-Ausgabe von Forschung Frankfurt: www.forschung-frankfurt.de

Beitrag „Wenn der Rosenkranz zur Tarnung dient“ über die Forschung von Prof. Birgit Emich:
https://tinygu.de/09hJU

Bilder zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/176303946

Bildtext: Forschung Frankfurt: Sprache. Wir verstehen uns! (Titelblatt). Bild: Goethe-Universität Frankfurt


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jul 29 2025
10:55

Großer Forschungsverbund zum Miteinander von Religionen – LOEWE-Schwerpunkt zur Selbstregulation von Geweben – Gemeinsamer medizintechnischer LOEWE-Schwerpunkt mit Universität Darmstadt

Einziges LOEWE-Zentrum geht an Goethe-Universität

Mit mehreren Anträgen war die Goethe-Universität in der Hessischen Landesoffensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE) erfolgreich: Rund 19 Millionen Euro Förderung erhält das Religionsforschungsprojekt „DynaRel“ für die kommenden vier Jahre als in der 18. Förderstaffel einziges LOEWE-Zentrum. Für ebenfalls vier Jahre wird der neue LOEWE-Schwerpunkt „Lipid Space“ mit rund 4,3 Millionen Euro unterstützt, der die Rolle fettliebender Substanzen in der Selbstregulation von Geweben untersucht. Als Partnerin ist die Goethe-Universität am medizintechnischen LOEWE-Schwerpunkt „MultiDrug-TDM“ unter Federführung der TU Darmstadt beteiligt. In der Förderlinie LOEWE-Exploration erhält die Goethe-Universität zudem Mittel für ein physikalisches Projekt zur Untersuchung der Struktur von Wasser in Nanoporen.

FRANKFURT. „Das ist ein bedeutender Erfolg – für die Kolleginnen und Kollegen, für unsere Universität insgesamt, aber auch für die strategische Allianz der Rhein-Mainz-Universitäten“, sagte Prof. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität „Dieser Erfolg unterstreicht die wissenschaftliche Breite, mit der sich die Goethe-Universität den großen Fragen unserer Zeit stellt. Mit Begeisterung erfüllt mich, dass die langfristige Vorbereitung nun Früchte in Form eines LOEWE-Zentrums trägt. Die Förderung ist ein starkes Signal: Die Entscheidung würdigt nicht nur die hervorragende Arbeit der Beteiligten, sondern zeigt auch, dass das Vertrauen in die Humanities und ihre strategische Weiterentwicklung gerechtfertigt ist – sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum Verständnis und zur Gestaltung unseres Zusammenlebens. ‚DynaRel' stärkt unseren Profilbereich ‚Universalität und Diversität' und verankert das gesellschaftlich wie politisch hoch aktuelle Thema interreligiöser Beziehungen nachhaltig als zentralen Forschungsschwerpunkt an unserer Universität. Ich bin stolz auf meine Kolleginnen und Kollegen und freue mich auf die Umsetzung des Projektes, auch weil es die RMU durch unsere Brücke nach Mainz stärkt.“

„Mit Lipid Space“, führte Schleiff weiter aus, „wird darüber hinaus ein innovativer Forschungsansatz in den Life Sciences gefördert, der neue Verbindungen zwischen molekularer Grundlagenforschung und unseren Exzellenzclustern CPI und SCALE schafft. Das fügt sich konsequent in unseren Profilbereich ‚Science for Health' ein und entwickelt ihn strategisch weiter. Auch die Förderung des LOEWE-Schwerpunkts MultiDrug-TDM unter Federführung der TU Darmstadt, an dem die Goethe-Universität beteiligt ist, verdeutlicht die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit über Universitätsgrenzen hinaus: Hier entsteht wegweisende Medizintechnologie, die lebensrettende Therapien entscheidend verbessern kann. All das wie auch die Förderung eines LOEWE-Explorationsprojekts unserer Physik unterstreicht, wie breit und vernetzt unsere Forschung aufgestellt ist.“


Das LOEWE-Zentrum „DynaRel – Dynamiken des Religiösen: Ambivalente Nachbarschaften zwischen Judentum, Christentum und Islam in historischen und gegenwärtigen Konstellationen“ ist hessenweit das einzige in der aktuellen Förderstaffel geförderte Zentrum und neben dem „Frankfurt Cancer Institute“ das zweite LOEWE-Zentrum mit Sprecherstandort an der Goethe-Universität. „DynaRel“ erforscht die vielfältigen und komplexen religiösen, kulturellen und politischen Dynamiken zwischen den drei großen monotheistischen Religionen. Zentral ist dabei der Begriff der „ambivalenten Nachbarschaften“: Nur in Bezug auf die engen räumlichen und kulturellen historischen Verbindungen der Religionen – so der Ausgangspunkt – können aktuelle Fragen im Spannungsfeld von Religion und Politik beantwortet werden. Die Wissenschaftler*innen des neuen Zentrums befassen sich nicht nur mit Konflikten zwischen den Religionen, sondern beleuchten auch Fragen nach ihren Ressourcen, damit, wie sie heute – in pluralen postmigrantischen Gesellschaften – konstruktiv mit Vielfalt und Differenz umgehen können, und entwickeln dafür innovative pädagogische Konzepte. Den Akzent legt „DynaRel“ auf das multireligiöse Zusammenleben im Bundesland Hessen und im Rhein-Main-Gebiet. 

Im neuen LOEWE-Zentrum kooperieren Wissenschaftler*innen zahlreicher wissenschaftlicher Disziplinen und Spezialgebiete miteinander – von den Religionswissenschaften über die Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften bis zu den Sprach- und Kulturwissenschaften. Unter Federführung der Goethe-Universität arbeiten die ebenfalls beteiligten Universitäten Marburg und Gießen mit zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen sowie außeruniversitären Partnern zusammen.
Förderung: 01.01.2026 bis 31.12.2029: rund 19 Millionen Euro
Sprecher: Prof. Dr. Christian Wiese, Evangelische Theologie, Goethe-Universität, c.wiese@em.uni-frankfurt.de
Co-Sprecherin: Prof. Dr. Armina Omerika, Sprach- und Kulturwissenschaften, Goethe-Universität, omerika@em.uni-frankfurt.de 
Co-Sprecherin: Prof. Dr. Antje Röder, Soziologie, Philipps-Universität Marburg roeder@uni-marbuerg.de

Der LOEWE-Schwerpunkt „Lipid Space – zeitlich und räumlich aufgelöste Regulation der Gewebehomöostase durch Lipide in der Mikro- und Nano-Umwelt“ befasst sich mit der Frage, wie Lipide – beispielsweise solche, die Zellmembranen bilden – sowie kleinere Fettsäuren als Signalmoleküle fungieren und zur Selbstregulation eines Gewebes beitragen. Die Wissenschaftler wollen verstehen, wie Zellen, zum Beispiel im Herzen oder in Blutgefäßen, Lipide zur Kommunikation mit benachbarten Zellen nutzen, wie diese Kommunikation auf molekularer Ebene abläuft und welche Ursachen und Folgen Störungen haben. Das Ziel besteht darin, potenzielle Ansatzpunkte für neuartige Wirkstoffe zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, unterschiedliche Arten von Entzündungen und Krebs zu identifizieren. An dem neuen LOEWE-Schwerpunktprogramm arbeiten unter der Leitung der Goethe-Universität Wissenschaftler*innen der Universität Gießen, des Max-Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung und des Frankfurt Institute for Advanced Studies gemeinsam zusammen.
Förderung 01.01.2026 bis 31.12.2029: rund 4,3 Millionen Euro
Sprecherin: Prof. Ingrid Fleming, Ph.D., Vaskuläre Signalgebung, Goethe-Universität, fleming@vrc.uni-frankfurt.de
Co-Sprecher: Prof. Dr. Andreas Weigert, Immunologie der Entzündung, Universität Heidelberg, andreas.weigert@medma.uni-heidelberg.de  

Beteiligt ist die Goethe-Universität am LOEWE-Schwerpunkt MultiDrug-TDM – „Personalisierte Medizintechnik für das therapeutische Drug-Monitoring am Point-of-Care in der pädiatrischen Onkologie“. Der Schwerpunkt befasst sich mit der Entwicklung diagnostischer Bluttests, die direkt am Bett von krebskranken Kindern und Jugendlichen gemacht werden können. Ziel von MultiDrug-TDM ist die Erforschung eines Messsystems, mit dessen Hilfe aus minimalen Blutmengen die notwendigen Mengen verschiedener medikamentöser Wirkstoffe bestimmt werden können. So wollen die Wissenschaftler*innen eine viel schnellere Anpassung der Medikamentendosierung ermöglichen.
Förderung 01.01.2026 bis 31.12.2029: rund 4,3 Millionen Euro

Gefördert wird zudem das Projekt der Goethe-Universität in der Förderlinie LOEWE-Exploration „Die wichtigste Flüssigkeit des Lebens: Wie führen Nanoporen zu geordneten Strukturen von Wasser?“ 
Die Untersuchung von Wasser in Kohlenstoff-Nanoröhren ist aus verschiedenen Gründen interessant: Man will die Röhren für die Wasseraufbereitung verwenden, aber auch als Minireaktoren für chemische Prozesse. Außerdem stellen sie einfache Modellsysteme für molekularbiologische Poren dar. Bei der Untersuchung der Röhren, die 50.000 mal dünner als ein menschliches Haar sind, hat sich gezeigt, dass sich das Wasser dort anders verhält als „freies Wasser“. Theoretische Arbeiten gehen davon aus, dass dies mit einer anderen, nämlich geordneten Struktur des Wassers zusammenhängt. Das Projekt will diese hohe Ordnung der Wassermoleküle nachweisen.
Antragssteller: PD Dr. Mark Thomsen, Physikalisches Institut, Goethe-Universität 
Förderung: zwei Jahre; Förderung: 300.000 Euro

Das Forschungsprogramm LOEWE des Landes Hessen
Die Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz des Landes Hessen – kurz: LOEWE – umfasst mehrere Förderlinien. Mit der Förderung von LOEWE-Zentren sollen bereits etablierte Forschungsverbünde an Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen zu international sichtbaren Forschungskomplexen weiterentwickelt werden. Als LOEWE-Schwerpunkte werden Forschungsbereiche unterstützt, deren Expertise gebündelt, weiterentwickelt und ausgebaut werden sollen, damit sie sich zu einem Forschungsschwerpunkt entwickeln können. Die Förderlinie LOEWE-Exploration soll Forschenden die Freiheit geben, neuartigen, innovativen Förderideen nachzugehen und eine Hypothese zu testen. 
Weitere Informationen: https://wissenschaft.hessen.de/forschen/landesprogramm-loewe

Bluesky: @goetheuni.bsky.social
LinkedIn: @Goethe-Universität Frankfurt


Redaktion: Wissenschaftskommunikation: Pia Barth, Telefon 069 798-12481, p.barth@em.uni-frankfurt.de; Dr. Markus Bernards, 069 798-12498, bernards@em.uni-frankfurt.de; Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main

 

Jul 28 2025
14:05

Neue Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“ über Voraussetzungen, Möglichkeiten und Grenzen der Verständigung

Schubladendenken ist wichtig beim Spracherwerb

Die Sprache zeichnet den Menschen aus. In ihrer Komplexität unterscheidet sie ihn von anderen Lebewesen. Doch wie funktioniert Sprache? Wie erlernen Kinder Grammatik und Wortschatz? Und wie lassen sich daraus Erkenntnisse für den „Lernprozess“ von KI gewinnen? Damit befasst sich die Arbeitsgruppe von Prof. Jochen Triesch – nachzulesen in der neuen Ausgabe von „Forschung Frankfurt“. Das Wissenschaftsmagazin der Goethe-Universität widmet sich dem Thema „Sprache. Wir verstehen uns!“.

FRANKFURT. Wenn Kleinkinder sprechen lernen, ist das ein sehr effizienter Vorgang. Aus wenigen Informationen, eigenen Beobachtungen und Kommentaren von Bezugspersonen entwickeln sie ein komplexes Verständnis der Welt. Objekte erfassen sie in ihrer Ganzheit, verknüpfen das Wissen um das Aussehen zum Beispiel eines Autos oder eine Banane mit vielen anderen Zusammenhängen – dazu gehört auch der sprachliche Begriff. Dabei hilft dem Menschen das Bilden von Kategorien – in die Begriffe wie in Schubladen einsortiert werden. Das Team um Jochen Triesch vom Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) nutzt Computermodelle, die das Lernen eines Kleinkindes simulieren – um so auch neue Wege für KI-Lernen zu entdecken. Denn im Vergleich zu einem Kleinkind ist das Lernen von Künstlicher Intelligenz eher passiv und wenig ökonomisch. Wie genau die Forschung funktioniert, lesen Sie in der neuen Ausgabe von Forschung Frankfurt „Sprache. Wir verstehen uns!“, die soeben erschienen ist.

Um Sprache geht auch in weiteren Beiträgen im Heft. Ein Sonderforschungsbereich an der Goethe-Universität etwa befasst sich mit der Negation (Verneinung) in unterschiedlichen Sprachen, in Schwerpunktprogramm ViCom geht es um die Rolle von Mimik und Gestik bei der Verständigung. Was zeichnet den Spracherwerb von mehrsprachig aufwachsenden Kindern aus? Wie kommt der Mensch überhaupt zur Sprache – und wie macht das Gehirn aus Schallwellen Sprache? In einem Beitrag geht es um die Sprachen Europas und wie sie sprachgeschichtlich miteinander verbunden sind – und welche Bedeutung daraus für die sprachhistorische Ausbildung künftiger Lehrkräfte resultiert.

Andere Beiträge widmen sich den Schwierigkeiten und Möglichkeiten des Zusammenlebens von Religionen – in der nachreformatorischen Zeit, im Nationalsozialismus und im digitalen Zeitalter. Um Verständigung über kulturelle Grenzen hinweg geht es zum Beispiel in einem Beitrag über Missionare in Französisch Louisiana.

Im Profilbereich „Universality and Diversity“ befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ganz explizit mit dem Wesen von Sprachen und wie sie funktionieren, aber auch mit den Bedingungen für interreligiöse Verständigung. In einer Zeit, in der das Trennende oft präsenter ist als das Verbindende, ist es wichtig, die Möglichkeiten und Voraussetzungen des gesellschaftlichen Dialogs zu erforschen.

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (1/2025) kann kostenlos bestellt werden über: ott@pvw.uni-frankfurt.de

Weitere Informationen:
Gesamte PDF-Ausgabe von Forschung Frankfurt: www.forschung-frankfurt.de

Beitrag „Ein künstliches Baby lernt sprechen“ über die Forschung der Arbeitsgruppe Triesch:
https://tinygu.de/5bjWR

Bild zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/176303946

Bildtext: Forschung Frankfurt: Sprache. Wir verstehen uns! (Titelblatt). Bild: Goethe-Universität Frankfurt


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jul 24 2025
15:09

Neueste Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“ über Voraussetzungen, Möglichkeiten und Grenzen der Verständigung

Sprachenvielfalt – Reichtum oder Verwirrung?

Die Sprache zeichnet den Menschen aus. In ihrer Komplexität unterscheidet sie ihn von anderen Lebewesen. Doch wie funktioniert sprachliche Verständigung? Was haben die vielen Sprachen der Welt gemeinsam? Und welche Möglichkeiten der Verständigung gibt es zwischen Sprachen, Kulturen, Religionen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die neueste Ausgabe von „Forschung Frankfurt“, dem Wissenschaftsmagazin der Goethe-Universität, unter dem Titel „Sprache. Wir verstehen uns!“.

FRANKFURT. Zwischen 7000 und 8000 verschiedene Sprachen haben sich auf der Erde entwickelt. Manche dienen Milliarden von Menschen zur Verständigung, andere werden nur von einer kleinen Anzahl von Sprecherinnen und Sprechern beherrscht. Wer heutzutage diese Vielfalt erforschen will, wer Sprachen miteinander vergleichen, Beziehungen zwischen Sprachsystemen offenlegen will, kann auf digitale Ressourcen zurückgreifen. Für Studien mit computergestützten Werkzeugen steht Sprachmaterial aus großen Datenbanken und Textbeständen (Korpora) zur Verfügung. Pionierarbeit auf diesem Gebiet leistet seit Jahrzehnten das Institut für Empirische Sprachwissenschaft an der Goethe-Universität. Die TITUS-Datenbank, die seit den späten 1980er Jahren aufgebaut wurde, hat nun Verstärkung erhalten. Gerd Carling, Professorin für Vergleichende Sprachwissenschaft, hat bei ihrer Berufung die Datenbank „DiACL“ mitgebracht, die nun mit TITUS verbunden wurde und unter dem Namen „CompLing“ einzigartige Möglichkeiten der Forschung bietet – für Wissenschaftler, Studierende und Laien. Mehr dazu lesen Sie in der neuesten Ausgabe von Forschung Frankfurt „Sprache. Wir verstehen uns!“, die soeben erschienen ist. 

Um linguistische Forschung geht es auch in weiteren Beiträgen im Heft. Ein Sonderforschungsbereich an der Goethe-Universität etwa befasst sich mit der Negation (Verneinung) in unterschiedlichen Sprachen, in Schwerpunktprogramm ViCom geht es um die Rolle von Mimik und Gestik bei der Verständigung. Was zeichnet den Spracherwerb von mehrsprachig aufwachsenden Kindern aus? Wie kommt der Mensch überhaupt zur Sprache und wie macht das Gehirn aus Schallwellen Sprache? Und auf besonders eindrückliche Weise macht die Inhaberin der ersten Übersetzungsdozentur Uljana Wolf deutlich, warum poetisches Übersetzen nicht einfach von der KI erledigt werden kann. 

Andere Beiträge widmen sich den Schwierigkeiten und Möglichkeiten des Zusammenlebens von Religionen – in der nachreformatorischen Zeit, im Nationalsozialismus und im digitalen Zeitalter. Um Verständigung über kulturelle Grenzen hinweg geht es zum Beispiel in einem Beitrag über Missionare in Französisch Louisiana. 

Im Profilbereich „Universality and Diversity“ befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ganz explizit mit dem Wesen von Sprachen und wie sie funktionieren, aber auch mit den Bedingungen für interreligiöse Verständigung. In einer Zeit, in der das Trennende oft präsenter ist als das Verbindende, ist es wichtig, die Möglichkeiten und Voraussetzungen des gesellschaftlichen Dialogs zu erforschen.

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (1/2025) kann kostenlos bestellt werden über: ott@pvw.uni-frankfurt.de.


Weitere Informationen:

Gesamte PDF-Ausgabe von Forschung Frankfurt: www.forschung-frankfurt.de

Beitrag „Ein Sprachschatz unvorstellbaren Ausmaßes“ über die Datenbank von Prof. Gerd Carling hier: https://www.uni-frankfurt.de/176304156

Bilder zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/176303946

Bildtext: Forschung Frankfurt: Sprache. Wir verstehen uns! (Titelblatt). Bild: Goethe-Universität Frankfurt


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jul 18 2025
10:49

Der Historiker Werner Plumpe spricht im neuen UniReport über die Dynamik von Wirtschaftskriegen von der Frühen Neuzeit bis in die von Trump geprägte Gegenwart.

„Es gibt im ökonomischen Wandel keine statischen Zustände“

FRANKFURT. Die Wiederwahl Trumps habe seinem neuen Buch durchaus eine gewisse Brisanz beschert, konzediert Prof. Werner Plumpe, Wirtschaftshistoriker an der Goethe-Universität. Und doch sei dessen zweite Präsidentschaft nicht der Anlass gewesen, die „Gefährlichen Rivalitäten“ zu publizieren. In seinem neuen Buch beschäftigt sich Plumpe mit der Geschichte der wirtschaftlichen Konkurrenz von Staaten, die nicht selten in Wirtschafts- oder Handelskriege übergehen kann.

Im Gespräch mit dem UniReport erläutert der Historiker unter anderem auch seine differenzierte Sicht auf die Gegenwart, die von einem Ordnungsverlust geprägt sei: Die Phase des Pax Americana, der amerikanisch dominierten Welt, sei zwar vorbei, aber dies bedeute nicht zwangsläufig eine dauerhafte Instabilität und Kriegsgefahr: „Die Gefahr besteht, dass die neue Multipolarität, in der es einen dominanten Akteur nicht mehr gibt, Eskalationen auslöst, die in eine große Katastrophe münden können. Insofern ist Trumps Deal-Politik, also robuste Wirtschaftsdiplomatie mit dem Ziel, sich irgendwann zu einigen, unter Umständen ein Lichtblick, dass der große Knall vermieden werden kann.“

Auch wenn die gegenwärtigen Ereignisse sich der historischen Analyse entzögen und der Historiker nur wenig über die Zukunft sagen könne, verlange die Einordnung der ‚Turbulenzen' nach dem historischen Blick – „der es vielleicht erleichtert, die aktuellen Ereignisse nicht so zu dramatisieren, wie das bezogen auf die Person von Donald Trump derzeit in der Regel der Fall ist.“

Die Vorstellung, ein Land wirtschaftlich autark zu machen, um sich den Turbulenzen der Weltwirtschaft zu entziehen, ist zumindest mit Blick auf die deutsche Wirtschaft nur wenig sinnvoll, stellt Plumpe fest: „Die deutsche Volkswirtschaft ist um den Preis ihres Erfolgs auf offene Märkte angewiesen. Das ist nicht immer einfach, aber letztlich unvermeidlich. Das derzeitige Reden, sich unabhängig zu machen, ist insofern weder vielversprechend noch wirklich vernünftig.“

Weitere Themen im neuen UniReport:

Aktuelles 

  • „Architekt des Campus Westend“: Universitätspräsident Enrico Schleiff über den früheren Universitätspräsidenten Werner Meißner.
  • Jobben, pauken oder chillen? Tipps für die vorlesungsfreie Zeit.
  • Weitsicht, Utopie und Revision: Zukunftsvorstellungen aus den Uni-Sammlungen zu Gast im Museum Giersch der Goethe-Universität.
  • KI & Co für alle: das uniweite Projekt „Critical Computational Literacy @ GU Future Skills and Beyond“.

Forschung 

  • Fasziniert vom „Reich der Mitte“: Goethe, Deine Forscher-Porträt des Sinologen Iwo Amelung.
  • Ein Trainingsraum für angehende Apotheker*innen: Mit der Trainingsapotheke und einem Onlinetool können Pharmazie-Studierende ihre Beratungs- und Fachkompetenz testen und erweitern. 
  • Die europäische Wurzel der hebräischen Literatur: Judith Müller über die Konferenz „European Hebrew Text Cultures: Deciphering Entanglements through Close and Distant Readings“.
  • Wie die Demokratie im Leben verankert ist: Im Graduiertenkolleg „Ästhetik der Demokratie“ werden Nachwuchswissenschaftler*innen Demokratie als Lebensform untersuchen.
  • „Politische Bildung ist höchst relevant für eine funktionsfähige und lebendige Demokratie“: Monika Oberle über das Verbundprojekt „Pilotmonitor politische Bildung“.

Studium, Lehre und Qualifikation 

  • #GoetheDataDive: Zahl des Monats Juli lautet (über) 7.300: So viele Deutschlandstipendien wurden seit 2011 vergeben.
  • 1. Platz beim diesjährigen 1822-Universitätspreis: der Jugendmediziner Dr. Boris Wittekindt im Gespräch.

Campus 

  • „Wir brauchen eine zukunftsbezogene Aufarbeitung“: Rechtswissenschaftlerin Andrea Kießling analysiert die Maßnahmen der Corona-Zeit.
  • Querschnittsdenken in der Zahnmedizin: Neue Wege in Lehre und Praxis.
  • Transfer kann nur im Dialog gelingen“: Ergebnisse des Metavorhabens Inklusive Bildung.
  • Dream-Team zur Förderung von Pflanzenwissen: Der Schulgarten, ein etablierter Lernort für zukünftige Lehrkräfte.
  • Unterstützung von hoch qualifizierten Geflüchteten: Start des EU-Projekts „Academic Bridge Program (ABP) for highly qualified refugee“. 
  • „Die Zukunft der Demokratie“ war das Jahresthema der Wisser Fellowships 2024/25: Die beiden Politikwissenschaftler*innen und Postdocs Selma Kropp und Luca Hemmerich haben unter dem Dach der Normativen Ordnungen mit großer Begeisterung geforscht.

International

  • Quo vadis, internationale Hochschulzusammenarbeit? Ein Stimmungsbild von der Jahreskonferenz der NAFSA.

Kultur  

  • „Wechselstoffe“: In der Begleitausstellung zur aktuellen Poetikvorlesung treten Frankfurter Positionen aus der Bildenden Kunst in den Dialog mit Judith Schalanskys Werk. 

Bibliothek

  • Ein Fach und seine (Bild-)Medien: Ausstellung zum 110-jährigen Jubiläum des Kunstgeschichtlichen Instituts der Goethe-Universität.

Nachrufe

  • Prof. Dr. Gerhard Gehrig; Prof. Dr. Wolfgang Giere; Prof. Dr. Klaus Mylius; Prof. Dr. Claus Peter Schnorr; Prof. Dr. Bernd Spahn.

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Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de