​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​​​​ ​

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Pressestelle Goethe-Universität

Theodor-W.-Adorno Platz 1
60323 Frankfurt 
presse@uni-frankfurt.de

 

Nov 23 2023
14:08

Weitere Erforschung eines neuen Wegs des zellulären Recyclingsystems (Autophagie) geplant

Biochemiker Christian Münch von der Goethe-Universität erhält ERC Consolidator Grant

Zur weiteren Erforschung eines von ihm entdeckten Mechanismus, mit der die Zelle ihr Recyclingsystem betreibt, erhält Dr. Christian Münch vom Institut für Biochemie II der Goethe-Universität einen renommierten Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC). Die Forschungsförderung umfasst zwei Millionen Euro für die kommenden fünf Jahre. Der Mechanismus, den Münch „Autoxitus“ genannt hat, könnte unter anderem ein neuartiger Kommunikationsweg zwischen benachbarten Zellen sein und eine Rolle bei Virusinfektionen und neurodegenerativen Krankheiten spielen.

FRANKFURT. Prof. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität, gratuliert dem Biochemiker: „Dr. Christian Münch ist ein ausgezeichneter Wissenschaftler, der sich nun bereits zum zweiten Mal im hoch kompetitiven Auswahlverfahren der ERC-Grants durchsetzen konnte. Mit seinem Forschungsprojekt zum ‚Autoxitus' wird er, wie schon in der Vergangenheit, grundsätzlich und bahnbrechende Erkenntnisse über das Zusammenspiel zwischen Stoffwechsel und Signalgebung in der Zelle erarbeiten, denn er beweist mit seinem Programm Mut zum wissenschaftlichen Risiko. Das schätzen und fördern wir an der Goethe-Universität sehr, denn solche Projekte bringen unseren Kenntnisstand wirklich weiter, der die zwingend notwendige Voraussetzung für Innovation und Transfer ist. Dieser ERC-Grant zeigt erneut, dass es uns gelingt, exzellente junge Talente an die Goethe-Universität zu holen.“

In seinem neuen Forschungsprojekt untersucht Dr. Christian Münch einen neuen Typus der Abbauprozesse, mit der die Zelle ein fein austariertes Gleichgewicht zu ihrer ständigen Synthese vielfältiger Stoffe und Organellen hält. Bei der sogenannten Autophagie umschließt die Zelle nicht mehr benötigte Bestandteile mit Membranbläschen, innerhalb derer diese Bestandteile abgebaut werden. Der von Münch entdeckte Abbauweg „Autoxitus“ führt allerdings dazu, dass der Inhalt dieser Membranbläschen aus der Zelle heraustransportiert wird. Ob die Zelle damit ihren Nachbarn signalisieren kann, dass sie sich in einem Stresszustand befindet, der zum Beispiel Folge einer Virusinfektion oder einer neurodegenerativen Erkrankung zurückzuführen ist, ist eine von Münchs Forschungsfragen.

Christian Münch promovierte an der Universität Cambridge und arbeitete als Postdoktorand an der Harvard Medical School. Seit 2016 ist er Leiter der Abteilung Quantitative Proteomics am Institut für Biochemie II der Goethe-Universität Frankfurt. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen zelluläre Stressreaktionen auf fehlgefaltete Proteine in den Kraftwerken der Zelle (Mitochondrien) sowie auf Infektionen und Krankheiten. Sein Ziel: Er möchte verstehen, mit welchen Veränderungen das ganze System Zelle auf Stress reagiert. Für seine Arbeit erhielt er bereits einen ERC Starting Grant, eine Emmy-Noether-Förderung und eine Reihe von Auszeichnungen. Er ist ein EMBO Young Investigator und Mitglied in den Lenkungsausschüssen des BMBF Cluster4Future Proxidrugs, des Sonderforschungsbereichs 1177 zur selektiven Autophagie, des Fraunhofer Leistungszentrums TheraNova sowie des Forschungsclusters EMTHERA (Emerging Therapies) unter Leitung der Goethe-Universität.

Mit dem ERC Consolidator Grant fördert der European Research Council exzellente, vielversprechende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, deren Arbeitsgruppe sich in der Konsolidierungsphase befindet. Der Grant soll ihnen ermöglichen, einen eigenen Forschungsbereich auszubauen und visionäre, grundlagenorientierte Forschung zu betreiben. Mit einem Fördervolumen von bis zu zwei Millionen Euro für fünf Jahre gehört der Consolidator Grant zu den höchstdotierten Einzel-Fördermaßnahmen der Europäischen Union.

Links:
SFB 1177:
Molekulare und Funktionale Charakterisierung der Selektiven Autophagie:
https://www.sfb1177.de/
Proxidrugs: Zielstrukturen als neuartiger Wirkmechanismus für Arzneimittel
https://www.proxidrugs.de/de
TheraNova: Leistungszentrum Innovative Therapeutika
https://www.fraunhofer.de/de/institute/kooperationen/leistungszentren/theranova.html
EMTHERA: Emerging Therapies
https://www.emthera.de/

Bild zum Download:
https://www.puk.uni-frankfurt.de/93374838

Bildtext: Dr. Christian Münch, Goethe-Universität. Bild: Uwe Dettmar

Weitere Informationen
Dr. Christian Münch
Leiter Emmy Noether-Gruppe – Protein-Qualitätskontrolle und Quantitative Proteomics
Institut für Biochemie II
Goethe-Universität Frankfurt
Tel.: +49 (0)69 6301-3715
ch.muench@em.uni-frankfurt.de
https://pqc.biochem2.de

Twitter/X: @MuenchLab @goetheuni @IBC2_GU


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Nov 23 2023
10:27

Ausstellung im Schopenhauer-Studio der Universitätsbibliothek

Bilder werfen: Grabungsarbeiten zur studentischen Filmkultur in Frankfurt

FRANKFURT. Die Ausstellung „Bilder werfen“, die am 30. November eröffnet wird, erkundet die Geschichte studentischer Filmkultur an der Goethe-Universität. Über mehr als siebzig Jahre prägte eine Vielzahl von Gruppen mit sehr unterschiedlichen Zielsetzungen und jeweils eigenem Selbstverständnis geprägt diese Entwicklung - seit der Gründung des "Film-Studio“ im Jahr 1951 bis zum aktuellen Pupille-Kino. Die Ausstellung ist das Resultat eines mehrsemestrigen Forschungsseminars des Masterstudiengangs „Filmkultur: Archivierung, Programmierung, Präsentation“ unter der Leitung von Bettina Schulte Strathaus und Johannes Praetorius-Rhein.

Ausstellung: „Bilder werfen“
1. Dezember 2023 bis 28. Februar 2024 im
Schopenhauer-Studio der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg
Freimannplatz 1 (vormals Bockenheimer Landstr. 134-138), 60325 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten:
Dienstag - Freitag: 13.00 - 20.00 Uhr
Samstag und Sonntag: 10.30 - 18.00 Uhr
Montags geschlossen, Eintritt frei.

Die studentische Film- und Kinoarbeit hat in Frankfurt lange Tradition. Der Startschuss kann auf Ende 1951 datiert werden, als Studierende ihren ersten selbstgedrehten Film in einem Hörsaal der Goethe-Universität vorführten. Im Anschluss daran gründeten filminteressierte Studierende den Filmklub „Film-Studio“, dessen Mitglieder den Anspruch hatten, sowohl Filme zu drehen als auch zu zeigen. In den mehr als 70 Jahren, die seitdem vergangen sind, ist viel passiert. Verschiedene Gruppierungen mit unterschiedlichen Zielsetzungen folgten aufeinander oder spalteten sich ab. Zeitweise drehten sie eigene Filme, brachten eine Filmzeitschrift heraus oder entwickelten Ideen zur universitären Filmwissenschaft in Frankfurt. Immer wieder musste auch um den Erhalt eines eigenen Uni-Kinos gekämpft werden. Mit Erfolg, denn das Uni-Kino existiert bis heute - in Form der „Pupille.“

Die Ausstellung „Bilder werfen: Grabungsarbeiten zur studentischen Filmkultur“ im Schopenhauer-Studio der Universitätsbibliothek gibt Einblick in genau diese Geschichte. Eine Chronik, die den ganzen Raum füllt, wirft Licht auf die wichtigsten Ereignisse, Stationen im Raum vertiefen einzelne, ausgewählte Themen. Es wird sich etwa der frühen Programmarbeit, dem Frauenkino in den 1980ern und der politischen Filmarbeit abseits des „Film-Studios“ gewidmet. Zeitschriften und Programmbroschüren aller Jahrzehnte zeigen einen Querschnitt der publizistischen Aktivitäten.

Ein Gastspiel der Kinothek Asta Nielsen verdeutlicht außerdem, dass sich studentische Filmkultur nicht auf die Grenzen der Universität beschränken lässt. Ganz im Gegenteil: es wird ersichtlich, dass die Geschichte der studentischen Filmkultur auch Zeit- und Stadtgeschichte ist. Nicht zuletzt erzählt die Ausstellung von Experimenten, Positionierungen, Grabenkämpfen und Wunschproduktionen rund um den Film und seine Öffentlichkeiten überhaupt. Begleitet wird die Ausstellung von einer Filmreihe in Kooperation mit der „Pupille.“

Mehr Informationen, Termine zu Begleitveranstaltungen und Kontakte:
https://www.ub.uni-frankfurt.de/ausstellung/bilder_werfen.html   

Kontakt: Bettina Schulte Strathaus, b.schulte-strathaus@tfm.uni-frankfurt.de und Johannes Praetorius-Rhein: rhein@tfm.uni-frankfurt.de, beide Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität

Kontakt für Pressefragen allgemein: Bernhard Wirth, Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit, Universitätsbibliothek, Freimannplatz 1 (vormals Bockenheimer Landstraße 134-138), 60325 Frankfurt am Main, Tel. +49 (69) 798 39223; E-Mail: pr-team@ub.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Nov 21 2023
11:31

Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft veröffentlicht Expertise zu islamischen Bestattungen

Immer mehr Musliminnen und Muslime lassen sich in Deutschland bestatten

Mehr als 5,5 Millionen Musliminnen und Muslime leben in Deutschland. Immer mehr von ihnen wollen nach ihrem Tod auch hierzulande beerdigt werden. Die gestiegene Nachfrage nach islamischen Bestattungen stellt deutsche Kommunen und muslimische Gemeinden vor vielfältige Herausforderungen.

FRANKFURT. Ohne Sarg, ausgerichtet nach Mekka – nach diesen religiösen Vorgaben werden Muslime traditionell beerdigt. Doch inwieweit werden diese Vorgaben mittlerweile auch auf deutschen Friedhöfen umgesetzt? Welche Lösungen haben Friedhofsbetreiber gefunden, um Bestattungen nach islamischen Ritus zu ermöglichen?

Die heute von der Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft veröffentlichte Expertise „Islamische Grabfelder und Bestattungen auf deutschen Friedhöfen“ liefert auf einer breiten Datenbasis erstmals ein genaues Bild zum aktuellen Stand von islamischen Bestattungen auf kommunalen Friedhöfen in Deutschland. Der Hauptautor, Prof. Thomas Lemmen, Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, hat im Rahmen seines Forschungsfellowships für die AIWG-Expertise eine quantitative Erhebung durchgeführt, an der sich bundesweit rund 86 Prozent der mehr als 300 Friedhofsverwaltungen, die über islamische Grabfelder verfügen, beteiligt haben. Die ausgewerteten Daten zeigen: Einer islamkonformen Beisetzung steht aus rechtlicher Sicht wenig entgegen, das deutsche Bestattungsrecht berücksichtigt weitgehend religiöse Vorstellungen von Musliminnen und Muslimen.

Dennoch fehlt es auf deutschen Friedhöfen bislang oft an Wissen dazu, was bei Bestattungen von Muslimen und der Einrichtung von islamischen Grabfeldern zu beachten ist und an wen sich Friedhöfe wenden können. Daher präsentiert die Publikation nicht nur die empirischen Daten und Informationen zur historischen Entwicklung, sondern auch Anschauungsmaterial und Beiträge zu Ritualen und praktischen Fragen hinsichtlich der religiösen Grundlagen sowie dem Ablauf islamischer Bestattungen, verfasst von Dr. Özgür Uludağ.

„Zum Leben gehört das Lebensende mit dem Bestattungsort als letzter und ewiger Endstation. Mit der wachsenden religiösen und weltanschaulichen Heterogenität müssen sich auch Bestattungsunternehmen, kommunale Ämter und Friedhofsverwalter befassen. Für sie hält diese Expertise wichtige Informationen bereit, wie auch für Wissenschaftler_innen, die sich mit dem Themenkomplex befassen. Sie richtet sich zudem an Muslim_innen und deren Institutionen, die sich in Deutschland nicht nur mit spezifischen religiösen Fragen im Todesfall konfrontiert sehen, sondern auch mit amtlichen und praktischen Herausforderungen“, so Dr. Raida Chbib, Geschäftsführerin der AIWG.

Die vollständige Publikation kann auf der Website der AIWG heruntergeladen werden unter:
https://aiwg.de/wp-content/uploads/2023/11/AIWG010_Expertise_230803_Screen.pdf 

Save the date: Live Talk mit den Autoren

Am 28. November 2023 veranstaltet die AIWG ab 16 Uhr einen Live-Talk mit den Autoren. Mehr Informationen zur Veranstaltung sind in Kürze abrufbar unter: https://aiwg.de/


Über die Autoren

Prof. Dr. Thomas Lemmen ist Honorarprofessor im Fachbereich Sozialwesen der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, Abteilung Köln, und Studiengangleiter des berufsbegleitenden Masterstudiengangs „Interreligiöse Dialogkompetenz“. Seine Forschungsschwerpunkte sind Grundlagen und praktische Ansätze des interreligiösen Dialogs sowie aktuelle Themen muslimischen Lebens in Deutschland. Von Oktober 2021 bis Juni 2022 hat er als Forschungsfellow an der AIWG das Projekt „Islamische Bestattungen in Deutschland: Eine Bestandsaufnahme der Anpassung bestattungsrechtlicher Regelungen von Ländern und Kommunen an religiöse Bedürfnisse und Erwartungen von Muslim_innen in Deutschland“ durchgeführt. Mehr zum Forschungsfellowship der AIWG können Sie hier nachlesen.

Dr. Özgür Uludağ hat an der Universität Hamburg Islamwissenschaft, Philosophie, Politikwissenschaft, Turkologie und Migrationssoziologie studiert. An der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel hat er mit einer Dissertation zu „Islamische Bestattungen und die Entscheidungsfindung bei der Ortswahl des Grabes“ promoviert. Neben seinem Studium hat er jahrelang als Bestatter bei muslimischen Beerdigungen gearbeitet oder überführt. Im Rahmen seines AIWG-Praxisfellowships ist eine multimediale Webseite zu Islamischen Bestattungen in Deutschland entstanden. Die Webseite ist abrufbar unter: https://one.pageflow.io/islamische-bestattungen-in-deutschland#344736

Die Titelseite zum Download finden Sie unter: https://aiwg.de/wp-content/uploads/2023/11/AIWG010_Expertise_230803_Screen.pdf


Weitere Informationen
Stefanie Golla-Dehmamy
Koordinatorin Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft
Goethe-Universität
Telefon 069 798-22459
E-Mail golla@aiwg.de
Homepage https://aiwg.de/


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Nov 20 2023
11:22

Start für die Campusschulen in Frankfurt am Main

Gemeinsam Bildungschancen verbessern

Mit einer Kick-off-Veranstaltung geht das Programm der Frankfurter Campusschulen heute offiziell an den Start. Ziel ist es, Schulpraxis, Bildungsforschung und Lehrkräftebildung systematisch in einen für alle Seiten konstruktiven Austausch zu bringen und auf dieser Basis nachhaltig zusammenzuarbeiten. So sollen sich die Bildungschancen der Schüler*innen an den beteiligten Campusschulen verbessern. Getragen wird das Programm vom DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation und der Goethe-Universität Frankfurt.

FRANKFURT. „Durch einen wechselseitigen Dialog sollen Schulpraxis, Bildungsforschung und Lehrkräftebildung von der Erfahrung und dem Fachwissen aller Beteiligten profitieren“, beschreibt Prof. Dr. Mareike Kunter vom DIPF die Ausrichtung der Campusschulen. Die Bildungsforscherin ist eine der Initiatorinnen des Programms. Die heutige Kick-off-Veranstaltung auf dem Campus Westend in Frankfurt ist für interessierte Schulleitungen gedacht, die dabei mehr über die genauen Abläufe des Programms erfahren und sich mit anderen Schulen sowie mit Wissenschaftler*innen austauschen können.

Das Programm richtet sich an Grund-, Haupt-, Real-, Gesamt- oder Förderschulen in Frankfurt am Main und Umgebung, vor allem an solche mit einer sehr heterogenen Schüler*innenschaft.
Prof. Dr. Ilonca Hardy, Professorin am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität und Mitglied des Direktoriums der Akademie für Bildungsforschung und Lehrkräftebildung, erläutert: „In der Verknüpfung von Forschung und Schulpraxis gilt unsere besondere Aufmerksamkeit dem Unterricht in heterogenen Lerngruppen. So soll die Förderung von Kindern, deren Bildungserfolg durch verschiedene Risiken wie beispielsweise Lernschwierigkeiten, geringe Sprachkompetenz oder das Aufwachsen in Familien mit geringem Einkommen gefährdet sein kann, verbessert werden.“ Gemeinsam mit den Schulen soll ein Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit geleistet werden.

Kooperationen ganz nach Bedarf

Je nach Interesse und Bedarf der Schulen sind verschiedene bilaterale Kooperationsmodelle möglich, von denen sowohl Schulen als auch Forschung und Lehrkräftebildung gleichermaßen profitieren:

1. Basiskooperation: Hier handelt es sich um ein niederschwelliges Angebot. Beispielsweise gibt es einen Newsletter mit aktuellen Informationen aus dem Programm, der den Schulen in regelmäßigen Abständen zugesandt wird. Außerdem erhalten Schulen bei Interesse gebündelte Informationen zu spezifischen Themen aus der Bildungsforschung. Auch werden sie zu Veranstaltungen (wie dem einmal jährlich stattfindenden Tag des Dialogs) eingeladen.

2. Fortbildungs- und Studienkooperation: Die Schulteams werden im Rahmen von Workshops, Vorträgen oder pädagogischen Tagen fortgebildet. Neben einem vorgeschlagenen Themenportfolio sind hierbei auch individuelle Wünsche der Schulen möglich. Zugleich werden die Beteiligten aus Forschung und Lehrkräftebildung unterstützt: durch die Teilnahme der Schulen an wissenschaftlichen Projekten, Hospitationsmöglichkeiten für Nachwuchsforschende und Studierende sowie gegenseitige Rückmeldungen zu Forschungsvorhaben und -ergebnissen.  

3. Intensivkooperation: Hierbei ist eine längerfristige und für beide Seiten gewinnbringende Zusammenarbeit vorgesehen, also eine gemeinsam vorangetriebene Schulentwicklung und Forschung.


Erste Campusschulen sollen im Nachgang der Kick-off-Veranstaltung ernannt werden. Für die gesamte Programm-Laufzeit, die zunächst bis Ende 2025 geplant ist, erwarten die Verantwortlichen rund 20 teilnehmende Schulen.


Beteiligte und Funktionen

Das DIPF und die Goethe-Universität sind gleichberechtigte Kooperationspartner des Campusschulprogramms. Die zentrale Koordination der Campusschulen übernimmt das DIPF. Unterstützt wird das Programm durch das ebenfalls am DIPF koordinierte Forschungszentrum „IDeA – Center for Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk“, dessen Gründungspartner das DIPF, die Goethe-Universität und das Sigmund-Freud-Institut sind. Die Goethe-Universität ist zudem über die „Akademie für Bildungsforschung und Lehrkräftebildung“ (ABL) und die „Didaktische Werkstatt – Arbeitsstelle für Diversität und Unterrichtsentwicklung“ des Fachbereichs Erziehungswissenschaften im Campusschulprogramm vertreten.

Die genannten wissenschaftlichen Partnerorganisationen finanzieren das Vorhaben gemeinsam – mit zusätzlicher Förderung durch die „Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main“. Das Campusschulprogramm wird interessierten Wissenschaftler*innen des DIPF und der Goethe-Universität im Bereich der Bildungsforschung offenstehen, um Schulen ein möglichst vielfältiges Portfolio an Forschungs- und Entwicklungsperspektiven zu bieten. zum achten Mal veranstalten der Förderverein Mathematik sowie das Institut für Mathematik der Goethe-Universität eine interdisziplinäre Ringvorlesung, die sich im Rahmen der Frankfurter Bürgeruniversität an die Öffentlichkeit richtet. Die aktuelle Ausgabe befasst sich mit der Spieltheorie, die die mathematische Sicht auf Konfliktsituationen bereitstellt. Aufgrund der Zunahme von weltweiten gesellschaftlichen Konflikten in einer Weise, die vor Jahren noch unvorstellbar war, wird hier eine besonders aktuelle Thematik beleuchtet.

Kontakt:
Koordination des Campusschulprogramms:
Michaela Menstell, DIPF, +49 (0)69 24708-879, m.menstell@dipf.de 
Presse:
Philip Stirm, DIPF, +49 (0)69 24708-123, p.stirm@dipf.de, pr@dipf.de
Dirk Frank, Goethe-Universität Frankfurt, +49 (0)69 798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de, presse@uni-frankfurt.de

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Programms: www.dipf.de/de/campusschulen


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Nov 20 2023
11:17

Mediziner:innen der Goethe-Universität Frankfurt identifizieren in der DNA von Leukämiezellen einen vielversprechenden Angriffspunkt für neue Therapieansätze

Kinderonkologie: Neue Achillesferse von Leukämiezellen entdeckt

Leukämien sind die häufigste Krebsart bei Kindern. Die Behandlung erfolgt mit intensiver Chemotherapie, die aufgrund ihrer unspezifischen Wirkungsweise schwere Nebenwirkungen hat. Ein Team der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und des Instituts für Experimentelle Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Goethe-Universität Frankfurt hat nun eine Stelle in der DNA der Krebszellen entdeckt, die für das Überleben von Leukämiezellen essentiell ist. Krebszellen, bei denen das an dieser Stelle kodierte Gen experimentell verändert wurde, starben ab. Der Genort stellt damit ein vielversprechendes Angriffsziel für eine zukünftige Therapiealternative dar.

FRANKFURT. Der Begriff Leukämie umfasst verschiedene Formen von Blutkrebs, zu denen auch die akute myeloische Leukämie (AML) gehört. Dabei entarten frühe Vorstufen der Blutzellen – die Stammzellen und die daraus hervorgegangenen Vorläuferzellen. Bei Kindern ist die AML die zweithäufigste Leukämie; sie macht rund vier Prozent aller bösartigen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter aus. Trotz intensiver Chemotherapie überlebt nur rund die Hälfte der Betroffenen ohne erneuten Krankheitsrückfall. Rund ein Drittel der Kinder sind nach der Therapie auf eine Stammzellspende angewiesen. Da die unspezifisch wirkenden Chemotherapien starke Nebenwirkungen aufweisen, wird dringend nach neuen, spezifischen Therapieansätzen gesucht.

Eine ungewöhnliche Achillesferse von AML-Zellen hat nun ein Team um Jan-Henning Klusmann von der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und Dirk Heckl vom Institut für Experimentelle Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Goethe-Universität Frankfurt gefunden. Für ihre jetzt veröffentlichte Studie hatten sie sich in den Blutkrebszellen eine bestimmte Gruppe von Nukleinsäuren angeschaut: die nicht-kodierenden RNAs. Diese entstehen genauso wie gewöhnliche messenger-RNAs (mRNAs) durch die Abschrift (Transkription) von Genen. Anders als mRNAs werden die nicht-kodierende RNAs jedoch danach nicht in Proteine übersetzt, sondern übernehmen häufig regulatorische Funktionen zum Beispiel bei Zellwachstum und Zellteilung. Eine massive Störung von Regulationsvorgängen zeichnet typischerweise Krebszellen aus. Nicht-kodierende RNAs sind deshalb interessante Ansatzpunkte für die Bekämpfung von Krebs.

Vor diesem Hintergrund wollten die Forschenden um Klusmann und Heckl mehr über die Rolle von nicht-kodierenden RNAs in AML-Zellen wissen. Dazu erstellten sie eine Art Bestandsaufnahme dieser Moleküle in Krebszellen von erkrankten Kindern und verglichen das erhaltene Muster mit dem gesunder Blutstammzellen. Knapp 500 nicht-kodierende RNAs wurden in AML-Zellen im Vergleich zur gesunden Zelle vermehrt gebildet – ein Hinweis darauf, dass diese in den Krebszellen eine wichtige Funktion wahrnehmen könnten. Um dies zu überprüfen, schalteten die Forschenden jedes einzelne dieser RNA-Moleküle aus, indem sie verhinderten, dass das kodierende Gen im Genom abgelesen wurde. Den deutlichsten Effekt fanden sie für das Gen MYNRL15: Krebszellen, bei denen dieses Gen ausgeschaltet war, verloren ihre Fähigkeit zur unbegrenzten Vermehrung und starben ab.

Überraschenderweise war für diesen Effekt aber nicht das Fehlen der nicht-kodierenden RNA verantwortlich, wie Klusmann kommentiert: „Die von uns beobachtete regulatorische Funktion ist auf das Gen MYNRL15 selbst zurückzuführen.“ Das Team konnte zeigen, dass sich durch die Zerstörung des Gens die räumliche Struktur des Chromatins, also der dreidimensionalen Organisationsform des Erbguts, veränderte. „Dies führte zur Deaktivierung von Genen, die AML-Zellen für ihr Überleben benötigen“, so Klusmann. Damit bietet sich nun eine ungeahnte neue Möglichkeit, um Blutkrebs zu bekämpfen.

Vor diesem Hintergrund ist es bedeutsam, dass der hemmende Effekt durch das veränderte MYNRL15-Gen bei verschiedenen AML-Zelllinien beobachtet werden konnte. Diese stammten sowohl aus Kindern als auch aus Erwachsenen und deckten verschiedene Unterformen der Krankheit ab – darunter eine, die bei Menschen mit Down-Syndrom häufig auftritt. „Dass alle Leukämien, die wir untersucht haben, von diesem Genort abhängig waren, zeigt uns, dass dieser eine wichtige Bedeutung haben muss“, schlussfolgert Klusmann. Die Forschenden hoffen nun, dass sich die Abhängigkeit der Krebszellen von MYNRL15 ausnutzen lässt, um eine spezifische Gentherapie zu entwickeln. „In unserer Studie haben wir erstmals systematisch nicht-kodierende RNAs und ihre Gene in AML-Zellen untersucht und dabei einen Genort identifiziert, der einen vielversprechenden Angriffspunkt für die Entwicklung einer zukünftigen Therapie darstellt“, fasst Klusmann zusammen.

Publikation: Michelle Ng, Lonneke Verboon, Hasan Issa, Raj Bhayadia, Marit Willemijn Vermunt, Robert Winkler, Leah Schüler, Oriol Alejo, Konstantin Schuschel, Eniko Regenyi, Dorit Borchert, Michael Heuser, Dirk Reinhardt, Marie-Laure Yaspo, Dirk Heckl, Jan-Henning Klusmann: Myeloid leukemia vulnerabilities embedded in long noncoding RNA locus MYNRL15. iScience 26, 107844 (2023) https://doi.org/10.1016/j.isci.2023.107844

Weitere Informationen
Prof. Dr. med. Jan-Henning Klusmann
Direktor
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsklinikum Frankfurt
Telefon: +49 69 6301-5094
kkjm-direktor@kgu.de
www.kgu.dewww.leukemia-research.de

Prof. Dr. Dirk Heckl
Institut für Experimentelle Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
Goethe-Universität Frankfurt
d.heckl@kinderkrebsstiftung-frankfurt.de
Twitter: @jhkmann @jhklusmann @goetheuni @UK_Frankfurt


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Nov 15 2023
15:07

 Die italienische Erfolgsautorin Francesca Melandri ist zu Gast bei der Ginzburg Lecture an der Goethe-Universität

Italienische Geschichte wird im Erzählen lebendig

FRANKFURT. Sie gilt manchen als „die neue Elena Ferrante“, aber Francesca Melandri hat ihren ganz eigenen Stil. Ihr Roman „Alle, außer mir“, der im Original unter dem Titel „Sangue giusto“ 2017 erschienen ist, erzählt eindringlich und spannend von einem dunklen Kapitel europäischer, insbesondere italienischer Geschichte, nämlich der Rolle Italiens als Kolonialmacht in Äthiopien und Eritrea. Melandri verwebt darin die Themen Identität, Verdrängung, Familie und Kolonialismus zu einer meisterlichen Erzählung, die die Geschehnisse um den Abessinienkrieg anhand einer individuellen Lebensgeschichte anschaulich macht.

Im Rahmen der Frankfurter Ginzburg Lecture ist Melandri zu Gast an der Goethe-Universität. Unter dem Titel LA PELLE VIVA DELLA STORIA („Die lebendige Haut der Geschichte“) wird sie

am Mittwoch, 29. November, von 18 Uhr c.t.,
im IG-Farben-Gebäude, Raum 311
auf dem Campus Westend
der Goethe-Universität

aus ihrem jüngsten Buch lesen und über ihre aktuellen Projekte sprechen. Ihr italienischer Vortrag wird ins Deutsche übersetzt.

Bekannt geworden war Melandri, Jahrgang 1964, bereits 2010 durch Ihren Roman „Eva dorme“ („Eva schläft“, Blessing, 2011), der die politische Geschichte Südtirols anhand einer Familiengeschichte aufarbeitet. Es folgte 2012 „Più alto del mare“ („Über Meereshöhe“, Blessing, 2012). Die Trilogie zur politischen Geschichte Italiens fand mit dem Roman „Sangue giusto“, 2017 („Alle, außer mir“, Wagenbach, 2018) schließlich ihren Abschluss. Hier spannt sie einen Bogen von der faschistischen Beteiligung an der Kolonialisierung Afrikas bis hin zu den Schicksalen der Geflüchteten, die heute auf Lampedusa stranden.

Die Ginzburg Lecture findet zum zweiten Mal statt. Veranstalter sind das Italienzentrum der Goethe-Universität und das RMU-Italienforum. Die Schirmherrschaft der Veranstaltung hat das italienische Konsulat übernommen.

Das Veranstaltungsplakat zum Download unter: https://www.uni-frankfurt.de/145293327

Information:
Prof. Dr. Christine Ott
Institut für Romanische Sprachen und Literaturen
Goethe-Universität Frankfurt 
Telefon +49 (69) 798-32014/-32016
E-Mail: c.ott@em.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Nov 14 2023
14:42

Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Graduiertenkolleg zur Wohnungsforschung mit über sieben Millionen Euro

„Gewohnter Wandel“: Über die Veränderungen von Wohnen und Gesellschaft

Die Gesellschaft verändert sich und mit ihr das Wohnen. Diesem Zusammenhang soll ein gemeinsames Graduiertenkolleg von Goethe-Universität Frankfurt und Bauhaus-Universität Weimar wissenschaftlich auf den Grund gehen.  

FRANKFURT. Mehr als sieben Millionen Euro Fördermittel erhalten die Goethe-Universität Frankfurt und die Bauhaus-Universität Weimar für das gemeinsame Graduiertenkolleg „Gewohnter Wandel. Gesellschaftliche Transformation und räumliche Materialisierung des Wohnens“ von der DFG. Vom Herbst 2024 an werden Nachwuchswissenschaftler und Nachwuchswissenschaftlerinnen an den Standorten Weimar und Frankfurt interdisziplinär zur aktuellen Lage der Wohnungsversorgung forschen.

Wohnen ist ein Grundbedürfnis des Menschen und von elementarer Bedeutung für individuelle und gesellschaftliche Entwicklung. Im Wohnen spiegeln sich epochale Umbrüche und gesellschaftliche Wandlungsprozesse wider. Es ist eine zentrale und große Herausforderung heutiger Stadtentwicklung, mehr sozial gerechten Wohnraum zu schaffen.

Die gebaute Umwelt von morgen prägen die gesellschaftlichen Entwicklungen von heute. Daher nimmt das Kolleg zum Beispiel Veränderungen durch soziale Auseinandersetzungen, ökologische Ansprüche oder Digitalisierungsprozesse in der Wohnumwelt in den Blick: Welche Herausforderungen, Probleme, Widersprüche und Konflikte ergeben sich daraus für das Wohnen? Wie beeinflusst die gebaute Wohnumwelt wiederum zukünftige gesellschaftliche Entwicklungen bzw. wie sollte sie diese prägen?

Sebastian Schipper, stellvertretender Sprecher des Graduiertenkollegs und Professor für geographische Stadtforschung an der Goethe-Universität Frankfurt, erläutert: „Die im Kolleg entstehenden Arbeiten werden das Spannungsverhältnis zwischen gesellschaftlicher Transformation und gebauter Wohnumwelt betrachten. Ziel ist es, Forschungsperspektiven zu entwickeln, mit denen Fragen des Wohnens, seines Wandels und seiner Zukunft aus gesellschaftlicher und baulich-räumlicher Sicht systematisch erforscht werden können.“

Das Kolleg bringt dabei gezielt Fachkompetenzen der Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Bauhaus-Universität Weimar zusammen: Im Konsortium sind einerseits Fachleute aus Weimar vertreten, die planungs- und ingenieurwissenschaftliche bzw. entwurfsbezogene Perspektiven auf das Wohnen einnehmen, andererseits Professorinnen und Professoren aus Frankfurt, die das Wohnen aus vornehmlich gesellschafts- und geisteswissenschaftlicher Perspektive erforschen.

Über die gesamte Förderdauer von neun Jahren können bis zu 36 Promotionen zu Wohnungsfragen entstehen. Für die erste, fünfjährige Förderphase des Graduiertenkollegs erhalten Bauhaus-Universität Weimar und Goethe-Universität Frankfurt am Main zusammen insgesamt 7,2 Millionen Euro von der DFG. Als Hauptantragstellerin übernimmt zunächst die Bauhaus-Universität Weimar die Sprecherschaft für das Kolleg. Weitere Kooperationspartner sind das Institut Wohnen und Umwelt Darmstadt, die Frankfurt University of Applied Sciences (UAS), die Klassik-Stiftung Weimar, die Stiftung Baukultur Thüringen sowie der Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e.V.

Die Pressemitteilung der DFG finden Sie unter:
https://www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2023/pressemitteilung_nr_45/index.html

Zwei Bilder zum Download finden Sie unter: https://www.uni-frankfurt.de/145231130

Bildinformation: Drei Zimmer, Küche, Diele, Bad«. Ausstellung zum Lehrforschungsprojekt an der Bauhaus-Universität Weimar unter Leitung von Prof. Verena von Beckerath und Prof. Dr. Barbara Schönig, Februar 2018. Foto: Andrew Alberts

Weitere Informationen
Prof. Dr. Sebastian Schipper
Professur für Geographische Stadtforschung
Institut für Humangeographie
Goethe-Universität
Telefon 069 798-35165
E-Mail s.schipper@geo.uni-frankfurt.de
Homepage https://www.uni-frankfurt.de/129754253/Prof__Dr__Sebastian_Schipper


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Nov 14 2023
12:15

Interdisziplinäre Ringvorlesung zur Spieltheorie

Die Mathematik der Entscheidungsfindung 

FRANKFURT. Bereits zum achten Mal veranstalten der Förderverein Mathematik sowie das Institut für Mathematik der Goethe-Universität eine interdisziplinäre Ringvorlesung, die sich im Rahmen der Frankfurter Bürgeruniversität an die Öffentlichkeit richtet. Die aktuelle Ausgabe befasst sich mit der Spieltheorie, die die mathematische Sicht auf Konfliktsituationen bereitstellt. Aufgrund der Zunahme von weltweiten gesellschaftlichen Konflikten in einer Weise, die vor Jahren noch unvorstellbar war, wird hier eine besonders aktuelle Thematik beleuchtet.

Die Bewältigung von Konflikten ist oft mit großen Emotionen verbunden, die einen klaren Blick auf die anstehenden Entscheidungen verstellen. In der Spieltheorie geht es dagegen um rationale Entscheidungsfindung in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen. In mathematischen Modellen werden typische Konfliktsituationen herausgearbeitet, wie etwa beim „Gefangenendilemma“. Dabei werden auch Zufallsentscheidungen einbezogen - wie etwa im Spiel „Stein, Schere, Papier“. Hier werden deterministische Strategien durch angepasste Gegenstrategien dominiert. Gegen diese kann man sich wiederum nur durch den Zufall wappnen. Die Ringvorlesung gibt Einblicke in Grundideen der Spieltheorie und ihre Auswirkungen auf aktuelle Fragen der Gesellschaft sowie menschliche und computerbasierte Vorhersagen.

Die Goethe-Universität hat nicht zuletzt durch den Nobelpreisträger Reinhard Selten (1994, gemeinsam mit Nash und Harsanyi), der hier 1961 in Mathematik promovierte und sich 1968 in den Wirtschaftswissenschaften habilitierte, eine besondere Verbindung zur Spieltheorie. Die Tradition der Ringvorlesung bietet ein Forum, um den Austausch zwischen der Mathematik an der Goethe-Universität und der interessierten Öffentlichkeit zu fördern. Die Vortragsreihe richtet sich an die Öffentlichkeit - ein Mathematikstudium ist keine Voraussetzung, um den Vorträgen folgen zu können.

Die Vorträge finden jeweils dienstags, 18.00 Uhr, im Hörsaal IV (Gräfstraße 50-54) auf dem Campus Bockenheim statt.

21.11.2023
Prof. Dr. Christian Rieck (Frankfurt UAS): Modell und Wirklichkeit im Spiel

19.12.2023
Prof. Dr. Bernhard v. Stengel (London School of Economics): Spieltheorie und Politik

16.01.2024
Prof. Dr. Alexandra Schwartz (TU Dresden): Mehrstufige Spiele: Vom Vorhersagen und Beeinflussen von Entscheidungen

06.02.2024
Prof. Dr. Arne Traulsen (MPI für Evolutionsbiologie, Plön): Evolutionäre Spieltheorie und soziale Dilemmas

16.04.2024 (zu Beginn des Sommersemesters)
Prof. Dr. Matthias Blonski (Goethe-Universität, Frankfurt): Kooperation im wiederholten Gefangenendilemma.

Veranstaltet wird die Ringvorlesung vom Verein zur Förderung der Mathematik an der Goethe-Universität und vom Institut für Mathematik.

Weitere Informationen unter https://ringvorlesung.math.uni-frankfurt.de/

Kontakt: Prof. Dr. Götz Kersting und Prof. Dr. Thorsten Theobald, Institut für Mathematik. Tel. 069/798-28188, Sekretariat 069/798-22526. theobald@math.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Nov 14 2023
11:27

Von Kunstwissenschaft bis Ökologie: Interdisziplinäre Tagung der Goethe-Universität widmet sich dem Phänomen des „Abgrunds“ 

„Im Abgrund der Geschichte ist für alle Platz“

FRANKFURT. Das Sprechen vom Abgrund ist so alt wie die Bibel – es kommt in nahezu allen Disziplinen vor, von der Philosophie über die Literatur bis hin zu Geologie. Das Sprechen vom Abgrund ist das Sprechen vom Äußersten: Es gibt nichts Tieferes als den Abgrund. Dabei stimmen Metapher und Realität überein: Bis heute bleiben den Menschen der Erdkern und die Meerestiefen verschlossen. In Zeiten des Klimawandels und sich überlappender Krisen steht die Menschheit in öffentlichen Reden aber des Öfteren „am Abgrund“. Wird der Begriff zu inflationär verwendet?

Die wissenschaftliche Tagung ‚„Im Abgrund der Geschichte ist für alle Platz“ – Sprechen über Abgründe' behandelt den „Abgrund“ aus verschiedenen Disziplinen – der Kulturanalyse und Biographieforschung, der Literatur- und Geschichtswissenschaft, der Kunstwissenschaft, Philosophie und Soziologie. Wo und wann wird dort vom Abgrund gesprochen? Und wird der Begriff immer angemessen verwendet?

Diesen Fragen geht die öffentliche Tagung nach

„Im Abgrund der Geschichte ist für alle Platz“ – Sprechen über Abgründe
vom 23. bis 25. November 2023
im Freies Deutsches Hochstift, Gartensaal
60311 Frankfurt am Main.

Eine Anmeldung für die öffentliche Tagung ist nicht erforderlich.

Die geladenen Wissenschaftler:innen aus dem In- und Ausland widmen sich dem „Abgrund“ unter anderem in der Sprache, in Politik und Gesellschaft und im Zusammenhang mit Hoffnung. Das ausführliche Programm ist unter folgendem Link einzusehen: Tagung Abgründe - Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft (Andrea Bartl) (uni-bamberg.de)

Veranstalter der Tagung ist die Goethe-Universität gemeinsam mit der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.

Die Tagung wird gefördert von der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität e.V., der Hans-Böckler-Stiftung, dem GRADE Center Social Sciences und dem Freien deutschen Hochstift.

Weitere Informationen
Christina König
Jonathan Vogt
Fachbereich Gesellschaftswissenschaften
Goethe-Universität
E-Mail: tagungabgruende@gmail.com


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, Fax 069 798-763-12531, p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Nov 14 2023
11:14

Prof. Bernhard Jussen stellt sein Buch „Das Geschenk des Orest“ zur Diskussion

Das Mittelalter neu betrachtet

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Das Mittelalter als „finstere“ Zeit, eingeklemmt zwischen antiker Hochkultur und europäischer Renaissance – diese geschichtliche Vorstellung hält sich seit der Aufklärung hartnäckig, ist aber nach Auffassung moderner Historiker schlicht falsch. Einen radikal neuen Blick auf diese Vergangenheit stellt der Geschichtswissenschaftler Prof. Bernhard Jussen in seinem Buch „Das Geschenk des Orest. Eine Geschichte des nachrömischen Europa 526-1535“ vor. Darin zeichnet er diese Zeit als eine dynamische und spanungsreiche Phase – und stellt damit auch unsere Gegenwart und die Entstehung der Zivilgesellschaften in ein neues Licht.

In der Reihe „Das Forschungskolleg stellt vor“ lädt das Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität mit Sitz in Bad Homburg zu einem Diskussionsabend über das 2023 im C.H. Beck Verlag erschienene Buch von Prof. Jussen ein. Er findet statt

am 23. November um 19 Uhr
in den Räumen des Forschungskollegs
Am Wingertsberg 4
in Bad Homburg.

Mit dem Autor diskutiert der Direktor des Forschungskollegs, Prof. Matthias Lutz-Bachmann, der sich als Philosoph selbst mit dem Mittelalter beschäftigt.  

Bernhard Jussen ist Professor für Mittelalterliche Geschichte mit ihren Perspektiven in der Gegenwart an der Goethe-Universität. Für seine Forschung wurde er vielfältig ausgezeichnet, u a mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Matthias Lutz-Bachmann ist Professor für Philosophie an der Goethe-Universität und Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften. Als Mitherausgeber der bald 60 Bände umfassenden „Bibliothek der Philosophie des Mittelalters“ trägt er zur neuen Erschließung des Mittelalters bei.

Die Reihe: Wissenschaftliche Monographien im Gespräch
Wissenschaftliche Bücher und insbesondere Monographien, also Texte über ein bestimmtes Einzelthema, sind meist das Ergebnis jahrelangen Forschens, Reflektierens und Schreibens. Die Reihe „Das Forschungskolleg Humanwissenschaften stellt vor“ soll diese Bücher in der Öffentlichkeit bekannt machen und ihre Inhalte zur Diskussion stellen. Daher lädt das Kolleg regelmäßig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Rhein-Main-Universitäten ein, damit sie über ihr Buch, dessen Hintergründe sowie ihre Motivation sprechen können

Zur besseren Planung bitten wir bis 19. November um Anmeldung
per E-Mail an anmeldung@forschungskolleg-humanwissenschaften.de. Ihre Anmeldung wird registriert, Sie erhalten aber keine Anmeldebestätigung.

Das Veranstaltungsplakat zum Download unter:
https://www.uni-frankfurt.de/145177234


Information:
Beate Sutterlüty
Wissenschaftskommunikation
Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität
Telefon: 06172-13977-15
E-Mail: b.suttleruety@forschungskolleg-humanwissenschaften.de
www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de
Twitter @FKHbadhomburg


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Nov 13 2023
14:05

Neuer Rekord bei Kollisionen von Blei-Ionen am CERN: Höchste Energie und höchste Kollisionsrate – Physiker:innen und Computerwissenschaftler:innen der Goethe-Universität sind an Datennahme und –auswertung beteiligt

Wie beim Urknall: ALICE-Experiment startet wieder mit Blei-Ionen - Goethe-Universität an Messrekord beteiligt

Nach fünf Jahren Pause wurden mit dem großen Beschleuniger LHC am internationalen Forschungsinstitut CERN wieder Blei-Ionen zur Kollision gebracht. Dabei löst sich die kollidierende Materie für extrem kurze Zeit in ihre Bestandteile auf und erreicht so einen Zustand wie das Universum Millionstel Sekunden nach dem Urknall. Die Teilchenspuren der Kollisionen zeichnet der haushohe ALICE-Detektor auf, an dessen Verbesserung Forschende der Goethe-Universität mitgearbeitet haben. Im ersten Monat der neuen Datennahmeperiode konnte ein neuer Rekord aufgestellt werden: Es wurden 20-mal mehr Kollisionsereignisse aufgezeichnet als in den Datennahmeperioden der vergangenen Jahre zusammen.

FRANKFURT. Am 26. September 2023 erklärte das Beschleunigerteam des Europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf stabile Blei-Strahl Konditionen und läutete damit die erste Datennahme-Kampagne von Blei-Ionen-Kollisionen seit 5 Jahren ein. Bis zum späten Abend des 29. Oktober wurden nun Kollisionen von Blei-Ionen bei der bisher weltweit höchsten Kollisionsenergie von 5.36 Terraelektronvolt pro zusammenstoßender Kernteilchen (Nukleon-Nukleon-Kollision) erzeugt. Nicht nur die Kollisionsenergie, sondern auch die Kollisionsraten wurden im Vergleich zu den Datennahmeperioden der früheren Jahre deutlich erhöht. So konnte der ALICE Detektor, spezialisiert auf die Aufzeichnung der Kollisionen von Bleiatomkernen, 20-mal mehr Ereignisse aufzeichnen als in den vier einmonatigen Datennahmeperioden seit 2010 zusammen.

Dies ist wichtig, da bei den Kollisionen in kürzester Zeit ungeheuer viele Teilchen neu entstehen und wieder zerfallen. Die Aufzeichnung der Spuren dieser Teilchen lässt Rückschlüsse darauf zu, was im Moment des Zusammenpralls und kurz danach genau passiert: Die Teilchen lösen sich in ihre elementaren Bestandteile – Quarks und Gluonen – auf und bilden eine Art „Materiesuppe“, ein sogenanntes Quark-Gluon-Plasma. Unmittelbar danach bilden sich wieder neue, sehr instabile Teilchen, die sich in komplexen Zerfallsketten schließlich in stabile Teilchen umwandeln. Auf diese Weise untersuchen die Forschenden des ALICE-Experiments die Eigenschaften von Materie, wie sie kurz nach dem Urknall vorgelegen hat.

An den Experimenten sind Forschungsgruppen der Goethe-Universität Frankfurt beteiligt. Der neue Rekord wurde möglich, weil der weltweit stärkste Teilchenbeschleuniger, der Large Hadron Collider (LHC), in einer vierjährigen Umbauphase noch einmal verbessert werden konnte. Auch der ALICE-Detektor wurde dieser Umbaupause von 2018 bis 2022 verbessert, um die Spuren der höheren Kollisionsraten des LHC aufzeichnen zu können.

Hierzu war es notwendig, die Auslesedetektoren des zentralen Detektors des Experiments, der sogenannten Spurdriftkammer (engl. Time Projection Chamber, TPC) komplett auszutauschen. Die Projektleitung dieses insgesamt 10-jährigen Unterfangens liegt bei Professor Harald Appelshäuser vom Institut für Kernphysik der Goethe-Universität.

Eine große Herausforderung sind die enormen Datenmengen, die während der Messungen anfallen und allein für die TPC im Bereich von Terabyte pro Sekunde liegen. Dieser Datenstrom muss in Echtzeit mit effektiven Mustererkennungsmethoden prozessiert werden, um die gespeicherte Menge der Daten ausreichend reduzieren zu können. Eigens hierzu wurde der Rechencluster EPN (engl. Event Processing Nodes) für das Experiment aufgebaut. Der EPN-Cluster basiert sowohl auf konventionellen Rechenkernen (CPUs) als auch auf speziellen Grafikprozessoren. Die Leitung des Projekts liegt bei Volker Lindenstruth, Professor für die Architektur von Hochleistungsrechnern an der Goethe-Universität und Fellow am Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS).

Die Messungen bei höheren Kollisionsraten sind ein großer Erfolg für das Schwerionenprogramm am CERN. Prof Harald Appelshäuser sagt: “Endlich geht es los! Darauf haben wir 10 Jahre lang hingearbeitet. Wir freuen uns auf die Auswertung der jetzt gewonnenen Daten. Danken möchte ich vor allem dem Bundesministerium für Bildung und Forschung für die langfristige Finanzierung, denn Forschungsprojekte in dieser Dimension können nur durch einen so verlässlichen Partner erfolgreich sein."

Hintergrundinformationen:
Meldung: ALICE-Experiment am CERN startet Testbetrieb mit Blei-Ionen (2022)
https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/urknall-forschung-alice-experiment-am-cern-startet-testbetrieb-mit-blei-ionen/?highlight=ALICE

Über das ALICE-Experiment:
https://www.weltmaschine.de/cern_und_lhc/experimente_am_lhc/alice/

Bilder zum Download:
https://www.uni-frankfurt.de/129304631

Bildtext:
Für das Upgrade wurde der ALICE-Detektor geöffnet. Foto: Sebastian Scheid, Goethe-Universität Frankfurt

Weitere Informationen
Prof. Dr. Harald Appelshäuser
Institut für Kernphysik
Goethe-Universität Frankfurt
Tel: +49 (0) 69 798-47034 oder 47023
appels@ikf.uni-frankfurt.de
@ALICExperiment


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Nov 13 2023
13:25

Interdisziplinäre Vortragsreihe „Künstliche Intelligenz in den Wissenschaften: Fluch oder Segen?“ fragt nach den Möglichkeiten und Grenzen von KI

Wie verlässlich ist KI?

FRANKFURT. Menschen können komplexe Probleme lösen, strategisch denken und aus Erfahrungen lernen. Und sie können Maschinen entwickeln, die diese Fähigkeiten unterstützen und ausweiten. Künstliche Intelligenz (KI) hilft in vielen Lebensbereichen, einschließlich der Wissenschaft, komplexe Aufgaben zu lösen und neue Anwendungsgebiete zu erschließen. Wird diese Supertechnologie also zukünftig in der Lage sein, wie Menschen zu denken und zu kommunizieren? Sind die von KI kreierten Lösungen aber auch kontrollierbar und ebenso verlässlich wie solche, die auf menschlicher Urteilsfindung beruhen?

Diesen Fragen widmet sich die Vortragsreihe „Künstliche Intelligenz in den Wissenschaften: Fluch oder Segen?“ aus verschiedenen Perspektiven – von der Hirnforschung über die Wirtschaftsinformatik bis hin zur Philosophie.

Aus der Rechtswissenschaft stammt der Beitrag der Hybridveranstaltung

am 20. November, 18 Uhr
von Prof. Dr. Katja Langenbucher
Künstliche Intelligenz in der Leitung der Aktiengesellschaft
Campus Westend, Gebäude Normative Ordnungen, EG 01, Max-Horkheimer-Straße 2 und unter www.uni-frankfurt.de/wiss-gesellschaft.

Weitere Termine und Themen:

4. Dezember
Prof. Dr. Oliver Hinz
Künstliche Intelligenz in ihrer Vielfalt: Drei Beispiele aus den Wirtschaftswissenschaften

18. Dezember
Prof. Dr. Dr. hc. mult. Wolf Singer
Natürliche Gehirne und künstliche Systeme: Zwei verschiedene Welten

8. Januar 2024
Prof. Dr. Ingo Ebersberger
Künstliche Intelligenz – ein Meilenstein auf dem Gebiet der Erbgutanalyse?

22. Januar
Prof. Dr. Thomas Metzinger
Künstliche Intelligenz und Philosophie: Neue Fragen für Angewandte Ethik, Philosophie des Geistes und Gesetzgebung

5. Februar
PD Dr. med. Oliver Grimm
Sprache entschlüsseln, Gedanken verstehen:  Wie Natural Language Processing die Psychiatrie revolutionieren könnte


Veranstalter der Reihe ist die Wissenschaftliche Gesellschaft an der Goethe-Universität.

Weitere Informationen
Prof. Dr. Herbert Zimmermann
Campus Riedberg, Biologicum
Institute of Cell Biology and Neuroscience Molecular and Cellular
Neurobiology
Tel: +49 (0) 69 798 42036
Mail: h.zimmermann@bio.uni-frankfurt.de


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, Fax 069 798-763-12531, p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Nov 13 2023
12:17

Institut für deutsche Sprache und Literatur lädt zu Lesungen im Vorfeld der Leipziger Buchmesse

Niederländische Literatur im Fokus

FRANKFURT. Unter dem Motto „Alles außer flach“ steht die Leipziger Buchmesse im kommenden Frühjahr ganz im Zeichen der niederländischsprachigen Literatur. Einen Vorgeschmack darauf will die Abteilung Niederländisch des Instituts für deutsche Sprache und Literatur der Goethe-Universität mit einer Reihe von Lesungen bieten, zu der sie zwei Autorinnen und einen Autor eingeladen hat, die aus Flandern, den Niederlanden bzw. Surinam stammen. Alle Lesungen sind zweisprachig (Niederländisch-Deutsch) und für alle frei zugänglich.

Die Belgierin Annelies Verbeke (Jahrgang 1976) wird am

Donnerstag, 23. November 2023 um 19 Uhr
im Casinogebäude (Raum 1.812)
Nina-Rubinstein-Weg 1
auf dem Campus Westend der Goethe-Universität

aus zwei übersetzten Erzählungen lesen, die diesen Herbst im Golden Luft Verlag erschienen sind. Diese Erzählungen sind im Band Treinen en kamers („Züge und Räume“) aus dem Jahr 2021 abgedruckt. Die Texte entstanden zum Teil während des Corona-Lockdowns, so ist es zu erklären, dass einige gewisse klaustrophobische Anklänge haben. Die vielseitige flämische Autorin Annelies Verbeke, der 2003 mit ihrem in zwanzig Sprachen übersetzten Debütroman „Schlaf!“ aus dem Stand der Durchbruch gelang, ist schwierig einzuordnen. Neben weiteren Romanen und zahlreichen Theatertexten hat sie inzwischen fünf Erzählbände mit jeweils 15 Kurzgeschichten veröffentlicht. Da Kurzgeschichten selten mit Literaturpreisen ausgezeichnet werden und auch seltener übersetzt werden, macht sich Annelies Verbeke zur Fürsprecherin, Botschafterin und Anwältin dieser behandelten Literaturgattung. Für ihr Gesamtwerk erhielt sie 2022 den Ultima-Preis der Flämischen Gemeinschaft.

Am Mittwoch, 31. Januar 2024 um 19 Uhr ist Mariken Heitman (Jahrgang 1983) aus den Niederlanden zu Gast, ebenfalls im Casinogebäude (Raum 1.812). Sie wird aus ihrem preisgekrönten Roman Wormmaan (2021) (Librispreis 2022) lesen, der bei Klett-Cotta anlässlich der Leipziger Buchmesse auf Deutsch erscheint. Mariken Heitman hat Biologie studiert. Ihre beiden Romane Wateraap (2019) und Wormmaan (2021) spielen in landwirtschaftlicher Umgebung und befassen sich mit der Evolutionstheorie. Die Handlung geht 9000 Jahre zurück in die Vergangenheit, bis zu den Anfängen von Ackerbau und Viehzucht. Die Kapitel des Romans springen zwischen der Vorzeit und der Gegenwart hin und her, in der die Hauptfigur Elke einerseits im Beruf darum kämpft, aus veredeltem Saatgut die beste Ernte zu erzielen, andererseits ihre Faszination für Urpflanzen auslebt. Darüber hinaus fühlt sich Elke weder als Mann noch als Frau und sucht in der Natur nach Beispielen für Ungeschlechtlichkeit oder Zwitterhaftigkeit. Der niederländische Verlag Atlas Contact fasst den Roman wie folgt zusammen: „Eine surrealistische Suche nach Ursprung, Identität und Bedeutung“.

Am Mittwoch, 7. Februar 2024, schließlich, diesmal um 19.30 Uhr, kommt Raoul de Jong (Jahrgang 1984) auf den Campus Westend ins Casinogebäude (Raum 1.801) und stellt die deutsche Übersetzung seines Romans Jaguarman (2020) vor. De Jong erzählt darin, anknüpfend an die eigene Biographie, von der Suche nach seinen Wurzeln und denen seines Vaters in Surinam, einer ehemaligen niederländischen Kolonie in Südamerika. In einem sehr persönlichen Stil verwebt er seine eigene Suche nach einem seiner mythischen Vorfahren, dem Jaguarman, mit der Geschichte Surinams, einer Geschichte von Sklaverei und Rassismus und macht dabei Gebrauch von Winti, einem afro-surinamischen Kult der Ahnenverehrung. Gezeichnete Porträts aller wichtigen Figuren der surinamer Kulturgeschichte geben dem Buch eine besondere Anmutung. Gekonnt switcht De Jong zwischen damals und heute, zwischen Surinam und den Niederlanden, düsterer Vergangenheit und heiteren Erlebnissen.

Alle Termine im Überblick

Donnerstag, 23. November 2023, 19 Uhr
Annelies Verbeke liest Erzählungen aus „Züge und Räume“

Mittwoch, 31. Januar 2024, 19 Uhr
Mariken Heitman liest aus „Wormmaan“

Mittwoch, 7. Februar 2024, 19.30 Uhr
Raoul de Jong liest aus „Jaguarman“

Alle Lesungen finden in Raum 1.812 und 1.801 im Casinogebäude auf dem Campus Westend (Nina-Rubinstein-Weg 1) statt.

Das Plakat zum Download unter: https://www.uni-frankfurt.de/144651395

Information:
Laurette Artois
Institut für deutsche Sprache und Literatur
Goethe-Universität Frankfurt
E-Mail artois@lingua.uni-frankfurt.de
https://www.uni-frankfurt.de/41138070/FB_10___Niederl%C3%A4ndisch


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Wie Wasserverschmutzung, extreme Wetterereignisse und steigende Temperaturen über viele Jahrzehnte hinweg das Ökosystem eines Süßwassersees verändern und unwiederbringlich schädigen können, zeigt ein KI-Modell eines Teams aus Wissenschaftler:innen der Goethe-Universität Frankfurt und der Universität Birmingham. Das Modell, das Wetter- und Klimadaten sowie Daten aus einem Sedimentbohrkern des Sees nutzt, könnte künftig für Vorhersagen genutzt werden, wie Ökosysteme auf komplexe Umweltveränderungen reagieren. Es könnte daher als „Zeitmaschine für die biologische Vielfalt“ dienen, die sowohl Prozesse in der Vergangenheit erklärt wie auch auf künftige ökologische Gefahren hinweist.

FRANKFURT. Die Sedimente von Seen und Flüssen sind das Langzeitgedächtnis der Gewässer: Schicht für Schicht werden hier über lange Zeiträume mineralische, organische und chemische Partikel und Stoffe abgelagert. In einem Sedimentbohrkern des „Ring Lake“ bei Braedstrup in Dänemark analysierte das deutsch-britische Wissenschaftsteam unter Federführung von Niamh Eastwood und Prof. Luisa Orsini sowohl die DNA-Reste von Pflanzen, Tieren und Bakterien wie auch Umweltgifte wie etwa Pestizide oder Herbizide, die im Laufe der Zeit in den See gelangten und sich in den Sedimenten ablagerten. So konnte das Wissenschaftsteam die Veränderungen der ökologischen Lebensgemeinschaft im See einerseits und die Verschmutzung etwa durch Nitrate und Biozide im Laufe der vergangenen 100 Jahre rekonstruieren.

„Der von uns untersuchte ‚Ring Lake' in Dänemark ist ein Gewässer, das zu Beginn des 20. Jahrhundert kaum belastet war. Im Laufe des Jahrhunderts war der See dann erheblichen Umweltbelastungen ausgesetzt, während sich in den letzten Jahren des 20. Jahrhundert die Wasserqualität deutlich verbessert hat“, erklärt Prof. Henner Hollert, Umwelttoxikologe an der Goethe-Universität Frankfurt, Fraunhofer IME und dem LOEWE Zentrum TBG für Translationale Biodiversitätsgenomik. Dies und die ungestörte Sedimentschichtung, in denen die Jahre ähnlich wie bei Jahresringen eines Baumstamms sichtbar werden, habe den See zu einem interessanten Forschungsobjekt gemacht.

Das Wissenschaftsteam verknüpfte nun die Analysedaten des Bohrkerns mit Klimaaufzeichnungen, wobei Extremtemperaturen und Niederschlagsmengen von besonderem Interesse waren, und entwickelte mithilfe einer künstlichen Intelligenz ein Modell, um den Einfluss der Umweltveränderungen auf die Zusammensetzung der Süßwassergemeinschaft zu erklären und zeitlich sowie räumlich auflösen zu können. Das Ergebnis: 90 Prozent der Veränderungen in der funktionellen biologischen Vielfalt des Ring Lake waren auf den Eintrag von Insektiziden und Fungiziden in Verbindung mit extremen Temperatur- und Niederschlagsereignissen zurückzuführen.

Zwar verringerte sich die landwirtschaftliche Nutzung in der Umgebung des Sees Ende des Jahrhunderts und führte zu einer Verbesserung der Wasserqualität. Das deutsch-britische Wissenschaftsteam musste jedoch feststellen, dass der ursprüngliche ökologische Zustand des Sees nicht wiederhergestellt werden konnte.

Henner Hollert erläutert: „Wir konnten zeigen, dass der Schwund der Artenvielfalt in einem Ökosystem ist nicht komplett reversibel ist: Die Lebensgemeinschaft funktioniert nicht mehr so wie vorher, da Arten fehlen, die bestimmte Ökosystemleistungen in dem System erbracht haben. Wir werden unser KI-System, unsere ‚Zeitmaschine für die Biologische Vielfalt', jetzt an weitere Seen testen, etwa in einem aktuellen interdisziplinären DFG-Projekt zur Wechselwirkung Mensch und Umwelt im späten Mittelalter mit der TU Darmstadt, dem Geoforschungszentrum Potsdam, der Landesdenkmalpflege Baden-Württemberg sowie den Universitäten Tübingen und Braunschweig. Lehren aus der Vergangenen können uns für die Zukunft helfen: Unser Ziel ist es, Behörden ein Warnsystem an die Hand zu geben, womit ökologisch bedrohliche Entwicklungen frühzeitig abgeschätzt und Gegenmaßnahmen ergriffen werden können, zum Beispiel indem die Verwendung bestimmter Biozide in der Umgebung eines Ökotops eingeschränkt wird.“

Die Ökotoxikologin Prof. Dr. Luisa Orsini, die auch eine Hückmann-Stiftungsgastprofessur an der Goethe-Universität innehat und bei dem Exzellenznetzwerk RobustNature mitwirkt, unterstreicht die Vorteile der neue KI-basierten Methode: „Die von uns verwendeten Hochdurchsatzanalysen ermöglichen es, die Gesamtheit der Lebewesen in einem Ökosystem zu beobachten und zu ihrer Umwelt in Beziehung zu setzen. Damit können wir langfristige Trends in der Entwicklung eines Ökosystems erheblich besser abschätzen als bisherige Überwachungsmethoden, die sich nur an einer oder wenigen Arten orientieren, und die Faktoren identifizieren, die sich am stärksten auf die Biodiversität auswirken.“

Über den Forschungscluster RobustNature: https://www.robustnature.de/de/

Publikation: Niamh Eastwood, Jiarui Zhou, Romain Derelle, Mohamed Abou-Elwafa Abdallah, William A Stubbings, Yunlu Jia, Sarah E Crawford, Thomas A Davidson, John K Colbourne, Simon Creer, Holly Bik, Henner Hollert, Luisa Orsini: 100 years of anthropogenic impact causes changes in freshwater functional biodiversity. eLife (2023) https://elifesciences.org/articles/86576

Weitere Informationen
Prof. Dr. Dr. h.c. Henner Hollert
Institut für Ökologie, Evolution und Diversität
Goethe-Universität Frankfurt
sowie Fraunhofer Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie (IME), Schmallenberg und LOEWE-Zentrum für Translationale Biodiversitätsgenomik (LOEWE‐TBG), Frankfurt
Tel: +49 (0)69 798-42171 hollert@bio.uni-frankfurt.de
https://www.bio.uni-frankfurt.de/43970666/Abt__Hollert


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Nov 9 2023
10:40

Die 54. Römerberggespräche diskutieren über Strategien gegen rechte Instrumentalisierung und Gewalt

Vom aufhaltsamen Aufstieg des Rechtsextremismus

FRANKFURT. Die Erfolge rechtsextremer Parteien scheinen kein Ende zu nehmen – in Europa und in Deutschland. Zunehmend verdrängen sie christdemokratische und gemäßigt-konservative (Volks-)Parteien wie auch Parteien des linken Spektrums. Antidemokratische, geschichtsrevisionistische, rassistische und antisemitische Vorstellungen werden mit einer Schamlosigkeit formuliert, die sich gegen Kritik immunisiert hat. Und der Tabubruch wird als populistische Heldentat gefeiert. Die extreme Rechte leugnet Fakten, inszeniert sich als Opfer und spielt mit ihrer Verfassungsfeindlichkeit. Wie konnte es soweit kommen?

Wer versagt hier: die Parteien, die Medien, die Gesellschaft? Wer schützt die Gesellschaft noch vor dem Absturz in einen neuen Totalitarismus? Ist die Demokratie institutionell so gesichert, dass sie der Radikalisierung in Politik und Gesellschaft wirksam begegnen kann? Worin bestehen wirksame Strategien gegen rechte Instrumentalisierung und Gewalt?

Um diese Fragen drehen sich die

54. Römerberggespräche
„Hört die Signale! Vom aufhaltsamen Aufstieg des Rechtsextremismus“
am Samstag, dem 18. November 2023,
von 10 bis 17 Uhr,
im Chagall Saal des Schauspiel Frankfurt.

Der Eintritt ist frei. Veranstalter sind die Römerberggespräche e.V. in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main und weiteren Partnern. Redner*innen und Diskussionsgäste sind: die Schriftsteller und Journalisten Maximilian Steinbeis und Patrick Bahners, die Radikalisierungsforscherin und Wissenschaftlerin der Frankfurter Forschungsinitiative „ConTrust: Vertrauen im Konflikt“ Hanna Pfeifer (Goethe-Universität) und der Sozialpsychologe Andreas Zick (Universität Bielefeld, Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt), die Beraterin und Medienkritikerin Nadia Zaboura und der Schriftsteller Max Czollek, der Publizist, Jurist und Philosoph Michel Friedman (Frankfurt University of Applied Sciences) sowie der Journalist und Musiker Stephan Anpalagan. Zur Begrüßung spricht Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main. Moderiert wird die Veranstaltung von der Journalistin Hadija Haruna-Oelker und von Alf Mentzer vom Hessischen Rundfunk.

Die Frankfurter Römerberggespräche bestehen seit 1973 in ununterbrochener Folge und sind eine feste Institution der Debattenkultur in Deutschland. Vorsitzender des Trägervereins Römerberggespräche e.V. ist Miloš Vec, Professor für Rechts- und Verfassungsgeschichte an der Universität Wien und assoziiertes Mitglied des Frankfurter Forschungszentrums Normative Ordnungen.

Das Programm im Überblick:

10.00 Uhr
Ina Hartwig
Begrüßung

10.15 Uhr
Maximilian Steinbeis
Wie Anti-Demokraten die Demokratie abschaffen könnten

11.15 Uhr
Patrick Bahners
Kontinuitätslinien des deutschen Rechtsnationalismus

12.15 Uhr
Hanna Pfeifer & Andreas Zick
Wie konnte das passieren – Wie sich mehr als das Sagbare nach rechts verschob

13.00 Uhr
Mittagspause

14.00 Uhr
Nadia Zaboura & Max Czollek
Zwischen Panik und Versöhnungstheater. Wie (medial) mit der AfD umgehen?

15.00 Uhr
Michel Friedman
Nie wieder ist jetzt – Haltung ohne wenn und aber?

16.00 Uhr
Stephan Anpalagan
Kampf und Sehnsucht in der Mitte der Gesellschaft

Details zum Programm: www.roemerberggespraeche-ffm.de und www.normativeorders.net

Plakat zum Download: https://www.normativeorders.net/files/2023/11/2023-11-18_54_Roemerberggespraeche.pdf

Weitere Informationen
Anke Harms
Referentin für Wissenschaftskommunikation
des Forschungszentrums „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität
anke.harms@normativeorders.net
069/798-31407


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, Fax 069 798-763-12531, p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Nov 8 2023
12:38

Vorverkauf für die nächste Veranstaltung der „Frankfurter Schule“ in den Kammerspielen gestartet

Was ist Solidarität? 

Die dritte Veranstaltung in der Reihe „Frankfurter Schule“ dreht sich um die große Frage der Solidarität: Was macht sie aus, wofür genau braucht es Solidarität, wann entsteht und wo endet sie, und wer wird von ihr ausgeschlossen?

FRANKFURT. Die Konjunkturen der Solidarität laufen parallel zu den Krisenkonjunkturen einer Gesellschaft. So war Solidarität während der Corona-Pandemie in aller Munde und gegenwärtig wird in der breiten Öffentlichkeit intensiv über die Solidarität mit der Ukraine und mit Israel diskutiert. Über die Kernfrage

„Was ist Solidarität?“ 
diskutieren am Sonntag, den 3. Dezember, um 19 Uhr
im Kammerspiel des Schauspiels Frankfurt

der Direktor des Instituts für Sozialforschung, Prof. Dr. Stephan Lessenich, und die Journalistin der Süddeutschen Zeitung, Meredith Haaf. Der Eintritt kostet 3 Euro. Karten können im Vorverkauf unter www.kultur-frankfurt.de oder an der Abendkasse erworben werden.  

Beschworen wird das Solidarisch sein immer dann, wenn sich gesellschaftliche Krisen, Konflikte oder gar Kriege entspinnen. Doch muss auch gefragt werden, wann Solidarität überhaupt gerechtfertigt ist und wo ihre Grenzen verlaufen. Denn bei den immer wieder aufflammenden Solidaritätsappellen bleibt der Blick auf die ausschließenden, letztlich unsolidarischen Effekte der angerufenen Solidarität nicht selten verstellt. „Solidarität ist keineswegs ein abstrakter Begriff. Der Gedanke der Solidarität ist nicht zuletzt in unserem Sozial- und Wohlfahrtsstaat tief verankert. Er ist ein Ergebnis politischer Kämpfe. Doch für seinen Erhalt müssen Menschen sich immer wieder aufs Neue einsetzen“, sagt Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Dr. Ina Hartwig und führt weiter aus: „Solidarität lebt wesentlich vom Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Solidaritätsappelle können manchmal wohlfeil klingen, deswegen ist es wichtig zu verstehen, woher der Anspruch auf Solidarität kommt und wie er im 21. Jahrhundert aussehen kann.“

Der Direktor des Forschungszentrums „Normative Ordnungen“, Prof. Dr. Rainer Forst, sagt über die Bedeutung des Solidaritätsbegriffs: „Solidarität ist die Bereitschaft, für andere im Sinne einer gemeinsamen Sache einzustehen. Aber anders als oft vermutet wird, ist Solidarität kein Wert an sich. Der Begriff der Solidarität ist ambivalent, und oft folgt ihm ein Schatten. So wird Solidarität, wenn sie ideologisch fabriziert wird, hochgefährlich.“

Stephan Lessenich hat Politikwissenschaft, Soziologie sowie Geschichte an der Philipps-Universität Marburg studiert. 1993 wurde er an der Universität Bremen promoviert und 2002 folgte die Habilitation im Fach Soziologie an der Georg-August-Universität Göttingen. Danach war er als Professor sowohl an der Friedrich-Schiller-Universität Jena als auch an der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig. Seit 2021 hat er die Professur für Gesellschaftstheorie und Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt inne und ist Direktor des Instituts für Sozialforschung, dem Geburtsort der Frankfurter Schule. Seine Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in der Kapitalismustheorie, der Wohlfahrtsstaatsforschung sowie der Soziologie des Alterns und der sozialen Ungleichheit.

Meredith Haaf hat Geschichte und Philosophie in München studiert. Sie ist Autorin diverser Bücher über Feminismus, Politikfaulheit und Streitkultur. Zuletzt erschien von ihr „Streit! Eine Aufforderung“. In ihrer journalistischen Arbeit setzt sie sich vor allem mit politischen Fragen auseinander, die das Zusammenleben der Menschen, die (Un)Gerechtigkeit der bestehenden sozialen Verhältnisse und das Selbstverständnis unserer Gesellschaft betreffen. Bei der Süddeutschen Zeitung arbeitet sie als stellvertretende Leiterin im Meinungsressort.

Die vom Forschungszentrum „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität gemeinsam mit dem Dezernat für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main organisierte Reihe „Frankfurter Schule“ findet in regelmäßigen Abständen in wechselnden Kultureinrichtungen in Frankfurt statt. Zu Gast sind Persönlichkeiten, die – geschult am „Frankfurter Denken“ – zu aktuellen Problemlagen Position beziehen. Kooperationspartner der Reihe sind das Institut für Sozialforschung und hr2-kultur.

Bisherige Gespräche fanden mit Prof. Christoph Menke sowie Prof. Rainer Forst statt. Der nächste Termin findet am 5. Februar 2024 um 19 Uhr im Museum für Kommunikation statt. Die Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts und Mitglied der Forschungsinitiative „ConTrust – Vertrauen im Konflikt am Forschungszentrum „Normative Ordnungen“ Prof. Dr. Vera King wird mit dem Journalisten Alf Mentzer über den „autoritären Charakter“ sprechen.

Weitere Informationen
Anke Harms
Referentin für Wissenschaftskommunikation
des Forschungszentrums „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität
anke.harms@normativeorders.net
069/798-31407
www.normativeorders.net

Jana Kremin
Pressesprecherin und Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit
Dezernat Kultur und Wissenschaft
Jana.kremin@stadt-frankfurt.de
069/212-49232
www.kultur-frankfurt.de


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, Fax 069 798-763-12531, p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Nov 8 2023
12:32

Erster Zusammenhaltsbericht des FGZ untersucht die Zusammensetzung sozialer Bekanntenkreise in Deutschland.

Entkoppelte Lebenswelten? 

FRANKFURT. Der erste Zusammenhaltsbericht des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) zeigt: Große Teile der Bevölkerung in Deutschland verfügen über homogene Bekanntenkreise – und dies beeinflusst auch ihre Weltsichten und Erfahrungen. Die stärkste Tendenz zur Netzwerksegregation findet sich demnach unter AfD- sowie Grünen-Wähler*innen, außerdem unter hochgebildeten, muslimischen sowie ländlichen Bevölkerungsgruppen. Der Bericht ist das Ergebnis einer repräsentativen Längsschnittstudie mit mehr als 12.000 Befragten. Im Zentrum des Berichts steht der Zusammenhang zwischen homogenen Bekanntenkreisen und Idealen des gesellschaftlichen Zusammenlebens, Einstellungen zur Demokratie, Erfahrungen des Zusammenhalts im Lebensumfeld und Emotionen gegenüber anderen gesellschaftlichen Gruppen.

Zwischen vielen Menschen in Deutschland existieren kaum mehr Berührungspunkte, sie bleiben unter sich und bewegen sich in alltagsweltlichen „Blasen“ – so lautet eine populäre Zeitdiagnose. Der heute vorgestellte erste Zusammenhaltsbericht des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt untersucht, was an dieser weitverbreiteten Annahme dran ist und welche Rolle die Zusammensetzung der Bekanntenkreise für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland spielt.

Mit der ersten Erhebungswelle der langfristig angelegten FGZ-Zusammenhaltsstudie (Social Cohesion Panel) liegt nun erstmals ein sehr großer, repräsentativer Datensatz für Deutschland vor, der es möglich macht, ein breites Spektrum an Einstellungen, Erfahrungen, Emotionen und Praktiken von Menschen aus allen sozialen Gruppen, Milieus und Regionen im Kontext ihrer Lebensweisen und soziostrukturellen Hintergründe differenziert zu analysieren. Auf dieser Basis können auch erstmals empirisch gesicherte Rückschlüsse zu Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Bezug auf die Bedeutung der Zusammensetzung von Bekanntenkreisen der Befragten vorgelegt werden. Diese Befunde liefern wichtige Einblicke in die Verbreitung und Wirkungsweise der in den Medien viel zitierten alltagsweltlichen „Blasen“.

Prof. Dr. Olaf Groh-Samberg, Sprecher des FGZ und einer der Hauptautoren der Studie erklärt: „Unser Bericht zeigt, dass es die sprichwörtlichen „Filterblasen“ auch in der „analogen Welt“ gibt: Menschen, deren soziale Bekanntenkreise eher homogen zusammengesetzt sind, denken, fühlen und handeln auch anders als Personen, die sich in eher gemischten Netzwerken bewegen. Letzteres kann helfen, Verständnisbarrieren und Feindseligkeiten zwischen sozialen Gruppen abzubauen.“

Insgesamt zeigt der Zusammenhaltsbericht, dass die sozialen Bekanntschaftsnetzwerke der Deutschen keineswegs vollständig entkoppelt, aber gleichwohl in beträchtlichem Maße homogen und segregiert sind. Für die verschiedenen sozialen Merkmale, die in der Studie betrachtet wurden, zeigen sich dabei unterschiedliche Ausprägungen und Auswirkungen der Segregation. Eine lebensweltliche „Entkopplung“ sozialer Gruppen mit entgegengesetzten Einstellungen und Werten sowie feindseligen Gefühlen zeigt sich vor allem zwischen den politischen Lagern von Grünen- und AfD-Anhänger*innen.

Der ausführliche Zusammenhaltsbericht sowie eine Kurzfassung sind kostenfrei zugänglich über die Website des FGZ: https://fgz-risc.de/zusammenhaltsbericht   

Weitere Informationen:
https://fgz-risc.de/zusammenhaltsbericht

Kontakt:
Sarah Lempp
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt
E-Mail: presse@fgz-risc.de
Telefon: +49 341 9737762

Rebecca Caroline Schmidt
Administrative Geschäftsführerin
Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt
E-Mail rebecca.schmidt@em.uni-frankfurt.de
Telefon +49 69 798-31401
www.fgz-risc.de


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Im 40. Jahr verleiht die Bruno H. Schubert-Stiftung heute einen der höchstdotierten deutschen Umweltpreise, den Frankfurt Conservation Award 2023 (Bruno H. Schubert-Preis). Im Rahmen einer Abendveranstaltung an der Goethe-Universität geht der Preis in den drei Kategorien Lehre, Forschung und angewandter Naturschutz an Prof. Dr. Meike Piepenbring (Goethe-Universität Frankfurt), Prof. Dr. Beth Kaplin (University of Rwanda) und José Carlos Nieto Navarrete (Servicio Nacional de Áreas Naturales Protegidas por el Estado – SERNANP, Peru).

FRANKFURT. Seit 40 Jahren gibt es den Bruno H. Schubert-Preis. Im Jubiläumsjahr des Preises hat sich die gleichnamige Stiftung neu aufgestellt. Mit der Goethe-Universität, der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt ist sie eine institutionelle Partnerschaft eingegangen, die ihren Ausdruck unter anderem in der Besetzung des Stiftungsrates mit den Präsidenten bzw. dem Generaldirektor der drei Frankfurter Partnerorganisationen findet. Mit dieser Satzungsänderung wird der Preis ab jetzt „Frankfurt Conservation Award“ (Bruno H. Schubert-Preis) heißen, womit der globalen Reichweite Rechnung getragen wird.

Die Preiskategorien spiegeln die Schwerpunkte der drei Partnerinstitutionen wider: Forschung und Lehre zu Themen des Natur- und Umweltschutzes sowie angewandter Naturschutz. Jede Preiskategorie ist mit 15.000 Euro dotiert.

Kategorie 1 (Lehre)
Für ihre herausragende persönliche Leistung in der akademischen Lehre zum Natur- und Umweltschutz wird Prof. Dr. Meike Piepenbring ausgezeichnet. Sie ist Professorin für Mykologie am Institut für Ökologie, Evolution und Diversität der Goethe-Universität Frankfurt.

Kategorie 2 (Forschung)
Für ihre herausragende persönliche Leistung in der Forschung zum Natur- und Umweltschutz wird Prof. Dr. Beth Kaplin ausgezeichnet. Sie ist Acting Director am Center of Excellence in Biodiversity and Natural Resources Management (CoEB) und Professor am College of Science and Technology, der University of Rwanda, zudem ist sie Affiliated Research Professor of Biodiversity an der School for the Environment, University Massachusetts-Boston, USA.

Kategorie 3 (angewandter Naturschutz)
Für seine herausragende persönliche Leistung in der praktischen Arbeit im Natur- und Umweltschutz wird José Carlos Nieto Navarrete ausgezeichnet. Er ist der Leiter des Servicio Nacional de Áreas Naturales Protegidas por el Estado – SERNANP, Peru.

Ausführliche Informationen zu den Preisträgerinnen und dem Preisträger finden Sie hier: https://fzs.org/wp-content/uploads/2023/11/preistraeger_frankfurt-conservation-award-2023_final.pdf

Bilder zum Download:
https://photos.fzs.org/Press-Photos/Bruno-H-Schubert-Preis-2023

Weitere Informationen
Bruno H. Schubert-Stiftung
Gabriele Eick, Vorsitzende des Vorstands
c/o Executive Communications
Telefon: +49 (0) 170 - 7 91 77 90
presse@bruno-h-schubert-stiftung.de
https://bruno-h-schubert-preis.org


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Nov 6 2023
16:22

Kooperationsabkommen zwischen der Goethe-Universität Frankfurt und der Hebrew University of Jerusalem unterzeichnet.

Kindern eine Stimme geben: gemeinsame Forschung zu Kindheit und Kindeswohl 

FRANKFURT. Die Goethe-Universität Frankfurt und die Hebrew University of Jerusalem (HUJI) haben heute einen bedeutenden Schritt in ihrer wissenschaftlichen Zusammenarbeit im Bereich der Kindheitsforschung bekannt gegeben: Die beiden Universitäten haben eine Kooperationsvereinbarung zur Gründung des „Center for Childhood and Child Welfare in Context“ (Zentrum für Kindheit und Kindeswohl im Kontext) unterzeichnet.

Diese Zusammenarbeit baut auf einer langjährigen Partnerschaft auf, die sich durch umfangreiche Forschung, die Förderung von Nachwuchswissenschaftlern und hervorragende Leistungen in der Hochschullehre auszeichnet. Zu den bemerkenswerten gemeinsamen Initiativen gehören eine internationale Studie zum Wohlergehen von Kindern und weitere empirische Untersuchungen zu den Rechten, Interessen und Bedarfen von Kindern und Jugendlichen sowie Forschung zu Gewalt und Vernachlässigung in Familien oder pädagogischen Einrichtungen sowohl in Deutschland als auch in Israel. Darüber hinaus wird seit 2016 ein jährlich stattfindendes deutsch-israelisches Master-Seminar durchgeführt.

Vorrangiges Ziel dieser Forschungskooperation ist es, die akademische und wissenschaftliche Zusammenarbeit in der Kindheitsforschung und der sozialwissenschaftlichen Forschung zu vertiefen und auszubauen. Das neue „Center for Childhood and Child Welfare“ wird sich auf eine Reihe zentraler Themen konzentrieren. Dazu zählen unter anderem die Umsetzung der Kinderrechte, Umgang mit strukturellen Engpässen wie Fachkräftemangel oder Erfahrungen mit Flucht. Darüber hinaus wird das Center auch Fragen im Zusammenhang mit Professionalisierung, Qualität, Digitalität, Digitalisierung, globaler Erwärmung und Biodiversität untersuchen. Ziel des Centers ist es, einen Beitrag dazu zu leisten, dass Kinder und Jugendliche auch im Rahmen von Forschung eine Stimme haben auch soll Alter als soziale Kategorie untersucht werden.

An dem Center werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen wie Kindheitsforschung, Familienforschung, Erziehungswissenschaft, Pädagogik, Migrationsforschung, Sozialarbeit und Gesundheitswesen aus beiden Universitäten beteiligt sein. Ziel des Zentrums ist es, ein innovativen Beitrag zur globalen Kindheitsforschung zu leisten und die Vernetzung in diesem Bereich zu fördern.

Prof. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität: „Ich freue mich, dass unsere beiden Universitäten künftig noch stärker auf dem für unsere Gesellschaft so wichtigen Feld der Kindheitsforschung ihre Kräfte und Potenziale bündeln können. Mit dem Center for Childhood and Child Welfare in Context kann die enge Zusammenarbeit intensiviert und ausgebaut werden. Ich danke allen Beteiligten von beiden Universitäten, besonders Prof. Asher Ben-Arieh und Prof. Sabine Andresen, für ihr großes Engagement, diese zukunftsweisende internationale Kooperation möglich zu machen.“

Prof. Sabine Andresen, Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik und Familienforschung an der Goethe-Universität, hebt hervor: Insbesondere die Erfahrungen mit den Masterseminaren, in denen Studierende aus Frankfurt und Jerusalem zusammen lernen, Bedingungen des Aufwachsens in beiden Ländern miteinander besprechen und vergleichen haben uns bewogen, die Kooperation zu vertiefen. Für Studierende, die später im Jugendamt oder als Kinderschutzfachkräfte tätig sind, ist dieser Austausch über beide Systeme, über passgenaue Angebote oder Barrieren beim Schutz von Kindern und Jugendlichen wegweisend. Nicht zuletzt haben wir festgestellt, wie oft aus diesen Seminaren Freundschaften hervorgegangen sind.

Professor Asher Ben-Arieh, Dekan der School of Social Work and Social Welfare der Hebräischen Universität Jerusalem, betont die Bedeutung dieser Zusammenarbeit: „Diese Zusammenarbeit zwischen der Hebrew University of Jerusalem und der Goethe-Universität Frankfurt ist ein Beleg für unser gemeinsames Engagement, die Forschung im Bereich der Kindheitsforschung voranzutreiben. Durch die Bündelung unserer Kräfte wollen wir eine bessere und sicherere Zukunft für Kinder weltweit schaffen. Durch unsere gemeinsame Expertise und unser Engagement können wir das Leben von Kindern und Familien besser verstehen und verbessern".

Kontakt: Prof. Sabine Andresen, Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik und Familienforschung, Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung, Fachbereich Erziehungswissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt. S.Andresen@em.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Nov 6 2023
11:35

Goethe-Universität lädt zu internationaler Konferenz über das konkrete Zusammenleben von Jüdinnen und Juden, Nichtjüdinnen und Nichtjuden vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert

Ambivalente Nachbarschaften

FRANKFURT. „Jüdisch-christliche Nachbarschaften: Dimensionen sozialer, politischer, kultureller und wirtschaftlicher Interaktion“ – unter diesem Titel findet an der Goethe-Universität

von Sonntag, 12. November,
bis Dienstag, 14. November 2023
im Casino-Gebäude auf dem Campus Westend der Goethe-Universität

eine internationale Konferenz statt, organisiert vom Buber-Rosenzweig-Institut für jüdische Geistes- und Kulturgeschichte der Moderne und Gegenwart und mehreren Partnern.

Die Forschung zur jüdisch-christlichen und jüdisch-nichtjüdischen Beziehungsgeschichte hat sich lange Zeit auf die gegenseitigen Wahrnehmungen von Juden und Christen bzw. Nichtjuden konzentriert. Erst in den vergangenen Jahren sind die vielfältigen Formen direkter Interaktion stärker in den Fokus gerückt. Die Konferenz widmet sich diesen Interaktionen und fragt danach, wie das Zusammenleben konkret ausgesehen hat, wie Fremdheit und Nähe hergestellt und erlebt wurden, wo und wie Grenzen errichtet worden sind und unter welchen Bedingungen diese Grenzen überschritten werden konnten. Sie diskutiert die Ambivalenz von jüdisch-nichtjüdischer Nachbarschaft, in der lange Phasen der friedlichen und produktiven Interaktion fast unvermittelt in Ausgrenzung, Hass und Gewalt gegenüber Jüdinnen und Juden umschlagen konnten.

Die Konferenz untersucht dafür Fälle vom Mittelalter über die Frühe Neuzeit bis zum 19. und 20. Jahrhundert, und sie vergleicht regionale hessische mit überregionalen und europäischen Perspektiven. Wie entwickelten sich in den verschiedenen historischen Kontexten wirtschaftliche Verbindungen, politische Interaktionen, Alltagsbeziehungen oder auch Freundschaften zwischen Jüdinnen und Juden und Nichtjüdinnen und Nichtjuden, wann und wie wurde dieses Miteinander von der nichtjüdischen Mehrheitsgesellschaft aufgekündigt? An welchen Orten und unter welchen Bedingungen entstand jüdisch-christliche Nachbarschaft, und was bedeutete es für Jüdinnen und Juden, wenn diese verweigert oder zerstört wurde?

Die Konferenz bringt dafür international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen und präsentiert die neuesten Erkenntnisse der Forschung zur jüdischen-nichtjüdischen Beziehungsgeschichte. Den Auftakt bildet am Sonntag, 12. November, um 18 Uhr ein Keynote-Vortrag von Israel Yuval, emeritierter Professor an der Hebräischen Universität Jerusalem, zum Thema „Jüdisch-christliche Nachbarschaft in der Gestaltung der heiligen Zeit“. Am Montag, 13. November, um 19 Uhr, hält Professorin Marion Kaplan von der New York University einen zweiten Keynote-Vortrag in englischer Sprache zum Thema „The Complexities of Friendship: Jews and non-Jews in the Kaiserreich“.

Die Konferenz ist Teil des von der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie an der Goethe-Universität, der Bildungsabteilung im Zentralrat der Juden in Deutschland und dem Institut für Christlich-Jüdische Studien an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau durchgeführten Projekts „Synagogen-Gedenkbuch Hessen“, das sich eine umfassende Erforschung und Dokumentation der Geschichte der hessischen jüdischen Gemeinden und ihrer Synagogen zum Ziel gesetzt hat.

Flyer zum Download unter: https://www.uni-frankfurt.de/144701470

Zum Programm der Tagung siehe:
https://www.uni-frankfurt.de/144497259/buber_Ju_disch_christliche_Nachbarschaften_Programm.pdf

Information:
Dr. Stefan Vogt
Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie
Fachbereich Evangelische Theologie
Campus Westend
Telefon 0179 5281106
E-Mail s.vogt@em.uni-frankfurt.de
https://www.uni-frankfurt.de/40998908/Profil


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de