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Theodor-W.-Adorno Platz 1
60323 Frankfurt
presse@uni-frankfurt.de
Die Großstudie „Gruppenexperiment“ des Instituts für Sozialforschung aus den 50er Jahren soll digital zugänglich gemacht und erforscht werden – DFG fördert Langfristvorhaben für zwölf Jahre
Zu Beginn der 1950er Jahre startete das Institut für Sozialforschung (IfS) eine der aufwendigsten empirischen Studien der deutschen Soziologie: Ziel war es, zu erfahren, inwiefern der Nationalsozialismus seinen Zusammenbruch überdauert hatte. Wie stark waren damals demokratische Einstellungen, wie verbreitet Rassismus und Antisemitismus? Die Ergebnisse blieben nach der Studie weitgehend unveröffentlicht, zu brisant erschienen manche Einblicke. Nun sollen sie in dem Langzeitprojekt „Die postnazistische Gesellschaft. Das ,Gruppenexperiment' des Instituts für Sozialforschung: Erschließung, Edition, Forschung“ erstmals in ihrer Gänze öffentlich gemacht und erforscht werden. Dazu stellt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zunächst für drei Jahre 1,3 Millionen Euro zur Verfügung.
FRANKFURT. Das „Gruppenexperiment“
des IfS produzierte ein einzigartiges Daten-, Auswertungs- und
Publikationsmaterial. Für einen großen Teil davon gilt jedoch: Es ist bis heute
nicht erschlossen, veröffentlicht und ausgewertet. Damals war die Befürchtung
nicht nur beim Studienleiter Theodor W. Adorno groß, eine Veröffentlichung der
Ergebnisse könne zu erschütternden politischen Auswirkungen führen. Das
zunächst für die erste Phase von drei Jahren von der DFG finanzierte Projekt „Die
postnazistische Gesellschaft. Das ,Gruppenexperiment' des Instituts für
Sozialforschung: Erschließung, Edition, Forschung“ soll nun die
Veröffentlichung und Auswertung der großangelegten Studie nachholen. Damit
beauftragt wurden der Soziologe Stephan Lessenich, Direktor des IfS und
Professor an der Goethe-Universität, gemeinsam mit Patrick Sahle, Professor für
Digital Humanities an der Universität Wuppertal, und Dr. Thomas Risse, Leiter
der IT-Services der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg. Die
Koordination des Gesamtvorhabens liegt bei Dirk Braunstein, Leiter des Archivs
des Instituts für Sozialforschung. Ein interdisziplinär
zusammengesetzter Internationaler Wissenschaftlicher Beirat wird die Edition
und Forschung im Rahmen des Vorhabens eng begleiten.
Das auf insgesamt zwölf Jahre angelegte Projekt verfolgt zwei Ziele: Die größtenteils unbekannten Inhalte des Gruppenexperiments sollen vollständig transkribiert und digital frei zugänglich gemacht werden; über ein Onlineportal wird damit die Grundlage für eine weitere disziplinenübergreifende Forschung geschaffen. Darüber hinaus soll das Material im Projekt selbst aus verschiedenen Perspektiven heraus erforscht werden. Das Projektteam rechnet damit, dass das Gruppenexperiment wesentliche neue Erkenntnisse zum Verständnis der postnazistischen Gesellschaft in Westdeutschland liefern wird.
Weitere
Informationen
Dr. Dirk Braunstein (Projektbearbeitung)
Leiter
des Archivs
Institut
für Sozialforschung
Senckenberganlage
26
60325
Frankfurt am Main
+49
(0)69 75 61 83 - 80
dirkbraunstein@netic.de
Dr.
Mirko Broll (Öffentlichkeitsarbeit)
Wissenschaftlicher
Mitarbeiter
am
Institut für Sozialforschung
Senckenberganlage
26
60325
Frankfurt am MainMail:
broll@em.uni-frankfurt.de
Prof.
Dr. Patrick Sahle
Professor für Digital Humanities
Bergische Universität Wuppertal
+49-(0)202-439-4862
sahle@uni-wuppertal.de
Herausgeber: Der Präsident der Goethe-Universität Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de