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Goethe-Universität Frankfurt und Partner starten im EXIST-Women-Programm.
FRANKFURT. Ein wichtiger Meilenstein für die Gründungsförderung in der Rhein-Main-Region: Die Goethe-Universität Frankfurt und ihr Gründungszentrum Goethe-Unibator freuen sich gemeinsam mit der Technischen Universität Darmstadt und der Hochschule Darmstadt über die erfolgreiche Bewerbung für das renommierte Förderprogramm EXIST-Women. Die Initiative stärkt die Zusammenarbeit der Rhein-Main-Universitäten (RMU) sowie der Hochschule Darmstadt und setzt gezielt auf die Förderung von Gründerinnen.
EXIST-Women unterstützt Studentinnen und Wissenschaftlerinnen mit Gründungsinteresse dabei, innovative Ideen in eigene Start-ups zu überführen oder als Co-Founderinnen Gründungsvorhaben aktiv mitzugestalten. Die Teilnehmerinnen profitieren von individuellem Coaching, Mentoring und einem starken Netzwerk. An der Goethe-Universität läuft das Programm unter dem Namen females@Unibator.
„Wir brauchen mehr weibliche Vorbilder in der Gründungsszene! EXIST-Women gibt Frauen die Chance, ihre Ideen selbstbewusst zu verwirklichen und aktiv die Innovationslandschaft mitzugestalten. Ich freue mich, als Mentorin Teil dieses Programms zu sein und Gründerinnen auf ihrem Weg zu begleiten“, so Sally Schulze, erfolgreiche Gründerin und Mentorin bei females@Unibator.
Programm-Highlights:
Eine konkrete Gründungsidee ist keine Voraussetzung, entscheidend sind unternehmerischer Tatendrang und der Wunsch, neue Perspektiven zu erkunden. Weitere Informationen zum Bewerbungsprozess sowie zu den Teilnahmebedingungen sind auf der Website des Goethe-Unibators (www.goetheunibator.de/femalesunibator) zu finden.
EXIST-Women
Mit EXIST-Women unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gründungsinteressierte Frauen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen in der Phase vor der Unternehmensgründung, insbesondere bei der Entwicklung ihrer Unternehmerinnenpersönlichkeit und der Weiterentwicklung ihrer Gründungsidee.
Mehr Informationen zu EXIST-Women unter https://www.exist.de/EXIST/Navigation/DE/Gruendungsfoerderung/EXIST-WOMEN/EXIST-WOMEN/exist-women.html
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität präsentiert Ergebnisse aus Modellprojekt zu Nachbarschaftshilfevereinen
FRANKFURT. Möglichst lange zu Hause zu leben, das ist vielen älteren Menschen ein Herzensanliegen. Wer keine Angehörigen vor Ort hat, die im Fall des Falles zur Verfügung stehen, kann von so genannten Nachbarschaftshilfevereinen Unterstützung erhalten: Ehrenamtliche helfen bei Arztbesuchen und Behördengängen – oder kommen auch mal auf eine Tasse Kaffee vorbei. Doch die Existenz dieser Vereine ist alles andere als gesichert: Die Ehrenamtlichen werden älter, jüngere Menschen zu gewinnen, ist schwierig. Ein Modellprojekt ging der Frage nach, wie man das Fortbestehen dieses wichtigen Angebots sichern kann. Die Ergebnisse sollen
am Freitag, 14. Februar 2025, von 10 bis 14 Uhr
im Renate von Metzler-Saal, Casino-Gebäude,
Campus Westend der Goethe-Universität
vorgestellt werden. Das Modellprojekt mit dem Titel „Nah sein – Nachbarschaftshilfe im Alltag und im Haushalt Älterer“ wurde von der Hessischen Landesregierung und den Pflegekassen in Hessen finanziert und vom Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur der Goethe-Universität wissenschaftlich begleitet. Das Projekt führte u.a. zur Gründung eines Landesverbandes der Nachbarschaftshilfevereine in Hessen, der bundesweit seinesgleichen sucht und bei der Veranstaltung vorgestellt werden soll. Zu Wort kommen: Prof. Bernhard Brüne, Vizepräsident der Goethe-Universität, Diana Stolz, Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege in Hessen, Volker Weber, Vorstandsmitglied der Landesseniorenvertretung, Dr. Yasmin Alinaghi, Geschäftsführerin des Paritätischen in Hessen sowie Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Nachbarschaftshilfevereine, der Pflegekassen und der kommunalen Spitzenverbände, die auf dem Podium miteinander diskutieren. Dabei geht es u.a. um Gewinnung und Qualifizierung von Ehrenamtlichen, die Professionalisierung und die Finanzierung sowie die landesweite Vernetzung zur Sicherung dieses wichtigen Elements der Sozialstruktur. Bei der Veranstaltung wird der Staffelstab von der wissenschaftlichen Begleitung an den neu gegründeten Landesverband übergeben.
Einladung und Programm
https://www.iwak-frankfurt.de/wp-content/uploads/2025/01/NAH-sein_Abschlussveranstaltung-14.-Februar-2025_10-bis-14-Uhr.pdf
Anmeldung bis 10. Februar 2025 unter:
https://iwak.idloom.events/NAH-sein?preview=672b4e6a96f4e
Information:
Dr. Christa Larsen
Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK)
Goethe-Universität
Telefon 069 798-22152
E-Mail C.Larsen@em.uni-frankfurt.de
Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de
Wiederentdeckt: Ausstellung „Beyers Bücherschatz. Vom Sammeln und Stiften vor Senckenberg“ in der Universitätsbibliothek
FRANKFURT. Ein echtes Highlight für alle Bücherfans: Die Universitätsbibliothek Frankfurt am Main feiert das 400-jährige Jubiläum der Bücherstiftung des Frankfurter Stadtphysikus und Politikers Johann Hartmann Beyer mit einer besonderen Ausstellung. Ab dem 14. Februar 2025 zeigt „Beyers Bücherschatz. Vom Sammeln und Stiften vor Senckenberg“ der interessierten Öffentlichkeit erstmals eine Auswahl kürzlich wiederentdeckter Bücher aus Beyers jahrzehntelang verloren geglaubter Sammlung aus dem 17. Jahrhundert.
Johann Hartmann Beyer: Ein Frankfurter Multitalent
Bei Johann Hartmann Beyer handelt es sich um einen der bedeutendsten Frankfurter Bürger der Frühen Neuzeit. Als Mediziner, Mathematiker und Politiker war er ein echtes Multitalent seiner Zeit und Mitglied der patrizischen Elite Frankfurts. 1624 hinterließ er seiner Heimatstadt unter anderem seine außerordentlich reiche Sammlung, die über 2.500 Drucke und Handschriften umfasste. Beyer legte mit dieser Bücherstiftung einen der Grundsteine der heutigen Universitätsbibliothek, in deren Magazinen sich über die Jahrhunderte hinweg, trotz aller Kriegsverluste, noch über 160 Bände erhalten haben.
Ab 14. Februar 2025 bietet die Ausstellung ‚Beyers Bücherschatz. Vom Sammeln und Stiften vor Senckenberg' spannende Einblicke in seine Sammlung, seine Biografie sowie in die sozialen, politischen und kulturellen Verhältnisse in Frankfurt am Main um 1600. Kuratiert wurde die Ausstellung von Studierenden und Lehrenden der Goethe-Universität in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg. Sie wird unterstützt von der Vereinigung der Freunde und Förderer der Goethe-Universität und gefördert aus Mitteln zur Verbesserung der Qualität der Studienbedingungen und der Lehre QSL. Sie steht unter der Schirmherrschaft des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.
Veranstaltungsdetails
Die öffentliche Vernissage findet am 13. Februar 2025 um 18 Uhr im Foyer der Zentralbibliothek statt. Pressevertreter*innen sind herzlich dazu eingeladen. Die Ausstellung läuft bis zum 27. April 2025 und ist dienstags bis freitags von 13.00 bis 20.00 Uhr sowie samstags und sonntags von 10.30 bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. https://www.ub.uni-frankfurt.de/ausstellung/jh-beyer.html
Verantwortlicher Kurator: Jan Habermehl, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Norbert-Wollheim-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, habermehl@em.uni-frankfurt.de
Kontakt für Pressefragen allgemein: Bernhard Wirth, Universitätsbibliothek, Freimannplatz 1, 60325 Frankfurt am Main, Tel. +49 (69) 798 39223; E-Mail: kom@ub.uni-frankfurt.de
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Tiere, Pflanzen, Texte: Kulturwissenschaftliche Romantikforschung in Verbindung mit den literarischen und naturkundlichen Sammlungen der Universitätsbibliothek
FRANKFURT. Im Wintersemester 2024/25 wird am Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität das Format Lunchduo einer Kooperation mit den UB-Sammlungen gewidmet. In der Reihe geht es um die Sichtung und Kontextualisierung von Quellen und Objekten aus den besonderen Sammlungsbeständen der Frankfurter Universitätsbibliothek. Sammlungskurator*innen treten mit Wissenschaftler*innen in ein Gespräch.
In neuen Forschungsfeldern wie den Environmental Humanities begegnen sich bislang wenig erkundete Gemeinsamkeiten zwischen Geistes- und Naturwissenschaften. Unbegangene Forschungswege erfordern häufig ein Studium bislang wenig bekannter Schriften oder unpublizierter Quellen, wie etwa Nachlässe von Schriftsteller*innen, wie sie die UB JCS der Universität Frankfurt aufbewahrt. Die Recherche nach solchen Beständen, deren Erschließung und Kontextualisierung lassen sich mit forschungsnahen Services wie Text- und Data-Mining auf fruchtbare Weise verbinden.
Beim nächsten Lunchduo in der Reihe „Autopsien“ geht es um die literaturwissenschaftlichen und naturkundlichen Sammlungen an der UB und deren Eignung für den interdisziplinären Dialog in der romantischen Ökologieforschung. Bei ihrem Plädoyer für die bestandsbezogene Arbeit an der Frankfurter Universitätsbibliothek treffen Dr. Gerwin Kasperek (Sammlungskurator Biologie), und Dr. Volker Michel (Sammlungskurator Germanistik/AVL) auf Prof. Roland Borgards und Prof. Frederike Middelhoff (FB Neuere Philologien/Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik).
Au•t•op•sien. Sammlungen und Forschung im Gespräch
Mit Roland Borgards, Gerwin Kasperek, Volker Michel und Frederike Middelhoff
Mittwoch, 5. Februar 2025, 12 Uhr, c.t.
Veranstaltungsort: Campus Westend, IG 1.414
Eintritt frei, keine Anmeldung nötig.
Weitere Informationen unter https://www.ub.uni-frankfurt.de/veranstaltungen/
Kontakt für Pressefragen allgemein:
Bernhard Wirth, Stabsstelle Kommunikation & Ausstellungen, Universitätsbibliothek, Freimannplatz 1, 60325 Frankfurt am Main, Tel. +49 (69) 798 39223; E-Mail: kom@ub.uni-frankfurt.de
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Internationale Studie wertet Material des Asteroiden Bennu aus, das mit der NASA-Raummission OSIRIS-REx auf die Erde gebracht wurde
Mit der OSIRIS-REx-Raumsonde gelang es der Weltraumagentur NASA, etwas Material von der Oberfläche des Asteroiden Bennu einzusammeln und 2023 in einer kleinen Kapsel auf die Erde zu bringen. Die Analyse des Materials durch weltweit mehr als 50 Wissenschaftsteams – darunter das Team um Prof. Frank Brenker von der Goethe-Universität – zeigte eine Reihe organischer Substanzen, die die Grundlagen für Biomoleküle bilden. Auch deuten die Mineralien der Probe darauf hin, dass der Protoplanet, dessen Teil Bennu einst war, flüssiges, salziges Wasser besaß. Damit hatte dieser Protoplanet sowohl die Zutaten für die Entstehung von Leben wie auch potenzielle Lebensräume.
FRANKFURT. Zwei Jahre dauerte die Rückreise der Raumsonde OSIRIS-REx vom Asteroiden Bennu, dann warf sie beim Vorbeiflug an der Erde eine kleine Kapsel ab, die am 24. September 2023 in der Wüste des US-Bundesstaates Utah geborgen werden konnte. Ihr Inhalt: 122 Gramm Staub und Gestein des Asteroiden Bennu. Dies hatte die Sonde in einem nur Sekunden dauernden „Touch-and-Go“-Manöver von der Oberfläche des nur 500 Meter großen Brockens aus Lockergestein eingesammelt. In der Kapsel war die Probe von Einflüssen der Atmosphäre geschützt und konnte so in ihrem ursprünglichen Zustand durch ein großes Wissenschaftsteam aus mehr als 40 Institutionen auf der ganzen Welt analysiert werden.
Partner in Deutschland waren die Geowissenschaftler Dr. Sheri Singerling, Dr. Beverley Tkalcec und Prof. Frank Brenker von der Goethe-Universität. Sie durchleuchteten kaum sichtbare Körnchen von Bennu mit dem Transmissions-Elektronenmikroskop des Schwiete Cosmochemistry Laboratory, das erst vor einem Jahr mit Unterstützung der Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Landes Hessen an der Goethe-Universität eingerichtet wurde. Ihr Ziel: Die Rekonstruktion von Prozessen, die vor mehr als vier Milliarden Jahren auf Bennus protoplanetarischem Mutterkörper abliefen und schließlich zur Bildung der heute vorhandenen Mineralien führten. Dies gelang den Frankfurter Wissenschaftler*innen, indem sie die genaue Struktur der Mineralkörner analysierten und gleichzeitig die chemische Zusammensetzung bestimmten. Außerdem führten sie zudem eine Spurenelement-Tomographie der Proben an Beschleunigern wie dem DESY in Hamburg durch.
„Gemeinsam mit unseren internationalen Partnerteams haben wir einen großen Teil der Mineralien nachweisen können, die entstehen, wenn salzhaltiges, flüssiges Wasser – eine sogenannte Sole – immer mehr eindampft und die Minerale in der Reihenfolge ihrer Löslichkeit ausgefällt werden“, erklärt Dr. Sheri Singerling, die das Schwiete Cosmo Lab betreut. In der Fachsprache heißen die Gesteine, die aus solchen Ausfällungskaskaden entstehen, Evaporite. Sie wurden auf der Erde zum Beispiel in ausgetrockneten Salzseen nachgewiesen.
„Andere Teams haben verschiedene Vorläufer von Biomolekülen wie zum Beispiel zahlreiche Aminosäuren in den Bennu-Proben gefunden“, berichtet Prof. Frank Brenker. „Damit hatte der Bennu-Mutterkörper drei Grundvoraussetzungen, damit sich auf ihm Lebensformen hätte bilden können: Bausteine für Biomoleküle, Wasser sowie – zumindest für eine gewisse Zeit – Energie, die das Wasser flüssig hält.“ Durch das Auseinanderbrechen des Bennu-Mutterkörpers wurden alle Prozess dort jedoch sehr früh unterbrochen und die jetzt entdeckten Spuren wurden über mehr als 4,5 Milliarden Jahre hinweg konserviert.
„Andere Himmelskörper wie der Saturnmond Enceladus oder der Zwergplanet Ceres konnten sich seither weiterentwickeln und haben heute noch mit hoher Sicherheit flüssige Ozeane oder zumindest Reste davon unter ihren Eispanzern“, sagt Benker. „Damit besitzen sie potenzielle Lebensräume. Künftige Missionen und Probenanalysen werden daher nach einfachem Leben suchen, das sich in einer solchen Umgebung entwickelt haben könnte.“
Publikation: Tim J. McCoy et al.: An evaporite sequence from ancient brine recorded in Bennu samples. Nature (2025) https://doi.org/10.1038/s41586-024-08495-6
Hintergrund:
Daniel P. Glavin et al.: Abundant ammonia and nitrogen-rich soluble organic matter in samples from asteroid (101955) Bennu Nature Astronomy (2025) https://doi.org/10.1038/s41550-024-02472-9
Start der Vorbereitungen für Bennu-Proben (April 2022)
https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/geowissenschaftler-der-goethe-uni-wird-erneut-exklusive-proben-von-asteroiden-untersuchen/?highlight=Bennu
Einweihung des Schwiete Cosmo Lab (Oktober 2023)
https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/untersuchung-von-asteroid-bennu-goethe-universitaet-weiht-schwiete-cosmolab-ein/
Bilder zum Download:
https://www.uni-frankfurt.de/165813816
Bildtexte:
1. Untersuchungen geringster Materialmengen: Kosmochemiker Prof. Frank Brenker zeigt drei Körnchen eines Meteoriten, mit dem das Team der Goethe-Universität Untersuchungsmethoden vorab testeten. Die Menge und Art entsprach dem Material vom Asteroiden Bennu. Foto: Uwe Dettmar für Goethe-Universität.
2. Fast nicht zu sehen: Die Proben, die im Transmissionsmikroskop des Schwiete CosmoLab der Goethe-Universität analysiert wurden, sind kaum sichtbar. Die Pfeile deuten auf einige der Proben. Foto (ohne Pfeile): NASA
3. Im Schwiete CosmoLab: Dr. Sheri Singerling führt einen Probenträger in das Transmissionselektronenmikroskop (TEM) des Schwiete CosmoLab ein. Foto: Uwe Dettmar für Goethe-Universität
4. Im Schwiete CosmoLab(2): Dr. Sheri Singerling bei der Analyse der TEM-Bilder des Materials von Bennu. Foto: Uwe Dettmar für Goethe-Universität
Foto und Bildmaterial der NASA:
https://science.nasa.gov/mission/osiris-rex
und
https://svs.gsfc.nasa.gov/gallery/osirisrex/
Weitere Informationen
Prof. Dr. Frank Brenker
Arbeitsgruppe NanoGeoscience
Institut für Geowissenschaften
Goethe-Universität Frankfurt
Tel.: (069)-798 40134
f.brenker@em.uni-frankfurt.de
Linkedin: @sheri-singerling @goethe-universitat-frankfurt
Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de
Jobmesse ENTER_ZUKUNFT_PÄDAGOGIK 2025 an der Goethe-Universität
FRANKFURT. Zum 12. Mal präsentieren Unternehmen aus dem Sozial- und Bildungsbereich Studierenden, Absolvent*innen und pädagogischen Fachkräften die Vielfalt ihrer Jobmöglichkeiten. Die Jobmesse des Fachbereichs Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt findet statt am Donnerstag, den 30.01.2025, von 10 - 16 Uhr im PEG-Gebäude auf dem Campus Westend. In diesem Jahr stellen 40 Einrichtungen ihre aktuellen Projekte und Arbeitsschwerpunkte dar und stehen für Fragen zur Verfügung.
Gestartet wird die Jobmessen mit einem Auftakt-Impuls zum Motto der Jobmesse:
„Welchen Wert hat die pädagogische Arbeit in der Gesellschaft?“ Welche Bedeutung hat pädagogische Arbeit für den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt angesichts der vielfältigen krisenhaften Entwicklungen und zunehmenden sozialen Spannungen und Polarisierungen? Wie gelingt es, Potenziale in Menschen jeglichen Lebensalters zu entfalten, kritisches Denken und Zivilcourage zu fördern und sie bei ihrer Entwicklung zu selbstbewussten und verantwortungsbewussten Mitgliedern einer Gesellschaft zu unterstützen? Welche Herausforderungen müssen sie dabei meistern?
Vier Führungskräfte aus dem Sozialwesen werden unter der Moderation von Dr. Birte Egloff (Geschäftsführerin des Fachbereichs Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität) zu diesen Fragen erste Antworten geben:
Die Jobmesse ENTER_ZUKUNFT_PÄDAGOGIK bietet Studierenden, Absolvent*innen sowie Pädagog*innen ein Forum, um die Bandbreite der beruflichen Perspektiven im Sozial- und Bildungsbereich kennenzulernen. Veranstaltet wird die Jobmesse vom Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität, dem Career Service und dem Paritätischen Bildungswerk Hessen e.V.
Weitere Informationen, auch zu den Ausstellenden unter:
www.jobmesse-paedagogik.uni-frankfurt.de
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Wir riechen schneller als gedacht: Biologe der Universität Bonn hat die zeitliche Dimension des Geruchssinns entdeckt
Der Biologe Prof. Dr. Tobias Ackels (40) von der Universität Bonn wird mit dem Paul Ehrlich-und-Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis 2025 ausgezeichnet. Das gab der Stiftungsrat der Paul Ehrlich-Stiftung heute bekannt. Der Preisträger hat entdeckt, dass Säugetiere schneller riechen als atmen. Er hat gezeigt, dass ihre Nervenzellen aus einer dynamischen Duftwolke bis zu 40mal pro Sekunde neue Informationen ableiten können. Damit hat er die bisher gültige Annahme widerlegt, dass der Geruchssinn langsam ist. Er hat auch ein neues Tor zum Verständnis der Gehirnfunktion insgesamt aufgestoßen und arbeitet darauf hin, diesen grundlegenden Mechanismus für die Frühdiagnostik dementieller Erkrankungen einzusetzen.
FRANKFURT. Ohne ihren Geruchssinn könnten viele Tierarten nicht überleben. Sie sind auf ihn angewiesen, um sich Nahrungsquellen zu erschließen, Partner zu finden und Raubtieren auszuweichen. Für nachtaktive Tiere ist er das wichtigste Instrument, um sich schnüffelnd im Raum zu orientieren, wenn es dunkel ist. Das ist schwierig, denn jeder Geruch setzt sich aus vielen verschiedenen Molekülen und jede natürliche Duftwolke wiederum aus vielen wechselnden Gerüchen zusammen. Als kleinste Informationseinheit der Geruchsverarbeitung galt bisher ein „Schnupperzug“. Tobias Ackels hat bewiesen, dass das nicht stimmt. Dafür konstruierte er ein Geruchsapplikationsgerät, durch dessen Ventile er Duftstoffe einzeln oder gemischt in präzisen Millisekunden-Impulsen abgeben kann. Dabei zeigte sich: Auch zwischen jedem einzelnen Schnüffeln nehmen Säugetiere Informationen auf, die ihr Verhalten steuern können.
Gerüche werden bei Mäusen wie bei Menschen von Riechzellen in der Nasenschleimhaut registriert. Jede dieser Nervenzellen trägt nur einen Typ von Geruchsrezeptoren. Mäuse haben mehr als 1000 solcher Typen, Menschen etwa 350. Jeweils einige Tausend Riechzellen tragen den gleichen Rezeptor. Bindet ein Geruchsstoff daran, dann löst er damit eine Signalkaskade im Inneren der Zelle aus. Diese Kaskade ist relativ langsam. Sie leitet über das Hauptkabel (Axon) der betreffenden Riechzelle eine Informationswelle, die zu einer Schaltstation im Riechkolben an der Basis des Gehirns führt. In jeder Schaltstation (Glomerulus) laufen Informationen von den Axonen der Riechzellen eines einzelnen Rezeptortyps zusammen – und zwar mit geringem zeitlichen Versatz, weil diese Zellen in der Nasenschleimhaut weit verteilt sind und folglich von „ihrem Geruch“ nicht gleichzeitig erreicht werden. Diese zeitversetzte Konvergenz erhöht den Informationsgehalt der Signale aus den Riechzellen. Sie bildet im nervösen Input des Riechkolbens das Duftreservoir ab, das nach jedem Atemzug in der Nasenschleimhaut gespeichert wird, und macht ihn dadurch empfänglich für schnell wechselnde Stimuli, die sonst verlorengingen. Tobias Ackels bestätigte diese Hypothese zunächst in einem Computermodell und dann in fluoreszenzmikroskopischen Bestimmungen der Nervenzellaktivität von Mäusen, die solchen Stimuli ausgesetzt waren.
Anschließend präsentierte Ackels einer Schar durstiger Mäuse synchron oder asynchron korrelierte Mischungen zweier Duftstoffe. So simulierte er die Situation in einer natürlichen Umgebung. Synchrone Gerüche entstammen dort demselben Ort, asynchrone kommen von unterschiedlichen Orten. Die Hälfte der Mäuse wurde mit Wasser belohnt, wenn sie einen synchronen, die andere Hälfte, wenn sie einen asynchronen Stimulus erkannte. Beide Gruppen lernten die Unterscheidung und meisterten sie bis zu einer Frequenz von 40 Hertz. Dies lässt darauf schließen, dass Säugetiere diese Fähigkeit der blitzschnellen Diskriminierung der Quellen verschiedener Geruchssignale nutzen können, um sich im Raum zu orientieren. Auch für uns Menschen ist das wichtig: Einen Waldbrand zum Beispiel riechen wir, bevor wir ihn sehen.
Kodiert wird diese Fähigkeit, wie Ackels belegte, im Output des Riechkolbens: In den Mitral- und Büschelzellen also, die Geruchsinformation aus den Glomeruli ohne Umweg über das Zwischenhirn in die Rinde des Riechhirns und des limbischen Systems senden, die besonders stark mit Emotion und Erinnerung verknüpft sind. Nur Interneurone sind als Vermittler in diese Schaltkreise integriert. Körnerzellen vor allem, die sich im Riechkolben lebenslang erneuern – entgegen dem einstigen Dogma, erwachsene Nervenzellen seien nicht mehr teilungsfähig. Wie sie dazu beitragen, Informationen aus dem Riechkolben zu extrahieren und höheren Hirnregionen mitzuteilen, erforscht Tobias Ackels derzeit mit Unterstützung des European Research Council (ERC). Seine Ergebnisse könnten exemplarische Bedeutung gewinnen. Gelten die Interneurone doch zunehmend als Dirigenten des Fühlens und Denkens. Zudem mehren sich die Anzeichen, dass Riechdefizite den strukturellen Veränderungen, der Gedächtnisschwäche sowie den klinischen Symptomen einer Demenz vorausgehen und deshalb deren Früherkennung dienen könnten – eine mögliche Translation seiner Grundlagenforschung, über die Tobias Ackels mit den Klinikern am Deutschen Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen in Bonn in engem Austausch steht.
Prof. Dr. rer. nat. Tobias Ackels studierte von 2005 bis 2011 Biologie an der RWTH Aachen. 2015 wurde er dort mit einer Arbeit über die Signalverarbeitung im olfaktorischen System von Säugetieren promoviert. Als Postdoktorand gehörte er von 2015 bis 2023 der Gruppe von Prof. Andreas Schäfer am Francis Crick Institute in London an. Im August 2023 kehrte er nach Deutschland zurück und übernahm eine W2-Professur an der Universität Bonn. Am Institut für Experimentelle Epileptologie und Kognitionsforschung des Universitätsklinikums Bonn (UKB) leitet er die Gruppe “Sensory Dynamics and Behaviour". Im selben Jahr wurde ihm ein ERC Starting Grant zugesprochen.
Der Preis wird – zusammen mit dem Hauptpreis 2025 – am 14. März 2025 um 17 Uhr vom Vorsitzenden des Stiftungsrates der Paul Ehrlich-Stiftung in der Frankfurter Paulskirche verliehen.
Bilder des Preisträgers und ausführliche Hintergrundinformation „Dem tiefsten Sinn auf der Spur“ zum Download auf: www.paul-ehrlich-stiftung.de
Weitere Informationen
Pressestelle Paul Ehrlich-Stiftung
Joachim Pietzsch
Tel.: +49 (0)69 36007188
E-Mail: j.pietzsch@wissenswort.com
www.paul-ehrlich-stiftung.de
Redaktion: Joachim Pietzsch / Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de
Semesterabschlusskonzerte von Blasorchester, Chor und Orchester sowie dem Kammermusik-Ensemble der Goethe-Universität
FRANKFURT. „Contemporary Colours“, zeitgenössische Farben, ist der Titel des Konzerts von Chor und Orchester des Collegium Musicum – einem von drei Konzerten und einem Einführungsvortrag, in denen Collegium Musicum und Sinfonisches Blasorchester der Goethe-Universität ihre Arbeit zum Abschluss des Semesters präsentieren. Um Uraufführungen handelt es sich bei den Werken der Komponisten und Musikpädagogen Hans Werner Zimmermann (1930-2022) und Carsten Braun (*1978): Zimmermanns Werk und so auch sein Konzert für Viola und Orchester ist von amerikanischen Spirituals und Jazz beeinflusst sowie von Thrasybulos Georgiades, einem der wichtigsten Musikwissenschaftler und Musiktheoretiker des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Solistin von Zimmermanns Bratschenkonzert ist die vielfach preisgekrönte Musikerin Hayang Park (*1998).
Carsten Braun hat sein Werk „Totentanz“ zu einer Ballade Johann Wolfgang Goethes im Auftrag der Goethe-Universität geschrieben und verbindet darin Kompositionstechniken von Chorsinfonik und Rockmusik. Für sein „Classic meets Rock“-Projekt wurde keine existierende Rockband verpflichtet, sondern es formiert sich eine Band aus einzelnen, im Jazz geschulten Solisten.
Der dritte Komponist des Abends ist Michael Quell. Der in Fulda lebende, 1960 geborene Komponist studierte neben Klassischer Gitarre, Musikwissenschaft und Komposition auch Philosophie und Theologie. Quell erhielt Kompositionsaufträge von Ensembles wie dem Ensemble recherche, dem Ensemble Aventure und dem Ensemble Modern. Er lehrt zudem als Dozent für Musiktheorie am Musikwissenschaftlichen Institut der Goethe-Universität.
Die drei Semesterabschlusskonzerte des Collegium Musicum beginnen mit einem Konzert
des Sinfonischen Blasorchesters der Goethe-Universität
am 30. Januar 2025 um 20 Uhr
mit Werken u. a. des französischen Komponisten der Romantik Camille Saint-Saëns,
des US-amerikanischen Komponisten und Musikpädagogen James Curnow
sowie des englischen Komponisten, Dirigenten und Musikpädagogen Gordon Jacob.
Veranstaltungsort ist der Casino Festsaal, Nina-Rubinstein-Weg, auf dem Campus Westend.
Die Leitung des Blasorchesters hat Lisa Bodem.
Das Semesterabschlusskonzert „Contemporary Colours“ mit Chor und Orchester des Collegium Musicum der Goethe-Universität findet statt am 6. Februar um 20 Uhr.
Auf dem Programm stehen die Kompositionen von
Michael Quell: Inside...Out – hommage à R. Barthes, Paul Feyerabend, Diogenes u. die Kyniker (1997) für großes Orchester, Carsten Braun: Totentanz (2019/2020, Uraufführung) und Hans Werner Zimmermann: Konzert für Viola und Orchester (1986/2006, Uraufführung).
Neben Chor und Orchester musizieren Hayang Park, Viola, und eine Rockband.
Veranstaltungsort ist der Casino Festsaal, Nina-Rubinstein-Weg, auf dem Campus Westend.
Die Leitung hat Universitätsmusikdirektor Jan Schumacher.
Für interessierte Zuhörer findet vor dem Konzert ein Einführungsvortrag zu den Werken statt. Veranstaltungsort ist die Lobby des PA-Gebäudes. Der Vortrag beginnt um 19.00 Uhr.
Den Abschluss bildet der Kammermusikabend des Collegium Musicum am 11. Februar um 19 Uhr.
In lockerer Atmosphäre präsentieren Instrumentalisten des Collegium Musicum kammermusikalische Werke verschiedener Epochen in unterschiedlicher Besetzung. Veranstaltungsort ist die Lobby des PA-Gebäudes, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, auf dem Campus Westend.
Im Collegium Musicum sowie dem Sinfonischen Blasorchester spielen und singen Studierende, Mitglieder, Angehörige und Ehemalige der Goethe-Universität sowie externe Interessierte. Das Collegium Musicum leitet Prof. Jan Schumacher als Universitätsmusikdirektor seit dem Wintersemester 2015.
Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de
Erster Schritt auf dem Weg zu einem Video vom Schwarzen Loch
2019 veröffentlichte die internationale Event Horizon Telescope (EHT) Collaboration das erste Bild eines Schwarzen Lochs, von M87* aus dem Zentrum der Galaxie M87. Die Messdaten, auf denen das Bild basierte, waren 2017 gewonnen worden. Jetzt wertete die EHT Collaboration zusätzlich die Daten der Messkampagne von 2018 aus. Das Ergebnis: Die hellere Region im Ring um M87* hat sich verschoben, was sich vor allem auf Turbulenzen des um das Schwarze Loch rotierenden Gases – der Akkretionsscheibe – zurückführen lässt. Zudem konnten die Forschenden bestätigen, dass die Rotationsachse von M87* von der Erde weg zeigt. Langfristig soll eine Art Video die Dynamik des Schwarzen Lochs darstellen.
FRANKFURT. Sechs Jahre nach der historischen Veröffentlichung des ersten Bildes eines Schwarzen Lochs stellt die Event Horizon Telescope (EHT) Collaboration eine neue Analyse des supermassereichen Schwarzen Lochs im Herzen der Galaxie M87 vor, dass M87* genannt wird. Diese Analyse kombiniert Beobachtungen aus den Jahren 2017 und 2018 und liefert neue Erkenntnisse über die Struktur und Dynamik des Plasmas in der Nähe des Ereignishorizonts – jenseits dessen keinen Informationen mehr aus dem Schwarzen Loch herausdringen können.
Diese Studie stellt einen bedeutenden Fortschritt im Verständnis der extremen Prozesse dar, die Schwarze Löcher und ihre Umgebung steuern, und liefert neue theoretische Erkenntnisse über einige der geheimnisvollsten Phänomene des Universums.
„Die Akkretionsumgebung von Schwarzen Löchern ist turbulent und dynamisch. Da wir die Beobachtungen von 2017 und 2018 als unabhängige Messungen betrachten können, können wir die Umgebung des Schwarzen Lochs mit einer neuen Perspektive einschränken“, sagt Hung-Yi Pu, Assistenzprofessor an der National Taiwan Normal University. „Diese Arbeit unterstreicht das transformative Potenzial der Beobachtung der sich im Laufe der Zeit entwickelnden Umgebung des Schwarzen Lochs.“
Die Beobachtungen von 2018 bestätigen das Vorhandensein des leuchtenden Rings, der erstmals 2017 aufgenommen wurde, mit einem Durchmesser von etwa 43 Mikrobogensekunden - dies entspricht den theoretischen Vorhersagen für den Schatten eines Schwarzen Lochs mit einer Masse von 6,5 Milliarden Sonnenmassen.
Bemerkenswert ist, dass sich die hellste Region des Rings um 30 Grad gegen den Uhrzeigersinn verschoben hat. „Die Verschiebung der hellsten Region ist eine natürliche Folge der Turbulenzen in der Akkretionsscheibe um das Schwarze Loch“, erklärt Abhishek Joshi, Doktorand an der University of Illinois Urbana-Champaign. „In unserer ursprünglichen theoretischen Interpretation der Beobachtungen von 2017 haben wir vorhergesagt, dass sich die hellste Region höchstwahrscheinlich gegen den Uhrzeigersinn verschieben würde. Wir freuen uns sehr, dass die Beobachtungen im Jahr 2018 diese Vorhersage bestätigt haben!“
Die Tatsache, dass der Ring an der Unterseite am hellsten bleibt, verrät die Ausrichtung des Spins des Schwarzen Lochs. Bidisha Bandyopadhyay, Postdoktorandin an der Universidad de Concepción, sagt: „Die Lage der hellsten Region im Jahr 2018 bekräftigt auch unsere frühere Interpretation der Ausrichtung des Schwarzen Lochs aus den Beobachtungen von 2017: Die Rotationsachse des Schwarzen Lochs zeigt von der Erde weg!“
Luciano Rezzolla, Professor für Theoretische Astrophysik an der Goethe-Universität Frankfurt, sagt: „Schwarze Löcher, die so gigantisch sind wie M87*, verändern sich nur auf sehr langen Zeitskalen, und es ist daher nicht überraschend, dass vieles von dem, was wir 2017 gemessen haben, auch im Jahr 2018 sehen. Dennoch sind die kleinen Unterschiede, die wir gefunden haben, sehr wichtig, um zu verstehen, was in der Nähe von M87* tatsächlich passiert. Wenn wir zum Beispiel zwei Fotos des Mount Everest vergleichen, die im Abstand von einem Jahr aufgenommen wurden, erwarten wir keinen Unterschied in der Struktur des Gesteins. Wir erwarten jedoch, dass wir Unterschiede in den Wolken in der Nähe des Gipfels sehen, und daraus können wir zum Beispiel die Richtung der vorherrschenden Winde oder die dreidimensionalen Eigenschaften des Gesteins ableiten, die wir aus einem einfachen zweidimensionalen Foto nicht ableiten können. Dies haben wir in unserer theoretischen Analyse der neuen Daten getan, die zu einem großen Teil in Frankfurt durchgeführt wurde, und die es uns ermöglicht hat, besser zu verstehen, wie Materie auf M87* fällt und welche Eigenschaften M87* als Schwarzes Loch tatsächlich hat. In den kommenden Jahren werden wir weitere Beobachtungen dieser Art mit zunehmender Präzision durchführen, mit dem Ziel, einen Film darüber zu erstellen, was in der Nähe von M87* tatsächlich passiert.“
Unter Verwendung einer neu entwickelten und umfangreichen Bibliothek von Super-Computer-generierten Bildern - dreimal größer als die Bibliothek, die für die Interpretation der Beobachtungen von 2017 verwendet wurde - evaluierte das EHT-Team Akkretionsmodelle mit Daten sowohl die Beobachtungen von 2017 als auch von 2018.
„Wenn Gas aus der Ferne spiralförmig in ein Schwarzes Loch strömt, kann es entweder in dieselbe Richtung fließen, in der das Schwarze Loch rotiert, oder in die entgegengesetzte Richtung. Wir haben festgestellt, dass der letztere Fall aufgrund der relativ höheren turbulenten Variabilität eher zu den mehrjährigen Beobachtungen passt“, erklärt León Sosapanta Salas, Doktorand an der Universität Amsterdam. „Die Analyse der EHT-Daten für M87 aus späteren Jahren (2021 und 2022) ist bereits im Gange und verspricht, noch robustere statistische Einschränkungen und tiefere Einblicke in die Natur der turbulenten Strömung um das Schwarze Loch von M87 zu liefern.“
An der EHT-Kollaboration sind mehr als 400 Forscher aus Afrika, Asien, Europa sowie Nord- und Südamerika beteiligt. Die internationale Kollaboration arbeitet daran, die detailliertesten Bilder von Schwarzen Löchern zu erfassen, die je gemacht wurden, indem sie ein virtuelles Teleskop in Erdgröße schafft. Unterstützt durch beträchtliche internationale Investitionen verbindet das EHT bestehende Teleskope mit neuartigen Systemen und schafft so ein grundlegend neues Instrument mit dem höchsten Winkelauflösungsvermögen, das bisher erreicht wurde.
Die einzelnen beteiligten Teleskope: ALMA, APEX, das IRAM 30-Meter-Teleskop, das IRAM NOEMA Observatorium, das James Clerk Maxwell Teleskop (JCMT), das Large Millimeter Telescope (LMT), das Submillimeter Array (SMA), das Submillimeter Telescope (SMT), das South Pole Telescope (SPT), das Kitt Peak Telescope und das Greenland Telescope (GLT). Die Daten wurden am Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) und am MIT Haystack Observatory korreliert. Die Nachbearbeitung erfolgte im Rahmen der Kollaboration durch ein internationales Team an verschiedenen Institutionen.
Das EHT-Konsortium besteht aus 13 beteiligten Instituten: dem Academia Sinica Institute of Astronomy and Astrophysics, der University of Arizona, der University of Chicago, dem East Asian Observatory, der Goethe-Universität Frankfurt, dem Institut de Radioastronomie Millimétrique, dem Large Millimeter Telescope, dem Max-Planck-Institut für Radioastronomie, dem MIT Haystack Observatory, dem National Astronomical Observatory of Japan, dem Perimeter Institute for Theoretical Physics, der Radboud University und dem Smithsonian Astrophysical Observatory.
Publikation: Kazunori Akiyama et al. The persistent shadow of the supermassive black hole of M87. Astronomy and Astrophysics (2025) https://doi.org/10.1051/0004-6361/202451296
Bilder zum Download:
https://www.uni-frankfurt.de/165538818
Bildtext: M87*-Bilder auf Basis von Beobachtung und Theorie. Links: EHT-Bilder von M87* aus den Beobachtungskampagnen 2018 und 2017. Mitte: Beispielbilder aus einer allgemeinen relativistischen magnetohydrodynamischen (GRMHD) Simulation zu zwei Zeitpunkten. Rechts: Dieselben Simulationsschnappschüsse, unscharf dargestellt, um der Beobachtungsauflösung des EHT zu entsprechen. Bilder: EHT Collaboration
Weitere Informationen
Prof. Dr. Luciano Rezzolla
Institut für Theoretische Physik
Goethe-Universität Frankfurt
Phone: +49 (69) 798-47871
rezzolla@itp.uni-frankfurt.de
https://astro.uni-frankfurt.de/rezzolla/
Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de
Olena Fedchenko erhält Gisela-und-Wilfried-Eckhardt-Stiftungsprofessur für Experimentalphysik – Finanzierung aus dem Vermögen der ehemaligen Physikstudentin Gisela Eckhardt – Stadt Frankfurt benennt Platz nach der Erfinderin des Raman-Lasers
Dass die Laserspezialistin und Erfinderin des Raman-Lasers, Gisela Eckhardt, der Goethe-Universität einmal gut 11,5 Millionen Euro hinterlassen würde, war bis wenige Jahre vor ihrem Tod undenkbar. Denn eigentlich hatte Gisela Eckhardt nach ihrer Promotion der Universität 1958 mit Groll den Rücken gekehrt und war ausgewandert. 60 Jahre später bestimmt die ehemalige Physikstudentin jedoch „ihre“ Goethe-Universität als Erbin und legt den Grundstock für eine Stiftungsprofessur in Experimentalphysik. Diese Professur wird im Januar mit der Festkörperphysikerin Olena Fedchenko besetzt. Die Stadt Frankfurt würdigt die Laser-Pionierin mit der Benennung eines Gisela-Eckhardt-Platzes im Stadtteil Bockenheim. Im Rahmen der Feierlichkeiten am 30. Januar hält Prof. Olena Fedchenko ihre Antrittsvorlesung.
FRANKFURT. Dass die Goethe-Universität jüngst eine Professur für Experimentalphysik im Bereich Festkörper-Spektroskopie elektronisch korrelierter Materialien einrichten und nun mit der Festkörperphysikerin Olena Fedchenko besetzen konnte, ist dem Nachlass der Laserspezialistin Gisela Eckhardt zu verdanken: Die gebürtige Frankfurterin ist die erste Alumna, die der Universität eine Stiftungsprofessur ermöglicht – und damit auch ein Zeichen der späten Aussöhnung mit ihrer Universität setzt. Denn als Gisela Eckhardt, geborene Elsholtz, als einzige Studentin ihres Jahrgangs 1947 das ersehnte Physikstudium beginnt, erlebt sie bald den von Hindernissen geprägten Alltag einer Frau in einem männlich dominierten Forschungsumfeld. Eine verspätete Diplomprüfung, eine verzögerte Doktorarbeit – noch Jahrzehnte später beklagt Gisela Eckhardt den Zeitverlust in ihrem Studium durch ihren Doktorvater. Da lebt sie längst in den USA, in die sie mit ihrem Mann, einem ehemaligen Kommilitonen, 1958 emigriert ist. Im kalifornischen Malibu, dem damaligen Mekka der Physikforschung, kann sie sich dann nicht nur ihren Traum zu forschen erfüllen: Sie wird 1962 dank einer Entdeckung in der Laserforschung sogar weit über die Grenzen des Instituts bekannt. Die Harvard University nennt sie eine der ersten Pioniere der Laserphysik.
Ein Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über genau jene Entdeckung – den Raman Laser, der bis heute in der Medizin, Chemie und Biologie vielfach eingesetzt wird – bringt die Pionierin der Laserphysik 2017 mit ihrer Universität wieder in einen bleibenden persönlichen Kontakt. 90jährig besucht Eckhardt auf Einladung der Universität ihren ehemaligen Fachbereich – mit mittlerweile drei Professorinnen und etlichen Nachwuchsforscherinnen. Kinderlos und bereits verwitwet beschließt Gisela Eckhardt, ihrer Universität die Mittel für eine Stiftungsprofessur für experimentelle Physik zu überlassen. Am 30. Januar 2020 stirbt Eckhardt mit 93 Jahren in den USA. Sie vererbt der Goethe-Universität die Summe von gut 11,5 Millionen Euro: Die Stiftungsprofessur, die ihren und den Namen ihres Mannes Wilfried Eckhardt tragen soll, kann rein aus den Erträgen eines Stiftungsfonds langfristig finanziert werden.
Universitätspräsident Prof. Enrico Schleiff ist dankbar für die späte Versöhnung der Alumna mit der Goethe-Universität, die durch die Initiative der Privaten Hochschulförderung und auch des Fachbereichs ermöglicht wurde. „Gisela Eckhardt, die Stifterin der neuen Professur für Experimentalphysik, wollte zeitlebens eines: Als Physikerin forschen, frei und uneingeschränkt – was ihr als Frau im Nachkriegsdeutschland allerdings kaum möglich war. Es wäre ihr sicherlich nachträglich eine doppelte Genugtuung zu sehen, dass wir die Professur nicht nur mit einer Frau besetzen konnten, sondern mit Olena Fedchenko auch eine brillante Wissenschaftlerin für uns gewinnen konnten, die auf einem ähnlichen Gebiet forscht wie Gisela Eckhardt selbst. Für unseren Fachbereich Physik ist Olena Fedchenko ein großer Gewinn, denn sie stärkt unsere experimentelle Kompetenz in der Festkörperphysik.“
Experimentalphysikerin Olena Fedchenko erhält Gisela-und-Wilfried-Eckhardt-Stiftungsprofessur
Die thematische Nähe des Spezialgebiets der Experimentalphysikerin Olena Fedchenko zur Laserpionierin Gisela Eckhardt wäre sicher im Sinne der Stifterin gewesen: Mit Olena Fedchenko besetzt seit dem 1. Januar 2025 eine Expertin die neue Gisela-und-Wilfried-Eckhardt-Stiftungsprofessur, die im Bereich der Elektronenspektroskopie mit großem Potenzial für den Einsatz in der modernen Festkörperforschung besonders ausgewiesen ist. „Mit dieser Expertise stärkt Olena Fedchenko einen von drei wissenschaftlichen Schwerpunkten des Fachbereichs Physik, nämlich unseren Forschungsschwerpunkt ,Kondensierte Materie und Quantenmaterialien'“, sagt der Geschäftsführende Direktor des Physikalischen Instituts Prof. Cornelius Krellner. „Wir verfügen in Frankfurt bereits über eine breite Expertise in Theorie und Experiment, um das komplexe Problem miteinander wechselwirkender Teilchen im Festkörper zu analysieren; nun kommt mit Olena Fedchenkos Arbeitsgruppe in der experimentellen Elektronenspektroskopie ein entscheidendes Bindeglied zwischen Theorie und Experiment hinzu. Damit haben wir den unbedingt notwendigen Schlüssel für wichtige Zukunftstechnologien in der Hand.“
Olena Fedchenko studierte und promovierte an der Staatlichen Universität Sumy (Ukraine) in Physik und Mathematik mit dem Schwerpunkt Festkörperphysik. Nach einer Forschungszeit als Assistentin am Institut für Angewandte Physik an derselben Universität wechselte sie 2015 an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Dort war sie als Postdoktorandin an zwei Sonderforschungsbereichen und mehreren BMBF-Projekten beteiligt und trug damit zur Entwicklung der Photoemissionstechnik am DESY (Deutsches Elektronen-Synchrotron) bei. In den Jahren 2019 und 2024 wurden ihre Arbeiten als DESY-Highlights des Jahres nominiert. 2024 wurde sie zudem für den Charles S. Fadley Award für herausragende Beiträge zur Grundlagenforschung in der Photoemissionsspektroskopie mit harten Röntgenstrahlen vorgeschlagen.
Einweihung des Gisela-Eckhardt-Platzes mit Festveranstaltung am 30. Januar –Antrittsvorlesung von Prof. Olena Fedchenko
In Frankfurt wird Gisela Eckhardt, die Stifterin der neuen Professur, auf eine weitere Weise geehrt werden: Auf Vorschlag des Ortsbeirats Bockenheim und des Physikalischen Vereins benennt die Stadt Frankfurt einen bislang namenlosen Platz an der Ohmstraße nach der gebürtigen Frankfurterin. Die Einweihung des Gisela-Eckhardt-Platzes findet statt am 30. Januar, dem fünften Todestag Gisela Eckhardts.
Im Rahmen der anschließenden Festveranstaltung des Physikalischen Vereins, deren Ehrenmitglied Gisela Eckhardt seit 2018 ist, hält Prof. Dr. Olena Fedchenko ihre Antrittsvorlesung (19 Uhr, Robert-Mayer-Straße 2, 60325 Frankfurt; https://www.physikalischer-verein.de/veranstaltung/a-microscope-for-the-reciprocal-space.html).
Weitere Informationen zur Einweihung des Gisela Eckhardt-Platzes erhalten Sie hier: https://www.physikalischer-verein.de/veranstaltung/einweihung-des-gisela-eckhardt-platzes.html
Eine ausführlichere Darstellung, wie die Goethe-Universität zu einer Stiftungsprofessur für Experimentalphysik kam, lesen Sie hier: https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/wie-die-goethe-universitaet-zu-einer-stiftungsprofessur-fuer-experimentalphysik-kam/
Bilder zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/165284209
Bildtext 1:
Studierte an der Goethe-Universität und gilt nach einer Entdeckung des Raman-Lasers als eine der Pioniere der Laserphysik: die Frankfurterin Gisela Eckhardt (Foto: privat)
Bildtext 2:
Olena Fedchenko besetzt die neue Gisela-und-Wilfried-Eckhardt-Stiftungsprofessur und stärkt damit entscheidend die experimentelle Kompetenz in der Festkörperphysik des Fachbereichs Physik der Goethe-Universität (Foto: Kateryna Fedorenko)
Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de
Prof. Kevin Bauer forscht zur Mensch-Maschine-Interaktion / Finanzierung durch hochschulübergreifendes Zentrum „hessian.AI“
Die Goethe-Universität baut ihre Forschung und Lehre zur Künstlichen Intelligenz weiter aus: Kevin Bauer, bis Ende 2024 Juniorprofessor an der Universität Mannheim, hat zum 1. Januar 2025 eine Professur für „Game-Theoretic and Causal KI“ an der Goethe-Universität angetreten. Die Professur, die in der Abteilung für Wirtschaftsinformatik angesiedelt ist, wird vom hochschulübergreifenden hessischen Zentrum für Künstliche Intelligenz hessian.AI finanziert.
FRANKFURT. Kevin Bauer, Jahrgang 1991, ist an der Goethe-Universität kein unbeschriebenes Blatt: Hier absolvierte er sein Studium der Wirtschaftswissenschaften und erwarb Abschlüsse in quantitativer Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik, bevor er mit einer Arbeit im Bereich der angewandten Mikroökonomie promoviert wurde. Nach seiner Promotion sammelte er zunächst Industrieerfahrung und arbeitete als AI Specialist im Frankfurter Startup-Hub TechQuartier. Anschließend trat er eine Postdoc-Stelle am Leibniz-Institut SAFE an, wo er sich mit den Implikationen von Künstlicher Intelligenz im Finanzsektor beschäftigte. Vor zwei Jahren wurde er als Juniorprofessor für E-Business und E-Government an die Universität Mannheim berufen. Der Schwerpunkt seiner Forschung liegt auf der Interaktion zwischen Mensch und Künstlicher Intelligenz sowie der Anwendung kausaler KI-Systeme in der Praxis. Am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität soll er die Spitzenforschung im Bereich KI mit der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung verbinden.
„Die besten Ergebnisse entstehen häufig durch die Kombination von Mensch und Maschine. Um dieses Potenzial zu realisieren, müssen wir die technischen Eigenschaften von KI sowie die psychologischen und organisationalen Faktoren verstehen, die die Effizienz und Qualität der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine bestimmen – dies ist der Schwerpunkt meiner Forschung“, erklärt Bauer. Ihm sei es wichtig, dass Nutzerinnen und Nutzer die Funktionsweise von KI verstehen und deren Möglichkeiten verantwortungsvoll nutzen können. Bislang beobachte er noch großes Unwissen über die Fähigkeiten und Grenzen von Künstlicher Intelligenz: Einerseits gebe es überzogene Erwartungen, andererseits einen unkritischen und teilweise gedankenlosen Umgang damit. So sei vielen nicht klar, dass moderne KI-Systeme letztlich nur statistische Wahrscheinlichkeiten berechnen. Insbesondere Antworten von Sprachmodellen wie Chat-GPT müssten kritisch hinterfragt werden, erläutert Bauer: „Diese Systeme liefern keine echten Einsichten oder Wahrheiten, sondern generieren Texte, die lediglich auf Basis von Wahrscheinlichkeiten schlüssig wirken. Das macht es umso wichtiger, deren Limitierungen zu verstehen.“ Hier sieht er großen Bedarf an Aufklärungsarbeit – beispielsweise an Schulen und in Unternehmen. Neben der Erforschung wissenschaftlicher Grundlagen für eine optimale Mensch-Maschine-Interaktion, die gleichzeitig deren praktische Anwendung in Organisationen fördern soll, möchte Bauer die Professur auch nutzen, um Aufklärungsarbeit zu leisten.
Für seine Forschung hat Kevin Bauer, der auf Forschungsaufenthalte in Michigan, Hongkong, Queensland und Hawaii zurückblickt, bereits zahlreiche Preise erhalten. Zuletzt wurde er im Dezember 2024 zusammen mit Prof. Oliver Hinz und Dr. Moritz von Zahn (beide Goethe-Universität) für den Artikel „Expl(AI)ned: The Impact of Explainable Artificial Intelligence on Users' Information Processing“ mit dem renommierten Senior Scholar Best Publication Award ausgezeichnet. Das Hessische Zentrum für Künstliche Intelligenz, hessian.AI, wird gemeinsam von 13 hessischen Hochschulen getragen und versammelt gegenwärtig mehr als 60 akademische Mitglieder unter seinem Dach.
„Der Einsatz der Methoden der Künstliche Intelligenz ist einer der maßgeblichen Treiber der derzeitigen Veränderungen in unserer Gesellschaft und Wirtschaft. Die Weiterentwicklung und Anwendung der Methoden ist zudem zentral für die Zukunftsfähigkeit der Wissenschaft, deren Erkenntnisse auch konsequent in Gesellschaft und Wirtschaft übertragen werden müssen. Mit Herrn Bauer gewinnen wir einen Experten auf beiden Feldern, sowohl auf dem der Forschung mit und an Methoden der künstlichen Intelligenz und auf dem der KI-Anwendung. Wir freuen uns, dass er mit seiner Expertise die Goethe-Universität und hessian.AI in Forschung, Lehre und Transfer des Wissens in die Anwendung stärken wird“, sagt Prof. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität.
„In Kevin Bauer haben wir einen der vielversprechendsten Nachwuchswissenschaftler in diesem Bereich für uns gewinnen können. Mit seiner Ausbildung als Verhaltensökonom und seiner Expertise im Bereich Machine Learning nimmt er im deutschsprachigen Raum eine Ausnahmestellung ein. Forschung im Bereich Künstlicher Intelligenz ist entscheidend für die Wirtschaft, da sie Innovationen fördert, Effizienz steigert und Unternehmen ermöglicht, datengetriebene Entscheidungen zu treffen“, sagt Prof. Oliver Hinz, der an der Goethe-Universität Betriebswirtschaftslehre insb. Wirtschaftsinformatik und Informationsmanagement lehrt und eines der Gründungsmitglieder von hessian.AI ist.
„Die Berufung von Kevin Bauer stärkt hessian.AI in einem zentralen Zukunftsfeld: der verantwortungsvollen Erforschung und Integration von KI in unseren Alltag. Seine Forschung zur Mensch-Maschine-Interaktion ist entscheidend für unsere Vision, die Lebensbedingungen der Menschen durch Künstliche Intelligenz nachhaltig zu verbessern“, sagt Prof. Mira Mezini, Co-Direktorin von hessian.AI. „Besonders wertvoll ist sein ganzheitlicher Ansatz: Er entwickelt nicht nur die technischen Grundlagen für vertrauenswürdige KI-Systeme, sondern erforscht auch, wie Menschen und Organisationen diese Technologien sinnvoll nutzen können. Diese Verbindung von technischer Innovation und gesellschaftlicher Verantwortung ist der Schlüssel, um KI zum Wohle aller einzusetzen und Hessen als Vorreiter für eine menschenzentrierte KI-Entwicklung zu etablieren", betont Prof. Kristian Kersting, ebenfalls Co-Direktor von hessian.Ai.
Die Professur von Kevin Bauer ist die dritte der neuen Professuren, die an der Goethe-Universität Frankfurt eingerichtet wurde. Nach der Besetzung der ersten hessian.AI-Professur mit Prof. Gemma Roig, die über künstliche Intelligenz und deren Beziehung zur menschlichen Intelligenz forscht, war die Berufung von Prof. Marcel Schulz die zweite hessian.AI-Professur an der Goethe-Universität. Gründungsmitglieder von hessian.AI seitens der Goethe-Universität sind Visvanathan Ramesh, Professor für Software Engineering, Oliver Hinz, Professor für Informationssysteme und Informationsmanagement, und Andreas Hackethal, Professor für Finanzen.
Das Zentrum konzentriert sich auf Grundlagenforschung mit Praxisbezug, um Antworten auf die wichtigen Herausforderungen unserer Zeit zu finden und transferiert Forschung und Wissen in Wirtschaft und Gesellschaft. So soll Hessen auch in Zukunft in den Kerntechnologien der Künstlichen Intelligenz international wettbewerbsfähig bleiben. Das Land Hessen hat Aufbau und Betrieb von hessian.AI für eine zunächst fünfjährige Laufzeit mit insgesamt 38 Millionen Euro gefördert. Hinzu kommen gut 10 Millionen Euro für das KI-Innovationslabor und rund 3,7 Millionen Euro vom Bundeswirtschaftsministerium zur Förderung eines Gründungs- und Transferprojekts. 2022 wählte das Bundesforschungsministerium hessian.AI dazu aus, eines von bundesweit vier KI-Servicezentren zu werden, was mit weiteren rund 17 Millionen Euro Fördergeld verbunden ist. https://hessian.ai/
Porträt von Kevin Bauer zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/165252497
Bildtext: Prof. Kevin Bauer forscht und lehrt zum Thema Mensch-Maschine-Interaktion. (Foto: privat)
Weitere Informationen
Prof. Dr. Kevin Bauer
Institut für Wirtschaftsinformatik
Goethe-Universität Frankfurt am Main
E-Mail bauer@wiwi.uni-frankfurt.de
LinkedIn Dr. Kevin Bauer
Homepage: https://www.old.wiwi.uni-frankfurt.de/de/abteilungen/business-informatics/professuren/professur-bauer/professur-bauer.html
Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de
Die aktuelle Ausstellung „OUR HOUSE. Künstlerische Positionen zum Wohnen“ zeigt das Thema Wohnen in all seinen Facetten.
FRANKFURT. Das MGGU – Museum Giersch der Goethe-Universität startet mit einem vielfältigen Programm ins neue Jahr. Noch bis zum 16. Februar 2025 lädt die aktuelle Ausstellung „OUR HOUSE. Künstlerische Positionen zum Wohnen“ dazu ein, das Thema Wohnen in all seinen Facetten zu entdecken. Die Ausstellung beleuchtet ästhetische, gesellschaftliche und historische Perspektiven. Sie zeigt kunstvolle Inszenierungen von Wohnräumen und thematisiert gleichzeitig gesellschaftlich relevante Fragen wie die prekäre Wohnsituation von Geflüchteten und Obdachlosen. Ergänzend werden ortsspezifische Kunstwerke vorgestellt, die sich mit der Frankfurter Wohnsituation und der Geschichte der ehemaligen Villa, die das Museum heute beherbergt, auseinandersetzen. Der Ausstellungsfilm, der die Inhalte der Schau anschaulich zusammenfasst, ist online auf der Website des Museums abrufbar.
Vielseitiges Begleitprogramm zur Ausstellung
Die Ausstellung „OUR HOUSE“ wird durch ein abwechslungsreiches Begleitprogramm ergänzt, das den Besuch für ein breites Publikum noch spannender und erlebnisreicher macht. Öffentliche Führungen bieten die Möglichkeit, ohne Voranmeldung spannende Einblicke in die Ausstellung zu erhalten. Ein besonderes Highlight stellt die Direktorinnenführung mit Ina Neddermeyer am Donnerstag, 13. Februar, um 18 Uhr dar, bei der exklusive Hintergrundinformationen zur Schau vermittelt werden. Weitere Informationen zu Führungen in Englisch, Workshops für Menschen mit Demenz, Kreativ-Workshops für Kitas, Schulen und Erwachsene sowie den Online-Angeboten sind im Veranstaltungskalender auf der Website des Museums zu finden.
Ausblick: Visionäre Perspektiven mit „Fixing Futures“
Ab dem 5. April 2025 nimmt das MGGU die Herausforderungen unserer Zeit in den Fokus. Die visionäre Ausstellung „FIXING FUTURES – Planetare Zukünfte zwischen Spekulation und Kontrolle“ beleuchtet Perspektiven und Möglichkeiten für eine nachhaltige Gestaltung des Planeten aus künstlerischer und wissenschaftlicher Sicht. Bis zum 31. August 2025 lädt die Schau dazu ein, diese drängenden Themen zu entdecken. Dank der Förderung durch die Kulturstiftung des Bundes, den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie die Hessische Kulturstiftung wird die Ausstellung durch einen zweisprachigen Katalog, interaktive Workshops, Führungen und ein Symposium ergänzt.
MGGU – Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main
Eintritt: Erwachsene 7 € / Ermäßigt 5 €. Freier Eintritt für Personen unter 18 Jahren und Schulklassen.
Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr, Sa, So 10–18 Uhr, Do 10–20 Uhr
Sonderöffnungszeiten nach Vereinbarung
Ansprechpartnerin für die Presse: Christine Karmann
Tel. (069) 138210121; presse@mggu.de
Texte und Bilder zum Download für die Presse: www.mggu.de/presse
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Gutachten der Goethe-Universität berücksichtigt sowohl Landes- als auch Bundesrecht sowie den kommenden EU AI Act.
FRANKFURT. Die Goethe-Universität hat ein wegweisendes Rechtsgutachten mit dem Titel „Datenschutzrechtliche Beurteilung von Learning Analytics an Hochschulen in Hessen“ veröffentlicht. Das Gutachten wurde im Rahmen der Forschungsprojekte IMPACT (Implementierung von KI-basiertem Feedback und Assessment mit Trusted Learning Analytics in Hochschulen) und ALI (Artificial Intelligence and Digital Technologies in Learning and Instruction) erstellt und bietet erstmals eine umfassende rechtliche Bewertung zur Nutzung von KI-Technologien in Lehre und Lernen an hessischen Hochschulen. Aufbauend auf dem ersten Gutachten aus 2023, das die rechtlichen Rahmenbedingungen für Nordrhein-Westfalen (NRW) analysierte, bietet das neue Gutachten nun eine detaillierte Bewertung für Hessen. Damit wird zum ersten Mal eine rechtliche Vergleichbarkeit zwischen zwei Bundesländern hergestellt, die es Hochschulen in Hessen und NRW ermöglicht, ihre Learning Analytics Ansätze anzugleichen.
Das Gutachten beleuchtet die datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz von Learning Analytics und Künstlicher Intelligenz (KI) im Hochschulkontext. Dabei wird sowohl Landes- als auch Bundesrecht sowie der kommende EU AI Act berücksichtigt. Die zentrale Erkenntnis: Der rechtssichere Einsatz von KI hängt von der konkreten Anwendung, ihrer Reichweite und den technischen Details ab, die rechtskonform geprüft und geregelt werden müssen, um sicher, datenschutzkonform und zweckdienlich die jeweilige KI einsetzen zu können. Für alle KI gilt aber, dass Hessische Hochschulen wie die Goethe-Universität den Einsatz von KI in einer Satzung regeln können. Das hessische Hochschulgesetz hingegen bietet bislang keine ausreichende rechtliche Grundlage und müsste entsprechend erweitert werden.
Die Forschungsprojekte IMPACT und ALI nehmen in diesem Kontext eine Vorreiterrolle ein. IMPACT erforscht und erprobt den Einsatz von KI-Tools zur Analyse von Lernfortschritten und Lehrpraktiken in Vorlesungen, Klausuren und hat unter anderem einen Chatbot für die Studienorientierung entwickelt. ALI bereitet einen Masterstudiengang vor, der KI-Tools entwickelt und beforscht. Diese rechtliche Prüfung dieser Anwendungen im Gutachten bietet eine Blaupause für andere Hochschulen, die KI-gestützte Lernanalysen und Lehrunterstützung an ihren Institutionen etablieren möchten – gerade für Hochschulen in Hessen, die es ihnen nachtun auf dieser rechtlichen Basis wollen.
Nina Seidenberg und Prof. Hendrik Drachsler, Leiter des Projekts IMPACT, betonen die Bedeutung des Gutachtens: „Unsere Arbeit zeigt, dass der Einsatz von KI im Hochschulbereich rechtlich möglich und praktikabel ist, sofern er verantwortungsvoll und datenschutzkonform geregelt wird. Das Gutachten bietet einen Leitfaden für Hochschulen in Hessen, die ihre Lehre und Lernunterstützung durch innovative KI- und Learning Analytics-Technologien verbessern wollen.“ Die Nachahmung ist nicht nur erwünscht, sondern dringend angeraten!
Das Gutachten ist das erste seiner Art in Hessen und markiert einen entscheidenden Schritt in der Entwicklung der Hochschuldigitalisierung. Es zeigt auf, was Hochschulen juristisch und technologisch anstoßen können, um moderne, datenschutzsichere KI- Anwendungen in den Lehr- und Lernmethoden rechtssicher zu gestalten. Für die Hochschullandschaft in Hessen und darüber hinaus bietet es eine solide Grundlage, um das Potenzial von KI und Learning Analytics Technologien verantwortungsvoll zu nutzen.
Publikation:
Geminn, C. L., Johannes, P. C., Nebel, M. & Bile, T. (2024). Datenschutzrechtliche Beurteilung von Learning Analytics an Hochschulen in Hessen. https://doi.org/10.21248/gups.86004
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Hendrik Drachsler, Leiter von studiumdigitale (https://www.studiumdigitale.uni-frankfurt.de) u. Professor für Educational Technologies und Learning Analytics am Fachbereich Informatik (https://edutec.science) an der Goethe-Universität sowie am Deutschen Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformationen (DIPF).
info@sd.uni-frankfurt.de
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Tagung seit Herbst durch anonym bleibende Veranstalter offensiv beworben, ohne Räume zu buchen / „Wissenschaft braucht Offenheit und Transparenz“
Die für diese Woche angekündigte Veranstaltung mit dem Titel „Talking about (the Silencing of) Palestine. On its Epistemological and Political Challenges" findet nicht an der Goethe-Universität statt; der kurzfristig gestellte und unvollständige Raumantrag wurde durch die antragstellende Wissenschaftlerin zurückgezogen. Anderslautende Darstellungen durch die Veranstalter, die zu keiner Zeit den Dialog mit der Universität gesucht haben, weist das Präsidium der Universität zurück.
FRANKFURT. Die als wissenschaftliche Konferenz bezeichnete Veranstaltung in Frankfurt war seit Herbst 2024 offensiv im Internet ohne namentliche Nennung der Veranstalter auf Seiten ohne Impressum beworben worden, ohne dass die dort anonym bleibenden Veranstalter irgendeinen Kontakt zu den für die Vergabe von Räumen der Universität verantwortlichen Stellen aufgenommen hätten. Erst am Freitag, 20. Dezember, um 12.35 Uhr, also wenige Stunden vor Beginn der lange in die Universität hinein kommunizierten weihnachtlichen Schließzeit und lediglich gut drei Wochen vor Beginn der für 16. und 17. Januar 2025 angekündigten Tagung, stellte eine Wissenschaftlerin der Goethe-Universität einen Raumantrag. Dieser wurde sofort nach dem Ende der Weihnachtspause am 6. Januar bearbeitet. Die Anmelderin wurde am 7. Januar darauf hingewiesen, dass sie sich angesichts des Charakters der Veranstaltung als nicht allein universitätsintern an die mit der Vermarktung von Räumen an Dritte beauftragten universitären Tochtergesellschaft CampuService wenden möge. Sie wurde zugleich auf die organisatorisch nötigen Vorlaufzeiten für Veranstaltungen dieses Umfangs hingewiesen, woraufhin sie am 8. Januar telefonisch gegenüber CampuService ihren Raumantrag zurückzog.
„Wissenschaft braucht Offenheit und Transparenz. Bis heute haben die Veranstaltenden mit Ausnahme des Raumantrags durch die Wissenschaftlerin keinerlei Kontakt zur Universitätsleitung aufgenommen“, erklärt Universitätspräsident Prof. Enrico Schleiff. „Wissenschaftler*innen der Goethe-Universität, die eine Konferenz dieser Größe planen, wissen, wie und mit welcher Vorlaufzeit sie Räume buchen müssen, zumal während der Vorlesungszeit. Der Antrag wurde wie jeder andere Raumantrag behandelt, zügig und nach den universitätsweit bekannten Regelungen.“
Die Goethe-Universität bekennt sich zur Freiheit von Forschung und Lehre; dazu gehört selbstverständlich der auch strittige Dialog unterschiedlicher Ansätze und Thesen. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Terror der Hamas gegen Israel, seinen Wurzeln und Auswirkungen, mit dem Krieg in der Region und Perspektiven für ihre Zukunft sowie mit epistemologischen Fragestellungen dazu ist selbstverständlich an der Goethe-Universität erwünscht und findet im Rahmen von Forschung und Lehre auch statt. Kaum denkbar ist allerdings eine erkenntnisreiche Auseinandersetzung, wenn Veranstaltende nicht offen auftreten, wenn sie zwischen Aktivismus und wissenschaftlicher Arbeit nicht trennscharf unterscheiden und wenn zu ihren Reihen die „Students for Palestine“ zählen, bei deren Protestaktionen mehrfach antisemitische Symboliken und Parolen gezeigt bzw. skandiert wurden und die sich weigern, den Terrorangriff der Hamas auf Israel als solchen zu benennen.
Die „Students for Palestine“ hatten im Rahmen eines Protestcamps nach Pfingsten 2024 ein Gespräch mit dem Präsidium der Universität gefordert. Dieses hatte klargestellt, dass es zwar nicht seine Aufgabe ist, inhaltlich über den Nahost-Konflikt zu diskutieren, es aber zu Gesprächen bereit ist, wenn die Gruppe sagt, worüber genau sie reden möchte, und mindestens eine*n Vertreter*in namentlich benennt, da mit anonymen Akteur*innen grundsätzlich kein Dialog geführt wird. Auch ist ein Gespräch nur möglich, wenn der Terror der Hamas als solcher benannt wird. Das entsprechende Schreiben des Präsidiums an die Gruppierung vom 26.05.2024 ist bis heute unbeantwortet geblieben.
Redaktion: Volker Schmidt, Leiter Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, v.schmidt@em.uni-frankfurt.de
Probanden für sportwissenschaftliche Studie der Goethe-Universität gesucht
Ob nach körperlicher Anstrengung, während der Arbeit oder im Schlaf – Muskelkrämpfe treten oft plötzlich auf und beeinträchtigen das Wohlbefinden erheblich. Davon sind viele Menschen betroffen, doch bislang fehlt es an verlässlichen Methoden zur Vorbeugung. Am Institut für Sportwissenschaft der Goethe-Universität werden innovative Ansätze erforscht. Für eine Studie werden dringend Probandinnen und Probanden gesucht.
FRANKFURT. Wie können Muskelkrämpfe am besten wirksam reduziert werden? Darum geht es in der Studie unter Leitung von Christoph Skutschik, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Arbeitsbereich Sportmedizin und Leistungsphysiologie am Institut für Sportwissenschaften der Goethe-Universität. Untersucht wird die Wirksamkeit eines Elektrostimulationstrainings, das zu Hause absolviert wird, im Vergleich zu herkömmlichen Ansätzen, vor allem der Einnahme von Magnesiumpräparaten. Bei der von Prof. Michael Behringer, Leiter des Arbeitsbereichs, entwickelten neuromuskulären Elektrostimulation (NMES) werden Nerven- und Muskelfasern durch elektrische Impulse stimuliert, was das Auftreten von Muskelkrämpfen verhindern oder reduzieren soll. Bislang ist die Ursache von Krämpfen noch nicht erschöpfend geklärt. Jüngere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass diese vor allem in den Nervenfasern zu finden sei.
Die Studie dauert insgesamt 16 Wochen. In dieser Zeit müssten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer viermal im Labor anwesend sein: zunächst zur Erhebung von Basisdaten zu Gesundheit und Muskelkrämpfen und zur Einführung in die Methodik, dann zu Anfangsmessungen und Zuteilung zu einer der Probandengruppen, anschließend zur Messung nach vier Wochen therapeutischer Anwendung und schließlich nach weiteren sechs Wochen zur Dokumentation von Langzeiteffekten.
Teilnehmen können Personen zwischen 18 und 69 Jahren, die regelmäßig an Muskelkrämpfen leiden und bereit sind, sich über einen Zeitraum von 16 Wochen zu beteiligen in Form von häuslichen Anwendungen (Magnesium-Einnahme bzw. NMES-Therapie) sowie der genannten vier Laborbesuche. Die Probandinnen und Probanden sollten nicht unter schwerwiegenden gesundheitlichen Einschränkungen (Verletzungen der unteren Extremität innerhalb der vergangenen sechs Monate, neuro-psychiatrische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Demenz oder Epilepsie, Nierenerkrankungen, akute kardiovaskuläre Erkrankungen oder Herzschrittmacher) leiden.
Die Studie soll zu neuen und besseren Wegen zur Vorbeugung von Muskelkrämpfen führen, wovon möglicherweise schon die Teilnehmenden selbst profitieren. Die Teilnahme ist freiwillig und kann jederzeit ohne Nennung von Gründen beendet werden. Die Daten werden pseudonymisiert und gemäß den Bestimmungen der Datenschutzgrundverordnung verarbeitet.
Kontakt:
Christoph Skutschik
Wissenschaftlicher Mitarbeiter |
Institut für Sportwissenschaften
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Telefon +49 (0)69 798 244 89
E-Mail skutschik@sport.uni-frankfurt.de
Zum Hintergrund:
https://www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de/111446211.pdf
Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de
Neuer Science Talk der Goethe-Universität im Kunstverein Familie Montez
FRANKFURT. Lässt sich aus dem Eis der Antarktis das Klima von vor Millionen von Jahren rekonstruieren? Was erzählt uns der Zahn eines Neandertalers über sein Leben? Darüber gibt der Geologe und Paläo-Umweltforscher Wolfgang Müller Auskunft beim kommenden „Wissen gezapft“ der Goethe-Universität. Bei „Wissen angezapft“ geht es im lockeren Gespräch um Forschung und Menschen, um Durchbrüche und Flops, um Jubel und Frust und vor allem um das, was Menschen dazu antreibt, die Grundlagen unseres Wissens zu erweitern.
Der zweite Gast des Abends ist die Theologin und Religionswissenschaftlerin Anja Middelbeck-Varwick: Sie erkundet seit mehr als 20 Jahren das Gebiet der Beziehungen zwischen Religionen, insbesondere der christlich-muslimischen Beziehungen in Deutschland. Weshalb, fragt sie, findet das Thema antimuslimischer Rassismus und Menschen, die von dieser weit verbreiteten Form der Ausgrenzung betroffen sind, so wenig Gehör? Und was zeichnet eigentlich islamfeindliche Muster und klassische Feindbilder aus?
Zwei Forschende, eine Moderatorin, ein Sofa und Live-Musik: Das sind die Zutaten des Science Talks, der von der Goethe-Bürger-Universität veranstaltet wird. Beim kommenden Talk
am 28. Januar 2025, um 19.30 Uhr,
im Kunstverein Familie Montez
sind zu Gast
der Geologe und Paläoumweltforscher Prof. Wolfgang Müller
zum Thema Was wir aus vergangenen Warmzeiten lernen können
und die Theologin und Religionswissenschaftlerin Prof. Anja Middelbeck-Varwick
zum Thema Warum wir über antimuslimischen Rassismus sprechen müssen.
Es moderiert die Kabarettistin Britta Hoffmann. Den musikalischen Rahmen gestaltet der Pianist Lorenzo Huthmacher. Der Eintritt ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.
„Wissen angezapft“ wird veranstaltet von der Goethe-Universität in Kooperation mit der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität.
Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de
Social-Media-Plattform ist kein sinnhaftes Umfeld mehr für faktenbasierte Kommunikation von Wissenschaftseinrichtungen
FRANKFURT. Gemeinsam mit mehr als 60 weiteren deutschsprachigen Hochschulen und Forschungsinstitutionen stellt die Goethe-Universität ihre Aktivitäten auf der Social-Media-Plattform X (ehemals Twitter) ein. Damit ziehen die Einrichtungen die Konsequenz aus den Entwicklungen bei der Plattform: Wissenschaftliche Einrichtungen brauchen für eine sinnhafte Kommunikation ein Umfeld, in dem Diskurs faktenorientiert, transparent und demokratisch erfolgt, in Respekt für Vielfalt, Freiheit und Weltoffenheit. Sie können nur dann einen Beitrag zu einem solchen Diskurs leisten, wenn die Mechanismen einer Plattform es erlauben. Das ist auf X nicht mehr der Fall.
Seit der Übernahme durch Elon Musk sind nicht nur Reichweite und Interaktionsrate von X stetig gesunken. Auch der Algorithmus von X ist manipuliert, um Inhalte zu bevorzugen, die der Weltsicht des Eigentümers entsprechen. X hat sich von einem Ort des konstruktiven Austauschs zu einem Werkzeug für Desinformation entwickelt. Studien und Beobachtungen belegen, dass die Plattform demokratische Stimmen gezielt benachteiligt. Hinweise auf die Einflussnahme auf demokratische Prozesse in den USA lassen für Europa Vergleichbares befürchten. Diese und weitere Veränderungen machen eine weitere Nutzung unvertretbar für Einrichtungen, die faktenbasiertem Wissen und demokratischen Werten verpflichtet sind.
Auch in anderen sozialen Netzwerken hat wissenschaftliche, sachliche und faktenbasierte Kommunikation es nicht leicht; der sinnvolle Umgang mit ihren Mechanismen ist eine tägliche Herausforderung für Akteur*innen der Wissenschaftskommunikation. Allerdings können sie beispielsweise auf LinkedIn oder Instagram mit fundierten, faktenbasierten Inhalten gegensteuern, während bei X die Unternehmenspolitik des Eigentümers gerade darauf ausgerichtet ist, solche Inhalte unsichtbar werden zu lassen.
Die Goethe-Universität empfiehlt allen ihren Fachbereichen, mit ihr verbundenen Instituten und Einrichtungen sowie den dort arbeitenden Wissenschaftler*innen, ihrerseits zu prüfen, ob sie einen Account auf X noch für sinnvoll erachten. Das Social-Media-Team des Büros für PR und Kommunikation im Leitungsbereich der Universität berät gern dabei und bei der Suche nach Alternativen. Die Universität selbst betreibt Accounts auf Instagram, LinkedIn, Facebook und Youtube. Sie prüft die Sinnhaftigkeit eines Auftritts auf weiteren Plattformen wie Bluesky, Mastodon oder Threads.
Die am koordinierten Ausstieg beteiligten Hochschulen lassen ihre X-Accounts im „eingefrorenen“ Zustand bestehen – ohne aktive Inhalte, jedoch weiterhin sichtbar, wodurch auch der Missbrauch ihrer Accountnamen durch Dritte vermieden wird.
Die Hochschulen kennen viele wissenschaftliche und wissenschaftsnahe Organisationen, die sich mit ähnlichen Überlegungen befassen, und freuen sich, wenn diese sich ihrem Beispiel anschließen.
Folgende Hochschulen/Organisationen beteiligen sich an der gemeinschaftlichen Aktion:
Die Pressemitteilung aller beteiligten Hochschulen/Organisationen der Aktion ist hier zu finden: http://n.idwf.de/845520.
Herausgeber: Der Präsident der Goethe-Universität Redaktion: Volker Schmidt, Leiter Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, v.schmidt@em.uni-frankfurt.de
Goethe-Universität Frankfurt am Main stellt das Verfahren gegen Prof. Dr. Simone Fulda ein.
FRANKFURT. Die Kommission zum Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten an der Goethe-Universität Frankfurt hat das Verfahren gegen die Medizin-Professorin und frühere Präsidentin der Universität Kiel, Prof. Dr. Simone Fulda, wegen Geringfügigkeit eingestellt.
Zum Jahreswechsel 2023/24 hatte ein Wissenschaftsjournalist gegen Simone Fulda schwere Vorwürfe des angeblichen wissenschaftlichen Fehlverhaltens erhoben und diese an die Goethe-Universität Frankfurt herangetragen. Die Universitätsleitung ist diesen Vorwürfen umgehend nachgegangen und hat die Kommission zum Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten gemäß der „Satzung der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ um Prüfung gebeten.
Simone Fulda war an der Goethe-Universität ab 2010 Professorin für Experimentelle Tumorforschung und Direktorin des Instituts für Experimentelle Tumorforschung in der Pädiatrie sowie von 2018 bis 2020 Vizepräsidentin für Forschung und akademische Infrastruktur. Die Kommission hat diejenigen Vorwürfe eingehend geprüft, die Publikationen Fuldas in den letzten fünfzehn Jahren mit Zugehörigkeit zur Goethe-Universität betrafen.
Nach dieser umfangreichen Überprüfung hat die Kommission das Verfahren im Einklang mit ihrer Satzung nun wegen Geringfügigkeit eingestellt. Für die von einem Dritten behauptete Datenmanipulation im Sinne eines bewussten und zielgerichteten Vorgehens hat die Kommission keinerlei Anhaltspunkte festgestellt. In den Fällen, in denen die nach der Satzung und den Vorgaben der DFG erforderliche Aufbewahrungsfrist von zehn Jahren noch nicht abgelaufen war, konnte im Gegenteil mit Hilfe der Rohdaten nachgewiesen werden, dass die Experimente selbst nach den Regeln wissenschaftlicher Praxis durchgeführt wurden und die Ergebnisse nicht verfälscht sind.
Zwar ist es in Einzelfällen zu einer unbeabsichtigten Verwechslung von repräsentativen Beispielabbildungen und ähnlich gelagerten Versäumnissen gekommen. Diese haben aber weder zu einer Veränderung am Inhalt der Abbildungen noch der Publikation insgesamt geführt. Sie wurden außerdem von der Wissenschaftlerin durch Korrekturmeldungen in den betreffenden wissenschaftlichen Zeitschriften unverzüglich richtiggestellt.
Im Ergebnis hat daher die Kommission kein relevantes wissenschaftliches Fehlverhalten Fuldas festgestellt und das Verfahren unter Würdigung der Tatsache, dass Fulda durch ihre umfassende Kooperation zur Aufklärung der Angelegenheit und Richtigstellung beigetragen hat, wegen Geringfügigkeit im Einklang mit der Satzung eingestellt. Das Verfahren ist damit abgeschlossen.
Redaktion: Volker Schmidt, Leiter Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, v.schmidt@em.uni-frankfurt.de
Fotografien von Rafael Herlich in den Hochschulgemeinden am Campus Westend der Goethe-Universität
FRANKFURT. Vom 15. bis 31. Januar 2025 zeigen die Evangelische Studierendengemeinde (ESG) und die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) auf dem Campus Westend der Goethe-Universität eine außergewöhnliche Fotografie-Ausstellung des Frankfurter Fotografen Rafael Herlich. Die Ausstellung rückt Frankfurt als Stadt religiöser Vielfalt in den Mittelpunkt und beleuchtet insbesondere das jüdische Leben heute als selbstverständlichen Teil dieser Diversität.
Herlichs Fotografien werfen einen eindrucksvollen Blick auf die verschiedenen Facetten des jüdischen Lebens und seine historische wie kulturelle Bedeutung in Deutschland. Die Ausstellung versteht sich als ein wichtiger Beitrag zum interreligiösen Dialog und zum Kampf gegen Antisemitismus, wofür sich die christlichen Hochschulgemeinden in Frankfurt engagieren. Die Fotografien stehen für Geschichten von Menschen, die Gesicht zeigen und sich für gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen.
„Unsere Hochschulgemeinden stehen für ein demokratisches, respektvolles und gleichberechtigtes Miteinander aller Glaubensgemeinschaften. Die Ausstellung gibt nicht nur Studierenden und Hochschulangehörigen, sondern auch allen Interessierten die Möglichkeit, jüdisches Leben heute in seiner Vielfalt zu entdecken und zu reflektieren“, betonen die Hochschulgemeinden in ihrer Mitteilung. Die offizielle Eröffnung der Ausstellung findet am 22. Januar 2025 um 18.30 Uhr statt und wird in den Räumen der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) sowie der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) gemeinsam mit Rafael Herlich durchgeführt (Siolistr. 7, Campus Westend). An diesem Abend haben die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, mit dem Fotografen über seine Arbeit und die Bedeutung der Ausstellung zu sprechen.
Zusätzlich findet am 27. Januar 2025 um 17.00 Uhr eine Gedenkstunde im Haus der Stille auf dem Campus Westend statt, die an die Befreiung von Auschwitz vor 80 Jahren erinnert. Die Veranstaltung wird ebenfalls von Rafael Herlich mitgestaltet und setzt einen weiteren Akzent auf die Notwendigkeit einer lebendigen Erinnerungskultur. Die musikalische Rahmung übernimmt der Frankfurter Musiker Roman Kuperschmidt.
Die Öffnungszeiten der Ausstellung werden Mitte Januar auf den Websites der Hochschulgemeinden unter www.esg-frankfurt.de und www.khg-frankfurt.de bekannt gegeben.
Das Projekt wird vom Rat der Religionen Frankfurt sowie der Katholischen Erwachsenenbildung Frankfurt freundlich unterstützt.
Kontakt:
Ilona Klemens, Hochschulpfarrerin, Evangelische Studierendengemeinde (ESG) Frankfurt.
klemens@esg-frankfurt.de; www.esg-frankfurt.de
Christina Schlösser, Katholische Hochschulgemeinde (KHG) Frankfurt. schloesser@khg-frankfurt.de; www.khg-frankfurt.de
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Kolleg-Forschungsgruppe POLY lädt zur interdisziplinären Diskussion ein
FRANKFURT. Grundsatzfragen der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Religion stehen im Zentrum der Frankfurter Religionsgespräche, zu denen die Kolleg-Forschungsgruppe „Polyzentrik und Pluralität vormoderner Christentümer“ (POLY) an der Goethe-Universität in diesem Wintersemester einlädt. Auf dem Podium diskutieren namhafte Expertinnen und Experten aus Anthropologie, Soziologie und Geschichtswissenschaften und Forscherpersönlichkeiten der Goethe-Universität mit dem Publikum.
Den nächsten Termin bestreiten Prof. Monique Scheer (Empirische Kulturwissenschaft) von der Universität Tübingen und Prof. Volkhard Krech (Religionswissenschaft) von der Universität Bochum, die
am Freitag, 17. Januar, 14:15 bis 16:15 Uhr
PEG-Gebäude, Theodor-W.-Adorno-Platz 6
Raum PEG 1.G192
über das Thema „Religionssoziologie und Emotion“ sprechen werden. Moderiert von Prof. Hartmut Leppin (Alte Geschichte) von der Goethe-Universität, macht das Gespräch das Verhältnis von Religion und Emotion zum Thema, das in der Religionsforschung höchst unterschiedlich charakterisiert worden ist. Den einen gilt Religion als rein emotionales Phänomen, das sich jeglicher Rationalität entziehe. Andere sehen in Religion im Gegenteil den Versuch, das Gefühl des Willkürlichen zu rationalisieren und Kontingenz Sinn abzugewinnen. Wieder andere betonen stärker die Funktion von religiösen Emotionen: Diese wirkten beispielsweise gemeinschaftsbildend, indem sie die einzelne Gläubige oder den einzelnen Gläubigen an eine religiöse Gruppe binden – und so zwischen Selbst, Gemeinschaft und dem Göttlichen vermitteln. Im Frankfurter Religionsgespräch sollen diese und weitere Vorschläge, über Religion und Emotion nachzudenken, kritisch diskutiert werden.
Das Konzept der fächerübergreifenden Frankfurter Religionsgespräche sieht vor, dass jeweils zwei Personen, die in der jeweiligen Debatte präsent sind, mit dem Publikum über ein aktuelles Thema religionsbezogener Forschung diskutieren. Ein erster Termin fand bereits im Oktober statt. Ein Videomitschnitt dieser Veranstaltung wurde auf dem Portal L.I.S.A. der Gerda-Henkel-Stiftung veröffentlicht: Prof. Karl Ubl (Geschichte des Mittelalters, Universität zu Köln) und Prof. Monika Wohlrab-Sahr (Kultursoziologie und Ko-Sprecherin der Kolleg-Forschungsgruppe „Multiple Secularities: Beyond the West, Beyond Modernities“, Universität Leipzig) sprachen über Säkularisierung, Moderatorin war Prof. Birgit Emich, Sprecherin der Kolleg-Forschungsgruppe POLY an der Goethe-Universität.
Die Termine
Freitag, 17. Januar
„Religionssoziologie und Emotion“
mit Prof. Dr. Monique Scheer (Tübingen, Empirische Kulturwissenschaft) und Prof. Dr. Volkhard Krech (Bochum, Religionswissenschaft)
Freitag, 24. Januar
„Welchen Unterschied machte das Christentum?“
mit Prof. Jörg Rüpke (Erfurt, Alte Geschichte) und Prof. Michael Borgolte (Berlin, Mittelalterliche Geschichte)
Freitag, 7. Februar
„Religion und Materialität“
Prof. Birgit Meyer (Utrecht, Religionswissenschaft) und Prof. Kim Siebenhüner (Jena, Geschichte der Frühen Neuzeit)
Alle Veranstaltungen finden von 14:15 Uhr bis 16:15 Uhr im PEG-Gebäude, Theodor-W.-Adorno-Platz 6, Raum PEG 1.G192, statt.
Die Veranstaltungen sind öffentlich und können in Präsenz oder online besucht werden. Eine Anmeldung ist nicht nötig, zum Erhalt des Zoom-Links genügt eine kurze Mail an info@poly-unifrankfurt.de.
Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de