​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​​​​

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Pressestelle Goethe-Universität

Theodor-W.-Adorno Platz 1
60323 Frankfurt 
presse@uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Okt 17 2016
17:41

Der Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann referiert über den engen Zusammenhang zwischen Reformation und Buchdruck

Luther, der Publizist

BAD HOMBURG. Die Reformation war nicht nur ein theologisch, sondern auch ein technisch bedingtes Ereignis. Ohne den Buchdruck, der sich seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert rasch über Europa ausbreitete, und die damit einhergehende schnelle Verbreitung von Texten, Kenntnissen und Ideen ist Reformation undenkbar. Thomas Kaufmann, Professor für Kirchengeschichte an der Universität Göttingen, setzt sich mit dem bisher kaum erforschten, komplexen Zusammenhang zwischen Reformation und Buchdruck auseinander. Zu diesem Thema hält er einen öffentlichen Vortrag:

am Donnerstag (20.10.) um 19 Uhr
im Historischen Kolleg im Forschungskolleg Humanwissenschaften, Bad Homburg.

Martin Luther war einer der aktivsten Publizisten seiner Zeit. Er brachte unzählige Schriften und Drucke in deutscher oder lateinischer Sprache heraus und trug seine Überzeugungen so an zahlreiche seiner Zeitgenossen heran. Der Kirchenhistoriker Kaufmann beschäftigt sich in seinem Vortrag u.a. mit der Rolle, die Luther bei der Erstellung von Druckausgaben eigener Manuskripte spielte. Außerdem thematisiert Kaufmann folgende Fragen: Wie funktionierten die Arbeitsabläufe? Wie kam es zur Beschleunigung der Produktionspraxis? Welche Kenntnisse besitzen wir über die Marktstrukturen und die Aktivitäten sonstiger Buchakteure?

Der Vortrag ist ein Beitrag zum aktuellen Themenschwerpunkt des Historischen Kollegs im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität: „Reformationen – Kontinuitäten und Brüche“. Unter der Federführung von Luise Schorn-Schütte, Professorin für Neuere Allgemeine Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Frühen Neuzeit an der Goethe-Universität, erfolgt 2016/17die Auseinandersetzung mit Spezialaspekten der reformatorischen Bewegung. Das Ziel des Themenjahrs besteht nicht zuletzt darin, durch die Freilegung zeitgebundener Deutungsmuster den Kern des reformatorischen Anliegens auch für die Gegenwart wieder besser verständlich zu machen.

Das Forschungskolleg Humanwissenschaften ist Institute for Advanced Studies der Goethe-Universität in Kooperation mit der Werner Reimers Stiftung. In Zusammenarbeit mit dem Historischen Seminar der Goethe-Universität hat das Forschungskolleg 2014 das Historische Kolleg ins Leben gerufen. Es dient renommierten Historikern in aller Welt als geisteswissenschaftliches Laboratorium und ist lebendiger Ort öffentlicher Debatten. Wissenschaftlicher Koordinator des Programms ist Andreas Fahrmeir, Professor für Neuere Geschichte an der Goethe-Universität. Hauptförderin des Historischen Kollegs ist die Dagmar-Westberg-Stiftung.

Informationen: Ellinor Schweighöfer, Forschungskolleg Humanwissenschaften, Am Wingertsberg 4, Bad Homburg, Tel.: (06172)13977-14 oder (06172)13977-0, schweighoefer@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Um Anmeldung wird gebeten: info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Sonstige

Okt 13 2016
17:20

Der Sozialwissenschaftler Tim Engartner setzt sich im neuen UniReport kritisch mit den Folgen der Privatisierung auseinander.

Staat im Ausverkauf?

FRANKFURT.„Verzögerungen im Betriebsablauf“, Schäden an Loks und Weichen, aber auch Schließungen von Bahnhöfen und Einbußen im Service: Dies kennt wohl jeder Bahnreisende zur Genüge. Die Deutsche Bahn, kritisiert Prof. Tim Engartner, Sozialwissenschaftler an der Goethe-Universität, vernachlässige den inländischen Schienenverkehr und setze als Global Player lieber auf bahnfremde Dienstleistungen. Nicht nur bei ehemaligen Staatsunternehmen wie der Deutschen Bundespost oder der Lufthansa, sondern auch im kommunalen Bereich, beispielsweise durch den Verkauf von Wohnungen, Stadtwerken  oder Schulgebäuden, sieht Engartner eine fatale „Entstaatlichung“, die keineswegs die öffentlichen Kassen und die Bürger entlaste:

„So wurde durch die Privatisierung der öffentlichen Infrastruktureinrichtungen allein in den vergangenen zwei Jahrzehnten rund 1,2 Mio. Arbeitsverhältnissen die Grundlage entzogen“, erklärt er in seinem UniReport-Essay. Hoheitliche Aufgaben sollten nicht von privaten Anbietern wahrgenommen werden. Engartner fordert daher: „Wenn wir in einer Gesellschaft leben wollen, in der wir nicht nur den Preis, sondern auch den Wert öffentlicher Güter und Dienstleistungen schätzen, sollten wir nicht länger deren (Aus-)Verkauf betreiben.“

Die weiteren Themen in der Oktober-Ausgabe des UniReport:

  • Drei Fächer in einem Studiengang: Der Bachelor „Theater-, Film- und Medienwissenschaften“ besticht durch die Verknüpfung von Theorie und Praxis.

  • Junge dynamische Hochschule mit Tradition: Die Johannes Gutenberg-Universität (JGU), eine von drei Rhein-Main-Universitäten (RMU), im Porträt.

  • Faszination „Tatort“: Die Präsidentin des Hessischen Landeskriminalamtes, Sabine Thurau, über Realität und Fiktion in der beliebten Fernsehreihe. Im Wintersemester wird die „Tatort“-Reihe Thema der Frankfurter Bürgeruni sein.

  • Europäer arbeiten deutlich weniger als Amerikaner: Die Makroökonomin Nicola Fuchs-Schündeln untersucht weltweit Unterschiede im Arbeitsverhalten.

  • Er erforscht Gesteine, die tief aus dem Erdmantel kommen: Der neue Heraeus-Stiftungsprofessor Horst Marschall arbeitet eng mit der Physik zusammen.

  • Nachruf auf Reinhard Selten: Reinhard Tietz, der mit dem Mathematiker und Volkswirt zusammengearbeitet hat, erinnert an seinen kürzlich verstorbenen Kollegen. Lange Zeit hat Reinhard Selten in Frankfurt geforscht, 1994 erhielt er den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften.

Der UniReport 5/2016 steht zum kostenlosen Download bereit unter http://www.unireport.info/63574937/Unireport_5-16.pdf (pdf).

Veranstaltungen

Okt 12 2016
14:58

Goethe-Universität begrüßt ihre Studienanfänger im Hörsaalzentrum.

Los geht’s! Unistart-Messe auf dem Campus Westend

FRANKFURT. Wenn am kommenden Montag das Wintersemester startet, wird voraussichtlich die Rekordmarke von 47.000 Studierenden an der Goethe-Universität geknackt. Am Donnerstag, den 13. Oktober, begrüßen auf der unistart-Messe Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, Unipräsidentin Prof. Birgitta Wolff und Vertreter des AStA die Studienanfängerinnen und Studienanfänger. Tausende von Studierenden werden zur Begrüßungsveranstaltung im Hörsaalzentrum erwartet. Auf dem Markt der Möglichkeiten werden sie sich über Angebote und Serviceleistungen der Goethe-Universität informieren und Kontakte zu Kommilitoninnen und Kommilitonen knüpfen.

Medienvertreter sind herzlich zur Semestereröffnung eingeladen.

Unistart-Messe Wintersemester 2016
13. Oktober, 13.-17.00 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, EG + 1. OG

Begleitprogramm:
HZ 1&2

13.30 Uhr: Offizielle Begrüßungsansprachen von OB Peter Feldmann und Unipräsidentin Prof. Birgitta Wolff, dem AStA-Vorstand und Vertreterinnen und Vertreter der Standorte der Goethe-Universität.

Vorstellungen u. Vorträge:
HZ 1&2

14.15 Uhr: AStA – Die Angebote und Aufgaben des
Allgemeinen Studierenden-Ausschusses

14.45 Uhr: Das Konfuzius-Institut - das chinesische Sprach- und Kulturinstitut

15.15 Uhr: Der Career Service der Goethe-Uni stellt sich vor

HZ 6
13.00 Uhr: Das Hochschulrechenzentrum: alles zu PC- & Internet-Fragen an der Uni

14.30 Uhr: Studien-Service-Center/Deutschlandstipendium - Stipendium statt Nebenjob

15.00 Uhr: Nightline Frankfurt - das anonyme Zuhörtelefon

15.30 Uhr: AIESEC - die weltweit agierende Studentenorganisation

16.00 Uhr: Die studentische Initiative ELSA - European Law Students‘ Organisation

 Ab 21.00 Uhr: unistart-Party für alle Erstsemester im Casino.

Weitere Informationen: www.uni-frankfurt.de/48370161/unistart-frankfurt

Forschung

Okt 11 2016
16:24

Der Amerikanist Prof. Johannes Völz hat die DFG-geförderte Professur an der Goethe-Universität übernommen.

Neuer Heisenberg-Professor erforscht demokratische Kultur der USA

FRANKFURT. Johannes Völz ist seit Oktober 2016 Heisenberg-Professor für Amerikanistik mit Schwerpunkt „Demokratie und Ästhetik“ am Institut für England- und Amerikastudien (Fachbereich Neuere Philologien) der Goethe-Universität. Aus kultur- und literaturwissenschaftlicher Perspektive wird er die demokratische Gesellschaft der USA erforschen. Dabei steht vor allem die Transformation der Demokratie in der jüngeren Vergangenheit im Mittelpunkt seiner Arbeit.

Die Professur wird durch das Heisenberg-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ermöglicht. Das Heisenberg-Programm fördert Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich für die Berufung auf eine Professur qualifiziert haben und durch exzellente Forschung hervorgetreten sind. Der interdisziplinäre Zuschnitt der Professur ist auf eine enge Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen an diversen Frankfurter Forschungseinrichtungen angelegt. Hierzu zählen der Exzellenzcluster „Die Herausbildung Normativer Ordnungen“, das Institut für Sozialforschung und das Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften.

Die Vereinigten Staaten von Amerika betrachtet Prof. Völz als einen Forschungsgegenstand, der viel erklären kann über die gegenwärtigen Krisen der liberalen Demokratie. „Man denke an den Populismus: Das Beispiel USA macht deutlich, dass die Demokratie Formen der Lebensführung hervorbringt, die geprägt sind von ihrer ästhetischen Durchgestaltung“, so Völz. „Paradoxerweise entstehen dabei Dynamiken, die keineswegs immer mit den politischen Idealen der Demokratie übereinstimmen. Eine Analyse der demokratischen Ästhetik kann beispielsweise dazu beitragen, den Populismus als demokratisches Phänomen zu verstehen“. Drei Fragestellungen werden im Zentrum seiner Forschung stehen: Welche Funktion hat die Ästhetisierung der Lebenswelt für die Demokratie? Wie hängen demokratische Ästhetik und moderne Marktgesellschaft zusammen? Und wie lässt sich die gegenwärtige Veränderung des Verhältnisses von Privatheit und Öffentlichkeit beschreiben? Letzterer Frage wird sich Völz im Rahmen eines Forschungsprojektes widmen, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft zusätzlich zur Heisenberg-Professur fördert.

Johannes Völz wurde 1977 in Berlin geboren. Nach dem Studium der Amerikanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in München, Berkeley und der Freien Universität Berlin promovierte er von 2003 bis 2008 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am John F. Kennedy-Institut für Nordamerikastudien der FU Berlin sowie, unterstützt durch ein Promotionsstipendium des DAAD, an der Harvard Universität. Seine Dissertation zum amerikanischen Philosophen Ralph Waldo Emerson schloss er mit „summa cum laude“ ab. 2008 wurde er Akademischer Rat auf Zeit am Institut für England- und Amerikastudien der Goethe-Universität. Nach einem zweijährigen Forschungsaufenthalt an der Stanford Universität, gefördert von einem Feodor-Lynen-Stipendium der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, habilitierte er sich im Herbst 2015 am Fachbereich Neuere Philologien der Goethe-Universität mit einer Arbeit über Sicherheitsnarrative in der amerikanischen Literatur. Im August 2016 nahm er nun den Ruf an die Goethe Universität Frankfurt an.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Johannes Völz, Institut für England- und Amerikastudien, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Tel. 069/798-32364; voelz@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Okt 11 2016
09:45

Neuer Band über die Architektur der 1960er Jahre wird in der Universitätsbibliothek vorgestellt

Frankfurt geht himmelwärts

FRANKFURT.Mit einem Band über die in den 1960er Jahren entstandene Architektur Frankfurts wird die Serie von Architekturführern zur jüngeren Baugeschichte der Stadt fortgesetzt. Das Buch „Architekturführer Frankfurt 1960-1969“ wird am Dienstag, 18. Oktober, um 19 Uhr in der Universitätsbibliothek an der Bockenheimer Landstraße vorgestellt. Die Bockenheimer Unibibliothek ist ein passender Ort für die Präsentation des Architekturführers, kommt sie doch als Bauwerk des berühmten Architekten Ferdinand Kramer ebenfalls in dem Buch vor.

Dem Wiederaufbau der Nachkriegsjahre folgte die Neubauzeit. Die anfänglich eher filigrane Architektur wurde kühner und mutiger, die ersten Hochhäuser durften die magische Marke des Kaiserdoms von 95 Meter überragen. Anhand von zehn ausgewählten Bauten wie der Jahrhunderthalle (Friedrich Wilhelm Kraemer) oder St. Ignatius (Gottfried Böhm) wird dieses spannende Jahrzehnt der Architekturgeschichte vorgestellt. Die Texte stammen u.a. von namhaften Architekturkritikern, Kunst- und Designhistorikern, Konservatoren und Denkmalpflegern. Den aktuellen Farbaufnahmen des jungen Frankfurter Fotografen Georg Dörr werden Schwarzweiß-Fotografien von Ursula Edelmann und Klaus Meier-Ude, den Fotochronisten der Frankfurter Nachkriegszeit, und Hans Hansen, dem Hamburger Sachfotografen, gegenübergestellt.

Nach den beiden bereits ausverkauften Büchern über modernen Frankfurter Kirchenbau und „FRANKFURT 1950–1959” setzt Wilhelm E. Opatz, Grafiker und Publizist, mit „FRANKFURT 1960–1969” die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Niggli Verlag fort; Bände über die 70er, 80er, 90er Jahre sind in Planung.

„Architekturführer FRANKFURT 1960–1969“
Freunde Frankfurts e.V., Wilhelm E. Opatz (Hrsg.)
Niggli Verlag, Zürich
192 S., 70 Abbildungen, ISBN 978-3-7212-0943-3     
44 Euro

Präsentation Di., 18. Oktober 2016, 19.00 Uhr
Universitätsbibliothek
Bockenheimer Landstr. 134–138, 60325 Frankfurt
(Lesesaal, 1. Stock)

Veranstaltungen

Okt 6 2016
14:00

Pressekonferenz zur neuen Stiftungsprofessur für Bioinformatik

Medieneinladung / Neue Professorin geht Zellbewegungen auf den Grund

FRANKFURT.Biologische Systeme mit computergestützten und mathematischen Methoden besser zu verstehen, ist das Ziel der Bioinformatik. In Frankfurt wird dieses noch junge Forschungsfeld nun von einer neuen Professorin unterstützt. Prof. Dr. Franziska Matthäus tritt im Oktober ihre Stelle am Fachbereich Biologie der Goethe-Universität und dem Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) an.

Die Professur wurde insbesondere durch die STIFTUNG GIERSCH ermöglicht, welche sie in den kommenden sechs Jahren mit 600.000 Euro fördert. Private Förderung von Spitzenforschung, wie sie die STIFTUNG GIERSCH schon seit Jahren an der Goethe-Universität und dem FIAS betreibt, werden immer wichtiger für die Forschungslandschaft.

Der Forschungsschwerpunkt von Prof. Matthäus wird die theoretische Modellierung von Zellbewegungen sein. Ein besseres Verständnis des Bewegungsverhaltens von Zellen wird in Zukunft ein wichtiger Punkt auf der Suche nach neuen Behandlungsmethoden verschiedener Krankheiten sein. Franziska Matthäus untersucht so zum Beispiel, wie Kolibakterien auf Lockstoffe reagieren, oder Lungenkrebszellen sich in Gruppen koordinieren.

Um das junge und vielversprechende Wissenschaftsfeld für die Öffentlichkeit zu öffnen und Frau Matthäus vorzustellen, laden wir am 10.10.2016 zu einem Mediengespräch in das FIAS ein. Gemeinsam mit dem Stifter Senator E.h. Prof. Carlo Giersch, Vizepräsident der Goethe-Universität Prof. Enrico Schleiff, Universitätspräsident a.D. Prof. Rudolf Steinberg und dem Vorstandsvorsitzenden Prof. Volker Lindenstruth, wird Prof. Franziska Matthäus nach einer kurzen Vorstellungsrunde für Fragen bereitstehen.

Zusammengefasst:
Pressekonferenz zur neuen Professur für Bioinformatik
Montag, den 10. Oktober 2016, um 11 Uhr
Frankfurt Institute for Advanced Studies (Ruth-Moufang-Straße 1)          

Medienvertreter werden um eine kurze Voranmeldung per E-Mail an ptill@fias.uni-frankfurt.de gebeten.

Weitere Informationen und Kontakt: Frankfurt Institute for Advanced Studies, Ruth-Moufang-Straße 1, 60438 Frankfurt am Main. Tel: (069) 798- 47688, ptill@fias.uni-frankfurt.de

Personalia/Preise

Okt 5 2016
17:31

STIFTUNG GIERSCH ermöglicht Professur am FIAS der Goethe-Universität

Neue Professorin für Bioinformatik simuliert Zellen

FRANKFURT.Franziska Matthäus ist ab Oktober 2016 Professorin für Bioinformatik am Fachbereich Biologie der Goethe Universität. Außerdem ist sie Fellow des FIAS - Frankfurt Institute for Advanced Studies, an dem theoretisch arbeitende Gruppen aus der Informatik und den Lebenswissenschaften interdisziplinär zusammenarbeiten. Schwerpunkt ihrer Arbeit wird die bioinformatische Datenanalyse sowie die Erkennung und Modellierung komplexer Muster in biologischen Systemen sein.

In ihrer Forschung wird Prof. Matthäus sich mit der Entwicklung mathematischer Modelle und der Simulation biologischer Systeme beschäftigen. Ihr Schwerpunkt ist die Bewegung von Zellen. „Damit stellt Franziska Matthäus eine ausgezeichnete Ergänzung für das FIAS dar und fügt sich bestens in die bereits bestehenden Forschungsschwerpunkte an der Goethe-Universität ein. In den Fachbereichen Informatik und Biowissenschaften existieren bereits zwei Professuren für Bioinformatik, die durch die Expertisen von Frau Matthäus hervorragend ergänzt werden“, so Vizepräsident Prof. Enrico Schleiff.

Am FIAS arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen, die sich im Rahmen ihrer Spezialgebiete mit der Theorie komplexer, selbstorganisierender Strukturen beschäftigen. Gemeinsam untersuchen sie die Eigenschaften von belebten und unbelebten Systemen und analysieren diese aus den dynamischen Wechselwirkungen elementarer Bestandteile heraus.

Die Professur wurde insbesondere durch die STIFTUNG GIERSCH ermöglicht, die sie in den kommenden sechs Jahren mit 600.000 Euro fördert. „Bioinformatik ist ein zukunftsweisendes, neues Forschungsfeld. Wir bemühen uns stets im Rahmen unserer Stiftung, Innovationen gemäß den Stiftungsschwerpunkten anzustoßen und zu fördern. Fragestellungen aus der Biologie mit theoretischen computergestützten Methoden zu lösen, passt zu unserem Ansatz, Grundlagenforschung zu fördern, wie wir es ja bereits seit vielen Jahren am FIAS betreiben“, sagte Stifter Carlo Giersch. Dass sich aus dem großen Kreis der Bewerbungen auf die Professur eine Wissenschaftlerin durchgesetzt habe, freut Professor Giersch. „Das zeigt, dass Förderkonzepte für Frauen in den Naturwissenschaften, wie beispielsweise der Franziska-Braun-Preis, den wir an der TUD alle zwei Jahre vergeben, in der Forschungslandschaft tatsächlich greifen“, fügt der Stifter an.

Franziska Matthäus wurde 1975 in Friedrichroda in Thüringen geboren. Nach dem Studium der Biophysik an der Humboldt-Universität in Berlin verbrachte sie die Zeit ihrer Doktorarbeit an dem Interdisciplinary Center für Mathematical and Computational Modeling (ICM) der Universität Warschau. 2005 schloss sie bei der Polnischen Akademie der Wissenschaften ihre Dissertation ab, die mit „summa cum laude“ bewertet wurde.

Danach wechselte Franziska Matthäus als Postdoc in das Internationale Graduiertenkolleg der Universität Heidelberg. Dort übernahm sie 2011 die Leitung der Forschungsgruppe „Komplexe biologische Prozesse“ am Center for Modeling and Simulation in the Biosciences (BIOMS). Zum Sommersemester 2016 folgte Frau Dr. Matthäus dann einem Ruf auf die Juniorprofessur für supramolekulare und zelluläre Simulationen am Center for Computational and Theoretical Biology (CCTB) der Universität Würzburg. Im Juli 2016 nahm sie nun den Ruf an die Goethe Universität Frankfurt und das FIAS an.

Informationen: Frankfurt Institute of Advanced Studies, Ruth-Moufang-Straße 1, 60438 Frankfurt am Main. Tel: (069) 798- 47531; matthaeus@fias.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Okt 4 2016
15:55

Das Forschungskolleg Humanwissenschaften startet mit neuen Programmen in die zweite Dekade

Einladung zum Mediengespräch / Spitzenforscher der Goethe-Universität werden ans Kolleg berufen

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Vor genau zehn Jahren, am 10. Oktober 2006, unterzeichneten die Frankfurter Goethe-Universität und die Bad Homburger Werner Reimers Stiftung den Kooperationsvertrag zur Gründung des Forschungskollegs Humanwissenschaften. Damit riefen sie in Bad Homburg einen Ort ins Leben, an dem auf höchstem Niveau über die Prozesse der Veränderung unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit im Zeitalter von Globalisierung, Digitalisierung und zunehmender Gewalt in der Welt reflektiert und debattiert wird. Seither werden ausgewählte Wissenschaftler aus aller Welt und verschiedener fachlicher Herkunft für jeweils einige Monate hierhin eingeladen, um als „Fellows“ des Kollegs im Austausch mit ihren „Co-Fellows“ und Wissenschaftlern der Universität ihr Forschungsprojekt voranzubringen. Die Stadt Bad Homburg und der Hochtaunuskreis haben die Arbeit des Kollegs von Anfang an unterstützt.

In die zweite Dekade seines Bestehens startet das Kolleg mit einem neuen Programm, dem „Goethe Fellowship Programm“: Spitzenforscher der Goethe-Universität werden ab 2017 für die Dauer von bis zu vier Jahren ans Kolleg berufen. Sie erhalten die Möglichkeit, innovative Forschungsfragen in konkrete, internationale und interdisziplinäre Projekte zu überführen. Mit diesem Programm schafft die Goethe-Uni Freiräume für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, auch außergewöhnliche Projekte in Angriff zu nehmen und zu realisieren.

Zudem beginnt im November dieses Jahres die Reihe „Das Forschungskolleg Humanwissenschaften stellt vor“. Präsentiert werden ein Wissenschaftler der Goethe-Universität und dessen neuestes Buch. Beginnen wird die Reihe mit einem Gespräch mit der Frankfurter Ethnologin Susanne Schröter über ihr Buch „Gott näher als der Halsschlagader. Fromme Muslime in Deutschland“.

Sehr herzlich lädt Sie das Forschungskolleg Humanwissenschaften zu einem Mediengespräch ein:

am Dienstag, 11. Oktober 2016, um 15:30 Uhr
Forschungskolleg Humanwissenschaften
Am Wingertsberg 4
61348 Bad Homburg vor der Höhe

Über die neuen und fortgesetzten Programme des Kollegs sprechen:

  • Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Vorstandsvorsitzende des Forschungskollegs Humanwissenschaften

sowie die weiteren Mitglieder im Vorstand des Forschungskollegs Humanwissenschaften:

  • Dr. Albrecht Graf von Kalnein, Vorstand der Werner Reimers Stiftung, stellvertr. Vorstand des Forschungskollegs Humanwissenschaften

  • Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann, Wissenschaftlicher Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften

  • Ulrich Krebs, Landrat des Hochtaunuskreises

  • Alexander Hetjes, Oberbürgermeister der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe 

Bitte eine kurze Mitteilung, ob wir mit Ihrem Kommen rechnen dürfen, per Mail an: b.sutterluety@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Informationen: Beate Sutterlüty, Referentin für das Fellowprogramm und die Wissenschaftskommunikation, Tel.: 06172/13977-15, b.sutterluety@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Veranstaltungen

Sep 28 2016
16:34

Hochschulpolitisches Gespräch des VHD an der Goethe-Universität. 5. Oktober, Campus Westend

Wie nachhaltig ist die Exzellenzinitiative für die Geisteswissenschaften?

FRANKFURT. Die Exzellenzinitiative des Bundes soll nach Beschluss der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) in eine dritte Phase gehen. Umfasste das Programm bisher drei große Förderlinien - die Graduiertenschulen, die Exzellenzcluster sowie die Zukunftskonzepte der Universitäten -, wird sich in der zukünftigen Exzellenzstrategie einiges verändern. Entsprechend den Empfehlungen eines internationalen Evaluationsgremiums unter Vorsitz von Dieter Imboden soll das Format der  Graduiertenschule zur Förderung von Postgraduierten und Postdoktoranden ersatzlos gestrichen.

Neu in die Förderung aufgenommen wird hingegen die „Exzellenzuniversität“. In der Begründung für die Fortführung des Programms heißt es von Seiten der GWK: „Das neue Exzellenzprogramm wird die Spitzenforschung an deutschen Universitäten weiter voranbringen und unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit und Sichtbarkeit als Wissenschaftsstandort stärken.“

Das Ziel der Stärkung der Universitäten ist unter allen Beteiligten sicherlich unbestritten. Kritik entzündet sich an der Frage, ob und wie nachhaltig die Exzellenzinitiative die Wissenschaft und insbesondere die Geisteswissenschaften unterstützt, oder ob sie diese sogar in negativer Weise betrifft. Darüber hinaus stellt sich die Frage, welche Auswirkungen die neue Exzellenzstrategie auf den wissenschaftlichen Mittelbau und dessen berufliche Perspektiven haben wird.

Der VHD – Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands – wird am 5. Oktober 2016 an der Goethe-Universität Frankfurt im Renate-von-Metzler-Saal ab 17.15 Uhr über dieses Thema diskutieren mit:

Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität
Prof. Dr. Peter Strohschneider, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft
Dr. Ulrich Schüller, Abteilungsleiter „Wissenschaftssystem“, Bundesministerium für Bildung und Forschung
Prof. Dr. Martin Schulze Wessel, Sprecher der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien an der LMU München
Prof. Dr. Tilmann Reitz, Professur für Wissenssoziologie und Gesellschaftstheorie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Es moderiert Jan-Martin Wiarda, Freier Journalist.

Der Eintritt ist frei. Es wird um vorherige Anmeldung gebeten unter info@historikerverband.de. Der Renate-von-Metzler-Saal befindet sich auf dem Campus Westend, Casinogebäude. Theodor-W.-Adorno-Platz 2a, 60323 Frankfurt am Main.

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Sep 28 2016
16:32

Namhafte Wissenschaftler aus dem In- und Ausland diskutieren über die Verortung des Religiösen in der modernen Wissenschaft

Religiöse Bildung: Wo die Debatte stattfindet

FRANKFURT.Berufliche Mobilität und Zuwanderung haben die Gesellschaft nachhaltig verändert, homogene religiöse Landschaften sind Vergangenheit in Deutschland. Was dies für die religiöse Erziehung und Bildung bedeutet, damit befasst sich am 12. und 13. Oktober 2016 eine Tagung des Fachbereichs Evangelische Theologie an der Goethe-Universität. Interessierte sind dazu herzlich eingeladen.

In Deutschland ist der Religionsunterricht an öffentlichen Schulen grundgesetzlich verankert, die Ausbildung der dafür notwendigen Lehrer findet an den Universitäten statt. Bis in die 1960er Jahre hinein spiegelte sich dies auch in erziehungswissenschaftlichen Publikationen wider – so wie alle anderen Bildungsbereiche bis heute ihren Platz in der allgemeinen Pädagogik haben. Doch die Diskussion über die Aufgaben religiöser Bildung in modernen Gesellschaften wurde seit den „68ern“ aus den erziehungswissenschaftlichen in die theologischen Fakultäten verlagert.

Der gesellschaftliche Wandel durch zunehmende Mobilität und weltweite Migrationsbewegungen ist eine Tatsache, deren Folgen in Wissenschaft und Politik diskutiert werden müssen. Auch religiöse Erziehung, Bildung und Sozialisation sollten vor diesem Hintergrund neu betrachtet werden. Der berechtigte Wunsch der muslimischen Bevölkerung nach islamischem Religionsunterricht legt nahe, auch die christlichen Angebote zu überdenken. In welchem Bereich der Wissenschaft soll die Debatte darüber jedoch stattfinden? Wurde die Religion in der pädagogischen Forschung bislang vernachlässigt? Oder sollte die Pädagogik im Bereich der Theologien mehr Gewicht haben?

Die von dem evangelischen Religionspädagogen Prof. David Käbisch initiierte Tagung „Religion and Educational Research. National Traditions and Transnational Perspectives“ fragt nach dem Stellenwert religionsbezogener Forschung in den Erziehungswissenschaften, gerade auch im internationalen Vergleich. Namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland konnten hierfür gewonnen werden, darunter Prof. Deirdre Raftery (Dublin, Irland), Prof. Daniel Lindmark (Umeå, Schweden), Dr. Ezequiel Gomez Caride (Buenos Aires, Argentinien) und Prof. Mette Buchardt (Aalborg, Dänemark).

Vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen um den Ort islamischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen und der derzeitigen Dynamik politischer Konflikte in Frankreich, der Türkei, der Levante und Nordafrika wurden auch Referentinnen und Referenten gewonnen, die dem Islam besondere Aufmerksamkeit in ihren Forschungsprojekten schenken. Der Frankfurter Erziehungswissenschaftler Prof. Harry Harun Behr spricht über islamische erziehungswissenschaftliche Forschung in Deutschland, die Islamwissenschaftlerin Prof. Armina Omerika über „Transnationalizing the History of Islam an Islamic Education“ im Falle Bosnien-Herzegowinas. Die Tagung erschließt damit ein Thema, das in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen wird, gerade in der Rhein-Main-Region mit ihrer dynamischen Bevölkerung. Zugleich dient sie der internationalen Vernetzung der religionsbezogenen Forschung an der Goethe-Universität.

Religion and Educational Research. National Traditions and Transnational Perspectives. Internationale Konferenz am 12. und 13. Oktober 2016, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, IG-Farben-Gebäude/Nebengebäude, Raum 1.741a, Norbert-Wollheim-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main

Die genauen Termine und weitere Informationen finden Sie unter hier (PDF).

Veranstaltungen

Sep 26 2016
14:23

Der renommierte Theologe Friedrich Wilhelm Graf referiert über aktuelle Auseinandersetzungen vor dem Hintergrund des „Reformationsjubiläums“

Darf man die Reformation feiern?

BAD HOMBURG. Im Vorfeld des 31. Oktobers 2017, an dem der 500. Jahrestag des Thesenanschlags zu Wittenberg begangen wird, ist das „Reformationsjubiläum“ bereits in vollem Gange. Der renommierte Theologe Friedrich Wilhelm Graf, emeritierter Professor für Systematische Theologie und Ethik der Evangelisch-Theologischen Fakultät an der Ludwig-Maximilians-Universität München, stellt vor diesem Hintergrund die Frage: „Die Reformation feiern?“ In seinem öffentlichen Vortrag am Forschungskolleg Humanwissenschaften, den er am Freitag (30. September) um 19 Uhr in Bad Homburg hält, wird er darlegen, dass das Feiern von Jubiläen auch immer aktive Geschichtspolitik ist.

Die Geschichtspolitik setze – so Graf – allerdings eine Vorstellung dessen voraus, was man erreichen will. Angesichts des nahenden 500. Jahrestages der Thesenpublikation habe es mancherlei Streit zwischen Vertretern der beiden großen Kirchen darüber gegeben, ob man feiern darf und wie. Graf geht auf die aktuellen Auseinandersetzungen ein und erläutert auch klassische Deutungsmuster der Reformation.

Der Vortrag ist ein Beitrag zum aktuellen Themenschwerpunkt des Historischen Kollegs im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität: „Reformationen – Kontinuitäten und Brüche“. Unter der Federführung von Luise Schorn-Schütte, Professorin für Neuere Allgemeine Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Frühen Neuzeit an der Goethe-Universität, erfolgt 2016/17 die Auseinandersetzung mit Spezialaspekten der reformatorischen Bewegung. Das Ziel des Themenjahrs besteht nicht zuletzt darin, durch die Freilegung zeitgebundener Deutungsmuster den Kern des reformatorischen Anliegens auch für die Gegenwart wieder besser verständlich zu machen.

Als weiteres steht am 20. Oktober (Donnerstag) um 19 Uhr ein Vortrag von Thomas Kaufmann, Professor für Kirchengeschichte an der Universität Göttingen. Er spricht über „Reformation und Buchdruck“. Auch dieser öffentliche Vortrag findet im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4 in Bad Homburg statt.

Das Forschungskolleg Humanwissenschaften ist Institute for Advanced Studies der Goethe-Universität in Kooperation mit der Werner Reimers Stiftung. In Zusammenarbeit mit dem Historischen Seminar der Goethe-Universität hat das Forschungskolleg 2014 das Historische Kolleg ins Leben gerufen. Es dient renommierten Historikern aller Welt als geisteswissenschaftliches Laboratorium und ist lebendiger Ort öffentlicher Debatten. Wissenschaftlicher Koordinator des Programms ist Andreas Fahrmeir, Professor für Neuere Geschichte an der Goethe-Universität. Hauptförderin des Historischen Kollegs ist die Dagmar-Westberg-Stiftung.

Informationen: Ellinor Schweighöfer, Forschungskolleg Humanwissenschaften, Tel.: 06172-13977-14 oder -0, schweighoefer@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Um Anmeldung wird gebeten: info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

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Sep 22 2016
10:58

Bedeutender Theoretiker des Postkolonialismus spricht auf der AFRASO-Konferenz über Migration

Homi Bhabha zu Gast an der Goethe-Universität

FRANKFURT.Das Verbundprojekt „AFRASO – Africa’s Asian Options“ freut sich auf einen international renommierten Wissenschaftler: Prof. Homi K. Bhabha (Harvard) wird mit seiner Keynote Lecture die AFRASO-Konferenz „Afrasian Transformations: Beyond Grand Narratives?“ eröffnen, die vom 28. bis 30. September an der Goethe-Universität stattfinden wird. Die Vorlesung steht allen Interessierten offen.

Bhabha wird sich in seinem Vortrag „Intimations of the Afterlife: On Migration, Memory and the Dialectics of Translation“ auf zentrale Themen der transregionalen Forschung in den Geisteswissenschaften konzentrieren. Homi K. Bhabha ist der Anne F. Rothenberg Professor für englische und amerikanische Literatur und Sprache sowie Direktor des Mahindra Humanities Center an der Harvard University. Er gilt als einer der weltweit einflussreichsten Theoretiker im Bereich Literaturwissenschaft und Cultural Studies und wichtiger Vertreter der zeitgenössischen Postcolonial Studies. Seine Schriften zu Begriffen wie Hybridität, Liminalität oder Third Space wurden in den Geisteswissenschaften und auch darüber hinaus breit rezipiert. Er hat zahlreiche wissenschaftliche Preise und Auszeichnungen erhalten; 2016gewann er denAlexander von Humboldt-Forschungspreis.

Bhabhas Vortrag findet statt am Mittwoch, 28. September, um 9.30 Uhr im Festsaal (CAS 823) Casino Gebäude der Goethe-Universität. Die Besucher werden gebeten, spätestens um 9.00 Uhr im Festsaal zu sein, um den Ablauf der Veranstaltung nicht zu stören.

Weitere Informationen: www.afraso.org oder www.afrasian-transformations.com

Kontakt: Frauke Katharina Eckl (Dipl.-Pol.), Research Associate. Africa's Asian Options – AFRASO. Department of Political Science - Faculty of Social Sciences. Goethe-University Frankfurt. Tel. (069) 798 25404. f.eckl@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Sep 21 2016
14:58

14. Frankfurter Kinder-Uni vom 4. bis 7. Oktober – nachmittags ohne Anmeldung für alle Kinder von 8 bis 12 Jahren

Hörsaal auf für neugierige Kinder

FRANKFURT.Zur 14. Frankfurter Kinder-Uni lädt die Goethe-Universität in der Woche vom 4. bis 7. Oktober auf dem Campus Westend ein. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erklären in vier verschiedenen Vorlesungen ihr Forschungsgebiet auf anschauliche und unterhaltsame Weise für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren. Ziel ist es, auf Wissenschaft neugierig zu machen und Kindern einen Eindruck vom Uni-Leben im Hörsaal und in der Mensa zu vermitteln.

Als alleinige Fördererin unterstützt die Frankfurter Dr. Marschner Stiftung auch in diesem Jahr die Kinder-Uni . „Die Dr. Marschner Stiftung begeistert an dem Konzept der Frankfurter Kinder-Uni besonders, dass es gelingt, Frankfurter Schülerinnen und Schülern aller Bildungsschichten einen ersten Kontakt mit der Universität zu ermöglichen“, betont Peter Gatzemeier, Vorstand der Dr. Marschner Stiftung, deren großzügige Förderung seit 2015 die Weiterführung der Frankfurter Kinder-Uni ermöglicht.

Eröffnet wird die Kinder-Uni am Dienstag (4. Oktober) um 9 Uhr von Ingmar Jung, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, und Prof. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität. Anschließend folgt die Vorlesung des Biologen Christian Dietz, er geht unter dem Titel „Willst Du mit mir gehen?“ auf das Liebesleben der Grillen ein. Die Kinder können live erleben, wie die Männchen um ein Revier kämpfen und mit Zirplauten um die Weibchen werben.

Um gerechtes Teilen und gerechte Verteilung geht es in der Vorlesung „Das ist doch total ungerecht - oder?“ des Wirtschaftswissenschaftlers Lars Pilz und seines Kollegen Christian Kolbe (Mittwoch, 5. Oktober). Diese Vorlesung besucht auch die Frankfurter Schuldezernentin Sylvia Weber, die in diesem Jahr Oberbürgermeister Peter Feldmann vertritt. Sie wird im Anschluss an die Vorlesung mit fünf Frankfurter Schulklassen diskutieren.

Am Donnerstag (6. Oktober) nehmen die Afrikaforscherinnen Dr. Karen Hahn und Dr. Julia Krohmer die Kinder mit auf eine Reise in die afrikanische Savanne. Mit Anschauungsmaterial aus der Savannen-Ausstellung im Palmengarten zeigen sie, wie die Savanne ihre Bewohner mit Pflanzen zum Essen und Heilen versorgt, wie sie daraus Werkzeuge herstellen, Körbe und Matten flechten, Musikinstrumente bauen und vieles mehr.

„Von Klicklauten, Zungenbrechern und Schnörkelschriften“ handelt die letzte Vorlesung am Freitag (7. Oktober), in der es um die vielen Sprachen der Welt geht, wie sie sich anhören und wie sie geschrieben und gelesen werden. Diese Vorlesung wird erstmals von einem Team von Studierenden in Zusammenarbeit mit der Sprachforscherin Jolanta Gelumbeckaite aus Litauen gestaltet.

Die Organisatorinnen rechnen in diesem Jahr mit mehr als 11.000 Kindern. Die beiden Vormittagsvorlesungen (jeweils 9:30 Uhr und 11:00 Uhr) sind nur für Schulklassen reserviert und komplett ausgebucht: Über 320 Klassen aus dem gesamten südhessischen Raum werden an den acht Vormittagsvorlesungen teilnehmen, weitere 90 Klassen konnten leider nicht berücksichtigt werden.

Nachmittags um 16 Uhr sind alle Kinder von 8 bis 12 Jahren in Begleitung Erwachsener ohne Anmeldung eingeladen. Für Kinder, die keine Möglichkeit haben, die Kinder-Uni zu besuchen, gibt es einen Live-Stream (http://tinygu.de/kinderuni-videos-16). Die Aufzeichnungen können auch im Nachhinein im Internet angeschaut werden, dort finden sich auch Aufzeichnungen aller Kinder-Uni-Vorlesungen seit 2011 (http://tinygu.de/kinderuni-videos).

Wer vom vielen Denken hungrig geworden ist, kann sich in der Mensa, den Cafeterien des Studentenwerks oder im Bistrorante „Sturm und Drang“ im Erdgeschoss des Hörsaalgebäudes stärken. In den Betrieben des Studentenwerks Frankfurt bekommen die Schüler gegen Vorlage ihres „Studentenausweises“ ein Kinder-Menü oder einen Snack und ein Getränk für 3 Euro.

Auch in diesem Jahr gibt es zu jeder Vorlesung ein Quiz. Unter den Teilnehmern, die das Richtige angekreuzt haben, werden Buchpreise verlost. Auf der Homepage der Kinder-Uni (www.kinderuni.uni-frankfurt.de) sind die Quizfragen und später die richtigen Antworten einsehbar. Besonders eifrige Besucher der Kinder-Uni, die an drei oder mehr Vorlesungen teilgenommen haben, können bei einer weiteren Verlosung mitmachen. Zu gewinnen sind Sach– und Hörbücher, sowie Kinder-Uni-T-Shirts.

Medienpartner der Frankfurter Kinder-Uni sind auch in diesem Jahr die Frankfurter Rundschau, die täglich über die Veranstaltungen berichten wird, und das Magazin GEOlino, das redaktionell auf die Kinder-Uni aufmerksam macht.

Informationen: Ulrike Jaspers und Dr. Anne Hardy, Referentinnen für Wissenschaftskommunikation, Campus Westend, Tel: (069) 798-13066 und 798- 12498; kinderuni@vdv.uni-frankfurt.de;

www.kinderuni.uni-frankfurt.de

Sonstige

Sep 21 2016
12:12

Fusionsexperte Schweizer: Feindliche Übernahmen immer besonders riskant / Kulturelle Differenzen nicht unterschätzen

Monsanto: Übernahme für Bayer „große Herausforderung“

FRANKFURT.Lars Schweizer, Professor für BWL und Management an der Goethe-Universität Frankfurt, bezeichnet die geplante Übernahme von Monsanto durch den deutschen Pharmariesen Bayer als große Herausforderung. Neben der kulturellen Differenz und der strategischen Neupositionierung von Bayer, die durch die Übernahme nötig werde, weist Schweizer insbesondere darauf hin, dass es sich um eine im Ursprung feindliche Übernahme handelt.

„Das bedeutet, dass Bayer sich Monsanto bislang nur von außen anschauen konnte. Man kennt die Interna und genauen Zahlen des Konzerns gar nicht, sondern hat einfach ein Angebot auf Basis des Marktpreises gemacht.“ Ob dieser Preis tatsächlich gerechtfertigt ist, werde sich für Bayer erst nach und nach herausstellen. Im Durchschnitt scheitere rund die Hälfte aller Übernahmen (siehe Interview mit Lars Schweizer von Dezember 2015).

Mit Blick auf die kulturelle Distanz verweist Lars Schweizer auf das Beispiel Daimler-Chrysler. „Die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und den USA sollte man nicht unterschätzen.“ Der zunächst als „Hochzeit im Himmel“ gepriesene Zusammenschluss des deutschen Autobauers Daimler mit dem US-Konzern Chrysler im Jahr 1998 wurde 2007 wieder rückgängig gemacht, nachdem sich die gesteckten Ziele nicht realisieren ließen und beide Unternehmensteile mehrere zig Milliarden Euro an Wert verloren hatten.

Darüber hinaus weist Schweizer darauf hin, dass die Übernahme von Monsanto die Gewichte im Bayer-Konzern verschieben und somit eine strategische Neupositionierung nötig machen werde. „Bei einer solchen Neuausrichtung ist immer die Frage, ob die Mitarbeiter und Kunden mitziehen.“ Der eher schlechte Ruf von Monsanto und insbesondere dessen umstrittenes Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat seien dabei sicherlich nicht sonderlich hilfreich.

Hinzu komme der beträchtliche Kaufbetrag, den Bayer erst einmal finanzieren müsse. Schweizer betont in dem Zusammenhang, dass diesem Betrag keine sorgfältige Buchprüfung zugrunde liegt, sondern letztlich allein der Marktwert des US-Konzerns. „Eine Übernahme, die auf ein feindliches Angebot zurückgeht, birgt damit immer ein noch größeres Risiko, als es Fusionen ohnehin darstellen.“ Insgesamt sei die geplante Übernahme von Monsanto somit eine enorme Herausforderung für den Leverkusener Konzern, deren Erfolg oder Misserfolg sich erst nach Jahren angemessen beurteilen lasse.

Veranstaltungen

Sep 21 2016
12:10

Jahreskonferenz diskutiert neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der sozialwissenschaftlichen Drogenforschung

Medieneinladung / European Society for Social Drug Research (ESSD) tagt an der Goethe-Uni

FRANKFURT.Auf der diesjährigen Jahreskonferenz der Europea Society for Social Drug Research (ESSD) wird insbesondere auf neue Entwicklungen im Konsumverhalten, aber auch auf neue methodische Ansätze zur Erforschung desselbigen fokussiert. Darüber hinaus spielen auch drogenpolitische Entwicklungen eine wichtige Rolle. Organisiert wird die Konferenz vom Centre for Drug Research (CDR) an der Goethe-Universität und dem Institut für Suchtforschung an der Frankfurt University of Applied Sciences. Die European Society for Social Drug Research (ESSD) existiert seit nunmehr 27 Jahren.

Im Programm der Konferenz finden sich zahlreiche Präsentationen zu neueren Entwicklungen im Bereich von Drogenmärkten (u. a. mit einem Schwerpunkt auf Online-Märkten), Regulierungen (z. B. von medizinischem Cannabis oder Cannabis Social Clubs) und neuen psychoaktiven Substanzen. Neue Konsumphänomene wie "Chemsex-Parties" in Teilen der homosexuellen Community wie auch bislang wenig bis gar nicht dargestellte Blickwinkel auf Drogenkonsum, etwa aus Sicht von Vätern oder Polizisten, werden diskutiert. Auch die Wirksamkeit von Präventions- und Kontrollmaßnahmen ist ein Thema der Konferenz. All diese neuen Entwicklungen zeigen die Notwendigkeit von innovativer Forschung zu diesem Thema auf. Der Umgang mit psychoaktiven Substanzen ist nur als komplexes psychosoziales Geschehen zu verstehen, das insbesondere mit sozialwissenschaftlichen Mitteln zu erforschen ist. Daher wäre eine stärkere Förderung sozialwissenschaftlicher Drogenforschung für die Zukunft wünschenswert.

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen und ins Gespräch mit Referentinnen und Referenten zu kommen. Anmeldungen bitte vor Ort am Registrierungstisch.

European Society for Social Drug Research (ESSD): 27th Annual Conference. 22.-24. September 2016, jeweils ab 9.00 Uhr. Goethe-Universität Frankfurt am Main. IG-Farben-Haus, Raum IG 411, Norbert-Wollheim-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main.

Mehr zum Programm der Jahreskonferenz unter www.essd-research.eu/en/upcoming-conference.html

Weitere Informationen: Dr. Bernd Werse, Centre for Drug Research, Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung, Goethe-Universität Frankfurt am Main. Tel. 069/798-36386; werse@em.uni-frankfurt.de
Prof. Dr. Heino Stöver, Institut für Suchtforschung, Frankfurt University of Applied Sciences, Tel. 069-1533 2823, hstoever@fb4.fra-uas.de

Veranstaltungen

Sep 21 2016
12:09

Tagung an der Goethe-Universität befasst sich mit den Implikationen des „Fazialen“

Medieneinladung / Das Gesicht als Ereignis

FRANKFURT.Das Gesicht ist die Visitenkarte des Menschen, sein Aussehen prägt den wichtigen ersten Eindruck. Das Gesicht ist die Bühne, auf der sich unsere echten Emotionen abspielen, auf der wir uns aber auch ganz bewusst inszenieren können. Auf der Theaterbühne spielt es denn auch seit jeher eine große Rolle. Die Bedeutung der „Gesichtlichkeit“ wächst jedoch noch im Zeitalter der digitalen Medien, Fachleute sprechen von der „fazialen Gesellschaft“. Eine Tagung an der Goethe-Universität nimmt unter dem Titel „Doing Face: Gesicht als Ereignis“ die unterschiedlichen Dimensionen des Themas in den Fokus. Veranstalter sind das Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften Frankfurt und das Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin.

Gesichtserkennung als Mittel der Überwachung im öffentlichen Raum; neurowissenschaftliche Untersuchungen der Gefühle anhand des Mienenspiels; kosmetisch-chirurgische Machbarkeitsvorstellungen: Das Gesicht spielt in unserer Vorstellung von Personen und Persönlichkeiten eine wichtige Rolle. Und auch in Kunst und Literatur erhält das Gesicht als Repräsentations- und Kommunikationsoberfläche des Selbst neue Bedeutung.

Während noch im 18. Jahrhundert das Gesicht als „Stempel Gottes“ bezeichnet wurde, treten in späteren Jahrhunderten immer mehr die Formbarkeit des Gesichts und die Handlungsmöglichkeiten, die seine Wandelbarkeit mit sich bringt, in den Vordergrund. Doch spätestens der Selfie-Boom wirft die Frage auf nach dem Zusammenhang zwischen Gesicht und Selbst, der ja auch im Begriff „Selfie“ postuliert wird. Wird dieser „kleinen Oberfläche vorn am Kopf“ zu recht so viel Bedeutung beigemessen?

Das Verhältnis von Gesicht und Identität steht im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionen bei der DFG-geförderten Tagung. Die Auseinandersetzung mit der vermeintlich sichtbaren Signatur des Selbst zeigt sich nicht nur in den ästhetischen Formaten der Selfie- und Facebook-Kultur, sondern auch in pragmatischeren Bereichen wie der technischen Gesichtserkennung. Wie viel Mimik ist angeboren, wie viel erworben und abhängig vom jeweiligen Kulturkreis? Prof. Susanne Scholz, Anglistin und Organisatorin der Tagung, nimmt in ihrem Vortrag die literarische Bearbeitung des Themas in Oscar Wildes „Dorian Gray“ unter die Lupe.

Kunstgeschichte, Medienwissenschaft, Literaturwissenschaften – die Konferenz bringt Vertreter verschiedener Disziplinen zusammen und bezieht auch Erkenntnisse aus anderen Wissenschaften wie der Biologie und der Psychologie mit ein. Zudem werden Bilder des weißrussischen Künstlers Maxim Wakultschik gezeigt, der sich in seinen fotografischen Arbeiten mit der Produktivität des Gesichts in der Gegenwartskultur auseinandersetzt.

„Doing Face: Gesicht als Ereignis“
Jahrestagung des Frankfurter Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften
Donnerstag, 6. Oktober, bis Samstag, 8. Oktober 2016
Ort: Campus Westend Cas. 1.801 (Renate v. Metzler-Saal)

Weitere Informationen und Anmeldung (nur für Journalisten): s.scholz@em.uni-frankfurt.de

Forschung

Sep 19 2016
14:52

Der Sozialwissenschaftler Tim Engartner diskutiert in seinem neuen Buch kritisch die Privatisierung in Deutschland

Staat im Ausverkauf?

FRANKFURT.Marode Schulen und Krankenhäuser, explodierende Mieten in städtischen Ballungsräumen, steigende Preise für Wasser, Strom und Gas, geschlossene Filialen der Deutschen Post, „Verzögerungen im Betriebsablauf“ bei der Deutschen Bahn, eine wachsende Zahl gebührenpflichtiger Kindertagesstätten, (Hoch-)Schu­len und Nachhilfeinstitute – immer häufiger werde sicht- und spürbar, wie Privatisierungen den Staat und damit uns schwächen, schreibt Prof. Tim Engartner in seinem gerade erschienenen Buch „Staat im Ausverkauf“. Im (Irr-)Glau­ben daran, dass Privatisierungen Dienstleistungen grundsätzlich besser, billiger und bürgernäher machen, schüttele  „Vater Staat“ immer mehr Aufgaben ab – wie ein Baum seine Blätter im Herbst. Gegründet worden sei der „Staat im Ausverkauf“ hierzulande 1983 mit der von Bundeskanzler Helmut Kohl ausgerufenen „geistig-moralischen Wende“. Inzwischen würden Märkte selbst dort geschaffen, wo es sie nie zuvor oder aber in längst vergessen geglaubten Zeiten gegeben habe.

Prof. Tim Engartner, der an der Goethe-Universität Didaktik der Sozialwissenschaften lehrt, zeigt in sieben Kapiteln seines neuen Buches auf, wie die Privatisierungspolitik in Deutschland den Staat schwächt: So beschäftigt er sich mit dem Bildungssystem, dem Verkehrswesen, der Bundeswehr, dem Rentensystem und  Arbeitsmarkt, der Post, dem Gesundheitswesen, der kommunalen Versorgung sowie abschließend mit der Frage, ob im Schatten der größten Wirtschaftskrise seit der Weltwirtschaftskrise 1929/32 wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist: „Galt die Privatisierung staatlicher Unternehmen und Dienstleistungen viele Jahre parteiübergreifend als ‚Patentrezept‘ zur Sanierung klammer öffentlicher Kassen, bildet sich seit geraumer Zeit insbesondere auf kommunaler Ebene wieder ein Bewusstsein für die Vorzüge der staatlichen Daseinsvorsorge heraus“, so Engartner.

Tim Engartner: Staat im Ausverkauf. Privatisierung in Deutschland. Frankfurt am Main: Campus Verlag 2016

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Tim Engartner, Institut für Politikwissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt am Main. Tel. 069/798-36545; engartner@soz.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Sep 19 2016
13:56

Beteiligte Organisationen präsentieren Vorschläge und Forderungen

Bundeskongress „Eine für alle – Die inklusive Schule für die Demokratie“

Medieneinladung zur Pressekonferenz

FRANKFURT.Schule in Deutschland kann ihrem Bildungsauftrag nicht gerecht werden: Das Bildungssystem ist unterfinanziert, die gegliederte Struktur der Sekundarstufe auf Sortieren und soziale Auslese ausgerichtet. Die soziale Herkunft bestimmt die Bildungschancen der Kinder und Jugendlichen. Der Auftrag der Schule, alle Kinder inklusiv zu unterrichten, wird auf die Integration junger Menschen mit Behinderungen reduziert. Deshalb rückt nicht ins Blickfeld, welche Konsequenzen die Entscheidung für ein inklusives System hat: Es muss Strukturveränderungen geben und die Länder müssen ausreichende personelle und materielle Ressourcen bereit stellen. Die inklusive Schule stellt das gesamte Bildungswesen auf den Prüfstand.

Der UN-Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf Bildung, Vernor Muñoz, hat das deutsche Schulsystem vor zehn Jahren untersucht. In seinem Bericht vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf monierte er 2007 insbesondere, dass die deutsche Schule Kinder mit sozialer Benachteiligung, Migrationshintergrund und Behinderungen diskriminiere. Deshalb müsse Deutschland  sein mehrgliedriges Schulsystem „noch einmal überdenken“. Damit zog er sich den Unmut einiger Kultusministerien zu.

Auf der Pressekonferenz zur Veranstaltung „Eine für alle – Die inklusive Schule für die Demokratie“ werden Vorschläge und Forderungen der veranstaltenden Organisationen, damit Inklusion gelingen kann,vorgestellt. Medienvertreter sind herzlich dazu eingeladen.

Pressekonferenz mit:

Gerd-Ulrich Franz, Bundesvorsitzender der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule –  Verband für Schulen des gemeinsamen Lernens (GGG)

Dr. Ilka Hoffmann, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für Schule

Maresi Lassek, Bundesvorsitzende des Grundschulverbands (GSV)

Prof. Vernor Muñoz, Plan International, Global Advisor on Education, ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Bildung

Montag, 26. September 2016, 10 Uhr. Goethe-Universität Frankfurt am Main. IG-Farben-Haus, Eisenhower-Saal, Campus Westend/Norbert-Wollheim-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main.

Im direkten Anschluss an die Pressekonferenz findet vom 26. bis 27. September der Bundeskongress „Eine für alle – Die inklusive Schule für die Demokratie“  statt. Veranstaltungsorte sind das Hörsaalzentrum (Theodor-W.-Adorno-Platz 5) und das Seminarhaus (Max-Horkheimer-Straße 4) auf dem Campus Westend der Goethe-Universität. Auch zum Bundeskongress sind Medienvertreter herzlich eingeladen.

Programm des Bundeskongresses „Eine für alle – Die inklusive Schule für die Demokratie“: https://www.gew.de/inklusion/bundeskongress-eine-fuer-alle/programm/

Weitere Informationen:
Ulf Rödde, Pressesprecher, Geschäftsstelle GEW Hauptvorstand, Vorstandsbereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Tel. 069-78973-114; ulf.roedde@gew.de

 


Veranstaltungen

Sep 15 2016
11:33

2. Jahrestagung der Forschungsgruppe „Strukturwandel des Privaten“

Medieneinladung / Privatheit und Demokratie

FRANKFURT.Mit der Digitalisierung ändern sich unsere gewohnten Kommunikationspraktiken– und damit auch unsere sozialen Beziehungen. Noch vor wenigen Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass der Einzelne so viel von sich öffentlich preisgibt oder dass staatliche und wirtschaftliche Akteure so weit in unser Privatleben eingreifen. Eine Tagung an der Goethe-Universität befasst sich damit, was diese Veränderungen für unsere Demokratie bedeuten könnten.

Mit immer invasiveren Methoden werden persönliche Informationen von Staat und Wirtschaft gesammelt, und die Menschen geben ihre Daten auch immer bedenkenloser preis. Seit längerem bereits nimmt ein entsprechender „Gefährdungsdiskurs“ die Konsequenzen dieser Entwicklung in den Blick, die sich hieraus für den Einzelnen ergeben könnten. Nicht zuletzt die sogenannten „Snowden-Enthüllungen“ haben jedoch gezeigt, dass die Idee der Privatheit strukturell zutiefst mit unserer Vorstellung von Demokratie verwoben ist. Privatheit stellt einerseits einen hohen Wert für das Individuum dar, aber sie hat andererseits auch gesellschaftliche Bedeutung: Sie ist die Voraussetzung für gelingende soziale Beziehungen und für die kommunikative Infrastruktur der Demokratie. Insofern steht mit der Frage des Schutzes des Privaten auch die Frage nach der Qualität des politischen Zusammenlebens zur Debatte.

Das von der Volkswagenstiftung geförderte Projekt „Strukturwandel des Privaten“ führt mit Informatik, Politik-, Rechts- und Kommunikationswissenschaft vier zentrale Disziplinen zusammen. Gemeinsam sollen sie die Voraussetzungen dafür klären, dass Privatheit, Freiheit und Demokratie im IT-Zeitalter gelingen können.

Die Konferenz „Privatheit und Demokratie“ legt den Fokus auf die Frage nach dem gesellschaftlichen und politischen Wert des Privaten. Damit wird die vorwiegend individualistische Perspektive auf den Wert des Privaten aufgegeben, so dass der Weg frei ist für eine Debatte, die die Bedeutung der Privatheit für die Demokratie eruiert: Wie lässt sich zwischen dem Anspruch auf Transparenz und dem Recht auf Privatheit vermitteln?Auf welche Weise gefährden ökonomische Akteure die Privatheit und welche Folgen hat das für die Gesellschaft? Wie wirken sich die (soziale) Gefährdung der Privatheit sowie deren Verteidigung auf Staatlichkeit, rechtliche Regelungen und individuelle Handlungspraktiken aus?

„Privatheit und Demokratie“
2. Jahreskonferenz der Forschungsgruppe „Strukturwandel des Privaten“
22.-23. September 2016

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Institut für Politikwissenschaft / Politische Theorie
Campus Westend, IG Farben Haus
Norbert-Wollheim-Platz 1
Eisenhower Raum, 1. EG (IG 1.314)

Weitere und aktuelle Informationen unter: www.strukturwandeldesprivaten.de

Anmeldung (nur für Journalisten) per E-Mail an: konferenz@strukturwandeldesprivaten.de

Veranstaltungen

Sep 13 2016
17:36

Soziologische Tagung von 14.-16. September an der Goethe-Universität

Medieneinladung / Herausforderungen der alternden Gesellschaft

FRANKFURT.Alle wollen alt werden, alt sein wollen die wenigsten. Es ist jedoch eine Tatsache, dass die Bevölkerung der modernen Industrienationen immer älter wird – und dass dies Herausforderungen mit sich bringt, für den Einzelnen wie für die Gesellschaft. Damit befasst sich vom 14. bis 16. September eine Tagung an der Goethe-Universität mit dem Titel: „Ageing in Europe: Beyond the Work-Centered Life Course”. Rund 70 internationale Wissenschaftler aus dem Bereich Alters- und Alternsforschung nehmen an der Tagung teil, die der Fachbereich Gesellschaftswissenschaften gemeinsam mit dem „Network of Ageing in Europe” der European Sociological Association organisiert.

Altsein ist längst nicht mehr das, was es früher einmal war. Die fitten Senioren, die noch im hohen Alter auf Berge steigen und Fernreisen unternehmen, sie sind längst keine Ausnahme mehr. Die Gesellschaft als Ganzes wird älter, das Nachdenken über die Folgen der sich verändernden Demographie gehört zu den dringenden Erfordernissen unserer Zeit. Dabei geht es nicht nur darum, wie die wachsende Zahl von Rentnern finanziell abgesichert werden kann, ohne die jüngeren Generationen zu überfordern, oder um die Problematik des Pflegenotstands. Es geht auch um die Sinnhaftigkeit des „dritten Lebensalters“.

Wer ein Leben lang die Sinnhaftigkeit seines Lebens aus der Erwerbsarbeit gezogen hat, den trifft der Abschied vom Beruf mitunter schmerzhaft. Nicht jedem erscheint es jedoch wünschenswert, unbegrenzt lange beruflich aktiv zu bleiben. Wer fit und gesund ist, kann sich auch auf andere Weise in die Gesellschaft einbringen oder Dinge tun, die ihm Freude machen und somit sinnstiftend sind. Welche Entwicklungen es auf diesem Gebiet bereits gibt, welche Weichen Politik und Gesellschaft stellen können und sollen, damit befasst sich die internationale Tagung an der Goethe-Universität. Die Veranstaltung stellt eine wichtige Plattform dar, um sich auch über Landesgrenzen hinweg mit aktuellen Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet auseinanderzusetzen.

ESA Midterm Conference „Ageing in Europe: Beyond the work-centered Life Course?“
Mittwoch, 14. September, bis Freitag, 16. September 2016-09-13
Ort: Casino-Gebäude, 1.OG, Campus Westend

Informationen: http://www.fb03.uni-frankfurt.de/ESA