Unsere Pressemitteilungen informieren Sie über aktuelle Ereignisse aus der Universität. Dazu zählen neue Forschungsergebnisse, universitäre Themen und Veranstaltungsankündigungen. Sie wollen regelmäßig über Neuigkeiten aus der Goethe-Universität informiert werden? Abonnieren Sie unsere Pressemitteilungen.
Falls Sie auf der Suche nach einer älteren Pressemitteilung sind, wenden Sie sich bitte an das Universitätsarchiv uniarchiv@uni-frankfurt.de oder schauen Sie im Online-Archiv (2012-2017) nach.
Theodor-W.-Adorno Platz 1
60323 Frankfurt
presse@uni-frankfurt.de
Bürgerveranstaltung mit Film und Diskussion zum Thema, wie Mikroorganismen des Darms zu unserer Gesundheit beitragen
FRANKFURT. Ob wir krank sind oder gesund, dünn oder dick, positiv oder negativ gestimmt, wird möglicherweise auch von unseren Darmbakterien entscheidend beeinflusst. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit diskutieren, ob ein Ungleichgewicht unserer Darmbakterien zu verschiedenen Krankheiten führen kann - von Allergien und Autoimmunerkrankungen bis hin zu Depressionen und Krebs.
Im Rahmen der Friedrich-Merz-Stiftungsgastprofessur bringen nun zwei US-amerikanische Pionier*innen der Mikrobiomforschung ihre Expertise in ein internationales Symposion und eine öffentliche Veranstaltung der Goethe-Universität ein: Prof. Dr. Justin und Dr. Erica Sonnenburg von der Stanford University widmen sich seit vielen Jahren der Frage, wie unsere Ernährung unsere Darmmikrobiota beeinflusst und wie sich diese Veränderungen auf unsere Gesundheit auswirken.
Prof. Dr. Justin und Dr. Erica Sonnenburg nehmen gemeinsam mit Prof. Dr. med. Maria J.G.T. Vehreschild, Professorin für Infektiologie an der Goethe-Universität und Leiterin des Schwerpunkts Infektiologie/Klinische Mikrobiomforschung am Universitätsklinikum Frankfurt, an einer Bürgerveranstaltung teil:
Filmvorführung und Expertengespräch
„Unser Bauch. Die wunderbare Welt des Mikrobioms“ (ARTE France, 2019),
finden statt am 14. November 2024, 18 – 20 Uhr,
im Kino Orfeos Erben, Hamburger Allee 45, Frankfurt am Main.
Um eine Anmeldung zur Veranstaltung wird gebeten unter: https://tinygu.de/hLe9l.
Die Friedrich-Merz-Stiftungsgastprofessur wurde im Dezember 1985 anlässlich des 100. Geburtstags von Firmengründer Friedrich Merz gestiftet, der als einer der ersten Mitglieder der Senckenbergischen Gesellschaft mit der Frankfurter Universität eng verbunden war und die Wissenschaft gefördert hat. Ziel der Stiftungsgastprofessur ist, besonders angesehene Wissenschaftler*innen aus den Bereichen Pharmazie oder Humanmedizin an die Goethe-Universität Frankfurt zu berufen. 1987 zum ersten Mal verliehen, wurde die Gastprofessur bis auf zwei Ausnahmen jährlich vergeben. Die Gastprofessur und das Symposium, dessen Themenspektrum von der Grundlagen- bis zur Versorgungsforschung reicht, bieten Forscher*innen aus Hochschule und Industrie jährlich die Gelegenheit zum Wissensaustausch und zu einer weitergehenden Zusammenarbeit.
Die Veranstaltung wird gefördert von der Merz Foundation gGmbH.
Weiterführende Informationen
Beitrag im UniReport 5/24 über die Forschung von Prof. Dr. Justin und Dr. Erica Sonnenburg:
„Friedrich-Merz-Stiftungsgastprofessur: Ein vielseitiges Ökosystem im Bauch“,
https://aktuelles.uni-frankfurt.de/unireport/friedrich-merz-stiftungsgastprofessur-ein-vielseitiges-oekosystem-im-bauch/?highlight=Sonnenburg
Homepage der Friedrich-Merz-Stiftungsgastprofessur
Goethe-Universität — Friedrich-Merz-Stiftungsgastprofessur für Pharmazie und Humanmedizin
Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de
Gemeinsame Forschung und Kooperation in der Lehre geplant / Konzert zum 110. Geburtstag der Goethe-Universität
Die Goethe-Universität Frankfurt am Main und die Jüdische Akademie des Zentralrats der Juden in Deutschland wollen eng zusammenarbeiten. Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats, und Universitäts-Präsident Prof. Dr. Enrico Schleiff unterzeichneten am Mittwoch einen entsprechenden Kooperationsvertrag. Im Anschluss beging die Goethe-Universität ihren 110. Geburtstag mit einem Empfang und einem Konzert im hr-Sendesaal.
FRANKFURT. Die Jüdische Akademie, die derzeit in Frankfurt entsteht, soll ein Zentrum der Auseinandersetzung mit jüdischer Geschichte und Religion, Kultur und Denktradition werden und aktuelle Debatten aufgreifen und bereichern, in Forschung, akademischer Lehre und Interaktion mit der Gesellschaft. Deshalb haben die Goethe–Universität und die Jüdische Akademie eine „institutionelle Kooperation im Sinn einer dauerhaften und regelmäßigen wissenschaftlichen Zusammenarbeit“ vereinbart, wie es im Vertrag heißt, der am Mittwoch unterzeichnet wurde. Mit ihrem Sitz in Frankfurt verstehe sich die Jüdische Akademie, so der Vertrag, „als intellektuelles Zentrum und Anziehungspunkt für Jüdinnen und Juden aus Deutschland und Europa, Angehörige anderer Religionsgemeinschaften sowie für die interessierte Öffentlichkeit, die sich für jüdische, interkulturelle, interreligiöse oder universalistische Fragestellungen interessieren“.
„Mit der Kooperation knüpfen wir an eine reiche Tradition unserer Universitätsgeschichte ebenso an wie an zahlreiche Kooperationen der Gegenwart“, erläutert Präsident Schleiff. „Als Gründung aus der Stadtgesellschaft für die Stadt- und die darüber hinaus gehende Gesellschaft verdanken wir unsere Existenz auch und gerade den jüdischen Bürgern, die 1914 zu den Gründern der Stiftungsuniversität zählten. Franz Rosenzweig gründete Anfang der 1920er Jahre das Freie Jüdische Lehrhaus, das viele Berührungspunkte mit der Frankfurter Universität hatte. Auch heute haben wir einen starken Fokus auf jüdischer Religionswissenschaft, -philosophie und Judaistik, aber auch auf über die Grenzen der Religion hinaus gehende Themen wie Dynamiken des Religiösen, Erinnerungskulturen oder ,Erziehung nach Auschwitz', um nur einige Beispiele zu nennen. In diesem und dem vorangegangenen Semester haben wir gemeinsam mit der Bildungsakademie des Zentralrats als Vorläuferin der Jüdischen Akademie eine Ringvorlesung ‚Antisemitismus. Erinnerungskultur. Demokratie.' veranstaltet – auch mit Blick auf die leider seit dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 sichtbar gewordene Geschichtsvergessenheit.“
„Diese Kooperation ist von großer Bedeutung für die Jüdische Akademie und für das jüdische Leben, nicht nur in Frankfurt, sondern in ganz Deutschland“, sagt Zentralrats-Präsident Dr. Josef Schuster. „Hier werden natürlich gemeinsame wissenschaftliche Interessen gelebt, weiter vertieft und ausgebaut. Es gibt bereits eine Reihe von Projekten, die nun auch in diese neue Form gegossen werden können. Universitäten sind im Nervensystem einer modernen Gesellschaft zentral, ihr Ausfall kann uns alle in den Abgrund stürzen. Seit dem 7. Oktober 2023 sind viele Hochschulen in Deutschland Schauplatz der dunkelsten Seiten unserer Gesellschaft geworden. Partnerschaften wie diese geben uns die Zuversicht, dass diese Kräfte nicht obsiegen werden. Mit der Kooperation mit der Jüdischen Akademie geht die Goethe-Universität in bewegten Zeiten einen wichtigen Schritt an der Seite jüdischen Lebens, jüdischen Denkens, jüdischen Perspektiven für unsere Gesellschaft.“
„Als Stiftungsuniversität, die auf Initiative vieler jüdischer Bürgerinnen und Bürger gegründet wurde, steht die Goethe-Universität seit mehr als einem Jahrhundert für Chancengerechtigkeit und die Einbindung jüdischer Perspektiven in Wissenschaft und Gesellschaft“, kommentiert Ministerpräsident Boris Rhein. „Durch die Zusammenarbeit mit der Jüdischen Akademie wird diese Tradition nicht nur fortgesetzt, sondern in besonderer Weise vertieft und in die Zukunft getragen. Gerade in Zeiten wie diesen ist es besonders wichtig, kulturelle und religiöse Vielfalt zu leben und durch institutionelle Kooperationen die demokratische Widerstandskraft unserer Gesellschaft zu stärken.“
„Diese Kooperation bildet ein ganz besonderes Band zwischen der Goethe-Universität, die ihre Gründung ganz maßgeblich dem Wirken großer jüdischer Familien verdankt, und der Jüdischen Akademie des Zentralrats als Dachverband und Vertretung der jüdischen Gemeinden in Deutschland“, ergänzt der Beauftragte der Hessischen Landesregierung für Jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus sowie Staatssekretär im Hessischen Ministerium der Finanzen, Uwe Becker, der die Grüße des Ministerpräsidenten bei der Unterzeichnung überbrachte. „Die Tradition des Jüdischen Lehrhauses und der Grundgedanke zur Verankerung von Lehren und Lernen als gesellschaftliches Bindeglied werden hier vereint. Ich bin sicher, dass hieraus eine in Europa einzigartige Denkfabrik jüdischer wie nichtjüdischer Sichtweisen auf die Entwicklung unserer Gesellschaft erwachsen wird.“
Der in Frankfurt unterzeichnete Vertrag nennt als „Strategische Ziele und Handlungsfelder“ die Fortsetzung bestehender und Anbahnung weiterer Forschungskooperationen, um neue Forschungsfragen und -perspektiven auch aus transdisziplinärer Sicht bearbeiten und Diskurse bereichern zu können. Auch sollen Verbundforschung und Kooperationen mit Orientierung an der internationalen Spitzenforschung, das gemeinsame Einwerben von Fördermitteln und die gegenseitige Unterstützung bei der Gewinnung von Partnern gestärkt werden. In der forschungsorientierten Lehre sollen beispielsweise gemeinsam betreute Promotionsarbeiten, die Öffnung ausgewählter Veranstaltungen und gemeinsame Vorlesungsreihen, Workshops, Seminaren oder Konferenzen sowie Publikationen möglich sein.
Prof. Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt und Honorarprofessorin an der Goethe-Universität, hielt bei der Unterzeichnungsfeier auf dem Gelände des Hessischen Rundfunks (hr) einen Impulsvortrag. Im Anschluss an die Unterzeichnung beging die Goethe-Universität im hr-Sendesaal ihren 110. Geburtstag mit einem Empfang und einem Konzert des Sinfonieorchesters der Buchmann-Mehta School of Music an der Tel Aviv University (TAU) unter der Leitung des renommierten Dirigenten Zubin Mehta mit Werken von Ludwig van Beethoven und Paul Ben-Haim. Zu Gast waren neben den Teilnehmenden der Unterzeichnung auch Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger und die Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt, Dr. Ina Hartwig. Die TAU ist der Goethe-Universität seit 1984 als Partnerin verbunden. Diese besondere Freundschaft wurde durch den gemeinsamen Josef Buchmann Doktoranden Stipendienfonds initiiert. Das Konzert ist ein Geburtstagsgeschenk, das Ehrensenator Dr. h.c. Josef Buchmann und Frau Dr. h.c. Bareket Buchmann der Goethe-Universität bereiteten.
Redaktion: Volker Schmidt, Leiter Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, v.schmidt@em.uni-frankfurt.de
Jobbörse der Naturwissenschaften am 6. und 7. November
FRANKFURT. Zum 24. Mal bereits findet die Frankfurter Jobbörse für Naturwissenschaftler und Naturwissenschaftlerinnen statt. Der Fachbereich Biochemie, Chemie und Pharmazie der Goethe-Universität lädt in Kooperation mit dem JungChemikerForum (Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.) und dem Hochschulteam der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main ein
am Mittwoch, 6. November, und Donnerstag, 7. November,
jeweils von 9:30 bis 16 Uhr
auf den Campus Riedberg der Goethe-Universität,
Max von Laue Str. 9,
60439 Frankfurt am Main.
Auch diesmal ist es gelungen, international renommierte Konzerne, insbesondere aus der Chemie- und Pharmabranche, für die Teilnahme zu gewinnen. Studierende, Doktorandinnen und Doktoranden sowie Absolventinnen und Absolventen der Fächer Chemie, Biochemie, Pharmazie, Biologie, Physik, Geowissenschaften und Medizin haben die Gelegenheit zur Weiterbildung und zum direkten Kontakt mit Firmenvertreterinnen und -vertretern. Wie in den vergangenen Jahren rechnet das Veranstaltungsteam mit Interesse aus dem gesamten Bundesgebiet.
Am Mittwoch, 6. November, bereiten Workshops, Seminare und Bewerbungsmappen-Checks umfassend auf das Thema Bewerbung und Selbstmarketing vor. Erstmals ist auch ein englischsprachiges Angebot vorhanden. Die Anmeldung hierfür erfolgt ausschließlich über die Internetseite der Jobbörse (www.jobboerse-ffm.de).
Am Donnerstag, 7. November, gibt es an den Messeständen Gelegenheit zum Gespräch mit Firmenvertretern und zum Kennenlernen potentieller Arbeitgeber. Namhafte Firmen aus der Chemie-, Biotechnologie-, Pharmabranche, aber auch der einschlägigen Consultingbranche präsentieren sich und informieren über Einstiegs-, Praktika- und Karrieremöglichkeiten. Für die Messe ist keine Anmeldung erforderlich. Zum Abschluss der Veranstaltung gibt es die Möglichkeit, bei einem Bewerbungsgespräch auf der Bühne „live“ dabei zu sein.
Information und Anmeldung zu Workshops und Bewerbungsmappen-Check: www.jobboerse-ffm.de.
Weitere Informationen:
Dr. Andreas Lill
Referent für Lehre und Studium
Fachbereich 14 – Biochemie, Chemie und Pharmazie
Telefon 069 798-29550
Mail lill@uni-frankfurt.de
Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de
Saba-Nur Cheema und Meron Mendel eröffnen „Universitätsweite Wochen gegen Rassismus und Antisemitismus“ an der Goethe-Universität (5.11.-29.11.2024)
FRANKFURT. Die Goethe-Universität wendet sich gegen Antisemitismus, Nationalismus und Rassismus: Diese Haltung bringt die Universität nicht nur in ihrem Leitbild und ihrer Antidiskriminierungsrichtlinie zu Ausdruck. Auch zahlreiche Veranstaltungen, organisiert von verschiedenen Akteuren aus den Fachbereichen und anderen Orten innerhalb der Universität, setzen sich regelmäßig mit Rassismus und Antisemitismus auseinander.
Um das Bewusstsein für Diskriminierung sowie Empathie und Akzeptanz innerhalb und außerhalb der Universität zu fördern, hat das Büro für Chancengerechtigkeit der Goethe-Universität nun Veranstaltungen der Goethe-Universität zu universitätsweiten Wochen gegen Rassismus und Antisemitismus unter dem Titel „Diskursräume gestalten“ gebündelt. Dazu gehören nicht nur Vorträge etwa zu Antisemitismus und Podiumsdiskussionen über Stereotype gegenüber Regionen der Welt am Beispiel Afrikas in Deutschland, sondern auch Workshops über diskriminierungsfreie Lehre sowie Empowerment-Workshops für Studierende mit Rassismuserfahrung. Die Veranstaltungsreihe „Diskursräume gestalten“ findet statt vom 5. bis zum 29. November 2024.
Vom Büro für Chancengerechtigkeit selbst organisiert wurde die öffentliche Eröffnungsveranstaltung der „universitätsweiten Wochen“ mit Saba-Nur Cheema und Prof. Dr. Meron Mendel
„Über die Polarisierung in der deutschen Nahost-Debatte.
Wie kann der Diskurs besser laufen?“
am Dienstag, 5. November 2024,
Campus Westend, PA-Gebäude, Lobby.
Saba-Nur Cheema und Meron Mendel sind seit Jahren im jüdisch-muslimischen Dialog engagiert, arbeiten gegen Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit und beschäftigen sich insbesondere mit den Auswirkungen des Nahostkonflikts auf unser Miteinander in Deutschland. Saba-Nur Cheema ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Goethe-Universität und forscht zu Antisemitismus in der Kindheit. Meron Mendel ist seit 2010 Direktor der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main; seit 2021 ist er zudem Professor für transnationale soziale Arbeit an der Frankfurt University of Applied Sciences. Das Grußwort zur Eröffnung spricht die Vizepräsidentin für Chancen, Karriereentwicklung und -förderung der Goethe-Universität, Prof. Dr. Sabine Andresen.
Einige Veranstaltungen der „Universitätsweiten Wochen gegen Rassismus und Antisemitismus“ sind in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Akademie entstanden. Die Goethe-Universität unterzeichnet am 30. Oktober einen langfristigen Kooperationsvertrag mit der in Entstehung begriffenen Akademie. Die Jüdische Akademie soll ein Zentrum der Auseinandersetzung mit jüdischer Geschichte und Religion werden und aktuelle Debatten aufgreifen und bereichern, in Forschung, akademischer Lehre und Interaktion mit der Gesellschaft. Ein gemeinsames Ziel ist beispielsweise historische Bildungsforschung.
Im Rahmen der Veranstaltung „Diskursräume gestalten. Universitätsweiten Wochen gegen Rassismus und Antisemitismus“ finden weiterhin folgende öffentliche Veranstaltungen statt:
Dienstag, 5. November, 18 Uhr
Vortrag von Prof. Dr. Ilka Quindeau, Zentrum für Antisemitismusforschung TU Berlin/ Frankfurt University of Applied Sciences
Unbewusster Antisemitismus? Polarisierungen und affektive Dynamiken
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 9
Mittwoch, 6. November, 14 – 18 Uhr
Workshop mit Nilly Venezia
Pride and Prejudice - Teaching in a multi-identity environment
Campus Westend, IG-Farben-Nebengebäude, NG 701 (Anmeldung erforderlich)
Mittwoch, 6. November, 18 Uhr
Filmvorführung und Publikumsgespräch in Anwesenheit des Regisseurs Offer Avnon
„Der Rhein fließt ins Mittelmeer“ (Israel 2021)
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 7
Dienstag, 12. November, 16:15 – 18:30 Uhr
Workshop mit Raphael Bak, Institut für Pädagogik der Elementar- & Primärstufe
Dialogische Beschäftigung mit Kinderbüchern
Campus Westend, SKW-Gebäude, Gebäudeteil C, 05.C112
Mittwoch, 13. November, 16 – 18 Uhr
Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Hans Peter Hahn, Sylvestre Kouakou, Epiphane Somé, Dr. Judit Tavakoli, Corine Yonké
Stereotype und Rassismus gegenüber weiten Regionen der Welt am Beispiel Afrikas in Deutschland
Campus Westend, Casino, Cas.1812
Mittwoch, 13. November, 18 Uhr
Vortrag von Dr. Elene Boukouvala
What is Care? Arts into Acts and Ethics of Care in Lesvos, Greece
Campus Westend, PEG, 1G.191
Mittwoch, 13. November, 19:30 – 21 Uhr
Gespräch mit Lilian Thuram über Rassismus und Sport
La Pensée Blanche/Das weiße Denken – Lillian Thuram in Frankfurt
Zentralbibliothek, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt (Anmeldung erforderlich)
Dienstag, 19. November, 18 Uhr
Vortrag von David Nossen, Bundesgerichtshof Karlsruhe
Antisemitismus bekämpfen mit den Mitteln des Strafrechts
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 9
Mittwoch, 20. November 2024, 10 – 15 Uhr
Workshop mit Prof. Dr. Lorenz Narku Laing
Lehre vielfältig gestalten – Wie kann Diversität im Seminarkontext gefördert und Diskriminierung gestoppt werden?
Campus Westend, Normative Ordnungen, 5.01 (Anmeldung erforderlich)
Mittwoch, 20. November, 18 Uhr
Vortrag von Prof. Dr. Lorenz Narku Laing
Unwissen. Schafft. Rassismus
Campus Westend, Normative Ordnungen, EG.01
Dienstag, 26. November, 18 Uhr
Vortrag von Dr. habil. Klaus Holz, Autor und Antisemitismusforscher
Antisemitismus gegen Israel. Ein deutscher Streit
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 9
Mittwoch, 27. November, 16 – 18 Uhr
Lesung und Gespräch mit Autor Zachary Gallant
Entnazifiziert Euch: Wider den Mythos der Vergangenheitsbewältigung
Campus Westend, Seminarhaus, SH 1.108
Mittwoch, 27. November, 18 Uhr
Vortrag von Radwa Khaled-Ibrahim
Aid to Repair?
Campus Westend, Casino, Cas.1.801
Weitere Informationen sowie Ansprechpartner zur Anmeldung unter Goethe-Universität — Veranstaltungsreihe Diskursräume gestalten
Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de
Die Goethe-Universität lädt ein zur 11. Dagmar-Westberg-Vorlesung auf dem Campus Westend.
FRANKFURT. „Value and Freedom in Kant's Moral Philosophy“: Die amerikanische Philosophin Prof. Christine M. Korsgard (Harvard University) spricht im Rahmen der diesjährigen Dagmar-Westberg Lectures über zentrale Aspekte in Kants Praktischer Philosophie, die sie neu interpretiert. Die Dagmar-Westberg-Vorlesungsreihe ist eine im Jahr 2012 errichtete Stiftungsgastprofessur, ermöglicht durch die namensgebende Stifterin Dagmar Westberg, die der Förderung der Geistes- und Kulturwissenschaften dient. Es laden in diesem Jahr ein: Der Fachbereich 08/ Philosophie und Geschichtswissenschaften, das Institut für Ethnologie und das Forschungszentrum Normative Ordnungen.
Christine M. Korsgaard ist eine der wichtigsten Moralphilosophinnen und Kantinterpretinnen unserer Zeit. Ihr Werk widmet sich unter anderem einer Rechtfertigung menschlicher Würde, einer Grundlegung unseres richtigen Handelns und der Begründung des moralischen Status von Tieren. In den Dagmar-Westberg-Vorlesungen geht sie in drei Vorträgen zentralen Fragen der Praktischen Philosophie Kants nach, die sie auf innovative Weise deutet. Der erste Vortrag beschäftigt sich mit dem unvergleichlichen Wert des Individuums und ergründet, was es eigentlich heißt „Zweck an sich selbst“ zu sein. Der zweite Vortrag ist dem Zusammenhang von richtigem und gutem Handeln gewidmet und weist als wesentliches Kennzeichen deren Autonomie aus. Im dritten Vortrag wird schließlich Moralität als Bedingung unserer Freiheit thematisch.
Termine:
4. November 2024
The Incomparable Value of the Individual
5. November 2024
Constitutivism and the Value of an Action
6. November 2024
How We Can Be Free
Die Vorträge finden jeweils statt in Raum EG 01, Haus Normative Orders, Campus Westend der Goethe-Universität, Max-Horkheimer-Straße 2. Beginn jeweils 18 Uhr c.t. Die Vorträge sind auf Englisch.
Um eine Anmeldung unter office@normativeorders.net wird gebeten.
Über die Dagmar-Westberg-Vorlesungsreihe: Einmal pro Jahr werden hervorragende Forscherinnen und Forscher in- und ausländischer Universitäten, die in ihren Fächern jeweils zu den weltweit führenden zählen, an den Campus Westend der Goethe-Universität eingeladen. Hier stellen sie in drei bis vier Vorlesungen sowie einem anschließenden Kolloquium am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität wichtige neuen Einsichten, bahnbrechende Thesen und weiterführende Ideen zu Themen ihrer Forschung zur Diskussion. Ermöglicht wurde die Vorlesungsreihe durch die namensgebende Stifterin Dagmar Westberg. Dank Ihrer Unterstützung konnte ein gleichnamiger Stiftungsfond an der Goethe-Universität errichtet werden, der die Existenz der Dagmar-Westberg-Vorlesungsreihe als dauerhafte Gastprofessur garantiert.
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Die Lyrikerin und Übersetzerin Uljana Wolf übernimmt die neu eingerichtete Monika-Schoeller-Dozentur für literarisches Übersetzen.
FRANKFURT. Übersetzung als Hüpfburgen: Dieses ungewöhnliche Bild erklärt die Schriftstellerin Uljana Wolf folgendermaßen: „Hier geht es darum, lang gepflegte Angewohnheiten der nicht-federnden Welt fallen zu lassen, also etwa um Abwehr des Verlangens, Form und Sprungverhalten zu einer perfekten Performance auszubauen oder umzuschreiben. Ein in die Luft geworfener Körper in einer Hüpfburg sieht wie ein in die Luft geworfener Körper aus. Er kann schön sein, aber bevor er sich allen seinen Möglichkeiten gemäß entfaltet, schubst ihn das Material in eine neue Wurffigur.“
Ihren Vortrag über knuffende Widerstände und surrende Wortkörper, über Synästhesien und Sinnfiguren wird Uljana Wolf im Rahmen der neu eingerichteten Monika-Schoeller-Dozentur für literarisches Übersetzen halten. Im Gedenken an die Verlegerin und Förderin von Literatur und Übersetzung Monika Schoeller richtet das Freie Deutsche Hochstift in Zusammenarbeit mit dem Institut für Deutsche Literatur und ihre Didaktik und dem Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft unter dem Novalis-Motto „Am Ende ist alle Poesie Übersetzung“ beginnend im Wintersemester 2024/25 regelmäßig eine Dozentur aus. Die S. Fischer Stiftung ermöglicht es, jedes Jahr einen profilierten Übersetzer oder eine profilierte Übersetzerin nach Frankfurt einzuladen, um in Kooperation mit den Lehrenden der drei Institutionen das Seminar zu leiten.
Im Wintersemester 2024/25 wird Uljana Wolf an zwei Abenden (18.11.2024 und 21.01.2025) mit Vorträgen und Lesungen über die Verflechtung von Dichtkunst und Übersetzung sprechen. Daran anschließend bietet sie jeweils am nächsten Tag (19.11.2024 und 22.01.2025) einen Workshop zum literarischen Übersetzen an (um Anmeldung zu den Workshops wird bis zum 1.11.2024 gebeten). Ein Begleitseminar zur Dozentur wird an der Goethe-Universität von Prof. Dr. Frederike Middelhoff (Neuere Deutsche Literaturwissenschaft) und Dr. Caroline Sauter (Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft) geleitet. Es ist für Studierende regulärer Bestandteil des Studiums, richtet sich aber gleichermaßen an interessierte Gäste.
Uljana Wolf ist eine der erfolgreichsten und gleichzeitig experimentellsten Lyrikerinnen und Übersetzerinnen der Gegenwart. Dass ihre Poetik nicht einfach in der Beschreibungskategorie „übersetzend dichten“ und „dichtend übersetzen“ aufgeht, sondern die Sprache(n) eines Gedichts als postmonolinguales Textlabor versteht, lässt sich bis zu ihrem Debütband kochanie ich habe brot gekauft (2005) zurückverfolgen. Schon hier werden die vermeintlichen Grenzbereiche des Polnischen und des Deutschen ebenso hinterfragt und neu ausgelotet wie konventionelle Standorte, Akteure und Impulse des Sprechens. Seither hat sich Uljana Wolf mit einer Vielzahl translingualer Lyrikbände (zuletzt muttertask, 2023) und theoretisch-poetischer Reflexionen (zuletzt Etymologischer Gossip, 2021) hervorgetan, die an den strukturellen Ähnlichkeits- und Fremdheitsbeziehungen insbesondere deutsch- und englischsprachiger Texturen laborieren und die konventionellen Trennlinien zwischen den Sprachen produktiv aufweichen.
Vortrag
Uljana Wolf: „Surrender, Sinn. Von den Aufgaben der Übersetzerin“
18.11.2024, 19.00 Uhr, Freies Deutsches Hochstift, Arkadensaal,
Großer Hirschgraben 23 – 25, 60311 Frankfurt am Main
Weitere Informationen:
https://freies-deutsches-hochstift.de/besuch/programm/-/monika-schoeller-dozentur-fuer-literarisches-uebersetzen/1535
Kontakt:
Prof. Dr. Middelhoff, Professorin für Neuere Deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Romantikforschung, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Goethe-Universität Frankfurt am Main. middelhoff@em.uni-frankfurt.de
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
eLearningNetzwerktag an der Goethe-Universität am 4. November 2024
FRANKFURT. An einer der zehn größten Universitäten Deutschlands nimmt das digital gestützte Lehren und Lernen schon lange einen besonderen Stellenwert ein: Bereits seit 2006 richtet studiumdigitale, die Innovationseinheit für technologiegestütztes Lehren und Lernen an der Goethe-Universität, jährlich den eLearning Netzwerktag aus. Eingeladen sind alle Mitarbeitenden und Studierenden der Goethe-Universität, aber auch Interessierte aus der Stadtgesellschaft.
Im Rahmen von spannenden Vorträgen, Workshops und Demo-Sessions werden beim mittlerweile 17. eLearning Netzwerktag die neuesten Entwicklungen rund um Digitalität und Lernen erlebbar: von Künstlicher Intelligenz (KI) über Digital Diversity bis hin zu Virtual Reality. All das sind aktuelle und gesellschaftlich viel diskutierte Themen mit großem transformativem Potenzial. Und natürlich verändern neue Technologien auch die Art, wie wir lehren und lernen: Der Netzwerktag ist die Plattform, auf der sich Forschungs- und Lehrinnovationsprojekte der Goethe-Universität vorstellen und diese – auch über die Hochschullandschaft hinaus – relevanten Entwicklungen reflektieren.
Die diesjährige Keynote zum fairen Einsatz von Technologien hält Mina Saidze – Datenexpertin, „Forbes 30 Under 30“-Gründerin und Publizistin –, die von sich selbst sagt: „Ich bilde eine Brücke zwischen Menschen und Tech“. Weitere spannende Beiträge rund um die digitale Hochschullehre kommen von Prof. Dr. Viera Pirker, Vizepräsidentin für Lehre und Studium, Chief Information Officer und Vizepräsident für Digitalisierung, Ulrich Schielein, und dem Leiter des Hochschulrechenzentrums, Dr. Markus Unverzagt. Praxisorientierte Workshops geben einen Einblick in das digitale Lehren und Lernen an der Goethe-Universität: Das viel diskutierte Thema KI greift die AG Generative KI in einem Hands-on-Workshop auf. Die AG arbeitet statusgruppen- und disziplinenübergreifend und hat bereits Handreichungen zum Umgang mit KI an der Goethe-Universität erarbeitet, die für das Hochschulforum Digitalisierung eines von vier Best-Practice-Beispielen sind. Der Workshop gibt Einblicke in das KI-Tool-Lab und lädt dazu ein, über Einsatzszenarien in der Hochschullehre ins Gespräch zu kommen.
Wie sich KI-Tools zum Abbau von digitalen aber auch analogen Barrieren nutzen lassen, zeigt der Workshop von bambi (Barrierefreie Medien im Bildungswesen). Das Verbundprojekt Future Learning Spaces (fuels) macht die Lehr- und Lernräume der Zukunft mittels der Technologien 360°, Augmented und Virtual Reality in einem Workshop zum Ausprobieren erlebbar. DigiTeLL versammelt 12 innovative Lehrprojekte aus unterschiedlichsten Fachbereichen – von einem digitalen Selbstlerntool in der Mediävistik über ein VR-gestütztes Kommunikationstraining im Medizinstudium bis zu digital literacy in der Psychologie – und zeigt Transfermöglichkeiten für die eigene Lehre auf. Beim „Innovation & Information Hub“ präsentieren sich spannende Projekte von studiumdigitale und weiteren Einrichtungen der Goethe-Universität: Hier geht es zum Beispiel um Nachhaltigkeit im europäischen Gemeinschaftsprojekt SUTEE (Showcasing Urban Trees for Environmental Education with IoT Technology). Zukunftsweisende Lehr- und Lerngestaltung in diversen Fachbereichen zeigt das Programm DALE (Digitalisierung und aktivierendes Lernen).
Um Anmeldung bis zum 30.10.2024 wird gebeten.
Anmeldung und Programm: https://netzwerktag.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/
Kontakt: Dr. Ulrike Mascher, studiumdigitale, Tel. (69) 798 23645
mascher@sd.uni-frankfurt.de; netzwerktag@sd.uni-frankfurt.de
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Altskandinavist Matthias Egeler über die Geschichte der Fantasiewesen
FRANKFURT. „Elfen und Feen. Eine kleine Geschichte der Anderwelt“ – so lautet der Titel seines populärwissenschaftlichen Buches, mit dem Matthias Egeler den interessierten Leser mit dem kulturgeschichtlichen Ursprung und der literarischen Tradition von Elfen und Feen vertraut macht. Die Lektüre gibt Aufschluss über die Herkunft der Fantasiewesen, die schon die keltischen und nordischen Mythen bevölkerten, und über ihre durchaus nicht nur engelhafte Natur: Manche konnten durchaus rabiat werden, wenn sie sich in ihrer Lebenswelt gestört sahen. Das Buch zeichnet nach, wie aus den lebensgroßen menschenähnlichen Wesen, wie sie in alten Mythen und Volkssagen oder in Tolkiens „Herr der Ringe“ vorkommen, niedliche kleine Elflein mit Flügeln werden konnten. Die Nähe zu Natur und Naturschutz, die ihnen erst in jüngerer Zeit zugeschrieben wird, wirft die Frage auf, warum moderne Elfen immer noch so sanft sind. Jede Zeit hat offenbar ihre eigenen Elfen.
Publikationen:
Matthias Egeler, Elfen und Feen. Eine kleine Geschichte der Anderwelt. München: Verlag C.H. Beck 2024. 192 Seiten mit 14 Abbildungen und zwei Karten. 20 Euro. ISBN 978-3406813665
Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de
Ringvorlesung »Gewohnter Wandel« beleuchtet Aspekte der internationalen Wohnungsforschung
FRANKFURT. Das gemeinsame Graduiertenkolleg von Bauhaus-Universität Weimar und Goethe-Universität „Gewohnter Wandel. Gesellschaftliche Transformation und räumliche Materialisierung des Wohnens“ hat zum 1. Oktober 2024 seine Arbeit aufgenommen. Mit einer Ringvorlesung stellt sich das Graduiertenkolleg im Wintersemester der Öffentlichkeit vor und gibt Einblicke in die aktuelle internationale Wohnungsforschung.
Mit welchen Methoden und Fragestellungen wird menschliches Wohnen erforscht? Welchen Zusammenhang sehen wir zwischen gesellschaftlicher Transformation und Veränderungen des Wohnens? Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland diskutieren diese Kernfragen aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven. Der Auftakt der Ringvorlesung trägt den Titel „Herausforderungen und Perspektiven in der Wohnungsforschung“ und findet am
Dienstag, 22. Oktober, 18:30 Uhr
an der Bauhaus Universität Weimar, Marienstraße 13C, Hörsaal D
Übertragung in Frankfurt: PEG-Gebäude, Westend-Nord, Raum 1.G135
statt. Im Mittelpunkt stehen die Herausforderungen und Perspektiven der Wohnungsforschung seit den 1980er Jahren mit Blick auf die Strukturen und Ziele des Graduiertenkollegs. Dazu kommen ins Gespräch: Ingrid Breckner, ehemalige Professorin für Stadt- und Regionalsoziologie an der HafenCity University Hamburg, Monika Grubbauer, Professorin für Geschichte und Theorie der Stadt an der HafenCity University Hamburg, Prof. Barbara Schönig, Sprecherin des Graduiertenkollegs und Professorin für Stadtplanung an der Bauhaus-Universität Weimar, sowie Prof. Sebastian Schipper, Heisenberg-Professur für Geographische Stadtforschung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und stellvertretender Sprecher des Kollegs.
Das Graduiertenkolleg „Gewohnter Wandel. Gesellschaftliche Transformation und räumliche Materialisierung des Wohnens“ wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Das Projekt ermöglicht in der ersten Phase bis 2029 bis zu 40 Nachwuchsforscherinnen und -forschern (Postdocs und Promovierenden) an der Bauhaus-Universität Weimar und der Goethe-Universität Frankfurt am Main zur aktuellen Lage der Wohnungsversorgung zu forschen. Durch Kooperationen etwa mit dem Institut Wohnen und Umwelt Darmstadt (IWU), der Frankfurt University of Applied Sciences (UAS), der Klassik Stiftung Weimar, der Stiftung Baukultur Thüringen oder dem Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e.V. (vhw) sollen Forschung, Praxis und Transfer möglichst Hand in Hand gehen.
Die Ringvorlesung findet teils auf Deutsch, teils auf Englisch statt und wird hybrid in den jeweils anderen Hörsaal übertragen.
Alle Termine
Dienstag, 22. Oktober, 18:30 Uhr
Ingrid Breckner, Monika Grubbauer (Hamburg), Barbara Schönig (Weimar); Sebastian Schipper (Frankfurt/Main)„Herausforderungen und Perspektiven in der Wohnungsforschung“
Weimar, Marienstraße 13C, Hörsaal D
Dienstag, 19. November, 18:30 Uhr
Michael Obrist (Wien)
„Wien und anderswo - Das Ende des Wohnbaus (als Typologie)“
Weimar, Marienstraße 13C, Hörsaal D
Dienstag, 3. Dezember, 18:30 Uhr
Anne Kockelkorn (Gent)
„Palast auf Kredit und andere Wohnprodukte. Zur Rolle von Architektur in der Wohnbauforschung vor und nach der neoliberalen Wende“
Frankfurt, PEG-Gebäude, Westend-Nord, Raum 1.G135
Dienstag, 10. Dezember
Matthias Bernt (Berlin/Erkner)
„Gentrifizierung. Was kann die politische Ökonomie erklären und was nicht?“
Weimar, Marienstraße 13C, Hörsaal D
Dienstag, 14. Januar 2025
Anne Tietjen (Kopenhagen)
“Transformations of Living: Learning from open spaces in European social housing“
Weimar, Marienstraße 13C, Hörsaal D
Dienstag, 28. Januar 2025
Joris Hoekstra (Delft)
“Housing Research in Europe? Societal and methodological challenges“
Weimar, Marienstraße 13C, Hörsaal D
Information:
Prof. Dr. Sebastian Schipper
Institut für Humangeographie
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Telefon: + 49 (0)69-798-35165
E-Mail: S.Schipper@geo.uni-frankfurt.de
Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, E-Mail: sauter@pvw.uni-frankfurt.de
Goethe-Universität beschließt Papier zum Spannungsfeld von Wissenschaftsfreiheit, Meinungsfreiheit und gesellschaftlicher Verantwortung
Zu ihrem 110. Geburtstag hat die Goethe-Universität ein Papier veröffentlicht, mit dem sie sich im Spannungsfeld von gesellschaftlicher Verantwortung der Wissenschaft, Wissenschaftsfreiheit und Meinungsfreiheit positioniert. Grundtenor: Die Universität gewährt der Wissenschaft einen Raum für Eigenverantwortlichkeit und Kreativität und verteidigt ihn gegen wissenschaftsfremde Interessen – aber Autonomie kennt Grenzen und bringt sowohl für die Universität als auch für alle ihre Mitglieder und Angehörigen Verantwortung mit sich. Das Papier ergänzt das Leitbild der Universität und konkretisiert die sich aus dem Grundgesetz und weiteren Rechtsnormen herleitenden Rechte und Pflichten der Universität und ihrer Wissenschaftler*innen.
FRANKFURT. Die Goethe-Universität bekräftigt mit dem Papier ihr Selbstverständnis als Ort der Konfrontation wissenschaftlicher Ansichten im Ringen um neues Wissen. „Wissenschaft, und gerade die Goethe-Universität als Gründung aus der Stadtgesellschaft für die Stadtgesellschaft, lebt vom Dialog, der Diskussion und dem Diskurs mit Akteur*innen innerhalb und auch außerhalb der Wissenschaft. Dazu gehört es, dass Wissenschaftler*innen es aushalten müssen, wenn andere ihnen öffentlich widersprechen oder gegen wissenschaftliche Veranstaltungen protestieren, so lange dies im Rahmen der Gesetze geschieht. Wenn allerdings durch Äußerungen oder Handlungen die Freiheit der Wissenschaft in Gefahr ist, haben wir als Universität die Aufgabe, sie zu schützen“, erläutert Prof. Dr. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität. „Aber nicht jede Äußerung und jede Veranstaltung von Wissenschaftler*innen ist von der Wissenschaftsfreiheit gedeckt: Wenn sie ihre bloße Meinung kundtun, etwa auf Feldern, zu denen sie gar nicht kompetent sind, oder mit einer Veranstaltung rein ergebnisorientiert ideologische Ziele verfolgen, bewegen sie sich außerhalb der Wissenschaftsfreiheit und damit außerhalb des Einflussbereichs der Universität.“
Das Papier wurde erarbeitet, um eine bessere Grundlage für den Umgang mit öffentlicher Kritik an und Protest gegen öffentliche Veranstaltungen von Wissenschaftler*innen der Goethe-Universität zu erhalten. „Viele Debatten sind stark polarisiert. Wenn wir Wissenschaft im Dialog mit der Gesellschaft betreiben wollen, dürfen wir davor weder zurückschrecken noch ausweichen“, erläutert Uni-Präsident Schleiff. „Wir sind als Professor*innen für den wissenschaftlichen Diskurs ausgebildet, aber wir müssen auch lernen, mit Kritik und Argumenten umzugehen, die nicht wissenschaftlicher Natur sind, und in emotional aufgeheizten Situationen souverän zu bleiben.“ Deshalb hat die Universität neue Fortbildungsangebote etwa für Moderation und Kommunikation eingerichtet, um die Kompetenzen von Wissenschaftler*innen während konfrontativer Momente zu stärken.
Erarbeitet hat das Papier eine Expert*innenkommission unter der Leitung des Rechtswissenschaftlers Prof. Dr. Matthias Jahn. Rechtlich hat es den Charakter einer normkonkretisierenden Verwaltungsvorschrift: Diese erläutert geltendes Recht und dient damit allen an der Universität als verbindliche Handreichung, kann aber die Entscheidung im Einzelfall nicht ersetzen. „Die Universität stellt Wissenschaftler*innen ihre Infrastruktur für die Ausübung von Wissenschaft zur Verfügung, nicht für Tätigkeiten und Formate, die wissenschaftsfremde Ziele verfolgen. Wo die Grenzen liegen, lässt sich nur am Einzelfall bestimmen, auch nach Maßstäben der jeweiligen Fachkultur“, erläutert Jahn. „Eine inhaltliche Steuerung der Wissenschaft durch die Universitätsleitung ist unzulässig, Kontroversen darüber, auf welchem Weg Erkenntnisse gewonnen und wie sie gedeutet werden, obliegen der fachlichen Bewertung der Gemeinschaft der Wissenschaftler*innen. Die Universitätsleitung kann allerdings beispielsweise entscheiden, dass sie einer nicht der Wissenschaftsfreiheit unterliegenden Veranstaltung keine Räume zur Verfügung stellt, wenn diese Entscheidung organisatorisch so abgesichert ist, dass eine strukturelle Gefährdung der Wissenschaftsfreiheit ausgeschlossen ist. Wenn Wissenschaftler*innen eine solche Entscheidung für falsch halten, steht ihnen der Weg zu den Gerichten offen.“ Die Gerichte haben dann aber die Konkretisierungen durch das Selbstverständnis-Papier der Universität zu berücksichtigen, erklärt Jahn, der im Nebenamt seit zwei Jahrzehnten an verschiedenen Oberlandesgerichten tätig ist.
Auch innerhalb der Wissenschaft gebe es Grenzen. Die Wissenschaftsfreiheit werde im Grundgesetz zwar weitreichend, aber nicht schrankenlos gewährleistet, erläutert das Papier: Einschränkungen zugunsten im Einzelfall als höher bewerteter Güter wie der Grund- und Menschenrechte, auf studentische Ausbildungsfreiheit oder der Persönlichkeitsrechte Dritter sind möglich. Die Konsequenzen sind dann einschneidend: „Verstöße gegen diese Verpflichtung (…) können Dienstvergehen darstellen“, heißt es in dem Papier.
Beschlossen wurde die normkonkretisierende Verwaltungsvorschrift vom Präsidium der Universität, nachdem auch der Senat und der Hochschulrat sich damit befasst hatten. Zusätzlich wurde der Entwurf mit Vertreterinnen und Vertretern der Frankfurt Stadtgesellschaft erörtert.
Die normkonkretisierende Verwaltungsvorschrift im Wortlaut:
https://www.uni-frankfurt.de/159421281
Redaktion: Volker Schmidt, Leiter Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, v.schmidt@em.uni-frankfurt.de
Ausstellung im SKW-Gebäude auf dem Campus Westend der Goethe-Uni
FRANKFURT. Welche Arten von Frauendarstellungen gibt es in der frühchristlichen, byzantinischen und der frühislamischen Kunst? Mit dieser Frage haben sich Studierende aus der Türkei und aus Deutschland im Rahmen eines gemeinsamen DAAD-Projekts von zwei türkischen Hochschulen (ITU, Istanbul, und METU, Ankara) und dem Institut für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität auseinandergesetzt und eine Ausstellung konzipiert. Diese wird
am Dienstag, 22. Oktober, um 12:30 Uhr
im Foyer des Gebäudes der Sprach- und Kulturwissenschaften (SKW)
am Campus Westend, Rostocker Straße 2, 60323 Frankfurt am Main
eröffnet und ist dort bis 15. November 2024 zu sehen. Prof. Dirk Wicke (Vorderasiatische Archäologie) und Johannes Müller vom Global Office werden bei der Eröffnung Grußworte sprechen.
Das Projekt „Aesthetic approaches between the early Christian, Byzantine and early Islamic World“ ist im DAAD-Programm „Higher Education Dialogue with the Muslim World“ angesiedelt und wurde von 2023 bis Ende 2024 gefördert. Im Mittelpunkt des Programms stehen die Beziehungen zwischen Orient und Okzident, die in vielfältigem Austausch und Kontakt standen. Dies macht sich auch und vor allem in der Kunst bemerkbar, so sind die frühislamischen Dekorationstechniken in der Al-Aqsa-Moschee und der Umayyaden-Moschee in Damaskus von der byzantinischen Kunst geprägt, im Gegenzug weist die mittelalterliche Kunst Europas etliche Bezüge zu orientalischen Motiven auf.
Das Studierendenprojekt hat diesen Kontakt und Austausch zum Thema, zugleich geht es darum, die Disziplinen Kunstgeschichte, Byzantinistik und Islamische Archäologie und Architektur zu verbinden und jenseits von Staatsgrenzen in den wissenschaftlichen Dialog zu treten. Anhand des Themas „Frauen und Kunst“ haben sie interessante Beispiele gefunden, die die Rolle von Frauen als Künstlerinnen, Mäzeninnen und als in der Kunst Dargestellte deutlich machen.
Information:
Dr. Fateme Rahmati
Wissenschaftliche Koordinatorin DAAD-Project „Aesthetic approaches between the Byzantine, early Islamic and early Christian world" am Institut für Archäologische Wissenschaften
Telefon: +49 (0)69 798-32291
E-Mail: rahmati@em.uni-frankfurt.de
Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, E-Mail: sauter@pvw.uni-frankfurt.de
Die Studiengalerie 1.357 zeigt vom 23.10. bis 20.11.2024 den Super-8-Film “This makes me want to predict the past” von Cana Bilir-Meier. Eröffnung am 23.10.2024, 20 Uhr
FRANKFURT. “This makes me want to predict the past" wurde 2019 produziert. Der Film bezieht sich auf den rassistischen Anschlag im Münchner Olympia-Einkaufszentrum am 22.07.2016, bei dem neun Jugendliche mit Migrationshintergrund ermordet und weitere schwer verletzt wurden. Die Ausstellung ist der zweite und letzte Teil der Ausstellungsreihe “Setzt dem Schweigen ein Ende" in der Studiengalerie 1.357, die künstlerische Auseinandersetzungen mit Rechtsextremismus präsentiert.
Ausstellung: “This makes me want to predict the past"
Studiengalerie 1.357, Goethe-Universität
IG-Farben-Haus, 1. OG, rechts
23.10.2024 bis 20.11.2024; Mo-Do, 12.00-17.00 Uhr
Eröffnung: Mittwoch, 23.10.2024, 20.00 Uhr
Im Vorraum der Ausstellung ist ein Auszug aus dem Online-Projekt „wir sind hier“ von Talya Feldman zu sehen, das Tatorte rassistischer Gewalt im Stadtraum mit den Erinnerungen von Angehörigen der Opfer verbindet. Eines der Opfer ist die Hamburger Schriftstellerin Semra Ertan, aus deren Gedicht auch der Reihentitel stammt. Ertan verbrannte sich im Jahr 1982 aus Protest gegen den Rassismus in der Bundesrepublik Deutschland öffentlich und starb. Sie war die Tante der nun ausgestellten Filmemacherin und Künstlerin Cana Bilir-Meier.
In ihrer Arbeit „This Makes me Want to Predict the Past“ folgt die Filmkamera drei jungen Frauen, die sich im Münchner Olympia-Einkaufszentrum ihre Zeit vertreiben, Rolltreppe fahrend, Kleidung anprobierend, posierend. Zwischen den unbeschwerten Szenen halten sie immer wieder stumm und selbstbewusst den Blick in die Kamera. Der Super 8-Film in schwarz-weiß mit seinem groben Korn, geringer Auflösung und starken Helligkeitskontrasten verweist sowohl auf experimentell-politische Filme der 1970er und 1980er-Jahre wie auch auf die ersten Homevideos, die damals in demselben Medium entstehen.
Beide Kontexte sind auch für den Inhalt von Bedeutung: Zu Beginn stellen die Frauen Posen und Szenen von Fotografien nach, die später in die Kamera gehalten werden. So lehnen sie etwa den Kopf nach hinten und schauen sich gegenseitig prüfend und lachend in den Mund. Diese demütigende Geste stammt aus Untersuchungen von Gastarbeiter*innen, die nach der Ankunft in Deutschland auf ihre Arbeitsfähigkeit geprüft wurden. Sie spielte auch in dem Theaterstück „Düşler Ülkesi“ (Land der Träume) eine Rolle, das 1982 an den Münchner Kammerspielen aufgeführt werden sollte. In diesem Stück spielten Jugendliche, unter ihnen die Mutter der Künstlerin, Zühal Bilir-Meier, Alltagsszenen aus dem Leben von Gastarbeiter*innen nach. Die Premiere konnte aufgrund einer Bombendrohung nicht wie geplant stattfinden.
Die Filmszenen werden begleitet von einem Voice-Over aus paradoxen Sätzen wie dem im Titel formulierten Wunsch, die Vergangenheit vorauszusagen. Es handelt sich um modifizierte Zitate aus YouTube-Kommentaren zu dem Lied „Redbone“ (2016) des US-amerikanischen Musikers Childish Gambino, dessen Refrain ein Rache-Szenario imaginiert: „N[…] schleichen sich an, sie werden dich finden“. Die Voice-Over-Aussagen schreiben dieses Szenario fort und gleichen sprachlichen Akte imaginierter Selbstermächtigung. „This makes me want to predict the past“ reflektiert durch die Verbindung von Bild, Text und Ton die Kontinuität rassistischer Gewalt in Deutschland. Die Arbeit zeigt den Alltag von migrantischen Jugendlichen in der Gegenwart und geht auf die Diskriminierungserfahrungen ihrer Eltern und Großeltern, den ersten so genannten Gastarbeiter:innen ein. Sie stellt eine Verbindung zwischen diesen Erfahrungen, dem postmigrantischen Alltag von Jugendlichen im gegenwärtigen Deutschland und dem rassistischen Anschlag im Olympia-Einkaufszentrum in München (2016) her. Mit dieser Verbindung macht „This makes me want to predict the past“ auf eine Leerstelle in den Narrativen der deutschen Erinnerungskultur aufmerksam: die Stimmlosigkeit von Migrant*innen der ersten, zweiten und dritten Generation und das Verschweigen ihrer Erfahrung von rassistischer Gewalt.
Cana Bilir-Meier (*1986, München) arbeitet als Filmemacherin und Künstlerin. Sie hat digitale Medien/Kunst und Film und Kunstpädagogik an der Akademie der bildenden Künste in Wien und an der Sabancı University in Istanbul studiert. Sie publiziert im Bereich Film, Feminismus und Migration, arbeitet als Kuratorin und Gastlehrende und -vortragende an diversen Hochschulen. Die Künstlerin setzt sich in ihren Film- und Soundarbeiten mit der deutschen postmigrantischen Geschichte auseinander und verbindet dies mit ihrer eigenen Familiengeschichte als Enkelin türkischer Einwanderer. Den Fokus legt sie in ihren Werken auf Materialsichtung von archivierten Bild- und Tonaufnahmen, Briefen, Zeitungsartikeln und Dokumenten.
Die Studiengalerie 1.357 ist ein Lehr- und Studienprojekt am Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt in ständiger Zusammenarbeit mit Frankfurter Museen. Sie organisiert jährlich vier Ausstellungen mit internationalen künstlerischen Positionen, die von Lehrenden und Studierenden aus verschiedenen Fachdisziplinen konzipiert und realisiert werden. https://studiengalerie-1357.de/
Kontakt: Emma Tomberger, Studiengalerie 1.357, e.tomberger@web.de
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Ausstellung im Museum Giersch der Goethe-Universität vom 25. Oktober 2024 bis 16. Februar 2025. Offene Vernissage am 24. Oktober ab 17.00 Uhr
FRANKFURT. Herzlich willkommen in OUR HOUSE! Das Museum Giersch der Goethe-Universität befindet sich in einem Haus mit Geschichte: 1910 als Wohnvilla gebaut, später Sitz der Spanischen Handelskammer, ist es seit dem Jahr 2000 ein Museum. Die ursprüngliche Funktion des Hauses kann man bis heute in der Atmosphäre der Räume spüren, sie ist Ausgangspunkt der Ausstellung „OUR HOUSE. Künstlerische Positionen zum Wohnen“. Ausstellungseröffnung ist am 24. Oktober, alle Interessierten sind zur offenen Vernissage ab 17.00 Uhr eingeladen. Um 19.00 Uhr findet die offizielle Begrüßung statt, es sprechen: Ina Neddermeyer, Direktorin MGGU; Prof. Dr. Viera Pirker, Vizepräsidentin der Goethe-Universität; Karin Wolff, Geschäftsführerin Kulturfonds Frankfurt RheinMain GmbH; Dr. Katrin Kolk, Kuratorin der Ausstellung.
Zur Ausstellung
Nichts ist so privat und öffentlich, so persönlich und politisch zugleich wie das Wohnen. Wie wohnen wir? Wieviel Wohnraum können wir uns leisten, und wie gestalten wir ihn? Diesen Fragen gehen die beteiligten Künstler*innen in ihren Arbeiten nach. Die Ausstellung ist dabei als Wohngemeinschaft zu verstehen: Die Künstler*innen ‚beziehen' mit ihren Werken jeweils einzelne Ausstellungsräume.
Im Erdgeschoss und Treppenhaus beschäftigt sich Zilla Leutenegger in ihren ortsbezogenen Arbeiten mit der Wohnvergangenheit der Museumsvilla. Im ersten und zweiten Stock befinden sich neun ‚WG-Zimmer' mit jeweils unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema Wohnen. Matthias Weischer behandelt den Wohnraum als ästhetische Bühne, Susanne Kutter wiederum dekonstruiert ihn auf brachiale Weise. Die Frankfurter Fotografin Inge Werth dokumentiert die Schlafzimmer von Menschen unterschiedlichster Gesellschaftsschichten. Robert Haas, ebenfalls Fotograf, zeichnet 1938 in Wien mit seiner Kamera die verlassenen Wohnungen geflohener jüdischer Bürger*innen in deren Auftrag auf. Auch aktuelle gesellschaftspolitische Fragen werden reflektiert: Francisca Gómez setzt sich mit der prekären Wohnsituation geflüchteter Menschen auseinander, Karolina Horner und Elizabeth Ravn beschäftigen sich mit den Herausforderungen des Corona-Lockdowns. Jana Sophia Nolle und Jakob Sturm widmen sich ortsspezifisch der Wohnsituation in Frankfurt am Main.
Marcus Morgenstern und sein Team haben für die temporäre Museums-WG ein eigenes Ausstellungsdesign entwickelt, das neben der Küche im Erdgeschoss auch ein Wohnzimmer im ersten Stock umfasst, das die Besuchenden zum Verweilen und Austausch einlädt.
Museumsdirektorin Ina Neddermeyer: „Herzlich willkommen in OUR HOUSE! Mit dieser Ausstellung zeigen wir nicht nur verschiedene künstlerische Perspektiven auf das Thema Wohnen, sondern öffnen die ehemalige Wohnvilla als öffentlichen Diskursraum. Dafür haben wir zahlreiche Wände entfernt und Fenster geöffnet, um den Charakter des Wohnhauses wiederherzustellen. Der Ausstellungstitel ist dabei programatisch zu verstehen: Die erstmals öffentlich zugängliche Küche und das WG-Wohnzimmer laden zum Austausch ein und ermöglichen den Besucher*innen das Museum auf neue Weise zu erleben und mitzugestalten!“
Kuratorin Dr. Katrin Kolk: „Wohnen ist ein ebenso politisches wie persönliches Thema. Es geht um Identität, soziale Gerechtigkeit und Lebensqualität – das reflektieren die Künstler*innen in ihren Arbeiten. Zusammengenommen entsteht die Idee der Wohngemeinschaft, vielleicht der politischste Moment der Ausstellung, denn hier stellt sich die Frage: Wie können wir eigentlich gemeinsam wohnen, wie leben wir miteinander?“
Prof. Dr. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität Frankfurt am Main: „Als Universität ist es uns ein besonderes Anliegen, gesellschaftlich relevante Themen wie das Wohnen wissenschaftlich zu beleuchten und aktiv im öffentlichen Diskurs zu verankern. Die Kooperationen mit dem Kunstgeschichtlichen Institut und der Frankfurter Juristischen Gesellschaft verdeutlichen, wie sich ganz unterschiedliche Perspektiven ergänzen können, um komplexe gesellschaftliche Themen wie Wohnraum, soziale Gerechtigkeit und urbane Entwicklung in einen neuen Fokus zu rücken.“
Die Ausstellung ist Teil des Kooperationsprojekts INTERIOR zwischen der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim, dem Museum Sinclair-Haus in Bad Homburg, dem Kunstforum der TU Darmstadt, dem MGGU in Frankfurt, dem Kunsthaus Wiesbaden und dem Nassauischen Kunstverein Wiesbaden. Gemein ist allen sechs INTERIOR-Partnerinstitutionen, dass sie ihren Platz in Gebäuden gefunden haben, die ursprünglich für andere Zwecke und nicht für eine kulturelle Nutzung errichtet wurden. Die Storyguides zur Geschichte der Häuser aller INTERIOR-Kooperationspartner können abgerufen werden unter:
https://interior-rheinmain.de/de/.
Die Kooperation INTERIOR wird gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Karin Wolff, Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain: „Die Förderung dieser Ausstellung im Rahmen des Kooperationsprojektes war uns wichtig, da sie auf eindrucksvolle und vielseitige Weise ein zentrales Thema unserer Gesellschaft beleuchtet: Wie wollen wir leben und wohnen? Wir freuen uns, Teil dieses wegweisenden Projekts zu sein.“
Pressekonferenz am Donnerstag, 24. Oktober 2024, 11.00 Uhr im Museum Giersch der Goethe-Universität:
Bitte um vorherige Anmeldung an presse@mggu.de
Einführung und Rundgang durch die Ausstellung mit:
Anwesende Künstler*innen bei der PK: Jana Sophia Nolle, Matthias Weischer, Susanne Kutter, Elizabeth Ravn, Karolina Horner, Marcus Morgenstern, Jakob Sturm.
Weitere Informationen:
Morgenstern & Wildegans ist ein Büro für Raumkonzepte, das mit einem Team an Spezialist*innen Räume inszeniert.
Kuratorin der Ausstellung: Dr. Katrin Kolk
Kuratorische Assistenz: Tizian Holzbach
Publikation: Zur Ausstellung erscheint ein Postkartenset, das die eindrucksvollsten Werke auf kreative Weise einfängt und zum Nachdenken über das Thema Wohnen anregt.
Ausstellungsfilm: Zur Ausstellung gibt es einen Film, der als Trailer auf YouTube einen ersten spannenden Einblick in die künstlerischen Positionen und Themen von „OUR HOUSE“ bietet. Regie: Tim Seger.
Vermittlungsprogramm: Die Ausstellung wird begleitet von einem vielfältigen Bildungs- und Vermittlungsangebot in analoger und digitaler Form. Aktuelle Informationen über alle Veranstaltungen finden Sie immer aktualisiert auf unserer Website: www.mggu.de
Veranstaltungsprogramm: mehr dazu unter https://www.mggu.de/veranstaltungen/
MGGU – Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main
Eintritt: Erwachsene 7 € / Ermäßigt 5 €. Freier Eintritt für Personen unter 18 Jahren und Schulklassen.
Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr, Sa, So 10–18 Uhr, Do 10–20 Uhr
25.12. / 26.12. / 01.01. 10.00 – 18.00 Uhr
24.12. / 31.12. geschlossen
Sonderöffnungszeiten nach Vereinbarung
Ansprechpartnerin für die Presse: Christine Karmann
Fon: 069/138210121 // E-Mail: presse@mggu.de
Texte und Bilder zum Download für die Presse: www.mggu.de/presse
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Der Soziologe Christian Stegbauer erläutert im aktuellen UniReport die Grundprinzipien der Netzwerkforschung. In seinem neuen Buch zum Thema stellt er auch dar, wie sich Beziehungen unter Studierenden bilden – sehr häufig bereits zu Beginn des Studiums.
FRANKFURT. Wann und wo lernen sich die Studierenden eigentlich in ihrem Studium kennen? Eine Frage, die der Soziologe Apl. Prof. Christian Stegbauer gerne in seinen Seminaren zum Thema Netzwerkforschung stellt. Die Antwort seiner Seminarteilnehmenden lautet dann mehrheitlich: in der Orientierungswoche. Natürlich müsse man bei der Bildung von Beziehungen unter Studierenden genau schauen, ob es sich um ein Massenfach oder ein kleines Fache handelt, schränkt Stegbauer ein. Auch sei entscheidend, wie offen die Studierenden für neue Freund- und Bekanntschaften seien: Besonders groß sei die Bereitschaft, wenn man für das Studium aus einer anderen Stadt umziehen muss und noch niemanden kennt. Aber wenn man schon in der Stadt lebt und zur Schule gegangen ist, habe man in der Regel ein Netzwerk aus Freunden und Familie jenseits der Universität.
In seinem gerade erschienenen Buch „Die 12 Grundannahmen der Netzwerkforschung“ erläutert Stegbauer die Forschungsrichtung anhand zahlreicher anschaulicher Beispiele aus der sozialen Welt. Ebenso stellt er die Unterschiede zu anderen Richtungen der Soziologie dar. Nach den klassischen Methoden werde bei quantitativen Befragungen der einzelne Mensch isoliert nach einer Meinung gefragt, der soziale Einfluss im Interview soll möglichst vermieden werden. Dabei könnte die Antwort je nach Kontext aber anders ausfallen, kritisiert Stegbauer. Hingegen berücksichtige die Netzwerkforschung in ihren Analysen die sozialen Kontexte in Form von Verflechtungen in Beziehungsmustern.
Weitere Themen im neuen Uni-Report:
Aktuelles
Forschung
Studium, Lehre und Qualifikation
Campus
International
Kultur
Bibliothek
Nachrufe
Der UniReport 5/2024 steht zum kostenlosen Download bereit unter https://www.unireport.info/aktuelle-ausgabe
UniReport online - Wie finden Sie unsere Artikel im Netz? Ganz einfach: Schauen Sie doch einmal ins Webmagazin der Goethe-Universität. Auf www.aktuelles.uni-frankfurt.de/unireport können Sie einen Großteil der Artikel aus der Printausgabe auch online lesen.
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Die neuen Studierenden werden am 10. Oktober auf dem Campus Westend begrüßt
FRANKFURT. Aufbruchsstimmung: Wer sich in diesen Tagen auf den Campi der Goethe-Universität bewegt, spürt die besondere Atmosphäre. Kurz vor Semesterbeginn finden sich viele junge Menschen ein, die in eine neue Lebensphase eintreten. Erst einmal müssen sich die frischgebackenen Studierenden mit den Gegebenheiten einer großen Hochschule vertraut machen. Zum Wintersemester haben sich knapp 8.000 „Erstis“ an der Goethe-Universität eingeschrieben.
Auf der großen UNISTART-Messe, die am Donnerstag im Hörsaalzentrum auf dem größten Campus stattfindet, können sie sich informieren, vernetzen und beraten lassen. Zentrale Einrichtungen der Goethe-Universität sowie studentische Initiativen und Hochschulgruppen stellen sich im Rahmen der Messe vor. Die Liste der über 80 Aussteller reicht von der Agentur für Arbeit bis hin zum Zentrum für Hochschulsport. Ab 14.00 Uhr werden die Studierenden dann im Hörsaal HZ 2 des Hörsaalzentrums offiziell begrüßt: vom Universitätspräsidenten, Prof. Enrico Schleiff, der Stadträtin und Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt, Dr. Ina Hartwig, und dem AStA-Vorstand.
Auch das Workshop-Programm der UNISTART-Messe ist vielfältig: So erfahren die neuen Studierenden beispielsweise von SLI (Studium, Lehre und Internationales) und dem Global Office, was beim Auslandsaufenthalt während des Studiums zu beachten ist. Das Hochschulrechenzentrum erläutert die IT-Services für Studierende. Wer sich literarisch oder journalistisch im Studium betätigen möchte, wird von den Macherinnen und Machern von „Johnny“ erfahren, wie man bei der studentischen Literaturzeitschrift mitmachen kann. Wer lieber seine rhetorischen Fähigkeiten trainieren möchte, kann dies im Debattierclub Goethes Faust e.V. tun. Und ganz wichtig gerade für alle Zugezogenen: Im Workshop des Goethe Clubs erfährt man nahezu alles, was man über das Studentenleben in der Region Frankfurt am Main wissen muss, übrigens auch auf Englisch. Als kleines Willkommensgeschenk erhalten die neuen Studierenden den UNISTART-Begrüßungsbeutel, der an den Ständen mit Materialien gefüllt werden kann.
UNISTART Wintersemester 2024/25
Donnerstag, 10. Oktober, von 11.30 bis 16.00 Uhr
Campus Westend, Hörsaalzentrum,
Theodor-W.-Adorno-Platz 5,
60323 Frankfurt
Der reguläre Vorlesungs- und Seminarbetrieb für alle Studierenden beginnt ab dem kommenden Montag. Insgesamt werden ca. 41.000 Studierende im Wintersemester an der Goethe-Universität erwartet.
Weitere Informationen: https://www.uni-frankfurt.de/48370161/unistart
Kontakt:
UNISTART-Team Kerstin Rozsa & Patrick Schmitz, CAMPUSERVICE der Goethe-Universität, Tel: 069 71 58 57 19; unistart@uni-frankfurt.campuservice.de
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Vorlesungsreihe zu Erinnerungskultur an der Goethe-Universität wird fortgesetzt
FRANKFURT. Antisemitismus und Rassismus, Migration und Klimawandel, Geschlechterordnungen und die Legitimationskrise liberaler Demokratie, aber auch die weltweiten kriegerischen Konflikte – über diese Themen wird in der medialen Öffentlichkeit polarisierend und auch moralisierend debattiert. Auch wissenschaftliche Diskurse sind in die Debatten verwickelt. Wie lässt sich der Balanceakt zwischen wissenschaftlicher Distanz und politischer Positionierung, wie die Spannung zwischen moralischer Abstinenz und Involviert-Sein gestalten? Wo kann wissenschaftliches Denken solche Krisen- und Konfliktlagen aufklären, und welche Grenzen sind ihr dabei gesetzt?
Entlang der drei Forschungsfelder Erinnerungskultur, Antisemitismus und Demokratie setzen die Goethe-Universität und die Jüdische Akademie des Zentralrats der Juden in Deutschland die im letzten Semester begonnene öffentliche Vortragsreihe Diversität und Diskurs / Antisemitismus. Erinnerungskultur. Demokratie – Interdisziplinäre Perspektiven fort. Die Reihe beginnt
am 22. Oktober 2024 um 18 Uhr
mit dem Vortrag
Was heißt eigentlich Erinnerungskultur?
von Prof. Dr. Astrid Erll, Goethe-Universität
auf dem Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 9.
Das Grußwort spricht Prof. Dr. Viera Pirker, Vizepräsidentin der Goethe-Universität. Die Reihe wird organisiert von dem Fachbereich Erziehungswissenschaften, dem Buber-Rosenzweig-Institut an der Goethe-Universität Frankfurt, dem Lehr- und Forschungsforum Erziehung nach Auschwitz sowie der Jüdischen Akademie des Zentralrats der Juden. Sie wird unterstützt von den Freunden und Förderern der Goethe-Universität.
Weitere Termine und Themen im Überblick:
(jeweils dienstags von 18 – 20 Uhr auf dem Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 5, Hörsaalzentrum HZ 9)
29. Oktober 2024
Decoding Antisemitism – KI-gestützte Mehrebenen-Analysen eines hochemotionalen Themas
Dr. Matthias Becker, University of Cambridge
5. November 2024
Unbewusster Antisemitismus? Polarisierungen und affektive Dynamiken
Prof. Dr. Ilka Quindeau, Zentrum für Antisemitismusforschung TU Berlin/ Frankfurt University of Applied Sciences
19. November 2024
Antisemitismus bekämpfen mit den Mitteln des Strafrechts
David Nossen, Bundesgerichtshof Karlsruhe
26. November 2024
Antisemitismus gegen Israel. Ein deutscher Streit
Dr. habil. Klaus Holz, Autor und Antisemitismusforscher
3. Dezember 2024
Antisemitismus und Erinnerungskultur im Film
Dr. Lea Wohl von Haselberg, Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, Potsdam
14. Januar 2025
Erfahrung und Öffentlichkeit. Zur jüdischen Existenz heute
Prof. Dr. Yael Kupferberg, Goethe-Universität
21. Januar 2025
Akademische Redefreiheit in einer „politisierten“ Universität
Prof. Dr. Christiane Thompson, Goethe-Universität
28. Januar 2025
Untergründige Kontinuitäten? Zum Fortwirken und zur Transformation religiöser Stereotype in gegenwärtigen Antisemitismen
Prof. Dr. Christian Wiese, Goethe-Universität
4. Februar 2025
Singularität und Sagbarkeit. Imaginierte, reale und wünschenswerte Grenzen der akademischen Debatte über Massengewalt
Dr. Floris Biskamp, Universität Tübingen
11. Februar 2025
Erkenntnisse und Fragestellungen
Podiumsgespräch mit Hanna Veiler, Jüdische Studierendenunion, Berlin Dr. Deborah Schnabel, Anne Frank Bildungsstätte, Frankfurt am Main
Moderation: Prof. Dr. Doron Kiesel und Prof. Dr. Wolfgang Meseth
Weitere Informationen
Prof. Dr. Wolfgang Meseth
Goethe-Universität
meseth@em.uni-frankfurt.de
Prof. Dr. Doron Kiesel
Zentralrat der Juden in Deutschland
kiesel@zentralratderjuden.de
Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de
Das neue Programm der Bürger-Universität versammelt Vorträge, Podiumsgespräche, Ausstellungen, Filmreihen und Führungen
FRANKFURT. Wie lassen sich Risiken auf Finanzmärkten mathematisch beschreiben, wie entsteht räumliche Ungleichheit, welche Gedächtniskultur pflegt unser Nachbarland Frankreich, und wie verhandelt Georg Büchners Werk an 91 verschiedenen Tierarten immer wieder das Dreieck Macht, Ästhetik und Wissen? Dies sind nur einige Themen von Vorlesungsreihen der Bürger-Uni, mit der die Goethe-Universität die Stadtgesellschaft jedes Semester an ihrer Forschung teilhaben lässt. Podiumsdiskussionen widmen sich beispielsweise der Frage, ob ,rechts' bei der jüngeren Generation jetzt en vogue ist und wie Pendeln nachhaltiger gestaltet werden kann. Im Rahmen der Friedrich Merz-Stiftungsgastprofessur erklären die Pioniere der Darmforschung, Justin und Eric Sonnenburg von der Stanford University/USA, in einem Filmgespräch, wie die Mikroorganismen des Darms zu unserer Gesundheit beitragen. Weitere medizinische Themen sind Medizin im Alter und neueste Forschungen zu Krebsvorsorge und -therapie.
Das Programm für das Wintersemester 2024/25 umfasst neben den Formaten Vortrag und Podiumsdiskussion auch Filmreihen, Führungen, Dialog-Spaziergänge, Konzerte und zahlreiche Ausstellungen – wie etwa die Ausstellung „Our House“ des Museum Giersch der Goethe-Universität, die künstlerische Positionen zum Wohnen vorstellt. Eine der Ausstellungen der Universitätsbibliothek („Library of lost books“) widmet sich von Nazis geraubten jüdischen Büchern, die heute weltweit verstreut sind.
Der Science Talk der Goethe-Universität „Wissen angezapft“ startet am 19. Oktober ausnahmsweise auf der Buchmesse: Dort erzählt die Astrophysikerin Camilla Juul Hansen, wie sich unsere Milchstraße entwickelt hat, und der Politikwissenschaftler Cord Schmelzle, wie viel Moral die Demokratie erträgt.
Das Programm der Bürger-Universität liegt an öffentlichen Einrichtungen der Stadt aus und ist im Online-Kalender der Goethe-Universität einsehbar unter: www.buerger.uni-frankfurt.de/
Die Teilnahme an den Veranstaltungen der Bürger-Universität ist in der Regel ohne Anmeldung möglich, der Eintritt ist frei.
Die erste Bürger-Universität startete im Jahr 2008. In diesem Jahr kehrte die Goethe-Universität zu ihren Wurzeln als Stiftungsuniversität zurück, als die sie 1914 von Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern gegründet worden war.
Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de
Werke der 2023 verstorbenen Bilderbuch-Illustratorin Květa Pacovská und korrespondierende Arbeiten von Studierenden eines Projektseminars der Goethe-Universität sind ab 10. Oktober 2024 zu sehen.
FRANKFURT. Die Ausstellung BILDER-BUCH-KUNST. Mit Květa Pacovská in die Gegenwart nimmt die Arbeiten der tschechischen Künstlerin Květa Pacovská (1928-2023) zum Ausgangspunkt, um vielfältige Zugänge und Perspektiven auf Bilder-Buchprojekte und Bilder-Buchobjekte in den Blick zu nehmen. Durch eine Auswahl an Objekten, Filmen und Mitmach-Stationen wird die Ausstellung auf mehreren Ebenen erlebbar gemacht.
Am 10. Oktober 2024 (19 Uhr) wird die Ausstellung eröffnet. Alle Interessierten sind herzlich zur Vernissage eingeladen. Nach einer kurzen Begrüßung sowie einer Einführung bietet sich die Gelegenheit, die Ausstellung selbstständig zu besichtigen. Dabei ergibt sich die Möglichkeit, in den Austausch mit den Studierenden zu treten, die im Rahmen eines Projektseminars unter Leitung von Petra Saltuari und Verena Kuni gemeinsam mit dem Team des Schopenhauer-Studios die Ausstellung konzipiert und gestaltet haben.
Ausstellung:
BILDER-BUCH-KUNST. Mit Květa Pacovská in die Gegenwart
Vom 11. Oktober 2024 bis 12. Januar 2025 im Schopenhauer-Studio
Zentralbibliothek der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main
Freimannplatz 1, 60325 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten:
Dienstag - Freitag: 10.30 - 20.00 Uhr
Samstag u. Sonntag: 10.30 - 18.00 Uhr
Montags geschlossen, Eintritt frei.
Eröffnung: Donnerstag, 10. Oktober 2024, ab 19 Uhr im Foyer (EG) der Zentralbibliothek in Bockenheim. Die Ausstellung kann bereits ab 18:30 Uhr besichtigt werden. Während der Eröffnung wird fotografiert. Keine Anmeldung erforderlich
Zur Ausstellung: https://www.ub.uni-frankfurt.de/ausstellung/bilder-buch-kunst.html
Information: Judith Blume, AG Schopenhauer-Studio, Universitätsbibliothek, Freimannplatz 1, 60325 Frankfurt am Main, Tel: +49 (69) 798 39197, E-Mail: ag-schopenhauer-studio@ub.uni-frankfurt.de
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Toxine von Remipeden-Krebsen in mexikanischen Cenotenhöhlen haben pharmakologisches Potenzial – Lebensraum der Tierart ist akut bedroht
Tiergifte beeinflussen eine Vielzahl von physiologischen Vorgängen und sind damit von großem Interesse für die Wirkstoffforschung. Eine internationale Studie unter der Leitung von Björn von Reumont von der Goethe-Universität Frankfurt hat nun neuartige Toxine aus dem höhlenbewohnenden Unterwasserkrebs Xibalbanus tulumensis identifiziert, die verschiedene Ionenkanäle hemmen und dadurch vielversprechende pharmakologische Anwendungen eröffnen. Die Art kommt ausschließlich in den Cenoten-Höhlen vor, die einst den Maya heilig waren.
FRANKFURT. Viele Tiere nutzen Gifte zur Selbstverteidigung oder zur Jagd. Dafür greifen Giftbestandteile, sogenannte Toxine, in verschiedene physiologische Prozesse ein. Das macht sie auch interessant für die Entwicklung neuer pharmakologischer Wirkstoffe. Einige Tiergruppen wie die Schlangen, Spinnen, Skorpione und Insekten sind hinsichtlich ihrer Gifte bereits recht gut untersucht. Anders sieht es bei marinen Tiergruppen aus: Hier existieren Daten bisher nur für einzelne Tierarten, so dass diese Gruppe noch großes ungenutztes Potenzial bereithält.
Erst vor wenigen Jahren wurde entdeckt, dass es auch unter den Krebstieren (Crustacea) giftige Vertreter gibt: die Remipeden, die optisch eher an Hundertfüßer erinnern und in marinen Unterwasserhöhlen leben. Ein multidisziplinäres Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Björn von Reumont, der 2014 erstmals ein Giftsystem bei Remipeden nachwies und derzeit als Gastwissenschaftler an der Goethe-Universität Frankfurt forscht, hat nun eine Gruppe von Toxinen aus dem Remipeden Xibalbanus tulumensis charakterisiert.
Reumont stellte hierfür ein Team zusammen aus Kooperationspartner*innen vom Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin (ITMP) im Rahmen des LOEWE-Zentrums für Translationale Biodiversität (LOEWE TBG) und aus Kollegen*innen von der Universität Leuven, Belgien, sowie aus Köln, Berlin und München, die Teil des Europäischen Venom-Netzwerks (EU COST Action EUVEN) sind.
Der Remipede Xibalbanus tulumensis bewohnt die Cenoten – die Unterwasser-Höhlensysteme auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan. Das in einer Giftdrüse gebildete Gift injiziert der Höhlenbewohner gezielt in seine Beutetiere. Es enthält eine Vielzahl von Komponenten, darunter eine neue Art von Peptiden, die nach ihrem Produzenten als Xibalbine bezeichnet werden. Einige dieser Xibalbine enthalten ein charakteristisches Strukturelement, das auch von Toxinen vor allem aus Spinnen bekannt ist: Mehrere Aminosäuren (Cysteine) des Peptids sind so miteinander verbunden, dass eine knotenähnliche Struktur (englisch ‚knot') entsteht. Sie verleiht den Peptiden Widerstandsfähigkeit gegen Enzyme, Hitze und extreme pH-Werte. Derartige Knottine wirken oft als Neurotoxine, die mit Ionenkanälen interagieren und daher Beutetiere lähmen können, was auch für einige Xibalbine angenommen wurde.
Die Studie zeigt nun, dass alle, primär von den Doktoranden der Kooperationspartner, getesteten Xibalbin-Peptide – insbesondere Xib1, Xib2 und Xib13 – Kaliumkanäle in Säugetiersystemen wirksam hemmen. „Diese Hemmung ist von großer Bedeutung für die Entwicklung von Wirkstoffen für die Behandlung einer Reihe von neurologischen Krankheiten, einschließlich Epilepsie", sagt von Reumont. Xib1 und Xib13 zeigen zusätzlich die Fähigkeit, spannungsabhängige Natriumkanäle zu hemmen, wie sie etwa in Nerven- oder Herzmuskelzellen vorkommen. Außerdem können die beiden Peptide in Sinnesnervenzellen (sensorischen Neuronen) höherer Säugetiere zwei in die Signalübertragung involvierte Proteine aktivieren, die Kinasen PKA-II und ERK1/2. Letzteres lässt vermuten, dass sie an der Schmerzsensibilisierung beteiligt sind, was neue Ansätze in der Schmerztherapie eröffnet.
Die Bioaktivität der Xibalbine verdeutlicht das ungenutzte Potenzial der marinen Artenvielfalt. Die Herstellung von Arzneimitteln aus Tiergiften ist jedoch ein komplexer und zeitaufwändiger Prozess. „Geeignete Kandidaten zu finden und ihre Wirkung umfassend zu charakterisieren, sodass damit die Basis für sichere und wirksame Arzneimittel gelegt wird, ist heute nur noch in einem großen interdisziplinären Team wie in unserer Studie möglich", so von Reumont.
Hinzu kommt, dass im Falle der Remipeden die Zeit drängt. Ihr Lebensraum ist durch den Bau des Intercity-Eisenbahnnetzes Tren Maya quer durch die Halbinsel Yucatan massiv bedroht. „Die Cenoten sind ein hochsensibles Ökosystem“, erklärt Studienleiter von Reumont, der als erfahrener Höhlentaucher während mehrerer Höhlentauchexpeditionen Remipeden in Yucatan gesammelt hat. „Unsere Studie verdeutlicht, wie wichtig der Schutz der biologischen Vielfalt ist – nicht nur wegen ihrer ökologischen Bedeutung, sondern auch wegen potenziellen Inhaltsstoffen, die für uns Menschen von entscheidender Bedeutung sein können.“
Publikation: Ernesto Lopes Pinheiro-Junior, Ehsan Alirahimi, Steve Peigneur, Jörg Isensee, Susanne Schiffmann, Pelin Erkoc, Robert Fürst, Andreas Vilcinskas, Tobias Sennoner, Ivan Koludarov, Benjamin-Florian Hempel, Jan Tytgat, Tim Hucho, Björn M von Reumont: Diversely evolved xibalbin variants from remipede venom inhibit potassium channels and activate PKA-II and Erk1/2 signaling. BMC Biology 22, 164 (2024) https://doi.org/10.1186/s12915-024-01955-5
Bilder zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/158764609
Bildtexte:
(Entry)
Eingang zu einer Cenote: Den Maya waren die Cenoten einst heilig, galten die Karsthöhlen doch als Eingang zur göttlichen Unterwelt. Foto: Björn M. von Reumont
(Diving)
Tauchgang in den Cenoten: Die Forschenden sammeln den Unterwasserkrebs Xibalbanus tulumensis, der nur hier vorkommt. Foto: Björn M. von Reumont
(Xibalbanus)
Giftiger Unterwasserkrebs: Xibalbanus tulumensis enthält Toxine, die sich für die Entwicklung von Wirkstoffen gegen neurologische Erkrankungen eignen. Foto: Björn M. von Reumont
Weitere Informationen
Dr. rer nat. habil. Björn M. von Reumont
Gastwissenschaftler im Arbeitskreis für Angewandte Bioinformatik/Prof. Ingo Ebersberger
Goethe-Universität Frankfurt
Tel. +49(0)151-61997924
bmvr@reumont.net
http://www.venom-evolution.de
Twitter/X: @BReumont @goetheuni @LOEWE_TBG @FraunhoferITMP @EUVENAction @KU_Leuven @UniCologne
Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de
Wissenschaftsfestival lädt alle Interessierten ein, am heutigen Samstag Forschung anschaulich und hautnah in der Innenstadt zu erleben.
Wissenschaft zum Anfassen: Seit 10 Uhr tummeln sich zahlreiche Besucher*innen aus Nah und Fern auf dem Roßmarkt, um mehr über Forschung aus Frankfurt und Umgebung zu erfahren. Die große Veranstaltung der „Frankfurt Alliance“ mit spannendem Bühnenprogramm und vielen Mitmachaktionen läuft noch bis 19 Uhr.
FRANKFURT. Auch das Wetter spielt heute mit: Seit 10 Uhr läuft das erste Science Festival der Anfang des Jahres neu gegründeten „Frankfurt Alliance“ mitten in der Innenstadt. Das Bündnis aus außeruniversitären Forschungsinstituten und Goethe-Universität hat ein großes Fest auf die Beine gestellt, um die Stärke und Vielfalt der Forschung in der Wissenschaftsstadt Frankfurt am Main und in der Region Rhein-Mai sichtbar zu machen. Science Slams, musikalische Beiträge und Streitgespräche auf der Bühne, jede Menge Mitmachaktionen und zu Entdeckendes in den Zelten der beteiligten Institutionen: Das vielfältige Programm hält für jeden etwas bereit. So können die kleinen und großen Besucher*innen ein riesiges Modell des menschlichen Herzens erkunden oder mit VR-Brillen in eine Zelle eintauchen, in offenen Ateliers experimentieren und malen oder Ideen für den Frieden einreichen. In verschiedenen Experimenten wird unter anderem die Funktion von Teilchenbeschleunigern anschaulich vorgeführt. Für das leibliche Wohl sorgen Food Trucks, zahlreiche Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein, große Schirme bieten auch dann Schutz, wenn es mal zu tröpfeln beginnen sollte. Der Eintritt ist frei, Ende der Veranstaltung ist gegen 19 Uhr.
Dr. Bastian Bergerhoff, Stadtkämmerer und Personaldezernent der Stadt Frankfurt, sagte am Morgen in seiner Begrüßung: „Das Festival setzt ein starkes Zeichen für den Wissenschaftsstandort Frankfurt: Frankfurt ist eine Stadt der Wissenschaft. Der Roßmarkt wird zum Open-Air-Labor, Wissenschaft wird greifbar und lebendig und tritt heraus aus ihrem angeblichem Elfenbeinturm. Damit zeigen die Beteiligten, dass Wissenschaft auch ein Motor für Wirtschaft, Kultur und Stadtgesellschaft ist.“
Prof. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität: „Frankfurt ist bekannt für seine lebendige Sport-, Kultur- und Museumslandschaft und die Rolle als Banken- und Rechenzentrumsmetropole – mit unserem ersten Wissenschaftsfestival zeigen wir, dass auch die Wissenschaft eine starke Säule der internationalen Reputation ist. Gerade die Stadt Frankfurt, welche für Offenheit, Vielfalt und Freiheit steht, ist ein idealer Ort für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt, das Rhein-Main-Gebiet ein großartiger Raum für Forschung mit internationaler Sichtbarkeit zu Themen von A wie Astrophysik bis Z wie Zusammenhalt in unserer Gesellschaft – im Schutze der Wissenschaftsfreiheit. Mit unserem Festival wenden wir uns als neu gegründetes Wissenschaftsnetzwerk bewusst an die Öffentlichkeit, um Interesse an der Wissenschaft zu wecken, aber auch Fragen zu dem Wie, Was und Warum in der Forschung zu beantworten. Unser Anliegen ist es, den Dialog zwischen Forschung und Gesellschaft zu stärken und wissenschaftliche Erkenntnisse in die Breite zu tragen – und Spaß machen soll das alles auch, für die ganze Familie!“
Apl. Prof.in Dr. Zoe Waibler, Vizepräsidentin des Paul-Ehrlich Instituts (PEI) / Goethe-Universität – Fachbereich Biowissenschaften: „Wissenschaft ist Teil unserer DNA. Wir am Paul-Ehrlich-Institut setzen sie täglich ein, um die Sicherheit, Wirksamkeit und Verfügbarkeit von Impfstoffen und biomedizinischen Arzneimitteln zu gewährleisten. Wissenschaft treibt den Fortschritt voran, der unser tägliches Leben auf vielfältige Weise beeinflusst – sei es durch Impfstoffe, die unsere Gesundheit schützen, oder durch die Regulierung von Blutprodukten, auf deren Sicherheit sich Patientinnen und Patienten verlassen können. Auf dem Frankfurter Wissenschaftsfestival möchten wir unsere Begeisterung für die Wissenschaft und ihren unmittelbaren Nutzen für die Gesundheit mit möglichst vielen Menschen teilen.“
Prof. Dr. Florian Heider, Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE / Goethe-Universität – Fachbereich Wirtschaftswissenschaften: „Mit dem Science Festival schlagen wir als Frankfurt Alliance, gemeinsam mit dem HMWK und der Kassel-Stiftung, eine Brücke zwischen Wissenschaft, Praxis und Gesellschaft. Es ist großartig, diesen direkten Austausch zu erleben und gemeinsam das Verständnis für die vielfältige Forschung hier zu vertiefen. Gerade am Finanzstandort Frankfurt freuen wir uns als Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE, den Menschen vor Ort zu zeigen, wie wichtig Finanzkompetenz für jeden Einzelnen ist und wie die Märkte funktionieren.“
Dr. Katharina Stummeyer, GSI/FAIR: „Das Wissenschaftsfestival der Frankfurt Alliance im Herzen der Stadt verkörpert die Kraft der interdisziplinären Zusammenarbeit, um gemeinsam nachhaltige Lösungen für die Zukunft zu entwickeln. GSI/FAIR als physikalisches Großforschungszentrum trägt dazu bei, die Grenzen des Wissens zu verschieben und technologische Innovationen zu ermöglichen, die weit über die Wissenschaft hinaus Wirkung zeigen. Dieses Festival bietet die einmalige Gelegenheit, unsere Forschung der Öffentlichkeit näherzubringen und den lebendigen Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern.“
Das Science Festival der „Frankfurt Alliance“ findet auf dem Roßmarkt in der Frankfurter Innenstadt statt (Nähe Hauptwache).
Fotos zum kostenlosen Download: https://www.uni-frankfurt.de/158398896
Bildunterschrift Foto Begrüßungsrunde (v.l.n.r.): Dr. Katharina Stummeyer, Prof. Enrico Schleiff, Dr. Bastian Bergerhoff, Apl. Prof.in Dr. Zoe Waibler, Prof. Dr. Florian Heider u. Moderator Stephan Hübner (hr INFO).
Fotos: Peter Kiefer
Das ganze Programm und weitere Infos: https://frankfurtscience.de/
Kontakt: Dr. Dirk Frank, Pressereferent Goethe-Universität Frankfurt. Tel. (069) 798 – 13753; frank@pvw.uni-frankfurt.de
Zur Frankfurt Alliance: Die Frankfurt Alliance ist ein regionales Wissenschaftsnetzwerk, das sich derzeit im Aufbau befindet. Am 30. Januar 2024 unterzeichneten 16 Forschungseinrichtungen aus Frankfurt und Umgebung ein Memorandum of Understanding und stellten ihr Konzept vor. Ziel ist es, bestehende Kooperationen zu vertiefen, die Kräfte der Beteiligten zu bündeln und die internationale Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken. Das Ziel dieses Netzwerks ist es, die strukturellen, personellen und politischen Rahmenbedingungen für Spitzenforschung in der Region Frankfurt Rhein-Main zu optimieren. Sie will zur Positionierung Frankfurts als exzellenter Wissenschaftsstandort und lebenswerte internationale Metropole beitragen. Folgende Institute sind Teil der Frankfurt Alliance:
• DIPF - Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation,
• Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE,
• Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung (PIRF),
• Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN),
• GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung,
• Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung – Standort Frankfurt (DKTK),
• Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie (ITMP),
• Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT),
• Max-Planck-Institut für Biophysik (MPI-BP),
• Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik (MPI-AE),
• Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung (MPI-HL),
• Max-Planck-Institut für Hirnforschung (MPI-Hirn),
• Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie (MPI-LHLT),
• Ernst Strüngmann Institut (ESI),
• Paul-Ehrlich-Institut (PEI)
• Goethe-Universität (GU).
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de