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Pressestelle Goethe-Universität

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Forschung

Nov 21 2014
11:43

Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt neuen Sonderforschungs-bereich an der Goethe-Universität – Sieben Millionen Euro für Historiker, Ethnologen, Philosophen und Rechtshistoriker

Vergleich zwischen Kulturen und Epochen: Was Diskurse über Schwächen auslösen können

FRANKFURT. Die Frankfurter Geisteswissenschaftler können am 1. Januar 2015 ein Mammutvorhaben starten: Bis 2018 stehen Historikern, Ethnologen, Philosophen und Rechtshistorikern insgesamt mehr als 6 Millionen Euro zur Verfügung, um ein globalhistorisches Problemfeld auszuleuchten, das von der Antike bis in die Gegenwart reicht. Gestern hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) einem neuen Sonderforschungsbereich (SFB), dem zurzeit einzigen im Bereich der Geisteswissenschaften an der Goethe-Universität, bewilligt. Er firmiert unter dem Namen „Schwächediskurse und Ressourcenregime“. Etwa 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden in den kommenden drei Jahren in diesem Forschungsverbund zusammenarbeiten, darunter ungefähr 40 Nachwuchsforscherinnen und -forscher.

Worum geht es in dem SFB? Ein Beispiel: Der Zeithistoriker Prof. Dr. Christoph Cornelißen will sich mit der Debatte über den politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Niedergang Europas beschäftigen, der sich durch das ganze 20. Jahrhundert zog. Unterschiedliche Akteure – Politiker, Wirtschaftsvertreter, Publizisten und Wissenschaftler – fürchteten um die Stellung Europas in der Welt, fortschreitende Amerikanisierung oder die gelbe Gefahr sind nur zwei Stichworte. Europa sei dem wachsenden Druck auf den weltweiten Märkten nicht mehr gewachsen, auch im internationalen Bildungsranking verliere es an Boden. In den Diskursen über die Schwächen mischten sich regelmäßig Appelle, sämtliche vorhandene Ressourcen von Menschen, Rohstoffe, Organisationen bis zu Ideen zu mobilisieren. Um den Niedergang Europas aufzuhalten, sollten neue politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ordnungen begründet werden. Dies beflügelte die Ideen von der Einheit Europas. Dies ist zunächst nur eine grobe thesenhafte Skizze, nun geht es darum die unterschiedlichen Akteure unter die Lupe zu nehmen und genauer zu begründen, wie sich aus Schwächen Ressourcen entwickeln können.

„Solchen Schwächediskursen begegnet man allenthalben. Viel diskutierte Beispiele sind das spätantike Rom oder das China des 19. Jahrhunderts. Aber auch an ganz anderes kann man denken, so an zunächst schwache Wissensbestände, die sich durchsetzen, wie die beginnende Materialwissenschaft des frühen 20. Jahrhundert“, erläutert der Sprecher des neuen Sonderforschungsbereichs, Prof. Dr. Hartmut Leppin. „Wir versprechen uns ein hohes Erkenntnispotenzial davon, dass wir für so scheinbar weit auseinander liegende Themen auf einer angemessenen Abstraktionsebene einen Vergleich vornehmen können.“ Bei den Defizitdiagnosen werden die Wissenschaftler auch immer im Auge behalten, wie die Selbstwahrnehmung der Akteure ist und wie diese aus der Entfernung wahrgenommen werden.

Dass aus den Schwächen auch Stärken werden können, zeigt sich oft, wenn der Diskurs über die Schwächen die Suche nach Ressourcen mobilisiert. Dieses Wechselspiel ist für die Forscher von Interesse. Im Verständnis der Frankfurter Geisteswissenschaftler sind Ressourcen nicht gleichzusetzen mit Rohstoffen: „Uns interessiert vielmehr, was es bedeutet, wenn man einen Mangel an Rohstoffen wahrnimmt und sich daraus ein Schwächediskurs entwickelt, dann aber Ausschau nach anderen Ressourcen gehalten wird“, sagt Leppin. Je nach Teilprojekt geht es um ganz unterschiedliche Ressourcen: Wissen, Verwandtschaft, Heiligkeit, Nationalismus, Information, ökonomisches Kakkül – um nur einige zu nennen. „Das weite Spektrum der Ressourcen kann nur aus ganz unterschiedlichen disziplinären und zeitlichen Perspektiven behandelt werden. Wir zielen auf den Vergleich zwischen Kulturen und Epochen, um die Ergebnisse anschließend auch in höherem Maße verallgemeinern zu können“, so der SFB-Sprecher. Um den starken historischen Kern gruppieren sich Ethnologen und Rechtshistoriker, hier in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte.

Die kooperierenden Wissenschaftler wollen auch eine Annäherung zwischen der europäischen und der Geschichte insbesondere Ost- und Südostasiens sowie Iberoamerikas schaffen. Dazu ein Beispiel: Die Ethnologin Prof. Dr. Susanne Schröter, wie Leppin auch Principal Investigator im Frankfurter Exzellenzcluter „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, will sich unter anderem der Frage zuwenden, warum sich westliche Organisationsmodelle, wie das staatliche Gewaltmonopol, in vielen postkolonialen Ländern kaum durchsetzen lässt. Untersucht werden soll dies insbesondere in Indonesien und auf den Philippinen: Welche Ressourcen setzen dort beispielsweise indigene Gruppen frei, die sich der nationalstaatlichen Kontrolle entziehen? Sind die akephalen Völker, deren Gesellschaften egalitär, also auf politische und soziale Gleichheit ihrer Mitglieder, ausgerichtet sind, vielleicht trotz ihrer politischen Schwächen die eigentlichen Starken? Ist ihr Verhalten vernünftiger als das derjenigen, die staatliche Ordnungen hervorgebracht oder sich bereitwillig in solche eingegliedert haben? Auf derartige Fragen suchen die Ethnologen vor Ort Antworten.

Mit der geisteswissenschaftlichen Perspektive wollen die Mitwirkenden des Sonderforschungsbereichs zur Selbstreflexion der heutigen Gesellschaft beitragen. „Denn die Frage nach dem Umgang mit Ressourcen, ihrer Knappheit, ihrer Schonung wird in teils sehr erregten, politisch wirkungsmächtigen Schwächediskursen geführt. Das wissen wir spätestens seit dem berühmten Bericht des Club of Rome von 1972“, erläutert Leppin. „Der Mangel an Ressourcen scheint mir eine ganz zentrale Herausforderung der Gegenwart zu sein. Dabei darf der Blick nicht auf die materiellen Ressourcen verengt werden.“ Stellvertretende Sprecher des SFB sind neben Susanne Schröter noch der Sinologe Prof. Dr. Iwo Amelung und der Wissenschaftshistoriker Prof. Dr. Moritz Epple.

Der Präsident der Goethe-Universität, Prof. Dr. Werner Müller-Esterl sieht in der Bewilligung des Sonderforschungsbereichs, des neunten an der Goethe-Universität, einen weiteren Beleg für die Strahlkraft der Frankfurter Geisteswissenschaftler, insbesondere der Historiker: „Die Bewilligung ist ein weiterer Höhepunkt eines sehr erfolgreichen Jahres; bereits im März erhielten die Historiker den Zuschlag für die DFG-Forschergruppe zu ‚Personalentscheidungen bei gesellschaftspolitischen Schlüsselpositionen‘. Ich gratuliere Hartmut Leppin und seiner Gruppe zu diesem erfolgreichen Antrag. Damit wird das geisteswissenschaftliche Profil der Goethe-Universität weiter geschärft.“

Auch andere Projekte der Historiker und mitwirkender Geisteswissenschaftlern stehen bei Förderern hoch im Kurs. Als „originell, innovativ und beispielgebend“ befand die Volkswagen Stiftung das Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität und stellt dafür im Juli 2014 826.000 Euro zur Verfügung.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet insgesamt acht neue Sonderforschungsbereiche (SFB) ein, wie der zuständige Bewilligungsausschuss gestern auf seiner Herbstsitzung in Bonn beschloss. Der Frankfurter Sonderforschungsbereich ist der einzige geisteswissenschaftliche unter den acht ausgewählten. Die neuen SFB werden mit insgesamt 62 Millionen Euro gefördert. Hinzu kommt eine 20-prozentige Programmpauschale für indirekte Kosten aus den Forschungsprojekten. Zwei der acht eingerichteten Verbünde sind SFB/Transregio (TRR), die sich auf mehrere Forschungsstandorte verteilen.

Informationen: Prof. Dr. Hartmut Leppin, Historisches Seminar, Abteilung Alte Geschichte, Campus Westend, Tel. (069) 798 32462, h.leppin@em.uni-frankfurt.de

Bild zum Download hier.

Bildunterschrift: Der Althistoriker Prof. Dr. Hartmut Leppin ist Sprecher des neuen Sonderforschungsbereichs „Schwächediskurse und Ressourcenregime“

Veranstaltungen

Nov 21 2014
11:41

Tagung am 28. November ist gleichzeitig Gründungsveranstaltung eines neuen Forschungszentrums am Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“

Konferenz diskutiert Wege aus dem Salafismus

FRANKFURT. Die Salafismus genannte Form des radikalen politischen Islams hat sich in Deutschland und vielen anderen Ländern zu einer virulenten Jugendbewegung entwickelt. Allein hierzulande gibt es nach Angaben des Verfassungsschutzes weit mehr als 6000 Salafisten. Einige Hundert von ihnen – aktuelle Schätzungen sprechen  von bis zu 2000 – sollen in den letzten Monaten ausgereist sein, um den Kampf der Terror-Miliz IS zu unterstützen. Warum junge Menschen zu Salafisten werden und was dieses internationale Phänomen mit den aktuellen Geschehnissen in Syrien und dem Nordirak zu tun hat, beleuchtet die wissenschaftliche Konferenz „Salafismus und Jihadismus. Der Traum vom Gottesstaat im 21. Jahrhundert“ am 28. November 2014 im Historischen Museum Frankfurt.

Die internationale Konferenz fungiert gleichzeitig als Gründungsveranstaltung des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Leiterin der neuen Einrichtung und Organisatorin der Konferenz ist die Ethnologie-Professorin Susanne Schröter. Sie hat am Exzellenzcluster die Professur für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen inne und ist Mitglied des Instituts für Ethnologie an der Goethe-Universität. Die Tagung umfasst sieben Vorträge ausgewiesener Fachleute – unter ihnen ein Psychologe einer Beratungsstelle für aussteigewillige Jugendliche und Angehörige von Salafisten sowie ein Sicherheitsexperte der Polizei.

Die Veranstaltung ist presseöffentlich. Bereits um 9.30 Uhr, vor Beginn der eigentlichen Tagung, sind Journalisten herzlich eingeladen, sich bei einem Mediengespräch über Themen des neuen Forschungszentrums und der Konferenz zu informieren. Um Anmeldung wird gebeten (o.bertrand@em.uni-frankfurt.de).

Die Ursachen für eine zunehmende Anziehungskraft des Salafimus in westlichen Ländern wurden von Wissenschaftlern und Politkern bislang vor allem in Defiziten der Einwanderungsgesellschaft gesehen, in der mangelnden Anerkennung der Postmigranten, ihren Diskriminierungserfahrungen und vergleichsweise schlechten Bildungsabschlüssen. Dieses Szenario erklärt allerdings weder die hohe Anzahl an Konvertiten innerhalb der salafistischen Bewegung noch den Umstand, dass auch Jugendliche aus privilegierten Familien in ihren Reihen aktiv sind. Die Reduzierung auf endogene Faktoren berücksichtigt außerdem nicht, dass Salafismus in seiner militanten Variante, dem Jihadismus, ein globales Phänomen darstellt, das in fast allen sunnitisch geprägten Ländern zu einem ernsten gesellschaftlichen Problem geworden ist.

Die lokalen und nationalen Kontexte sind dabei durchaus divers. In einigen Teilen der Welt profitierten Salafisten und Jihadisten von den Wahlerfolgen islamistischer Parteien, in anderen von ethnischen Spannungen – und immer wieder auch von schwachen staatlichen Strukturen. Islamistischer Extremismus wird außerdem durch verfehlte Interventions- und Integrationspolitiken begünstigt. Die Ursachen sind so verschieden wie ökonomische, soziale und politische Probleme in unterschiedlichen Teilen der Welt nur sein können. Die Kultur, das politische Programm und die Aktionsformen von Salafisten gleichen sich jedoch weltweit.

Salafismus ist eine transnationale Bewegung, ein utopisches Gegenmodell zu real existierenden Gesellschaftsformen und bietet seinen Anhängern „Heimat“ in einer unübersichtlichen Welt. Er zeichnet sich durch eine rigide Geschlechterordnung aus, die überraschenderweise auch für Frauen attraktiv ist, durch ein strenges Regelsystem, dem der Einzelne sich zu unterwerfen hat, sowie durch die Gleichzeitigkeit von Autoritarismus und anarchischen Freiräumen. Für junge Männer bietet er in seiner Variante des Jihadismus eine Spielwiese des Heroischen, die seltsam anachronistisch wirkt.

Salafisten und Jihadisten grenzen sich von traditionellen islamischen Organisationen ab, sind aber dennoch auf die Akzeptanz oder zumindest die stillschweigende Duldung konservativer Muslime angewiesen. Für viele sind sie die „jungen Wilden“ der Ummah, denen man zwar ambivalent, nicht aber ohne Verständnis gegenübersteht. Die Ausbreitung des Salafismus birgt erheblichen sozialen und politischen Sprengstoff. Gleichzeitig erarbeiten muslimische Intellektuelle und Gelehrte weltweit Konzepte eines Islams, der mit Demokratie, den Menschen-, Frauen- und Kinderrechten sowie humanistischen Idealen kompatibel ist.

Auf der Konferenz werden Hintergründe und Konsequenzen des salafistischen Aufbruchs erörtert sowie Präventionsmaßnahmen und De-Radikalisierungs-Programme im Hinblick auf ihre Effekte diskutiert. Das neue Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ versteht sich als Think Tank, der die aktuellen Dynamiken wissenschaftlich analysiert und ihre Relevanz für Deutschland herausarbeitet. Es verbindet regionale und nationale mit transnationalen und globalen Perspektiven und ist in der Lage, Zusammenhänge herzustellen und staatliche sowie zivilgesellschaftliche Akteure zu beraten.

Medien-Anmeldung und Information: Oliver Bertrand, Professur für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel. (069)798-33062, o.bertrand@em.uni-frankfurt.de

Programm: www.normativeorders.net/konferenz_salafismus

Forschung

Nov 20 2014
12:18

Kooperation von FAIR, Goethe-Uni und GSI auf Platz 1 der „Green500“

Deutscher Supercomputer ist Energiespar-Weltmeister

FRANKFURT/NEW ORLEANS. Der neue Supercomputer „L-CSC“ des Darmstädter GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung hat im weltweiten Vergleich der energiesparendsten Hochleistungscomputer den Weltmeistertitel errungen. Auf Anhieb erreichte der neue Höchstleistungsrechner Platz eins auf der am Donnerstag in New Orleans veröffentlichten Rangliste „Green500“, die weltweit die Energieeffizienz der schnellsten Supercomputer vergleicht. Mit einer Rechenleistung von 5,27 Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde je Watt hat „L-CSC“ zugleich einen neuen Weltrekord für Energieeffizienz bei Supercomputern aufgestellt. Platz zwei und drei der neuen Rangliste erreichten zwei japanische  Höchstleistungsrechner (Suiren, Tsukuba und Tsubame-KFC, Tokio).

„L-CSC“ wurde am Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) und der Goethe-Universität entwickelt. Finanziert wurde der Supercomputer vom GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt, wo er für Simulationen und Berechnungen in der physikalischen Grundlagenforschung eingesetzt wird. Er dient vor allem auch zur Vorbereitung von Experimenten am großen internationalen Beschleunigerzentrum FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research), das gegenwärtig in Darmstadt entsteht. Der superschnelle und energiesparende Computer wurde von dem Frankfurter Computerwissenschaftler Prof. Volker Lindenstruth und seinem Team entwickelt. Er setzt vor allem eine effiziente Kühlung und handelsübliche Grafikkarten ein, um Energieverbrauch und Investitionskosten der Supercomputer zu reduzieren.

Mit dem Weltmeistertitel für „L-CSC“ haben die Forscher des FIAS bereits den dritten Erfolg innerhalb von vier Jahren auf der weltweiten Hitliste der Öko-Supercomputer gelandet: 2010 kam der Frankfurter Supercomputer „LOEWE-CSC“ der Goethe-Universität als umweltfreundlichster Großcomputer Europas auf Rang acht, zwei Jahre später erreichte der in Frankfurt und Darmstadt entwickelte saudi-arabische Rechner „SANAM“ den zweiten Rang bei den „Green500“. Der Weltrekord krönt diese Serie. Die Rangliste bewertet, wie viele Rechenoperationen pro Sekunde ein auf Geschwindigkeit getrimmter Höchstleistungsrechner mit einem Watt elektrischer Leistung erreicht.

„L-CSC“ befindet sich noch im Aufbau. Gegenwärtig sind 56 von insgesamt 160 Servern installiert. Schon damit gehört der Rechner in Darmstadt zu den schnellsten Computern der Welt. Auf der – allein an Geschwindigkeit orientierten – weltweiten Rangliste „Top500“ belegt er gegenwärtig mit 316,7 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde – etwa dreitausend Mal schneller als ein normaler Büro-PC ­– Rang 168. Nach der Fertigstellung in den nächsten Wochen wird er noch drei Mal schneller rechnen.

„L-CSC“ ist eine Weiterentwicklung der Supercomputer „LOEWE-CSC“ und „SANAM“, und setzt noch stärker als seine Vorgänger auf die Rechenleistung von Grafikkarten. Seinen Namen hat er in Anlehnung an den Vorgänger bekommen. „L-CSC“ rechnet jedoch deutlich schneller als der vier Jahre alte Vorgänger „LOEWE-CSC“ und erzielt mit der gleichen Menge Energie die mehr als siebenfache Rechenleistung.  Erreicht wurde dies durch die Verwendung von mehr optimierten Hochgeschwindigkeits-Grafikchips und durch verbesserte, am FIAS entwickelte Software.

Die Investitionskosten für „L-CSC“ betragen rund zwei Millionen Euro. Energie einzusparen ist bei Supercomputern nicht allein eine Frage des Umweltschutzes, sondern auch der Stromrechnung: „L-CSC“ läuft  daher mit deutlich geringeren Betriebskosten als weniger energieeffiziente Supercomputer gleicher Geschwindigkeit.

Der Entwickler des „L-CSC“, Vorstandsvorsitzende des FIAS, Leiter der IT der GSI und Professor für die Architektur von Hochleistungsrechnern an der Goethe-Universität Frankfurt, Volker Lindenstruth, sieht in dem Spitzenplatz seines Höchstleistungscomputers eine Bestätigung für die jahrelangen Bemühungen um Energieeffizienz: „Wir leisten damit auch einen Beitrag, damit Supercomputer verstärkt in der Wirtschaft genutzt werden können, denn auch die Gesellschaft braucht immer mehr Rechenleistung, sei es für technische Entwicklungen, für Big Data-Anwendungen, für Cloud-Computing oder anderes.“

Technisch gesehen ist „L-CSC“ ein Computer-Cluster, ein Verbund von miteinander vernetzten Rechnern. Der Rechner soll im Endausbau aus insgesamt 160 Servern (ASUS ESC4000 G2S/FDR) bestehen, mit 1.600 Rechenkernen, von denen jeder zwei Intel-Ivy-Bridge-Prozessoren und vier AMD FirePro Grafikkarten enthält. Jeder Server hat einen Arbeitsspeicher von 256 GigaByte. Verbunden sind die Server über ein Infiniband FDR-Netzwerk. Theoretisch stellt „L-CSC“ in dieser Konfiguration sogar eine Spitzenrechenleistung von 1,7 PetaFlops in doppelter Genauigkeit bereit, also 1,7 Billiarden Fließkommaoperationen pro Sekunde. Damit ist er der viertschnellste Supercomputer in Deutschland.

Informationen: Institute for Advanced Studies und Goethe Universität, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-44100, v.lindenstruth@gsi.de. Pressestelle FIAS, Reiner Korbmann,  c/o Science&Media, Tel:(089) 642 17 50, reiner.korbmann@scienceundmedia.de

Weblinks: fias.uni-frankfurt.de/de; www.gsi.de; csc.uni-frankfurt.de
www.youtube.com/watch?v=Gsm7q2ORXbU
www.green500.org; www.top500.org

Veranstaltungen

Nov 20 2014
11:51

UNICEF-Hochschulgruppe organisiert Benefiz-Konzert für Flüchtlingskinder

Hilfe für die Kinder Syriens

FRANKFURT. Der Winter kommt – und wird die Situation für syrische Flüchtlinge dramatisch verschlechtern. Über drei Millionen Menschen sind bereits in die Nachbarländer Syriens geflohen und auch innerhalb des Landes sind Menschen auf der Flucht. Ungefähr die Hälfte der syrischen Bürger/innen musste bereits ihren Heimatort verlassen. Darunter sind auch viele Kinder, die den niedrigen Temperaturen nur schwer stand halten können und für die auch dringend Schulmaterialien benötigt werden. Die UNICEF-Hochschulgruppe Frankfurt/Main organisiert für diese Kinder gemeinsam mit der Katholischen Hochschulgemeinde ein Benefiz-Konzert am Mittwoch, den 26.11.2014. Mit dabei sind Madeleine Persson, Johanna Werlberger und die Band SternenTramper. Außerdem bieten die Veranstalter syrisches Essen und Getränke an.

Benefiz-Konzert für Flüchtlingskinder aus Syrien

Ort: Campus Westend, zwischen Hörsaalzentrum und dem Gebäude der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften.
Zeit: Mittwoch 26.11. 2014, 19.00 Uhr

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Weitere Informationen zur Arbeit der UNICEF-Hochschulgruppe finden Sie hier:  http://www.unicef.de/mitmachen/ehrenamtlich-aktiv/-/hochschulgruppe-frankfurt-main

Veranstaltungen

Nov 20 2014
11:50

Einladung zur Podiumsdiskussion mit Universitätskanzler und Frankfurter Verkehrsdezernenten

Braucht die Goethe-Uni ein Mobilitätsmanagement?

FRANKFURT. Die Goethe-Universität ist einer der bedeutendsten Verkehrserzeuger in Frankfurt. 46.000 Studierende und mehr als 3.000 Beschäftigte lernen und arbeiten an den fünf Standorten. Hinzu kommen noch Gäste, die Veranstaltungen oder Konferenzen besuchen. Die Erreichbarkeit der Campusse ist nicht nur für die einzelnen Studierenden und Beschäftigten enorm wichtig, auch Universität und Stadt sind an einem effizienten Ablauf interessiert.

Wie kommen Mitarbeiter und Studierende zu ihrer Arbeitsstelle, ihrem Studienort? Welche Verkehrsmittel nutzen sie üblicherweise? Wo sind „Flaschenhälse“, wo ist Optimierungsbedarf und welche Mobilitätsangebote der Universität nehmen sie in Anspruch? Kann die Einrichtung eines Mobilitätsmanagements dazu beitragen, eine effiziente Verkehrsmittelnutzung zu ermöglichen und zu sichern? Und welche Maßnahmen und Angebote sind dafür denkbar? Diese Fragen haben Bachelor- und Master-Studierende in Projektseminaren zum universitären Mobilitätsmanagement untersucht.

Die Ergebnisse werden präsentiert

am: Dienstag, dem 25.11.2014 von 16.15 bis 18.00 Uhr
im: Casino, Raum 1.802, Campus Westend

Im Anschluss laden wir ein zu einer offenen Podiumsdiskussion mit:

  • Holger Gottschalk, Kanzler der Goethe-Universität
  • Stefan Majer, Verkehrsdezernent der Stadt Frankfurt am Main
  • Heike Mühlhans, Geschäftsführerin der ivm GmbH - Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain
  • Peter Sturm, Geschäftsführer der ZIV GmbH - Zentrum für integrierte Verkehrssysteme aus Darmstadt
  • Myrella Dorn, Vorsitzende des AStA – Allgemeiner Studierenden Ausschuss der Goethe-Universität

Informationen: Prof. Martin Lanzendorf und Steffi Schubert, Institut für Humangeographie, Campus Westend, Tel.: (069) 798-35181, mobilitaetsmanagement@geo.uni-frankfurt.de, www.humangeographie.de/mobilitaet

Veranstaltungen

Nov 20 2014
11:47

Mit ihrer neuerlichen Millionen-Zuwendung im Jubiläumsjahr in Höhe von 20 Mio. Euro zählt die Mäzenin Johanna Quandt zu den wichtigsten Stifterpersönlichkeiten in der Geschichte der Goethe-Universität

Stifterin mit Herz für die Wissenschaft

FRANKFURT. Im Jubiläumsjahr kann sich die Goethe Universität über private Zuwendungen in Höhe von 71 Millionen Euro freuen. Allein 20 Millionen Euro davon stammen von der Stifterin Johanna Quandt, die der Goethe-Universität seit vielen Jahren mit Förderungen im Bereich der Medizin und Lebenswissenschaften verbunden ist. Am heutigen Donnerstag (20. November 2014) präsentierte Universitätspräsident Professor Werner Müller-Esterl in Frankfurt im Beisein der Stifterin und des Vorstands der Johanna-Quandt-Stiftung, Dr. Jörg Appelhans, Vorhaben und Programme, die die Universität aus dem „Johanna-Quandt-Jubiläumsfonds“ realisieren will. In der hundertjährigen Geschichte der Goethe-Universität zählt Quandt damit zu den engagiertesten Stifterpersönlichkeiten.

Universitätspräsident Müller-Esterl betonte, dass das Geld gezielt dafür eingesetzt werde, jene Ziele des Hochschulentwicklungsplans zu realisieren, die sich sonst nicht finanzieren ließen: eine herausragende wissenschaftliche Nachwuchsförderung, Internationalität und internationale Kooperationen sowie eine verstärkte Kooperation mit außeruniversitären Forschungsinstituten. Im Fokus steht auch die Förderung begabter Studierender. Auch das Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS), das Johanna Quandt bereits seit acht Jahren mit einer Forschungsprofessur fördert, soll eine weitere Zuwendung erhalten. Müller-Esterl: „Wir sind Frau Quandt überaus dankbar für diese weitsichtige und finanziell großzügige Zuwendung, die sie uns im Jubiläumsjahr macht.“

Frau Quandt hat die Entwicklung der Goethe-Universität in den vergangenen Jahren bereits mit einer Reihe weiterer, bedeutender Zuwendungen unterstützt. In besonderer Weise engagiert sie sich für die Forschungseinrichtung FIAS (Frankfurt institute for advanced Studies), in der seit 2004 fachübergreifend komplexe naturwissenschaftliche Zusammenhänge analysiert werden. Dort finanziert sie eine mit 3,3 Millionen Euro dotierte Stiftungsprofessur zur Erforschung der Grundlagen der Lebenswissenschaften. 2009 hatte sie zudem mit der Johanna-Quandt-Universitäts-Stiftung eine mit 3 Million Euro dotierte Treuhandstiftung eingerichtet, deren Erträge ebenfalls weitgehend dem FIAS zugutekommen. Weitere 1,3 Millionen Euro flossen direkt an die Universität, davon 500.000 Euro für das Deutschland-Stipendienprogramm.

Bereits seit 1986 unterstützt Frau Quandt die Arbeit der Frankfurter Kinderkrebshilfe und die Klinik für Kinderheilkunde am Klinikum der Universität. Für den Neubau des Stammzelltherapiezentrums spendete sie 5,7 Mio. Euro. Dank ihrer finanziellen Förderung konnte bereits im Jahr 2004 das Stammzelltransplantationszentrum zur Behandlung krebskranker Kinder eröffnet werden.

Von 1987 bis 1998 gehörte Frau Quandt dem Beirat der Vereinigung von Freunden und Förderern der Universität (VFF) an. Für ihr herausragendes Engagement war die Stifterin und Mäzenin im Januar 2006 mit der Ehrensenatorinnenwürde der Goethe-Universität ausgezeichnet worden. Vor kurzem erhielt sie außerdem die Ehrenplakette des Fachbereichs Medizin der Goethe-Universität.

Johanna Quandt betonte: „Ich will dazu beitragen, dass die Goethe-Universität den besten Köpfen beste Bedingungen bieten kann. Studierende und Wissenschaftler aus allen Fachbereichen sollen mit dieser Zuwendung Ansporn und Unterstützung finden.“ 

Förderungen von Frau Quandt:

20 Mio.   Euro

Johanna-Quandt-Jubiläumsfonds

3,3 Mio.   Euro

Stiftungsprofessur   Lebenswissenschaften (Triesch)

3,0 Mio.   Euro

Stiftungskapital   JQ Universitäts-Stiftung zugunsten FIAS

1,3 Mio.   Euro

Universität,   davon 0,5 D-Stipendien

1,3 Mio.   Euro

MRT-Diagnose   Uni Klinikum (Klinik Kinder- und Jugendmedizin der GU)

850.000   Euro

Förderung   Facharztstellen (Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der GU) 2014-2018

2 Mio. Euro

Neubau   Stammzelltransplantationszentrum (Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der   GU)

5,7 Mio.   Euro

Neubau   Forschungszentrum Stammzelltherapie (Klinik für Kinder- und Jugendmedizin)

 

 

 

Gesamt: 37,45 Mio. Euro

Personalia/Preise

Nov 18 2014
14:44

Anglistin der Goethe-Universität für Forschendes Lernen ausgezeichnet

Daniela Elsner erhält Ars legendi-Preis 2014

FRANKFURT. Hochkarätiger Preis für Professorin der Goethe-Universität: Prof. Daniela Elsner, Geschäftsführende Direktorin des Instituts für England- und Amerikastudien, erhält den Ars legendi-Preis 2014. Die insgesamt mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft wird in diesem Jahr für „Forschendes Lernen“ verliehen. Die Verleihung des Preises findet am 1. Dezember in Berlin statt. „Ich gratuliere Frau Elsner ganz herzlich zu dieser Auszeichnung. Mit ihren innovativen Lehrveranstaltungen leistet sie einen wichtigen Beitrag für eine forschungsnahe Ausbildung“, freut sich Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl.

Die Jury unter der Leitung von Prof. Holger Burckhardt, Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), hebt in ihrer Begründung hervor, dass Daniela Elsner Studierende der Lehramtsstudiengänge in Anglistik und Amerikanistik zur Durchführung individueller Forschungsprojekte anrege. Die Jury zeigt sich besonders beeindruckt, „wie es Frau Elsner gelingt, ihre Lehrveranstaltungen  und die Betreuung der Lehramtsstudierenden in allen Phasen des Studiums an der Leitidee des Forschenden Lernens auszurichten.“

Mit dem Ars legendi-Preis wird die besondere Bedeutung der Hochschullehre für die Heranbildung des akademischen Nachwuchses gewürdigt. Der Jury gehören Studierende sowie Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachgebieten und aus der Hochschuldidaktik an. Aus 44 Vorschlägen wurden die diesjährigen Sieger ermittelt. Der zweite Preisträger in diesem Jahr ist Prof. Dr. Martin Blum von der Universität Hohenheim.

Weitere Informationen unter www.ars-legendi-preis.de

Veranstaltungen

Nov 18 2014
10:12

Goethe-Universität erinnert im Jubiläumsjahr mit einer neu errichteten Stele an Philipp Schwartz, Retter vieler Wissenschaftler in der Zeit des Nationalsozialismus

Der vergessene Retter

Einladung zum Medientermin

FRANKFURT. Es war der größte intellektuelle Exodus der neueren Geschichte: Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden Tausende von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Deutschland vertrieben. Unter dem 1933 eingesetzten Rektor Ernst Krieck verfuhr die Goethe-Universität, an der außergewöhnlich viele Juden forschten und lehrten, besonders rücksichtslos: Sie entließ mehr als 30 % ihrer Dozenten.

Ein Mann, der bis 1933 als Extraordinarius für Pathologie an der Goethe-Universität wirkte, hat vielen der Vertriebenen eine neue Zukunft ermöglicht und einigen von ihnen buchstäblich das Leben gerettet: Philipp Schwartz. Er begründete die bedeutendste deutsche Hilfsorganisation für entlassene Hochschullehrer in der Zeit des „Dritten Reichs“, die „Notgemeinschaft deutscher Wissenschaft im Ausland“. Er selbst war seiner Verhaftung durch Flucht nach Zürich nur knapp entgangen.

Ihm zu Ehren errichtet die Goethe-Universität im Rahmen ihrer Jubiläumsfeierlichkeiten 2014 als erste Hochschule Deutschlands eine Erinnerungsstele, die am Montag, den 24. November, am Campus Niederrad, 12:00 Uhr enthüllt wird.

Ort: Klinikum der Goethe-Universität Frankfurt, Theodor-Stern-Kai 7, 60596 Frankfurt am Main. Bereich des Haupteingangs, vor dem Hörsaalgebäude (Haus 22). Parkmöglichkeiten im Parkhaus des Universitätsklinikums.

Es sprechen:

Prof. Dr. Josef Pfeilschifter
Dekan des Fachbereichs Humanmedizin

Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz
Vizepräsident der Goethe-Universität

Herr Ufuk Ekici
Generalkonsul der Republik Türkei

Prof. Dr. Martin-Leo Hansmann
Direktor des Senckenbergischen Instituts für Pathologie

Dr. Gerald Kreft
Ludwig Edinger-Stiftung

Dipl.-Psych. Kurt Heilbronn
Zeitzeuge, Sohn von Prof. Dr. Alfred Heilbronn

Dr. med. Susan Ferenz-Schwartz
Zeitzeugin, Tochter von Prof. Dr. Philipp Schwartz

Sie sind herzlich eingeladen, als Medienvertreter an der Feierstunde teilzunehmen. Im Anschluss daran stehen die anwesenden Vertreter aus Wissenschaft und Politik für Ihre Fragen zur Verfügung.

Bitte teilen Sie uns bis Donnerstag, den 20. November 2014 mit, ob wir mit Ihrem Kommen rechnen können (Frau Ott, E-Mail: ott@pvw.uni-frankfurt.de).

Hinweis: Bei der Veranstaltung liegen für Medienvertreter Pressemappen mit Bildmaterial und Hintergrundtexten aus.

Veranstaltungen

Nov 14 2014
11:30

Uni-Präsident und Johanna-Quandt-Stiftung präsentieren Vorhaben im Rahmen des mit 21 Millionen € dotierten Jubiläums-Förderfonds

Großspende für die Goethe-Universität

Einladung zum Mediengespräch

FRANKFURT. Der 18. Oktober 2014 war ein symbolträchtiges Datum für die Präsentation des neuen, mit 21 Millionen € dotierten Förderfonds der Stifterin Johanna Quandt zugunsten der Goethe-Universität: An diesem Tag feierte die Universität in der Frankfurter Paulskirche in Anwesenheit des Bundespräsidenten ihren 100. Geburtstag. Der Förderfonds ist eine der größten Zuwendungen, die die Universität Frankfurt je von privater Seite erhalten hat.

Nun stehen die wichtigsten Vorhaben fest, die daraus in den nächsten Jahren finanziert werden sollen. Diese möchten Ihnen der Präsident der Goethe-Universität, Prof. Werner Müller-Esterl, sowie Vertreter der Johanna-Quandt-Stiftung anlässlich eines Mediengesprächs am

Donnerstag, den 20. November, 11:00 Uhr,
Ort: Goethe Universität Frankfurt, Campus Westend,
Gebäude: IG Farben Haus,
Raum 1.418 (1. OG)

vorstellen. Über Ihre Zusage und Ihr Kommen freuen wir uns. Bitte teilen Sie uns bis zum 18. November mit (Frau Ott, E-Mail: ott@pvw.uni-frankfurt.de), ob Sie daran teilnehmen können.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Olaf Kaltenborn
Pressesprecher
Goethe-Universität Frankfurt

 

Personalia/Preise

Nov 14 2014
11:10

Präsident der Goethe-Universität ehrt den ehemaligen Vorstand der Reimers Stiftung in Bad Homburg

Universitäts-Medaille für Wolfgang R. Assmann

FRANKFURT. Wolfgang R. Assmann, von 2007 bis März 2014 Vorstand der Werner Reimers Stiftung, erhielt gestern die Medaille der Goethe-Universität für seine Verdienste als herausragender Kooperationspartner der Universität und Förderer des Forschungskollegs Humanwissenschaften. Der Präsident der Goethe-Universität, Prof. Dr. Werner Müller-Esterl, überreichte ihm die Auszeichnung gestern Abend vor 150 Gästen im Forschungskolleg in Bad Homburg.

Mit der Verleihung würdigt das Präsidium der Goethe-Universität Assmann als ehemaligen Vorstand der Werner Reimers-Stiftung und als Partner, der die Belange der Wissenschaft und insbesondere der Geistes- und Sozialwissenschaften unterstützt. „In Wolfgang Assmann als Vorstand der Werner Reimers-Stiftung hatte die Universität einen wichtigen Partner und Förderer. Im Geiste der Tradition der Stiftung begleitete und förderte er den Aufbau des Forschungskollegs Humanwissenschaften in Bad Homburg in den entscheidenden Jahren,“ so der Präsident der Universität, Prof. Werner Müller-Esterl, in seiner Laudatio.

Nach der Gründung des Forschungskollegs Humanwissenschaften im Jahre 2006 übernahm Assmann das Amt des Stiftungsvorstands von Prof. Werner Knopp, der gemeinsam mit dem damaligen Universitätspräsidenten Prof. Rudolf Steinberg die Kooperation der Werner Reimers Stiftung mit der Goethe-Universität initiiert hatte. Während seiner Zeit als Vorstand der Stiftung begleitete er das Forschungskolleg Humanwissenschaften mit großem Engagement. 2013 führte Assmann die Stiftung gemeinsam mit der Vorsitzenden des Verwaltungsrats, Staatsministerin a.D. Ruth Wagner, anlässlich der 50-Jahr-Feier der Stiftung und des 125. Geburtstags des Stifters mit einem anspruchsvollen Programm in eine neue Phase. Über Jahrzehnte förderte die Reimers-Stiftung Wissenschaft und Forschung in ihrem Tagungszentrum in Bad Homburg. Mit der Gründung des Forschungskollegs Humanwissenschaften konnten die Goethe-Universität ebenso wie die Reimers-Stiftung an diese Tradition anknüpfen. Mit der Eröffnung des Forschungskollegs wurde ein Forum eröffnet, in dem neue Wege zum Verständnis, zur Gestaltung und Kritik unserer Zeit beschritten werden können.

Der Jurist Wolfgang Assmann war von 1980 bis 1998 Oberbürgermeister der Stadt Bad Homburg. Während seiner 18-jährigen Amtszeit widmete er sich neben der Belebung des bürgerschaftlichen Engagements und der Förderung der internationalen Verständigung besonders der kulturellen Profilierung der Stadt. So begründete er den Hölderlin-Preis, das Orgelfestival Fugato sowie die Skulpturen-Biennale „Blickachsen“. Nach seinem Ausscheiden als Oberbürgermeister leitete er von 1998 bis 2004 als Geschäftsführender Vorstand die Herbert Quandt-Stiftung der Altana AG. Neben der Veranstaltung der „Sinclair-Haus-Gespräche“, Symposien mit führenden Persönlichkeiten zur Erörterung von Zukunftsfragen, leistete er interkulturelle Arbeit auf regionaler und internationaler Ebene im „Trialog der Kulturen“, in dem unter anderem Grundwissens über Judentum, Christentum und Islam in den Schulen vermittelt wird.

Anlässlich seines 70. Geburtstags im März 2014 verlieh die Stadt Bad Homburg Assmann, der bereits 2010 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse bekommen hatte, die selten vergebene Ehrenbürgerwürde für seine Verdienste bei der Entwicklung Bad Homburgs zu einer attraktiven Stadt für Wirtschaftsunternehmen, als Wohnort, Einkaufsstadt und kulturelles Zentrum der Region. Als Ehrenmitglied im Verwaltungsrat der Werner Reimers Stiftung engagiert sich Assmann weiter für die Belange der Förderung von Wissenschaft und deren Dialog mit der Öffentlichkeit und bleibt damit ein wichtiger Partner der Goethe-Universität.

Informationen: Prof. Dr. Matthias Lutz-Bachmann, Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften, Tel. (069) 798- 12343; direktor@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Bild zum Download hier.

Bildunterschrift: Der Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl (links im Bild) überreicht Wolfgang R. Assmann die Urkunde und Medaille der Goethe-Universität. (Foto: Uwe Dettmar)

Sonstige

Nov 13 2014
16:18

Goethe-Universität im Bereich sportmedizinischer Prävention und Rehabilitation gut aufgestellt

10 Jahre Weiterbildungsakademie Sportmedizin

FRANKFURT. Mit einer Jubiläumsfeier hat die Goethe-Universität die Arbeit der Weiterbildungsakademie Sportmedizin gewürdigt. Nach der Begrüßung seitens Prof. Winfried Banzer, Leiter der Abteilung Sportmedizin, wies Universitätsvizepräsidentin Prof. Tanja Brühl in ihrem Grußwort auf die Bedeutung der wissenschaftlichen Weiterbildung hin: Nach dem Hochschulrahmengesetz sei neben Studium, Lehre und Forschung Weiterbildung die vierte Kernaufgabe der Hochschulen, so Brühl. Die Akademie bietet seit 2004 Weiterbildungskurse auf Hochschulniveau; lehrerfahrene Dozentinnen und Dozenten orientieren sich bei der Wissensvermittlung an dem aktuellen Stand von Forschung und Praxis.

Prof. Rolf van Dick, Dekan des Fachbereichs Psychologie und Sportwissenschaften, hob in seiner Rede die Dynamik in der Entwicklung neuen Wissens und neuer Techniken hervor; dies bewirke einen zunehmenden Bedarf an Weiterbildung. Mit der Weiterbildungsakademie Sportmedizin biete der Fachbereich ein hochwertiges, bedarfsorientiertes und qualitätsgesichertes Angebot, das zudem Studierenden und Absolventen der Sportwissenschaft die Chance eröffne, durch bestimmte Weiterbildungskombinationen neben ihrem Studium einen zweiten berufsqualifizierenden Abschluss zu erwerben.

Dr. Kirsten Brettmann von der Abteilung Sportmedizin stellte anschließend noch einige wichtige Stationen der zehnjährigen Geschichte der Weiterbildungsakademie vor und erläuterte die Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern.

Die Weiterbildungsakademie Sportmedizin der Goethe-Universität Frankfurt bietet 35 Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen in den Bereichen Prävention, Rehabilitation und Gesundheitssport an. Die Angebote richten sich an Ärzte, Studierende und Absolventen der Fachrichtungen Sportwissenschaften, Medizin, Ernährungswissenschaften und Pflegewissenschaften sowie an Sport-, Bewegungs-und Physiotherapeuten, Krankengymnasten, Masseure, Sport-/Gymnastiklehrer, Krankenschwestern/-pfleger und Examinierte oder Graduierte aus Gesundheits-, Ernährungs- bzw. Bewegungsfachberufen. Jährlich werden über 300 Teilnehmende weitergebildet; unterstützt wird die Weiterbildungsakademie von ca. 45 nebenberuflichen Lehrkräften und Referenten.

Weitere Informationen: www.sportmedizin-akademie.de

Veranstaltungen

Nov 13 2014
13:07

Bei der internationalen Jahreskonferenz des Exzellenzclusters geht es am 20. und 21. November 2014 um „Normative Ordnungen im Wandel“

Von der Freiheit im Internet bis zur „Rückkehr der Religionen“

FRANKFURT. Wie könnte ein freies Internet zum Gemeinschaftsinteresse von Staaten, Unternehmen und Privatpersonen werden? Warum bedrohen internationale Verträge die nationale Souveränität und demokratische Selbstbestimmung? Welche Rolle spielt eine „Rückkehr der Religionen“ in der internationalen Politik? Unter anderem diesen Fragen widmet sich die siebte internationale Jahreskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Sie trägt den Titel „Normative Ordnungen im Wandel: Globale Herausforderungen“ und findet am 20. und 21. November im Gebäude des Exzellenzclusters auf dem Frankfurter Campus Westend statt.

Ziel der Jahreskonferenzen ist es, zentrale Themenstellungen des geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsverbundes mit Kolleginnen und Kollegen aus dem In- und Ausland zu diskutieren. Auf dem aktuellen Programm stehen vier Panels mit insgesamt zwölf Vorträgen, in denen aktuelle Konfliktlinien im Transformationsprozess normativer Ordnungen thematisiert werden. Die gegenwärtige Zeit ist durch vielförmige gesellschaftliche Umbrüche und politische Verschiebungen geprägt.

Im ersten Panel „Die Verrechtlichung der Welt und ihre Kritiker“ geht es etwa um die Rolle des Rechts bei der Finanzkrise, Legitimationsprobleme informeller Beziehungen und die Zukunft des Völkerrechts. Eine schon länger geäußerte Kritik bemängelt, dass mächtige Staaten internationale Rechtsnormen weitgehend folgenlos missachten können. Mittlerweile gibt es aber auch viele Stimmen, die eine Bevormundung der Bürger und eine Aushöhlung der parlamentarischen Demokratie befürchten – gerade weil Staaten die Normen des internationalen Rechts regelmäßig beachten. Ist die „Verrechtlichung der Welt“ nun zu weit gegangen? Oder geht sie, im Gegenteil, noch nicht weit genug? Koordinator dieses Panels ist Jens Steffek, Professor für Politikwissenschaften mit dem Schwerpunkt „Transnationales Regieren“.

Ausgehend von den Stichworten „Multinormativität – Konstellationsanalysen“ beschäftigt sich das zweite Panel unter Leitung von Thomas Duve, Professor für vergleichende Rechtsgeschichte, mit dem Nebeneinander und der Verflechtung verschiedener Normen. Dieser Rechtspluralismus betrifft beispielsweise das Spannungsfeld von staatlicher und nicht-staatlicher Regulierung. Immer aktueller wird auch die Frage, wie die einzelnen Staaten, die zunehmend multiethnisch sind, aus rechtlicher Sicht mit der kulturellen Vielfalt umgehen. Ein besonders interessantes Beispiel für Multinormativität ist wohl die Mode: Ihre Regeln haben zwar ebenfalls mit Recht und Moral zu tun; sie scheinen aber auch der Ausdruck einer höchst wandelbaren sozialen Selbstregulierung der Gesellschaft zu sein.

Am Beispiel der Rollen von Staaten, Unternehmen und der Zivilgesellschaft unternimmt das dritte Panel („Herausforderungen der Normativität im Internet“) eine Bestandsaufnahme des World wide Web als Medium und Gegenstand des Prozesses um die Herausbildung seiner eigenen normativen Ordnung. Auch hier stellt sich die Frage, wie sich jenseits eines zunehmend an Bedeutung einbüßenden Nationalstaates eine legitime Repräsentation konzipieren lässt. Von zentraler Bedeutung ist der Schutz der Integrität des Internets, verstanden als Mittel zur Erreichung einer menschenzentrierten und entwicklungsorientierten Informationsgesellschaft. Zu dieser Art Internet gehört freilich auch die Berücksichtigung des Datenschutzes und der Persönlichkeitsrechte. Die Koordination des „Internet-Panels“ liegt in den Händen des Rechtswissenschaftlers Matthias C. Kettemann.

Ob man zutreffend von einer „Rückkehr der Religionen“ sprechen kann, gehört schließlich zu den Schwerpunkten des vierten Panels mit dem Titel „(Post)Secularism – Theoretical and Empirical Findings on a Contested Category“. Hier wird unter anderem der Umstand thematisiert, dass Religion auch Pate bei der Begründung weltlicher Normen stehen kann. Ein weiteres Erkenntnisinteresse bezieht sich auf das Ausmaß der Vermischung von Staat und Kirche in verschiedenen Ländern. Unter der Federführung der Ethnologie-Professorin Susanne Schröter werden aktuell höchst virulente Konfliktlinien westlicher wie nicht-westlicher Gesellschaften thematisiert. Und falls die Religion wirklich zurückkehrt, tut sie das – zumindest auch – in einem neuen Gewand. In Südostasien gibt es Bewegungen, die konservative religiöse Anschauungen mit Mitteln des Marketings, der Musik und der Neuen Medien verbreiten. Das wäre dann kein „Post-Islamismus“, sondern ein „Pop-Islamismus“.

Die Vortragenden sind Mitglieder des Exzellenzclusters und die folgenden Forscherkolleginnen und -kollegen: Jocelyne Cesari leitet das „Islam in World Politics Program“ am Berkley Center der Georgetown Universität in Washington, D.C. Michelle Everson ist Professorin für Europäisches Recht am Birkbeck College der University of London. Marie-Claire Foblets leitet am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle an der Saale die Abteilung „Recht & Ethnologie“. Jeanette Hofmann leitet am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung die Projektgruppe „Politikfeld Internet“. Miloš Vec, assoziiertes Mitglied des Clusters, lehrt europäische Rechts- und Verfassungsgeschichte an der Universität Wien. Hartmut Zinser ist emeritierter Professor für Religionswissenschaft der Freien Universität Berlin und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Exzellenzclusters.

Die Konferenz steht Interessierten offen. Eine vorherige Anmeldung wird erbeten unter: office@normativeorders.net

Kontakt: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“: Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net

Programm: www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/jahreskonferenzen

Veranstaltungen

Nov 13 2014
13:05

Populärwissenschaftlicher Vortrag über den Frankfurter Physiker und Politiker Friedrich Dessauer

Vom Segen der Röntgenstrahlen

FRANKFURT. Er entdeckte, welche enorme Bedeutung die Röntgenstrahlung in der medizinischen Diagnostik und Therapie hatte, und gilt als Urvater des Frankfurter Instituts für Biophysik: Friedrich Dessauer (1881-1963). Über sein Leben und Wirken spricht die Wissenschaftshistorikerin Anne Hardy am Montag, 17. November, im Rahmen einer Vortragsreihe im Otto-Stern-Zentrum auf dem Unicampus Riedberg.

Die Röntgenstrahlen waren die aufregendste Entdeckung seiner Jugend. Schon als 14-Jähriger baute der von allem Technischen begeisterte Friedrich Dessauer in seinem Zimmer einen Röntgenapparat nach. Den Wert dieser Technologie für die medizinische Diagnostik erkannte Dessauer in den ersten Semestern seiner Studienzeit: Als er an das Krankenbett seines Bruders gerufen wurde, diagnostizierten die Ärzte mit Hilfe seines transportablen Röntgengeräts eine tödliche Krankheit. Wenig später brach er sein Studium ab und gründete noch minderjährig eine Firma für Röntgenapparate. Erst mit 34 Jahren holte er seine Promotion nach und gründete an der Universität Frankfurt ein Institut, aus dem das Max Planck-Institut für Biophysik hervorgegangen ist. Dessauer war auch politisch engagiert und gehörte als Abgeordneter der Zentrumspartei bis 1933 dem Deutschen Reichstag an. 1934 emigrierte er in die Türkei.

Der Vortrag „Friedrich Dessauer. Röntgenpionier, Biophysiker und Demokrat“ ist Teil der Reihe „Wissenschaft für die Gesellschaft“ aus Anlass des Universitätsjubiläums. In loser Folge finden jeweils montags Vorträge statt, die ein lebendiges Bild der Frankfurter Naturwissenschaften in Vergangenheit und Gegenwart vermitteln sollen. Zum Ausklang der Reihe spricht der Initiator Physikprofessor Horst Schmidt-Böcking über den späteren Nobelpreisträger Hans Bethe, der in Frankfurt promoviert wurde und nach seiner Emigration in den USA am Bau der Atombombe mitgewirkt hat. Nach dem Krieg setzte er sich für Abrüstung ein und wurde zum „Gewissen der US-Wissenschaft“. Die Veranstaltungen wenden sich an ein allgemeines Publikum.

Montag, 17. November
Dr. Anne Hardy: „Friedrich Dessauer. Röntgenpionier, Biophysiker und Demokrat“

Montag, 1. Dezember
Prof. Horst Schmidt-Böcking: „Hans Bethe – ein Frankfurter Physiknobelpreisträger“

Die Vorträge finden im Otto-Stern-Zentrum, Hörsaal 5, auf dem Campus Riedberg statt und beginnen um 19 Uhr.

Informationen: Prof. Horst Schmidt-Böcking, Institut für Kernphysik, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47002, hsb@atom.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Nov 12 2014
14:52

Neuer Jahrgang des Mentoren-Programms SciMento-hessenweit startet an der Goethe-Universität

Förderung von Wissenschaftlerinnen

Presse-Einladung

FRANKFURT. Am Freitag, den 14.11.2014, findet in der Frauenlobstr. 1 (Gästehaus der Goethe Universität Frankfurt) ab 10.00 Uhr die offizielle Eröffnungsveranstaltung von SciMento-hessenweit für den Mentee-Jahrgang 2014 statt. Insgesamt 76 Wissenschaftlerinnen aller hessischen Universitäten beginnen, aufgeteilt auf 17 Gruppen und mit 17 Professorinnen als Mentorinnen das zweijährige Mentoring.

Der Auftakt beginnt  mit einer Eröffnungsrede des Vizepräsidenten der Goethe Universität Frankfurt, Prof. Enrico Schleiff, und der Initiatorin des Programms, Prof. Anna Starzinski-Powitz, danach stellen sich die Mentees des Jahrgangs einzeln vor (siehe Einladung). Pressevertreter sind herzlich eingeladen, im Rahmen des Opening Seminar 2014 Mentees und Mentorinnen zu dem Programm zu befragen.

SciMento-hessenweit wird gemeinsam, als Instrument zur Förderung des weiblichen Wissenschaftlichen Nachwuchses, von den fünf hessischen Universitäten in Frankfurt, Darmstadt, Marburg, Gießen und Kassel finanziert und angeboten. SciMento bietet ausgewählten Doktorandinnen und Post-Doktorandinnen die Möglichkeit, an einem Gruppenmentoring teilzunehmen. Drei bis fünf Mentees bilden gemeinsam mit einer Mentorin oder einem Mentor für die Dauer von zwei Jahren ein Karriere-Team, in dem sie sich gegenseitig unterstützen und beraten. Ziel von SciMento-hessenweit ist es,  Frauen an dem entscheidenden Punkt ihrer Laufbahn – während und kurz nach ihrer Promotionsphase –  genau die Unterstützung zu bieten, die sie benötigen, um sich für eine weitere wissenschaftliche oder wissenschaftsnahe Karriere zu entscheiden.

Weitere Informationen: Claudia Miebach, Koordination SciMento – hessenweit, Goethe-University Frankfurt am Main, Senckenberganlage 33  | Juridicum, 60325 Frankfurt am Main Postfach 61 - 60054 Frankfurt am Main. Tel (069) 798 49441. miebach@scimento.dewww.scimento.de

Forschung

Nov 12 2014
12:43

Goethe-Universität, Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und Sigmund-Freud-Institut unterzeichnen Kooperationsvertrag

Gemeinsame Forschung zu kindlichem Lernen wird fortgesetzt

FRANKFURT. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität, des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und des Sigmund-Freud-Instituts arbeiten weiter eng zusammen, wenn es darum geht, individuelle Entwicklungsprozesse von Kindern in den ersten zwölf Lebensjahren zu erforschen und Ansätze zur individuellen Lernförderung auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen. Heute unterzeichneten die drei Frankfurter Forschungseinrichtungen einen Vertrag, der die Fortführung der erfolgreichen Kooperation im Rahmen des interdisziplinären Forschungszentrums „Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk“ (IDeA) festhält.

„Unser besonderes Interesse gilt weiter Kindern, die ein erhöhtes Risiko aufweisen, in der Entwicklung schulischer Fertigkeiten beeinträchtigt zu sein“, so der Bildungsforscher Prof. Marcus Hasselhorn. Er ist Geschäftsführender Direktor des DIPF und Sprecher von IDeA. „Mit diesem Kooperationsvertrag knüpfen wir an die guten Erfahrungen an, die wir miteinander seit der Gründung des Zentrums im Jahr 2008 gesammelt haben“, betont die Geschäftsführende Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts, Prof. Marianne Leuzinger-Bohleber. Und Prof. Tanja Brühl, Vizepräsidentin der Goethe-Universität, ergänzt: „Das gewachsene Netzwerk und den Austausch zwischen Disziplinen und Institutionen hinweg zu erhalten, lag meinen Kolleginnen und Kollegen in den Fachbereichen Erziehungswissenschaften, Psychologie und Gesellschaftswissenschaften sehr am Herzen. Deshalb war es auch keine Frage, im neuen Scientific Board von IDeA mitwirken und sich an der weiteren strategischen Ausrichtung beteiligen zu wollen.“ Darüber hinaus wird die Goethe-Universität Mittel zur Förderung der Nachwuchswissenschaftler bei IDeA bereitstellen. „Dazu gehört unter anderem die Finanzierung von jährlich bis zu acht dreimonatigen Auslandsaufenthalten“, erläutert IDeA-Koordinatorin Dr. Ulrike Hartmann.

Das Forschungszentrum IDeA bleibt in Frankfurt bestehen, auch nachdem die Förderung des Landes Hessen in diesem Jahr ausgelaufen ist: Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern hatte sich für eine Verstetigung der IDeA-Infrastruktur im DIPF, einem Institut der Leibniz-Gemeinschaft, ausgesprochen – was nun am 1. Juli 2014 auch umgesetzt wurde. Damit ist unter anderem die dauerhafte Finanzierung einer Professur für „Methoden der Entwicklungs- und Pädagogischen Psychologie“ sowie der Koordinations- und Laborinfrastruktur gesichert. „Auf Grundlage dieser hervorragenden Voraussetzungen ist es für uns alle nun eine wichtige Aufgabe, Fördermittel für die künftigen Forschungsarbeiten einzuwerben“, ist sich Hasselhorn mit den anderen Unterzeichnern des Kooperationsvertrags einig. Dieser Herausforderung begegnet er – wie seine Kollegen – mit Zuversicht: Schließlich könne sich IDeA mit den bisher erzielten Ergebnissen sehen lassen, und das Interesse von Wissenschaftlern, Praktikern und Bildungsexperten an der Fortsetzung dieser Arbeit sei groß.

Von den 40 bislang in dem Zentrum angesiedelten Projekten wurden bereits 20 abgeschlossen; die anderen werden fortgesetzt, außerdem sind weitere Vorhaben in Planung. Der innovative Ansatz des Zentrums ist die Kombination aus langfristigen Projekten, die die Entwicklung der Kinder über mehrere Jahre begleiten, und fokussierten experimentellen Studien, die die Wirksamkeit pädagogischer Methoden zum Beispiel im Unterricht überprüfen. Dabei werden vielfältige Methoden eingesetzt, zum Beispiel Verhaltensbeobachtungen, Befragungen und Leistungstests sowie moderne Verfahren aus den Neurowissenschaften. Die Forscherinnen und Forscher des Zentrums – zurzeit sind es knapp 100 Personen – verbinden das Fachwissen zahlreicher Disziplinen: Dazu gehören Psychologie und Psychoanalyse, Erziehungswissenschaft und Fachdidaktiken, Soziologie, Psycholinguistik und Neurowissenschaften.

Informationen: Dr. Ulrike Hartmann, Koordinatorin von IDeA, Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), Tel. (069) 24708-390, u.hartmann@dipf.de, www.idea-frankfurt.eu

Bilder zum Download hier.

Bildtexte:

Bild 1: Vertragsunterzeichnung auf dem Campus Westend (v.l.n.r.): Prof. Marcus Hasselhorn,  Geschäftsführender Direktor des DIPF und Sprecher von IDeA, Prof. Tanja Brühl, Vizepräsidentin der Goethe-Universität, und Prof. Marianne Leuzinger-Bohleber, Geschäftsführende Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts.


Bild 2: Nach der Vertragsunterzeichnung für IDeA-Kooperation (v.l.n.r.):, Prof. Marianne Leuzinger-Bohleber, Geschäftsführende Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts, Dr. Ulrike Hartmann, IDeA-Koordinatorin, Prof. Tanja Brühl, Vizepräsidentin der Goethe-Universität und Prof. Marcus Hasselhorn,  Geschäftsführender Direktor des DIPF und Sprecher von IDeA.

Forschung

Nov 12 2014
12:41

Software identifiziert wirksame Bestandteile in komplexen Molekülen

Naturwirkstoffe im Rechner zerkleinern und verstehen

FRANKFURT. Antibiotika-resistente Keime, gefährliche Viren, Krebs: Ungelöste medizinische Probleme erfordern neue und bessere Arzneimittel. Inspiration für neue Wirkstoffe könnte aus der Natur kommen. Dabei hilft nun die computerbasierte Methode eines Forscherteams unter Beteiligung der Goethe-Universität.

Auf der Suche nach neuen Wirkstoffen  wendet sich die Pharmaforschung wieder der Quelle zu, aus der die meisten unserer Arzneimittel ursprünglich kommen: der Natur. Aktuell sind Hunderttausende aus der Natur stammende Wirkstoffe bekannt, jedoch ist bei den meisten nicht klar, wie sie genau wirken. Ein Forscherteam der ETH Zürich, der Goethe-Universität, der Universität Jena und des Helmholtz Instituts für Pharmazeutische Forschung Saarland hat nun eine computerbasierte Methode entwickelt, um den Wirkmechanismus solcher Naturstoffe vorherzusagen. Damit hoffen die Wissenschaftler auf neue Ideen, um Arzneistoffe zu generieren.

 „Natürliche Wirkstoffe sind meist sehr große Moleküle, die man chemisch oft nur in langwierigen Prozessen synthetisieren kann“, erklärt Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Goethe-Universität. Wenn man verstehe, wie genau ein Naturstoff wirke, könne man kleinere, einfachere Moleküle entwerfen, die sich leichter synthetisieren lassen. Sobald ein Stoff chemisch synthetisierbar wird, lässt er sich auch für den medizinischen Einsatz optimieren.

Um den Wirkmechanismus zu verstehen, untersuchen Forscher, mit welchen Bestandteilen eines Erregers der Naturstoff wechselwirkt, um beispielsweise sein Wachstum zu hemmen. Bisher dienten dazu aufwändige Laborversuche, und meistens erkannten die Wissenschaftler dabei nur den stärksten Effekt eines Stoffs. Diese eine Wechselwirkung allein kann aber oft nicht die gesamte Wirkung eines Naturstoffs erklären. Auch schwächere Wechselwirkungen mit weiteren Zielstrukturen können zur Gesamtwirkung beitragen.

210.000 Naturstoffe analysiert

Mithilfe der computerbasierten Methode konnten die Forscher nun eine Vielzahl möglicher Zielstrukturen von 210.000 bekannten Naturstoffen vorhersagen. Die Software arbeitet dabei mit einem Trick: Anstatt von der kompletten, oft komplexen chemischen Struktur der natürlichen Stoffe auszugehen, zerlegt sie diese in kleine Fragmente. Diese benutzt der Algorithmus als Grundlage, um chemische Datenbanken nach möglichen Interaktionspartnern zu durchforsten.

Die Fragmente wählt der Algorithmus nicht zufällig, sondern nach dem Prinzip der sogenannten Retrosynthese. Das Konzept stammt aus der organischen Chemie: Wenn ein Chemiker eine Substanz synthetisieren will, überlegt er, über welche Zwischenmoleküle er ans Ziel kommt. „Wir wollten die Moleküle in bedeutungsvolle Grundbausteine zerlegen“, erklärt Schneider. Daher errechnet die Software, aus welchen Einzelbausteinen sich die Substanz theoretisch synthetisieren liesse.

Gemeinsamkeiten entdeckt

Die Forscher prüften ihre Methode im Detail an einem aus Myxobakterien stammenden Wirkstoff, der das Wachstum von Tumorzellen bremst: Archazolid A. Von dieser Substanz ist eine Zielstruktur bekannt. Es gibt jedoch Hinweise, dass auch die Interaktion mit weiteren Zellfaktoren eine Rolle für die Anti-Tumor-Wirkung spielen muss. Welche diese anderen Faktoren sind, konnten die Forscher nun mithilfe der Software identifizieren und einige davon anschließend in Laborversuchen bestätigen. Dabei stellten sie überraschend fest, dass die Wirkweise des Archazolid A derjenigen eines viel kleineren und einfacheren Moleküls ähnelt, der Arachidonsäure, einer ungesättigten Fettsäure – eine Bestätigung dafür, dass sich eine gewünschte Wirkung oft auch mit einfacheren Substanzen erreichen lässt. Letztere könnten wiederum als Inspiration für neue Wirkstoffe dienen.

Zwar muss die Software noch optimiert werden — einige der vorgeschlagenen Wechselwirkungen konnten in biochemischen Versuchen nicht bestätigt werden — aber schon jetzt reduziert sie die Zahl der möglichen Kandidaten, mit denen eine Substanz interagieren könnte. Und damit verringert sich der Aufwand für anschließende Laborversuche, um die tatsächlichen Wechselwirkungen experimentell zu bestätigen. So wird es künftig leichter, den Wirkmechanismus natürlicher Substanzen zu entschlüsseln.

Publikation: Reker D et al.: Revealing the macromolecular targets of complex natural products. Nature Chemistry, Online-Publikation vom 2.11.2014. doi:10.1038/nchem.2095

Informationen: Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, Institut für Pharmazeutische Chemie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-29339, Schubert-Zsilavecz@pharmchem.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Nov 12 2014
12:38

Campus Westend der Goethe-Universität ist wieder Schauplatz einer außergewöhnlichen musikalischen Darbietung

Neues Campus-Konzert mit Skyline Symphony

FRANKFURT. Das 14. Goethe-Campus-Konzert von Skyline Symphony bringt im universitären Jubiläumsjahr Werke von Lalo und Brahms an die die Goethe-Universität.

Der junge, national und international renommierte Geiger Kristóf Baráti spielt zum Auftakt das Violinkonzert Nr. 2 d-Moll op. 21 “Symphonie espagnole” (1873/74) von Edouard Lalo.

Kristóf Baráti wurde in Budapest geboren , hat aber einen großen Teil seiner Kindheit in Venezuela verbracht. Er begann sein Violinstudium im Alter von fünf Jahren und gab mit acht erste Solo-Konzerte mit dem führenden venezolanischen Orchestern. Im Alter von elf gab er beim renommierten Festival de Radio France in Montpellier ein Konzert.

Nach der Pause  erklingt ein echter Klassiker der Orchestermusik, die 3. Sinfonie Es-Dur op.55,  „Eroica“ (1804), von Ludwig van Beethoven. Skyline Symphony wird geleitet von Michael Sanderling, Chefdirigent der Dresdner Philharmonie.

14. Goethe-Campus-Konzert,
Ort: Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend,
Festsaal Casino, Grüneburgplatz 1
Zeit: Sonntag, 16. November 2014, 17 Uhr (Einlass: 16.30 Uhr)

Karten im Vorverkauf über Adticket zu 28 €, Schüler, Studierende: 9 €, Kinder bis 10 Jahre frei (http://www.adticket.de/ -> Frankfurt -> Stichwort: Campus-Konzert), oder an der Abendkasse ab 16 Uhr.

Weitere Informationen finden Sie auch hier:  http://www.skyline-symphony.com/

Informationen zum Solisten: http://kristofbarati.com/

Forschung

Nov 11 2014
15:16

Strahlung gibt Auskunft über die Expansion des Universums

Signale von sterbenden Doppelsternen

FRANKFURT. Wenn ein Neutronenstern um ein schwarzes Loch kreist, trudelt es in einer spiralförmigen Bewegung unweigerlich darauf zu, bis die beiden Systeme verschmelzen. Dabei senden sie Strahlung aus, die Gravitationswellen. Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung Frankfurter Astrophysiker hat jetzt herausgefunden, dass es theoretisch möglich ist, aus diesen Messungen Informationen über die Expansion des Universums zu gewinnen. 

Weltweit bemühen sich Wissenschaftler, die Strahlung astronomischer Quellen mit Kilometer langen Laser-Interferometern nachzuweisen, etwa im amerikanischen LIGO-Observatorium und mit dem französisch-italienischen Virgo-Experiment. Am wahrscheinlichsten ist es, dass LIGO und Virgo Strahlung aus Doppelsystemen messen, die aus einem Neutronenstern und einem schwarzen Loch bestehen. Diese verlieren seit vielen hundert Millionen Jahren Energie in Form von Gravitationsstrahlung. Forscher erwarten, dass die beiden Experimente zumindest die Strahlung messen können, die in den letzten 15 Minuten vor der Verschmelzung frei wird.

Es ist seit langem bekannt, dass verschmelzende Doppelsternsysteme ideale Standard-Kerzen sind, um die Abstände von Milliarden Lichtjahren entfernten Galaxien präzise zu messen. Will man die Expansionsrate des Universums bestimmen sowie die darin enthaltene dunkle Energie und dunkle Materie, genügt es jedoch nicht, nur den Abstand der Quelle zu kennen. Man muss auch wissen, wie schnell sie sich von uns entfernt. Astronomen ermitteln das aus der kosmologischen Rotverschiebung der von der Quelle ausgesandten Strahlung. Bis vor kurzem glaubte man, dass man die Rotverschiebung nicht allein aus der Messung der Gravitationswellen bestimmen kann. Nun haben die Frankfurter Forscher Luciano Rezzolla und Kentaro Takami zusammen mit Kollegen aus Glasgow, Cardiff und den USA gezeigt, dass dies doch möglich ist.

Um die Dynamik solcher der Doppelstern-Systeme exakt modellieren und die ausgesandte Gravitationsstrahlung berechnen zu können, verwendeten die Physiker innovative numerische Simulationen, die einige Monate laufen auf modernsten Hochleistungsrechnern. Dank dieser hochgradig exakten Simulationen konnten die Forscher charakteristische Frequenzen in dem Signal der Gravitationswelle des verschmolzenen Objekts, des hyper-massiven Neutronensterns, identifizieren.

In einer kürzlich in der renommierten Zeitschrift Physical Review „X“ erschienenen Veröffentlichung haben sie gezeigt, dass die Messung der charakteristischen Frequenzen vor und nach der Verschmelzung zusammen mit dem Wissen über die Werte aus der Simulation es ermöglichen, die Rotverschiebung direkt aus den Beobachtungen abzuleiten. Damit haben sie erstmals gezeigt, dass es für das Signal nach der Verschmelzung eine kosmologische Anwendung gibt.

Dazu Rezzolla: “Wir haben gezeigt, dass es theoretisch möglich sein wird, die Rotverschiebung kosmologischer Quellen zu messen. Um dies praktisch umzusetzen, werden wir noch raffiniertere Simulationen der Fusionsdynamik von Neutronensternen benötigen. Beispielsweise kennen wir die innere Struktur von Neutronensternen bis jetzt nicht genau. Und die müssen wir im Detail verstehen, wenn wir die Rotverschiebung aus der Beobachtung der Gravitationswellen ableiten wollen. Jedoch zeigt dieses Ergebnis, dass wir Neutronensterne auch als Standard-Kerzen verwenden können.“

Information: Prof. Luciano Rezzolla, Institut für Theoretische Physik, Campus Riedberg, Tel: (069) 798-47871, rezzolla@th.physik.uni-frankfurt.de; http://astro.uni-frankfurt.de/rezzolla

Veranstaltungen

Nov 11 2014
12:55

Veranstaltungsreihe der Wissenschaftlichen Gesellschaft an der Goethe-Universität zur Zukunft der Uni/Diesmal Thema: Karrierewege

Von Quoten und Zeitverträgen

FRANKFURT. Befristete Arbeitsverträge, wenig Planbarkeit und ein riesiger Konkurrenzdruck sind der Grund dafür, dass gerade für Frauen eine Karriere an der Universität oft wenig attraktiv ist. In einer Phase, in der Weichen für den künftigen Lebensweg gestellt werden, wandern z.B. aus den Naturwissenschaften immer wieder etliche Frauen in die Industrie ab. Doch wie sehen die Aussichten in der freien Wirtschaft aus, Kinder und Karriere miteinander zu verbinden? Eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung am Donnerstag, 13. November, um 16 Uhr widmet sich dem Thema Karrierechancen in der Wissenschaft, aber auch außerhalb. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Zwischen Humboldt und Humanressourcen“, zu der die Wissenschaftliche Gesellschaft an der Goethe-Universität Frankfurt zum Ausklang der Jubiläumsfeierlichkeiten einlädt.

Sind von der Politik verordnete Quoten für Führungsetagen wirklich sinnvoll? Oder schaden sie vielleicht sogar? Auch Fragen wie diese würde Physikprofessorin Roser Valenti, die den Abend moderieren wird, gern diskutieren. Im Mittelpunkt steht jedoch naturgemäß die Wissenschaft – wobei die Bedingungen von Fachbereich zu Fachbereich durchaus unterschiedlich sind. So ist es ein offenes Geheimnis, dass es in der Medizin besonders schwierig ist, Beruf und Familie zu vereinbaren, während es für Geisteswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen zumindest eine flexiblere Zeiteinteilung gibt.

Als Vortragende sind eine Juristin und eine Linguistin mit dabei: Nadine Grotkamp, die sowohl in Geschichte als auch in Jura promoviert ist, habilitiert sich gerade in der Rechtsgeschichte. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Goethe-Universität, vertritt aber derzeit eine Professur in Göttingen. Nina Janich arbeitet als Linguistik-Professorin an der TU Darmstadt und ist seit 2011 Sprecherin der Jury für das Unwort des Jahres. In ihrem Impulsvortrag werden beide über Karrierewege der Zukunft berichten. Welche Bereiche thematisiert werden, ob man sich auf die Hochschule konzentriert oder die gesamte Gesellschaft in den Blick nimmt, das hängt nicht zuletzt auch von der Dynamik des Publikums ab, sagt Moderatorin Valenti.

Die Termine:

13. November 2014
Welche Karrierewege wird es geben, insbesondere für Frauen?
Referenten: Dr. Nadine Grotkamp (Rechtsgeschichte), Prof. Dr. Nina Janich (Linguistik)
Moderation: Prof. Dr. Roser Valenti (Theoretische Physik)

Die Veranstaltung findet ausnahmsweise im Erdgeschoss des Gebäudes „Normative Ordnungen“, Hansaallee, Ecke Lübeckerstraße, statt (im Saal links vom Eingang).

27. November 2014
Welche Organisationsformen und welche Finanzierung sind zu empfehlen?
Werden dabei zentrale oder dezentrale Strukturen bevorzugt?
Referenten: Holger Gottschalk (Kanzler der GU), Prof. Dr. Josef Pfeilschifter (Medizin)
Moderation: Prof. Dr. Andreas Junge (Geophysik)

11. Dezember 2014
Sprachen und Publikationsformen der Zukunft
Referenten: Prof. Dr. Peter Janich (Wissenschaftstheorie); Prof. Dr. Dirk Rischke (Theoretische Physik)
Moderation: Prof. Dr. Julika Griem (Anglistik)

15. Januar 2015
Wo sind Vorstöße in Neuland zu erwarten?
Referenten: Prof. Dr. Harald Schwalbe (Biochemie); Prof. Dr. Rainer Forst (Philosophie)
Moderation: Prof. Dr. Michael Stolleis (Rechtsgeschichte)

29. Januar 2015
Welche Formen Forschung und Lehre sind zukunftsträchtig?
Referenten: Prof. Dr. Volker Mosbrugger (Paläontologie);  Prof. Dr. Thomas Duve (Rechtsgeschichte)
Moderation Prof. Dr. Joachim Engels (Biochemie)

Alle Veranstaltungen finden von 16 bis 18 Uhr am Campus Westend, IG-Farben-Haus, Eisenhower-Raum, statt - außer der am 13. November, die ins Gebäude „Normative Ordnungen verlegt wurde. Der Eintritt ist frei.

Informationen: Näheres zur Wissenschaftlichen Gesellschaft unter  http://www.wissenschaftliche-gesellschaft.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Nov 11 2014
12:52

Vortrag über den jüdischen Frankfurter Professor Ernst Kantorowicz

„National bewusste Mediävistik und bewusstes Judentum“

FRANKFURT.  Am 17. November spricht Prof. Dr. Michael Brumlik über die Schwierigkeit, mit der Professor Ernst Kantorowicz als bewusster Jude mit der deutsch-nationaler Einstellung auf den NS-Staat reagierte. Die Veranstaltung ist der vierte und letzte Termin der Ringvorlesung „Die Goethe-Universität in der NS-Zeit“ 

Ernst Kantorowicz war seit 1932 ordentlicher Professor für mittelalterliche und neue Geschichte an der Goethe-Universität. Obwohl er von dem 1933 erlassenen Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums zunächst nicht betroffen war, reichte er 1934 ein Beurlaubungsgesuch an der Goethe-Universität ein mit der Begründung: „solange jeder Jude als solcher rassenmäßig für minderwertig erachtet wird; …solange erscheint es mir als unvereinbar mit der Würde des Hochschullehrers, sein nur auf innerer Wahrheit begründetes Amt verantwortlich zu versehen.“ (Dokumente zur Geschichte der Frankfurter Juden 1933–1945 , Frankfurt am Main 1963, S. 99 f).

1938 emigrierte Kantorowicz zunächst nach England, dann in die USA. Dort lehrte er als Professor an der Universität Berkeley, solange es ihm möglich war: als er dort in der McCarthy-Ära einen antikommunistischen Loyalitätseid leisten sollte, verweigerte er die Unterschrift und wurde mit 21 anderen Hochschullehrern entlassen. Die von vielerlei Brüchen gekennzeichnete Biografie von Ernst Kantorowicz, der sich im Ersten Weltkrieg noch freiwillig gemeldet hatte, spiegelt einen wesentlichen Teil der deutsch-jüdischen Geschichte wider.

Vortrag: Micha Brumlik: „National bewusste Mediävistik und bewusstes Judentum“. Montag, 17. November 2014, 18 Uhr. Raum 1.811, Casino, Campus Westend.

Weitere Informationen: Dr. Micha Brumlik , Forschungsstelle NS-Pädagogik, Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft, Campus Westend, Tel.: 069/798-36238, m.brumlik@em.uni-frankfurt.de; http://forschungsstelle.wordpress.com/