​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​​​​ ​

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Pressestelle Goethe-Universität

Theodor-W.-Adorno Platz 1
60323 Frankfurt 
presse@uni-frankfurt.de

 

Jan 15 2024
15:59

Leihgabe wird von der Stiftung Giersch ermöglicht. 

Poelzigs Ölbild „Metamorphosen“ künftig im PA-Gebäude der Goethe-Universität zu bewundern

FRANKFURT. Hans Poelzigs Ölbild „Metamorphosen“ (Öl auf Leinwand), um 1928/33 entstanden, schmückt künftig das Foyer des Leitungsbereiches im PA-Gebäude und ist auch im Rahmen von Führungen über den Campus Westend zu bewundern. Hans Poelzig ist in Frankfurt vor allem als Architekt des IG-Farben-Hauses bekannt. An der Goethe-Universität ist der vielseitig begabte Poelzig, der unter anderem auch Bühnenmaler, Filmarchitekt und Hochschullehrer war, aber auch als Maler präsent. Im Casino auf dem Campus Westend hängen sechs großformatige Ölgemälde von ihm, ein Bild befindet sich im Uniarchiv. Jetzt kommt, dank einer Leihgabe der Stiftung Giersch, ein weiteres Bild hinzu, das mit 140 × 170,5 cm ein kleineres Format hat als die Werke, die bereits im Casino zu sehen sind.

Universitätspräsident Enrico Schleiff: „Der Name Hans Poelzig ist an der Goethe-Universität und in Frankfurt vor allem als Architekt des international bekannten Poelzig-Baus, welchen wir als Mahnung als IG-Farben-Haus bezeichnen, ein Begriff. Doch auch als Künstler hat er bedeutende Werke geschaffen. Ich freue mich, dass wir mit dem Neuzugang der ‚Metamorphosen' die Goethe-Universität als wichtigen Ausstellungsort zu Poelzigs Kunst gestärkt haben. Ich möchte mich herzlich bei der Stiftung Giersch und bei Carlo Giersch bedanken, die diese Leihgabe möglich gemacht haben.“ Von den rund vierzig erhalten gebliebenen Gemälden des Künstlers Hans Poelzig besitzt die Frankfurter Goethe-Universität nunmehr acht Bilder, davon sind sieben ihr Eigentum.

Über die STIFTUNG GIERSCH
Die STIFTUNG GIERSCH wurde 1994 mit Mitteln aus dem Privatvermögen des Frankfurter Unternehmers Senator E. h. Professor Carlo Giersch und seiner Frau, Senatorin E. h. Karin Giersch, errichtet. Die Stiftung fördert Projekte in den drei Bereichen Kunst und Kultur, Forschung und Lehre sowie Kinder- und Jugendmedizin im Rhein-Main-Gebiet. Die Stiftung ist eine Investition in die Zukunft. Bereits im Jahr 1990 gründete das Ehepaar Giersch die Carlo und Karin Giersch-Stiftung an der TU Darmstadt. Die Stiftung vergibt mehrere Preise, finanziert eine Stiftungsprofessur und fördert eine Reihe von weiteren Projekten an der TU Darmstadt.

Weitere Informationen zur STIFTUNG GIERSCH unter: www.stiftung-giersch.de

Bildunterschrift: Senator E. h. Professor Carlo Giersch (l.) mit Universitätspräsident Prof. Enrico Schleiff vor Poelzigs „Metamorphosen“. Foto: Uwe Dettmar

Link zum Download: www.uni-frankfurt.de/147639181


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / komm. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jan 15 2024
14:08

„Forschung Frankfurt“ der Goethe-Universität jetzt neu erschienen – wie Forscherinnen und Forscher sich in fremde Koordinatensysteme vorwagen

Von Demokratie bis Zellstruktur: Wissenschaftsmagazin der Goethe-Universität befasst sich mit Ordnung und Unordnung

Wenn wir die Welt um uns herum verstehen wollen, suchen wir nach Strukturen, nach Mustern und Regeln, nach Ursachen und Wirkungen. Ordnungen geben uns Halt und Orientierung. Nicht nur für das Individuum sind sie unabdingbar, auch das Zusammenleben der Menschen gelingt nur mit ihrer Hilfe. Doch wie entstehen Ordnungen, die für alle gelten sollen? Wie verändern sie sich? Damit befasst sich der Profilbereich „Ordnungen und Transformationen“ an der Goethe-Universität – und auch die neueste Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“. Unter dem Titel „(Un)Ordnung“ gibt das Magazin Einblick in aktuelle Forschungen aus Politik-, Rechts- und Geschichtswissenschaft, aber auch aus den Naturwissenschaften. Denn auch die Naturforschung sucht vor allem nach einem: nach belastbaren Erkenntnissen über Strukturen und Regeln.

FRANKFURT. Ist die Demokratie westlicher Prägung tatsächlich in der Krise, wie derzeit häufig zu hören und zu lesen ist? Prof. Rainer Forst, politischer Philosoph und Sprecher des Profilbereichs „Orders and Transformations“, betrachtet die Frage differenzierter: „Wir leben in einer Zeit vieler Krisen in der Demokratie, und es könnte zu einer echten Krise der Demokratie kommen, wenn diese sich nicht lösen oder abmildern lassen“, erklärt er im Auftaktinterview. Es gebe durchaus Prozesse der Entfremdung vom existierenden System der Demokratie, die vor allem in kulturellen Vorbehalten gegen gesellschaftliche Veränderungen und in sozialen Benachteiligungen lägen. Forst betont den Aspekt der Gerechtigkeit, der der Demokratie eigentlich eingeschrieben sei, aber in der realen Politik häufig zu kurz komme. Dadurch gehe wichtiges Vertrauen verloren. Wie man das Vertrauen wieder stärken kann? Das hat nach Forsts Auffassung viel mit Konflikten zu tun – aber auf andere Weise, als mancher denken würde. Spannend und nachvollziehbar erklärt der politische Philosoph, warum vor allem Konflikte wichtig sind für das Zustandekommen von Vertrauen und warum dies im Fokus eines großen Forschungsprojekts an der Goethe-Universität steht.

In weiteren Artikeln von „Forschung Frankfurt“ geht es zum Beispiel um die Frage, wie Rebellen nach dem Chaos eine eigene Ordnung schaffen, es geht um die Initiation des bundesdeutschen Grundgesetzes, die im I.G. Farben-Bau stattfand (heute Campus Westend), aber auch um die Frage, wie verschwundene Bücher in einer großen Universitätsbibliothek wiedergefunden werden können. Weitere Beiträge handeln etwa davon, wie der Klimawandel die Evolution vorantreibt oder wie eine neue mikroskopische Technologie ein viel genaueres Bild von den dynamischen Strukturen in lebenden Zellen zu vermitteln vermag.

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (2/2023) kann von Medienschaffenden kostenlos bestellt werden über: ott@pvw.uni-frankfurt.de

Ein PDF der Ausgabe ist online erhältlich unter www.forschung-frankfurt.de.

Bild zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/147598855

Bildtext: Forschung Frankfurt: (Un)Ordnung (Titelblatt). Bild: Goethe-Universität Frankfurt


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Jan 12 2024
15:25

Ausstellung und Podiumsdiskussion zu Wissenschaftler*innen im Exil 

Gezwungen aus dem eigenen Land 

FRANKFURT. Was bedeutet es, als Wissenschaftler*in das eigene Land verlassen zu müssen? Die Ausstellung „Poser pour la Liberté / Standing for Freedom“ zeigt 15 Lebenswege von Forschenden und ihren Gastgeber*innen im Exil.

Zu sehen ist

das Fotoprojekt
„Poser pour la liberté /Standing for freedom“
vom 13. Januar bis zum 17. Februar 2024

im Eingangsbereich des I.G. Farben-Hauses,
Campus Westend der Goethe Universität.

Die Porträts von Wissenschaftler*innen im Exil werden in einem Rundgang mit vier Themen präsentiert: „Geschichte des Wissenschaftsasyls“; „Forschende in Lebensgefahr“; „Wissenschaft im Exil“; „Berichten, Beobachten, Bezeugen“. Die 15 Fotos entstammen dem preisgekrönten Fotoprojekt RESTRICA (Einblicke in das erzwungene wissenschaftliche Exil in Vergangenheit und Gegenwart), das 2018 von der Politologin Pascale Laborier gemeinsam mit dem in Berlin lebenden französischen Fotografen Pierre-Jérôme Adjedj initiiert wurde. Im Rahmen des Fotoprojekts RESTRICA wurden innerhalb von drei Jahren 51 Porträts von Wissenschaftler*innen erstellt, die ins Exil gezwungen wurden.

Nach der Ausstellungseröffnung in der Cité du Design in Saint-Étienne 2021 war die Ausstellung bereits an der Humboldt-Universität zu Berlin und an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) zu Gast.

Das Rahmenprogramm zur Ausstellung wird eröffnet
am 19. Januar um 16 Uhr
durch eine
Vernissage mit Podiumsdiskussion
im I.G. Farben-Haus, Raum IG 311.

An der Diskussion nehmen teil die beiden Ausstellungsmacher, die Politologin Pascale Laborier und der Fotograf Pierre-Jerome Adjedi, sowie der Leiter der Philipp Schwartz Initiative (PSI) der Humboldt Stiftung, Frank Albrecht. Weitere Podiumsgäste sind zwei Mediziner, die von den Putschisten in Myanmar verfolgt werden: Dr. Aung Aung ist derzeit PSI-Fellow im Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Goethe-Universität, Prof. Dr. Zaw Wai Soe ist Union Minister of Education und Union Minister of Health im National Unity Government of Myanmar, ein Vertreter der Gegenregierung des Widerstands gegen die Putschisten.

Das weitere Rahmenprogramm im Überblick:

25. Januar, Foyer des I.G. Farben-Hauses
9, 10 und 11 Uhr (mit Anmeldung)
Führung durch die Ausstellung „Poser pour la liberté /Standing for freedom“
auf Französisch

2. Februar, Casino-Gebäude, Raum 1.811
18 Uhr
Gesprächskonzert „Musik des Exils“
Mélina Burlaud (Klavier) & Gorka Robles Alegria (Gesang)

8. Februar, I.G. Farben-Haus, Raum IG 411
18 Uhr
Podiumsdiskussion
Standing for Academic Freedom.
Meeting the Scholars behind the Exposition. Roundtable with Scientists in Exile from Countries and Societies under Threat


Information und Anmeldung:
Dr. Johannes Müller
Head of Global Office
Phone +49 (0)69 798 13729
Email: jo.mueller@em.uni-frankfurt.de

Prof. Dr. Xenia von Tippelskirch
Institut franco-allemand de sciences historiques et sociales (IFRA/SHS) - Institut français Frankfurt
und Historisches Seminar
Tel.: +49 (0)69-798-31 901
https://ifra-francfort.fr/
https://emodir.hypotheses.org/events


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Jan 12 2024
14:48

Neue Ausstellung in der Studiengalerie 1.357 zeigt Filme der aus Indien stammenden Künstlerin Pallavi Paul.

Die Grenzen des visuellen Ausdrucks durchdringen 

FRANKFURT. Eine dreiwöchige Ausstellung in der Studiengalerie 1.357 der Goethe-Universität Frankfurt zeigt einen Einblick in die filmische Erzählweise von Pallavi Paul. Die in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi aufgewachsene Künstlerin und Geisteswissenschaftlerin durchdringt die Grenzen des visuellen Ausdrucks und setzt sich dabei mit komplexen Themen unserer Zeit auseinander. Diese Auseinandersetzung, an der Schnittstelle von Dokumentarfilm und Medienkunst, thematisiert historische Bruchmomente durch Nutzung von gefundenem digitalem Material.

Ausstellung
PALLAVI PAUL:
„We Don't Stop Asking Questions Just Because We´re Dead“
18. Januar bis 7. Februar 2024,
Studiengalerie 1.357, IG-Farben-Haus,
Goethe-Universität Frankfurt
Eröffnung: Mittwoch, 17. Januar, 20 bis 22 Uhr


Pallavi Pauls künstlerische Arbeit öffnet ein Portal zu einer Welt des Widerstands. Jeder Film ist ein Fenster in die komplexe Landschaft menschlicher Erfahrungen und regt dazu an, die Grenzen des Denkens zu erkunden und die Reflexion über die Brüche und Zusammenhänge zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu erweitern.

Die Ausstellung beginnt mit „Shabdkosh / A Dictionary“ von 2014, einem filmischen Werk, das die semantische Landschaft der Worte in den Fokus rückt und die konventionelle Sprachnutzung herausfordert. Pallavi Paul dekonstruiert hier die festgefahrenen Muster der Kommunikation und ermöglicht einen Einblick in die unerwarteten Facetten der Worte.

In der darauffolgenden Woche liegt der Fokus auf „Long Hair, Short Ideas“, ebenfalls aus 2014. Dieser Film präsentiert sich als ein intimes Gedankentagebuch, das durch die subtile visuelle Erzählweise von Pallavi Paul zu einer poetischen Reflexion über das persönliche Innenleben wird.

Zum Abschluss wird „The Blind Rabbit“ von 2020 gezeigt, ein eindringlicher Film, der Zensur, Wahrheit und die Konstruktion von Geschichte untersucht. Pallavi Paul nimmt das Publikum mit auf eine Reise durch die vielschichtigen Aspekte des kollektiven Gedächtnisses und regt zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Entstehung von Erinnerungen in unserer Gesellschaft an.

Die seit 2010 existierende Studiengalerie 1.357 ist ein Lehr- und Lernprojekt an der Goethe-Universität Frankfurt am Main am Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften. Die Studiengalerie versteht sich als Lehr- und Lernort, in dem durch Kunst aktuelle gesellschaftspolitisch relevante Themen in die Universität hineingetragen werden. Studierende lernen komplexe Thematiken international anerkannter Künstler*innen aufzubereiten. Die Studiengalerie 1.357 ist öffentlich zugänglich und richtet sich sowohl an ein universitäres Publikum als auch an die Frankfurter Öffentlichkeit. studiengalerie.uni-frankfurt.de   

Kontakt
Franka Schlupp, Studiengalerie 1.357. franka.schlupp@em.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / komm. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jan 12 2024
12:01

Zwei Frankfurter Fachinformationsdienste (FID) starten 2024 in die nächste Förderphase.

DFG fördert weiteren Ausbau der Informationsangebote an der Universitätsbibliothek mit 2 Millionen Euro

FRANKFURT. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt umfangreiche Mittel für den weiteren Ausbau der Fachinformationsdienste (FID) Afrikastudien und Darstellende Kunst und fördert diese zwei Projekte der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg (UB JCS) in Frankfurt am Main mit knapp 2 Millionen Euro. Mit ihren sechs FID - Afrikastudien, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Biodiversitätsforschung, Darstellende Kunst, Jüdische Studien sowie Linguistik - ist die UB JCS eine zentrale Akteurin innerhalb des FID-Gesamtsystems. Sie verfolgt das Ziel, qualitativ hochwertige und fachlich zugeschnittene Serviceangebote bereitzustellen, kontinuierlich weiterzuentwickeln und nachhaltig zu verankern.

Der Fachinformationsdienst (FID) Afrikastudien baut seit 2016 am wissenschaftlichen Spezialbedarf orientierte fachspezifische Informationsservices für die afrikabezogenen Geistes- und Sozialwissenschaften auf. Auch in der dritten Förderphase bleibt die Beschaffung von Literatur vom afrikanischen Kontinent und aus der afrikanischen Diaspora eine zentrale Aufgabe des FID Afrikastudien. Die überregionalen Lizenzen des FID werden erweitert. Es sind mehrere Reisen für den Erwerb von Literatur, die nicht über andere Distributionswege erhältlich ist, geplant. Bei einem innovativen Pilotprojekt zur Datenarbeit werden sogenannte „Communities of Implication" in der Normdatenentwicklung für orale Quellen beteiligt. Die Informationsplattform des FID Afrikastudien, die African Studies Library, wird um neue Funktionen erweitert: Um die Recherchemöglichkeiten zu verbessern, soll eine geografisch explorative Suche umgesetzt werden, die es ermöglicht, Publikationen nach Regionen und Themen zu finden. Außerdem wird es künftig möglich sein, direkt aus dem Portal heraus Fernleih- und Subito-Bestellungen auszuführen. Ein neuer Researcher Compass wird die transdisziplinäre und transkontinentale Vernetzung von Forschenden vereinfachen.

Seit 2015 wird an der UB JCS der FID Darstellende Kunst (FID DK) betrieben und als maßgebliche fachliche Informationsinfrastruktur stetig weiterentwickelt. Die Arbeit des FID DK zeichnet sich durch eine enge Bindung an die Gedächtnisinstitutionen der Darstellenden Kunst und seiner konsequenten Ausrichtungen an den Bedarfen der theater- und tanzwissenschaftlichen Fachgemeinschaft aus. In der nunmehr vierten Förderphase liegen die Schwerpunkte auf der Konsolidierung und Optimierung des FID-Portals www.performing-arts.eu, auf der Aggregation und Kuratierung weiterer Sammlungsdaten sowie auf deren digitaler Veröffentlichung im FID DK-Portal und auf der Weiterentwicklung forschungsnaher Services, z.B. mit einer Kartierung von Sammlungsbeständen von Programmheften der Darstellenden Kunst. Intensiviert wird die Erfassung von Personen und Organisationen in die Gemeinsame Normdatei (GND) sowie die Arbeit in der AG Performing Arts des Standardisierungsausschusses (STA). Neu aufgebaut wird ein Research Navigator Performing Arts, mit dem frei zugängliche E-Ressourcen, Forschungsprojekte sowie Forschungsdaten der Theater- und Tanzwissenschaft im FID-Portal kuratiert und veröffentlicht werden sollen. Wo immer möglich, werden die Open Access-Kriterien der freien Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von Quellen (FAIR-Prinzipien) angewendet.

Mit ihren sechs FID unterstützt die UB JCS die durch die fortschreitende Digitalisierung bedingte Transformation der deutschen Wissenschaft. Als Schnittstelle setzen sich die FID mit ihrer Arbeit für eine nachhaltige Partnerschaft und den Wissenstransfer von Forschung und ihren Infrastruktureinrichtungen ein. Dabei verfügt die Bibliothek über eine umfassende fachbibliothekarische, informationswissenschaftliche und informationstechnologische Expertise zur fachgerechten Kuratierung und Erschließung von Medien und (Forschungs-)Daten sowie der Entwicklung und dem Betrieb entsprechender Dienste.

Weitere Informationen:
https://www.dfg.de/foerderung/programme/infrastruktur/lis/lis_foerderangebote/fachinfodienste_wissenschaft/index.html

Kontakt:
FID Afrikastudien: Dr. Aïsha Othman, a.othman@ub.uni-frankfurt.de - https://africanstudieslibrary.org/en/FID Darstellende Kunst (FID DK): Franziska Voß, f.voss@ub.uni-frankfurt.de - https://www.performing-arts.eu/

Kontakt für Pressefragen allgemein:
Bernhard Wirth, Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit, Universitätsbibliothek, Freimannplatz 1 (vormals Bockenheimer Landstraße 134-138), 60325 Frankfurt am Main, Tel. +49 (69) 798 39223; E-Mail: pr-team@ub.uni-frankfurt.de   


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / komm. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jan 11 2024
10:24

Der Frankfurter mit langjähriger Erfahrung als Journalist und Kommunikationsverantwortlicher in Führungspositionen tritt seinen Dienst am 15. Januar an. 

Volker Schmidt wird neuer Pressesprecher der Goethe-Universität

FRANKFURT. Die Goethe-Universität bekommt einen neuen Pressesprecher: Volker Schmidt, bisher Leiter des Referats Presse und Öffentlichkeit im hessischen Wissenschaftsministerium, tritt am 15. Januar seinen Dienst auf dem Frankfurter Campus als Leiter des Büros für PR und Kommunikation an. Er folgt Dr. Olaf Kaltenborn nach, der bei der ETH Zürich Foundation eine neue berufliche Herausforderung angenommen hat.

Universitätspräsident Prof. Dr. Enrico Schleiff: „Wir gewinnen mit Herrn Schmidt einen erfahrenen Kommunikationsexperten. Er kennt aus seiner bisherigen Tätigkeit bereits viele der Themen, zu welchen bei uns an der Goethe-Universität geforscht und gelehrt wird. Sowohl in der Hochschulkommunikation als auch in der Kommunikation im politischen Raum hat er umfassende Erfahrungen gesammelt. Wir wollen mit ihm gemeinsam die Wissenschaftskommunikation der Universität vor allem im digitalen Bereich weiterentwickeln, um die Bedeutung von Forschung und Lehre für die Herausforderungen unserer Zeit noch besser zu erklären und in der Interaktion mit der Gesellschaft Impulse aufzunehmen.“

Volker Schmidt: „Ich freue mich sehr auf die Herausforderung, den öffentlichen Auftritt einer der forschungsstärksten und größten Universitäten Deutschlands maßgeblich mitgestalten zu dürfen. Ich habe selbst an der Goethe-Universität studiert, lebe seit vielen Jahren in Frankfurt und kenne die Stiftungsuniversität und ihre enge Verzahnung mit der Stadtgesellschaft daher gut. Dass ich mit einem tollen Team zusammenarbeiten und auf all dem aufbauen kann, was Dr. Olaf Kaltenborn in seiner langjährigen Tätigkeit für die Universität erarbeitet hat, hat mir die Entscheidung für diese spannende Gestaltungsaufgabe leichtgemacht.“

Volker Schmidt war vor, während und nach seinem Geschichtsstudium an der Goethe-Universität viele Jahre als Journalist und Redakteur für die Frankfurter Rundschau tätig, zuletzt als Landeskorrespondent in Wiesbaden. 2013 wechselte er als Leiter der Kommunikation zur EBS Universität für Wirtschaft und Recht, bevor er Pressesprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Hessischen Landtag wurde. Seit 2019 war er als Referatsleiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Kommunikation des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst verantwortlich.


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / komm. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jan 10 2024
15:28

NS-Forschung: Zwei Vorträge des Buber-Rosenzweig-Instituts zu neuen Erkenntnissen zum Mordlager Sobibór

Warum Erinnerung Sichtbarkeit braucht

FRANKFURT. Mitte der 2000er-Jahre begannen die beiden Archäologen Yoram Haimi und Wojtek Mazurek, das Gelände des ehemaligen NS-Mordlagers Sobibór archäologisch zu untersuchen. Dabei fanden sie private Gegenstände, mit deren Hilfe einige in Sobibór ermordete Jüdinnen und Juden identifiziert werden konnten. Der Fund seines Geburtsamuletts war etwa die Voraussetzung dafür, dass das Mädchen Karoline Cohn in Frankfurt am Main einen Stolperstein erhielt.

Über das Potenzial archäologischer Methoden, Spuren der in der Shoah ermordeten Jüdinnen und Juden sichtbar zu machen, berichten Yoram Haimi (Israel) und Wojtek Mazurek (Polen) nun in ihrem Vortrag

am 11. Januar um 18 Uhr
„Spurensuche
Vortrag und Diskussion über die Ausgrabungen in Sobibór“
Hörsaalzentrum HZ, Raum 13
Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 5.

In dem weiteren Vortrag

am 18. Januar um 18 Uhr
„Das Leben der NS-Opfer – Spurensuche 80 Jahre nach dem Holocaust“,
ebenfalls Hörsaalzentrum HZ, Raum 13

spricht Klaus Hillenbrand, Mitarbeiter der taz und Buchautor, über seine Arbeit an dem Buch Das Amulett und das Mädchen: Lebensspuren zwischen Frankfurt am Main, Minsk und Sobibór. Darin rekonstruiert er den Lebensweg der Karoline Cohn und beschreibt zugleich die Herausforderungen einer solchen Erinnerungsarbeit – zum einem, da die Verbrechen der Shoah bewusst verborgen und verschleiert wurden, zum anderen, weil der zeitliche Abstand die Erinnerungsarbeit erschwert.

Die beiden Vorträge bilden den Abschluss der Reihe Sichtbarkeit: Voraussetzung des Erinnerns. Neue Forschungen zum Mordlager Sobibór, die vom Buber-Rosenzweig-Institut veranstaltet wird. Die Reihe will darauf aufmerksam machen, dass Erinnerung immer auch Erinnerungsarbeit ist und somit eine Praxis, in der Wissenschaft und die Lernbereitschaft der Zivilgesellschaft ineinandergreifen.

Das 2021 gegründete Buber-Rosenzweig-Institut der Goethe-Universität ist ein Forschungszentrum für jüdische Geistes- und Kulturgeschichte der Moderne und Gegenwart. Es kooperiert eng mit Forschenden innerhalb der Universität sowie mit Frankfurter und anderen Institutionen im Bereich Jüdische Studien, darunter das Jüdische Museum Frankfurt am Main, das Fritz-Bauer-Institut und die Frankfurter Jüdische Akademie. Das Institut ist zudem Sitz der Internationalen Rosenzweig-Gesellschaft und der Hermann Cohen Gesellschaft (https://buber-rosenzweig-institut.de/institut/).

Die Veranstaltungsreihe wurde möglich durch die Unterstützung der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und das GRADE-Center RuTh und des AStA der Goethe-Universität.

Information:
Buber-Rosenzweig-Institut der Goethe-Universität
Antonia Steins
antonia.sophie.steins@fau.de 
https://buber-rosenzweig-institut.de/institut/


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Jan 10 2024
11:23

Zweites Praxisforum der Forschungsinitiative „ConTrust – Vertrauen im Konflikt“ diskutiert, wie demokratische Politik Vertrauen gewinnen kann

Grenzen des Vertrauens? – Spannungsfelder zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft

FRANKFURT. Die Demokratie sieht sich gegenwärtig wie lange nicht mehr mit der Vertrauensfrage konfrontiert: Haben die Bürger*innen noch ausreichend Vertrauen, dass demokratisch gewählte Politiker*innen ihre Interessen vertreten, und zwar so, dass die vielen Herausforderungen unserer Zeit gelöst werden? Wenn dieses grundlegende Vertrauen immer mehr zerbröckelt, dann wanken nicht nur Regierungen, sondern letzten Endes auch die demokratische Ordnung selbst. Diese Entwicklung findet ihren Ausdruck etwa im Zulauf für rechtspopulistische, teils unverblümt demokratiefeindliche Parteien, deren einfache Lösungsvorschläge immer stärker verfangen. Wie also kann demokratische Politik an Vertrauen gewinnen? Und welche Funktion kommt dabei dem Austausch mit der Wissenschaft zu? Schließlich ist es die Wissenschaft, die verlässliche Informationen und orientierungsstiftende Einordnungen liefern soll. Kann die Politik von wissenschaftlichen Erkenntnissen profitieren, um Vertrauen zu erzeugen? Oder ist diese Hoffnung vergebens im Zeitalter sogenannter alternativer Fakten und durch soziale Medien fragmentierter Diskurse?

Mit diesen Fragen befasst sich das zweite Praxisforum der Forschungsinitiative „ConTrust: Vertrauen im Konflikt. Politisches Zusammenleben unter Bedingungen der Ungewissheit“

Grenzen des Vertrauens? – Spannungsfelder zwischen
Wissenschaft, Politik und Gesellschaft
am Donnerstag, dem 18. Januar 2024 ab 13 Uhr
im Gebäude „Normative Ordnungen“ auf dem Uni Campus Westend der
Goethe-Universität Frankfurt.
Der Eintritt ist frei.
Um eine formlose Anmeldung an office@normativeorders.net wird gebeten.

Im Rahmen eines Workshops, einer Diskussionsrunde und über einen „Markt der Möglichkeiten“ werden Vertreter*innen aus Wissenschaft, Medien und Politik in einen konstruktiven Austausch treten und u.a. darüber diskutieren, wie die Politik von wissenschaftlichen Erkenntnissen profitieren kann, um Vertrauen zu erzeugen. Verschiedene Formate bieten dabei die Möglichkeit, thematische Zugänge zu diskutieren, Erwartungen zu formulieren, aber auch informell ins Gespräch zu kommen.

Beteiligte der Forschungsinitiative „ConTrust“ sind die Sozialpsychologin Prof. Dr. Vera King, der Kriminologe und Experte für Strafverfolgung, Polizeigewalt und institutionellen Rassismus Prof. Dr. Tobias Singelnstein, sowie die Politikwissenschaftler*innen Prof. Dr. Nicole Deitelhoff und Andreas Schindel. Weitere Gäste sind der Redaktionsleiter von MDR Aktuell Florian Meesmann und Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst Ayse Asar, LL.M. (angefragt). Moderieren werden Rebecca C. Schmidt (Geschäftsführerin Normative Orders/ConTrust) und Prof. Dr. Tobias Wille (Politikwissenschaftler/ConTrust).

 
Das Programm im Überblick:
 
13:00-14:00 Uhr | EG Lobby
Multimediale Wandelhalle
Begegnung und Einblicke in die Forschung der Initiative ConTrust

14:00-15:30 Uhr | EG01
Zwischen Hoffnung und Skepsis: Vertrauensdynamiken zwischen Politik und Gesellschaft
ConTrust-Forscher:innen stellen ihre Projekte zur Debatte – mit:
Prof. Dr. Vera King (Sozialpsychologin, Expertin für Autoritarismus und Optimierungsdynamiken im digitalen Zeitalter),
Andreas Schindel (Politikwissenschaftler, Experte für Demokratietheorie, Populismus und Affekte),
Prof. Dr. Tobias Singelnstein (Kriminologe, Experte für Strafverfolgung, Polizeigewalt und institutioneller Rassismus)
Moderation: Prof. Dr. Tobias Wille (Politikwissenschaftler)

15:30-16:00 Uhr | EG Lobby
Kaffeepause

16:00-18:00 Uhr | EG01
Schwindendes Politikvertrauen: Perspektiven und Lösungen aus Wissenschaft und Praxis
Werkstattgespräch u.a. mit:
Ayse Asar, LL.M. (Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst) – angefragt
Prof. Dr. Nicole Deitelhoff (Expertin für Konfliktforschung)
Florian Meesmann (Redaktionsleiter MDR Aktuell)
Moderation: Rebecca C. Schmidt (Geschäftsführerin Normative Orders/ConTrust)

Das ConTrust Praxisforum wird durchgeführt in Kooperation mit dem Mercator Science-Policy Fellow Programm sowie GRADE (Goethe Research Academy for Early Career Researchers) der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Details zum Programm:
https://contrust.uni-frankfurt.de/contrust-praxisforum/

Informationen:
Anke Harms
Referentin für Wissenschaftskommunikation des Forschungszentrums „Normative Ordnungen“
Tel.: 069/798-31407
anke.harms@normativeorders.net;
www.normativeorders.net/de

Um eine formlose Anmeldung an office@normativeorders.net wird gebeten.


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Dez 20 2023
14:58

Neue Verbundstudie bewertet technische Maßnahmen gegen den Schadstoffausstoß von Kaminöfen

Kaminöfen: E-Abscheider und Katalysatoren reduzieren Schadstoffe am besten gemeinsam

Wie effektiv elektrostatische Abscheider und Katalysatoren den Schadstoffausstoß von Kaminöfen reduzieren und dadurch Mensch und Umwelt schützen, haben Forschende der Goethe-Universität Frankfurt, der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und der Universitätskliniken Aachen und Freiburg im Verbundprojekt "TeToxBeScheit" untersucht. Auf Basis ihrer Studie empfehlen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, künftig beide Technologien vorzuschreiben, um die Schadstoffbelastung für Mensch und Umwelt zu minimieren. Das Forschungsprojekt wurde durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert.

FRANKFURT. In Deutschland gibt es Millionen Kleinfeuerungsanlagen: Kaminöfen für den häuslichen Gebrauch, in denen Scheitholz verfeuert wird. Dabei gelangen viele partikuläre und gasförmige Schadstoffe in die Atmosphäre: Ultrafeine Rußpartikel, Kohlenmonoxid, leicht flüchtige organische Substanzen wie Formaldehyd, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und vieles mehr. Die Zahl der freigesetzten Stoffe geht in die Tausende, manche beeinflussen sich gegenseitig und werden dadurch noch gefährlicher.

In Deutschland schreibt die erste Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV) Grenzwerte vor, auf EU-Ebene die Ökodesign-Richtlinie. Um den Schadstoffausstoß zu senken, werden sogenannte Minderungsmaßnahmen an den Kaminen angebracht wie elektrostatische Abscheider oder Katalysatoren. Der E-Abscheider lädt die Partikel im Abgas elektrostatisch auf, so dass sie am Kaminrohr abgeschieden werden. Der Katalysator hilft dabei, dass toxische gasförmige Substanzen zu nicht toxischen reagieren, so werden etwa Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffe zu Kohlendioxid (CO2) und Wasser transformiert.

Zwar gibt es schon Studien zu Katalysatoren und E-Abscheidern, diese betrachteten aber nur wenige Schadstoffe des Abgases. In der Praxis sind Katalysatoren und E-Abscheider bisher wenig verbaut. Wie effektiv die Techniken wirklich sind, ist bisher unklar gewesen. Diese Wissenslücke konnte das Verbundprojekt "TeToxBeScheit" jetzt schließen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von vier Instituten untersuchten, wie stark Katalysatoren und E-Abscheider einzeln und kombiniert den Schadstoffausstoß reduzieren und welcher Schutzeffekt für Mensch und Umwelt sich daraus ergibt. Das Lehr- und Forschungsgebiet Technologie der Energierohstoffe (TEER) der RWTH Aachen koordinierte das Projekt. Es baute den Prüfstand, an dem die Abgas- und Partikelproben genommen wurden, und führte zusammen mit dem Universitätsklinikum Aachen die chemisch-physikalischen Untersuchungen durch. Das Universitätsklinikum Freiburg übernahm die humantoxikologischen und die Goethe-Universität Frankfurt die ökotoxikologischen Untersuchungen. Letztere führte ein Team der Abteilung Evolutionsökologie und Umwelttoxikologie am Institut für Ökologie, Evolution und Diversität der Goethe-Universität unter Leitung von Prof. Dr. Henner Hollert, Dr. Sabrina Schiwy und Marc Wollenweber durch.

Prof. Hollert beschreibt das Besondere an "TeToxBeScheit" so: „Es ist die erste Schadstoffstudie an Kaminöfen mit einem integrierten Ansatz, der weit über die chemische Analyse einzelner Substanzen hinausgeht: Wir haben uns gemeinsam mit den anderen Partnern das Abgas , die emittierten Partikel und die Wirkung der Minderungsmaßnahmen vollumfänglich angeschaut, und zwar nicht nur die chemisch-physikalische Seite, sondern auch die humantoxikologische und die ökotoxikologische, also die Wirkung der Schadstoffe und Schadstoffkombinationen auf Mensch und Ökosysteme. Diese effektbasierte Untersuchung kann auch die nachteilige Wirkung bisher unbekannter Schadstoffe und Schadstoffgemische nachweisen und wurde so in ähnlichen Studien bisher noch nicht durchgeführt.“

Der Umwelttoxikologe und wissenschaftliche Mitarbeiter Marc Wollenweber untersuchte die Schadstoffe aus den Kaminöfen mit Zellkulturen und aquatischen Testsystemen. Denn in der Natur gelangen Schadstoffe auch in Gewässer, wenn sie beispielsweise durch Regen aus der Luft herausgewaschen werden. Diese Auswaschung simulierte er zusammen mit dem TEER und dem Uniklinikum Freiburg mittels Waschflaschen am Prüfstand. Danach schaute sich Wollenweber die Reaktion von drei aquatischen Modellorganismen an: Algen, Wasserflöhe und Fischembryonen.

Im Wasser mit unbehandeltem Rauchgas zeigte sich die Toxizität deutlich: Die Organe der Fischembryonen – eine Alternativmethode zu Tierversuchen mit Fischen – nahmen Schaden, die Wasserflöhe starben, die Algen wuchsen langsamer. Mit vorgeschaltetem Katalysator zeigten sich hingegen keine toxischen Effekte mehr, die Schadstoffbelastung der aquatischen Systeme ließ sich stark reduzieren. Dieses Ergebnis des biologischen Experiments bestätigten die chemisch-physikalischen Messungen. Der E-Abscheider erwies sich dagegen an der Feuerung als weniger effektiv. Erst als das Gerät weiter entfernt von der Feuerung angebracht wurde, sank die Toxizität. Der Grund: Erst im abgekühlten Abgas binden bestimmte Substanzen an Partikel und können so abgeschieden werden.

Bei den humantoxikologischen Untersuchungen am Universitätsklinikum Freiburg unter Leitung von Dr. Manuel Garcia-Käufer kam ein zellbasiertes Lungenmodell zum Einsatz, das die inhalative Wirkung der Abgase bewerten sollte. Das angewandte in vitro-Expositionsverfahren ist das derzeit fortschrittlichste Verfahren dieser Art. Bei den Untersuchungen wachsen die Lungenzellkulturen an der Grenzschicht zwischen Gas- und Flüssigphase und spiegeln somit die Bedingungen in der menschlichen Lunge wider. Die luftgetragenen Schadstoffe strömten von der luftzugewandten Seite über die Lungenzellen, so wie bei der Inhalation von Abgasen. Dann maßen die Wissenschaftler:innen, ob sich durch die (toxische) Belastung der Exposition zum Beispiel das Erbgut veränderte. Das Ergebnis: Auch humantoxikologisch schnitt der Katalysator zunächst besser ab als der E-Abscheider. Das lag auch wieder daran, dass E-Abscheider zwar die Feinstaubbelastung deutlich reduzieren, jedoch nur bedingt gasförmige Schadstoffe aus dem Abgas neutralisieren.

Für Frau Dr. Sabrina Schiwy, Teamleiterin in der Abteilung Evolutionsökologie und Umwelttoxikologie an der Goethe-Universität, sind die Katalysatoren folglich auch die „Gewinner“ der Studie. Sie hält die Katalysatoren für „universell wirksam“, sie könnten hochreaktive Substanzen reduzieren, die gasförmig oder gar als feine Partikel in unsere Lungen eindringen. Sie können bereits für wenige Geld, etwa 400 Euro nachgerüstet werden. Die unmittelbare Wirkung der E-Abscheider ist zunächst ökotoxikologisch und humantoxikologisch weniger augenfällig, dennoch sind sie als zusätzliche Minderungsmaßnahme unabdingbar, weil (insbesondere bei chronischer Belastung) gefährliche Feinstaubemissionen um bis zu 95 Prozent reduziert werden. Die E-Abscheider wirken damit in einem Bereich, den die Katalysatoren nicht abdecken. Diesen wichtigen Aspekt fand das TEER bei seinen Untersuchungen heraus.

Im Rahmen der Studie wurde auch die Wirkung der beiden Techniken in Kombination betrachtet. Wollenweber empfiehlt daher, Kaminöfen in Zukunft mit beiden Techniken zu versehen. Dabei sollte der E-Abscheider vor den Katalysator installiert sein, sodass er zuerst die Partikel abscheidet. Die gasförmigen Stoffe nimmt sich danach der Katalysator vor. Doch was bedeuten die Ergebnisse für die 1. Bundesimmissionsschutzverordung, die lediglich Grenzwerte vorgibt? Wollenweber meint: „Wir plädieren dafür, dass Grenzwerte am Stand der Technik für Minderungsmaßnahmen angepasst werden, damit keine Feuerung mehr ohne Minderung verkauft und aufgestellt wird.“

Abschlussbericht des Projekts zum Download:
Abschlussbericht des Verbundvorhabens "Kombinierte technische und toxikologische Bewertung von Emissionsminderungsmaßnahmen für Scheitholzfeuerungen" (TeToxBeScheit) 
https://www.fnr.de/ftp/pdf/berichte/22041118.pdf

Bilder zum Download:
https://www.uni-frankfurt.de/147073847

Bildtext: Der Kaminofen auf dem Prüfstand: An der RWTH Aachen wurden die Abgase chemisch-physikalisch untersucht. Foto: Johann Hee

Weitere Informationen
Prof. Dr. Dr. h.c. Henner Hollert
Leiter Abteilung Evolutionsökologie und Umwelttoxikologie
Institut für Ökologie, Evolution und Diversität
Goethe-Universität Frankfurt
Tel. +49 (0)69 798-42171
hollert@bio.uni-frankfurt.de
https://www.bio.uni-frankfurt.de/43970666/Abt__Hollert

Dr. rer. nat. Sabrina Schiwy
Abteilung Evolutionsökologie und Umwelttoxikologie
Institut für Ökologie, Evolution und Diversität
Goethe-Universität Frankfurt
+49 (0)69 798 42173
schiwy@bio.uni-frankfurt.de

Marc Wollenweber, M. Sc.
Abteilung Evolutionsökologie und Umwelttoxikologie
Institut für Ökologie, Evolution und Diversität
Goethe-Universität Frankfurt
Tel. +49 (0)69 798-42172
wollenweber@bio.uni-frankfurt.de

Twitter/X: @goetheuni @HHollert @RWTH @UniklinikAachen @Uniklinik_Fr #TEER


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Dez 20 2023
14:54

Team von Prof. Harald Schwalbe will konservierte RNA-Strukturen von Dengue-Viren blockieren – beLAB2122 BRIDGE-Kooperation zwischen Evotec und Bristol Myers Squibb fördert Projekt zur Entwicklung von Wirkstoffen zur Behandlung von infektiösen Tropenkrankheiten.  

Entwicklung von RNA-Wirkstoffen gegen den Dengue-Fieber-Virus an der Goethe-Universität wird durch Industriekooperation gefördert

Forschende der Goethe-Universität starten gemeinsam mit Partnern aus der Life-Science- und Pharmaindustrie ein Projekt zur Entwicklung einer neuen Wirkstoffklasse gegen Flaviviren, die Infektionskrankheiten wie zum Beispiel das Dengue-Fieber auslösen. Das Projekt wird im Rahmen der belBA2122-Kooperation zwischen dem Life-Science-Unternehmen Evotec und dem Pharmakonzern Bristol Myers Squibb gefördert. In einem innovativen Ansatz sollen RNA-bindende kleine Moleküle gegen die von Mosquitos übertragenen Flaviviren gerichtet werden. Die Projektidee stammt aus dem Team um Prof. Harald Schwalbe, Professor am Institut für Organische Chemie und Chemische Biologie und dem NMR-Zentrum der Goethe-Universität.

FRANKFURT. Reiselust und Klimawandel führen dazu, dass sich von Stechmücken übertragene Viren auch in Europa immer weiter verbreiten. Die Klasse der Flaviviren, zu denen der Dengue-, der Zika-, der West-Nil- und der Gelbfieber-Virus gehören, lösen schwerwiegende neurologische Erkrankungen aus, für die es bislang nur unzureichend wirksame Impfstoffe und keine spezifischen Behandlungsmöglichkeiten gibt.

In einem innovativen Forschungsansatz nutzen Prof. Harald Schwalbe und sein Team von der Goethe-Universität eine patentierte NMR-basierte Screeningmethode, um kleine Moleküle zu identifizieren, die spezifisch an hochkonservierte RNA-Strukturen der Viren zu binden und den viralen Infektionszyklus zu unterbrechen. Im Rahmen der beLAB2122-Kooperation zwischen Evotec und Bristol Myers Squibb werden die neuen Wirkstoffkandidaten gemeinsam identifiziert, strukturell charakterisiert und auf ihre Wirksamkeit getestet. beLAB2122 hat zum Ziel, akademische Institutionen aus der Rhein-Main-Neckar Region mit den industriellen Partnern zusammenzubringen, um first-in-class-Therapieoptionen für alle Indikationsgebiete und Formate effizient zu investitionsfähigen Wirkstoffforschungs- und frühen Entwicklungsprojekten voranzutreiben.

Prof. Harald Schwalbe, Direktor des Instituts für Biochemie II der Goethe-Universität, sagt: „Über die letzten drei Jahre haben wir viel gelernt, wie wir das SARS-CoV2-Virus mit kleinen Molekülen bekämpfen können. Die neue Zusammenarbeit erlaubt es uns nun zusammen mit industriellen Profis, unser Wissen nun auf Viren anzuwenden, die von Stechmücken übertragen werden, deren Verbreitungsgebiet sich im Rahmen des Klimawandels erweitert.“

Dr. Kirstin Schilling, Geschäftsführerin der Innovectis GmbH, der Technologietransfergesellschaft der Goethe-Universität, ergänzt: „Mit dem beLAB2122-Programm können vielversprechende Therapieansätze ab einem frühen Entwicklungsstadium gemeinsam mit Pharmapartnern entwickelt und validiert werden, so dass eine effiziente Translation, z. B. auch durch Gründung gemeinsamer Spin-offs, erfolgen kann.“

Dr. Thomas Hanke, Executive Vice President und Head of Academic Partnerships bei Evotec, kommentiert: „Wir freuen uns auf dieses Projekt mit der Goethe-Universität Frankfurt im Rahmen der beLAB2122 Kooperation. Das Projekt adressiert einen innovativen Entwicklungsansatz und birgt das Potenzial für die Therapie bislang nicht behandelbarer Infektionskrankheiten."

Hintergrund: Goethe-Universität ist Teil der Life-Science-Kooperation „beLAB2122“ zwischen akademischer Forschung und Pharmaunternehmen (Meldung vom 13. April 2021)
https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/goethe-universitaet-ist-teil-der-life-science-kooperation-belab2122-zwischen-akademischer-forschung-und-pharmaunternehmen/

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Harald Schwalbe, Institut für Organische Chemie und Chemische Biologie, Zentrum für Biomolekulare Magnetische Resonanz, Goethe-Universität Frankfurt, Marie-Curie-Str. 7, 60438 Frankfurt/Main. schwalbe@nmr.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / komm. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Dez 19 2023
13:55

Besetzer*innen, die sich noch auf dem Dach der Druckerei Dondorf aufgehalten hatten, wurden aus dem Gebäude gebracht.   

Goethe-Universität hofft auf Rückkehr zum Dialog

FRANKFURT. Nach dem Ende der Besetzung der Druckerei Dondorf hofft die Goethe-Universität auf eine Rückkehr zum demokratischen Dialog. „Wir haben den Besetzer*innen mehrfach Gesprächsangebote unterbreitet, die allesamt ausgeschlagen wurden; das ist bedauerlich“, betonen Wissenschaftsministerin Angela Dorn und Universitätspräsident Enrico Schleiff gemeinsam. „Wir danken der Polizei für den tagelangen Einsatz und das deeskalierende Vorgehen. Wir appellieren an alle Unterstützer*innen des Kollektivs, ihren Protest ohne Rechtsverletzungen weiterzuführen.“

In den Morgenstunden hatte die Polizei die zuletzt verbliebenen Personen vom Dach der Druckerei Dondorf in das Gebäudeinnere und danach zur Identitätsfeststellung in das Polizeipräsidium Frankfurt gebracht. Die im Auftrag des Landes durch die Goethe-Universität treuhänderisch verwaltete Liegenschaft war über eine Woche besetzt gewesen; zuletzt hatte sich nur noch eine kleine Gruppe auf dem Dach aufgehalten.

Mehrere Angebote und Vermittlungsversuche zur friedlichen Beendigung der Besetzung, darunter zuletzt ein am Sonntag von der Goethe-Universität und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst vorgeschlagenes Gespräch mit dem Präsidenten und der Ministerin, hatten die in der Druckerei verbliebenen Besetzer*innen abgelehnt. Die Universitätsleitung hatte mehrfach deutlich zugesagt, sich im Falle einer freiwilligen Räumung für den Dialog über die Zukunft der Druckerei Dondorf und für die Schaffung von Räumen zur freien Gestaltung gegenüber den politisch verantwortlichen Personen einzusetzen. „Auch wenn die Besetzer*innen leider nicht freiwillig gegangen sind, werde ich mich auch im neuen Jahr weiterhin für einen solchen Dialog engagieren“, erklärte Präsident Schleiff. „Eskalationen wie die zwischenzeitlichen tätlichen Angriffen auf die Polizei sowie Drohungen gegen Beschäftigte der Universität gefährden aber leider jeden Diskurs mit der künftigen Landesregierung und der Stadt Frankfurt, bei denen die Entscheidung über die Zukunft des Geländes und des Gebäudes liegt.“


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / komm. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Dez 15 2023
10:14

Stiftungsprofessur durch LOEWE-Spitzenprofessur und Willy Robert Pitzer Stiftung auf 10 Jahre finanziert

Virusforschung: Goethe-Universität beruft Mathias Munschauer auf Pitzer-Stiftungsprofessur

Die Virusforschung der Goethe-Universität Frankfurt erhält weiteres Gewicht: Heute tritt Prof. Mathias Munschauer vom Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung in Würzburg die „Willy Robert Pitzer Stiftungsprofessur für Molekulare Virologie humanpathogener RNA-Viren“ an und verstärkt damit Forschung und Lehre am Institut für Medizinische Virologie des Universitätsklinikum Frankfurt. Die ersten fünf Jahre der Stiftungsprofessur werden aus Mitteln der LOEWE-Spitzenprofessur des Landes Hessen gefördert, die 2021 Prof. Sandra Ciesek zugesprochen worden war. Die Willy Robert Pitzer Stiftung ermöglicht im Anschluss die Finanzierung der Professur für weitere fünf Jahre.

FRANKFURT. Prof. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität, sagte: „COVID-19 ist die jüngste einer Reihe neuer Viruserkrankungen, die durch RNA-Viren wie Ebola, MERS oder SARS ausgelöst werden. Und SARS-CoV-2 wird nicht das letzte Virus sein, mit dem wir fertigwerden müssen. Die Willy Robert Pitzer Stiftung eröffnet uns gemeinsam mit dem Land Hessen die Möglichkeit, unsere Virologie weiter zu stärken und langfristig auszubauen, denn wir werden die Professur nach der Förderzeit aus Hausmitteln fortsetzen. Mit Prof. Mathias Munschauer haben wir das Glück, dass wir einen ausgewiesenen Experten für die RNA-Forschung am Institut für Medizinische Virologie unter der Leitung von Prof. Sandra Ciesek gewinnen konnten, der sich auch hervorragend in die vielen laufenden Forschungs- und Transferinitiativen einbringen kann und wird.“

Mathias Munschauer, Jahrgang 1985, studierte in Mannheim Biotechnologie und begann bereits während seines Studiums, an der Rockefeller University mit RNA und RNA-bindenden Proteinen zu arbeiten. Für seine Promotion an der Freien Universität Berlin forschte er am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin sowie an der New York University, wo er unter anderem Technologien entwickelte, mit denen sich alle RNA-bindenden Proteine in einer Zelle gleichzeitig erfassen lassen. Nach einer Zeit als Postdoc am Broad Institute of MIT and Harvard kehrte Munschauer 2019 nach Deutschland zurück, um eine unabhängige Nachwuchsgruppe am Helmholtz Institut für RNA-basierte Infektionsforschung in Würzburg zu leiten. 2021 nahm er einen Ruf als Juniorprofessor an die Julius-Maximilians-Universität Würzburg an.

Hintergrundinformation:
3 Millionen Euro für Virusforschung: Hessen und Willy Robert Pitzer Stiftung finanzieren Professur an Goethe-Universität:
https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/3-millionen-euro-fuer-virusforschung-hessen-und-willy-robert-pitzer-stiftung-finanzieren-professur-an-goethe-universitaet/

Bilder zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/146847606

Bildtext: Prof. Dr. Mathias Munschauer, Universitätsklinikum Frankfurt. Foto: Hilde Merkert

Weitere Informationen
Prof. Dr. Mathias Munschauer
Willy Robert Pitzer Stiftungsprofessur für Molekulare Virologie humanpathogener RNA-Viren 
Institut für Medizinische Virologie
Universitätsklinikum Frankfurt
Tel:+49 (0)69 6301-5219
virologie@ukffm.de

Twitter/X: @goetheuni @M_Munschauer @UK_Frankfurt @HMWK_Hessen


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Dez 14 2023
12:58

Besetzer*Innen hatten sich mehrfach geweigert, auch nach Verlängerung des Ultimatums seitens der Goethe-Universität die im Auftrag des Landes verwaltete Liegenschaft freiwillig zu verlassen.   

Nach Abbruch der Verhandlungen durch das Kollektiv: Räumung der Druckerei Dondorf durch die Polizei

FRANKFURT. In den Morgenstunden hat die Polizei mit der Räumung Druckerei Dondorf begonnen. Die im Auftrag des Landes durch die Goethe-Universität treuhänderisch verwaltete Liegenschaft war seit letztem Samstag besetzt gewesen, das Kollektiv „Die Druckerei“ hatte sich erneut rechtswidrig Zutritt verschafft. Die Goethe-Universität als Verwalterin der Liegenschaft für das Land als Eigentümerin hatte daraufhin einen Strafantrag gestellt. In zwei konstruktiven Gesprächen mit Vertreter*innen der Besetzer*innen am Montag und Dienstag signalisierte die Universitätsleitung deutlich, sich im Falle einer freiwilligen Räumung für den Dialog über die Zukunft der Druckerei Dondorf und für die Schaffung von Räumen zur freien Gestaltung gegenüber den politisch verantwortlichen Personen einzusetzen. Das Kollektiv kündigte jedoch auf der Pressekonferenz am Mittwoch und in der darauffolgenden Berichterstattung auf ihrem Blog an, der Bitte einer freiwilligen Räumung nicht folgen zu wollen.

Die Goethe-Universität hatte auf derselben Pressekonferenz, zu welcher sie am Dienstag im Zuge der Verhandlungen eingeladen worden war, ihr Angebot im Falle einer friedlichen Räumung wiederholt. Das für 16.00 Uhr gesetzte Ultimatum wurde von Seiten der Universität im Laufe des Tages einmalig auf 23.59 Uhr verlängert, um die Möglichkeit eines freiwilligen Abzuges und einer darauffolgenden Zusammenarbeit offen zu halten. Nachdem die Besetzer*innen weiteren Gesprächsangeboten der Goethe-Universität, der Stadt Frankfurt und des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (HMWK) in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag nicht nachkamen und das Gebäude weiter besetzt hielten, setzte die Polizei in den Morgenstunden des heutigen Tags den Strafantrag der Goethe-Universität durch Räumung um.  

Die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn als Vertreterin der Landesregierung sagt: „Präsident Prof. Dr. Schleiff hat den Besetzern weitgehende Dialogangebote unterbreitet, wie es ihm möglich ist. Über den Präsidenten habe ich ausrichten lassen, dass ich zu keinen Verhandlungen, aber zu Gesprächen bereitstehe, unter der Voraussetzung, dass die Besetzer freiwillig das Gebäude verlassen. Es ist bedauerlich, dass die Besetzer nicht auf diese Angebote eingegangen sind“, erklärt Wissenschaftsministerin Angela Dorn. „Der Universität blieb in ihrer Verantwortung sowohl für Gebäude und Grundstück als auch für die Menschen, die sich dort aufhielten, daher leider keine andere Wahl als die Räumung. Ich danke dem Präsidenten der Universität, Herrn Prof. Dr. Schleiff, für sein besonnenes Vorgehen. Ich appelliere an die Besetzer und alle, die ihre Anliegen unterstützen, in Zukunft gewaltfrei vorzugehen und die eröffneten Dialogmöglichkeiten zu nutzen. Für das Land bleibt die Realisierung des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik das prioritäre Ziel.“

Universitätspräsident Enrico Schleiff betont: „Von Anfang an haben wir klargemacht, dass eine rechtswidrige Besetzung des Gebäudes nicht akzeptiert werden kann. Wir sind aber enttäuscht, dass nach ersten konstruktiven Gesprächen mit einem Teil der Besetzer*innen am Montag und Dienstag der Pfad des konstruktiven Dialogs am Mittwoch nicht weiter begangen wurde. Bei einer freiwilligen Räumung hätte ein gemeinsamer Weg der Deeskalation und des Diskurses mit Stadt und Land über die Zukunft der Druckerei Dondorf und weiterer Themen beschritten werden können.“ 


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / komm. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Dez 13 2023
14:37

Trotz konstruktiver Gespräche mit der Universitätsleitung, die im Falle einer freiwilligen Räumung zugesagt hatte, den Strafantrag zurückzuziehen und Gespräche über den Erhalt der Immobilie und die Schaffung neuer Räume zu initiieren, haben die Besetzer*innen das Angebot abgelehnt.

Besetzung Druckerei Dondorf: Goethe-Universität enttäuscht über Abbruch der Verhandlungen durch das Kollektiv

FRANKFURT. Die erneute Besetzung der Dondorfschen Druckerei in Bockenheim geht weiter: Trotz zweier konstruktiver Gespräche mit der Universitätsleitung seit Montagabend verkündeten die Besetzer*innen, die sich letzten Samstag rechtswidrig Zugang zur Liegenschaft verschafft hatten, auf der heutigen Pressekonferenz um 11 Uhr, dass man nicht bereit sei, das Gebäude zu räumen. Universitätspräsident Enrico Schleiff verwies in derselben Pressekonferenz auf die am Montag und Dienstag mit einer Abordnung des Kollektivs und weiteren zivilgesellschaftlichen Vertreter*innen erzielten Gesprächsergebnisse und wiederholte in dem Zuge auch das Angebot der Universität, den Strafantrag bei einer bis 16 Uhr erfolgten Räumung zurückzuziehen. „Es scheint uns trotz guter Gespräche nicht gelungen zu sein, gemeinsam den Weg der Deeskalation und der Wiedereröffnung des Diskursraums zu beschreiten“, sagt Universitätspräsident Schleiff. „Eine freiwillige Räumung hätte ein ganz starkes Signal bedeutet, in einen konstruktiven Dialog mit Universität, Stadt und Land einzutreten. Die Universität ist weiterhin jederzeit gesprächsbereit.“

Die Universitätsleitung hatte in dem Austausch seit Anfang der Woche folgende Zusicherungen vorgenommen:

  1. So wurde den Besetzer*innen zugesichert, dass sich die Goethe-Universität nachdrücklich und unmissverständlich bei den politischen Handlungsträger*innen dafür einzusetzen wird, dass der seit Jahren von zivilgesellschaftlichen Initiativen eingeforderte und dringend benötigte alternative Raum für Kreativität und Gestaltung in Frankfurt endlich realisiert wird.
  2. Ebenso zugesagt wurde, in Abstimmung mit dem Land als Eigentümerin die Übergabe weiterer, derzeit noch unter Verwaltung der Goethe-Universität stehender Liegenschaften an die Stadt in die Wege zu leiten, damit diese dann durch die Stadt unter Einbindung zivilgesellschaftlicher Gruppen und Initiativen möglichst rasch einer Zwischennutzung zugeführt werden können.
  3. Versprochen hatte die Universitätsleitung, sich im Falle einer freiwilligen Räumung dafür einzusetzen, dass die erforderlichen und zur Verfügung stehenden Mittel ausgeschöpft werden, das Gebäude der Druckerei Dondorf so weit wie möglich zu erhalten und damit ihren Anteil zur Erhaltung der Bausubstanz bis zur Übergabe der Liegenschaft leisten. Hier stehen die Max-Planck-Gesellschaft, das Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik, die Stadt (als Einladende) und das Land bereits in konstruktivem Austausch, die Goethe-Universität nahm und nimmt lediglich als Gast an den Arbeitssitzungen teil.

Zum Hintergrund: Das Land ist Eigentümerin der Liegenschaft, die Goethe-Universität mit der Verwaltung beauftragt, auch über den Zeitraum der eigenen Nutzung hinaus. Die Aufrechterhaltung des Dialogs mit dem Land würde von Seiten der Goethe-Universität auch nach dem für den 18. Januar 2024 anstehenden Regierungswechsel oberste Priorität behalten. Voraussetzung dafür wäre jedoch eine freiwillige Räumung der Druckerei Dondorf gewesen. 


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Dez 12 2023
10:38

Die Kunsthistorikerin und Kuratorin Ina Neddermeyer wird neue Direktorin des Museums.   

Museum Giersch der Goethe-Universität mit neuer Leitung

FRANKFURT. Ab dem 1. Januar wird sie die Geschicke des Hauses am Schaumainkai leiten: Ina Neddermeyer, Kunsthistorikerin und Kuratorin, wird zum Jahresbeginn die Leitung des Museum Giersch der Goethe-Universität übernehmen. Neddermeyer war bis in diesem Jahr Kuratorin und Leiterin der Abteilung Kunst am Zeppelin Museum Friedrichshafen. Das Museum Giersch, das seit dem hundertjährigen Jubiläum der Goethe-Universität zur Universität gehört, wurde seit über einem Jahr kommissarisch von Susanne Wartenberg und Dr. Katrin Kolk geleitet.

Das Haus widmet sich seit vielen Jahren erfolgreich der Vermittlung regionaler Kunst und wissenschaftlicher Inhalte. Künftig soll sich das Ausstellungsspektrum noch stärker als bisher um Themen aus aktuellen Forschungsprojekten und Entwicklungen aus Studium und Lehre erweitern, ein Schaufenster der Goethe-Universität am weltberühmten Museumsufer sein.

„Ich freue mich, dass wir mit Ina Neddermeyer eine ebenso profilierte wie erfahrene Kunstexpertin und Ausstellungsmacherin für unser Museum gewinnen konnten. Sie hat bereits viele ambitionierte, aber auch umsetzbare Ideen formuliert, wie wir dieses wundervolle Museum Giersch der Goethe-Universität am Mainufer auch zu einem Ort der Begegnung der Bürgerinnen und Bürgern der Stadt mit den Inhalten der Forschung ihrer Goethe-Universität machen können“, sagt Universitätspräsident Prof. Enrico Schleiff. Schleiff dankt zugleich dem langjährigen Museumsbeauftragten Prof. Werner Müller-Esterl, der seine Tätigkeit zum Ende des Jahres beenden wird: „Werner Müller-Esterl hat viele Jahre mit viel Herzblut und Engagement dazu beigetragen, dass das Museum zu einer anerkannten Adresse für Kunst und die Darstellung wissenschaftlicher Inhalte weit über die Stadt hinaus geworden ist“, so Schleiff.

„Ein herzliches Willkommen an Ina Neddermeyer als neue Museumsdirektorin. Wir sehen erwartungsvoll der Zusammenarbeit entgegen und sind überzeugt, dass ihr Einsatz und ihre Vision einen entscheidenden Beitrag dazu leisten werden, das Museum unter ihrer Leitung weiter zu entwickeln und zu bereichern“, so Dipl. Kaufmann Stephan Rapp, Vorstand der Stiftung Giersch. 

„Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe im Museum Giersch der Goethe-Universität. Ich möchte das interdisziplinäre wissenschaftliche Arbeiten in Frankfurt intensivieren und das Museum mit der Universität weiter vernetzen. Dafür möchte ich meine vielfältigen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit universitären Partnern, die ich zuletzt am Zeppelin Museum Friedrichshafen machen konnte, gerne einbringen“, sagt Ina Neddermeyer, ab Januar neue Direktorin des Museums.

Ina Neddermeyer studierte Kunstgeschichte, Politik und Philosophie in Berlin und Florenz. Nach ihrem wissenschaftlichen Volontariat war sie von 2013 bis 2016 Sammlungskuratorin am Kunstpalais in Erlangen. Von 2016 bis 2023 arbeitete sie als Kuratorin und Leiterin der Abteilung Kunst am Zeppelin Museum Friedrichshafen. Sie kuratierte zahlreiche Ausstellungen, u.a. Einzelausstellungen von Otto Dix, Marta Hoepffner, Peter Land und Reynold Reynolds sowie Gruppenausstellungen wie „Into the deep. Minen der Zukunft“, „Beyond States. Über die Grenzen von Staatlichkeit“, „Game of Drones. Von unbemannten Flugobjekten“ und „Schöne neue Welten. Virtuelle Realitäten in der zeitgenössischen Kunst“.

Zum Museum Giersch der Goethe-Universität: Das Ausstellungshaus für Kunst, Kultur und Wissenschaft am Schaumainkai hat seit seiner Gründung im Jahr 2000 durch die Stiftung Giersch den Fokus auf das Rhein-Main-Gebiet als geografischer Schnittstelle gelegt. Unter diesem Blickwinkel widmet sich das Museum der Entdeckung, Erforschung und Vermittlung bislang unbeachteter künstlerischer Positionen und kultureller Zusammenhänge durch alle Epochen hinweg bis in die Gegenwart. Die Vorbereitungen für die nächste Ausstellung, eine Retrospektive der vielfältigen Malerin und Graphikerin Louise Rösler (1907–1993), laufen bereits auf Hochtouren. Rösler lebte von 1943 bis 1959 in Königstein im Taunus.


Website des Museums: https://www.mggu.de/museum/

Ein Interview mit Ina Neddermeyer ist im aktuellen UniReport erschienen: 

Weitere Informationen: Christine Karmann, Kommunikation und Marketing, Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/138210121, E-Mail: presse@mggu.de.

Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main.

Fotos von Ina Neddermeyer zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/146685172
Fotografin: Magdalena Türtscher


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / komm. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de 

 

Dez 11 2023
16:34

Umweltministerin Hinz startet hessenweites Kooperationsprojekt im Rahmen einer Auftaktveranstaltung in der Frankfurter Goethe-Universität

Kompetenzzentrum Wasser Hessen geht an den Start

Die Wasserwirtschaft in Hessen steht insbesondere durch den Klimawandel vor großen Herausforderungen, damit sie auch zukünftig die Wasserversorgung von Bevölkerung und Unternehmen nachhaltig sichern kann. Heute eröffnete die hessische Umweltministerin Priska Hinz an der Goethe-Universität Frankfurt das Hessische Kompetenzzentrum Wasser (KWH), in dem Akteure aus Wissenschaft und Bildung, Verwaltung, Politik und Wasserwirtschaft vernetzt sind. Die Ziele: Probleme sollen auf Systemebene angegangen, wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die wasserwirtschaftliche Praxis überführt und das Bildungsangebot erweitert werden.

FRANKFURT. Es sind gleich mehrere tiefgreifende Veränderungen, mit denen sich der Wassersektor in Hessen konfrontiert sieht: Der Klimawandel mit seinen häufigeren Extremwetterereignissen erhöht den Druck auf Wasserressourcen und Wasserökosysteme, was wiederum einen Verlust der Biodiversität nach sich zieht. Die Folgen für Mensch und Natur wurden in den Dürresommern der vergangenen Jahre deutlich sichtbar. Dann wiederum gab es vermehrt Starkregenereignisse mit Schäden an Gebäuden und Infrastruktur. Eine weitere Herausforderung für die Wasserwirtschaft ist der demografische Wandel. Die Zunahme der Bevölkerung in den Ballungsräumen führt zu einem steigenden Wasserbedarf in den kommenden Jahren, die Abnahme der Bevölkerung in Teilen des ländlichen Raums dagegen zu steigenden Kosten bei der Bereitstellung einer ausreichenden Wasser- und Abwasserinfrastruktur. Heute schon führen Einträge von Spurenstoffen zum Beispiel durch Arzneimittel im Abwasser zu Problemen in der Abwasserbehandlung und Trinkwasseraufbereitung.  

Angesichts dieser Herausforderungen und damit verbundener Zielkonflikte zwischen Schutz und Nutzung der Ressource Wasser sind innovative und nachhaltige Umsetzungslösungen für die vielen beteiligten Akteure zu suchen und zu finden. Hessen geht diese Herausforderungen jetzt durch eine Stärkung der interdisziplinären Zusammenarbeit von Wissenschaft, Verwaltung, Politik, Praxis und Bildung an und gründet das Hessische Kompetenzzentrum Wasser (KWH), in dem das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV), das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), die Regierungspräsidien, alle hessischen Universitäten, viele hessische Hochschulen sowie die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) ihre jeweilige Expertise einbringen und kooperieren werden.

Umweltministerin Priska Hinz erläutert: „Mit dem Klimaplan und dem Zukunftsplan Wasser haben wir die Weichen für einen nachhaltigen Schutz und eine integrierte Bewirtschaftung der Wasserressourcen in Hessen gestellt. Das Hessische Kompetenzzentrum Wasser wird uns nun dabei unterstützen, die notwendigen Anpassungen an den Klimawandel umzusetzen und dabei neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und innovative Lösungen zu berücksichtigen.“

Prof. Thomas Schmid, Präsident des HLNUG, ist überzeugt: „Das Hessische Kompetenzzentrum Wasser bietet die Chance, die unterschiedlichen und sehr umfassenden Expertisen im Wassersektor in Hessen zu bündeln, damit die wissenschaftlichen Erkenntnisse auch zu einer praxisnahen Entwicklung konkreter Lösungen mit nachhaltiger Nutzung der Ressource Wasser beitragen können.“

Prof. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität, die die Gründung des KWH wesentlich begleitet hat, erklärt: „Es muss uns gelingen, ‚win-win-Situationen' zu schaffen, bei denen einerseits die Wasserressourcen erhalten bleiben und die aquatische Biodiversität geschützt wird, andererseits aber auch der Wasserbedarf der Bevölkerung und der Wirtschaft gesichert bleibt. Mit ihrer Forschung werden die hessischen Universitäten und Hochschulen zum Erreichen dieses Ziels beitragen.“ Auch die Gewinnung von Fachkräften könnten die Universitäten und Hochschulen befördern, so Präsident Schleiff: „Wir arbeiten stetig an der Weiter - und Neuentwicklung von Lehr- und Ausbildungskonzepten, um Expert:innen für Naturschutz und Wasserwirtschaft zu qualifizieren.“ Dabei befürworte er das aktive Mitwirken von Partnerinstitutionen aus Praxis und Behörden in Lehrveranstaltungen relevanter Fachbereiche von Universitäten und Hochschulen sowie beispielsweise die Vergabe externer Abschlussarbeiten: „Damit können wir einen Mehrwert auch aus Sicht der Wissenschaft generieren.“

Enrico Schleiff freut sich über den Auftakt zur Gründung des KWH in seinem Hause: “Die Wasserforschung ist schon seit vielen Jahren fester und wichtiger Bestandteil des Forschungsportfolios der Goethe-Universität. Gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen der anderen hessischen Universitäten, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sehen wir uns in der Verantwortung, die Ziele des KWH voranzutreiben und unseren Beitrag zum Erhalt und zur nachhaltigen Nutzung der Ressource Wasser in Hessen zu leisten.“

Ziel des KWH ist es, praxistaugliche, wissenschaftlich fundierte, evidenzbasierte und innovative Lösungen entsprechend den Herausforderungen im Wassersektor zu entwickeln. Statt einzelner hydrologischer, ökologischer und technisch-ingenieurwissenschaftlicher Fragestellungen können im KWH die dringenden Probleme zu Prozessen und Dynamiken des Wasserressourcenmanagements interdisziplinär und integriert betrachtet werden. Soziale, ökonomische und politische Aspekte, als weitere wichtige Handlungsfelder in der Wasserwirtschaft, können durch diese übergreifende Zusammenarbeit ebenfalls berücksichtigt werden.

Eine solche Bündelung der hessischen Wasserkompetenz eröffnet neue Perspektiven für die Durchführung von angewandten Forschungsprojekten zu in Hessen relevanten Themen für eine nachhaltige Nutzung der Ressource Wasser, einschließlich der Vermittlung von entsprechenden Kompetenzen, sowie für die Politikberatung.

Über das Kompetenzzentrum Wasser Hessen (KWH)

Als hessisches Kompetenzzentrum Wasser ist das KWH ein Bindeglied zwischen Akteuren im Wasserbereich aus Wissenschaft, Verwaltung, Politik, Bildung und wasserwirtschaftlicher Praxis. Das KWH wird auch mit assoziierten Partnern kooperieren. Dies können nicht-behördliche Organisationen, Vereine oder im Wassersektor tätige Unternehmen sein. Ein Kooperationsvertrag regelt die künftige Zusammenarbeit der institutionellen Partner:

1. Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

2. Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

3. Regierungspräsidium Darmstadt

4. Regierungspräsidium Gießen

5. Regierungspräsidium Kassel

6. Goethe-Universität Frankfurt am Main

7. Justus-Liebig-Universität Gießen

8. Philipps-Universität Marburg

9. Technische Universität Darmstadt

10. Universität Kassel

11. Hochschule Darmstadt

12. Hochschule Fresenius

13. Hochschule Geisenheim University

14. Hochschule RheinMain

15. Technische Hochschule Mittelhessen

16. Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

17. Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) GmbH

Bilder zum Download:

https://www.uni-frankfurt.de/146705346
Bildtext: Beim Startschuss für das Kompetenzzentrum Wasser Hessen an der Goethe-Universität (v.l.): KWH-Gründungssprecher Prof. Jörg Oehlmann, Goethe-Universität; Hessische Umweltministerin Priska Hinz; Präsident Thomas Schmid, HLNUG; Präsident Enrico Schleiff, Goethe-Universität Frankfurt. Foto Uwe Dettmar

https://www.uni-frankfurt.de/146343265
Bildtext: Naturbelassen, eingedämmt, kanalisiert und renaturiert: Wasserwirtschaft, Hochwasserschutz und Naturschutz prägen das hessische Flüsschen Horloff auf seinem Weg von der Quelle am Vogelsberg bis zur Mündung in die Nidda. Foto: Simone Ziebart, Goethe-Universität Frankfurt


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Dez 7 2023
16:25

Eine bundesweite Studierendenbefragung zeigt: ChatGPT & Co werden im Studium schon genutzt. Nora Hoffmann, Leiterin des Schreibzentrums an der Goethe-Universität, erläutert im neuen UniReport die Ergebnisse.

Künstliche Intelligenz findet Eingang ins studentische Schreiben 

FRANKFURT. „Die Zukunft des akademischen Schreibens“ lautet der Titel einer Befragung, die von verschiedenen universitären Schreibzentren Mitte des Jahres durchgeführt wurde. Im Fokus stand dabei die Frage, auf welche Weise, aus welchen Gründen und mit welchen Haltungen Studierende generative KI-Schreibtools zum akademischen Schreiben einsetzen. Ebenso wurde abgefragt, inwiefern Schreibkompetenz Auswirkungen auf die KI-Nutzung hat. 66 Prozent der Befragten haben angegeben, generative KI-Schreibtools grundsätzlich zu nutzen.

Die meisten Studierenden setzen generative KI-Schreibtools reflektiert und verantwortungsbewusst ein und überarbeiten KI-Texte; einige jedoch lassen auch vollständige Texte generieren. Studierende sind sich der inhaltlichen Unzuverlässigkeit von KI-Texten mehrheitlich bewusst, während das Bewusstsein für Datenschutz, Urheberrecht und ethische Aspekte geringer ist. Dr. Nora Hoffmann, Leiterin des Schreibzentrums an der Goethe-Universität, erklärt im Interview mit dem UniReport, dass es durchaus noch Forschungsbedarf gebe, betont aber auch: „Wir ziehen als Schreibzentrum aus den Ergebnissen den Auftrag, weiterhin die technischen Entwicklungen zu verfolgen, uns in die regen schreibdidaktischen Diskurse einzubringen, Studierenden wie Lehrenden Unterstützung bei der Einbindung von KI ins akademische Schreiben anzubieten und didaktische Maßnahmen hierzu weiterzuentwickeln und zu beforschen.“

Weitere Themen im neuen UniReport:

Aktuelles

  • Wie sähe eine „Erziehung nach Auschwitz“ heute aus? Antisemitismus 2023: Ein Essay der Erziehungswissenschaftler Sabine Andresen und Wolfgang Meseth.
  • „Wir sind die Tür zur Universität“: Die Kunsthistorikerin und Kuratorin Ina Neddermeyer übernimmt ab Januar 2024 die Leitung des Museums Giersch der Goethe-Universität.

ExStra: Themen aus den Clusterinitiativen der Goethe-Universität

  • SCALE: Der Biophysiker Prof. Achilleas Frangakis und die Bioinformatikerin Dr. Kathi Zarnack im Porträt.
  • EMTHERA: Bürgerdialog mit Wissenschaft im Fokus – die Friedrich-Merz-Stiftungsgastprofessur mit Prof. Samir Mitragotri.
  • CARDIO PULMONARY INSTITUTE (CPI): Keine Angst vor Technologie oder Datenwissenschaft – Prof. Ingrid Fleming, Faculty-Mitglied des CPI, erforscht die Funktionsweise des Herz-Kreislauf-Systems.
  • CONTRUST: Dr. Irene Weipert-Fenner und Nahla El-Menshawy untersuchen Vertrauenskultur(en) in autoritären und krisengeschüttelten Staaten des Nahen Ostens.
  • ELEMENTS: Interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Clusterinitiative – wie mikroskopische und makroskopische Effekte gemeinsam entschlüsselt werden.

Forschung

  • Goethe, Deine Forscher: Der Erziehungswissenschaftler Prof. Harry Harun Behr im Porträt.
  • Deutliche Spuren im sozialen Miteinander und für die mentale Gesundheit Jugendlicher: Die neue Studie JuCo IV zeigt Langzeitfolgen der Pandemie auf.

Studium, Lehre und Qualifikation

  • DAAD-Preisverleihung 2023: Auszeichnung für den Masterstudierenden Farbod Eslami Khouzani, der aus dem Iran stammt.
  • Einmal Harvard und zurück: Für die Medizinstudentin Diana Munteh war der dreimonatige Forschungsaufenthalt an der Harvard Medical School sehr gewinnbringend.

Campus

  • Viel Sorge, viel Sprachlosigkeit, aber auch klare Erwartungen an die Universitäten: Ein Gespräch mit der Islamwissenschaftlerin Prof. Armina Omerika und dem Judaisten und evangelischen Theologen Prof. Christian Wiese über den Widerhall des Gaza-Konflikts an der Goethe-Universität.
  • Zum Wandel des Wohnens: Ein gemeinsames Graduiertenkolleg von Goethe-Universität Frankfurt und Bauhaus-Universität Weimar soll dem Thema auf den Grund gehen.

Kultur

  • Brandaktuelles Theater: Die Chaincourt Theatre Company adaptiert Ray Bradburys „Fahrenheit 451“.

Bibliothek

  • Felix Otto Dessoff – Kapellmeister und Komponist: Erbin übergibt Nachlass an Universitätsbibliothek.


Der UniReport 6/2023 steht zum kostenlosen Download bereit unter https://www.unireport.info/aktuelle-ausgabe

UniReport online - Wie finden Sie unsere Artikel im Netz? Ganz einfach: Schauen Sie doch einmal ins Webmagazin der Goethe-Universität. Auf www.aktuelles.uni-frankfurt.de/unireport können Sie einen Großteil der Artikel aus der Printausgabe auch online lesen.


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Dez 5 2023
10:32

Internationale Tagung „CRITICAL BARBRA“ würdigt vielseitige Künstlerin

Barbra Streisand: Der erste jüdische Superstar

FRANKFURT. Einer ihrer Biographen hat sie als „größte lebende darstellende Künstlerin der Welt“ bezeichnet: Barbra Streisand, geboren 1942 in Brooklyn, New York, steht im Mittelpunkt der internationalen Tagung „CRITICAL BARBRA“, die

von 14. bis 16. Dezember
an der Goethe-Universität, im Deutschen Filmmuseum
und im Jüdischen Museum Frankfurt

stattfindet. Veranstalter sind die beiden Filmwissenschaftler Prof. Vinzenz Hediger (Goethe-Universität Frankfurt) und Prof. Marc Siegel (Johannes-Gutenberg-Universität Mainz).

Barbra Streisand ist eine der schillerndsten und einflussreichsten Figuren des Kinos und der Musikbranche. Berühmt wurde sie sowohl als Sängerin, die mit ihrer Mezzo-Sopranstimme scheinbar mühelos in mehr als drei Oktaven unterwegs ist, als auch durch zahlreiche Filmrollen, als Regisseurin, Tänzerin, Komikerin und Geschichtenerzählerin. Seit den 1980ern galt sie für viele Jahre als mächtigste Frau Hollywoods. Aber nicht nur ihre künstlerische Vielseitigkeit macht Barbra Streisand einzigartig. Besonders ist auch ihr Umgang mit dem eigenen Jüdischsein. Streisand brach mit der langen Tradition der Assimilation in der Kunst, sie war der erste erkennbar und eindeutig jüdische globale Superstar. Sie trug einen jüdischen Namen und verzichtete auf „Korrekturen“ ihres Aussehens, wie sie andere im Showbusiness durchführen ließen – und machte sogar Witze darüber.

Die Tagung CRITICAL BARBRA fokussiert auf die facettenreiche Künstlerin und kulturelle Ikone und nimmt dabei eine multidisziplinären Perspektive ein. Streisands Person und Werk bieten zahlreiche Möglichkeiten, die moderne und zeitgenössische musikalische und visuelle Kultur in ihrer ganzen Breite und Tiefe zu analysieren. „Eine Konferenz über Streisand zum jetzigen Zeitpunkt kann einen nützlichen Beitrag zur Debatte über die jüdische Sichtbarkeit und das Aufkommen neuer Formen des Antisemitismus leisten, insbesondere im Hinblick auf aktuelle Debatten über die Kunst und die Kunstwelt“, sagt Veranstalter Vinzenz Hediger.

CRITICAL BARBRA würdigt die unterschiedlichen Aspekte von Streisands Talent mit Filmvorführungen, wissenschaftlichen Vorträgen, Diskussionen und Performances. Alle Veranstaltungen finden in englischer Sprache statt.

Das ausführliche Programm finden Sie unter: https://konfigurationen-des-films.de/wp-content/uploads/2023/11/Flyer_01_web.pdf

Das Veranstaltungsplakat zum Download unter: https://www.uni-frankfurt.de/146482898

Information:
Prof. Vinzenz Hediger
Institut für Film- und Theaterwissenschaft
Goethe-Universität Frankfurt
E-Mail hediger@tfm.uni-frankfurt.de
Homepage https://konfigurationen-des-films.de


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Dez 4 2023
15:00

Studie der Goethe-Universität Frankfurt identifiziert einen Mechanismus, der sich als Ansatzpunkt für neue Medikamente eignen könnte

Leukämiezellen aktivieren zelluläres Recyclingprogramm 

Um schneller zu wachsen, aktivieren Leukämiezellen typischerweise das Recycling zelleigener Strukturen. So können sie schadhafte Bestandteile entsorgen und sich besser mit Baustoffen versorgen. Forschende der Goethe-Universität Frankfurt haben nun gezeigt, dass Leukämiezellen mit einer sehr häufig auftretenden Mutation ganz spezielle Gene aktivieren, die für diesen Prozess wichtig sind. Die Ergebnisse eröffnen künftige neue Therapieoptionen. Sie sind nun in der Zeitschrift Cell Reports erschienen.

FRANKFURT. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Prof. Stefan Müller vom Institut für Biochemie II der Goethe-Universität haben in einer aktuellen Arbeit eine bestimmte Blutkrebs-Form untersucht, die akute myeloische Leukämie, abgekürzt AML. Die Erkrankung tritt vor allem im Erwachsenenalter auf und endet bei älteren Betroffenen oft tödlich. Bei einem Drittel der AML-Patientinnen und -Patienten weisen die Krebszellen eine charakteristische Veränderung ihres Erbguts auf. Diese Mutation betrifft das sogenannte NPM1-Gen, das die Bauanleitung für ein Protein gleichen Namens enthält.

Es war bereits bekannt, dass die mutierte NPM1-Variante (Kürzel: NPM1c) ein wichtiger Faktor für die Entstehung von Leukämie ist. „Wir haben nun aber mit einem interdisziplinären Team verschiedener Arbeitsgruppen der Goethe Universität einen neuen Weg entdeckt, wie die NPM1c-Genvariante dies macht“, erklärt Müller. Demnach greift das veränderte Protein in einen wichtigen Zellprozess ein, die Autophagozytose. Dabei handelt es sich um einen Stoffwechselweg, über den die Zelle eigene Strukturen recycelt. Diese „Selbstverdauung“ dient einerseits der Beseitigung defekter Moleküle. „Außerdem kann die Zelle so ihren Bedarf an wichtigen Bausteinen decken, etwa bei Nährstoffmangel oder bei erhöhter Zellteilung, einem Charakteristikum von Krebszellen“, erklärt Hannah Mende, Doktorandin und Erstautorin der Studie.

Bei der Autophagozytose erzeugt die Zelle zunächst eine Art Müllbeutel, das Autophagosom. Darin verpackt sie die zellulären Bestandteile, die zerlegt und gegebenenfalls wiederverwertet werden sollen. Der Müllbeutel wird dann zum Wertstoffhof der Zelle transportiert, dem sogenannten Lysosom. Mit Hilfe von Säure und Enzymen wird dort der Beutelinhalt abgebaut. Danach werden die Bausteine in die Zelle entlassen, wo sie wiederverwendet werden können. „Wir konnten nun zeigen, dass NPM1c sowohl die Produktion der Autophagosomen als auch die der Lysosomen fördert“, sagt Müller.

Die Forscherinnen und Forscher haben auch aufgeklärt, wie NPM1c diese Effekte vermittelt: Es bindet an einen zentralen Regulator des Autophagosomen-Lysosomen-Systems namens GABARAP und aktiviert ihn dadurch. „Wir haben mit Hilfe von Computersimulationen gezeigt, dass diese Bindung von NPM1c und GABARAP eine untypische Struktur aufweist“, erklärt Ko-Autor Dr. Ramachandra M. Bhaskara, der die Arbeitsgruppe „Computational Cell Biology“ am Institut für Biochemie II leitet. Experimentelle strukturbiologische Daten bestätigen die Ergebnisse der Simulation. Auf Basis dieser Ergebnisse lassen sich nun möglicherweise Wirkstoffe entwickeln, die ganz spezifisch die Bindung von NPM1c an GABARAP beeinflussen, und damit das Wachstum von Leukämiezellen bekämpfen.

Publikation: Hannah Mende, Anshu Khatri, Carolin Lange, Sergio Alejandro Poveda-Cuevas, Georg Tascher, Adriana Covarrubias-Pinto, Frank Löhr, Sebastian E. Koschade, Ivan Dikic, Christian Münch, Anja Bremm, Lorenzo Brunetti, Christian H. Brandts, Hannah Uckelmann, Volker Dötsch, Vladimir V. Rogov, Ramachandra M. Bhaskara, Stefan Müller: An atypical GABARAP binding module drives the pro-autophagic potential of the AML-associated NPM1c variant. Cell Reports (2023), https://doi.org/10.1016/j.celrep.2023.113484

Bild zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/146339021

Bildtext: Die grünen Punkte in diesem Fluoreszenzbild zeigen die Bindung des Leukämie-assoziierten NPM1c Proteins an den Recycling-Regulator GABARAP. Blau: Zellkern, Violett: Zellskelett. Foto: Hannah Mende, AG Stefan Müller, Goethe-Universität Frankfurt

Weitere Informationen
Prof. Dr. Stefan Müller
Institut für Biochemie II
Goethe-Universität und Universitätsklinikum Frankfurt
Tel.: +49 (0)69 6301-83647
ste.mueller@em.uni-frankfurt.de
www.biochem2.de
Twitter/X: @goetheuni @IBC2_GU


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Dez 1 2023
15:35

VolkswagenStiftung ermöglicht gemeinsam mit Kassel-Stiftung, Schwiete Stiftung und Quandt Universitäts-Stiftung dauerfinanzierte Professur 

Christian Münch erhält Lichtenberg-Professur an der Goethe-Universität – Kofinanzierung durch vier Stiftungen

Eine Professur, die aus Stiftungserträgen dauerhaft finanziert wird, konnte die Goethe-Universität jetzt einwerben: Heute tritt der Biochemiker Dr. Christian Münch die Lichtenberg-Stiftungsprofessur für Molekulare Systemmedizin an. Er wird insbesondere neurodegenerative Erkrankungen und Krebs auf zellulärer Ebene untersuchen, um neue Ziele für deren Behandlung zu identifizieren. Den Grundstock von zwei Millionen Euro für das Stiftungskapital legt die VolkswagenStiftung im Rahmen ihres Programms „Lichtenberg-Stiftungsprofessuren“. Weitere drei Millionen Euro tragen die Johanna Quandt Universitäts-Stiftung, die Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung und die Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung bei.

FRANKFURT. Krankheiten setzen die Zellen unseres Körpers unter Stress: Das fein austarierte System von Stoffsynthese und Stoffabbau und von Teilung und Ruhe gerät aus dem Takt. Statt einzelner Stoffwechsel- oder Signalwege nimmt Prof. Christian Münch die Zelle als Ganzes in den Blick, um den Krankheitsmechanismen auf die Spur zu kommen und Ansatzpunkte für neuartige Therapien zu entdecken. Im Zentrum seiner Professur stehen zwei Projekte: Zum einen geht es um die Rolle des komplexen Membransystems „Endoplasmatisches Retikulum“ bei neurodegenerativen Erkrankungen und der Krebsentstehung. Zum andern steht im Fokus, wie die Zelle ihr Gleichgewicht (Homöostase) bei der Proteinsynthese und -abbau durch bestimmte Enzyms gewährleistet, die Proteine schreddern. Sind solche Enzyme (Proteasen) fehlreguliert, kann dies zum Beispiel bei der Alzheimer-Krankheit zur Bildung von Plaques zwischen Nervenzellen führen.

Es sei ein besonderer Tag für die Goethe-Universität, findet Präsident Prof. Enrico Schleiff: „Wir können heute nicht nur einen ausgezeichneten Wissenschaftler für die Goethe-Universität gewinnen, der im hochaktuellen und zukunftsweisenden Gebiet der Molekularen Systemmedizin forscht und lehrt. Durch den Schulterschluss der VolkswagenStiftung, der Johanna Quandt Universitäts-Stiftung, der Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung und der Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung ist es uns gelungen, diese Professur und damit das Forschungsgebiet nachhaltig an der Goethe-Universität zu etablieren und langfristig zu finanzieren. Genau diese Art der langfristigen Förderung eröffnet Möglichkeiten, neue wissenschaftliche Wege zu öffnen. Wir sind den Stiftungen daher zu großem Dank verpflichtet.“

Dr. Henrike Hartmann, stellvertretenden Generalsekretärin der VolkswagenStiftung und Leiterin der Abteilung Förderung, sagt: „Wir freuen uns, dass die Goethe-Universität mit unserer Unterstützung Herrn Münch als herausragendem Wissenschaftler eine dauerhafte Perspektive in einem zukunftsträchtigen Forschungsfeld schaffen konnte.“

„Das Herzstück der Johanna-Quandt-Universitätsstiftung, mit der wir seit 2008 Wissenschaft, Forschung und Lehre an der Goethe-Universität und ihren Partnern fördern, ist der Johanna Quandt-Jubiläumsfonds“, sagt Stefan Quandt, Beiratsvorsitzender der Johanna Quandt Universitäts-Stiftung. „Mit diesem Fonds haben wir zum Beispiel 2018 die Johanna Quandt Young Academy ins Leben gerufen, um junge Talente an der Goethe-Universität zu unterstützen. Die Kofinanzierung der Lichtenberg-Stiftungsprofessur von Prof. Münch war uns daher ein besonderes Anliegen. Wir freuen uns dazu beitragen zu können, diesem begabten Wissenschaftler eine langfristige Perspektive an der Goethe-Universität zu geben.“

Gunther Ruppel von der Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung, hebt hervor: „Unsere Stifterin Gertrud Kassel war der Überzeugung, dass es ‚gescheite junge Leute in Deutschland‘ für die Wissenschaft bräuchte. Aus der Tradition unserer Stifterin und unseres Stifters heraus haben wir daher gerne zur Lichtenberg-Stiftungsprofessur für Professor Münch beigetragen.“

Dr. Jürgen Staiger, Vorstand der Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung meint: „Wir konnten bisher schon eine ganze Reihe von Stiftungsprofessuren, insbesondere am Fachbereich Medizin der Goethe-Universität für längere, aber befristete Zeiträume finanzieren. Die Lichtenberg-Stiftungsprofessur bietet jetzt die Gelegenheit, eine Professur nachhaltig und auf Dauer zu errichten, ganz im Sinne unseres Stifters.“

Christian Münch promovierte an der Universität Cambridge und arbeitete als Postdoktorand an der Harvard Medical School. Seit 2016 ist er Leiter der Forschungsgruppe Proteinqualitätskontrolle und der Abteilung Quantitative Proteomics am Institut für Biochemie II der Goethe-Universität Frankfurt. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen zelluläre Stressreaktionen auf fehlgefaltete Proteine in den Kraftwerken der Zelle (Mitochondrien) sowie auf Infektionen und Krankheiten. Sein Ziel: Er möchte verstehen, mit welchen Veränderungen das ganze System Zelle auf Stress reagiert. Für seine Arbeit erhielt er bereits einen ERC Starting Grant, eine Emmy-Noether-Förderung, einen ERC Consolidator Grant sowie eine Reihe von Auszeichnungen. Er ist ein EMBO Young Investigator und Mitglied in den Lenkungsausschüssen des BMBF Cluster4Future Proxidrugs, des Sonderforschungsbereichs 1177 zur selektiven Autophagie, des Fraunhofer Leistungszentrums TheraNova sowie des Forschungsclusters EMTHERA (Emerging Therapies) unter Leitung der Goethe-Universität. 2023 nahm er den Ruf auf eine Lichtenberg-Stiftungsprofessur an der Goethe-Universität Frankfurt an.

Bilder zum Download:
https://www.puk.uni-frankfurt.de/93374838

Bildtext: Prof. Dr. Christan Münch, Institut für Biochemie II, Goethe-Universität Frankfurt. Foto: Uwe Dettmar


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de