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Archäologenteam der Goethe-Universität kehrt mit neuen Erkenntnissen über die Zeit vor 1500 Jahren von Grabung im Irak zurück
In der Region des heutigen Irak haben im fünften Jahrhundert Christen und Zoroastrier mutmaßlich friedlich nebeneinander gelebt: Diese Erkenntnis konnte ein Team von Archäologinnen und Archäologen der Goethe-Universität im Zuge einer dreijährigen Forschung bestätigen.
FRANKFURT. Ohne Funde, aber dafür mit vielen neuen Erkenntnissen ist das Archäologenteam um Dr. Alexander Tamm (Universität Erlangen-Nürnberg) und Prof. Dirk Wicke (Institut für Archäologische Wissenschaften) von ihren Feldforschungen aus dem Nordirak zurückgekehrt. In den vergangenen Monaten hat das zehnköpfige Team einen Gebäudekomplex am Fundplatz Gird-î Kazhaw im kurdischen Gebiet des Irak untersucht. Der schon seit 2015 bekannte Bau wurde wahrscheinlich um 500 nach Christus errichtet. Doch welchem Zweck er gedient hat, war bislang nicht sicher.
Die fünf quadratischen Pfeiler aus Bruchsteinen, teils mit weißem Gips verputzt, hatten vermuten lassen, dass es sich um einen Kirchenbau handeln könnte. Geophysikalische Untersuchungen hatten gezeigt, dass noch weitere Mauerzüge unter der Erde liegen, so dass diese „Kirche“ zunächst als Teil eines größeren Klosterkomplexes gedeutet worden war. Insbesondere auch das Verhältnis zu einem direkt angrenzenden Siedlungshügel mit einer kleinen sasanidischen Befestigungsanlage aus dem 5. bis 6. Jahrhundert nach Christus ist noch ungeklärt. Diese Befestigungsanlage ist überlagert von einem islamischen Friedhof.
Das Team aus Frankfurt setzte mit seinen Grabungen in diesem Spätsommer in zwei Arealen an: einer Flächengrabung um den Pfeilerbau (Areal A) und einer Untersuchung des islamischen Friedhofes (Areal B) mit Schwerpunkt auf der anthropologischen Dokumentation (Abb. 1). Relativ dicht traten in Areal A unter der Oberfläche Ziegelmauern sowie Böden aus Stampflehm und später auch aus Steinen und gebrochenen Ziegeln zu Tage. Eine große Überraschung war die Entdeckung weiterer Steinpfeiler, die die Existenz einer möglicherweise dreischiffigen Anlage mit Mittelschiff in Nordwest-Südöstlicher Richtung nahelegen, wie sie bereits in der frühchristlichen Sakralarchitektur dieser Region belegt sind. Ungewöhnlich ist die Größe des Mittelschiffes von vermutlich 25 auf 5 Metern (Abb. 2). Ob es sich bei den angrenzenden Räumen aber tatsächlich um eine Klosteranlage handelt, wird die Forschung in den nächsten Jahren klären müssen.
Ebenfalls eine große Überraschung in Areal A war die Entdeckung eines Raumes mit einem Boden aus sauber gefugten, gebrannten Ziegeln, an dessen nordöstlichem Kopfende ein Halbrund angedeutet ist (Abb. 3). Hauptindizien für die Nutzung der Gebäude als christlicher Versammlungsort ist bislang neben der Architektur der Fund einer Gefäßscherbe mit der Darstellung eines Malteserkreuzes (Abb. 4). Diese frühe Datierung für ein Kirchengebäude ist in der Region nicht verwunderlich, finden sich doch vergleichbare Anlagen im nordsyrischen und nordmesopotamischen Raum in größerer Zahl. (Zu dieser Thematik fand am 24./25.10.25 ein internationaler Workshop in Frankfurt statt.)
Besonders relevant für die Forschungen zu religiösen Nachbarschaften, wie sie zukünftig im Rahmen des ab 2026 bewilligten LOEWE-Zentrums „Dynamiken des Religiösen“ verfolgt werden, ist die Nähe zur oben beschriebenen sasanidischen Anlage. Sollten die beiden Bauten tatsächlich aus derselben Zeit stammen, würde das bedeuten, dass Zoroastrier, die Anhänger der Religion Zarathustras waren, und Christen damals nebeneinander lebten. Wann genau in Kazhaw die Hinwendung zum Islam geschah, wovon die islamischen Gräber Zeugnis ablegen (s. Abb. 5), ist ebenfalls Teil des Forschungsprogramms.
Die Ausgrabungen in Kazhaw sind Teil eines größer angelegten Forschungsprojektes von Dr. Tamm und Prof. Wicke zu ländlichen Gemeinschaften und Siedlungen in der Shahrizor-Ebene im Nordirak. Ländliche und kleine Orte wurden bislang in der archäologischen Forschung kaum beachtet, das Hauptaugenmerk galt meist den Hauptstädten der antiken Großreiche. Sicher stellten diese die Motoren der kulturellen Entwicklungen in der Antike dar, die wirtschaftliche Basis der Versorgung jedoch wurde im ländlichen Raum geschaffen. Ohne diese Basis wäre das kulturelle Leben in den Metropolen nicht möglich gewesen. Im kommenden Jahr sollen die Arbeiten in Kazhaw mit dem Einsatz archäometrischer Methoden, insbesondere der Archäobotanik, Zoologie und forensischen Anthropologie fortgesetzt werden. Ziel ist zu erforschen, wie sich das Leben in den freigelegten Mauern abgespielt hat.
Bilder zum Download:https://www.uni-frankfurt.de/181309490
Bildtexte:
Abb. 1: Gird-î Kazhaw in der Abenddämmerung.
Abb. 2: Pfeiler aus Bruchsteinen in Areal A.
Abb. 3: Raum mit Backsteinboden.
Abb. 4: Scherbe mit eingeritztem Kreuzdekor.
Abb. 5: Freilegung eines Grabes in Areal B.
Bildnachweise: DFG-Projekt Ländliche Siedlungen der Sasaniden-Zeit, Tamm/Wicke
Publikation (im Vorfeld der Grabung): Dean Mahmoud, Alexander Tamm, Dirk Wicke, Sasaniden im Nordirak. Vorläufiger Bericht zu den Ausgrabungen in Gird-î Qalrakh 2023–2024, in: Mitteilungen der Deutschen Orient Gesellschaft Nr. 157, 2025; 117 bis 159
Weitere Informationen
Prof. Dr. Dirk Wicke
Institut für archäologische Wissenschaften
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Telefon 069 798-32317
E-Mail wicke@em.uni-frankfurt.de
Eine neue Doku über den aus Offenbach stammenden Rapper ist in aller Munde. Zwei Erziehungswissenschaftler*innen kritisieren im neuen UniReport, dass in Hessen eine Behandlung seiner Raptexte im Unterricht bereits untersagt wurde.
FRANKFURT. Er gilt als Deutschlands erfolgreichster und wohl auch einflussreichster Rapper: Der in Offenbach aufgewachsene Aykut Anhan alias Haftbefehl wird als Sprachrohr vieler migrantischer Jugendlicher gesehen. Der aktuelle Dokumentarfilm „Babo – Die Haftbefehl-Story“ erzählt seine Erfolgsgeschichte, aber auch den verzweifelten Kampf gegen seine Drogensucht. Der Stadtschülerrat Offenbach hat gefordert, Texte und Leben des Rappers im Schulunterricht zu thematisieren. Dies wurde jedoch vom Hessischen Kultusministerium bereits abgelehnt.
Lara Gilgen und Murat Güngör, Erziehungswissenschaftler*innen an der Goethe-Universität, kritisieren das im Gespräch mit dem UniReport. Zwar blieben in der Doku „Babo“ viele Aspekte ausgespart, wie zum Beispiel soziale Realitäten der Migrationsgesellschaft und auch das Verhandeln von Geschlechterrollen. Dennoch böte eine schulische Behandlung der Texte Haftbefehls eine große Chance. Lara Gilgen betont: „Auf den Schulhöfen wird über die Doku viel gesprochen, aber es gibt kein pädagogisches Forum, das auch mal kritisch-reflektierend zu erörtern.“
Die Virtuosität in der Sprache Haftbefehls und anderer Rapper*innen zeige sich darin, argumentiert Murat Güngör, dass Sprachversatzstücke aus vermeintlich randständigen Sprachen wie dem Arabischen, Türkischen, Kurdischen und Romanes auftauchen. Das wäre gutes Material, um eine in der Schule nicht anerkannte Mehrsprachigkeit aus dem Alltag vieler Schüler*innen einmal im Deutschunterricht pädagogisch, grammatikalisch und auch kontextuell aufzugreifen.
Weitere Themen im neuen UniReport:
Aktuelles
- Musikalischer Jahresausklang mit RMU Awards: Rhein-Main-Universitäten feierten Ende November gemeinsam in Mainz.
- Nach 40 Jahren: Zwei Stadtteil-Historiker haben zu Barbara Klemms berühmten großformatigen Uni-Fotos in der U-Bahn-Station Bockenheimer Warte recherchiert.
- Innovectis feiert 25-Jähriges: Auf der Jubiläumsfeier wurden herausragende Forschungsprojekte mit dem Goethe-Innovationspreis ausgezeichnet.
Forschung
- Goethe, Deine Forscher: Severin Irl, Physischer Geograph.
- Der Tanz am absoluten Nullpunkt: Frankfurter Physiker*innen fotografieren erstmals die quantenmechanische Nullpunktbewegung in einzelnen Molekülen.
- Gefahren des digitalen Bezahlens: Die Soziologin Barbara Brandl untersucht finanzielle Teilhabe.
- Erstaunlicher Fund: Verschollen geglaubte Stuckfragmente in der Altorientalischen Sammlung entdeckt.
- Politikberatung neben der Forschung: Politikwissenschaftlerin und Postdoc Iris Reus hat ein Gutachten zu den Corona-Maßnahmen des Landes Sachsen-Anhalt verfasst
- Absterben vieler Korallenriffe nur noch unter größtem Aufwand vermeidbar: Fragen an den Klimaforscher Nico Wunderling zu den Klimakipppunkten und zur Weltklimakonferenz in Belém.
Studium, Lehre und Qualifikation
- #GoetheDataDive/Zahl des Monats Dezember: 69 Kilometer liegen im Schnitt zwischen dem Studienort Frankfurt und dem Ort, an dem die Erstsemester der Goethe-Universität ihre Hochschulzugangsberechtigung (HZB) erworben haben.
- DAAD-Preisverleihung 2025: Isabella Terán Niño aus Venezuela ausgezeichnet.
Campus
- „Bildung ist der Schlüssel zur Integration“: Zehn Jahre Academic Welcome Program an der Goethe-Universität.
- Ein Netzwerk der Vielfalt: Die AG Semitische Sprachen zeigt, wie durch interdisziplinäre Zusammenarbeit nicht nur Forschung, sondern auch Lehre und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses nachhaltig gestärkt werden können.
- „Vom Sport lernen? Antisemitismusprävention in Sportorganisationen – Anregungen für die Universität“: Fachtagung des Instituts für Sportwissenschaften.
- Living Landscapes in Madrid: Studierende erstellen im Workshop Kurzfilme zu (nicht-)urbanen Landschaften.
- Kunstgeschichte und Geschichte (fast) zum Anfassen: Studentische Ausstellung zeigt faszinierende Fragmente aus dem Mittelalter.
- Im Gespräch mit Didier Eribon: Der einflussreiche französische Intellektuelle diskutierte an der Goethe-Universität über das Thema Alter.
- „Der Kompromiss – Eine demokratische Lebensform“: Am Forschungskolleg Humanwissenschaften wurde das neue Buch des Forschungsverbundes „Democratic Vistas“ vorgestellt.
International
- Gallery Walk: Schulpraktika im Ausland.
Kultur
- Wenn Natur- und Landschaftswissen im Museum gefragt ist: Für die Ausstellung „SOLASTALGIE“ im Museum Giersch der Goethe-Universität haben der Landschaftsarchitekt Robert Anton und der Geologe Sascha Staubach ihre Kenntnisse eingebracht.
- Reichtum, Macht, Erfolg und Überleben: In der neuen Produktion setzt sich die Chaincourt Theatre Company mit David Mamets „Glengarry Glen Ross“ auseinander.
Bibliothek
- Würdigung seiner Alma Mater: Jürgen Habermas übergibt zweite Materialsammlung an die Goethe-Universität.
Der UniReport 6/2025 steht zum kostenlosen Download bereit unter https://www.unireport.info/aktuelle-ausgabe
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Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert Nachwuchsgruppe CoFoKids an der Goethe-Universität
„Von der ‚Generation Rücksitz' zu den Vorreitern der Mobilitätswende?“ – unter diesem vielsagenden Titel untersucht eine neue Nachwuchsgruppe an der Goethe-Universität, wie Kinder und Jugendliche im öffentlichen Raum unterwegs sind, welche Perspektiven sie zur Gestaltung des Straßenraums mitbringen und mit welchen Formaten sie an verkehrlichen Transformationsprozessen beteiligt werden können. Die jungen Menschen selbst sollen dabei maßgeblich in die Forschung einbezogen werden.
FRANKFURT. Das Projekt, das in diesen Tagen die Arbeit aufnimmt, hat die Mobilität junger Menschen zum Thema, insbesondere die von Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen sechs und 15 Jahren. Humangeographin Sina Steele von der Goethe-Universität hat die Nachwuchsgruppe mit dem Titel „Von der ‚Generation Rücksitz' zu den Vorreitern der Mobilitätswende? Mobilitätspraktiken, Raumgestaltung und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen als Co-Forscher:innen für eine sozial-ökologische Transformation der Region“ (CoFoKids) gemeinsam mit Heike Marquart vom Institut für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) beim Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) eingeworben. 3,2 Millionen Euro stehen für ihre sozial-ökologische Nachwuchsgruppe CoFoKids für die nächsten fünf Jahre zur Verfügung. Verwendet werden sollen diese Mittel, um im Team bestehend aus drei Promovierenden und zwei Post-Docs der Frage nachzugehen, inwiefern eine auf Kinder und Jugendliche ausgerichtete Mobilitätsforschung und -planung sowie Beteiligung an Transformationsprozessen die Mobilitätswende voranbringen und zu nachhaltigen und resilienten Stadt-Umland-Regionen für alle Bewohnenden beitragen kann. Eine Beteiligung der jungen Menschen als Co-Forscherinnen und -forscher ist im transdisziplinären Reallabor in Zusammenarbeit mit zwei Frankfurter Schulen und verschiedenen lokalen, aber auch überregionalen Praxisakteuren bewusst eingeplant. Schließlich weiß diese Gruppe selbst am besten, was notwendig ist, damit ihre Generation Teil einer sozial-ökologischen Transformation der jeweiligen Region werden kann.
Studium der Geographie, Masterstudium der Humangeographie mit einer Abschlussarbeit über die Mobilität zu Fuß in der Schweizer Straße in Frankfurt und die dortigen Raumkonflikte: Das Thema Mobilität beschäftigt Sina Steele schon seit längerem. Für ihre bereits vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Doktorarbeit erforschte sie autoreduzierte Quartiersentwicklungen und insbesondere die Frage, inwiefern die Planungsvisionen dieser Mobilitätskonzepte sich mit den Erwartungen und Praktiken der Bewohnerinnen und Bewohner übereinbringen ließen. Nun nimmt die inzwischen 34-Jährige die Jüngeren und ihre Bedürfnisse in den Blick. Sie ist überzeugt: „Was sich Kinder und Jugendliche für den öffentlichen Raum wünschen, kommt am Ende allen zugute.“
Bevor es aber ans Formulieren von Wünschen und Vorstellungen geht, soll erforscht werden, wie die komplexe Mobilität von Kindern und deren Familien organisiert ist – oder besser: wie Familien ihre mannigfaltigen Ortswechsel im Alltag bewältigen. Dies geschieht im ersten von drei Schwerpunkten des Projekts mit jeweils einer Doktorandenstelle. Unter dem Titel „Mobilitätspraktiken“ wird untersucht, wie sich der Alltag von Kindern und Jugendlichen verkehrsmäßig gestaltet und wie aktive und selbstständige Mobilität auf dem Schulweg sowie in der Freizeit gefördert werden kann. „Natürlich sind die Entscheidungen nicht frei, sondern abhängig vom verkehrlichen Angebot oder persönlichen Kontexten“, erklärt Sina Steele. Und vom Verhalten der beteiligten Erwachsenen.
Deshalb geht es im zweiten Schwerpunkt „Planungspraktiken“ darum, welche Vorstellungen eigentlich die Kinder und Jugendlichen selbst von der Gestaltung der Wege und Räume haben, in denen sie sich bewegen – und wie man diese Vorstellungen besser ins Planungsgeschehen einbeziehen könnte. Diesen Bereich betreut Projektpartnerin Heike Marquart, die als Verkehrsforscherin am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Berlin tätig ist. In Schwerpunkt drei schließlich mit dem Titel „Partizipationspraktiken“ werden Formate erarbeitet, wie Kinder und Jugendliche besser an Prozessen der Mobilitätswende beteiligt werden könnten.
„Wir wollen verstehen, welchen Einfluss verkehrliche Transformationsprozesse aber auch z.B. Lebensereignisse oder soziale Einflüsse auf die Mobilität von jungen Menschen haben und wie man deren Stimmen bei Prozessen der Mobilitätswende stärken kann“, sagt Sina Steele. Dabei müsse man nicht bei Null anfangen, denn in jüngster Zeit sei in dieser Hinsicht einiges auf den Weg gebracht worden, zum Beispiel eine Beteiligung junger Menschen bei der Erarbeitung der Fußverkehrsstrategie der Stadt Frankfurt oder die Ausweitung von Schulstraßen im Frankfurter Stadtgebiet. Mit solchen und ähnlichen Initiativen hofft Steele Synergieeffekte erzielen zu können. Veranstaltungen wie das Mini-Mobilitätsfestival der Stadt hätten gezeigt: Den Kindern geht es oft um Aufenthaltsqualität: weniger Müll und Verkehr oder sicherere Querungen. Alle Vorschläge ernst zu nehmen und abzuwägen, das wäre laut Sina Steele ein echter Paradigmenwechsel. Die in Frankfurt gewonnenen Ergebnisse schließlich in die Region Rhein-Main und nach Berlin zu transferieren, steht ebenfalls auf der Agenda.
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert dieses Projekt im Rahmen der Strategie „Forschung für Nachhaltigkeit“ (FONA) unter dem Förderkennzeichen 01UU2506A .
Weitere Informationen
Dr. Sina Steele
Institut für Humangeographie
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Telefon 069 798-35174
E-Mail steele@geo.uni-frankfurt.de
Höchste Werte von Schwefelhexafluorid (SF6) in Europa – deutscher Hotspot in der Region um Heilbronn
Ein internationales Team um Forschende der Goethe-Universität hat mit Messungen und komplexen Computermodellen eine Emissionsquelle für das klimaschädliche Gas Schwefelhexafluorid (SF6) in Süddeutschland lokalisiert. Diese regionale Quelle für SF6 ist bislang nicht in der deutschen Klimabilanz berücksichtigt.
FRANKFURT. Schwefelhexafluorid (SF6) ist ein chemisch sehr stabiles, farb- und geruchloses sowie ungiftiges Gas. Es wird weltweit vor allem als Isolier- und Schutzgas in elektrischen Schaltanlagen in der Mittel- und Hochspannungstechnik eingesetzt. Früher wurde es in Deutschland unter anderem als Füllgas für Sportschuhe und als Isoliergas in Schallschutzfenstern verwendet, bis diese Anwendung 2006 verboten wurde.
Denn gleichzeitig ist SF6 das stärkste bekannte Treibhausgas: Ein Kilogramm davon trägt ebenso stark zur Erderwärmung bei wie rund 24 Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2). Aufgrund dieser extremen Klimawirkung zählt SF6 zu den Substanzen, deren Emissionen die Staaten regelmäßig an die Vereinten Nationen melden müssen. Bisher ging man bei der Bilanzierung der Treibhausgasemissionen Deutschlands davon aus, dass heute der größte Teil aus der Entsorgung alter Schallschutzfenster stammt, bei der das Gas in die Atmosphäre entweicht.
Forschende der Goethe-Universität Frankfurt haben nun gemeinsam mit europäischen Partnern erstmals gezeigt, dass die tatsächlichen Emissionen einer Quelle in Südwestdeutschland deutlich höher sein dürften als bisher angenommen. Das Team um Prof. Andreas Engel vom Institut für Atmosphäre und Umwelt der Goethe-Universität betreibt seit einigen Jahren die Messstation am Taunus Observatorium, das seit 2023 Teil des internationalen Messnetzwerkes AGAGE (Advanced Global Atmospheric Gas Experiment) ist. „Von allen europäischen Messstationen des Netzwerkes registrieren wir am Taunus Observatorium die höchsten SF6-Konzentrationen“, berichtet Engel. „Das hat uns stutzig gemacht – besonders, weil die höchsten Werte bei südlicher Anströmung auftreten.“ Im Rahmen einer vom Umweltbundesamt angestoßenen und geförderten Studie mit dem Ziel, das Bild der Emissionen mit neuen Daten und Methoden zu verifizieren, wurde dies nun genauer untersucht.
Noch höhere Konzentrationen fanden die Forschenden daraufhin in Luftproben des ICOS - Netzwerkes (Integrated Carbon Observation System) aus Karlsruhe. Mithilfe atmosphärischer Transportmodelle und sogenannter inverser Modellierung konnten sie die Emissionen räumlich zuordnen (sogenannter top-down-Ansatz). Das Ergebnis: Die höchsten Emissionen stammen aus der Region Heilbronn im Südwesten Deutschlands mit rund 30 Tonnen pro Jahr. Das entspricht etwa einem Drittel der gesamten deutschen SF6-Emissionen. Allerdings weisen die Wissenschaftler darauf hin, dass diese Mengen mit Blick auf die globalen SF6-Emissionen von rund 8000 Tonnen vergleichsweise gering sind – zu denen alleine China mit rund 5000 Tonnen pro Jahr beiträgt.
„Eine solche regionale Verteilung der Emissionen passt nicht zu den bisherigen Annahmen, wonach die Emissionen hauptsächlich aus der Entsorgung alter Schallschutzfenster stammen sollten“, erklärt Katharina Meixner, Hauptautorin der Studie, die im Fachjournal ACS Environmental Science & Technology – Air erschienen ist. „Auffallend ist allerdings, dass sich in diesem Gebiet die einzige uns bekannte Produktions- und Recyclinganlage für SF6 in Europa befindet.“ Meixner weiter: „Nur wenn klar ist, woher die Emissionen in Deutschland kommen, können sie auch richtig bilanziert und gezielt nachgesteuert werden, um die Emissionen von Treibhausgasen zu reduzieren.“ Andreas Engel erläutert: „Es wurde bereits an anderer Stelle wissenschaftlich aufgezeigt, dass Emissionen bei der Herstellung, Nutzung und dem Recycling hochflüchtiger Stoffe oft schwieriger zu vermeiden und damit auch höher sind als bisher angenommen.“
Mit ihren Untersuchungen trägt die Frankfurter Arbeitsgruppe dazu bei, die bislang vor allem auf theoretischen Annahmen basierenden bottom-up-Erfassungen von Emissionen durch top-down- Emissionsabschätzungen basierend auf atmosphärischen Messungen zu validieren und zu ergänzen. Neben SF6 misst die Arbeitsgruppe auch viele andere halogenierte Treibhausgase und ozonzerstörende Substanzen.
Publikation: Katharina Meixner, Thomas Wagenhäuser, Tanja J. Schuck, Sascha Alber, Alistair J. Manning, Alison L. Redington, Kieran M. Stanley, Simon O'Doherty, Dickon Young Joseph Pitt, Angelina Wenger, Arnoud Frumau, Ann R. Stavert, Christopher Rennick, Martin K. Vollmer, Michela Maione, Jgor Arduini, Chris R. Lunder, Cedric Couret, Armin Jordan, Xochilt Gutiérrez Gutiérrez, Dagmar Kubistin, Jennifer Müller-Williams, Matthias Lindauer, Martin Vojta, Andreas Stohl, Andreas Engel: Characterisation of German SF6 emissions. ACS Environmental Science & Technology – Air (2025)https://doi.org/10.1021/acsestair.5c00234
Bilder zum Download:
https://www.uni-frankfurt.de/140750923
Bildtext: Messungen des Treibhausgases SF6 im Taunus-Observatorium der Goethe-Universität Frankfurt auf dem Kleinen Feldberg wiesen auf eine Emissionsquelle in Deutschland hin. Foto: Markus Bernards für Goethe-Universität
Weitere Informationen
Prof. Dr. Andreas Engel
Institut für Atmosphäre und Umwelt
Goethe Universität Frankfurt
Tel: +49 (0)69 798-40259
an.engel@iau.uni-frankfurt.de
https://www.goethe-university-frankfurt.de/171477419/Apl__Prof__Dr__Andreas_Engel
Bluesky: @goetheuni.bsky.social @icos-ri.eu
Linkedin: @Goethe-Universität Frankfurt @ICOS – Integrated Carbon Observation System
Cornelia Goethe Salon mit Preisverleihung und literarischem Rahmenprogramm / 9. Dezember im Gästehaus der Goethe-Universität
FRANKFURT. Am 9. Dezember 2025 findet anlässlich des 275. Geburtstags von Cornelia Goethe, der Schwester Johann Wolfgang Goethes, der Cornelia Goethe Salon im Gästehaus der Goethe-Universität statt. Dr. Ruth Fühner wird aus den Briefen von Cornelia Goethes lesen. An diesem Abend wird auch der Cornelia Goethe Preis für eine herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Frauen- und Geschlechterforschung verliehen. Der Preis wird vom Förderkreis des Cornelia Goethe Centrums für Geschlechterforschung vergeben.
Dieses Jahr wird der Cornelia Goethe Preis an Dr. Sophie Bauer für ihre Dissertation „'Das Natürlichste, was eine Frau haben kann' - Eine Soziologie der Menstruation“ vergeben. Sophie Bauer war von 2020 bis 2023 Promotionsstipendiatin bei der Hans-Böckler-Stiftung und ist Mitglied im GRADE Center Gender. Sie hat ihre Dissertation am Institut für Soziologie an der Goethe-Universität eingereicht. Im Juli 2025 ist die Dissertation beim Campus Verlag als Buch erschienen. Seit Oktober 2023 ist sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin an dem von Prof. Dr. Thomas Lemke geleiteten Arbeitsbereich „Biotechnologie, Natur und Gesellschaft“ des Instituts für Soziologie. Außerdem ist sie Mitglied bei PRiNA, einer interdisziplinären Nachwuchsforscher*innengruppe zu „Politiken der Reproduktion“. Die Laudatio wird Dr. Tamara Schwertel von der Universität zu Köln halten. Musikalisch wird der Abend von Martha Jordan (Mezzosopran) und Lisa Ochsendorf (Klavier) begleitet, die Lieder von Josefine Lang und Luise Greger vortragen. Das Programm endet mit einem Stehempfang.
Für die Teilnahme wird ein Unkostenbeitrag (Abendkasse) von 15 Euro erhoben. Studierende zahlen 10 Euro. Das Programm beginnt um 18:30 Uhr, der Einlass öffnet um 18:00 Uhr. Um Anmeldung unter CGCentrum@soz.uni-frankfurt.de wird gebeten.
Mehr Informationen zum Programm des Abends finden sich auf der Webseite des Cornelia Goethe Centrums: https://cgc.uni-frankfurt.de/centrum
Kontakt:
Dr. Johanna Leinius, Wissenschaftliche Geschäftsführung, Cornelia Goethe Centrum für Geschlechterforschung. Goethe-Universität Frankfurt. Tel. (069) 798-35103; Leinius@em.uni-frankfurt.de.
Homepage:http://www.cgc.uni-frankfurt.de/
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Goethe-Universität lädt zum Science Talk im Kunstverein Familie Montez
FRANKFURT. Wie funktioniert Seelsorge auf Social Media? Und welche Geschichten verstecken sich in Mikrofossilien? Zwei Forscherpersönlichkeiten, eine Moderatorin, Live-Musik: Beim Science Talk „Wissen angezapft“ der Goethe-Universität wird Forschung auf kurzweilige und verständliche Weise erzählt. Dabei geht es um die großen Rätsel der Wissenschaft ebenso wie um kleine Zufälle, um Durchbrüche und Flops – und um die Menschen und ihre Geschichte.
Der nächste Science Talk findet statt
am Dienstag, 9. Dezember, 19.30 Uhr
im Kunstverein Familie Montez, Honsellstraße 7, 60314 Frankfurt.
Moderatorin und Kabarettistin Britta Hoffmann unterhält sich mit dem Mikropaläontologen und Paläozeanographen Prof. Jens Herrle zum Thema „Spuren im Stein – was Ozeane uns über die Erdgeschichte erzählen“ und mit der evangelischen Theologin Prof. Christine Wenona Hoffmann über die Frage, wie „Sinnfluencer:innen“ die Seelsorge und Kirche umbauen. In den Gesprächspausen spielt der Pianist Lorenzo Huthmacher.
Zu den Personen:
Christine Wenona Hoffmann stammt aus einer Medizinerfamilie, hat sich aber für die Theologie als Fach entschieden. Seit 2023 ist sie Professorin für Praktische Theologie am Fachbereich evangelische Theologie der Goethe-Universität. In ihrer Forschung interessiert sie sich für Themen der Diakonie und Seelsorge. Ein Schwerpunkt dabei ist die digitale Seelsorge:
Jens Herrle ist Professor für Paläontologie am Fachbereich Geowissenschaften der Goethe-Universität und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Polarforschung. In polare Gegenden zieht es ihn immer wieder für seine Forschung. Auf seinen Expeditionen untersucht er, wie sich die Meere im Lauf der Jahrmillionen verändert haben.
Der Science Talk findet statt in Zusammenarbeit mit den Freunden und Förderern der Goethe-Universität.
Weitere Informationen
https://aktuelles.uni-frankfurt.de/event/science-talk-wissen-angezapft-dezember-2025/
Höchste Werte von Schwefelhexafluorid (SF6) in Europa – deutscher Hotspot in der Region um Heilbronn
Ein internationales Team um Forschende der Goethe-Universität hat mit Messungen und komplexen Computermodellen eine Emissionsquelle für das klimaschädliche Gas Schwefelhexafluorid (SF6) in Süddeutschland lokalisiert. Diese regionale Quelle für SF6 ist bislang nicht in der deutschen Klimabilanz berücksichtigt.
FRANKFURT. Schwefelhexafluorid (SF6) ist ein chemisch sehr stabiles, farb- und geruchloses sowie ungiftiges Gas. Es wird weltweit vor allem als Isolier- und Schutzgas in elektrischen Schaltanlagen in der Mittel- und Hochspannungstechnik eingesetzt. Früher wurde es in Deutschland unter anderem als Füllgas für Sportschuhe und als Isoliergas in Schallschutzfenstern verwendet, bis diese Anwendung 2006 verboten wurde.
Denn gleichzeitig ist SF6 das stärkste bekannte Treibhausgas: Ein Kilogramm davon trägt ebenso stark zur Erderwärmung bei wie rund 24 Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2). Aufgrund dieser extremen Klimawirkung zählt SF6 zu den Substanzen, deren Emissionen die Staaten regelmäßig an die Vereinten Nationen melden müssen. Bisher ging man bei der Bilanzierung der Treibhausgasemissionen Deutschlands davon aus, dass heute der größte Teil aus der Entsorgung alter Schallschutzfenster stammt, bei der das Gas in die Atmosphäre entweicht.
Forschende der Goethe-Universität Frankfurt haben nun gemeinsam mit europäischen Partnern erstmals gezeigt, dass die tatsächlichen Emissionen einer Quelle in Südwestdeutschland deutlich höher sein dürften als bisher angenommen. Das Team um Prof. Andreas Engel vom Institut für Atmosphäre und Umwelt der Goethe-Universität betreibt seit einigen Jahren die Messstation am Taunus Observatorium, das seit 2023 Teil des internationalen Messnetzwerkes AGAGE (Advanced Global Atmospheric Gas Experiment) ist. „Von allen europäischen Messstationen des Netzwerkes registrieren wir am Taunus Observatorium die höchsten SF6-Konzentrationen“, berichtet Engel. „Das hat uns stutzig gemacht – besonders, weil die höchsten Werte bei südlicher Anströmung auftreten.“ Im Rahmen einer vom Umweltbundesamt angestoßenen und geförderten Studie mit dem Ziel, das Bild der Emissionen mit neuen Daten und Methoden zu verifizieren, wurde dies nun genauer untersucht.
Noch höhere Konzentrationen fanden die Forschenden daraufhin in Luftproben des ICOS - Netzwerkes (Integrated Carbon Observation System) aus Karlsruhe. Mithilfe atmosphärischer Transportmodelle und sogenannter inverser Modellierung konnten sie die Emissionen räumlich zuordnen (sogenannter top-down-Ansatz). Das Ergebnis: Die höchsten Emissionen stammen aus der Region Heilbronn im Südwesten Deutschlands mit rund 30 Tonnen pro Jahr. Das entspricht etwa einem Drittel der gesamten deutschen SF6-Emissionen. Allerdings weisen die Wissenschaftler darauf hin, dass diese Mengen mit Blick auf die globalen SF6-Emissionen von rund 8000 Tonnen vergleichsweise gering sind – zu denen alleine China mit rund 5000 Tonnen pro Jahr beiträgt.
„Eine solche regionale Verteilung der Emissionen passt nicht zu den bisherigen Annahmen, wonach die Emissionen hauptsächlich aus der Entsorgung alter Schallschutzfenster stammen sollten“, erklärt Katharina Meixner, Hauptautorin der Studie, die im Fachjournal ACS Environmental Science & Technology – Air erschienen ist. „Auffallend ist allerdings, dass sich in diesem Gebiet die einzige uns bekannte Produktions- und Recyclinganlage für SF6 in Europa befindet.“ Meixner weiter: „Nur wenn klar ist, woher die Emissionen in Deutschland kommen, können sie auch richtig bilanziert und gezielt nachgesteuert werden, um die Emissionen von Treibhausgasen zu reduzieren.“ Andreas Engel erläutert: „Es wurde bereits an anderer Stelle wissenschaftlich aufgezeigt, dass Emissionen bei der Herstellung, Nutzung und dem Recycling hochflüchtiger Stoffe oft schwieriger zu vermeiden und damit auch höher sind als bisher angenommen.“
Mit ihren Untersuchungen trägt die Frankfurter Arbeitsgruppe dazu bei, die bislang vor allem auf theoretischen Annahmen basierenden bottom-up-Erfassungen von Emissionen durch top-down- Emissionsabschätzungen basierend auf atmosphärischen Messungen zu validieren und zu ergänzen. Neben SF6 misst die Arbeitsgruppe auch viele andere halogenierte Treibhausgase und ozonzerstörende Substanzen.
Publikation: Katharina Meixner, Thomas Wagenhäuser, Tanja J. Schuck, Sascha Alber, Alistair J. Manning, Alison L. Redington, Kieran M. Stanley, Simon O'Doherty, Dickon Young Joseph Pitt, Angelina Wenger, Arnoud Frumau, Ann R. Stavert, Christopher Rennick, Martin K. Vollmer, Michela Maione, Jgor Arduini, Chris R. Lunder, Cedric Couret, Armin Jordan, Xochilt Gutiérrez Gutiérrez, Dagmar Kubistin, Jennifer Müller-Williams, Matthias Lindauer, Martin Vojta, Andreas Stohl, Andreas Engel: Characterisation of German SF6 emissions. ACS Environmental Science & Technology – Air (2025) https://doi.org/10.1021/acsestair.5c00234
Bilder zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/140750923
Bildtext: Messungen des Treibhausgases SF6 im Taunus-Observatorium der Goethe-Universität Frankfurt auf dem Kleinen Feldberg wiesen auf eine Emissionsquelle in Deutschland hin. Foto: Markus Bernards für Goethe-Universität
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Prof. Dr. Andreas Engel
Institut für Atmosphäre und Umwelt
Goethe Universität Frankfurt
Tel: +49 (0)69 798-40259
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Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de
Cornelia Goethe Salon mit Preisverleihung und literarischem Rahmenprogramm / 9. Dezember im Gästehaus der Goethe-Universität
FRANKFURT. Am 9. Dezember 2025 findet anlässlich des 275. Geburtstags von Cornelia Goethe, der Schwester Johann Wolfgang Goethes, der Cornelia Goethe Salon im Gästehaus der Goethe-Universität statt. Dr. Ruth Fühner wird aus den Briefen von Cornelia Goethes lesen. An diesem Abend wird auch der Cornelia Goethe Preis für eine herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Frauen- und Geschlechterforschung verliehen. Der Preis wird vom Förderkreis des Cornelia Goethe Centrums für Geschlechterforschung vergeben.
Dieses Jahr wird der Cornelia Goethe Preis an Dr. Sophie Bauer für ihre Dissertation „'Das Natürlichste, was eine Frau haben kann' - Eine Soziologie der Menstruation“ vergeben. Sophie Bauer war von 2020 bis 2023 Promotionsstipendiatin bei der Hans-Böckler-Stiftung und ist Mitglied im GRADE Center Gender. Sie hat ihre Dissertation am Institut für Soziologie an der Goethe-Universität eingereicht. Im Juli 2025 ist die Dissertation beim Campus Verlag als Buch erschienen. Seit Oktober 2023 ist sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin an dem von Prof. Dr. Thomas Lemke geleiteten Arbeitsbereich „Biotechnologie, Natur und Gesellschaft“ des Instituts für Soziologie. Außerdem ist sie Mitglied bei PRiNA, einer interdisziplinären Nachwuchsforscher*innengruppe zu „Politiken der Reproduktion“. Die Laudatio wird Dr. Tamara Schwertel von der Universität zu Köln halten. Musikalisch wird der Abend von Martha Jordan (Mezzosopran) und Lisa Ochsendorf (Klavier) begleitet, die Lieder von Josefine Lang und Luise Greger vortragen. Das Programm endet mit einem Stehempfang.
Für die Teilnahme wird ein Unkostenbeitrag (Abendkasse) von 15 Euro erhoben. Studierende zahlen 10 Euro. Das Programm beginnt um 18:30 Uhr, der Einlass öffnet um 18:00 Uhr. Um Anmeldung unter CGCentrum@soz.uni-frankfurt.de wird gebeten.
Mehr Informationen zum Programm des Abends finden sich auf der Webseite des Cornelia Goethe Centrums: https://cgc.uni-frankfurt.de/centrum
Kontakt: Dr. Johanna Leinius, Wissenschaftliche Geschäftsführung, Cornelia Goethe Centrum für Geschlechterforschung. Goethe-Universität Frankfurt. Tel. (069) 798-35103; Leinius@em.uni-frankfurt.de. Homepage: http://www.cgc.uni-frankfurt.de/
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Langzeitvorhaben der Akademie der Wissenschaften: Kritische Edition und digitale Gesamterschließung der arabischen Handschriften des Alten Testaments und ihrer Paratexte.
FRANKFURT. Das Forschungsvorhaben ›Biblia Arabica: Kritische Edition und digitale Gesamterschließung der arabischen Handschriften des Alten Testaments und ihrer Paratexte‹ wird in das von Bund und Ländern geförderte Akademienprogramm 2026 aufgenommen. Das bewilligte die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) am 28. November 2025. Beim interakademischen Projekt der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz und der Bayerischen Akademie der Wissenschaften liegt die Projektleitung bei Prof. Dr. Ronny Vollandt (LMU München) und Prof. Dr. Nathan Gibson (Goethe-Universität Frankfurt a.M.). Kooperationspartner sind die LMU München und die Goethe-Universität Frankfurt a.M. Die Laufzeit reicht von 2026-2046, also über 21 Jahre.
Das Projekt Biblia Arabica widmet sich erstmals umfassend der Erforschung der arabischen Übersetzungen der Hebräischen Bibel/des Alten Testaments – einem zentralen Zeugnis des geteilten kulturellen Erbes von jüdischen, christlichen und muslimischen Gemeinschaften des Nahen Ostens. Diese Übersetzungen dokumentieren eine jahrhundertelange religiöse und sprachliche Verflechtung, sind jedoch in unserer Zeit vom Vergessen bedroht. Mithilfe modernster Methoden der Digital Humanities werden rund 8.200 Handschriften identifiziert, beschrieben und in Auswahl anhand von Editionen und englischen Übersetzungen digital zugänglich gemacht. Dabei werden auch historische Kontexte, Übersetzer und Nutzungstraditionen erforscht. Ziel ist es, dieses einzigartige Erbe zu sichern, sichtbar zu machen und weltweit zugänglich zu halten – als historische Spiegelfläche pluraler Kultur und Beitrag zum interreligiösen Dialog.
Prof. Nathan Gibson erläutert die Bedeutung arabischer Übersetzungen der Bibel: „Sie geben aufgrund ihres Zwecks und ihrer Zielgruppe einen Einblick in die Interessen der Gemeinschaften, die sie angefertigt haben, sozusagen in ihre Prioritäten auf spiritueller, intellektueller und sogar materieller Ebene. Wann wurde sehr wörtlich übersetzt, um den Lesern zu helfen, den Originaltext Wort für Wort zu studieren? Wann wurde ein stilvolles, idiomatisches Arabisch angestrebt? Wann wurde eine Terminologie übernommen, die auch im Koran zu finden war, oder hat man sich davor gescheut? Unser Projekt zielt darauf ab, nicht nur diese Übersetzungstechniken zu beleuchten, sondern auch die Art und Weise, wie die physischen Manuskripte, die die Texte enthalten, hergestellt und verwendet wurden.“
Weitere Informationen
Religionswissenschaft an der Goethe-Universität: https://www.uni-frankfurt.de/42495474/Profil
LOEWE-Zentrum Dynamiken des Religiösen: https://dynamiken-des-religioesen.uni-frankfurt.de/
Judaistik an der LMU München: https://www.naher-osten.uni-muenchen.de/institut/judaistik/index.html
Munich Research Centre for Jewish Arabic Cultures: https://www.lmu.de/jewisharabiccultures
Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz: www.adwmainz.de
Bayerische Akademie der Wissenschaften: https://badw.de/die-akademie.html
Kontakt:
Prof. Dr. Nathan Gibson, Professor für Religionswissenschaft mit dem Schwerpunkt auf den Beziehungen zwischen Judentum und Islam in Geschichte und Gegenwart, Goethe-Universität Frankfurt, E-Mail: ngibson@em.uni-frankfurt.de
Redaktion:
Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Studiengalerie 1.357 an der Goethe-Universität zeigt Videoarbeit „Tropenkoller“ (2017) von Marcel Odenbach.
FRANKFURT. Der Begriff Tropenkoller etablierte sich Ende des 19. Jahrhunderts, um deutsche Kolonialverbrechen zu rechtfertigen. Er aktiviert den rassistischen Mythos einer klimatischen Beeinflussung von Geist und Gesundheit in den Tropen Zentral- und Westafrikas. Die physische und sexuelle Gewalt der deutschen Besatzer wurde gezielt als ein durch den Tropenkoller ausgelöster “Kontrollverlust“ relativiert. Marcel Odenbach wählt den Begriff als Titel seiner zwei-Kanal-Videoinstallationen Tropenkoller (2017), die ab dem 3. Dezember in der Studiengalerie 1.357 an der Goethe-Universität zu sehen ist.
Am Beispiel von Togo konfrontiert der Künstler darin koloniales Archivmaterial aus dem Jahre 1913 mit gegenwärtigen Aufnahmen der Hauptstadt Togos, Lomé. Es geht Odenbach um die kritische Auseinandersetzung mit der Kontinuität deutscher Kolonialverbrechen und ihre Verleugnung durch den white gaze (weißer Blick) – die ursprüngliche Funktion des Tropenkollers. Die Collage von Vergangenheit und Gegenwart entsteht in Kollaboration mit dem togolesischen Organisation WoeLab, dass im Kollektiv urbane Projekte in Lomé verwirklicht.
Ausstellungseröffnung Studiengalerie 1.357:
Marcel Odenbach, Tropenkoller – Topical Frenzy, 2017,
Courtesy Galerie Gisela Capitain
3.12.2025, 20.00 Uhr,
IG-Farben-Haus, Raum 1.357
Marcel Odenbach (* 7. Juli 1953 in Köln) ist ein deutscher Videokünstler, Collagist und gelernter Architekt. Seine Arbeit umfasst eine intensive Auseinandersetzung mit der Verdrängung und den Bildpolitiken der deutschen Kolonialgeschichte und NS-Zeit. Odenbach lebt aktuell in der Stadt Biriwa, Ghana, die zeitweise immer wieder zu seiner Wahlheimat wird. Seine Arbeiten befinden sich in zahlreichen Sammlungen wie dem MoMA, New York, dem Centre Pompidou, Paris, dem Hamburger Bahnhof, Berlin, und dem MMK, Frankfurt. Zu Odenbachs jüngsten Ausstellungen zählt die Retrospektive „So oder so“ (2023) im K21, sowie zahlreiche internationale Ausstellungen wie in der National Gallery of Modern Art (Mumbai 2019) und dem MAIIAM- Contemporary Art Museum, Chiang Mai (2022). Im Jahre 2021 wurde der Künstler mit dem Wolfgang Hahn Preis ausgezeichnet.
STUDIENGALERIE 1.357
Öffnungszeiten im Semester: Montag bis Donnerstag 12–17 Uhr, freier Eintritt.
Goethe-Universität, Campus Westend, IG-Farben-Haus, Norbert-Wollheim-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main.
Die seit 2010 existierende STUDIENGALERIE 1.357 ist ein Lehr- und Lernprojekt an der Goethe-Universität Frankfurt am Main am Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften. Die Studiengalerie versteht sich als Lehr- und Lernort, in dem durch Kunst aktuelle gesellschaftspolitisch relevante Themen in die Universität hineingetragen werden. Studierende lernen komplexe Thematiken international anerkannter Künstler*innen aufzubereiten. Die Studiengalerie 1.357 ist öffentlich zugänglich und richtet sich sowohl an ein universitäres Publikum als auch an die Frankfurter Öffentlichkeit. studiengalerie.uni-frankfurt.de
Kontakt: Emma Tomberger, Studiengalerie 1.357, e.tomberger@web.de
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
300 Teilnehmende gehen auf der länderübergreifenden Konferenz neue Wege in die digitale Zukunft.
FRANKFURT. Rund 300 Teilnehmende aus Hessen und weiteren Bundesländern kamen am 26. November auf der länderübergreifenden Konferenz #EduNext25 zusammen, die zum ersten Mal auf dem Campus Westend der Goethe-Universität stattfand. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, dass Hochschulen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz als zentrale Treiber einer umfassenden Transformation von Studium und Lehre begreifen. Ausgerichtet von studiumdigitale, der zentralen Innovationseinheit für technologiegestütztes Lehren und Lernen an der Goethe-Universität, in Kooperation mit dem Verbundprojekt HessenHub und dem QuiS-Programm stand der Tag ganz im Zeichen von Austausch, Vernetzung und zukunftsweisenden Impulsen.
Wissenschaftsminister Gremmels unterstreicht Bedeutung gemeinsamer Strategien
In ihrem Grußwort betonte die Vizepräsidentin für Studium und Lehre Prof. Dr. Viera Pirker den fortschreitenden Wandel in der Hochschulbildung: „Digitalisierung und KI prägen Lehren und Lernen heute grundlegend. Unsere Aufgabe ist es, Studierende mit Wissen, Urteilsfähigkeit und einem verantwortungsbewussten Umgang mit KI auf die Zukunft vorzubereiten.“ Pirker hob hervor, wie die Goethe-Universität diese Entwicklungen strukturell begleitet – etwa mit der statusgruppenübergreifenden AG Generative KI, dem AI-ToolLab sowie umfassenden Qualifizierungsangeboten für Lehrende und Studierende. studiumdigitale nehme dabei eine zentrale Rolle als Brückenbauer zwischen Technologie und Didaktik ein.
Wissenschaftsminister Timon Gremmels knüpfte an diese Perspektiven an und unterstrich die Bedeutung gemeinsamer strategischer Entwicklungen: „Digitalisierung und KI eröffnen enorme Potenziale für Innovation und Lernqualität. Entscheidend für ihre nachhaltige Wirkung sind stabile Rahmenbedingungen, langfristige Investitionen und die enge Zusammenarbeit aller Akteurinnen und Akteure. Daher unterstützen wir durch unser Förderprogramm ‚Qualität in Studium und Lehre in Hessen' die Studierenden dabei, KI-Systeme zu verstehen, kritisch zu bewerten und kompetent zu nutzen.“ Im Anschluss an die Grußworte leitete Prof. Dr. Hendrik Drachsler, Direktor von studiumdigitale, zum ersten Programmpunkt, der EduConnect, über.
Konkrete Zukunftsszenarien: KI-Agenten, immersive Lernwelten und Gamification
Beim Rundgang durch die Ausstellungsmesse EduConnect erhielt Minister Gremmels Einblicke in Innovationsprojekte aus den Förderprogrammen HessenHub und QuiS. Am Stand der Goethe-Universität präsentierte Dr. David Weiß, Leiter der universitätsweiten AG Generative KI von studiumdigitale, spezialisierte KI-Agenten, die Studierende im Lernprozess unterstützen oder bei der Umsetzung von Barrierefreiheit zum Einsatz kommen. Darauf folgte eine Demo des Verbundprojekts „fuels“, bei der Projektkoordinatorin Dr. Ulrike Mascher (studiumdigitale) immersive Szenarien zu Demokratiebildung und politischer Partizipation zeigte: Der Minister besuchte mithilfe von Virtual Reality (VR) den Plenarsaal des EU-Parlaments. Im Rahmen VR-gestützter Planspiele schlüpfen Studierende in die Rolle von EU-Abgeordneten und verbessern so ihre Argumentations- und Debattierfähigkeiten. Zum Abschluss des Rundgangs demonstrierte Julia Geißler (Hochschule RheinMain) Gamification-Ansätze, die im Rahmen des HessenHub-Verbunds entstanden sind und die Lernmotivation auf spielerische Weise fördern.
Kontroverse Thesen und bundesländerübergreifende Perspektiven
Im Panel „Strategische Allianzen für die Lehre der Zukunft: Wie gehen die Länder mit KI um?“ diskutierten Paulina Rinne (HessenHub, Philipps-Universität Marburg), Prof. Dr. Konrad Faber (Virtueller Campus Rheinland-Pfalz) und Dr. Peter Salden (Zentrum für Wissenschaftsdidaktik, Ruhr-Universität Bochum) zentrale Thesen aus Hochschul- und Landesperspektive. Im Stile einer Oxford-Debatte wurden unterschiedliche Positionen deutlich – etwa zur Frage, wie stark KI-Systeme reguliert werden sollten oder welche Rolle strategische Allianzen für eine erfolgreiche KI-Integration einnehmen können. Interaktive Publikumsabstimmungen zeigten, wie vielschichtig, dynamisch und hoch relevant die Diskussion um KI in der Hochschullehre ist.
Ein didaktischer Kompass für KI-Entscheidungen
Mit ihrer Keynote gab Prof. Dr. Gabi Reinmann (Universität Hamburg) den Teilnehmenden einen didaktischen Orientierungsrahmen an die Hand. Sie zeigte, wie sich das Verhältnis von KI und Didaktik bestimmen lässt, welche Einsatzformen pädagogisch sinnvoll sind und wie sich die überwältigende Zahl an KI-Anwendungen mithilfe einiger idealtypischer Nutzungsmodi systematisieren und besser überblicken lässt. Dabei wurde immer wieder klar: KI sollte nicht technikgetrieben, sondern didaktisch reflektiert in die Lehre integriert werden.
Best-Practices aus ganz Deutschland
Das Konferenzprogramm wurde durch zahlreiche Workshops, Vorträge und Stände im Rahmen der Explore the Future-Sessions ergänzt. Die Themen reichten von KI-Kompetenzmodellen und Reifegradinstrumenten über 3D-Scanning und VR/AR-Anwendungen bis hin zu Barrierefreiheit und digitalen Prüfungen. Die praxisnahen Beiträge verdeutlichten einmal mehr, wie vielfältig und kreativ Hochschulen deutschlandweit an innovativen Lehr- und Lernangeboten arbeiten.
Austausch, Ausklang und Ausblick
Zum Abschluss der #EduNext25 dankte das Leitungsteam von studiumdigitale – Prof. Dr. Alexander Tillmann, Dr. Sarah Voß-Nakkour und Dr. David Weiß – allen Beteiligten für ihr Engagement. Beim gemeinsamen Get-together setzte sich der offene Austausch des Konferenztages fort – verbunden mit einem informellen Anstoßen auf 20 Jahre studiumdigitale, das seit 2005 zentraler Motor digitaler Hochschulentwicklung an der Goethe-Universität ist.
Kontakt:
Franziska Pleßke, studiumdigitale, Tel. +49 (0) 173 320 95 73, plesske@sd.uni-frankfurt.de;
Dr. Ulrike Mascher, studiumdigitale, Tel. +49 (0) 174 269 23 84, mascher@sd.uni-frankfurt.de;
Allgemeine Anfragen: edunext25@studiumdigitale.uni-frankfurt.de
Bilder zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/180939541
Bildtexte:
Bild 1: Eröffnung der #EduNext (von links nach rechts): VP Prof. Dr. Stephanie Hanrath (THM), Prof. Dr. Hendrik Drachsler (Direktor studiumdigitale), Minister Timon Gremmels, VP. Prof. Dr. Viera Pirker (Goethe-Universität), VP Prof. Dr. Yvonne Zimmermann (Philipps-Universität Marburg)
Bild 2: Am Stand der Goethe-Universität präsentiert Dr. David Weiß (studiumdigitale) spezialisierte KI-Agenten zur Lernunterstützung.
Bild 3: Minister Gremmels besucht mithilfe von Virtual Reality (VR) den Plenarsaal des EU-Parlaments, der im Rahmen des QuiS-Verbundprojekts fuels zum Einsatz kommt.
Bild 4: Auf der EduConnect präsentieren sich die hessischen Hochschulen, hier z.B. Gamification-Ansätze, die im Rahmen des HessenHub-Verbunds entstanden sind.
Fotos: Uwe Dettmar
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Um die bewährte Zusammenarbeit auch weiterhin auf ein solides Fundament zu stellen, schließen beide Institutionen einen Vertrag, der allen an Weiterbildung Interessierten und insbesondere Senior*innen den aktiven Zugang zu Bildungs- und Forschungsangeboten ermöglichen soll.
FRANKFURT. Die Goethe-Universität arbeitet bereits seit über vier Jahrzehnten eng mit der Universität des 3. Lebensalters zusammen. Als eine der größten Einrichtungen für wissenschaftliche Weiterbildung, vornehmlich von Menschen im Ruhestand, leistet die U3L einen wesentlichen Beitrag dazu, die Goethe-Universität als Zentrum des lebenslangen Lernens zu positionieren, als Bildungsraum für alle Generationen zu gestalten und das Selbstverständnis als Bürgeruniversität zu stärken – als Ort des Dialogs zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Gesellschaft.
Nun wird die Zusammenarbeit von Goethe-Universität und U3L auf eine vertraglich klar geregelte Basis gestellte. Universitätspräsident Prof. Enrico Schleiff und der Vorsitzende der U3L Prof. Markus Wriedt unterzeichneten heute den Kooperationsvertrag. Ebenfalls zugegen waren die Vizepräsidentin für Chancen, Karriereentwicklung, Karriereförderung, Diversität und Gleichstellung, Prof. Sabine Andresen, U3L-Vorstandsmitglied Prof. Frank Oswald sowie die Geschäftsführerin der U3L, Dr. Mayte Zimmermann.
Ziel der Kooperation ist es, allen an Weiterbildung Interessierten und insbesondere Senior*innen den Zugang zu wissenschaftlicher Bildung zu eröffnen, diesen zu sichern und ihre aktive Mitwirkung an Forschungs- und Lehraktivitäten zu gewährleisten. Im Mittelpunkt steht das gemeinschaftliche Engagement der Kooperationspartner für lebenslanges Lernen, realisiert durch eine breite Palette fachübergreifender Bildungsangebote und Programme sowie durch die gezielte Verknüpfung unterschiedlicher Disziplinen. Auf dieser Grundlage schaffen die Partner zusammen ein Lernumfeld, das kontinuierliche Weiterbildung und lebenslanges Lernen unter Berücksichtigung von Diversität ermöglicht. Der Vertrag regelt unter anderem den finanziellen Rahmen für die Überlassung von Räumlichkeiten und digitalen Ressourcen.
Prof. Enrico Schleiff: Wir als Goethe-Universität sind stolz auf die Leistungen der Universität des 3. Lebensalters in den letzten vier Jahrzehnten, in denen sie vielen Menschen aller Generationen mehr als nur Einblicke in die wundervolle Welt des Wissens ermöglichte. Ich freue mich, dass wir als Goethe-Universität die langjährige gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der U3L nun klar und verbindlich vertraglich geregelt haben. Gemeinsam schaffen wir einen Bildungsraum für alle an lebenslangem Lernen Interessierten und leisten damit einen wichtigen Beitrag für eine Gesellschaft, die Zugang zu Wissen als etwas Selbstverständliches erfahren und erleben darf.
Prof. Sabine Andresen: „Mit dem heute unterzeichneten Kooperationsvertrag erneuern und bekräftigen wir unsere gemeinsame Antwort auf die Frage, welchen Wert die Wissenschaft für die Weiterbildung älterer Menschen hat und umgekehrt. Als Goethe-Universität verstehen wir uns als Raum der Interaktion mit und Innovation durch die Gesellschaft – als Ort des lebenslangen Lernens – als Bildungsraum für alle Generationen.
Die U3L eröffnet diese Räume an unserer Uni mithilfe eines Bildungsverständnis, das weder nach Alter, Abschlüssen oder Credit Points fragt, sondern auf Bildung als Form gesellschaftlicher Teilhabe setzt. Wir schätzen Ihr Engagement an unserer Seite sehr hoch und freuen uns, dies nun auch mit diesem Kooperationsvertrag zum Ausdruck zu bringen!“
Prof. Dr. Markus Wriedt: „Wir sind sehr dankbar, nunmehr eine verlässliche und in die gemeinsame Zukunft weisende Vereinbarung mit der Goethe-Universität haben. Die Universität des 3. Lebensalters e.V. ist eine, wenn nicht die größte Einrichtung in Europa, die sich der akademischen Bildung in der nachberuflichen Lebensphase im Sinne des „Lebenslangen Lernens“ zur Aufgabe gemacht hat - pro Jahr studieren hier mehr als 5500 Studierende in etwa 250 Lehrveranstaltungen und erwerben kompetentes Wissen von ca. 90 Lehrenden unterschiedlicher Fachrichtungen.“
Dr. Mayte Zimmermann: „Für uns bedeutet der Vertragsabschluss nicht nur eine Anerkennung der heute und in den letzten 40 Jahren geleisteten Arbeit, sondern auch ein starkes Zeichen der Partnerschaft zwischen der Goethe-Universität und der U3L für die Zukunft. Wir erhoffen uns eine sichtbare und dauerhafte Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität zum beiderseitigen Nutzen. Dazu gehört die wissenschaftliche Ausrichtung unserer Lehre, gemeinsame Veranstaltungen von Regelstudierenden und U3L-Studierenden und das Angebot zukunftsweisender Unterrichtsformate, auch in Zeiten von knappen Ressourcen und Räumen.“
Bild zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/180939276
Bildtext: Bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages (v. l. n. r.): Dr. Mayte Zimmermann, Prof. Dr. Markus Wriedt, Prof. Dr. Enrico Schleiff u. Prof. Dr. Sabine Andresen. Foto: Jürgen Lecher
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Panels zum Generationenwechsel im Fach und zu Strategien der Zukunft
FRANKFURT. „Perspektiven für die Zukunft“ – unter diesem Motto findet die Jahrestagung des Verbunds Archäologie Rhein-Main
am Freitag, 5. Dezember, von 9 bis 19:30 Uhr
im Casino-Gebäude auf dem Campus Westend der Goethe-Universität
statt. In verschiedenen Veranstaltungsformaten – Podiumsdiskussion, Poster-Session, Strategiepanel – werden aktuelle Fragen der Archäologie im Rhein-Main-Gebiet erörtert. Am Abend wird der Eduard-Anthes-Preis für zwei herausragende Dissertationen zur Vor- und Frühgeschichte des deutschen Mittelgebirgsraumes verliehen.
Vor zehn Jahren, also im Jahr 2015, ist der Verbund Archäologie Rhein-Main (VARM) gegründet worden. Er hat die Aufgabe, die vielfältigen archäologischen Aktivitäten im Rhein-Main-Gebiet zusammenzuführen, und bietet Altertumswissenschaftlern und Altertumswissenschaftlerinnen eine Plattform für fachlichen Austausch und gemeinsame Forschung. Außer den drei Rhein-Main-Universitäten (Goethe-Universität Frankfurt, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und TU Darmstadt) gehören ihm an: die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, das Landesamt für Denkmalpflege Hessen, das Leibniz-Zentrum für Archäologie Mainz und die Römisch-Germanische Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts Frankfurt. Im Rahmen der Jahrestagung wird mit dem Beitritt der Stadtarchäologie Frankfurt ein weiteres Mitglied in den Verbund aufgenommen. Für die RMU-Universitäten ergibt sich in der Kooperation mit dem archäologischen Verbund ein reichhaltiges Lehr- und Fortbildungsangebot, welches auch außeruniversitäre Partner umfasst.
Die diesjährige Tagung des VARM fokussiert auf die Zukunft des Faches. „Perspektivwechsel: Archäologie der nächsten Generation“ lautet der Titel der Diskussionsveranstaltung am Vormittag, an der Expertise aus Forschungsinstitutionen, dem Denkmalschutz, aus Museen, Landesbehörden, Universitäten und Studierendenschaft beteiligt sind. Im Strategiepanel am Nachmittag geht es unter dem Titel „Archäologie sichtbar machen: Strategien der Zukunft“ um die Relevanz von Archäologie in der Gesellschaft.
Zudem wird im Rahmen der Tagung gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, der hessenArchäologie und dem Verein von Altertumsfreunden im Regierungsbezirk Darmstadt e.V. der Eduard-Anthes-Preis verliehen. Mit dem mit 7.500 Euro dotierten, ältesten deutschen Archäologiepreis werden herausragende wissenschaftliche Arbeiten ausgezeichnet, die archäologische Themen aus dem deutschen Mittelgebirgsraum zwischen Neckarmündung und Norddeutscher Tiefebene behandeln. Den Preis erhalten in diesem Jahr Dr.-Ing. Birgit Nennstiel für ihre Arbeit über hölzerne Großbauten der frühen Kaiserzeit und Dr. Roman Zabolotnîi für seine Arbeit über die Wüstung von Wetzlar-Dalheim.
Die Veranstaltung ist öffentlich, die Teilnahme kostenlos; um eine Anmeldung wird gebeten und https://www.eventbrite.de/e/varm-2025-tickets-1537347510789.
Das Programm finden Sie unter https://varm.hypotheses.org/files/2025/11/VARM-Programm-2025-8seiter.pdf
Information:
Prof. Dr. Dirk Wicke
Vorderasiatische Archäologie
Institut für Archäologische Wissenschaften
Goethe-Universität Frankfurt
Telefon +49 (0)69 798-32317
E-Mail: wicke@em.uni-frankfurt.de
Auf Instagram: www.instagram.com/goethesarchaeology/
Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de
DFG bewilligt neuen SFB zur Bildungsgerechtigkeit / Förderung dreier naturwissenschaftlicher SFB-Transregios an der Goethe-Universität wird fortgesetzt
Die Goethe-Universität hat einen neuen Sonderforschungsbereich – und zwar einen ganz besonderen: Unter dem Namen [in:just] geht erstmals ein erziehungswissenschaftlicher SFB (SFB 1750) an den Start. Erforscht werden soll, wie es um Gerechtigkeit und Teilhabe im deutschen Bildungs- und Erziehungssystem steht. Außerdem bewilligt wurde die Fortsetzung dreier Transregio-SFB (TRR), an denen Forschende der Goethe-Universität maßgeblich beteiligt sind. Dabei geht es um die mathematische Beschreibung komplizierter geometrischer Räume (TRR 326), um Materie unter Extrembedingungen (TRR 211) und um die Erforschung der Tropopausenregion der Atmosphäre in sieben bis 17 Kilometern Höhe (TRR 301).
FRANKFURT. Universitätspräsident Prof. Enrico Schleiff gratuliert den beteiligten Forscherinnen und Forschern zum erfolgreichen Antrag: „Ein neuer Sonderforschungsbereich ist eine sehr erfreuliche Nachricht für die Goethe-Universität - und in diesem Fall für die Bildungsgerechtigkeit in unserem Land! Mir ist bewusst, wieviel Energie, Kreativität und Ausdauer für ein solches Großprojekt schon im Voraus erforderlich sind. Aber es hat sich gelohnt! Und es muss dringend erforscht werden, warum die Bildungschancen in Deutschland offenbar immer noch nicht gerecht verteilt sind. Für Ihre spannende und wichtige Forschung wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg. Und dass gleich drei Verlängerungen für unsere Transregios bewilligt wurden, bestätigt die Qualität unserer Forschung in den Naturwissenschaften und der Mathematik und stärkt unsere Forschungsmöglichkeiten auch innerhalb der Rhein-Main-Universitäten.“
Die Beteiligungsmöglichkeiten an Bildung nehmen seit 50 Jahren zu. Einerseits. Andererseits bestehen nach wie vor große Ungleichheiten, wer davon auf welche Weise profitiert. Insbesondere Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Elternhäusern, aus migrantischen Familien und solche mit Behinderungen und/oder sonderpädagogischen Förderbedarfen werden oft nicht ausreichend beteiligt. Diese Widersprüchlichkeit im demokratischen Gerechtigkeitsversprechen schwächt das Vertrauen in Bildungseinrichtungen.
Der neue Sonderforschungsbereichs [in:just] 1750 an der Goethe-Universität wird die Ursachen und Hintergründe dieser nach wie vor bestehenden Ungleichheit untersuchen. Dafür erhält der Verbund für die nächsten drei Jahre und neun Monate insgesamt 14 Millionen Euro. 31 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus so unterschiedlichen Disziplinen wie Erziehungswissenschaften, Soziologie, Philosophie, Politik- und Rechtswissenschaft, Humangeographie und Informatik bilden einen interdisziplinären Verbund unter Federführung der Erziehungswissenschaften. Als Sprecherinnen fungieren Prof. Merle Hummrich und Prof. Vera Moser, beide sind am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität tätig. Merle Hummrich hat den Schwerpunkt Jugend und Schule, Vera Moser widmet sich auf der Kathrin- und Stefan-Quandt-Stiftungsprofessur vor allem der Inklusionsforschung.
Aus unterschiedlichen Perspektiven sollen institutionalisierte Teilhabe- und Teilnahmeprozesse von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Erziehungs- und Bildungssystem unter die wissenschaftliche Lupe genommen werden. Dabei geht es etwa um Unterricht vor dem Hintergrund von Mehrsprachigkeit oder angenommener schülerseitiger ‚Verhaltensstörungen', aber auch um das Prozedere von Inobhutnahmen von Kindern und Jugendlichen sowie unbegleiteten Minderjährigen Geflüchteten, um die Auswirkungen von Gentrifizierungen auf die Qualität regionaler Bildungsangebote, um die Einspruchsmacht von Sorgeberechtigten und auch um computergestützte Entscheidungsprozesse, die vergleichend im Erziehungs- und Rechtssystem untersucht werden sollen. Auch international vergleichende Forschungen in Bezug auf die Implementation der UN-Behindertenrechtskonvention, Kinderrechte und intersektionale Differenzierungsprozesse gehören zum Forschungsprogramm.
Der SFB 1750 [in:just] ist der erste im Kern erziehungswissenschaftliche Sonderforschungsbereich, den die DFG fördert. „Angesichts der erheblichen gesellschaftlichen Krisen und Herausforderungen sind wir sehr dankbar für diese große Chance, das Aufwachsen von Kindern und jungen Menschen interdisziplinär und kooperativ beforschen zu können“, sagt Prof. Merle Hummrich. „Mir ist besonders wichtig zu untersuchen, wie menschenrechtliche Normen sich auf den Alltag junger Menschen auswirken“, betont Inklusionsexpertin Prof. Vera Moser.
SFB-Transregios werden fortgesetzt
Außerdem gab die DFG bekannt, dass folgende SFB-Transregios fortgesetzt werden, an denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität maßgeblich beteiligt sind:
Wie lassen sich hochkomplexe geometrische und arithmetische Strukturen durch einfachere Räume beschreiben? Dieser Frage widmet sich der TRR 326 „Geometrie und Arithmetik uniformisierter Strukturen“, der nun mit einem Fördervolumen von 13,7 Millionen Euro in seine zweite Förderphase geht. Die Mathematikerinnen und Mathematiker nutzen das Prinzip der mathematischen „Uniformisierung“, das Ordnung im Komplexen schafft: Schwer greifbare Räume aus der modernen Geometrie und Arithmetik werden durch einfachere Modelle ersetzt, ohne ihre wesentliche Gestalt zu verändern. Ein anschauliches Beispiel bietet die Oberfläche eines Rettungsrings (eine elliptische Kurve): Eine Ameise, die auf dieser Oberfläche lebt, kann entweder längs oder quer auf Rundreise gehen und kommt jeweils zum Ausgangspunkt zurück. Dieses Verhalten findet sich in der Uniformisierung wieder, die durch eine mit einem Gitternetz überzogene Ebene dargestellt wird – die Gitterlinien beschreiben die ins Unendliche verlängerten Reiserouten der Ameise. So transformiert offenbaren sich verborgene Symmetrien, und Fragestellungen an der Schnittstelle von Geometrie und Zahlentheorie werden beherrschbar und beantwortbar.
Beteiligt sind die Goethe-Universität Frankfurt als Sprecheruniversität, die Technische Universität Darmstadt und die Universität Heidelberg. Partner sind die Johannes Gutenberg-Universität Mainz – die zusammen mit Frankfurt und Darmstadt den Verbund der Rhein-Main-Universitäten (RMU) bildet – sowie die Universität Hannover und die Universität Münster.
Sprecher: Prof. Dr. Jakob Stix (Goethe-Universität Frankfurt)
Stv. Sprecher: Prof. Jan Hendrik Bruinier (TU Darmstadt), Prof. Alexander Schmidt (Universität Heidelberg)
Website:https://crc326gaus.de/
Materie unter so extremen Bedingungen, dass sogar Protonen und Neutronen auseinanderbrechen – damit beschäftigt sich der TRR 211 „Stark wechselwirkende Materie unter extremen Bedingungen“, dessen dritte Förderphase bewilligt wurde. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen, was geschieht, wenn Materie so stark erhitzt und komprimiert wird, dass ihre fundamentalen Bausteine – Quarks und Gluonen – freigesetzt werden. Solche Zustände lassen sich für Sekundenbruchteile in Teilchenbeschleunigern erzeugen und treten im All auf, etwa bei der Verschmelzung von Neutronensternen. Die Erkenntnisse helfen, die starke Kernkraft besser zu verstehen, die alles im Innersten zusammenhält. Neben der Goethe-Universität Frankfurt sind die TU Darmstadt und die Universität Bielefeld beteiligt.
Sprecher: Prof. Dr. Sören Schlichting (Universität Bielefeld)
Stv. Sprecher*innen: Prof. Dr. Hannah Elfner (Goethe-Universität Frankfurt), Prof. Dr. Guy Moore (TU Darmstadt)
Website: https://crc-tr211.org/
Die Untersuchung einer Zone in der Atmosphäre, die die untere „Wetterschicht“ (Troposphäre) von der darüber liegenden Stratosphäre trennt, die Tropopausenregion, ist Forschungsthema des TRR 301 „Die Tropopausenregion in einer Atmosphäre im Wandel“. Der Forschungsfokus liegt hier auf den physikalischen und chemischen Prozessen dieser Region und deren Einfluss auf die planetare Zirkulation und das Klima. Im Rahmen des TRR 301 nahmen Forschende der Goethe-Universität zum Beispiel an der Flugzeug-Messkampagne zu den Oxidationsprozessen in der Atmosphäre (CAFE) teil und konnten so aufklären, wie der Amazonas-Regenwald als Wolkenmaschine funktioniert. Hauptstandorte des TRR 301 sind die Johannes Gutenberg-Universität Mainz und die Goethe-Universität Frankfurt. Partner sind ferner die Technische Universität Darmstadt, die Ludwig-Maximilians-Universität München, das Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz, das Forschungszentrum Jülich sowie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Weßling.
Sprecher: Prof. Dr. Peter Hoor, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, hoor@uni-mainz.de
Stv. Sprecher: Prof. Dr. Joachim Curtius, Goethe-Universität Frankfurt, curtius@iau.uni-frankfurt.de
Website: https://tpchange.de/
"Amazonas als Wolkenmaschine": https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/der-amazonas-regenwald-als-wolkenmaschine-wie-gewitter-und-pflanzen-ausduenstungen-kondensationskeime-erzeugen/
Prof. Dr. Merle Hummrich (SFB 1750)
Institut für Pädagogik der Sekundarstufe
Goethe-Universität Frankfurt
Telefon: 069 798 -36323
E-Mail: m.hummrich@em.uni-frankfurt.de
Prof. Dr. Vera Moser (SFB 1750)
Institut für Sonderpädagogik
Goethe-Universität Frankfurt
Telefon: 069 798 - 36394
E-Mail:v.moser@em.uni-frankfurt.de
Prof. Dr. Jakob Stix (TRR326)
Institut für Mathematik
Goethe-Universität Frankfurt
Telefon: 069 798 - 22309
E-Mail: stix@math.uni-frankfurt.de
Prof. Dr. Hannah Elfner (TRR211)
Institut für Theoretische Physik
Goethe-Universität Frankfurt
Telefon: 069 798 - 47652
E-Mail: elfner@itp.uni-frankfurt.de
Prof. Dr. Joachim Curtius (TRR301)
Institut für Atmosphäre und Umwelt
Goethe-Universität Frankfurt
Telefon: 069 798 - 40258
E-Mail: curtius@iau.uni-frankfurt.de
Gute Noten, aber auch soziales Engagement sind Voraussetzungen für das Deutschlandstipendium / 620 Stipendiat*innen können sich in diesem Jahr über eine Förderung freuen.
Bereits im letzten Jahr konnte die 600er-Marke überschritten werden, auch in diesem Jahr ist das wieder gelungen. Und wieder einmal erwiesen sich Privatpersonen, Unternehmen und Institutionen gleichermaßen als sehr spendenfreudig. Bei der diesjährigen Vergabefeier am 19. November trafen Stipendiat*innen und Förderer*innen beim geselligen Get-together zusammen, eine Kunstauktion sorgte für riesiges Interesse – und das Stipendienprogramm erhält dadurch vielleicht sogar noch eine zusätzliche Einnahmequelle.
FRANKFURT. Das Deutschlandstipendium ist eine hervorragende Möglichkeit für Studierende, finanziell unterstützt zu werden, während sie sich gleichzeitig auf ihre akademische Laufbahn konzentrieren. In diesem Jahr erhalten 620 talentierte Studierende der Goethe-Universität die Chance, von dem staatlich geförderten Stipendienprogramm zu profitieren. Erstmals wurde in diesem Jahr die an den Studierendenzahlen orientierte jährliche Höchstgrenze laut Stipendienprogramm-Gesetz – 2025 sind dies an der Goethe-Universität 617 Stipendien – überschritten. Die darüber hinaus gehenden Stipendien müssen beim Land beantragt werden und stammen aus dem frei gebliebenen Stipendienkontingent anderer hessischer Hochschulen.
Die Auswahl der Stipendiat*innen erfolgt unter anderem durch Juror*innen aus den 16 Fachbereichen der Universität. Eine der zentralen Voraussetzungen für den Erhalt des Deutschlandstipendiums sind gute Noten. Neben den akademischen Leistungen wird aber auf nicht unerhebliche Weise das Engagement der Studierenden in Betracht gezogen. Dieses Engagement ist nicht nur wertvoll für die Gesellschaft, sondern fördert auch wichtige Fähigkeiten wie Teamarbeit, Verantwortungsbewusstsein und Empathie, die im Berufsleben von großer Bedeutung sind.
Chancenvielfalt wird beim Deutschlandstipendium großgeschrieben: 32 Prozent der Stipendiat*innen haben einen Migrationshintergrund, 16 Prozent einen ausländischen Pass. 14 Prozent erhalten Bafög, 41 Prozent sind Erstakademiker (in ihrer Familie). Über die finanzielle Unterstützung hinaus erhalten die Stipendiat*innen im sogenannten Young Leadership Programm die Chance, sich persönlich und fachlich weiterzuentwickeln. Dazu gehört die individuelle Förderung in Projektteams ebenso wie studienbegleitende Programme und Angebote, wie zum Beispiel Seminare, Workshops, Best-Practice-Vorträge und Netzwerke. Gemeinsam mit Kommiliton*innen aus unterschiedlichen Fächern und Studiengängen arbeiten die Stipendiaten in Projektteams an innovativen Ideen und werden dabei von außeruniversitären Mentor*innen begleitet.
Die Vergabefeier war in diesem Jahr von einem ebenso vielfältigen wie unterhaltsamen Rahmenprogramm geprägt. Die Vizepräsidentin für Studium und Lehre, Prof. Viera Pirker, begrüßte die Gäste und bedankte sich bei allen Förder*innen und Unterstützer*innen des Deutschlandstipendiums. Pirker wandte sich in ihrer Rede an die neuen Stipendiat*innen und betonte: „Sie bauen die Zukunft unserer Gesellschaft.“ Sie freue sich, dass die Universität die Studierenden auf ihrem Weg dorthin begleiten könne.
Einen unterhaltsamen Impulsvortrag der ganz anderen Art bot danach Alumnus und Stand-Up Comedian Jakob Schwerdtfeger zum Thema „Meisterwerk“. Schwerdtfeger, der an der Goethe-Universität Kunstgeschichte studiert hat, begeisterte vor allem mit einem von ihm gerappten Song, der auf Begriffen basierte, die ihm das Publikum spontan zugerufen hatte.
Kunst war in diesem Jahr ohnehin ein großes Thema beim Deutschlandstipendium: Im Rahmen des Formats „Vernissage“ konnten auf der Veranstaltung Kunstwerke betrachtet werden, die über eine Online-Auktion, die das Kunst- und Auktionshaus Wilhelm Döbritz (Frankfurt) bereitgestellt hat, noch bis zum 1. Dezember ersteigert werden können. Die Werke und damit die erzielten Erlöse werden dem Deutschlandstipendium gespendet. Unter den Kunstwerken sind sechs von Studentinnen des Instituts für Kunstpädagogik, zwei von Dr. Manfred Fuchs und eines von Ottmar Hörl. Hörls „Weiße Rose“ wurde in der Coronazeit angeschafft und finanziert durch die Biotest AG.
Seit 2011 wurden an der Goethe-Universität insgesamt 7.972 Stipendien vergeben. Nach dem Prinzip des Matching wird die von der Goethe-Universität eingeworbene Summe für Deutschlandstipendiaten vom Bundesministerium für Bildung und Forschung jedes Jahr verdoppelt. Im Jahr 2025 haben 280 Privatpersonen, 45 Unternehmen und 52 NPOs die Gesamtsumme von 1.116.000 Euro für die Goethe-Universität gespendet; mit den Mitteln des Bundes stehen den Stipendiat*innen demnach 2.232.000 Euro zur Verfügung.
Bild zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/180582545
Bildtext: Deutschlandstipendium an der Goethe-Universität: In diesem Jahr erhalten 620 Stipendiat*innen eine Förderung. 280 Privatpersonen, 45 Unternehmen und 52 NPOs haben die Gesamtsumme von 1.116.000 Euro gespendet. Foto: Uwe Dettmar
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Goethe-Universität präsentiert ersten Band des Gedenkbuchs der Synagogen und jüdischen Gemeinden in Hessen / Internationale Konferenz über ländliches Judentum vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert
FRANKFURT.„Landjudentum: Aspekte jüdisch-nichtjüdischer Nachbarschaften im
ländlichen Raum sei dem Mittelalter“ – unter diesem Titel findet an der
Goethe-Universität
von Sonntag, 23. November, bis Dienstag, 25. November 2025
im PA-Gebäude (Sonntag) und Casino-Gebäude (Montag und Dienstag)
auf dem Campus Westend der Goethe-Universität
eine internationale Konferenz statt,
organisiert vom Buber-Rosenzweig-Institut für jüdische Geistes- und
Kulturgeschichte der Moderne und Gegenwart und mehreren Partnern.
Noch bis weit ins 19. Jahrhundert
lebte die Mehrheit der Jüdinnen und Juden in Deutschland auf dem Land. In den
Dörfern und kleinen Städten hatte sich über die Jahrhunderte hinweg eine
vielfältige jüdische Kultur, Ökonomie und Topographie entwickelt, die in enger
räumlicher und sozialer Nachbarschaft zur nichtjüdischen Gesellschaft stand.
Hier fanden Jüdinnen und Juden Aufnahme nach Vertreibungen aus den großen
Städten, erlebten aber auch Anfeindungen, Schikanen und Ausgrenzungen. Der
Nationalsozialismus hat diese Form jüdischen Lebens ebenso brutal wie endgültig
zerstört.
Die Konferenz würdigt das
Landjudentum in seinen unterschiedlichen historischen und regionalen
Ausprägungen als bedeutenden, heute aber weithin vergessenen Teil der jüdischen
Geschichte. Die beiden Keynote-Vorträge beschäftigen sich mit dem Stand und den
Perspektiven der Forschung zur jüdischen Kultur- und Sozialgeschichte (Prof.
Simone Lässig, Technische Universität Braunschweig) bzw. mit der Geschichte der
Landjuden in Hessen vor der Emanzipationszeit (Prof. J. Friedrich Battenberg,
Technische Universität Darmstadt).
Im Rahmen der Konferenz wird
im Foyer des
PA-Gebäudes (Theodor-W.-Adorno-Platz 5)
im Beisein von Wissenschaftsminister
Timon Gremmels der erste Band des Synagogen-Gedenkbuchs Hessen Zerbrechliche
Nachbarschaft der Öffentlichkeit präsentiert. Das mehrbändige Werk
erforscht und dokumentiert erstmals umfassend die Geschichte der jüdischen
Gemeinden und ihrer Synagogen auf dem Gebiet des Bundeslandes Hessen. In
aufwendiger Darstellung rekonstruiert es den jüdischen Alltag in den einzelnen
Orten, die Intensität des jüdisch-nichtjüdischen Miteinanders über die
Jahrhunderte hinweg, aber auch die stets vorhandene Diskriminierung und
Ausgrenzung sowie das Ausmaß der Zerstörung und der Verbrechen, welche die
jüdischen Gemeinden in der Zeit des Nationalsozialismus erlitten haben.
Anhand des Schicksals der Synagogen,
deren Entstehung, Entwicklung und Architektur ausführlich dargestellt werden,
wird die Geschichte des Judentums in Hessen insgesamt dargestellt. Der erste
Band des Gedenkbuchs widmet sich den Synagogen und jüdischen Gemeinden in den
südhessischen Landkreisen Darmstadt-Dieburg und Offenbach sowie in den Städten
Darmstadt und Offenbach.
Wissenschaftsminister Timon Gremmels
dazu: „Ich freue mich sehr, dass nun der erste Band des
Synagogen-Gedenkbuchs Hessen vorliegt. Der Band verbindet hochkarätige
Forschung mit aktueller gesellschaftlicher Verantwortung. Wer die historischen
Zusammenhänge kennt, ist weniger anfällig für Lügen, Vorurteile und
populistische Vereinfachungen. Das Projekt ,Zerbrechliche Nachbarschaft'
leistet hierzu einen wichtigen Beitrag. Es trägt dazu bei, dass die Erinnerung
an das jüdische Leben in Hessen lebendig bleibt – als Teil unserer gemeinsamen
Identität und als Verpflichtung für die Zukunft.“
Universitätspräsident
Prof. Enrico Schleiff: „Das Erscheinen des ersten Bandes des
Synagogengedenkbuches Hessen ist ein Meilenstein – für das
Buber-Rosenzweig-Institut, für die Goethe-Universität und für das Land Hessen:
Es schafft Wissen, das Erinnerung überhaupt erst möglich macht und
Verantwortungsbewusstsein stärkt. Ich danke allen beteiligten Forscherinnen und
Forschern für ihre jahrelange, akribische Arbeit. Das Buber-Rosenzweig-Institut
hat sich mit seiner Forschung innerhalb kurzer Zeit einen weltweiten Ruf
erarbeitet. Es spielt eine wichtige Rolle für eine lebendige Erinnerungskultur
und für unser Selbstverständnis als offene, demokratische Gesellschaft.“
Das Gedenkbuch ist als
Open-Access-Publikation frei zugänglich (https://www.degruyterbrill.com/document/isbn/9783111465111/html?lang=de&srsltid=AfmBOoqrvnuMzx5K_awo_uNrp6x-Y80bsaJ5xAIAvdygrh-DR7UQDhty).
Das Projekt Zerbrechliche
Nachbarschaft wird von den Hessischen Ministerien für Wissenschaft,
Forschung, Kunst und Kultur sowie für Kultus, Bildung und Chancen, von den
evangelischen Kirchen und den katholischen Bistümern in Hessen geförderten und
vom Buber-Rosenzweig-Institut für jüdische Geistes- und Kulturgeschichte der
Moderne und Gegenwart an der Goethe-Universität in Kooperation mitder
Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden in Deutschland und dem Institut für
Christlich-Jüdische Studien an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau durchgeführt.
Die Konferenz wird außerdem mitveranstaltet vom Forschungsverbund „Dynamiken
des Religiösen“ an der Goethe-Universität.
Zum Programm der Tagung siehe https://www.uni-frankfurt.de/179668591/Programm_Landjudentum.pdf
Information:
Prof. Dr. Stefan Vogt
Buber-Rosenzweig-Institut für jüdische Geistes- und
Kulturgeschichte der Moderne und Gegenwart
Fachbereich Evangelische Theologie
Campus Westend
Telefon 0179 5281106
E-Mail s.vogt@em.uni-frankfurt.de
https://www.uni-frankfurt.de/40998908/Profil
Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de
Ringvorlesung zur Rolle des Rechts in der gegenwärtigen Polykrise
FRANKFURT. Welche Rolle spielt das Recht in der gegenwärtigen Polykrise? Ist es ein wichtiger Faktor für deren Überwindung? Ist es vielleicht selbst ein Krisenbeschleuniger – oder ist es nur noch von marginaler Bedeutung? Um diese und ähnliche Fragen geht es in der Ringvorlesung unter dem Titel „Ist das Recht am Ende?“, die
am Dienstag,
2. Dezember, um 16 Uhr
in Raum 15 im
Großen Hörsaalzentrum (Theodor-W.-Adorno-Platz 5)
auf dem
Campus Westend der Goethe-Universität
ihren Auftakt nimmt mit einem Vortrag
von Prof. Philipp Manow (Universität Siegen), der zum Thema „Das Recht gegen
die Demokratie?“ sprechen wird.
Hintergrund der Vortragsreihe sind
einige der aktuellen Krisendiagnosen: Das Völkerrecht sei in einer
multi-polaren Großmächte-Konstellation nur noch ein Thema für das Feuilleton;
das Verfassungs- und Europarecht behindere oder stranguliere die Politik der
nationalen demokratischen Mehrheit; das Recht habe sich zum willigen
Vollstrecker einer umfassenden Kapitalisierung von Grund und Boden mit ihren
umweltzerstörenden Folgen gemacht. Und an den Grenzen der Nationalstaaten sowie
der Europäischen Union erniedrige es sich zur Ermächtigungsnorm für
Grenzschließungen, Auffanglager oder gar den Einsatz von oftmals tödlicher
Gewalt. Ist das Recht also an sein Ende gekommen? Wird es von etwas anderem
abgelöst, z.B. von bloßer Macht? Vermag es den Entwicklungen noch etwas
entgegenzusetzen oder kann es sich nur noch anpassen und bemühen, „das
Schlimmste zu verhindern“ – was jedoch, wie die Geschichte nahelegt, den
rasenden Zug in die Katastrophe womöglich nicht aufhalten würde.
Organisiert wird die Ringvorlesung
von Prof. Klaus Günther und PD Dr. Benno Zabel vom Institut für Kriminologie
und Rechtsphilosophie.
Die Termine
Dienstag, 2. Dezember (HZ 15)
Prof. Philipp Manow (Universität
Siegen)
Das Recht gegen die Demokratie?
Dienstag, 16. Dezember (HZ 15)
Die neue Aktualität des Krieges und
das Völkerrecht
Prof. Stefan Kadelbach
(Goethe-Universität)
Dienstag, 20. Januar 2026 (HZ 12)
Prof. Isabel Feichtner (Universität
Würzburg)
Vom Erdboden bis zum Mond. Ist das
Recht nur noch Code des Kapitals?
Dienstag, 3. Februar 2026 (HZ 12)
Referentin: Dr. Coretta Ehrenfeld (University College
Freiburg/Universität Freiburg)
Migration und tödliche Grenzregime:
Sterben im Namen des Rechts
Information:
Prof. Dr. Klaus Günther
Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht
Institut für Kriminologie und Rechtsphilosopie
Goethe-Universität
Telefon 069 798-34522
E-Mail k.guenther@jur.uni-frankfurt.de
Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de
Die Technologietransfergesellschaft der Goethe-Universität Frankfurt blickte im Festsaal auf ihre erfolgreiche Geschichte zurück. Im Rahmen der Jubiläumsfeier wurden herausragende, anwendungsorientierte Forschungsprojekte mit dem Goethe-Innovationspreis ausgezeichnet.
Im Festsaal auf dem Campus Westend der Goethe-Universität feierte die Innovectis GmbH, die Technologietransfergesellschaft der Goethe-Universität, ihr 25-jähriges Bestehen. Im Rahmen der Jubiläumsfeier wurden Best Practice-Beispiele präsentiert und anwendungsnahe Forschungsprojekte mit dem Goethe-Innovationspreis ausgezeichnet.
Innovectis ist als universitäre Technologietransfergesellschaft zuständig für Erfindungen, Patentierung & Vermarktung von anwendungsnaher Forschung. Durch die Verbindung mit Investoren und der Industrie öffnet Innovectis Türen für Forschende, Kliniker, Studierende und Gründerteams, damit die innovativen Ideen in die Praxis kommen. Zu den gefeierten Best-Practice-Projekten zählen Obnitix, das mit einem Zellpräparat todkranken Leukämie-Patienten neue Therapiewege eröffnet, das Spinoff Vivlion mit innovativer DNA-Bibliothekstechnologie für die medizinische Forschung sowie eine Wirkstoffentwicklung gegen Eierstockkrebs aus der Frauenklinik, das durch den von Innovectis mitgegründeten CARMA-Fund finanziert und begleitet wird.
Dr. Ulrich Breuer, Kanzler der Goethe-Universität, würdigte die Entwicklung von Innovectis als Erfolgsmodell: „Innovectis ist seit 25 Jahren das Bindeglied zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Was hier entstanden ist, steht für den lebendigen Dialog unserer Hochschule mit Industriepartnern und für erfolgreichen Transfer von Forschung in die Anwendung. Die Arbeit der Innovectis, die heute u.a. auch das Management unseres Gründungszentrums Unibator verantwortet, ist aus dem Innovations- und Transferökosystem der Goethe-Uni nicht mehr wegzudenken.“
Der hessische Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori unterstrich in dem von ihm gesendeten Grußwort, dass ein Brückenschlag zwischen Hochschulforschung, Start-ups und etablierten Unternehmen maßgeblich zur Innovationskraft des Standorts Rhein-Main beiträgt: „Unternehmergeist an Universitäten ist der Motor für Innovationen, Wirtschaftswachstum und gesellschaftlichen Fortschritt. Es gilt, junge Talente bestmöglich zu fördern, ihnen den Mut zu neuen Ideen zu geben und die richtigen Strukturen für den erfolgreichen Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu schaffen.“
Um den Goethe-Innovationspreis, der bereits zum dritten Mal von der Stiftung der Frankfurter Sparkasse gesponsert wird, kämpften in der Finalrunde Teams aus den Fachbereichen Physik, Geowissenschaften/Geographie und Medizin. Nach einem spannenden Wettbewerb kürte eine Fachjury die Gewinnerteams, welche Preisgelder sowie eine Teilnahmemöglichkeit am Unibator-Startup-Programm des Goethe-Unibators erhalten.
Die Plätze 1 bis 3 belegen die Projekte „Intelligent Terahertz“ mit einer KI-unterstützten Technologie zur Objekterkennung und Materialprüfung; „Waterprint“ mit einem patentierten System zur Abwasserüberwachung sowie das Projekt „Echtzeit-Lokalisierung induzierter Erdbeben durch KI-gestützte Bildverarbeitung“ zur Erfassung seismischer Aktivitäten in Geothermie-Kraftwerken. Ebenfalls ausgezeichnet wurden die Projekte „Phagentherapiezentrum“ mit innovativen Therapie-Konzepten zur Behandlung tödlicher Bakterieninfektionen sowie „Visiogenics“ – eine 3D-Visualisierungsmethode für die Implantationsplanung in der Zahnmedizin. In diesem Jahr wurde das Preisgeld vom Startup-Förderfonds Futury Capital verdoppelt.
Dr. Kirstin Schilling, Geschäftsführerin der Innovectis, sagte: „Innovationen entstehen durch zielstrebiges Umsetzen von Forschungsergebnissen und von Strukturen, die diesen Aufbruch langfristig unterstützen. Unser Dank gilt allen Partnern aus der Wissenschaft, der Industrie und den vielen Aktiven aus dem Gründungsökosystem, durch deren Engagement aus Forschungsprojekten und Businessiden Zukunftstechnologie entstehen und neue Unternehmen aufgebaut werden.“
In seinem Ausblick als Aufsichtsratsvorsitzender der Innovectis und Vizepräsident für Transfer hob Prof. Dr. Michael Huth hervor: „Seit 25 Jahren unterstützt Innovectis Forschende dabei, aus Ideen und Erkenntnissen gesellschaftlichen Nutzen zu schaffen – von der Erfindungsmeldung über Patente und Verwertung bis hin zur Unternehmensgründung. Der Goethe-Innovationspreis würdigt diesen unternehmerischen Geist und fördert die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Start-ups und etablierten Unternehmen. Diese Haltung hat Innovectis geprägt – und bleibt Leitmotiv für die Zukunft.“.
Mit musikalischer Begleitung und einem Netzwerk-Buffet klang die Jubiläumsfeier aus, bei der über 200 geladene Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gemeinsam das Erreichte und Zukünftige feierten.
Innovectis GmbH ist die Technologietransfergesellschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 unterstützt Innovectis Forschende und Gründungsinteressierte aktiv beim Patentieren, Vermarkten und Anwenden wissenschaftlicher Ergebnisse. Mit passgenauer Beratung und umfassenden Serviceleistungen begleitet Innovectis den Weg von der Erfindungsmeldung bis hin zur Lizenzierung und Gründung erfolgreicher Start-ups. Als Betreiber des Goethe-Unibator, dem Gründungszentrum der Universität, fördert Innovectis innovative Geschäftsideen und den Austausch mit Unternehmen und Investoren im Rhein-Main-Gebiet. Ziel ist es, akademisches Know-how unkompliziert und wirkungsvoll in die Praxis und Wirtschaft zu bringen – für Innovationskraft und gesellschaftlichen Fortschritt.
Weitere Informationen zu Innovectis, dem Goethe-Unibator und dem Goethe-Innovationspreis finden Sie unter www.innovectis.de
Ein Bild steht zum kostenfreien Download bereit unter https://www.uni-frankfurt.de/180474036
Bildtext: Innovectis feiert 25jähriges & Vergabe des Goethe-Innovationspreises 2025.
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, Frank@pvw.uni-frankfurt.de
Goethe-Universität, Jesuitenorden und Bistum Limburg unterzeichnen Letter of Intent zur Zusammenarbeit
Der Jesuitenorden als Träger der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen (PTH), das Bistum Limburg und die Goethe-Universität Frankfurt wollen künftig enger zusammenarbeiten. Ein sogenannter Letter of Intent ist frisch unterzeichnet und beschreibt das Ziel, die Kooperation zwischen Universität und Hochschule zu vertiefen, die Lehr- und Forschungsangebote gemeinsam zu stärken. Das Studienfach Katholische Theologie und der Standort Sankt Georgen sollen so zukunftssicher gemacht werden.
Frankfurt. Die Absichtserklärung zielt auf eine hochschulübergreifende Kooperation zwischen dem Fachbereich Katholische Theologie der Universität und der PTH Sankt Georgen in Form eines hochschulübergreifenden Fachbereichs, wie es gemäß dem Hessischen Hochschulgesetz möglich ist. Studierende sollen an beiden Einrichtungen immatrikuliert werden; die Lehrenden beider Einrichtungen stehen ihnen zur Verfügung. Gemeinsame Forschungsvorhaben werden ebenfalls intensiviert. Ein Kooperationsrat soll Grundsatzfragen des hochschulübergreifenden Fachbereichs regeln.
Die Universität prüft zudem den Erwerb des Campus Sankt Georgen aus dem Grundstockvermögen ihrer Stiftungsmittel, um das Gelände gezielt für Forschung, Lehre und den internationalen Austausch zu nutzen. Dabei handelt es sich um Geld aus den Stiftungserträgen und dem Grundstockvermögen, welches bei einem solchen Erwerb grundsätzlich in seinem Bestand zu erhalten ist. Es werden für den Erwerb keine Mittel aus dem laufenden Haushalt der Universität verwendet. Aus Sicht der Universität bietet ihr die Investition neben Möglichkeiten für wissenschaftliches Arbeiten und studentisches Wohnen auch die Chance, Einheiten aus bisher angemieteten Räumen in Sankt Georgen unterzubringen, also Ausgaben zu reduzieren – angesichts der Sparvorgaben des Landes Hessen ein wichtiges Ziel.
„Die Zukunft zahlenmäßig kleiner Fächer – und dazu gehört die Katholische Theologie – ist uns ein großes Anliegen; dazu kann diese Kooperation einen wichtigen Beitrag leisten“, erläutert Universitäts-Präsident Enrico Schleiff. „Zugleich kann der Campus in Oberrad zu einem Ort werden, an dem die Gesellschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften mit neuer Strahlkraft in die Mitte gesellschaftlicher Debatten rücken. Als Ergänzung zum Campus Westend bietet sich hier die Möglichkeit, in anderer Umgebung zu forschen und zu lehren, etwa in flexiblen Shared-Office-Lösungen, mit ungestörten Masterclasses oder internationalen Konferenzen. Das Flächenpotenzial eröffnet zugleich Perspektiven für die Entwicklung benötigter Studierendenwohnheime, ein strategischer Schritt, mit dem sich die Goethe-Universität auch als aktive Partnerin in der Lösung drängender stadtgesellschaftlicher Herausforderungen positioniert.“
Für den Jesuitenorden sagt Provinzial P. Thomas Hollweck SJ: „Wir Jesuiten wollen unser weltweites Netzwerk mit rund 200 Universitäten und Hochschulen durch die Zusammenarbeit mit der Universität Frankfurt mit einem Theologiestandort in Deutschland profilieren, der die Katholische Theologie verstärkt in das Gespräch mit benachbarten Wissenschaften und öffentliche Diskussionen bringt. Zudem soll eine gut qualifizierte Ausbildung für die verschiedenen Berufsfelder, die sich in den Diözesen Deutschlands entwickelt haben und weiter ausdifferenzieren, geschaffen werden. Der Campus soll weiterhin der Forschung und Lehre sowie der weltkirchlichen Vernetzung dienen. Er soll eine Ausbildung bieten, die es jungen Menschen ermöglicht, sich existentiell und spirituell mit Weltanschauungs- und Glaubensfragen auseinanderzusetzen.“
Der Limburger Bischof Dr. Georg Bätzing erklärt für die Trägerdiözesen (Hamburg, Osnabrück, Hildesheim und Aachen) der Hochschule Sankt Georgen: „Die Stärke von Frankfurt, das als Standort theologischer Forschung und Lehre stark von interreligiösen und interkulturellen Bezügen geprägt ist, wird durch die vertiefte Kooperation des Fachbereichs 07 Katholische Theologie der Goethe-Universität und der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen weiter ausgebaut. Er gewinnt damit nicht nur für Hessen, sondern auch deutschlandweit und dank des Engagements der Jesuiten auch international an Profil. Damit werden starke Impulse für eine universitär und weltkirchlich diskursfähige Theologie gesetzt.“
Nach der Unterzeichnung des Letter of Intent werden nun die inhaltlichen Ziele weiter präzisiert und es soll ein detaillierter Vertrag entwickelt werden, in dem die angezielte strukturelle Zusammenarbeit geklärt ist. Dieser Vertrag wird dann in den Gremien der Jesuiten, des Bistums und der Universität beraten.
Die beiden Frankfurter Hochschulen pflegen bereits zahlreiche Kontakte, unter anderem mit einem gemeinsamen dualen Master-Studiengang Sozialethik im Gesundheitswesen und zahlreichen weiteren Kooperationen zwischen Sankt Georgen und dem Fachbereich Katholische Theologie sowie anderen Fachbereichen der Goethe-Universität.
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Forschungszentrum Normative Ordnungen lädt zur Diskussion über Zukunftsperspektiven demokratischer Ordnungen
FRANKFURT. Die westlichen Demokratien stehen unter Druck. Seit der von Bundeskanzler Olaf Scholz ausgerufenen „Zeitenwende“ ist der Begriff zum Signum einer Epoche des Umbruchs geworden – politisch, gesellschaftlich und normativ. Polarisierung, der Aufstieg autoritärer Bewegungen, geopolitische Spannungen und die Erosion grundlegender demokratischer Prinzipien werfen die Frage auf, wie stabil und zukunftsfähig die demokratischen Ordnungen der Gegenwart sind.
Die Ringvorlesung „Am Scheidepunkt?
Zur Krise der Demokratie“ nimmt diese Entwicklungen aus internationaler und
interdisziplinärer Perspektive in den Blick. Sie untersucht Ursachen,
Erscheinungsformen und Dynamiken demokratischer Krisen sowie Möglichkeiten der
Erneuerung bzw. Verteidigung demokratischer Prinzipien in einer global
vernetzten, aber zunehmend fragmentierten Welt. Den Vortrag zum Auftakt der
Reihe hält Prof. Dr. Jenni Brichzin (Universität der Bundeswehr München)
am Mittwoch,
26. November, 17 Uhr
im Gebäude „Normative
Ordnungen“ (Campus Westend)
Max-Horkheimer-Straße
2, Raum EG 01
unter dem Titel „Krise der
Demokratietheorie? Eine soziologische Intervention“. Anschließend an den
Vortrag findet ein Empfang statt.
Organisiert wird die Vorlesungsreihe
von Prof. Thomas Biebricher, Prof. Rainer Forst, Prof. Martin Saar und Prof.
Greta Wagner im Rahmen des Forschungsprogramms „Zeitenwenden. Normative
Ordnungen im Umbruch?“, das durch den Stiftungsfonds Commerzbank im
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft am Forschungszentrum Normative
Ordnungen gefördert wird.
Weitere Vortragstermine:
Mittwoch, 10. Dezember 2025
Prof. Jonathan White (LSE)
How Democracy Relies on the Future
Mittwoch, 14. Januar 2026
Prof. Christine Hentschel
(Universität Hamburg)
Vom Retten der Welt zum Vorbereiten
auf den Kollaps: Neuorientierungen in katastrophischen Zeiten
Donnerstag, 29. Januar 2026, Hörsaalzentrum, HZ 7
Prof. David Owen (Universtiy of Southampton)
Civil Geopolitics and the Dilemmas of the Democratic State
Mittwoch, 4. Februar 2026
Prof. Dr. Christine Abbt (Universität
St. Gallen)
Demokratien verteidigen. Zur
Aktualität des Gewaltbegriffs bei Camus und Derrida
Dienstag, 10. Februar 2026
Prof. Michael Rosen (Harvard University)
Satanic Politics. Democracy after Liberalism
Beginn (außer beim Auftakt) jeweils
um 18:15 Uhr. Alle Vorträge finden – mit Ausnahme des Vortrags am 29. Januar,
im Gebäude „Normative Ordnungen“, Max-Horkheimer-Straße 2, Raum EG 01, statt.
Die Ringvorlesung richtet sich an
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Studierende und Interessierte, die
sich mit den Herausforderungen und Zukunftsfragen demokratischer Gesellschaften
auseinandersetzen möchten. Zu allen Terminen ist eine Anmeldung erforderlich.
Anmeldung unter: https://eveeno.com/RV-am-scheidepunkt
Weitere Informationen unter: https://normativeorders.net/ringvorlesungen/
Information:
Anke Harms
Referentin für Wissenschaftskommunikation
Forschungszentrum Normative Ordnungen
Goethe-Universität Frankfurt
Telefon 069 798-31407
E-Mail anke.harms@normativeorders.net
Homepage https://www.normativeorders.net
Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation,
Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am
Main, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de