​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​​​​

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Pressestelle Goethe-Universität

Theodor-W.-Adorno Platz 1
60323 Frankfurt 
presse@uni-frankfurt.de

 

Jun 30 2022
13:35

Bartonella-Bakterien nutzen bestimmte Proteine – Mechanismus auf andere Bakterienarten übertragbar

Wie Bakterien an Zellen andocken: Basis für die Entwicklung einer neuen Klasse von Antibiotika

Forscherinnen und Forscher des Universitätsklinikum Frankfurt und der Goethe-Universität haben die „Anheftung“ von Bakterien an Wirtszellen aufgeschlüsselt und damit den ersten Schritt gemacht, um eine neue Klasse von Antibiotika zu entwickeln.

FRANKFURT. Die „Anheftung“ (Adhäsion) von Bakterien an Zellen ist immer der erste und einer der wichtigsten Schritte bei der Entstehung von Infektionserkrankungen. Diese Adhäsion der Infektionserreger dient dazu, den Wirtsorganismus, beispielsweise den Menschen, erst zu besiedeln und anschließend eine Infektion auszulösen, die im schlechtesten Fall tödlich endet. Das genaue Verständnis dieser sogenannten „Adhärenz“ der Bakterien an Wirtszellen ist ein Schlüssel, um therapeutische Alternativen zu finden, die diese entscheidende Interaktion im frühestmöglichen Stadium einer Infektion blockieren.

Entscheidende Wechselwirkung mit dem menschlichen Protein Fibronektin
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Universitätsklinikum Frankfurt und der Goethe-Universität haben in Kollaboration mit anderen Forschern nun den Mechanismus der bakteriellen Adhärenz anhand des humanpathogenen Bakteriums Bartonella henselae aufgeklärt. Es handelt sich um den Erreger der sogenannten „Katzenkratzkrankheit“, die von Tieren auf Menschen übertragen wird. In einem internationalen Kooperationsprojekt unter Leitung der Frankfurter Forschungsgruppe um Univ.-Prof. Volkhard Kempf wurde der bakterielle Adhärenz-Mechanismus mit Hilfe einer Kombination aus in-vitro-Adhärenztests und Hochdurchsatz-Proteomik entschlüsselt. Unter Proteomik versteht man die Erforschung der Gesamtheit aller in einer Zelle oder einem komplexen Mechanismus vorliegenden Proteine.

Die Wissenschaftler haben einen zentralen Mechanismus aufgeklärt: Die bakterielle Anheftung an die Wirtszellen kann auf die Interaktion einer bestimmten Adhäsin-Klasse – den sogenannten „trimeren Autotransporter-Adhäsinen“ – mit dem im menschlichen Gewebe häufig vorkommenden Protein Fibronektin zurückgeführt werden. Bei Adhäsinen handelt es sich um bakterielle Oberflächenkomponenten, die es dem Erreger ermöglichen, sich an die biologischen Strukturen des Wirts anzuheften. Die hier als entscheidend identifizierte Adhäsin-Klasse kommt auch in vielen anderen humanpathogenen Bakterien, so zum Beispiel dem multiresistenten Acinetobacter baumannii vor, der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „Priorität-1“ Erreger zur Erforschung neuer Antibiotika klassifiziert wurde.

Die genauen Wechselwirkungspunkte zwischen den Proteinen wurden unter Einsatz modernster Protein-Analytik sichtbar gemacht. Es konnte darüber hinaus gezeigt werden, dass die experimentelle Blockade dieser Abläufe die bakterielle Adhärenz nahezu komplett verhindert. Therapeutische Ansätze, die auf eine derartige Unterbindung der bakteriellen Adhärenz zielen, könnten als neue Klasse von Antibiotika (sogenannte „Antiliganden“) eine vielversprechende Behandlungsalternative auf dem stetig wachsenden Gebiet der multiresistenten Bakterien darstellen.

Renommierte Förderung
Die Forschungsarbeit wurde im Rahmen eines sogenannten „Marie-Curie-Trainingsnetzwerks der Europäischen Union“ („ViBrANT: Viral and Bacterial Adhesin Network Training“) im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms HORIZON 2020 der Europäischen Union gefördert.

Die wissenschaftliche Arbeit ist in der renommierten Fachzeitschrift „Microbiology Spectrum“ der American Society of Microbiology (ASM) erschienen und wurde am 18. Juni 2022 als „Paper of the month“ durch die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) ausgezeichnet.

Publikation: Vaca, D. J., Thibau, A., Leisegang, M. S., Malmström, J., Linke, D., Eble, J. A., Ballhorn, W., Schaller, M., Happonen, L., Kempf, V. A. J.; Interaction of Bartonella henselae with Fibronectin Represents the Molecular Basis for Adhesion to Host Cells; Microbiology Spectrum, April 18th, 2022. https://doi.org/10.1128/spectrum.00598-22

Bilder zum Download:
https://www.kgu.de/fileadmin/redakteure/Presse/Bilder_Pressmitteilungen/2022/Vaca_Diana_Jaqueline.jpg
Bildtext: Erstautorin der Studie: Diana Jaqueline Vaca, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Frankfurt (Abb. 1). Foto: Universitätsklinikum Frankfurt

https://www.kgu.de/fileadmin/redakteure/Presse/Bilder_Pressmitteilungen/2022/Bartonella_henselae.jpg
Bildtext: Adhäsion von Bartonella henselae (blau) an menschliche Blutgefäßzellen (rot). Diese Bindung des Bakteriums an die Wirtszellen könnte mit Hilfe von sogenannten „Antiliganden“ blockiert werden
Credits: https://www.mdpi.com/2075-4418/11/7/1259

Weitere Informationen
Prof. Dr. med. Volkhard A. J. Kempf
Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene
Universitätsklinikum Frankfurt
Tel: +49 (0)69 6301–5019
volkhard.kempf@kgu.de
Internet: https://www.kgu.de/einrichtungen/institute/zentrum-der-hygiene/medizinische-mikrobiologie-und-krankenhaushygiene


Redaktion: Christoph Lunkenheimer, Pressesprecher, Stabsstelle Kommunikation Universitätsklinikum, Telefon: +49 (0)69 6301–86442, christoph.lunkenheimer@kgu.de

 

Jun 30 2022
13:31

Zehn Jahre Förderung durch Willy Robert Pitzer Stiftung und aus Mitteln der LOEWE-Spitzenprofessur für Sandra Ciesek

3 Millionen Euro für Virusforschung: Hessen und Willy Robert Pitzer Stiftung finanzieren Professur an Goethe-Universität

Vertreter der Goethe-Universität und der Willy Robert Pitzer Stiftung haben heute die Vereinbarung zur Finanzierung der „Willy Robert Pitzer Stiftungsprofessur für Molekulare Virologie humanpathogener RNA-Viren“ unterzeichnet. Für diese Professur stellt das Land Hessen für die ersten fünf Jahre 1,4 Millionen Euro über die Förderlinie „LOEWE-Spitzen-Professur“ bereit, die im vergangenen Jahr Prof. Sandra Cieseks Institut für Medizinische Virologie zugesprochen wurde. Die Stiftung unterstützt im Anschluss die neue Professur für weitere fünf Jahre mit 1,75 Millionen Euro.

FRANKFURT. Im Oktober des vergangenen Jahres gab das Land Hessen bekannt, dass der Virologin Prof. Sandra Ciesek eine LOEWE-Spitzenprofessur für ihr Institut zugesprochen wurde. Ciesek ist Professorin an der Goethe-Universität und Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt. Mit der Förderung wird eine weitere Professur an ihrem Institut für fünf Jahre finanziert. Bereits vor der Bekanntgabe des Landes hatte die Willy Robert Pitzer Stiftung eine Förderzusage für eine Stiftungsprofessur in der Virologie erteilt. Damit ermöglichen jetzt die Willy Robert Pitzer Stiftung und das Land Hessen gemeinsam die Finanzierung der Stiftungsprofessur über insgesamt zehn Jahre.  

Prof. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität, ist überzeugt: „Das SARS-CoV-2-Virus hat unser Leben in den letzten zwei Jahre stark geprägt. Gerade durch die Leistungen   der Wissenschaft konnten wir dem Virus schnell etwas entgegensetzen. Um auch künftig gut vorbereitet zu sein, bedarf es Spitzenforschung auf dem Gebiet der Virologie. Mit der neuen Stiftungsprofessur, die wir auch mit Hilfe des Landes Hessen und der Willy Robert Pitzer Stiftung einrichten können, schaffen wir eine breitere Basis für die Spitzenforschung am Institut für Medizinische Virologie unter Leitung von Professorin Sandra Ciesek.“

Angela Dorn, Ministerin für Wissenschaft und Kunst des Landes Hessen, sagt: „Unsere LOEWE-Professuren schaffen attraktive Bedingungen, mit denen wir wissenschaftliche Stars besser in Hessen halten oder nach Hessen holen können – das zeigte die LOEWE-Spitzen-Professur für Prof. Dr. Sandra Ciesek, mit der wir eine international renommierte und gefragte Forscherin und Wissensvermittlerin besser an die Goethe-Universität und das Universitätsklinikum binden konnten. Im Fall der neuen Stiftungsprofessur ist das LOEWE-Programm ein hervorragender Hebel, um wichtige und notwendige Kooperationen für die Forschung, für neue wissenschaftliche Erkenntnisse und damit zum Nutzen für uns alle zu stärken.“

Dr. Helmut Häuser, Vorsitzender des Vorstands der Willy Robert Pitzer Stiftung, erklärt: „Das Ziel der Willy Robert Pitzer Stiftung ist die Förderung von Forschung und Lehre in der Medizin. Seit Beginn der Corona-Pandemie versuchen wir daher, den Kampf der Wissenschaft gegen diese Erkrankungswelle zu unterstützen und sind froh, dass wir durch die neue Stiftungsprofessur gemeinsam mit dem Land die Virusforschung an Goethe-Universität und Universitätsklinikum Frankfurt nachhaltig stärken können.“

Prof. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikum Frankfurt, meint: „Die aktuelle SARS-CoV-2-Pandemie hat uns gezeigt, wie wichtig eine gut aufgestellte Virologie ist. Die Willy Robert Pitzer Stiftungsprofessur wird das Institut für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt weiter stärken, damit es seine Aufgaben in Forschung und Ausbildung, aber auch in der Diagnostik für die Krankenversorgung dauerhaft wahrnehmen kann.“

Prof. Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie des Universitätsklinikum Frankfurt, sagt: „Viele der neuen Viruskrankheiten der vergangenen Jahre wurden durch RNA-Viren ausgelöst, zum Beispiel Ebola, MERS oder SARS. Um auf neue pathogene Viren gut vorbereitet zu sein, müssen wir noch besser verstehen, wie sie im Menschen wirken und wie sie sich verbreiten. Dazu wird die Willy Robert Pitzer Stiftungsprofessur einen wichtigen Beitrag leisten.“

Bilder zum Download: https://uni-frankfurt.de/121386662

Bildtexte:

1. Gruppenfoto (von links):
Prof. Dr. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität Frankfurt
Prof. Dr. Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie, Universitätsklinikum Frankfurt
Angela Dorn, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst
Dr. Helmut Häuser, Vorsitzender des Vorstands der Willy Robert Pitzer Stiftung
Prof. Dr. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikum Frankfurt
Foto: Jürgen Lecher für Goethe-Universität

2. Pressekonferenz zur „Willy Robert Pitzer Stiftungsprofessur für Molekulare Virologie humanpathogener RNA-Viren“ Foto: Jürgen Lecher für Goethe-Universität


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 28 2022
15:47

Mobilitätsforscher der Goethe-Universität präsentieren Ergebnisse einer Haushaltbefragung in Frankfurt 

Neue Räume für Mobilität

FRANKFURT. Wie bewerten die Frankfurterinnen und Frankfurter aktuelle verkehrspolitische Maßnahmen – wie etwa eine erneute Sperrung des Mainkais für den Autoverkehr? Was halten sie von der Umwandlung von Auto- in Radspuren? Und unter welchen Umständen sprechen sie sich für eine Neuaufteilung öffentlicher Räume aus? Im Rahmen einer Haushaltsbefragung des Instituts für Humangeographie haben sich Frankfurter Bürgerinnen und Bürger zu diesen und anderen Fragen geäußert.

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts stellt die Arbeitsgruppe Mobilitätsforschung am Institut für Humangeographie nun vor in einer Veranstaltung mit anschließender Podiumsdiskussion     

am 5. Juli um 19 Uhr
im Casino, Renate von Metzler-Saal (1.801),
Campus Westend der Goethe-Universität.

An der Veranstaltung „Neue Räume für die Mobilität in Frankfurt“ nehmen als Podiumsgäste teil: Beatrix Baltabol (Radentscheid Frankfurt), Prof. Dr.-Ing. Martin Knöll (TU Darmstadt, Heiko Nickel (Dezernat Mobilität und Gesundheit) und Dr. Alexander Theiss (Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main). Die Moderation übernehmen Sina Selzer und Monika Pentenrieder, Doktorandinnen am Institut für Humangeographie. 


Die Veranstaltung wird organisiert von der Arbeitsgruppe Mobilitätsforschung, der neben dem Mobilitätsforscher Prof. Dr. Martin Lanzendorf, Annabell Baumgartner, Nora Klinner und Marlene Mösle angehören.

Weitere Informationen:
Annabell Baumgartner und Nora Klinner
Institut für Humangeographie
Goethe-Universität
klinner@geo.uni-frankfurt.de und a.baumgartner@geo.uni-frankfurt.de


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Büro PR & und Kommunikation, Telefon 069 798-12481, E-Mail, p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 27 2022
12:02

Veranstaltung der Buch- und Medienpraxis in der jugend-kultur-kirche sankt peter / 29. Juni 2022. 

Monströs: Lesung und Podiumsgespräch zum Thema Horror

FRANKFURT. Was ist Horror? Wovor haben wir Angst? Vor dem konkret Monströsen, etwa der sagenhaften Figur des blutdürstigen Vampirfürsten Dracula, oder vor dem nicht fassbar Unheimlichen wie elternlosen Jugendlichen, die mit Kanthölzern auf Menschenjagd gehen? Und welche Rolle spielt das Monströse überhaupt in diesen Erzählungen? Ist es die Metapher einer perspektivlosen Gesellschaft, die Parabel der stetigen Überforderung in einer überschnell gewordenen Welt, sind es die Insignien der Aussichtslosigkeit maroder Systeme? Mit Dana Grigorcea und Philipp Böhm werfen wir einen Blick auf das Spektrum des Unheimlichen und schlagen einen Bogen von den Monsterfiguren, wie wir sie kennen, zum unsichtbaren und schleichenden Horror des Alltäglichen. Die Veranstaltung „Monströs: Horror als literarisches Narrativ unlebbarer Verhältnisse“ findet statt im Rahmen des Kurses Kulturmanagement 2022 der Buch- und Medienpraxis an der Goethe-Universität Frankfurt, geleitet von Silke Hartmann in Kooperation mit dem Hessischen Literaturforum im Mousonturm und der jugend-kultur-kirche sankt peter.

Mittwoch, 29. Juni 2022, 19.30 Uhr:
„Monströs: Horror als literarisches Narrativ unlebbarer Verhältnisse“
Mit Dana Grigorcea und Philipp Böhm
Moderation: Tristan Bortlik und Sophia Stier, Musik: DJ Bunny Tsukino
jugend-kultur-kirche sankt peter, Stephanstraße 6, 60313 Frankfurt am Main
Eintritt: 8,- / 5,-. Anschlussparty mit DJ Bunny Tsukino.

Dana Grigorcea, geboren 1979 in Bukarest, studierte Germanistik und Nederlandistik. Die Werke der rumänisch-schweizerischen Schriftstellerin, etwa der Roman „Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit“ oder die Novelle „Die Dame mit dem maghrebinischen Hündchen“, wurden in mehrere Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem 3sat-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. Ihr Roman „Die nicht sterben“ wurde 2021 für den Deutschen Buchpreis nominiert und 2022 mit dem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet. Dana Grigorcea lebt seit vielen Jahren mit ihrer Familie in Zürich. Die Schriftstellerin nimmt in ihrem Roman „Die nicht sterben“ transsilvanische Mythen in den Blick und verknüpft die Geschichte des Fürsten Dracula mit dem Porträt einer postkommunistischen Gesellschaft, die in einer Art Zwischenreich der Perspektivlosigkeit gefangen scheint.

Philipp Böhm, geboren 1988 in Ludwigshafen, studierte in Jena und Bremen. Er ist Mitglied der Redaktion des Literatur- und Kulturmagazins metamorphosen, schreibt für die Wochenzeitung Jungle World und arbeitet für das Kreuzberger Literaturhaus Lettrétage. 2014 erhielt er das Bremer Autorenstipendium, sein Debütroman „Schellenmann“ erschien 2019 im Verbrecher Verlag. 2022 folgte der Erzählungsband „Supermilch“. Philipp Böhm lebt und arbeitet in Berlin. Die Geschichten in Philipp Böhms Erzählband „Supermilch“ beschreiben eine unruhige, nervöse Zeit: sie erzählen von der Transformation der Arbeitswelt und der Unmöglichkeit, innezuhalten, vom digitalen Alltag und der Ermüdung durch die stetige Selbstoptimierung, von einer unerklärbaren, aber immer präsenten Angst.

Bunny Tsukinos Sound lässt sich am besten als eine Mischung aus treibenden Breaks, Jungle-Beats und modernen Electro-Tunes beschreiben. Sie ist nicht nur Teil des Berlin-Leipzig Labels none/such, sondern auch Mitbegründerin der neuen Veranstaltungsreihe „HOTSHOT“ im Institut für Zukunft und kuratiert den Leipziger Mittwochsklassiker „Halftime“ im Conne Island.

Buch- und Medienpraxis sind Bela Bärmann, Paula Blömers, Tristan Bortlik, Chiara Eich, Siria Ertel, Sophie Gawehn, Caroline Geißler, Gabriela Gietl, Simona Härter, Nathalie Hartwig, Janice Herder, Angela Karnoll, Pauline Klink, Céline Krost, Saskia Mattonet, Kira Meyer, Katharina Moll, Annika Müller, Marie N'gouan, Linda Reiche, Alina Schunk, Maike Steinbacher, Sophia Stier, Michael Theil, Anne Uhl, Elisabeth Waczek, Georg Weigand u. Benedikt Zopes.

Weitere Informationen und Bildmaterial:
Silke Hartmann, Kulturperle – Kommunikation und Kulturmanagement. Tel: 069 36704417 / Mob: 015150520162. silke.hartmann@kulturperle.com; www.kulturperle.comdie


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jun 27 2022
11:55

Die Ausstellung vom 8. Juli 2022 – 8. Januar 2023 ist ein Kooperationsprojekt der Deutschen Bundesbank und des Museum Giersch der Goethe-Universität

ORTSWECHSEL. Die Kunstsammlung der Deutschen Bundesbank zu Gast im Museum Giersch der Goethe-Universität 

FRANKFURT. Eine Premiere im Museum Giersch der Goethe-Universität: Erstmals präsentiert die Deutsche Bundesbank ihre bedeutende Kunstsammlung moderner und zeitgenössischer Kunst öffentlich in einem Museum. Unter dem Titel „ORTSWECHSEL. Die Kunstsammlung der Deutschen Bundesbank zu Gast im Museum Giersch der Goethe-Universität“ ist vom 8. Juli 2022 bis 8. Januar 2023 eine Auswahl von ca. 90 Kunstwerken aus der Sammlung der deutschen Zentralbank zu sehen. Die Werkauswahl stellt einen Querschnitt durch die deutsche Kunstgeschichte des 20. und frühen 21. Jahrhunderts dar – angefangen mit prominenten Positionen der deutschen Kunst nach 1945 wie Georg Baselitz, Anselm Kiefer, Wolfgang Mattheuer oder Ernst Wilhelm Nay, bis hin zu Künstler*innen der Gegenwart wie Anne Imhof, Jorinde Voigt oder Jonas Weichsel.

Als deutsche Zentralbank hat die Bundesbank zahlreiche Aufgaben rund um das Thema Geld und leistet als Teil des Eurosystems ihren Beitrag zur Stabilität der gemeinsamen Währung. Weniger bekannt ist, dass sie über einen umfangreichen Kunstbestand verfügt – vor allem Malerei, Grafik und Skulptur, vereinzelt auch Fotografie. Der Zugang zu dieser Kunstsammlung ist zwar prinzipiell möglich, aber durch Sicherheitsvorgaben eingeschränkt. Mit dieser Ausstellung nun tritt die Sammlung in den Fokus der breiten Öffentlichkeit und es erschließt sich ihr besonderer Charakter.

„Das Museum Giersch der Goethe-Universität schätzt sich glücklich, als zweite Ausstellung nach der umfänglichen Sanierung und dem Neuauftritt unseres Ausstellungshauses Kunst aus der Deutschen Bundesbank bei sich als Gast zu haben. Die Ausstellung gibt einen einmaligen Einblick in diese großartige Sammlung“, freut sich Direktorin Dr. Birgit Sander.

ZUR AUSSTELLUNG

Der Ausstellungstitel ist Programm: Die ausgewählten Positionen ziehen temporär aus den Bankgebäuden aus und in den musealen „White Cube“ am Schaumainkai ein. Die weiß und leer belassenen Räume in den drei Ausstellungsetagen des MGGU bieten einen neutralen Hintergrund. Damit ergibt sich ein völlig anderer Wirkungsraum für die Werke als sonst die Gebäude der Bundesbank, wo die Kunst in den Fluren, Besprechungsräumen sowie den Büros und bisweilen auch zwischen Zimmerpflanzen, Kopierern und Sitzgarnituren ihren Platz hat. Der „Ortswechsel“ wird zum Perspektivenwechsel, wie auch Dr. Joachim Nagel, Präsident der Deutschen Bundesbank, feststellt: „Der „Ortswechsel“ ist nicht nur räumlich zu verstehen, er verspricht auch neue Sichtweisen. Die Ausstellungspräsentation eröffnet Korrespondenzen zwischen Werken aus verschiedenen Zeiträumen und erlaubt – auch für uns – einen frischen Blick auf die über Jahrzehnte gewachsene Sammlung.“

Die Kunstwerke treffen in den kabinettartigen Räumen des MGGU in thematisch gegliederten Konstellationen aufeinander. Es entstehen Dialoge zwischen Werken aus unterschiedlichsten Entstehungszeiten und -kontexten: Eine Arbeit von Anne Imhof mit gestischen Kratzern im Acryllack auf Aluminium trifft auf die „Übermalungen“ Arnulf Rainers. Rupprecht Geigers leuchtend rotes Farbfeld begegnet den ironisch konnotierten Arbeiten Monica Baers. In ihrer Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte steht Anselm Kiefers archaisierende Bildwelt den konzeptuellen Fotografien von Annette Kelm gegenüber. Die Besucher*innen sind eingeladen, sich auf diese Dialoge einzulassen und selbst miteinander ins Gespräch zu kommen.

„'Ortswechsel' - einen passenderen Titel, eine passendere Ausstellung im Museum Giersch der Goethe-Universität kann es kaum geben. Nicht nur in, sondern mit der Ausstellung wird dieser vollzogen – ein Ortswechsel zwischen Bundesbank und Universität, zwischen Forschungseinrichtungen und wissenschaftsnahem Museum“, so Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität.

Den Einstieg in die Ausstellung bilden mit Werken von Karl Otto Götz, Emil Schumacher oder Hans Hartung Positionen der informellen Kunstrichtung, mit deren Erwerbungen der Sammlungsaufbau in den 1950er Jahren begann. In den folgenden Räumen richtet sich der Fokus dann auf Gegenüberstellungen zeitgenössischer und historischer Positionen. Zehn Themenräume eröffnen somit jeweils neue Blickwinkel auf einzelne Aspekte der Sammlung: „Fortsetzung des Gestischen“; „Farbe absolut“; „Neue Figuration“; „Farbräume“; „Landschaften“; „Geschichte und Geschichten“; „Körper und Identität“; „Imagination und Wirklichkeit“; „Konkrete Formen“ und „Vielfalt der Gegenwart“. Exklusiv für die Ausstellung gestalten die beiden Künstler*innen Frauke Dannert und Michael Riedel jeweils eigene Räume mit aktuellen Arbeiten und installativen Elementen.

Eingebettet in den Rundgang ist ein dokumentarisch angelegter Raum zur Kunst im Kontext der Bank. Zahlreiche Innenaufnahmen aus den Bankgebäuden zeigen die dortige Einbindung der Kunst in den Arbeitsalltag. Ein eigens für die Ausstellung produzierter Kurzfilm lässt die Mitarbeitenden der Bank schließlich selbst zu Wort kommen. So wird erfahrbar, wie die Kunstwerke vor Ort die Räume prägen und den Arbeitsalltag bereichern, indem sie zu Reflektionen, zu Interpretationen, zu Erkenntnis und emotionalen Reaktionen anregen.

Die Ausstellung informiert schließlich ebenfalls über die Geschichte dieser besonderen Sammlung, die auch Momente der deutschen Geschichte nach 1945 widerspiegelt. Die Sammlungstätigkeit fokussiert sich auf Kunst aus dem deutschsprachigen Raum. Die Anfänge der mittlerweile mehrere Tausend Werke zählenden Sammlung gehen bis in die Gründungsjahre der Institution in der Nachkriegszeit zurück, als junge informelle Positionen wie Karl Otto Götz oder Heinz Kreutz angekauft wurden. Sie standen für den Aufbruch und eine neue künstlerische Freiheit nach westlichem Vorbild. Gleichfalls kamen Positionen der klassischen Moderne hinzu, darunter Arbeiten von Erich Heckel, Hans Purrmann oder Karl Hofer. In den folgenden Dekaden wurde die Sammlung nach und nach durch aktuelle Positionen erweitert. Nach der deutschen Wiedervereinigung kamen dezidiert Künstler*innen aus den neuen Bundesländern hinzu.

Kuratorinnen der Ausstellung: Dr. Iris Cramer, Dr. Katrin Kolk, Dr. Birgit Sander

Kuratorische Assistenz: Rebecca Leudesdorff und Antonella B. Meloni

Pressekonferenz: Mittwoch, 6. Juli 2022, 11 Uhr
Bitte um vorherige Anmeldung an
presse@mggu.de

Podium:

• Dr. Birgit Sander, Direktorin MGGU – Museum Giersch der Goethe-Universität
• Michael Best, Zentralbereichsleiter Kommunikation, Deutsche Bundesbank
• Dr. Iris Cramer, Kuratorin der Kunstsammlung Deutsche Bundesbank
• Dr. Katrin Kolk, Kuratorin der Ausstellung, MGGU – Museum Giersch der Goethe-Universität

Hinweis: Für Studierende und Mitarbeitende der Goethe-Universität ist der Eintritt bei Vorlage einer gültigen GoetheCard kostenfrei!

Bilder und Texte zum Download unter: https://www.mggu.de/presse/

Zur Ausstellung erscheint eine Begleitpublikation, die über die Kunstsammlung informiert, den „Ortswechsel“ der Werke thematisiert und eine Auswahl der Exponate – thematisch gegliedert – vorstellt. Sie kostet 10 € an der Museumskasse. Die Ausstellung wird von einem vielfältigen Programmangebot begleitet. Aktuelle Informationen über alle Veranstaltungen finden Sie immer aktualisiert auf der Website: www.mggu.de

Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main
Eintritt: Erwachsene 7,- € / Ermäßigt 5,- €. Personen unter 18 Jahren haben freien Eintritt.

Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr, Sa, So 10–18 Uhr, Do 10–20 Uhr
An Feiertagen 10–18 Uhr geöffnet: 25.12.2022, 01.01.2023

Informationen: Christine Karmann, Kommunikation und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/138210121, E-Mail: presse@mggu.de

Adresse: Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main


Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, kaltenborn@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jun 24 2022
12:43

Ideenwettbewerb richtet sich an Frankfurter Stadtgesellschaft - kreative Konzepte für mehr Tier- und Pflanzenarten in Frankfurt gefragt

Mehr Artenvielfalt vor der Haustüre

Gemeinsame Pressemitteilung 
von Frankfurter Sparkasse, Goethe-Universität, Palmengarten, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Umweltdezernat der Stadt Frankfurt

Einen besseren Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten in der Stadt – das ist Ziel des gemeinsamen Ideenwettbewerbs von Goethe-Universität, Palmengarten, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Umweltdezernat der Stadt Frankfurt und Frankfurter Sparkasse. Der Wettbewerb wurde heute anlässlich des Festakts zum 200. Firmenjubiläum der Frankfurter Sparkasse bekannt gegeben. Ausgezeichnet werden sollen Konzepte von Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern, die die Artenvielfalt in Frankfurt erhalten und erhöhen.

FRANKFURT. Ob es weniger Tier- und Pflanzenarten auf der Erde geben wird, entscheidet sich nicht nur in fernen Regionen der Erde. Es entscheidet sich auch hierzulande, in unseren Städten, vor unserer Haustüre: Städte haben sich längst zu einem Ökosystem mit zahlreichen Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Doch es könnten weitaus mehr sein. Der Ideenwettbewerb „Miteinander. Füreinander: Mehr Biodiversität in Frankfurt“, der heute bei einem Festakt der Frankfurter Sparkasse zum 200-jährigen Firmenjubiläum vorgestellt wurde, lädt Frankfurter Bürgerinnen und Bürger dazu ein, sich mit Konzeptvorschlägen zu beteiligen: Preisgekrönt werden sollen Projekte zur Erhöhung der Artenvielfalt in Frankfurt, die modellhaft, kreativ, langfristig ausgerichtet und wirksam sind und das Gemeinwohl der Stadtgesellschaft im Blick haben. Bewerben können sich Einzelpersonen ebenso wie Schulklassen, Projektgruppen oder Vereine. Weitere Informationen wie etwa über den Bewerbungsschluss erteilt das Nachhaltigkeitsbüro der Goethe-Universität.

Die gemeinsame Initiative für den Wettbewerb stammt von Goethe-Universität, Palmengarten, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, dem Dezernat für Klima, Umwelt und Frauen der Stadt Frankfurt und der Frankfurter Sparkasse – sie alle wollen die Frankfurter Stadtgesellschaft für das Thema Artenvielfalt sensibilisieren. Und ihrerseits einen Beitrag leisten: Die Frankfurter Sparkasse stiftet das Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro (1. Preis), 10.000 Euro (2. Preis) und 5.000 Euro (3. Preis). Die wissenschaftlichen Projektträger werden die ausgewählten Initiativen mit ihrer Expertise begleiten. Auch das Frankfurter Dezernat für Klima, Umwelt und Frauen hat seine Unterstützung zugesagt. 

Zum Hintergrund:

Was ist Biodiversität? Und warum sind schwindende Populationen von Feldhamster und Hummel keine Bagatelle? Als Biodiversität gilt laut Umweltbundesamt eine Vielfalt der Ökosysteme, genetische Vielfalt und ein Reichtum an Arten bei Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen: Nur sie geben der Natur den Spielraum, auf Umweltveränderungen zu reagieren und sich zu regenerieren. Am Beispiel des Insektenschwunds zeigt sich, wie der Verlust einiger Mitspieler das Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen können: Mehr als 80 Prozent der Erträge im Pflanzen- und Obstbau sind hierzulande von der Insektenbestäubung abhängig.

Doch es gibt durchaus Wege zu mehr Artenvielfalt in der Stadt, wie Studien zu Klimawandel und Biodiversität belegen: Dazu gehören urbane Waldgärten, die den geschlossenen Baumbestand erhöhen; dazu gehört auch, unversiegelte Flächen zu belassen und zuvor versiegelte Flächen neu zu bepflanzen, Grünflächen zu vernetzen, urbane Gemüsegärten auf vorherigen Grünstreifen anzulegen, Pflanzen zu setzen, die hochspezialisierten Arten als Nahrung dienen, sowie neue Lebensräume zu schaffen wie Wasserflächen und Totholzhaufen. Das Arten- und Biotopkonzept der Stadt Frankfurt (ASBK) beschreibt bereits Handlungsfelder, an die Projektideen anknüpfen könnten.

Weitere Informationen
Nachhaltigkeitsbüro der Goethe-Universität
Peggy Feige
Campus Westend
Theodor-W.-Adorno-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Telefon +49 (0)69 798-12359
E-Mail: feige@uni-frankfurt.de


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Büro PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, Fax 069 798-763-12531, p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 23 2022
15:12

Vortrag an der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main 

Die Instrumentalisierung der Frankfurter Judaica-Sammlung in der NS-Zeit

Dr. Rachel Heuberger, die Vorsitzende des Gemeinderats der Frankfurter Jüdischen Gemeinde, beleuchtet in einem Vortrag an der Universitätsbibliothek die Geschicke der Judaica-Sammlung „Von Aron Freimann zum Institut zur Erforschung der Judenfrage“.

FRANKFURT. Die Ereignisse und Entscheidungen in der NS-Zeit bezüglich der Frankfurter Judaica-Sammlungen sind Thema eines Vortrags im Rahmenprogramm zur Ausstellung „StolperSeiten: NS-Raubgut in der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main“. Als ehemalige Leiterin der Judaica-Sammlung der Universitätsbibliothek Frankfurt hat sich Dr. Rachel Heuberger eingehend mit dieser Thematik befasst und kann tiefe Einblicke dazu bieten.

Aron Freimann (+ 1948) gilt als Vater dieser weltweit bedeutenden Judaica- und Hebraica-Sammlung der damaligen Frankfurter Stadtbibliothek. Er wurde 1933 entlassen und emigrierte 1939. Die Sammlung selbst sollte dann der antisemitischen Forschung unter den Nationalsozialisten dienen.

Donnerstag, 30. Juni 2022, 19:00 Uhr:
„Von Aron Freimann zum Institut zur Erforschung der Judenfrage“
Vortrag von Dr. Rachel Heuberger
in der Eingangshalle der Zentralbibliothek, Eintritt frei.
Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Zentralbibliothek (Eingangshalle) Bockenheimer Landstraße 134-138, 60325 Frankfurt am Main
Anmeldung erbeten:
events@ub.uni-frankfurt.de

Der Vortrag findet im Rahmen der Ausstellung „StolperSeiten – NS-Raubgut in der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main“ statt. Mehr Informationen zur Ausstellung: https://www.ub.uni-frankfurt.de/ausstellung/stolperseiten.html
Vor dem Vortrag gibt es die Möglichkeit, an einer Führung durch die Ausstellung teilzunehmen. Beginn: 17.30 Uhr am Eingang des Schopenhauer-Studios.

Anmeldung erbeten: events@ub.uni-frankfurt.de
Kontakt für Pressefragen allgemein: Bernhard Wirth, Stabsabteilungen Personalentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit der Bibliothek, Tel. +49 (69) 798 39223; Mail: pr-team@ub.uni-frankfurt.de  


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jun 22 2022
14:28

Die amerikanische Philosophin widmet sich in drei Vorlesungen der historischen und kulturellen Rekonstruktion von Race. 

Adorno-Vorlesungen 2022: Linda Martín Alcoff über „Race, Culture, History“

FRANKFURT. Für die Adorno-Vorlesungen 2022 konnte die Philosophin Linda Martín Alcoff (Hunter College/Graduate Center der City University of New York) gewonnen werden. Ihre drei Vorlesungen laufen unter dem Titel „Race, Culture, History“ und finden vom 29. Juni bis zum 1. Juli 2022 im Hörsaal IV am Campus Bockenheim statt.

Darin widmet sich Alcoff der historischen und kulturellen Rekonstruktion von Race und damit verbundenen Identitäten: Welche Erfahrungen entstehen aus der konstitutiven Beziehung von Race, History and Culture? Wie sind bestimmte Vorstellungen von Race mit konkreten, regressiven wie progressiven, Praktiken und Lebensweisen verbunden? Und inwieweit braucht es neue Ansätze, um die Narrative des Rassismus und ihr Fortbestehen zu überwinden und gesellschaftliche Verhältnisse zu transformieren? Die Vorlesungen finden auf Englisch statt.

Erste Vorlesung: „The Historic Formation of Race“, 29. Juni
In ihrer ersten Vorlesung mit dem Titel »The Historic Formation of Race« untersucht Linda M. Alcoff die zeitlich und lokal variierenden Vorstellungen von Race und nimmt bislang unterbestimmte und fehlgeleitete Zusammenhänge in den Blick. Die Differenzkategorie Race, so Alcoff, ist nicht begrifflich falsch, ideologisch oder moralisch verwerflich, sondern entwickelte sich im Zuge historischer Ereignisse und erweist sich als durchweg sozial, kontextgebunden und dynamisch. Race umfasst gemeinsame Lebensformen, Subjektivierungsweisen und geteiltes Wissen, die aus der Kolonialgeschichte entstanden sind und bis in die Gegenwart fortdauern.

Zweite Vorlesung: „Cultural Racism“, 30. Juni
Unter dem Titel »Cultural Racism« wendet sich Alcoff in ihrer zweiten Vorlesung dem von Frantz Fanon in den 1950ern geprägtem Konzept des kulturellen Rassismus zu und entwickelt es auf Grundlage theoretischer und gesellschaftspolitischer Diskurse weiter: Einerseits legitimieren die rassistischen und kolonialen Ideologien bis heute Krieg, Enteignung und die Verweigerung von demokratischer Partizipation, anderseits eröffnet die kritische Reflexion des Konzepts die Möglichkeit einer antikolonialen und widerständigen Praxis sowie eine Reformierung sozialer Ideen und Praktiken. Alcoff zeigt, wie bestehende problematische Vorstellungen über den Globalen Süden zu überwinden sind, um Kulturen in ein neues, emanzipatorisches Verhältnis zueinander setzen zu können.

Dritte Vorlesung: „The Crises of White Identity“, 1. Juli
Die weiße Identität befindet sich in einer Krise. Die rassistische Abwehr und nationalistische Verweigerung der sowie die öffentlichen Angriffe auf die Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erben sind davon ebenso Ausdruck wie die immer noch in Alltagspraktiken und Lebensweisen verankerte, jetzt aber zu bröckeln beginnende Vorstellung einer weißen Vormachtstellung. In ihrer dritten Vorlesung »The Crises of White Identity« lokalisiert Alcoff progressive Gestaltungsräume in diesen Spannungsfeldern und zeigt Möglichkeiten der Transformation und für die gemeinsame Neugestaltung von Lebensweisen.

Linda M. Alcoff, Prof. Dr., ist Professorin für Philosophie am Hunter College und dem Graduate Center der City University of New York. Zu ihren Forschungsfeldern zählen die Kontinentalphilosophie des 19. und 20. Jahrhunderts, Critical Race Studies, Sozialphilosophische Epistemologie, Postkoloniale und Feministische Theorien sowie die Lateinamerikanische Philosophie. Linda M. Alcoff war Mitglied des Programmbeirats der New York Society for Women in Philosophy und Präsidentin der American Philosophical Association. Als Autorin schreibt sie regelmäßig für die New York Times, Aeon und New York Indypendent. Für ihre 2006 erschienene Publikation Visible Identities. Race, Gender and the Self (Oxford: Oxford University Press) erhielt Linda M. Alcoff den Frantz Fanon Preis der Carribean Philosophical Association. Zu ihren weiteren Buchveröffentlichungen zählen unter anderem: Rape and Resistance. Understanding the Complexities of Sexual Violation. Cambridge: Polity Press 2018; The Future of Whiteness. Cambridge: Polity 2015; The Routledge Companion to the Philosophy of Race. New York und London: Routledge 2018 (Hg. zusammen mit Paul Taylor and Luvell Anderson).

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des IfS: https://www.ifs.uni-frankfurt.de/eventleser/linda-martin-alcoff-race-culture-history.html  

Kontakt: Mirko Broll, Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Referent für Öffentlichkeitsarbeit, Institut für Sozialforschung (IfS), broll@em.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jun 21 2022
11:42

CARMA FUND I erreicht First Closing mit 47 Millionen Euro

Life Science-Projekte schneller in die Anwendung bringen 

•          47 Millionen Euro von den Initiatoren des Fonds, Ascenion und Goethe-Universität, sowie dem European Investment Fund (EIF), Evotec und anderen Investoren
•          Investitionsschwerpunkt auf aussichtsreichen, frühen Start-ups und Projekten von Ascenions und Innovectis' Partnerinstituten und anderen europäischen akademischen Institutionen
•          Investmenthorizont von 15 + 5 Jahren erlaubt den Partnern – und den von ihnen unterstützten Institutionen –, an künftigen Gewinnen zu partizipieren


FRANKFURT AM MAIN, MÜNCHEN. Ein starkes Konsortium hat den CARMA FUND auf den Weg gebracht: die Initiatoren Ascenion GmbH, ein auf Life Sciences spezialisiertes Technologietransferunternehmen der LifeScience-Stiftung und die Goethe-Universität in Frankfurt am Main mit ihrem Transferunternehmen Innovectis GmbH zusammen mit dem European Investment Fund (EIF), dem Life Science-Unternehmen Evotec SE und anderen Investoren. Der Fonds ist ein neues Instrument, um den Transfer früher Life Science-Projekte in die Anwendung zu unterstützen. Die CARMA FUND Management GmbH wird den Fonds verwalten. Geschäftsführer sind Christian Leikert und Dr. Martin Raditsch.  

Das Zielvolumen des Fonds liegt bei 60 Millionen Euro und für das erste Closing wurden 47 Millionen Euro zugesagt. Die Mittel werden in erster Linie in vielversprechende Start-ups und Projekte von Ascenion- und Innovectis-Partnerinstituten oder anderen deutschen und europäischen Institutionen investiert. Die wichtigsten Auswahlkriterien sind wissenschaftliche Exzellenz und die Aussicht auf besonderen gesellschaftlichen oder Patientennutzen sowie finanzieller Erfolg. CARMA adressiert das gesamte Spektrum der Life Sciences und der Medizin, u.a. neue therapeutische und diagnostische Ansätze, Plattformtechnologien, Medizintechnik und Digital Health. Neben der Investition erhalten die ausgewählten Vorhaben auch Unterstützung durch das Netzwerk der Partner, das hochkarätige Industrievertreter und Experten umfasst.

„Mit dem CARMA FUND haben wir ein besonders leistungsfähiges Instrument für den Technologietransfer geschaffen, das erfolgreiche Akteure auf dem Gebiet zusammenbringt", so Dr. Martin Raditsch und Christian Leikert, Geschäftsführer von CARMA FUND Management.

„Die Zusage der beteiligten Partner zeigt, dass die akademische Life Science-Forschung einen wichtigen Beitrag zur Lösung akuter Probleme leisten kann", meint Prof. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität. „Mit dem CARMA FUND stärkt die Goethe-Universität die Funding-Aktivitäten innerhalb ihres Knowledge Transfer Eco Systems, bestehend aus IP-Management, Incubation, Founding, Shareholding und Funding“, ergänzt der Vorsitzende des Innovectis-Aufsichtsrats, Prof. Michael Huth, Vizepräsident der Goethe-Universität.

Dr. Christian Stein, Geschäftsführer von Ascenion und Mitglied im Investor Advisory Board des Fonds, ergänzt: „Dieser Fonds markiert einen Wendepunkt für die Ascenion. Er erlaubt uns, schnell und flexibel Geld für die Entwicklung herausragender früher Projekte bereitzustellen. Der Investitionshorizont von mehr als 15 Jahren ist auf die Dauer therapeutischer und diagnostischer Entwicklungen abgestimmt. Das ermöglicht uns, an künftigen Gewinnen teilzuhaben und diese für gemeinnützige Zwecke an die LifeScience-Stiftung auszuschütten."

Die CARMA FUND Management GmbH wurde rechtlich umfassend von der auf Fonds spezialisierten Boutique-Kanzlei Orbit unterstützt. 


Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter des Büros PR & Kommunikation/Pressesprecher der Goethe-Universität. Telefon +49 (0)69 798 13035; -12472 (Sekretariat); kaltenborn@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jun 17 2022
12:35

Unabhängige und einzigartige Auszeichnung prämiert alle zwei Jahre herausragenden wissenschafts- und hochschulpolitischen Journalismus (Print/Online/Hörfunk). Bewerbung ab sofort möglich: Einsendeschluss ist der 1. Oktober 2022

Goethe-Medienpreis geht in die nächste Runde  

FRANKFURT. Der Goethe-Medienpreis geht 2022 in die achte Runde: Um den Preis können sich in der aktuellen Ausschreibungsrunde ab Juni 2022 deutschsprachige Print-, Hörfunk- und Online-Journalisten mit ihren Arbeiten bewerben. Veröffentlichungen, die vor dem 1. März 2021 erschienen sind, können aus Aktualitätsgründen nicht berücksichtigt werden. Interessierte bewerben sich entweder selbst oder werden durch Vorschlag der Jury dazu ermuntert. Die Ausschreibungsfrist für den Goethe-Medienpreis endet am 1. Oktober 2022. Über die Preisvergabe entscheidet im Januar 2023 eine unabhängige Jury. Die feierliche Preisvergabe erfolgt bei der DHV-Wissenschaftsgala im Frühjahr 2023.

Hochschul-und Wissenschaftspolitik spannend erzählen, neue Themen und Entwicklungen erkennen und journalistisch aufgreifen, publizistische Impulse setzen für Reformen; aber vor allem: die wachsende Bedeutung von Wissenschaft und Wissenschaftspolitik für die Gesellschaft deutlich machen und damit mehr publizistische Relevanz für politische Entscheidungen schaffen: Ansprüche, die der Goethe-Medienpreis seit 2008 an Arbeiten seiner Preisträgerinnen und Preisträger stellt.

Die unabhängige Auszeichnung wird 2022 zum achten Mal von der Goethe-Universität Frankfurt ausgeschrieben - mit Unterstützung der FAZIT-Stiftung und des Deutschen Hochschulverbandes (DHV). Preisträgerinnen und Preisträger der europaweit einzigartigen Auszeichnung, die sich auch an Medienschaffende aus Österreich und der Schweiz wendet, haben nicht selten wissenschaftspolitische Fehlentwicklungen aufgedeckt sowie wegweisende Analysen angestellt und stilistisch herausragende umgesetzt.

Die Jury aus renommierten Fachleuten sucht verständliche und stilistisch herausragende Beiträge, die markante Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich von Wissenschafts- und Hochschulpolitik einem breiten Publikum vermitteln.

Pro Bewerber ist nur ein Beitrag zulässig. Im Falle einer thematisch orientierten Artikelserie eines Autoren-Teams wird der Preis auf die Mitglieder der Autorengruppe zu gleichen Teilen aufgeteilt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Es werden drei Preise vergeben:

1. Preis: 4.000 Euro

2. Preis: 1.800 Euro

3. Preis: 1.000 Euro

Bitte schicken Sie die formlose Bewerbung mit dem entsprechenden Beitrag zusammen mit einer maximal einseitigen Begründung, warum Sie Ihre Arbeit für preiswürdig halten, unter dem Stichwort „Goethe-Medienpreis“ an folgende Adresse: Goethe-Universität Frankfurt, Abteilung PR und Kommunikation, Dr. Olaf Kaltenborn, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main oder per Mail an presse@uni-frankfurt.de, Stichwort „Goethe-Medienpreis“.

Der Goethe-Medienpreis wurde 2008 auf Initiative der Goethe-Universität gegründet und von der FAZIT-Stiftung sowie dem DHV mitgefördert; bis heute ist er die einzige Auszeichnung, bei der ausschließlich die Arbeiten wissenschafts- und hochschulpolitisch tätiger Journalisten im Fokus stehen. Seit 2008 wurden 18 Preisträgerinnen und Preisträger prämiert und Preisgelder in Höhe von insgesamt fast 45.000 Euro in den Kategorien Print, Online und Hörfunk vergeben. Die Jury aus renommierten Fachleuten hatte in dieser Zeit die Qual der Wahl zwischen fast 300 Bewerbungen zumeist überregionaler Leitmedien. Damit hat sich der Goethe-Medienpreis als unabhängige Auszeichnung im breiten Feld der mehr als 300 deutschen Journalistenpreise etabliert. https://goethe-medienpreis.uni-frankfurt.de

Kontakt: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter des Büros PR & Kommunikation/Pressesprecher der Goethe-Universität. Telefon +49 (0)69 798 13035; -12472 (Sekretariat); kaltenborn@pvw.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jun 17 2022
11:14

Tagung an der Goethe-Universität widmet sich der Ästhetik des „Fetten“

„Dicke“ Körper in der frühen Neuzeit

FRANKFURT. Die so genannten „Fat Studies“ als interdisziplinäres Feld, das die Diskriminierung „übergewichtiger“ Menschen in den Blick nimmt, sind seit einigen Jahren auch in Deutschland angekommen. Verfolgen die gegenwartsbezogenen Fat Studies eine klare politische Agenda, so fragt jetzt eine Tagung mit dem Titel „Fat Bodies in Early Modern Europe“, die

von 28. bis 30. Juni
an der Goethe-Universität Frankfurt
und der Universität Edinburgh

stattfindet, in erster Linie nach einer Ästhetik des Fetten. Unter welchen Bedingungen wird ein Körper überhaupt als dicker Körper wahrgenommen? Und aus welchen Gründen werden Körper als dicke Körper beschrieben oder dargestellt? Die internationale und interdisziplinäre Tagung, die von der Romanistin Prof. Christine Ott (Goethe-Universität), der Germanistin Prof. Holly Fletcher (University of Manchester) und der Kunsthistorikerin Prof. Jill Burke (University of Edinburgh) ausgerichtet wird, soll die Perspektive auf eine Ästhetik des Fetten in der frühen Neuzeit ausdifferenzieren. Dabei kommt der historische, kunsthistorische und literaturwissenschaftliche Blickwinkel zum Tragen.   

In den Vorträgen geht es um literarische und künstlerische Darstellungen, Beschreibungen und Diskursivierungen fülliger Körper im Spannungsfeld zwischen soziokulturellen Normen und individuellen Vorlieben. Die Keynote-Vorträge halten Georges Vigarello und Christopher Forth, die Verfasser prominenter Monographien zum Thema („Les metamorphoses du gras. Histoire de l'obésité du Moyen Âge au XXe siècle“ (2010) und „Fat. A Cultural History of the Stuff of life" (2019)). Den dritten Keynote-Vortrag wird Holly Fletcher halten, deren Dissertation die kulturelle Bedeutung des Körpergewichts im frühneuzeitlichen Deutschland zum Thema hat.

Die Tagung steht in Zusammenhang mit dem von Christine Ott geleiteten DFG-Sachmittelprojekt „Fette Welten? Utopische und anti-utopische Diskurse über Essen und Körper in der Vormoderne“. Sie richtet sich nicht nur an ein literatur-, kultur-, geschichtswissenschaftliches und kunstgeschichtliches Fachpublikum, sondern auch an die interessierte Öffentlichkeit.

Aus Klimaschutzgründen findet die Tagung als Hybridveranstaltung mit den zwei Tagungsorten Edinburgh und Frankfurt statt.

Das Veranstaltungsprogramm zum Download unter: www.uni-frankfurt.de/120845116

Anmeldung bis 27.6.22 über fat.conference@gmail.com

Informationen:
Prof. Dr. Christine Ott
Institut für Romanische Sprachen und Literaturen
c.ott@em.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & und Kommunikation, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jun 15 2022
14:33

Summer Summit 2022 der Goethe Business School gemeinsam mit House of Pharma & Healthcare

Tagung: Digitale Transformation im Gesundheitswesen

FRANKFURT. Wie können mathematische Modelle zum Treiber pharmazeutischer Innovationen werden? Welche Plattformen benötigen wir im Gesundheitswesen? Welche Herausforderungen stellt die digitale Transformation an das Gesundheitswesen, und welche Chancen bietet sie? Beim GBS Summer Summit 2022 „Digital Transformation in Health“ gehen Referenten aus den Unternehmen AbbVie, Microsoft, Siemens Heathineers und Sanofi-Aventis diesen Fragen nach und diskutieren mit Studierenden der Goethe Business School. Veranstaltet wird der GBS Summer Summit von der Goethe Business School gemeinsam mit dem House of Pharma & Healthcare (https://www.houseofpharma.de)

GBS Summer Summit „Digital Transformation in Health“
Donnerstag, 23. Juni 2022
15:30 bis 19:00 Uhr
Vor Ort auf dem Campus Westend, Festsaal Casino,
oder Online

Die Teilnahme ist kostenfrei, es ist allerdings eine Anmeldung erforderlich. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Information und Anmeldung:
www.goethe-business-school.de/en/summer-summit-2022


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Telefon 069 798-12498, E-Mail bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 15 2022
11:52

Vortrag der renommierten US-amerikanischen Philosophin Nancy Fraser über Kapitalismus als Gesellschaftsform  

Die drei Gesichter von Arbeit 

FRANKFURT. Klima-, Wirtschafts-, Demokratie-Krise: Die bedeutende US-amerikanische Philosophin Nancy Fraser betrachtet die „überwältigenden Probleme“ unserer Gegenwart als miteinander verwoben. Sie seien allesamt von ein und demselben gesellschaftlichen System verursacht worden, meint Fraser – vom Kapitalismus.

Über die Hintergrundbedingungen des Kapitalismus und darüber, wie sich soziale Bewegungen gegen ihn verbünden könnten, spricht die bedeutende Philosophin in einem Vortrag unter dem Titel

„Three Faces of Capitalist Labor: Uncovering the Hidden Ties between Gender, Race, and Class“
am
23. Juni 2022, 18:15 Uhr,
Hörsaalzentrum, Hörsaal 3
Campus Westend.

Fraser hat in den letzten Jahren an einer Kapitalismustheorie gearbeitet, die sich nicht nur für Ökonomie im engen Sinne interessiert. Kapitalismus begreift und analysiert sie nicht lediglich als Wirtschaftsform, sondern als ein komplettes Gesellschaftssystem. Als Voraussetzungen für eine profitable kapitalistische Wirtschaft identifiziert sie drei Typen von Arbeit: die ausgebeutete Lohnarbeit der Arbeiterklasse, enteignete Arbeit, verrichtet vor allem von rassistisch stigmatisierten Menschen, und Care-Arbeit, erledigt vor allem von Frauen. Fraser möchte nun zeigen, welche Zusammenhänge zwischen diesen Formen bestehen.

Nancy Fraser ist derzeit Professorin für Politikwissenschaften und Philosophie an der New School in New York. Sie ist bekannt für ihre Werke über Gerechtigkeitskonzepte und ihre Kritik an Identitätspolitik und liberalem Feminismus.

Der Vortrag findet statt auf Einladung der Kolleg-Forschergruppe Justitia Amplificata, des Forschungsverbunds Normative Orders, des Clusterprojekts ConTrust und der Leibniz Forschungsgruppe Transnationale Gerechtigkeit. Die Einführung spricht Prof. Dr. Rainer Forst.


Information:
Anke Harms | Forschungsverbund „Normative Orders“ der Goethe-Universität | Referentin für Wissenschaftskommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main | 60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 69 798-31407 | E-Mail: anke.harms@normativeorders.net


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Büro PR & und Kommunikation, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 13 2022
16:01

Neue Video-Ausstellung in der Studiengalerie 1.357

Dokumentierte Schweigeminuten  

FRANKFURT. In „Trembling Time“ fängt die israelische Videokünstlerin Yael Bartana die kollektive Erinnerungshandlung am Yom HaZikaron, dem israelischen Soldatengedenktag, auf einer viel befahrenen Schnellstraße ein. Jedes Jahr wird an Yom HaZikaron mit einer landesweiten Schweigeminute zum Klang von Sirenen an die Menschen erinnert, die in Kriegen gefallen oder Opfer von Terrorangriffen geworden sind. Dieselbe kollektive Erinnerungshandlung findet eine Woche zuvor am Yom HaShoa statt, dem Gedenktag für die Opfer der Shoa. Beide Schweigeminuten unterbrechen den Alltag und das öffentliche Leben in Israel. Die an einen Traum erinnernden Bild- und Soundsequenzen, ein Ineinander von Dokumentarischem und poetischer Verfremdung, lenken die Aufmerksamkeit auf das Spannungsverhältnis zwischen normativem, staatlich gelenktem Erinnerungsritual und individuell körperlicher Emotion des Erinnerns.

Ausstellung: Yael Bartana, „Trembling Time“,
in der  Studiengalerie 1.357.
15. Juni – 14. Juli 2022, Mo-Do 12-17.00 Uhr
I.G.-Farben-Haus, 1. OG, rechts
Eröffnung: Mittwoch, 15. Juni 2022, 20.00 Uhr


Die Studiengalerie 1.357 wird getragen vom Forschungszentrum für historische Geisteswissenschaften (Goethe Universität Frankfurt), MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, Jüdisches Museum Frankfurt und Städel Museum. Alle Ausstellungen werden in disziplinübergreifenden Lehrveranstaltungen in Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen erarbeitet. Die Ausstellung „Trembling Time“ wird von den Freunden und Förderern der Goethe Universität mitfinanziert.
http://studiengalerie.uni-frankfurt.de/


Photo Credit: Yael Bartana, Trembling Time, 2001, video still, courtesy of Annet Gelink Gallery, Amsterdam and Sommer Contemporary Art, Tel Aviv

Kontakt: Franka Marlene Schlupp, Studiengalerie 1.357, franka.schlupp@em.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jun 13 2022
11:33

Computermodellierung macht Vorhersage von Gehirnprozessen möglich. 

Lesezentrum im Gehirn bildet einen Wortfilter

Wörter zu erkennen ist die Grundlage, um die Bedeutung eines Textes zu erfassen. Wenn wir lesen, bewegen wir unsere Augen sehr effizient und schnell von Wort zu Wort. Dieser Lesefluss wird in der Regel nur dann gestört, wenn wir einem Wort begegnen, das wir nicht kennen. Ein internationales Team von Forscher*innen der Universität Wien und der Goethe-Universität Frankfurt hat nun in Experimenten mit Hilfe von funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) herausgefunden, dass die Unterscheidung von bekannten Wörtern und unbekannten Zeichenketten im Sinne eines Filterprozesses ein gutes Modell für die Hirnaktivierungsmuster ist, welche in Lesestudien beobachtet werden. Dieser Filter ist in einem für die visuelle Worterkennung wichtigen Gehirnareal, im linken unteren Schläfenlappen, verortet. Diese Ergebnisse erschienen aktuell in der Fachzeitschrift PLOS Computational Biology.

FRANKFURT. "Schrift ist und bleibt eine wichtige Informationstechnologie", sagt Benjamin Gagl, vormals Postdoktorand am Institut für Sprachwissenschaft der Universität Wien und dem Institut für Psychologie an der Goethe-Universität. Gagl untersuchte mit einem internationalen Team unter Leitung von Christian Fiebach die kognitiven und neuronalen Prozesse der Worterkennung. Schnell stellten die Forscher*innen fest, dass psychologische Theorien keine ausreichend präzisen Annahmen über die genauen Funktionen eines der am häufigsten bei Studien zur Worterkennung aktivierten Hirnareale, dem linken unteren Schläfenlappen, machen.

Wortfilter als ein Baustein für effizientes Lesen
Um diese Wissenslücke zu schließen, entwickelten Gagl und Kolleg*innen ein Modell, das etablierte Verhaltensbefunde aus der Psychologie nutzt, um die Aktivierungsstärke dieses Leseareals im Gehirn vorherzusagen. Das Modell nimmt hierbei an, dass diese Gehirnregion im Sinne eines Filters bereits bekannte Wörter von sinnlosen oder noch nicht bekannten Buchstabenfolgen trennt und nur bekannte Wörter zu nachfolgenden Prozessen der Bedeutungsverarbeitung „passieren“ lässt. Unbekannten Wörtern wiederum begegnen wir oft, etwa, wenn wir etwas Neues lernen. Diese erfordern eine andere Art der Verarbeitung im Gehirn.

Dieses „Lexikalische Kategorisierungsmodell“ kann das Leseverhalten der Versuchsteilnehmer*innen gut beschreiben, aber auch sehr präzise Vorhersagen über Gehirnaktivierungen treffen, wie das Team von Wissenschaftler*innen um Gagl und Fiebach anhand von drei fMRT-Experimenten demonstrierte. Darüber hinaus konnten sie in einer Verhaltensstudie zeigen, dass die Leseleistung besser wird, wenn Versuchsteilnehmer*innen genau diesen Filterprozess trainieren. So konnten die Forscher*innen einen bis jetzt nicht beschriebenen Kernprozess des Lesens identifizieren und seine genaue Lokalisation im Gehirn beschreiben.

Computermodelle als Baustein für eine exakte Gehirnforschung
Für ihre Studie kombinierten die Forscher*innen um Gagl und Fiebach Methoden aus der Gehirnforschung und der Computermodellierung. Diese Kombination erlaubte erstmals eine präzise Vorhersage von Aktivierungsmustern im linken Schläfenlappen unseres Gehirns während der Worterkennung. Zentrale Rolle in dieser Studie spielt hierbei, dass in drei Studien mittels fMRT gezeigt werden konnte, dass die Aktivierung in genau dieser Region im linken Schläfenlappen von dem Modell vorhergesagt wurde.

Neue Möglichkeiten zur Kompensation von Leseschwächen?
"Diese Ergebnisse sind ein Meilenstein für unser Verständnis von Leseprozessen", so Fiebach. "Die exakte Modellierung von kognitiven Prozessen im menschlichen Gehirn wird es uns ermöglichen, Denk- und Wahrnehmungsprozesse wesentlich besser zu verstehen. Dies könnte neue Trainingsansätze zur Kompensation von Funktionsstörungen aufzeigen, wie etwa im Bereich der Lese- und Rechtschreibschwäche." Gagl unterstreicht dies: "Die Kombination dieser Methoden stellt eine Brückentechnologie dar, um die Anwendung grundlagenwissenschaftlicher Erkenntnisse in pädagogischen und klinischen Settings zu forcieren."

Publikation in PLOS Computational Biology:
Gagl, B., Richlan, F., Ludersdorfer, P., Sassenhagen, J., Eisenhauer, S., Gregorova, K. & Fiebach, C. J. (2022). The lexical categorization model: A computational model of left-ventral occipito-temporal cortex activation in visual word recognition. PLOS Computational Biology

Kontakte:
Mag. Dr. Benjamin Gagl, Cognitive Science Hub & Institut für Sprachwissenschaften, Universität Wien. benjamin.gagl@univie.ac.at

Prof. Dr. Christian Fiebach, Institut für Psychologie, Goethe-Universität Frankfurt. Fiebach@psych.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jun 10 2022
13:39

Veranstaltung an der Goethe-Universität über notwendige Weichenstellungen im Interesse des Umwelt- und Klimaschutzes

Berichtspflicht zum Thema Nachhaltigkeit?

FRANKFURT. Das Thema Nachhaltigkeit spielt im Zusammenhang mit Klima- und Umweltschutz eine zentrale Rolle. In welcher Form sollen Unternehmen weltweit dazu verpflichtet werden, die Nachhaltigkeit ihres Handelns zu dokumentieren und offenzulegen? Die Vorschläge des International Sustainable Standards Boards (ISSB) für künftige globale Mindeststandards liegen auf dem Tisch und sollen am Dienstag, 21. Juni, von 10 bis 13:30 Uhr Renate-von-Metzler-Saal auf dem Campus Westend öffentlich diskutiert werden.

Organisiert wird die Veranstaltung, die in englischer Sprache stattfindet, von Prof. Dr. Anna Rohlfing-Bastian, Direktorin der Abteilung Rechnungswesen, gemeinsam mit dem Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee (DRSC), dem ISSB und der Gruppe Deutsche Börse. Auch eine virtuelle Teilnahme ist möglich. 

Die Keynote-Rede hält Emmanuel Faber, der Vorsitzende des ISSB. Er wird in einer sich anschließenden Paneldiskussion Herausforderungen und Trends der Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie die Rolle des ISSB für die zukünftige Entwicklung der Nachhaltigkeitsberichterstattung erörtern. Zudem besteht die Möglichkeit, sich in einer weiteren Gesprächsrunde mit ISSB-Mitarbeitern über die Inhalte der ISSB-Entwürfe auszutauschen.

Das Programm zum Download unter: https://www.uni-frankfurt.de/120548667 

Anmeldung bis 15. Juni unter https://www.surveymonkey.de/r/DRSC_ISSB_Outreach 

Weitere Informationen
Prof. Dr. Anna Rohlfing-Bastian
Professur für Rechnungswesen, insb. Management Accounting
Telefon 069 798-34851
E-Mail: rohlfing-bastian@econ.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jun 9 2022
10:08

Wirtschaftspädagogin erhält ersten „New Horizons – Preis des Präsidenten“ der Goethe-Universität 

„Nur wer Wirtschaft versteht, kann sie kritisieren“

Als erste Preisträgerin wird die Wirtschaftspädagogin Dr. Christin Siegfried mit dem neuen „New Horizon – Preis des Präsidenten“ der Goethe-Universität ausgezeichnet. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert und soll für fünf Jahre jährlich vergeben werden.

FRANKFURT. Gute Ideen stimmen zuversichtlich und verändern die Welt. Gute Ideen setzen aber auch voraus, dass ein Mensch umdenkt, anders denkt, sich in andere hineinversetzt und die Perspektive wechselt. Auf diese Eigenschaften Mut, Neugier und Zuversicht, die auch in der wissenschaftlichen Arbeit im Spiel sind, möchte der neue „New Horizon – Preis des Präsidenten“ an der Goethe-Universität aufmerksam machen. Der Preis wurde gestern vom Präsident der Goethe-Universität, Professor Dr. Enrico Schleiff, in einem Festakt erstmals verliehen. Ausgezeichnet wurde die 32jährige Wirtschaftspädagogin Dr. Christin Siegfried, so Schleiff in seiner Laudatio, „weil sie mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des mündigen Wirtschaftsbürgers leistet. Wie sie dies umgesetzt hat, etwa durch digitale Lernprozesse in einer Zeit, als diese für viele noch unbekanntes Neuland waren, zeugt von großer Neugier, Offenheit und wissensbasiertem Gestaltungswillen.“ 

Christin Siegfried hat das Thema, das sie leidenschaftlich bewegt, während ihrer Masterarbeit entdeckt: Darin widmete sie sich der Frage, wie insbesondere Lehrerinnen und Lehrer dafür gewonnen und ausgebildet werden können, ökonomisches Wissen zu vermitteln. „Was bedeutet der Mindestlohn?“ – mit dieser Frage warb sie deshalb bereits 2013 bei ihren Studierenden um Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge. Grundkenntnisse in Wirtschaft und somit das Vermögen, wirtschaftliche Zustände und Entwicklungen zu beurteilen – dies fehlt nach Siegfried allenthalben. Ausgerüstet mit Tablets und WLAN-Cubes hat sie deshalb mit Schulen Kontakt aufgenommen, um auch bereits berufstätige Lehrende und ihre Schülerinnen und Schüler für ökonomische Themen zu gewinnen. Doch zunächst stieß sie mit ihrer Initiative auf Widerstände – sowohl gegen ihre Idee, innovative (digitale) Lehr- und Lernmethoden einzusetzen, wie auch gegen ihr Ansinnen, ökonomisches Wissen vermitteln zu wollen. „Man dachte wohl, ich wollen den homo oeconomicus feiern“, erklärt Siegfried. „Doch nur wer wirtschaftliche Mechanismen versteht, kann sie auch fundiert kritisieren“, ist sie überzeugt. Also blieb sie am Ball, suchte zudem Gleichgesinnte an anderen Hochschulen im Verbund der Rhein-Main-Universitäten. 

Inzwischen hat die Wirtschaftspädagogin erfolgreich ein Netzwerk von interessierten Lehrenden gebildet, arbeitet mit zahlreichen Schulen zusammen und wirbt auch in Österreich und der Schweiz für ihr Thema. Auch auf akademischem Gebiet treibt Siegfried das Wissen voran: In Kürze wird die Wirtschaftspädagogin ihre Habilitation abschließen. 

Christin Siegfried hat zunächst in einem Dualen Studium den Bachelor of Arts in International Business Administration an der Bridgestone Deutschland GmbH und der Northumbria University in Newcastle (Großbritannien) erworben. Anschließend absolvierte sie einen Masterstudiengang in Wirtschaftspädagogik an der Goethe-Universität und promovierte dort. Derzeit nimmt Christin Siegfried in Vertretung eine W2-Professur für Wirtschaftspädagogik an der Universität Göttingen wahr. 

Der „New Horizon – Preis des Präsidenten“ ist mit 5.000 Euro dotiert und enthält neben dem Preisgeld ein Miniaturmodell des BMW-E3-Fahrzeugs, das auf das Projekt New Horizon verweist: Das Fahrzeug, das 1969 als besonders innovativ galt, versteht der Stifter als Symbol für Aufbruch und Pioniergeist. Der Anwalt Dr. Christian Zschocke hat das Projekt New Horizon 2016 ins Leben gerufen, um Menschen mit Initiative und Optimismus zu fördern. So ließ er etwa das Automodell von renommierten Künstlern als New Horizon Art Car farbig gestalten.

Bilder zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/120500290 

Foto: Andreas Goinar.


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jun 3 2022
08:00

Deutsch-amerkanisches Forschungsteam wirft Licht auf die Entstehung pathogener Acinetobacter-Arten

Genetik: Wie aus einem harmlosen Umweltbakterium der gefürchtete Krankenhauskeim Acinetobacter baumannii wurde

Im Krankenhaus erworbene Infektionen sind oft besonders schwer zu behandeln, weil die Erreger Resistenzen gegen gängige Antibiotika aufweisen. In dieser Hinsicht besonders gefürchtet ist das Bakterium Acinetobacter baumannii, für dessen Bekämpfung nach neuen Therapieansätze gesucht wird. Um hierfür nach Ansatzpunkten zu suchen, hat ein internationales Team unter Leitung von Bioinformatikern der Goethe-Universität Frankfurt tausende Genome von krankmachenden und ungefährlichen Acinetobacter-Stämmen miteinander verglichen. Dies liefert Hinweise darauf, welche Eigenschaften A. baumannii zum erfolgreichen Pathogen gemacht haben könnten – und wie sich der Erreger möglicherweise bekämpfen lässt.

FRANKFURT. Jährlich erkranken in Europa mehr als 670 000 Menschen an Erregern, die resistent gegen Antibiotika sind, und 33 000 sterben an den von ihnen verursachten Krankheiten. Besonders gefürchtet sind Keime, die gleich gegen mehrere Antibiotika resistent sind. Zu ihnen gehört das Bakterium Acinetobacter baumannii, das heute vor allem als „Krankenhauskeim“ gefürchtet ist: Schätzungen zufolge gehen bis zu fünf Prozent aller im Krankenhaus erworbenen bakteriellen Infektionen alleine auf diesen Keim zurück.

A. baumannii steht ganz oben auf einer Liste von Kandidaten, für die laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) neue Therapien entwickelt werden müssen. Denn der Erreger erwirbt aufgrund eines flexiblen Genoms leicht neue Antibiotikaresistenzen. Gleichzeitig treten Infektionen zunehmend auch außerhalb des Krankenhauses auf und zeigen außerdem immer schwerere Verläufe. Eine Voraussetzung für die Entwicklung neuer Therapieansätze ist allerdings, dass wir verstehen, welche Eigenschaften A. baumannii und seine humanpathogenen Verwandten, die im sogenannten Acinetobacter calcoaceticus-baumannii-(ACB)-Komplex zusammengefasst sind, zu einem Krankheitserreger machen.

Einen Meilenstein in diesem Verständnis hat nun ein Team um den Bioinformatiker Prof. Ingo Ebersberger von der Goethe-Universität Frankfurt/LOEWE-Zentrum für Translationale Biodiversitätsgenomik (LOEWE-TBG) erreicht, das aus Mitgliedern der Forschungsgruppe FOR2251 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und weiteren nationalen und internationalen Partnern – darunter Wissenschaftler:innen der Washington University School of Medicine in St. Louis, USA, besteht.

Für ihre Analyse hat sich das Team zunutze gemacht, dass ein Großteil der Vertreter der Gattung Acinetobacter harmlose Umweltbakterien sind, die in Gewässern, auf Pflanzen oder Tieren leben. Sowohl von diesen als auch von den pathogenen Acinetobacter-Stämmen sind in öffentlich zugänglichen Datenbanken Tausende von vollständigen Genomsequenzen hinterlegt.

Indem die Forscher diese Genome miteinander verglichen, konnten sie gezielt Unterschiede zwischen den krankmachenden und den harmlosen Bakterien herausfiltern. Weil das Vorkommen einzelner Gene nicht so aussagekräftig war, konzentrierten sich Ebersberger und Kolleg:innen auf Gencluster, also Gruppen benachbarter Gene, die im Verlauf der Evolution als Einheit stabil geblieben sind und potenziell funktionelle Einheit bilden könnten. „Von diesen evolutionär stabilen Genclustern haben wir 150 gefunden, die bei pathogenen Acinetobacter-Stämmen vorkommen und bei ihren nicht-pathogenen Verwandten entweder sehr selten sind oder sogar fehlen“, fasst der Bioinformatiker zusammen. „Bei diesen Genclustern ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie den Krankheitserregern einen Überlebensvorteil im menschlichen Wirt verschaffen.“

Wichtige Eigenschaften von Krankheitserregern sind unter anderem die Fähigkeit, schützende Biofilme zu bilden, sowie Mikronährstoffe wie Eisen und Zink effektiv aufnehmen zu können. Tatsächlich entdeckten die Forscher:innen, dass es mehr Aufnahmesysteme in der ACB-Gruppe gibt und damit die Mikronährstoffe effektiver aufgenommen werden können als dies mit den evolutionär älteren Aufnahmesysteme der harmlosen Acinetobacter-Vetretern der Fall ist.

Besonders spannend ist, dass sich die Krankheitserreger offensichtlich eine besondere Energiequelle erschlossen haben: Sie können das vom Menschen gebildete Kohlenhydrat Kynurenin abbauen, das als Botenstoff das angeborene Immunsystem reguliert. Damit schlagen die Bakterien wohl zwei Fliegen mit einer Klappe. Einerseits liefert ihnen der Abbau von Kynurenin Energie, andererseits könnten sie damit die Immunantwort des Wirts deregulieren.

„Unsere Arbeit ist ein Meilenstein im Verständnis, was pathogene Acinetobacter baumannii ausmacht“, ist Ebersberger überzeugt. „Unsere Daten sind so hochauflösend, dass wir uns sogar die Situation in einzelnen Stämmen anschauen können. Dieses Wissen können wir jetzt nutzen, um spezifische Therapien zu entwickeln, gegen die mit großer Wahrscheinlichkeit noch keine Resistenzen existieren.“

Publikation: Bardya Djahanschiri, Gisela Di Venanzio, Jesus S. Distel, Jennifer Breisch, Marius Alfred Dieckmann, Alexander Goesmann, Beate Averhoff, Stephan Göttig, Gottfried Wilharm, Mario F. Feldman, Ingo Ebersberger: Evolutionarily stable gene clusters shed light on the common grounds of pathogenicity in the Acinetobacter calcoaceticus-baumannii complex. PLOS Genetics (2022) DOI 10.1371/journal.pgen.1010020 https://journals.plos.org/plosgenetics/article?id=10.1371/journal.pgen.1010020

Bilder zum Download:
Acinetobacter baumannii
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Acinetobacter_baumannii.JPG
Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme eines Clusters von gramnegativen, unbeweglichen Bakterien der Art Acinetobacter baumannii. Photo: Janice Carr

Weitere Informationen
Prof. Dr. Ingo Ebersberger
Institut für Zellbiologie und Neurowissenschaft
Goethe-Universität Frankfurt
Tel: +49 69 798 42112
ebersberger@bio.uni-frankfurt.de
Homepage: http://www.bio.uni-frankfurt.de/43045195/ak-ebersberger


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 1 2022
12:06

Virtuelle Podiumsdiskussion der Goethe-Universität Frankfurt und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Mehr Regulierung von Online-Werbung?

FRANKFURT. Das Mercator Science-Policy Fellowship-Programm der Rhein-Main-Universitäten (RMU) organisiert eine Veranstaltung zu den Auswirkungen der Regulierung von Online-Werbung. Zwischen 2006 und 2020 sind die Ausgaben für Online-Werbung in Europa nach Angaben des Interactive Advertising Bureau von knapp 8 Milliarden Euro auf fast 70 Milliarden Euro gestiegen. Dieser enorme Anstieg der Einnahmen für die Online-Werbebranche und insbesondere für digitale Plattformen hat sowohl in der Politik als auch in der Wissenschaft zu Debatten über die wirtschaftlichen, rechtlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Online-Werbung geführt. Prof. Dr. Andrea Lassmann (VWL, Johannes Gutenberg-Universität Mainz) und Prof. Dr. Bernd Skiera (Marketing, Goethe-Universität Frankfurt) diskutieren aktuelle Frage hinsichtlich Regulierungsinitiativen mit Dr. Benjamin Müller (Center for Data Innovation) und Gösta Petri (Generaldirektion Justiz und Verbraucher der Europäischen Kommission). Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier:


Virtuelle Podiumsdiskussion:
Whither the regulation of online advertising?
Debating policy options and their impact on businesses in Europe

14. Juni 2022, 16.00-17.15 Uhr
Anmeldung unter
https://www.goethe-university-frankfurt.de/106233986/Events?#a_106233986-2b2f8f5a

Mehr Informationen über das Panel:

Andrea Lassmann ist seit 2020 Professorin für Internationale Wirtschaftspolitik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Zuvor war sie bei der OECD und der ETH Zürich tätig, an der sie auch promovierte. Ihre Forschungsgebiete sind internationale und öffentliche Wirtschaft sowie die Rolle von Sprachen in einer globalisierten Welt. Zu ihren jüngsten Veröffentlichungen gehört ein Arbeitspapier über "Global Spillovers of Taxation in the Online Advertising Market. Theory and Evidence from Facebook".

Benjamin Mueller ist Senior Policy Analyst am Center for Data Innovation und beschäftigt sich mit der Governance von Künstlicher Intelligenz und neuen Technologien. Bevor er zum Center kam, war er bei einem Finanztechnologieunternehmen in London tätig. Dr. Mueller studierte Politik, Philosophie und Wirtschaft an der Universität Oxford und promovierte in internationalen Beziehungen an der London School of Economics.

Gösta Petri ist Jurist und arbeitet seit 20 Jahren für die Europäische Kommission, davon 10 Jahre im Bereich des Verbraucher- und Marketingrechts. Zu seinen derzeitigen Aufgaben in der GD Justiz und Verbraucher gehören die Pflege und Weiterentwicklung des E-Justiz-Portals, die Umsetzung der E-Justiz-Strategie und des Aktionsplans 2019-2023, die Verhandlung des Vorschlags für eine Verordnung über das E-CODEX-System und die Vorbereitung des Pakets zur Digitalisierung der justiziellen Zusammenarbeit im Arbeitsprogramm der Kommission für 2021.

Bernd Skiera ist Professor für elektronischen Handel an der Goethe-Universität Frankfurt, Professorial Fellow an der Deakin University (Australien) und Vorstandsmitglied des EFL-Data Science Institute und der Schmalenbach-Gesellschaft. Seine Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Verbraucherdatenschutz, Marketing-Analytik, datengesteuertes Marketing, elektronischer Handel, Online-Werbung, SalesTech, MarTech und Marketing-Automatisierung. Er wurde mit einem ERC Advanced Grant ausgezeichnet, um das Thema Privatsphäre der Verbraucher im Internet zu erforschen. Kürzlich erschienen ist sein Buch über die Auswirkungen der Datenschutzgrundverordnung auf den Online-Werbemarkt.

Moderation: Tome Sandevski ist Mitarbeiter im Bereich Research Support der Goethe-Universität Frankfurt und leitet die Geschäftsstelle des Mercator Science-Policy Fellowship-Programms der Rhein-Main-Universitäten.

Seit 2016 fördert das Mercator Science-Policy Fellowship-Programm der Rhein-Main-Universitäten Frankfurt, Darmstadt und Mainz den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. In persönlichen Gesprächen können sich Führungskräfte aus dem öffentlichen Sektor, Zivilgesellschaft und Medien mit Forschenden im Rhein-Main-Gebiet austauschen. https://www.uni-frankfurt.de/science-policywww.rhein-main-universitaeten.de

Kontakt:
Tome Sandevski, Leitung Mercator Science-Policy Fellowship-Programm.
Research Support, Goethe-Universität Frankfurt. Telefon (069) 798 12132;
sandevski@pvw.uni-frankfurt.de; science-policy@uni-frankfurt.de;  


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Mai 31 2022
15:54

Festakt an der Goethe-Universität bekräftigt Gründung des ersten deutsch-israelischen Forschungsinstituts 

Interreligiöse Studien zu Judentum, Christentum und Islam

FRANKFURT. In einer hochkarätigen Zoom-Runde wurde im Dezember 2021 die Absichtserklärung unterschrieben – nun soll die Gründung des gemeinsamen Forschungszentrums für die wissenschaftliche Untersuchung religiöser und interreligiöser Dynamiken von Tel Aviv University und Goethe-Universität in einer Festveranstaltung vor Ort bekräftigt werden:

am Donnerstag, den 2. Juni 2022, von 15:15 – 16.45 Uhr
im Foyer des PA-Gebäudes (Theodor-W.-Adorno-Platz 1),
Campus Westend.

Der Fokus des ersten deutsch-israelischen Forschungsinstituts liegt auf interdisziplinärer Forschung in religiösen und interreligiösen Studien mit einem Schwerpunkt auf Judentum, Christentum und Islam. Was interreligiöse Studien auszeichnet, wie die Zusammenarbeit im internationalen Zentrum gestaltet werden soll und welche Projekte in Forschung und Lehre geplant sind – darüber geben Auskunft Prof. Menachem Fisch, emeritierter Professor für Wissenschaftsgeschichte und -philosophie an der Tel Aviv University, sowie die Islamwissenschaftlerin Prof. Armina Omerika und der Religionsphilosoph und Initiator des Forschungszentrums Prof. Christian Wiese, beide Goethe-Universität. Mögliche Forschungsthemen liegen im Bereich multikulturelle Gesellschaften, religiöse Konflikte, Migration, Fundamentalismus und interreligiöser Dialog.

Die Grußworte sprechen der Präsident der Goethe-Universität, Prof. Enrico Schleiff, die Vizepräsidentin der Tel Aviv University, Prof. Milette Shamir, der wissenschaftliche Direktor der Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden in Deutschland, Prof. Doron Kiesel sowie David Giesser vom Verband Jüdischer Studierender in Hessen.  

Zum Hintergrund

Bereits seit 1984 besteht zwischen der Goethe-Universität und der Tel Aviv University eine strategische Partnerschaft. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beider Universitäten vor allem aus den Geschichts- und Religionswissenschaften arbeiten schon seit vielen Jahren immer wieder zusammen – insbesondere die Martin-Buber-Professur am Fachbereich Evangelische Theologie unterhält intensive Kontakte nach Israel.

Am neuen Zentrum für die wissenschaftliche Untersuchung religiöser und interreligiöser Dynamiken werden außer den Theologien, der Religionswissenschaft, der Judaistik und den Islamischen Studien noch weitere Fächer beteiligt sein, darunter die Geschichte, die Philosophie und die Wissenschaftsgeschichte. Finanziert werden soll das Zentrum für die nächsten 3,5 Jahre mit jährlich 50.000 Euro von der Goethe-Universität und jährlich 20.000 Euro von der Tel Aviv University, insbesondere für Summerschools.

Geleitet werden soll das Zentrum von einem gemeinsamen Direktorium, und es soll erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Forschende am Beginn ihrer Karriere miteinander verbinden. Zudem sind gemeinsame Lehrveranstaltungen und die Schaffung eines gemeinsamen englischsprachigen Masterstudiengangs geplant.

Information:
Louise Zbiranski
Referentin für Wissenschaftstransfer und -kommunikation 
Forschungsverbund „Dynamiken des Religiösen“
Goethe-Universität Frankfurt | Campus Westend
IG-Farben-Haus | Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
L.Zbiranski@em.uni-frankfurt.de


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Büro PR & und Kommunikation, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de