​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​​​​

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Pressestelle Goethe-Universität

Theodor-W.-Adorno Platz 1
60323 Frankfurt 
presse@uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 10 2013
10:15

Der erste Beitrag des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ ist am 19. Juni ein Vortrag des Rechtshistorikers Michael Stolleis

„Polizey“: Cluster-Beteiligung an Reihe des Kunstvereins

FRANKFURT. Kein Rechtschreib- oder Druckfehler: „Polizey“ – so heißt eine Reihe im Frankfurter Kunstverein unter Mitwirkung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Die Reihe gehört zum groß angelegten Ausstellungsprojekt mit dem Obertitel „Ohnmacht als Situation“, das vom 13. Juni bis 4. August 2013 im Kunstverein am Römerberg auf dem Programm steht. Der Cluster ist an drei Veranstaltungen des „Polizey“-Teils direkt beteiligt. Den Anfang macht ein Vortrag des renommierten Frankfurter Rechtshistorikers Michael Stolleis zum

Thema:         „Von der guten Ordnung zur Gefahrenabwehr. Policey und Polizei“
am:                Mittwoch, dem 19. Juni 2013, um 19.30 Uhr
Ort:                Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44

Polizei hieß früher „Polizey“ oder „Policey“ und unterschied sich auch sonst von den heutigen Sicherheitsbehörden. Vom Spätmittelalter bis zur Französischen Revolution verstand man unter „Policey“ Aufsicht, Kontrolle und Wohlfahrtsförderung der Obrigkeiten im Namen der „guten Ordnung“ des Gemeinwesens. Sittlichkeit, Gesundheit, Ordnung des Marktes, Handel und Wandel, Schutz vor Feuers- und Wassersgefahr waren die Gegenstände. Erst mit dem modernen „Rechtsstaat“ begrenzte man die Aufgaben auf Gefahrenabwehr. Alle anderen Aufgaben wanderten in das Verwaltungsrecht. Aus der umfassenden „Policey“ wurde die rechtlich gebundene „Polizei“. Der Referent Prof. Michael Stolleis war bis zu seiner Emeritierung Mitglied des Exzellenzclusters und zudem lange Jahre Direktor am Frankfurter Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte, an dem er bis heute arbeitet. Die Einführung in seinen rechtshistorischen Vortrag übernimmt Prof. Rainer Forst, Co-Sprecher des Clusters.

Das mittlerweile elfte „Frankfurter Stadtgespräch“ des Exzellenzclusters in Kooperation mit dem Kunstverein wird dann am 3. Juli um 20.30 Uhr einen weiteren markanten Programmpunkt der „Polizey“-Reihe bilden. Die Diskutanten sind Prof. Klaus Günther, Rechtswissenschaftler und Co-Sprecher des Clusters, und der hessische Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP). Unter dem Titel „Strafe muss sein!? – Was wir vom Strafrecht haben“ geht es um die gerade in letzter Zeit zu beobachtende Expansion des Strafrechts als Mittel der Kriminalitätsbekämpfung. Härtere Strafen werden, so scheint es, geradezu als „Allheilmittel angesehen“ – sei es zur Bekämpfung sozialer Konflikte, um gesellschaftliche Umbrüche in die richtigen Bahnen zu lenken oder auch um die Finanzkrise zu bewältigen. Jörg-Uwe Hahn, auch stellvertretender Ministerpräsident,  bezeichnet den jüngst eingeführten, so genannten Warnschussarrest für Jugendliche als „Chance zur Besinnung, zur Einsicht“. Auch darum soll es in der Diskussion gehen, moderiert von der Juristin Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des Clusters.

Prof. Klaus Günther wird am 10. Juli die Rollen wechseln und seinerseits die des Moderators einnehmen. Zu den Podiumsdiskutanten gehört dann Prof. Günter Frankenberg, ebenfalls Rechtswissenschaftler an der Goethe-Universität. Das Thema lautet: „Wer gerät als erstes ins Visier? – An den Grenzen der Gleichbehandlung“. Die Arbeit von Polizei und Justiz beruhen rechtlich gesehen auf dem Gleichbehandlungsgrundsatz. Vor dem Gesetz und in den Augen der Polizei darf niemand vorverurteilt oder rein subjektivem Verdacht ausgesetzt werden. In letzter Zeit kam es jedoch immer wieder dazu, dass bestimmte Menschen etwa aufgrund ethnischer oder schichtbezogener Kriterien besonders häufig oder ohne erkennbaren Anlass polizeilich kontrolliert wurden. In der Diskussion, die um 19.30 Uhr beginnt, soll unter anderem die Frage erörtert werden, inwieweit diese Vorgehensweise mittlerweile auch rechtlich nicht mehr unantastbar ist.

Kurator der Reihe zur „Polizey“ ist Felix Trautmann, Doktorand am Institut für Philosophie der Goethe-Universität. Das Gesamtprojekt „Ohnmacht als Situation“ besteht aus drei Sektionen, neben der „Polizey“-Reihe sind dies die Ausstellungen „Democracia“ und „Revolutie“. Das Projekt wird von der Kulturstiftung des Bundes gefördert. Die Eröffnung findet bereits am Abend des 12. Juni statt. Dann ist ab 19 Uhr die interessierte Öffentlichkeit im Frankfurter Kunstverein bei freiem Eintritt willkommen.

Die Cluster-Termine bei der „Polizey“-Reihe im Frankfurter Kunstverein im Überblick:

19. Juni, 19.30 Uhr
„Von der guten Ordnung zur Gefahrenabwehr. Policey und Polizei“
Vortrag von Prof. Michael Stolleis, Einführung: Prof. Rainer Forst

3. Juli, 20.30 Uhr
„Strafe muss sein!? – Was wir vom Strafrecht haben“
Frankfurter Stadtgespräch mit Jörg-Uwe Hahn und Prof. Klaus Günther
Moderation: Rebecca Caroline Schmidt

10. Juli, 19.30 Uhr
„Wer gerät als erstes ins Visier? – An den Grenzen der Gleichbehandlung“
Podiumsdiskussion mit u.a. Prof. Günter Frankenberg, Moderation: Prof. Klaus Günther

Alle drei Veranstaltungen (Eintritt frei): Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt

Informationen: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Campus Westend, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; www.normativeorders.net, www.fkv.de

Veranstaltungen

Jun 7 2013
15:08

In der Mittwochskonferenz des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften setzt sich Prof. Alain Schnapp mit Ruinen und der Weltgeschichte auseinander

Kam erst mit der Renaissance der Blick für die Bedeutung von Ruinen?

FRANKFURT. „Ist eine Weltgeschichte der Ruinen möglich?“ lautet der Titel eines Vortrags, den Alain Schnapp, Professor für Klassische Archäologie an der Université Paris I – Panthéon-Sorbonne und Leiter des Instituts für „Kunstgeschichte und Archäologie“, am 12. Juni (Mittwoch) hält. Die öffentliche Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im IG-Farben-Haus (Raum 411) auf dem Campus Westend; sie findet im Rahmen der Mittwochskonferenz statt, die das Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität während des Semesters regelmäßig veranstaltet.

War den Griechen und Römern ein mit den Ruinen verbundenes Verständnis des Vergehens und der Zeitlichkeit fremd? Kann erst in Gesellschaften von einer Ästhetik der Ruinen gesprochen werden, in denen zerfallene Gebäude in einem anderen, als ihrem ursprünglichen Kontext gesehen werden? Diesen Fragen will der Vortrag durch eine vergleichende Betrachtung von klassisch-antiken, ägyptischen, mesopotamischen und chinesischen Quellen nachgehen, um aufzuzeigen, dass Ruinen eine Schlüsselfigur des historischen Denkens sind, die wie ein roter Faden die verschiedenen Darstellungen der Ruinen von der Antike bis zur Gegenwart verbindet. Der berühmte Satz Stendahls, dass das Kolosseum „heute, wo es in Trümmer fällt, vielleicht schöner ist, als in Tagen seines höchsten Glanzes“, klingt wie ein Paradigma unserer modernen Ästhetik. Die Ruine als Zeichen dessen, was sie einmal als intakter Bau war, gilt als eine Erfindung der Renaissance. Georg Simmel zufolge betrachteten die antiken Griechen und Römer Ruinen lediglich als „Stätte des Lebens, aus der das Leben geschieden ist“.

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem auch auf dem Campus Westend befindlichen Institut français d’histoire en Allemagne statt. Im Anschluss: Eröffnung der Ausstellung „Simon Starling“ in der Studiengalerie.

Informationen: Dr. Falk Müller, Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften, Campus Westend, Tel: (069) 798-32411, falk.mueller@em.uni-frankfurt.de, www.fzhg.org

Veranstaltungen

Jun 7 2013
09:47

Die Schriftstellerin und Juristin Juli Zeh spricht im Rahmen der Frankfurter Poetikvorlesungen über Grundlagen und Bedingungen ihrer literarischen Arbeit. Erste Vorlesung: 11. Juni, 18 Uhr, Campus Westend

„Anti-Poetologin“ übernimmt Poetikdozentur

FRANKFURT.  Mit „Treideln“ ist ihre Vorlesungsreihe im Rahmen der Frankfurter Stiftungsgastdozentur überschrieben – ein seltenes Wort, das eine Laufbewegung gegen die Fließrichtung eines Flusses benennt. Juli Zeh ist in der Tat eine Autorin, die im hohen Maße einen kritischen Blick auf vorgefundene Konventionen pflegt und dabei auch nicht Halt vor der Poetik macht: Schreiben lebe von der „Poetikfeindlichkeit“, hat sie einmal zugespitzt formuliert. In ihrer Poetikvorlesung, die am 11. Juni startet, möchte sie dennoch, wie sie dem UniReport der Goethe-Universität kürzlich verriet, „hoffentlich eine Menge über das Schreiben“ mitteilen.   Das Frankfurter Publikum darf bei den fünf Vorlesungen Zehs aber auch gespannt sein auf eine Autorin, die ihre Darstellungsoptionen auslotet, um neue Antworten zu elementaren gesellschaftspolitischen Fragen zu erhalten. Denn die promovierte Juristin beschäftigt sich in ihren Texten mit Aspekten der Freiheit und Sicherheit, gerade unter den Bedingungen digitaler Technologien. Dabei geht sie der Frage nach, warum eine aufgeklärte Gesellschaft ihren Individuen in einem weit geringeren Maße Zufriedenheit und Lebensfreude garantieren kann, als zu vermuten wäre. Zwar ist Literatur für Juli Zeh nicht per se eine politische Gattung, diese sei aber „in der Lage, abstrakte Fragen und menschliches Schicksal zusammenzubringen und auf diese Weise als Erkenntnismittel zu fungieren“, sagte sie im Interview mit dem UniReport. Wenn sich aber Literatur, Politik und Recht in ihren Texten begegnen, hat die Literatur Priorität: „Politik und Recht dürfen hin und wieder auf den billigen Plätzen sitzen. Wenn ich wirklich politisch sein will, schreibe ich normalerweise einen Essay und keinen Roman …“   Juli Zeh wurde für ihr Werk, das in 35 Sprachen übersetzt wurde, vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Deutschen Bücherpreis, dem Rauriser Literaturpreis, dem Hölderlin-Förderpreis, dem Ernst-Toller-Preis und dem Solothurner Literaturpreis. Zu ihren bekanntesten Werken zählt ihr erster Roman „Adler und Engel“ (2001). Ihr letzter Roman „Nullzeit“, ein Psychothriller, erschien 2012.

Termine:

11./18./25. Juni; 2./9. Juli,
jeweils 18 Uhr, Hörsaalzentrum, Campus Westend.
10. Juli:
Abschlusslesung im Literaturhaus (19.30 Uhr);
Begleitausstellung
im „Fenster zur Stadt“/Restaurant MARGARETE, Braubachstr. 18-22.

Interview mit Juli Zeh im aktuellen UniReport: http://www2.uni-frankfurt.de/46769046/UniReport_3-13-3_Juli_Zeh.pdf

Mehr Informationen zur Stiftungsgastdozentur Poetik unter www.poetikvorlesung.uni-frankfurt.de

Forschung

Jun 7 2013
09:12

Hinweise auf die Funktion bereits bekannter Gehirnzellen

Wie das Gehirn verdeckte Objekte erkennt

FRANKFURT. Wie komplex das Sehen ist, erleben Forscher, wenn sie versuchen, die Interpretation von Bildern mit einem Computerprogramm nachzuahmen. Denn unser Gehirn wendet zahlreiche Tricks an, um optische Informationen schnell und mit wenig Aufwand zu verarbeiten. So reagieren bestimmte Nervenzellen des Großhirns speziell auf Kanten, so dass die Umrisse von Objekten schnell identifiziert werden können. Doch was passiert, wenn Objekte einander teilweise verdecken? Wie Frankfurter Forscher nun herausgefunden haben, ist dafür eine größere Vielfalt von Zellen erforderlich, unter anderem solche, die auf rundliche Merkmale reagieren. Die dafür infrage kommenden Zellen hatten Neurologen bisher nicht mit dieser visuellen Aufgabe in Verbindung gebracht.

„Die Funktion dieser erst seit wenigen Jahren bekannten Nervenzellen lässt sich nur schwer mit den gängigen vereinfachten Modellen des Sehvorgangs erklären“, erläutert Dr. Jörg Lücke. Der Forscher leitet ein interdisziplinäres Team aus Forschern des Bernstein Fokus Neurotechnologie Frankfurt, des Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) und der Goethe-Universität. „Wir haben herausgefunden, dass sich das Verhalten dieser Gehirnzellen besser in neuronalen Modellen beschreiben lässt, wenn wir die Verdeckungen zwischen Objekten berücksichtigen“, so Lücke. Das von ihm und seiner Gruppe entwickelte Modell sagt tatsächlich einige Verhaltensweisen der speziellen Nervenzellart vorher und gibt Hinweise auf deren Funktion beim Sehvorgang. Zwar gibt es noch andere mögliche Erklärungen für die Aufgaben dieser Zellen im Gehirn, aber die Ergebnisse legen die Kodierung von Verdeckungen als plausibelste Erklärung nahe. 

Die Forscher glauben, dass die neu gewonnen Erkenntnisse auch die Entwicklung von computergestützten Bild-Analysetechniken entscheidend voranbringen können. "Wir wissen noch sehr wenig darüber, wie das Gehirn Bilder versteht und interpretiert. Gleichzeitig ist es, wie auch das Gehirn von Tieren, heutigen Computerprogrammen im Verstehen von Bildern weit überlegen", sagt Lücke. Eine Verbesserung des „Computer-Sehens“ hätte vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Beispielsweise beschäftigen sich Lücke und seine Kollegen derzeit mit der Analyse von Mikroskopie-Bildern zur automatischen Krebserkennung.

Die Arbeiten wurden im Rahmen eines Projekts der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Bernstein Fokus Neurotechnologie Frankfurt gefördert. Des Weiteren wurde das Projekt unterstützt vom Honda Research Institute Europe. Der Bernstein Fokus Neurotechnologie Frankfurt ist Teil des Nationalen Bernstein Netzwerks Computational Neuroscience. Seit 2004 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit dieser Initiative die neue Forschungsdisziplin Computational Neuroscience mit über 170 Millionen Euro. Das Netzwerk ist benannt nach dem deutschen Physiologen Julius Bernstein (1835-1917).

Publikation: J. Bornschein, M. Henniges and J. Lücke (2013): Are V1 simple cells optimized for visual occlusions? A comparative study. PLoS Computational Biology 9(6): e1003062. doi:10.1371/journal.pcbi.1003062

Ein Bild zum Download finden Sie hier. Copyright: Jörg Lücke

Bildunterschrift: Um ein Bild mit einander verdecken Objekten zu verstehen - hier die Zweige eines Strauches - muss das Gehirn es in seine ursprünglichen Komponenten zerlegen. Ein neues mathematisches Modell dieser Zerlegung sagt, dass es dazu Nervenzellen geben muss, die auf rundliche Merkmale reagieren (unteres Bild am rechten Rand). Diese Art Zellen sind in der Sehrinde bereits gefunden, aber bisher nie mit visuellen Verdeckungen in Verbindung gebracht worden.

Informationen: Dr. Jörg Lücke, Bernstein Fokus Neurotechnologie Frankfurt und Frankfurt Institute for Advanced Studies, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47509; luecke@fias.uni-frankfurt.de; http://fias.uni-frankfurt.de/de/cnml; www.bfnt-frankfurt.de; wwww.nncn.de

Veranstaltungen

Jun 6 2013
14:48

Internationale Experten tagen erstmals in Deutschland

Nutzen der Omega-3-Fettsäuren für Herz und Hirn

FRANKFURT. Alle zwei Jahre treffen sich die weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der biologischen Fettsäureforschung zum „Fatty Acid in Signaling Meeting“. In diesem Jahr tagen die Forscher auf Einladung der Goethe-Universität vom 15. bis 17. Juni 2013 erstmals in Deutschland. Referiert und diskutiert wird über die Bedeutung von Omega-3-Fettsäuren während der gesamten Lebensspanne des Menschen: von der Befruchtung der Eizelle, über die Entwicklung im Kindesalter und die Pubertät bis hin zum gesunden Altern. Hierbei wird der Nutzen etwa für das Aufmerksamkeits-Defizit-Hyeraktivitäts-Syndrom (ADHS), für Herz-Kreislauferkrankungen oder die Alzheimer‘sche Krankheit beleuchtet. Über den aktuellen Stand der Forschung des derzeit teils heftig diskutierten Themas möchten wir Sie im Rahmen eines Pressegesprächs informieren

am:  Montag, dem 17. Juni 2013 um 12:30 Uhr
im: Forschungskolleg Humanwissenschaften, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg.

Vorgesehene Gesprächspartner

Dr. Sebastian Pfeiffer, Düsseldorf:
Bedeutung der Omega-3-Versorgung für die künstliche Befruchtung (IVF)

Prof. Alexandra Richardson, Oxford, Großbritannien:
Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) mit Omega-3-Fettsäuren

Privatdozent Dr. Gunter Eckert, Frankfurt:
Nutzen von Omega-3-Fettsäuren für das alternde Gehirn

Prof. Clemens von Schacky, München:
Omega-3 für die Herzgesundheit

Über Ihr Kommen würden wir uns freuen.Wir bitten um eine Anmeldung an g.p.eckert@em.uni-frankfurt.de.

Informationen: Privatdozent Dr. Gunter Eckert, Pharmakologisches Institut für Naturwissenschaftler, Campus Riedberg, Tel.:(069) 798-29378, g.p.eckert@em.uni-frankfurt.de.

www.nutritional-neuroscience.com/facs2013.html

Hochschulpolitische Themen

Jun 6 2013
12:33

Mit über 8.500 Studierenden umfassendste Erhebung an einer deutschen Universität zu den Themen Studienwahl und Studienorganisation

Goethe-Universität stellt sich Urteil ihrer Studierenden

FRANKFURT. Die Goethe-Universität stellt sich als eine der ersten deutschen Universitäten dem Urteil ihrer Studierenden. Mit über 8.500 Teilnehmern/-innen und mit einer Beteiligung von 22 Prozent ist diese Umfrage eine der umfassendsten Studien, die es je an einer deutschen Universität gegeben hat. 40.000 Studierende waren an Deutschlands drittgrößter Universität eingeladen, Auskunft zu geben über ihre persönlichen Präferenzen im Studium, aber auch, ihre Alma Mater in Bereichen wie Studien- und Prüfungsorganisation zu bewerten. Darüber hinaus bietet die repräsentative Studie auch ein genaues Bild der Situation in den 16 Fachbereichen. Ein zentrales Ergebnis: 80 Prozent der Studierenden würden ein Studium an der Goethe-Universität weiterempfehlen. Im Detail wird aber auch Kritik laut an fehlenden studentischen Lern- und Arbeitsplätzen sowie an der Studien- und Prüfungsorganisation.

Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl: „Wir freuen uns über die große Beteiligung und den insgesamt großen Zuspruch, den die Goethe-Universität bei ihren Studierenden findet. Ziel der Studie ist es, unsere Entscheidungen für die weitere Verbesserung der Studienqualität auf ein empirisch solides Fundament zu stellen. Jetzt wissen wir besser, was Studierende an ihrer Goethe-Universität schätzen und was sich noch verbessern lässt. Das hilft uns, konkrete Veränderungen vorzunehmen.“ 

Ein überraschendes Ergebnis: 24 Prozent der Studierenden der Goethe-Universität haben einen Migrationshintergrund. Dieser Wert liegt deutlich über dem des Bundesdurchschnitts (11%) und ist ein wichtiger Indikator für die große Diversität der Studierenden an der Goethe-Universität mit Menschen aus insgesamt 130 Nationen. Müller-Esterl: „Die Goethe-Universität verfügt bereits heute über ein bemerkenswertes Maß an Internationalität. Sie passt damit zu Frankfurt als der internationalsten Stadt in Deutschland.“ Ähnlich heterogen verhält es sich mit den Bildungsbiografien der Studierenden: 37 Prozent kommen aus einem Nicht-Akademiker-Haushalt, was knapp dem Bundesdurchschnitt entspricht. Die Ergebnisse helfen der Universität, ihre Angebote künftig noch besser auf Bedürfnisse der Zielgruppen abzustimmen.

Zur Internationalität passt, dass Studierende der Goethe-Universität mehrheitlich (60%) einen Auslandsaufenthalt anstreben; insgesamt war ein gutes Viertel (26%) vor oder während des Studiums bereits einmal im Ausland gewesen. Diese Ergebnisse zeigen, dass es sich für die Goethe-Universität lohnt, ihre Internationalisierungsstrategie noch besser mit Studium und Lehre zu verzahnen.

Eine Frage, die viele Hochschulen und Arbeitgeber derzeit bewegt, ist die nach der Berufsqualifizierung des Bachelors. Studierende der Goethe-Universität geben darauf eine eindeutig Antwort, die auch bildungspolitisch relevant sein dürfte: 85% streben einen Master an, gut die Hälfte davon (54%) will dafür an der Goethe-Universität bleiben. Für Vizepräsidentin Tanja Brühl kommt in der sehr hohen Übergangsquote von Bachelor zum Master ein starkes bildungspolitisches Signal zum Ausdruck: „Der Bachelor wird möglicherweise von vielen Studierenden der Goethe-Universität noch nicht als vollwertiger Abschluss angesehen.“ Dass 46 % ihren Master an einer anderen Universität machen wollen, sieht Brühl dagegen als gewünschte Entwicklung an: „Mit Bologna geht eine starke Mobilität der Studierenden einher, die wir begrüßen. Die Goethe-Universität profitiert davon, dass sich sehr gute Studierende aus dem ganzen Bundesgebiet und darüber hinaus für unsere Masterprogramme bewerben“, so Brühl.

Als Forschungsuniversität betont die Goethe-Universität die Wissenschaftsorientierung ihrer Lehre. Die Befragung zeigt, dass die Studierenden dieses Leitbild durchaus im Veranstaltungsangebot wiedererkennen. Auffallend dabei ist, dass diese Forschungsorientierung quer durch alle Fachkulturen mit dem klar artikulierten Wunsch der Studierenden nach Veranstaltungen zum „Einüben berufspraktischer Tätigkeiten“ (33%) sowie zur „Kontaktaufnahme mit potentiellen Arbeitgebern“ (38%) einhergeht.

Vizepräsident Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz sieht hier die Universität am Zug, noch mehr zu tun für die Stärkung berufsqualifizierender Kompetenzen: „Universität und Lehrende müssen sich überlegen, wie sie solche Angebote noch stärker in die Studiengänge integrieren, um den Wünschen der Studierenden besser Rechnung zu tragen.“ Dabei solle insbesondere der Kontakt zur Arbeitswelt gestärkt werden – etwa durch Weiterentwicklung des Career-Centers.

Überraschend ist, dass die im Bologna-Modell vorgesehenen Studienzeiten von den Studierenden nicht angenommen werden: So erwartet nur die Hälfte der Bachelor- (50%) und ein gutes Drittel der Master- (36%) und Staatsexamensstudierenden (37%), ihr Studium in der Regelstudienzeit abzuschließen. Als Hauptgründe für die Verzögerungen werden die eigene Erwerbstätigkeit (38%) und die Überschneidung von Lehrveranstaltungen (30%) angegeben. Letzterer Punkt sollte nun in den Fachbereichen analysiert und nach Möglichkeit behoben werden. Innerhalb der Regelstudienzeit einschließlich zwei weiterer Semester trauen sich dagegen 75% einen Abschluss zu.

Was geschieht mit den Ergebnissen der Umfrage? Dem Gesamtbericht werden fachbereichsspezifische Auswertungen folgen; in Vorbereitung sind insgesamt 26 Fachberichte. Sie sollen den Fachbereichen bzw. Instituten eine differenzierte Rückmeldung geben, in Gesprächen mit den Studierenden diskutiert werden und in konkrete Handlungsempfehlungen münden.

Geplant sind zudem Gespräche mit Studierenden zu vorher festgelegten Themen wie Internationalität, Lehramtsstudium und Studieneinstieg, in denen einzelne Aspekte der Studie vertieft werden können. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen dann in Ergebnisberichte einfließen, die den Fachbereichen und Instituten zur Verfügung gestellt werden. Schließlich sollen auch Handlungsempfehlungen für die Universitäts- und Dekanatsverwaltungen entwickelt werden.

Für Medienanfragen: Dr. Olaf Kaltenborn, Tel. (069) 798 – 130 35, kaltenborn@pvw.uni-frankfurt.de

Für inhaltliche Fragen zur Studie: Stabsstelle Lehre und Qualitätssicherung, Dr. Kerstin Schulmeyer-Ahl, Tel. (069) 798 – 12341, schulmeyer@pvw.uni-frankfurt.de sowie Kirsten Iden und Michael Altmeyer, iden@pvw.uni-frankfurt.de und altmeyer@pvw.uni-frankfurt.de, Tel. (069) 798 12 483

Veranstaltungen

Jun 5 2013
16:09

Literaturnobelpreisträger diskutierte mit Studierenden über Demokratie und Finanzmärkte

Dario Fo besuchte Goethe-Universität

FRANKFURT. Ein Dramatiker, Bühnenbildner, Maler, Schauspieler und Schriftsteller, der 1997 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde: Der Italiener Dario Fo ist ein Multitalent, das immer auch den politischen Diskurs sucht. Das zeigte sich heute auch bei einem Kolloquium an der Goethe-Universität. Dario Fo diskutierte auf Einladung des Dekans des Fachbereichs Psychologie und Sportwissenschaften, Prof. Rolf von Dick, mit Studierenden über ein aktuelles Thema: „Die Demokratie und die Kultur der Märkte. Die Vorherrschaft der Banken und der verzweifelte Widerstand der Kultur.“ Dario Fo stellte sich mit Charme und Wortwitz den Fragen der Studierenden und kommentierte in klaren Worten die aktuelle politische Lage in Italien.

Der 88jährige Dario Fo weilt gerade in Frankfurt, um die erste Ausstellung seiner Malerei in Deutschland in „DIE GALERIE“ in Frankfurt zu präsentieren.

Veranstaltungen

Jun 5 2013
14:42

Die Frontfrau des Feminismus im Fokus der Bürger-Universität

Alice Schwarzer: Maximale Aufmerksamkeit für die „gute Sache“

FRANKFURT. Siebzig Jahre und kein bisschen leise. Alice Schwarzer polarisiert wie eh und je. Ihre Mission: Der Kampf gegen die Unterdrückung der Frau. Ihre Devise: Maximale Aufmerksamkeit für die „gute Sache“. Werbung für „Bild“, radikale Reporterin im Kachelmann-Fall und streitbare Gesprächspartnerin in zahlreichen Talkshows. Die heftigste Kritik hat sie sich dabei schon immer nicht von Männern, sondern von Frauen anhören müssen. Seit einigen Jahren melden sich immer häufiger Vertreterinnen eines neuen Feminismus, die mit den radikalen Thesen einer Alice Schwarzer nicht mehr viel anfangen können. Prof. Tilman Allert, Soziologe und Erfinder der Vortragsreihe „Wie wir wurden, wer wir sind – Deutsche Biografien“, untersucht die biografischen Gründe für Schwarzers Radikalität.

Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten deutscher Sozial- und Kulturgeschichte vor. Stellvertretend für eine ganze Nation sollen so auch die individuellen Voraussetzungen Alice Schwarzers betrachtet werden. Ihr Lebensweg beginnt in protestantischer Umgebung im Bergischen Land. Als Journalistin schließt sie sich dem politischen Aufbruch der 60er und 70er Jahre an und schafft mit der Zeitschrift „Emma“ ein Forum für die Frauenbewegung. Alice Schwarzer hat die Emanzipationsgeschichte nachhaltig vorangetrieben und bis heute publizistisch begleitet.

 „Kampf gegen die weibliche Ohnmacht – Alice Schwarzer“
Referent: Prof. Tilman Allert

am: Montag, 10. Juni 2013, um 19.30 Uhr,
Ort: Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt

Die Veranstaltung ist am Tag danach auch als Videoaufzeichnung über www.buerger.uni-frankfurt.de abrufbar.

Weitere Vorträge:

24. Juni 2013
Prof. Regine Prange
Gerhard Richter
„Meine Bilder sind klüger als ich“

8. Juli 2013
Stefan Lukschy
Loriot
„Sagen Sie jetzt bitte nichts“

Beginn jeweils um 19.30 Uhr/ Eintritt frei

Anfahrt: www.stadtbuecherei.frankfurt.de

Das komplette Programm der 9. Frankfurter Bürger-Uni:  www.buerger.uni-frankfurt.de

Sonstige

Jun 5 2013
11:48

Neuerscheinungen in der Biographienreihe der Goethe-Universität in Kooperation mit dem Societäts-Verlag

Gründer, Gönner und Gelehrte: Porträts von Franz Adickes, Leo Gans, Arthur von Weinberg, Otto Stern und Theodor W. Adorno

FRANKFURT. Ihren 100. Geburtstag, den die Goethe-Universität im kommenden Jahr mit vielfältigen Aktivitäten feiern wird, nimmt sie auch zum Anlass, herausragende Persönlichkeiten in ihrer Geschichte vorzustellen: In der Biographienreihe „Gründer, Gönner und Gelehrte“ sind bereits fünf Bände erschienen, bis 2014 werden mindestens zehn weitere Biographien veröffentlicht. Die im Societäts-Verlag erscheinende Reihe richtet sich an ein historisch interessiertes Publikum in Frankfurt und darüber hinaus und wird während des Jubiläums von Lesungen begleitet.

Nach dem ersten Band von Ralf Roth über den Universitätsgründer Wilhelm Merton wurden jetzt vier weitere Bände vorgestellt: Mit dem Physiker, Querdenker und Nobelpreisträger Otto Stern beschäftigen sich der Physiker Horst Schmidt-Böcking und die Wissenschaftshistorikerin Karin Reich. In einer Doppelbiographie beleuchtet die Historikerin Monika Groening das Wirken der beiden jüdischen Mäzene Leo Gans und Arthur von Weinberg. Der FAZ-Musikkritiker Gerhard R. Koch widmet sich dem Philosophen, Musiker und pessimistischen Aufklärer Theodor W. Adorno. Der Historiker Lothar Gall zeichnet das Porträt von Oberbürgermeister Franz Adickes, dessen Engagement die Gründung der Stiftungsuniversität ermöglichte.

Die bebilderten Bände präsentieren ebenso Persönlichkeiten der Gründerjahre der Universität vor und nach 1914 wie die Generation des Wiederaufbaus nach 1945, aber auch Vordenker und Akteure der bildungsbewegten 1960er und 70er Jahre. In den vorgestellten Lebensbildern spiegelt sich zugleich die wechselvolle deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert. Bereits im Herbst erscheinen weitere Bände u.a. zu dem Nationalökonom Fritz Neumark (1900-1991), dem Röntgen-Pionier und Demokrat Friedrich Dessauer (1881-1963) und dem Soziologen der ersten Stunde Franz Oppenheimer (1864-1943).

Der Frankfurter Historiker Lothar Gall stellt Franz Adickes (1846-1915) als Repräsentant des liberalen Bürgertums vor, als auf sozialen Frieden bedachten Kommunalpolitiker und geschickten Universitätsgründer. Franz Adickes, von 1891 bis 1912 Oberbürgermeister von Frankfurt, zählt zu den herausragenden Kommunalpolitikern im Kaiserreich. In seiner Amtszeit vollzog Frankfurt den Aufstieg zur Großstadt. Mit seinem Namen sind nicht nur Stadterweiterung und Modernisierung der städtischen Infrastruktur, sondern zugleich die Reform des Sozial- und Bildungswesens verbunden. Höhepunkt seines Wirkens ist die Gründung der Frankfurter Universität – für deren Einrichtung Bürger der Stadt rund 20 Millionen Mark an privaten Mittel aufbrachten.

„Leo Gans und Arthur von Weinberg – Mäzenatentum und jüdische Emanzipation“ nennt die Potsdamer Historikerin Monika Groening ihr Doppelporträt. Leo Gans (1843-1935) und Arthur von Weinberg (1860-1943), Ehrenbürger der Stadt Frankfurt, geniale Erfinder und erfolgreiche Unternehmer gehörten einer der ältesten jüdischen Familien Frankfurts an. Sie waren Begründer der Cassella, der größten Azofarbenfabrik der Welt. Als Chemiker und Stifter sorgten sie dafür, dass der Physikalische Verein und die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft als selbständige Einrichtungen in die neu gegründete Universität integriert wurden. Ihre Stiftungen für Kunst und Wissenschaft zählten zu den bedeutendsten der Stadt. Der Lebensweg von Leo Gans und Arthur von Weinberg wurde geprägt von den politischen Veränderungen während des Kaiserreichs und des Terrorregimes der Nationalsozialisten. Der nach der Gründung des Deutschen Reiches auch in Frankfurt wieder aufflammende Antisemitismus beeinflusste ihr Leben auf tragische Weise. Nach Aufgabe sämtlicher Ehrenämter starb Leo Gans 1935 einen Tag vor Inkrafttreten der Nürnberger Gesetze in Frankfurt. Arthur von Weinberg wurde deportiert und starb 1943 im KZ Theresienstadt.

Die erste Biographie des Nobelpreisträgers Otto Sterns (1888-1943) gibt Einblicke in ein großes Forscherleben und die Frühgeschichte der Frankfurter Universität, aber auch in die Weltgeschichte der Physik und die Erkundung des Atoms im 20. Jahrhundert. Diese wurde maßgeblich von deutschen Juden wie Otto Stern geprägt, wie der Frankfurter Physiker Horst Schmidt-Böcking und die Hamburger Wissenschaftshistorikerin Karin Reich eindrucksvoll darstellen. Der Quantenphysikers Otto Stern gehörte zur Gründergeneration der jungen Frankfurter Universität und förderte ihre internationale Bedeutung in der Physik. Stern, Mitarbeiter Albert Einsteins und genialer Experimentator, entwickelte in Frankfurt die Molekularstrahlmethode. Damit öffnete er den Weg, um den inneren Bauplan des Atoms zu entschlüsseln und legte die Grundlagen der modernen Quantenphysik. 1933 als Jude aus Deutschland vertrieben, wird er 1943 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet und stirbt hochgeehrt 1969 in Berkeley/USA. Ohne Sterns Pionierarbeit wären die Entwicklung von Kernspintomographie, Laser und Atomuhr u.a. nicht denkbar.

Theodor W. Adorno (1903-1969) darf auch in der Reihe „Gründer, Gönner und Gelehrte“ nicht fehlen. Gerhard R. Koch, seit den 1960er Jahren Musikkritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und von 1976 bis 2003 deren Feuilletonredakteur, hat seinem Porträt den Untertitel „Philosoph, Musiker und pessimistischer Aufklärer“ gegeben. Koch, der Adorno noch häufig erlebt hat, widmet sich zwar auch Adornos Biographie, ab der Rückkehr aus dem kalifornischen Exil 1949 aber verstärkt der Darstellung der vielschichtig komplexen Gedankengänge – mäandernd zwischen Philosophie, Gesellschaftskritik und verschlungener Kunst der Gegenwart. Konflikte der verschiedensten Art bleiben dabei nicht ausgespart. Um Hagiographie geht es Koch dabei ebenso wenig wie um vordringlich musikimmanente Aspekte. Als Zentralfigur der „Kritischen Theorie“ hat Adorno eine Schlüsselfunktion für den intellektuellen, ästhetischen Diskurs der Bundesrepublik.

Informationen: Dr. Kerstin Schulmeyer und Ulrike Jaspers, Projektleitung „Gründer, Gönner und Gelehrte“, Campus Westend, Tel. (069) 798-13066, E-Mail: schulmeyer@pvw.uni-frankfurt.de, jaspers@pvw.uni-frankfurt.de; Rezensionsexemplare über Dr. René Heinen, Societäts-Verlag, Tel. (069)-7501-4456, Fax: 069-7501-4511; E-Mail: rene.heinen@fs-medien.de

Personalia/Preise

Jun 4 2013
10:06

„Die neue Universität Frankfurt“: Prof. Rudolf Steinberg, ehemaliger Präsident der Goethe-Universität gibt Buch zur Erneuerung der Uni Frankfurt heraus

Stiftungsuniversität in Buchform gewürdigt

FRANKFURT. Knapp fünf Jahre nach seinem Ausscheiden als Präsident der Goethe-Universität meldet sich Prof. Rudolf Steinberg mit einem von ihm herausgegebenen Buch unter dem Titel „Die neue Universität Frankfurt“ in der Öffentlichkeit zurück. Der Jurist für Öffentliches Recht beschreibt zusammen mit prominenten Weggefährten auf knapp 200 Seiten (Societäts-Verlag, ISBN 978-3-942921-53-4, 29,80 Euro) zwei der wesentlichen Veränderungen der Universität: zum einen die Errichtung der beiden neuen Campi im Westend für die Geistes- und Gesellschafts-wissenschaften sowie auf dem Riedberg für die Naturwissenschaften, zum anderen die Gründe und Hintergründe der 2008 erfolgten Rückumwandlung der Goethe-Universität in eine Stiftung des öffentlichen Rechts mit weitgehender Autonomie. Beide Entwicklungen haben dazu beigetragen, dass sich die Goethe-Universität heute in der Gruppe der besten Forschungsuniversitäten in Deutschland und der Welt findet.

Zu Wort kommen neben dem Herausgeber selbst sein Nachfolger im Amt des Universitätspräsidenten, Prof. Werner Müller-Esterl, der ehemalige Hessische Ministerpräsident Roland Koch, die ehemalige Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth sowie Peter Rost, bis 2012 Bevollmächtigter für die Standortneuordnung, der einen eindrucksvollen Überblick über die baulichen Entwicklungen der Universität seit ihrer Gründung gibt. Schließlich schildern die Architekten Ferdinand Heide und Christoph Mäckler die in Deutschland und Europa einmalige städtebauliche und gestalterische Herausforderung, mit dem Campus Westend gleichsam eine komplett neue Universität in Innenstadtnähe zu bauen. Zusammen mit dem Neubau des nahezu gesamten Campus Riedberg und der kompletten Erneuerung des Campus Niederrad sei hier inzwischen wirklich eine neue Universität entstanden, wie es der Buchtitel nahelegt.

 Herausgeber Rudolf Steinberg sieht im Rückblick die enormen Herausforderungen, unter dem das Großprojekt einer institutionellen und zugleich baulichen Erneuerung der Goethe-Universität während seiner Amtszeit 2000 bis 2008 stand: „Wir hatten einen sehr ehrgeizigen Plan. Es galt, die Vision einer neuen Goethe-Universität mit größtmöglicher Konsequenz in einem sehr eng bemessenen Zeitfenster zu realisieren. Wir wollten in unglaublich kurzer Zeit praktisch eine neue Universität bauen. Und wir wollten die Stiftungsuniversität realisieren, für das das Zeitfenster aufgrund verschiedener glücklicher Umstände nur zwischen Mitte 2006 und Ende 2008 offenstand. Dafür mussten vor allem die verschiedenen Gruppen innerhalb und außerhalb der Goethe-Universität von den mittel- und langfristigen Vorteilen einer Umwandlung überzeugt werden. „Kein Selbstläufer“, wie Steinberg heute bekennt. „Aber am Ende ist dies unter enormen Kraftanstrengungen, mit intensiver Kommunikation und dank der breiten Unterstützung aus Universität, Politik und Bürgerschaft eindrucksvoll gelungen. Das erkennt man nicht zuletzt an dem starken Votum des Senats, der ohne Gegenstimme bei einer Enthaltung der geplanten Umwandlung im September 2007 zustimmte.  

Im Buch finden sich nicht nur lesenswerte Beiträge zu einem der wichtigsten Universitätserneuerungs-Projekte der deutschen Nachkriegsgeschichte, sondern auch Originalquellen und Dokumente, die historisch Interessierte ansprechen. Im Juni feiert Steinberg seinen 70. Geburtstag.  Bei der Feier auf dem Campus Westend werden viele der prominenten Buch-Autoren auch persönlich anwesend sein. 

Hochschulpolitische Themen

Jun 4 2013
10:03

Goethe-Universität präsentiert Ergebnisse der ersten umfassenden Studierendenbefragung

Was sich Studierende wünschen

FRANKFURT. Die Goethe-Universität hat zwischen November und Dezember 2012 eine der bundesweit ersten umfassenden, repräsentativen Studierendenbefragungen durchgeführt. Inzwischen liegen erste Ergebnisse vor – zum Teil mit überraschenden Befunden.

Mehr als 22 Prozent der Studierenden haben an der Umfrage teilgenommen – also weit mehr als bei Online-Befragungen üblich ist, was für ein hohes Interesse der Studierenden spricht. Die Befragung ermöglicht neben Aussagen über zentrale Themen auch detaillierte Einblicke in die Fachbereiche und Studiengänge. Gern möchten wir Ihnen die wichtigsten Ergebnisse und erste Überlegungen zu möglichen Maßnahmen bei einem Mediengespräch am

Donnerstag, den 6. Juni 2013, 12 Uhr

Ort: Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Gebäude PA (Präsidium, Administration) Raum PA 0.P20, Grüneburgplatz 1)

vorstellen.

Ihre Gesprächspartner:

Prof. Dr. Werner Müller-Esterl (Präsident)

Prof. Dr. Tanja Brühl (Vizepräsidentin)

Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz (Vizepräsident) 

Über Ihr Kommen freuen wir uns. Bitte teilen Sie uns per E-Mail mit (ott@pvw.uni-frankfurt.de), ob wir mit Ihrem Kommen rechnen können.

Mit herzlichen Grüßen

Dr. Olaf Kaltenborn
Pressesprecher

Veranstaltungen

Jun 3 2013
15:34

An sechs Abenden sprechen Experten aus Pädagogik, Psychologie und Kunstgeschichte über das Thema Liebe

Diskussionsreihe „Liebeserklärungen“

FRANKFURT. Am 5. Juni startet die Diskussionsreihe „Liebeserklärungen. Sechs Abende – Sechs Perspektiven“ in Frankfurt am Main. An sechs Abenden werden sechs Gäste unterschiedlichster Forschungs- und Arbeitsgebiete aus ihrer Sicht über Liebe sprechen. Die Diplom-Pädagogin Sabine Wandjo wird über die Liebe als pädagogische Herausforderung sprechen, der Stadion-Pfarrer Eintracht Frankfurts, Eugen Eckert, über die einzig wahre Liebe Fußball. Der Psychologe Prof. Rolf Haubl wird den Weg von romantischer Liebe zur Partnerschaft nachzeichnen, während der Soziologe Dr. Fehmi Akalin einen wissenschaftlichen Blick auf Verführungsratgeber für Männer wirft. Prof. Martin Büchsel wird sich obszönen Bildern im Mittelalter widmen. Zum Abschluss wird mit „Text, Drugs & Rock´n´ Roll“ die literarischste Boygroup der Welt einen Abend lang Liebesgeschichten verlesen. Unterstützt wird sie dabei von Anna Basener, die sich der hohen Kunst der Groschenroman-Parodie verschrieben hat.

Auf die Vorträge folgen Diskussionsrunden mit dem Publikum. Die Vortragsreihe wird organisiert von Studierenden der Goethe-Universität im Rahmen des Deutschlandstipendiums. Der Eintritt ist frei.

  • 5.6.*: Sabine Wandjo, „Liebe – eine (pädagogische) Herausforderung“
  • 12.6.*: Eugen Eckert, „Liebe gibt niemals auf - Von Beziehungsstrukturen zwischen der Agora von Korinth und der Commerzbank-Arena in Frankfurt a.M.“
  • 20.6.**: Prof. Dr. Dr. Rolf Haubl, „Von der romantischen Liebe zur Partnerschaft“
  • 27.6.**: Dr. Fehmi Akalin, „Hedonistische Liebe in Ratgebern für Männer“
  • 3.7.* Prof. Dr. Martin Büchsel: „Obszöne Bilder im Mittelalter“
  • 10.7.* ›Text, Drugs & Rock 'n' Roll‹ (http://textdrugs.de/): „Text, Drugs & Rock 'n' Roll machen Liebe“.

* im Cafe KOZ, Campus Bockenheim, Mertonstraße 26

**  im Orange Peel, Kaiserstraße 39

Mehr Informationen unter www.facebook.de/LiebeFrankfurt und liebefrankfurt.blogspot.com  

Kontakt: liebeserklaerungen.frankfurt@gmx.de

Veranstaltungen

Mai 31 2013
09:39

Vortragsreihe an der Frankfurter Börse in Verbindung mit dem Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“ startet am 4. Juni mit dem Philosophen Otfried Höffe

Ethische Orientierung am Finanzplatz der Zukunft

FRANKFURT. Finanzkrise, Zinsmanipulation, Managerboni – in Öffentlichkeit und Politik ist der Eindruck entstanden, dass es in der Finanzbranche an ethischen Prinzipien mangelt. Doch an welchen Werten sollte sich die Finanzwirtschaft orientieren – und an welchen kann sie sich orientieren, ohne ihre grundlegenden ökonomischen Interessen aus den Augen zu verlieren? Diese Fragen sind Thema der Veranstaltungsreihe „Anstand, Fairness, Gerechtigkeit – Ethische Orientierung am Finanzplatz der Zukunft“, veranstaltet mit Unterstützung der Deutsche Börse AG und in Verbindung mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Goethe-Universität Frankfurt. Konzeption und Beratung liegen in den Händen von Prof. Marcus Willaschek, Philosoph und Mitglied des Clusters. Zum Auftakt der Reihe, für deren insgesamt vier Veranstaltungen jeweils eine persönliche Anmeldung erforderlich ist, spricht Prof. Otfried Höffe über das

Thema:         „Gerechtigkeit in Zeiten globaler Finanzwirtschaft“
am:                Dienstag, dem 4. Juni 2013, um 18.00 Uhr (Einlass ab 17.30 Uhr)
Ort:                Alte Börse, Raum „Lichthof“, Börsenplatz 4, 60313 Frankfurt

Der Tübinger Philosoph ist einem breiteren Publikum durch regelmäßige Beiträge in überregionalen Zeitungen zu aktuellen Fragen der Politik und Gesellschaft bekannt. Otfried Höffe ist einer der wichtigsten deutschsprachigen Ethiker und politischen Philosophen; seine Werke wurden in über 20 Sprachen übersetzt. Im Mittelpunkt seiner vor allem von Aristoteles und Kant inspirierten praktischen Philosophie steht der Begriff der Gerechtigkeit. Die weiteren Vortragenden gehören ebenfalls zu den führenden Philosophen der Gegenwart. Am 14. August 2013 spricht Prof. Axel Honneth (Exzellenzcluster der Goethe-Universität und Columbia University, New York) und am 22. November 2013 Prof. Thomas Pogge (Yale University). Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildet am 15. Januar 2014 eine Podiumsdiskussion mit namhaften Teilnehmern aus Wissenschaft, Recht und Finanzwirtschaft. Zu den Diskutanten gehört dann Prof. Rainer Forst, politischer Philosoph und Co-Sprecher des Frankfurter Exzellenzclusters.

Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, durch einen Dialog zwischen Philosophie und Finanzwelt zu einem Reflexionsprozess über Werte in der Finanzwelt beizutragen. Die jüngsten Krisen und Skandale der Finanzbranche haben in der Öffentlichkeit und der Politik den Eindruck eines Werteverlusts hervorgerufen: Banker, Großinvestoren und andere Akteure der Finanzwelt sind demnach zu sehr an kurzfristigen Unternehmensgewinnen interessiert und ignorieren Werte wie Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit wirtschaftlichen Handelns. Aus dieser Einschätzung ergeben sich Rufe nach gesetzlicher Regulierung einerseits und einer neuen Werteorientierung für Banken und Investoren andererseits. Doch eine ethische Orientierung kann sich nicht auf innerökonomische Werte wie ökonomische Nachhaltigkeit und Kundenwohl beschränken, sondern muss breiter ansetzen. Dazu soll die Reihe unter den Stichworten „Anstand, Fairness, Gerechtigkeit“ einen Beitrag leisten.

Bei der Auftaktveranstaltung am 4. Juni wird Prof. Reto Francioni (CEO, Deutsche Börse AG) die Begrüßung übernehmen, bevor Prof. Marcus Willaschek vom Exzellenzcluster in das Thema einführt und nach dem Vortrag von Prof. Otfried Höffe auch die Gesprächsrunde mit dem Publikum moderiert.

Bereits im vergangenen Wintersemester hatte die Goethe-Universität im Rahmen ihrer Bürgeruniversität „Demokratie im Würgegriff der Finanzmärkte?“ wirtschaftsethische Fragestellungen aufgegriffen. 2.200 Menschen hatten an sechs Abenden die Diskussionen mit renommierten Experten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft verfolgt und sich auch mit eigenen Beiträgen eingebracht.

Anmeldung: Eine Teilnahme ist nur mit einer Einladungsbestätigung möglich. Anmeldungen für den Vortrag am 4. Juni werden erbeten unter: ethischeorientierung@deutsche-boerse.com

Informationen: Prof. Marcus Willaschek, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ / Institut für Philosophie, Campus Westend, Tel: (069) 798-32761, Marcus.Willaschek@normativeorders.net, www.normativeorders.net; Deutsche Börse AG, Section Events, Tel: (069) 211-12222, www.deutsche-boerse.com

Veranstaltungen

Mai 31 2013
09:36

Neuerscheinungen in der Biographienreihe der Goethe-Universität

Gründer, Gönner und Gelehrte: Otto Stern – Arthur von Weinberg/Leo Gans – Theodor W. Adorno – Franz Adickes

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Goethe-Universität nimmt ihren 100. Geburtstag im Jahre 2014 zum Anlass, sich herausragender Persönlichkeiten in ihrer Geschichte zu erinnern. In der im Frankfurter Societätsverlag erscheinenden Biographienreihe „Gründer, Gönner und Gelehrte“ werden Persönlichkeiten der Gründerjahre der Universität vor und nach 1914 ebenso wie die Generation des Wiederaufbaus nach 1945, aber auch Vordenker und Akteure der bildungsbewegten 1960er und 70er Jahre porträtiert. In ihren Lebensbildern spiegelt sich zugleich die wechselvolle deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert.

Nun sind seit der ersten Präsentation weitere Bände in der Reihe erschienen, zudem stehen vier Biographien kurz vor der Vollendung. Wir möchten diese Gelegenheit nutzen, Ihnen die nun veröffentlichten Biographien und ihre Autoren vorzustellen, außerdem möchte wir Sie informieren über die weiteren Persönlichkeiten, die noch porträtiert werden.

Wir laden Sie herzlich ein zur Präsentation und zum anschließenden Gespräch mit den Autoren und den Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats bei einem zweiten Frühstück

am:     Mittwoch, dem 5 Juni 2013, um 10.30 Uhr
Ort:    Campus Westend, IG-Farben-Haus, Eisenhower-Raum, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main

Teilnehmer auf dem Podium sind:

  • Gerhard R. Koch, Autor der Adorno-Biographie
  • Prof. Dr. Horst Schmidt-Böcking, Autor der Stern-Biographie
  • Prof. Dr. Lothar Gall, Autor der Adickes-Biographie
  • Prof. Dr. Michael Stolleis, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats
  • Prof. Dr. Notker Hammerstein, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats
  • Prof. Dr. Matthias Lutz-Bachmann, Vize-Präsident der Goethe-Universität und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats

Wir freuen uns auf Ihr Kommen, bitte teilen Sie uns bis zum 3. Juni (Montag) mit, ob Sie teilnehmen können. Falls Sie es nicht ermöglichen können und gern die neu erschienenen Biographien-Bände rezensieren möchten, schicken Sie uns eine Mail. Mails an: ott@pvw.uni-frankfurt.de

Mit besten Grüßen

Ulrike Jaspers                                                         
Dr. Kerstin Schulmeyer-Ahl
Koordinatorinnen des Projekts „Biographienreihe „Gründer, Gönner und Gelehrte“

Forschung

Mai 31 2013
09:33

Vögel können sich auch in schwachen Magnetfeldern orientieren

Rotkehlchen-„Kompass“ ist anpassungsfähig

FRANKFURT. Zugvögel wie das europäische Rotkehlchen (Erithacus rubecula) orientieren sich mithilfe eines Magnetkompasses im Auge. Wie Wissenschaftler der Goethe-Universität jetzt in Zusammenarbeit mit einem Geophysiker aus München herausgefunden haben, ist dieser Kompass äußerst anpassungsfähig. Lässt man den Vögeln etwas mehr als einen halben Tag Zeit, können sie sich auch in Magnetfeldern orientieren, deren Stärke nur ein Zehntel des Erdmagnetfelds beträgt. Die Forscher werten dies als einen weiteren Hinweis dafür, dass es sich um einen entwicklungsgeschichtlich sehr alten Mechanismus handelt, der bereits von den gemeinsamen Ahnen der heutigen Vögel im Erdmittelalter entwickelt wurde.

2007 hatte das Forscherehepaar Wolfgang und Roswitha Wiltschko entdeckt, dass auch Hühner über einen magnetischen Kompass verfügen. Er  funktioniert ganz ähnlich wie derjenige der Rotkehlchen. Da die entsprechenden Entwicklungslinien von Hühnern und Rotkehlchen sich in der Kreidezeit vor circa 95 Millionen Jahren getrennt haben, vermuteten die Forscher, dass schon die ersten Vögel die Fähigkeit entwickelten, sich im Magnetfeld der Erde zu orientieren.

Um ihre Theorie weiter zu untermauern, prüften die Forscher nun, ob Rotkehlchen sich auch in schwachen Magnetfeldern zurechtfinden. Denn seit den Zeiten des Urvogels war das Erdmagnetfeld starken Schwankungen unterworfen, darunter gab es Perioden sehr schwacher Intensität. Wie sich herausstellte, können sich die Vögel nach 17 Stunden an ein schwaches Magnetfeld von vier Mikro-Tesla (weniger als 10 Prozent der derzeit in Frankfurt herrschenden Feldstärke) anpassen.

Um sicher zu sein, dass nicht ein anderer Mechanismus als der Magnet-Kompass im Auge für diese Leistung verantwortlich ist, betäubten die Forscher den Schnabel. Dieser enthält einen weiteren Magnetsensor, dessen Ausschaltung die Rotkehlchen nicht beeinträchtigte. Setzte man sie aber zusätzlich einem hochfrequenten Magnetfeld aus, ging ihnen der Richtungssinn verloren, wie es schon früher für den Kompaß im Auge gezeigt worden war.

Publikation: Michael Winkhofer, Evelyn Dylda, Peter Thalau, Wolfgang Wiltschko and Roswitha Wiltschko: Avian Magnetic Compass can be Tuned to Anomalously Low Magnetic Intensities, Proceedings of the Royal Society B, First Cite, DOI: 10.1098/rspb.2013.0853

Informationen: Prof. Roswitha Wiltschko, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Biocampus Siesmayerstraße, Tel.: (069) 798-24703; wiltschko@bio.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Mai 31 2013
09:17

Goethe-Universität lädt am 3. Juni zu einer hochschulpolitischen Debatte mit Spitzenvertretern des Hessischen Landtags ein

Diskussion um die Hochschulpolitik der Zukunft

FRANKFURT. Das Jahr 2013 steht im Zeichen von Bundestags- und Landtagswahlen. Die Hessen-Wahl ist auch eine Abstimmung über unterschiedliche hochschulpolitische Konzepte, die im Landtag miteinander konkurrieren. Welche Positionen vertreten die Parteien in wichtigen Fragen der Hochschulentwicklung? Welchen Stellenwert hat der 2008 für die Goethe-Universität errungene Status einer autonomen Stiftungsuniversität für die Politik?

Fragen, über die bei einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Zukunft der Hochschule - Hochschule der Zukunft?“ mit den hochschulpolitischen Experten aller im Hessischen Landtag vertretenen Parteien gesprochen werden soll, zu der die Goethe-Universität öffentlich einlädt.

Zeit: Montag, 3. Juni 2013, 18 Uhr
Ort: Campus Westend, Foyer PA-Gebäude, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt

Es nehmen teil:

Dr. Rolf Müller (CDU),
Gernot Grumbach (SPD),
Dr. Matthias Büger (FDP),
Daniel May (Die Grünen),
Janine Wissler (Die Linke);

Moderation: Dr. Christine Burtscheidt, Dr. Olaf Kaltenborn (Goethe-Universität)

Im Anschluss an das Podium, das etwa 30-45 Minuten beanspruchen wird, besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

Plakat zum Download unter: http://www2.uni-frankfurt.de/46588820/Hochschulzukunft.pdf

Personalia/Preise

Mai 29 2013
15:36

Goethe-Universität gewinnt bundesweiten Preis für ihr ideelles Förderkonzept im Rahmen des Deutschlandstipendiums

Ausgezeichnet für das beste Konzept

FRANKFURT/BERLIN. Die Goethe-Universität ist am Mittwoch im bundesweiten Wettbewerb „Die Besten begleiten“ für ihr innovatives Förderkonzept im Rahmen des Deutschland-Stipendiums ausgezeichnet worden. Die Ehrung fand anlässlich der Jahresveranstaltung Deutschland-Stipendium statt, die gemeinsam vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Hochschulrektorenkonferenz und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gestaltet wird.

Mehr als 30 Hochschulen hatten sich beim Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft um den mit 10.000 Euro dotierten Preis beworben. Hierbei beeindruckte das Förderprogramm der Goethe-Universität durch seine Vielseitigkeit und zukunftsweisende Ausrichtung: „Unsere Stipendiaten werden nicht nur in ihrer Begabung und gefördert, sondern nutzen diese auch, um zukunftsweisende Ideen für die Frankfurter Stadtgesellschaft zu entwickeln“, fasst Prof. Müller-Esterl, Präsident der Goethe-Universität, das Konzept zusammen. „Es ist sehr erfreulich, dass dieses ideelle Förderkonzept nun auch bundesweit Vorbildcharakter genießt“, so der Präsident.

Mit Engagement, Idealismus und Mut zur Veränderung entwickeln  Deutschlandstipendiaten an der Goethe-Universität Frankfurt Projekte, die der gesamten Region zu Gute kommen: Von einer öffentlichen Vortragsreihe zum Thema Liebe über ein Mentoringprogramm für Abiturienten bis hin zu einem  Mehrgenerationen-Wohnkonzept. Dabei stehen ihnen erfahrene Mentoren aus Wirtschaft, Kultur, Bildung und Kirche zur Seite. Lecture-Abende, Patenschaften mit Spendern und weitere Events runden das ideelle Begleitprogramm ab.

Roman Hohlbein, Student der Geographie im 2. Semester und Deutschlandstipendiat freut sich über die Auszeichnung für seine Universität: „Unzählige Stifter, Hochschulmitarbeiter, Referenten und Mentoren investieren viel Zeit in die Förderung von jungen Akademikern an der Goethe-Universität, das Preisgeld wird hoffentlich dabei helfen, das hohe Niveau zu halten.“

Stipendiatin Victoria Alekseeva (4. Semester Rechtswissenschaft) betont den regen Austausch, den ihr das Programm eröffnet: „Im Rahmen der Lectures haben wir die Gelegenheit, viele interessante Persönlichkeiten zu treffen und auch in unseren Gruppen haben wir viele neue Leute kennengelernt und Freundschaften sind entstanden. In enger Zusammenarbeit mit den Mentoren und Stipendiaten anderer Fachbereiche konnten wir über den Tellerrand unseres eigenen Studienfaches blicken, was im Studienalltag leider nicht allzu oft möglich ist und was ich als eine große Bereicherung erfahre!“

Projektleiter Jörg Ottmann verspricht, dass das Preisgeld zur Weiterentwicklung eingesetzt wird. „Unser Ziel ist nun, eine nachhaltige Sicherung, Nutzbarmachung und Wertschätzung der Projektergebnisse, von denen Stipendiaten, Förderer, Hochschulmitarbeiter und Bürger profitieren – hierzu fühlen wir uns im Sinne unserer Stiftertradition verpflichtet.“ Der nächste Schritt hierzu wird das Sommerfest des Deutschlandstipendiums im Juli sein: „Im lebendigen Austausch“ stellen die Stipendiaten Ihre Projektergebnisse der interessierten Öffentlichkeit vor.

Informationen: Jörg Ottmann, Projektleiter Deutschlandstipendium SSC,  Tel. (069) 798-17923, www.deutschland-stipendium.uni-frankfurt.de

Forschung

Mai 24 2013
14:15

Sonderforschungsbereiche zu Fettstoffwechselstörungen und Gefäßerkrankungen

Volkskrankheiten auf molekularer Ebene verstehen

FRANKFURT. Betrachtet man Volkskrankheiten auf der Ebene von Zellen und Signalmolekülen, so lassen sich einige gemeinsame Ursachen erkennen. Diese zu erforschen ist das Ziel zweier Sonderforschungsbereiche (SFBs) an der Goethe-Universität. Ein neu eingerichteter SFB in der Medizin, Pharmazie und Biochemie beschäftigt sich mit dem Einfluss von Fettstoffwechselstörungen auf ein breites Spektrum von Krankheiten, darunter Arteriosklerose und Diabetes. Ein weiterer, bereits 2005 gegründeter Transregio-SFB zur Erforschung von Blutgefäßer-krankungen ist von der DFG um eine dritte Förderperiode verlängert worden.

Lipide oder Fette sind nicht nur ein wichtiger Bestandteil der Zellmembran. In jüngster Zeit werden sie auch als Ausgangsprodukte für wichtige inter- und intrazelluläre Signalmoleküle entdeckt. Zahlreiche Befunde weisen darauf hin, dass bestimmte Störungen des Lipidstoffwechsels die Entstehung von Arteriosklerose, Diabetes, Krebs, Entzündungen, Schmerz und neurodegenerativer Prozesse beeinflussen. Ziel des SFBs „Krankheitsrelevante Signaltransduktion durch  Fettsäurederivate und Sphingolipide“ ist es, durch Lipide vermittelte Signalnetzwerke auf molekularer Ebene zu verstehen und die Erkenntnisse für die Entwicklung innovativer Diagnostika und Therapeutika zu nutzen. „Dieses bisher vernachlässigte Gebiet ist auf dem Sprung zu einem der zentralen Themen translationaler Forschung zu werden. Wir hoffen, den Weg neuer Erkenntnisse vom Labortisch zum Krankenbett deutlich zu verkürzen“, erläutert Prof. Josef Pfeilschifter, der Sprecher des neuen SFBs.

Verlängert wurde der SFB „Vascular Differentiation and Remodeling“, eine Kooperation der Goethe-Universität mit der Universität Heidelberg und dem Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim. Dieser SFB konzentrierte sich als erster in Deutschland ausschließlich auf die Blutgefäßforschung. Veränderungen der Blutgefäßwände sind die Ursache für verbreitete Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochdruck, Diabetes und Tumorerkrankungen. Im Mittelpunkt der Forschung steht das komplexe Zusammenspiel der Endothelzellen, welche die Gefäßwände auskleiden, mit ihren Vorläuferzellen und den glatten Muskelzellen. „Wir betrachten die Gefäßwand als System aus komplex miteinander verflochtenen Zellen, deren Funktion, Eigenschaften und Erscheinungsformen nur durch interdisziplinäre Zusammenarbeit entschlüsselt werden können“, so der stellvertretender Sprecher des SFBs Prof. Karl-Heinz Plate. Die angewandten Methoden reichen von der Molekular- und Zellbiologie über die Physiologie der Blutgefäße bis hin zu transgenen Mausmodellen und bildgebenden Verfahren am lebenden Organismus.

Informationen: Prof. Josef Pfeilschifter, Institut für allgemeine Pharmakologie und Toxikologie, Klinikum der Goethe-Universität, Tel.:(069) 6301-6951, Dekan@kgu.de
Prof. Karl-Heinz Plate, Neurologisches Institut (Edinger Institut), Universität Frankfurt; Tel: 069 / 6301 6042; karl-heinz.plate@kgu.de www.transregio23.de

 

Veranstaltungen

Mai 24 2013
12:04

Skulpturen von vier international bekannten Künstlern bis 6. Oktober auf den beiden Campi Westend und Riedberg

„Blickachsen 9“ – Kunst auf dem Campus

FRANKFURT. Jaume Plensas Großskulptur „Body of Knowledge“ auf dem Campus Westend hat den Sommer über wieder Gesellschaft bekommen: Auf der Wiese vor dem IG-Farben-Haus und auf den Freiflächen zwischen IG-Farben-Haus und Casino sind bis zum 6. Oktober markante Plastiken von vier international bekannten Künstlern zu sehen – auch der Katalane Jaume Plensa ist mit drei „Poets in Frankfurt“ dabei. Die Kunstwerke sind Teil der Ausstellung „Blickachsen 9“, die am 26. Mai (Sonntag) in Bad Homburg eröffnet wird. Gezeigt werden auf dem Campus Westend außerdem Skulpturen von Laura Ford, Peter Randall-Page und Sui Jianguo, die für ihre jeweils unverwechselbare Formensprache bekannt sind. Auf dem Campus Riedberg sind vor dem Gebäude der Physik drei weitere Kunstwerke des britischen Bildhauers Peter Randall-Page zu sehen.

Mit insgesamt rund 90 Werken von Künstlern aus 15 Ländern dreier Kontinente präsentiert sich in diesem Jahr die neunte „Blickachsen“-Ausstellung. Seit 1997 zeigt die Bad Homburger  Biennale Skulpturen und Installationen zeitgenössischer Künstler aus der ganzen Welt in den historischen Parkanlagen der Stadt – und dank der Förderung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain an einer stetig zunehmenden Zahl weiterer Standorte in der Rhein-Main-Region. „Inzwischen gehört ‚Blickachsen‘ zu den großen periodischen Kunstereignissen des Landes“, so der Bad Homburger Galerist und Initiator der Ausstellung, Christian Scheffel. Die diesjährige Auswahl der Werke von 37 internationalen Künstlern und Künstlerinnen hat Scheffel zusammen mit Olivier Kaeppelin, dem Direktor der im französischen Saint-Paul-de-Vence ansässigen Fondation Marguerite et Aimé Maeght, getroffen.

Der Campus Westend mit seiner wunderbaren Parklandschaft ist für Scheffel ein idealer Ort, sich den Herausforderungen von Wissenschaft und zeitgenössischer Kunst gleichermaßen zu stellen. Und anregende und kontroverse Diskussionen über die Skulpturen werden bereits in den Social Media und auf dem Campus geführt. So vermuteten schon einige mit Blick auf den riesigen Container „Made in China“ vor dem IG-Farben-Haus, eine neue Bildungsoffensive mit Notebooks aus China sei für alle Studis pünktlich zur Eröffnung des neuen Gebäudes angelaufen.

Weit gefehlt – hier präsentiert sich Sui Jianguo (geb. 1956), einer der prominentesten Vertreter der ersten Generation zeitgenössischer chinesischer Künstler. Sein Container gehört zu einer Reihe von Werken, in denen er sich kritisch mit seinem Heimatland auseinandersetzt und  ambivalente Symbole für China schafft. Dass Sui Jianguo auch die figurative Kunst beherrscht, dokumentieren drei in Bronze gegossene Arbeiten aus der Reihe „Blind Portrait“, sie sind zwischen Casino und IG-Farben-Haus aufgestellt.

In lichter Höhe direkt vor dem Haupteingang des IG-Farben-Hauses präsentiert Jaume Plensa (geb. 1955) seine drei „Poets in Frankfurt“: Day-Night, Heaven-Hell-Poetry und Religion. Die sitzenden Figuren aus Polyesterharz und Fiberglas, die wie Säulenheilige jeweils auf einer Edelstahl-Stange thronen, können als beispielhaft für sein Werk gelten: In seiner Arbeit geht es Plensa vorrangig um „die Wechselwirkung von Geist und Stoff, nicht um bloße Form“. So setzt er häufig auch Text, Klang und Licht als Materialien ein. Durch das LED-Licht in ihrem Inneren schimmern seine „Poets“ tagsüber mattweiß, bei Dunkelheit jedoch leuchten sie in allen Regenbogenfarben changierend und entwickeln eine besondere Strahlkraft.

Sechs überlebensgroße Katzenwesen beleben die Grünfläche zwischen Casino und IG-Farben-Haus, sie bewegen sich in gebückter Haltung und mit gesenktem Blick langsam schreitend und wirken, als seien sie in ihren Gedanken völlig versunken und in ihren Gefühlen gefangen. Die „Emissary Cats“ aus Bronze sind geschaffen von der walisischen Künstlerin Laura Ford (geb. 1961). Diese Mischwesen aus schlanken menschlichen Körpern und großen Katzenköpfen haben nach Auskunft der Künstlerin ihren Ursprung in dem riesigen, dämonischen Kater namens Behemoth aus dem Roman „Der Meister und Margerita“ von Michail Bulgakov. Mit anarchischem Witz zeigt Laura Ford ihre „Abgesandten“ nachdenklich und fast rastlos getrieben.

Von den sechs tonnenschweren Steinskulpturen des britischen Künstlers Peter Randall-Page (geb. 1954) sind jeweils drei auf dem Campus Riedberg und dem Campus Westend zu sehen. Sie beeindrucken durch ihre Form und Oberflächenstruktur und sind Teil einer Werkreihe, in deren Mittelpunkt die Auseinandersetzung des Bildhauers mit natürlichen Wachstumsmustern und mit dem dynamischen Verhältnis zwischen geometrischer Ordnung und zufälliger Veränderung in der Natur steht.

Bei der Skulpturenausstellung „Blickachsen 9“ gibt es eine Neuerung: Im Frühjahr wurde die Stiftung Blickachsen gGmbH gegründet, die von nun an die Ausstellungen verantworten und gemeinsam mit dem Magistrat der Stadt Bad Homburg, der Kur- und Kongress-GmbH und der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen veranstalten wird. Dazu der Initiator Christian Scheffel: „Die Stiftung wurde mit dem langfristigen Ziel gegründet, durch einen stetigen Ausbau der ‚Blickachsen‘ im öffentlichen und öffentlich zugänglichen Raum, jungen gemeinsam mit arrivierten Künstlern aus der ganzen Welt eine Plattform zu bieten und dadurch sowohl den künstlerischen Nachwuchs zu fördern als auch das allgemeine Interesse und Verständnis für die verschiedensten Positionen der dreidimensionalen Kunst und deren Wertschätzung weiterhin zu steigern.“

Öffentliche Führungen auf dem Campus Westend sind jeweils am ersten und dritten Dienstag im Monat zwischen 18.30 und 20 Uhr, Treffpunkt: Haupteingang IG-Farben-Haus; Führungen für Gruppen anmelden unter Tel. 06172-28907, fuehrungen@blickachsen.de

Informationen: Sunita Scheffel, Blickachsen Kommunikation und Presse, mobil 0178-47 32 591, presse@blickachsen.de, www.blickachsen.de, Pressefotos unter: http://www.blickachsen.de/root/index.php?page_id=341

 

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Mai 24 2013
10:45

Wissenschaftlerinnen des Cornelia Goethe Centrums diskutieren mit der US-amerikanischen Sozialphilosophin und Feministin Nancy Fraser

Kann eine neue feministische Bewegung das kapitalistische System verändern?

FRANKFURT. Befinden wir uns in einer neuen, radikalen und egalitären Phase feministischer Theoriebildung und Politik? Und kann eine neu belebte emanzipatorische Bewegung Einfluss nehmen auf die gegenwärtigen ökonomischen Krisen und sogar das kapitalistische System verändern? Diese Fragen stehen im Zentrum einer Round-Table-Diskussion des Cornelia Goethe Centrums, an dem neben Wissenschaftlerinnen der Universität Frankfurt auch die renommierte US-amerikanische Sozialphilosophin Nancy Fraser teilnimmt. Die öffentliche Veranstaltung in englischer Sprache findet statt am Dienstag (28. Mai) von 14 bis 16 Uhr im Casino (Raum 1.801) auf dem Campus Westend.

Nancy Fraser, Professorin für Philosophie und Politik an der New School for Social Research in New York, ist zurzeit auf Einladung des DFG-Projekts „Justitia Amplificata“ Fellow am Forschungskollegs Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg. Mit ihren Arbeiten zur sozialen und politischen Theorie und zur Ideengeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts hat sie die zeitgenössische feministische Theorie entscheidend geprägt. Soeben ist ihr Buch “Fortunes of Feminism. From State-Managed Capitalism to Neoliberal Crisis” erschienen, in dem sie die Entwicklung feministischer Bewegungen seit den 1970er Jahren analysiert.

Die zentralen Thesen aus ihrer neuen Monographie werden auch bei der Diskussion in der Goethe-Universität im Mittelpunkt stehen. Darin beteiligen sich: Nikita Dhawan, Professorin am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt politische Philosophie, feministische postkoloniale Theorie und Queer Studies; Ute Gerhard, von 1987 bis 2004 erste Professorin für Frauen- und Geschlechterforschung an der Goethe-Universität und Gründungsdirektorin des Cornelia Goethe Centrums; Dr. Mara Marin, Doctoral Fellow am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, und Uta Ruppert, Professorin am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften mit Lehr- und Forschungsschwerpunkten Feministische Theorie internationaler Beziehungen. Begrüßt werden die Gäste von Ulla Wischermann, Soziologie-Professorin und geschäftsführende Direktorin des Cornelia Goethe Centrums; die Moderation übernimmt Ursula Apitzsch, Professorin für Politikwissenschaft und Soziologie mit Lehr- und Forschungsschwerpunkten Migrations- und Biographieforschung, Gender Studies.

Die Stärke der „zweiten Welle“ des Feminismus sieht Fraser in der Radikalität und Breite der Bewegung. Vor allem habe der Feminismus der 1970er Jahre die Grundfesten der männlich dominierten, kapitalistischen Gesellschaft in Frage gestellt. Akteurinnen und Theoretikerinnen kritisierten die marktwirtschaftlich strukturierte Gesellschaft, insbesondere dort, wo es um die Unterdrückung der Frauen im politischen und speziell im privaten Bereich ging. Während der Neoliberalismus seinen scheinbar erfolgreichen Siegeszug angetreten habe, habe die politisch kraftvolle Bewegung jedoch an Schwung verloren. Jetzt, so Fraser, lasse sich ein Wiederaufleben feministischen Denkens und Handelns feststellen: Diese wieder erstarkte Frauenbewegung schließe in ihrer Radikalität und Kritikfähigkeit an die ‚zweite Welle’ der 1970er Jahre an und ziele insbesondere auf die demokratische Kontrolle der Wirtschaft.

Die kritische Theoretikerin Fraser und die Diskutantinnen des Cornelia Goethe Centrums werden fragen, wie die Verbindungslinien zwischen der zweiten und einer möglichen dritten Frauenbewegung beschaffen sind. Kann das radikale emanzipatorische Potenzial der 1970er Jahre aktualisiert werden? Bietet eine neue feministische Bewegung Antworten auf die globale Wirtschaftskrise und wie sehen diese aus?

Informationen: Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse, Campus Westend, Tel.: 069/798-35100 (Sekretariat), E-Mail: y.ehrstein@em.uni-frankfurt.de, Homepage: http://www.cgc.uni-frankfurt.de