​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​​​​ ​

Unsere Pressemitteilungen informieren Sie über aktuelle Ereignisse aus der Universität. Dazu zählen neue Forschungsergebnisse, universitäre Themen und Veranstaltungsankündigungen. Sie wollen regelmäßig über Neuigkeiten aus der Goethe-Universität informiert werden? Abonnieren Sie unsere Pressemitteilungen.

Pressestelle Goethe-Universität

Theodor-W.-Adorno Platz 1
60323 Frankfurt 
presse@uni-frankfurt.de

 

Jun 5 2023
12:46

Die MainStudy bietet Schüler*innen die Möglichkeit, die Goethe-Universität live und vor Ort kennen zu lernen.

Uni-Luft schnuppern 

FRANKFURT. Es ist wieder so weit: Tausende Abiturient*innen, Schülerinnen und Schülern der gymnasialen Oberstufen und der Fachoberschulen werden die Goethe-Universität zur „MainStudy“ besuchen. Dabei erwartet die Besucher*innen ein vielfältiges Programm aus Vorträgen zu Studiengängen, Campusführungen, Präsentationen von beliebten Berufsbildern und deren Zugangsmöglichkeiten und vieles mehr. Der Vorteil in diesem Jahr: Die MainStudy liegt für noch unentschlossene Abiturient*innen noch genau innerhalb der Bewerbungsfristen. Hier bietet sich also eine letzte Möglichkeit, sich vor Ort ein Bild der Goethe-Universität und der Studiengänge zu verschaffen und sich noch bis 15.7. für zulassungsbeschränkte und bis 31.08. für zulassungsfreie Studiengänge zu bewerben. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. 

Veranstaltungsorte sind am 5. Juli 2023 der Campus Westend mit der Vorstellung der geistes-, gesellschafts- und wirtschaftswissenschaftlichen Fächer und am 6. Juli 2023 der Campus Riedberg mit der Vorstellung der Naturwissenschaften. Zusätzlich zu den allgemeinen Programmpunkten präsentieren sich die einzelnen Fächer und Institute durch Infostände, Führungen und Experimente. Dies gibt den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, die Universität intensiver zu erkunden und vielleicht auch schon den ersten Kontakt zu Studierenden oder Professor*innen des Wunschfaches aufzunehmen.

Die Angebote der Bundesagentur für Arbeit runden die beiden Tage mit zahlreichen Vorträgen zur Berufspraxis und übergreifenden Themen zu Entscheidungsfindung und Überbrückungsmöglichkeiten zwischen Abitur und Studium ab. Eingebettet sind die beiden Veranstaltungstage an der Goethe-Universität in die insgesamt viertägige Veranstaltung „MainStudy“ der Hochschulen der Region Frankfurt vom 3. bis 6. Juli 2022. Neben der Goethe-Universität sind als Gastgeber mit dabei die Frankfurt University of Applied Sciences, die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst und die Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen.

Im Rahmen der MainStudy findet am 4. Juli 2023 auch der Tag der Geisteswissenschaften an der Goethe-Universität statt, an dem sich Interessierte an den Geisteswissenschaften in Workshops ausprobieren und verschiedene geisteswissenschaftlichen Fächer und deren berufliche Perspektiven erkunden können. Anmeldung und weitere Informationen unter: https://www.tdg.uni-frankfurt.de

Mehr Infos unter http://www.mainstudy.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jun 5 2023
11:36

Konferenz an der Goethe-Universität befasst sich mit der Entwicklung des afroamerikanischen Freiheitskampfes in den 1960er und 1970er Jahren

Neues zur Geschichte der Black-Power-Bewegung

FRANKFURT. Neue Strömungen innerhalb der Geschichte der Black-Power-Bewegung stehen im Mittelpunkt einer Konferenz, zu der Prof. Simon Wendt, Amerikanist an der Goethe-Universität, auch die Öffentlichkeit einlädt. Die Konferenz unter dem englischsprachigen Titel „New Directions in the History of the Black Power Movement“ findet

von Freitag, 23., bis Sonntag, 25. Juni,
Hörsaalzentrum, HZ 14 (3. Stock)
Theodor-W.-Adorno-Platz 5
60323 Frankfurt am Main

statt. Die Konferenzsprache ist Englisch.

Black Power – der energiegeladene Slogan einer Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner stammt aus den 1960er Jahren. Im Kontrast zu eher gemäßigten Bürgerrechtlern wie Martin Luther King setzte er der weißen Bevölkerung der USA ein starkes schwarzes Selbstbewusstsein entgegen. In den vergangenen 20 Jahren ist viel geforscht worden zur Geschichte der Black-Power Bewegung, und zahlreiche Studien haben die bislang eher eindimensionalen Narrative darüber revidiert, indem sie deren Wurzeln, die lokalen Organisations- und Erscheinungsformen und den Anteil, den afroamerikanische Frauen an der Entwicklung hatten, näher betrachteten. Auch die politischen Auswirkungen der Bewegung und ihr radikaler Internationalismus waren schon Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen.

Vor diesem Hintergrund bringt die Konferenz eine neue Generation amerikanischer, britischer und deutscher Historiker zusammen, damit sie ein neues Licht auf die komplexe Geschichte der Black-Power-Bewegung werfen können. Einige Redebeiträge greifen Themen auf, die für Zeithistoriker schon lange von Interesse sind, Themen wie die Rolle afroamerikanischer Frauen, die Bedeutung des Bildungswesens und die globalen Auswirkungen der Bewegung. Außerdem wird es auch um die Funktion der Religion und um die Zusammenarbeit zwischen Black-Power-Organisationen und LGBTQ-Aktivisten gehen. Die Konferenz soll einen weiteren Beitrag leisten für ein besseres Verständnis der Black-Power-Bewegung und ihres Erbes.

Information:
Prof. Dr. Simon Wendt
Institut für England- und Amerikastudien
E-Mail wendt@em.uni-frankfurt.de
Telefon 069 798-32358
https://black-power-conference.de/


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jun 2 2023
15:43

Das Forschungskolleg Humanwissenschaften stellt vor: Thomas Biebricher und sein neues Buch "Mitte/Rechts. Die internationale Krise des Konservatismus".   

Identitätskrise der rechten Mitte?

FRANKFURT. Heute ist nicht mehr sicher, ob die rechte Mitte hält. Setzen ihre Vertreter weiterhin auf Ausgleich und behutsame Modernisierung? Oder auf polarisierenden Kulturkampf? Die Identitätskrise der rechten Mitte ist kein exklusiv deutsches Phänomen, wie nicht zuletzt der Aufstieg Donald Trumps gezeigt hat. Der Politikwissenschaftler Prof. Thomas Biebricher widmet sich in seinem neuen Buch dieser internationalen Dimension des Phänomens und zeichnet die turbulenten Entwicklungen seit 1990 nach. Seine Befunde sind auch deshalb brisant, weil sich am gemäßigten Konservatismus die Zukunft der liberalen Demokratie entscheidet. Das Buch ist 2023 im Suhrkamp Verlag in Berlin erschienen. Der Autor wird am Forschungskolleg Humanwissenschaften mit seiner Kollegin Greta Wagner über sein Buch diskutieren.

Das Forschungskolleg Humanwissenschaften lädt die interessierte Öffentlichkeit sehr herzlich zur Diskussion über die Thesen des Buches ein.

Thomas Biebricher und sein neues Buch "Mitte/Rechts -
Die internationale Krise des Konservatismus"
Mittwoch, 7. Juni 2023, 19.30 Uhr
Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität
Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe

Die Buchvorstellung wird veranstaltet vom Forschungsschwerpunkt "Democratic Vistas. Reflections on the Atlantic World", der am Forschungskolleg Humanwissenschaften angesiedelt ist. Der 2020 gegründete Schwerpunkt untersucht die Entwicklung, die Potentiale und die Herausforderungen von Demokratien als Regierungs- und als Lebensformen in Gegenwart und Geschichte. Beteiligt sind vornehmlich Frankfurter Wissenschaftler*innen aus den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Der Schwerpunkt wird von dem Amerikanisten Professor Johannes Völz und dem Politikwissenschaftler Professor Gunther Hellmann geleitet.

Thomas Biebricher ist seit 2022 Heisenberg Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politische Theorie, Ideengeschichte und Theorien der Ökonomie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er hat mehrere Professuren für Politische Theorie vertreten, u. a. von 2014 bis 2017 an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. 2017 habilitierte er sich mit einer Studie zum Neoliberalismus, die 2021 im Suhrkamp Verlag unter dem Titel "Die politische Theorie des Neoliberalismus" auf Deutsch erschien. Von 2020 bis 2022 war er Associate Professor an der Copenhagen Business School.

Greta Wagner ist seit 2019 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie an der Technischen Universität Darmstadt. Sie war von 2011 bis 2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der Goethe-Universität Frankfurt am Main und von 2017 bis 2019 am Exzellenzcluster "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität. Im Wintersemester 2022/2023 vertrat sie die Professur für Allgemeine Soziologie/Soziologische Theorie an der TU Darmstadt. 2017 erschien ihr Buch "Selbstoptimierung. Praxis und Kritik von Neuroenhancement".

Anmeldung zur Buchvorstellung: Zur besseren Disposition wird um Anmeldung per E-Mail gebeten: anmeldung@forschungskolleg-humanwissenschaften.de. Die Anmeldung wird registriert, es wird aber keine Anmeldebestätigung versendet.

Weitere Informationen: www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Kontakt: Iris Helene Koban, Geschäftsführung Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität. Mail: i.koban@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; Tel.: 06172-13977-10 | Fax: 06172-13977-19; www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jun 2 2023
14:57

Ausstellung ist das Resultat der Übung „Studiengalerie 1.357: Gemeinschaften im Blick der Kamera“ im Sommersemester 2023.

Schauen und Zeigen als Thema: Studiengalerie 1.357 zeigt drei Videoarbeiten

FRANKFURT. Gezeigt werden in der Studiengalerie 1.357 drei Videoarbeiten – zwei zeitgenössische Arbeiten, eine aus den 1960er Jahren –, die das Schauen und Zeigen selbst zum Thema machen. Statt dem Format der Black Box zu folgen, werden die Arbeiten auf der vorhandenen Infrastruktur der Studiengalerie 1.357 inszeniert. Im Sinne dieser Integration von strukturellen Hintergrundprozessen vereint der ungewöhnlich lange Ausstellungstitel NINA KÖNNEMANN SIMON LÄSSIG LUTZ MOMMARTZ JOEL AMINE NATALIA BELETSKAYA LUISA BENZINGER FRANZISKA BOUCHON SOFIA DIANA DIAS FLORENCIO LISA EISENLOHR GABRIEL GÖTTEL NICOLAS KENNEDY LANDA BEATE KÖTH MAXIM KRAEMER LAURA METZ FERNANDA ORTIZ DIAZ NUBA REITER EMMA TOMBERGER LOUIS UMBACH JUSTUS VOGEL AYŞE YAZICI die Namen aller Beteiligten, Künstler*innen wie auch Studierende, zu einem abstrakten, gemeinschaftlichen, aber auch sperrigen Teppich.

Von den Studierenden im Kollektiv erarbeitete Screening-Reihen erweitern die Ausstellung: In Reaktion auf die Seminardiskussionen wie auch die Werke erstellten sie Playlists, die in einem begleitenden Booklet erscheinen. Mit Blick auf die drei gezeigten Arbeiten führen sie die Ausstellung in Form von Links assoziativ weiter, verknüpfen sie mit weiteren Werken wie auch alltäglichen Arten der Mediennutzung und erweitern Diskussionen, Zugänge und institutionelle Beschränkungen.

Die Ausstellung ist das Resultat der Übung „Studiengalerie 1.357: Gemeinschaften im Blick der Kamera“, die von Dennis Brzek, M.A., wissenschaftlicher Mitarbeiter des Kunstgeschichtlichen Instituts der Goethe-Universität Frankfurt am Main, im Sommersemester 2023 durchgeführt wurde.

Studiengalerie 1.357 :
NINA KÖNNEMANN SIMON LÄSSIG LUTZ MOMMARTZ …
Eröffnung: 07.06., 20 Uhr
08.06.–07.07.2023
Begrüßung: Dennis Brzek
Einführung: Nicolas Kennedy Landa, Fernanda Ortiz Diaz, Maxim Kraemer

Was ehemals mit Begriffen wie „Experimentalfilm“, „Video“ und „Kunst“ klar eingegrenzt werden konnte, ist heute einer gelebten Immersion von bewegten und medialen Bildern gewichen, in denen das oftmals gleichzeitige Produzieren und Konsumieren zur Grundlage ökonomischer, politischer und affektiver Beziehungen geworden ist. Die Studiengalerie 1.357, die sich seit einem Jahrzehnt dem Dispositiv der Ausstellung und der Wissensproduktion von Videokunst widmet, bildet durch ihren dezidierten Fokus auf das Bewegtbild einen von vielen Knotenpunkten in diesem Netzwerk. Die neue Ausstellung wird eine materialistische Lesart von Video und Film als Ausgangspunkt nehmen, um über die Rolle des Displays in der Vermittlung und Präsentation von Bewegtbild nachzudenken.

Die Studiengalerie 1.357 ist eine Kooperation des Städel Museums, des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt und des Forschungszentrums für Historische Geisteswissenschaften und der Goethe-Universität. Sie realisiert pro Jahr vier Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst.
http://studiengalerie.uni-frankfurt.de/

Biografien der Künstler*innen:

Nina Könnemann lebt und arbeitet in Berlin. Ausstellungen (Auswahl): Gandt, New York (2023), Old Dogs, Lars Friedrich, Berlin (2022), Deep Rivers Run Silent, Montos Tatoo, Vilnius (2021), High Art, Paris (2021), Tourism, Kunsthaus Glarus (2021), Arrows, Francesca Pia, Zürich (2021), Que Onda, House of Gaga, Los Angeles (2018), Der Wert der Freiheit, Belvedere 21 (2018), Free WiFi 3, KW Institute of Contemporary Art, Berlin und Centre George Pompidou, Paris (2017), Free WiFi 2, Museum Brandhorst, München (2017).

Simon Lässig lebt und arbeitet in Berlin. Ausstellungen (Auswahl): Elene Chantladze, Simon Lässig, LC Queisser, Tbilisi (2023),  Kino, Fluentum, Berlin (2022), I am the secret meat, FELIX GAUDLITZ, Vienna (2022), Simon Lässig, Fanta, Mailand (2021), Joint Ventures, KOW, Berlin (2021), projections mit Vera Lutz, Nousmoules, Vienna (2019), Simon Lässig, FELIX GAUDLITZ, Vienna (2019), Darcy Lange: Work Studies in Schools, Mavra, Berlin (2019) und Filmprogramme für: Kurzfilmtage Oberhausen (2021), Kunstverein München (2020) und Haus am Waldsee, Berlin (2023).

Lutz Mommartz ist Experimentalfilmer und lebt und arbeitet in Düsseldorf. 1967 begann er, seine ersten 16mm-Filme zu drehen. Seitdem hat er über 50 Werke realisiert. Ende 2020 widmete ihm die Kunsthalle Düsseldorf eine umfangreiche Retrospektive, mommartzfilm 1964 – 2020 (2020-2021).


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Aktualisierung: Die Website des Clusters SCALE ist nun zu erreichen unter https://scale-frankfurt.org

Für die anstehende Runde der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder bewirbt sich die Goethe-Universität Frankfurt mit vier neuen Clustern zu den Forschungsthemen Vertrauen im Konflikt (CONTRUST), Infektion und Entzündung (EMTHERA), Ursprung der Schweren Elemente (ELEMENTS) und zelluläre Architekturen (SCALE). Die Anträge vereinen die Kompetenzen und zukunftsweisenden Ideen der Goethe-Universität mit denen der Kolleg:innen des Verbunds der Rhein-Main-Universitäten (RMU) und weiterer Partner der vier großen Organisationen der außeruniversitären Forschung. Der seit 2019 bestehende Exzellenzcluster Cardiopulmonary Institute wird im kommenden Jahr direkt einen Vollantrag einreichen.

FRANKFURT. Prof. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität, freut sich auf den Exzellenzwettbewerb: „Wir gehen mit vier neuen, herausragenden und höchst spannenden Projekten und unserem bestehenden, einzigartigen Cluster in den Wettbewerb um die Förderung als Exzellenzcluster. In den Projekten aus allen Forschungsbereichen an der Goethe-Universität adressieren wir brennende Forschungsthemen: Es geht darum, wie wir in unserer Gesellschaft mit Konflikten umgehen und in dieser schwiegen Zeit Vertrauen schaffen. Wir arbeiten an einem grundsätzlich neuen Verständnis der Struktur-Funktionsbeziehung von Zellen, das die vielfältigen Funktionen unserer Zellen beschreibt. Wir entwickeln neue, erkenntnisbasierte Ansätze zur Behandlung von Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems und der Lunge oder für komplexe Erkrankungen, bei denen unser Immunsystem aus den Gleisen gerät. Und wir werden die Frage nach dem Wie der Entstehung des Sternenstaubs beantworten.“

Präsident Schleiff hebt die Bedeutung der Rhein-Main-Universitäten bei der Konzeption der Forschungscluster hervor: „Im Rhein-Main-Gebiet bilden wir mit der Goethe-Universität Frankfurt, der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, der Technischen Universität Darmstadt und den zahlreichen erstklassigen außeruniversitären Instituten und forschenden Unternehmen eine integrierte Wissenschaftsregion, die eine in Deutschland einzigartige Expertise auf kleinstem Raum vereint und so global sichtbar macht. Mit diesem Pfund können wir in der Exzellenzinitiative wuchern, und die Anträge wären ohne diese Partnerschaften nicht entstanden.“

Alle fünf Cluster sind tragende Säulen des Forschungsprofils der Goethe-Universität und wurden in enger Anbindung an die Gesamtstrategie entwickelt. Die vier neuen Cluster haben in einem vom Präsidium verantworteten, qualitätsgetriebenen Auswahlverfahren und begleitet durch ein von der Goethe-Universität bestelltes „International Scientific Advisory Board“ (ISAB) Antragsskizzen erarbeitet. Die Antragsskizzen wurden jetzt bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingereicht und werden in den kommenden Monaten durch Gutachtergremien geprüft, bevor die Cluster im kommenden Jahr Vollanträge einreichen dürfen. Die Förderung als Exzellenzcluster beginnt nach einem zweistufigen Evaluationsprozess im Jahr 2026.

CONTRUST: Vertrauen im Konflikt – Politisches Zusammenleben unter Bedingungen der Ungewissheit. Konflikte sind in gesellschaftlichen Kontexten unumgänglich, aber dennoch funktioniert das Zusammenleben. Eine wichtige Rolle spielt hier das Vertrauen. Es gibt uns die Gewissheit, dass Auseinandersetzungen nicht eskalieren, dass sich das jeweilige Gegenüber an Regeln hält, dass Institutionen uns gegen Überschreitungen absichern und dass die soziale Welt als ganze so stabil ist, dass wir unser Handeln in ihr sinnvoll orientieren können. Wie sich dieses Vertrauen bildet und was seine Ursprünge sind, untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in CONTRUST. Prof. Luciano Rezzolla, Sprecher des Clusters ELEMENTS, wünscht seinen Kolleginnen und Kollegen von CONTRUST viel Erfolg im Wettbewerb: „Wie Vertrauen im Konflikt erhalten oder neu geschaffen werden kann, ist eine fundamentale Frage unserer vielgestaltigen Gesellschaften und politischen Systeme. Ich freue mich, dass in CONTRUST einige der brillantesten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dieses Forschungsfelds hier Antworten finden werden.“

Projektpartner:
Goethe-Universität Frankfurt (Antragstellerin)
Leibniz-Institut Hessische Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung, Frankfurt
Website: https://contrust.uni-frankfurt.de/

EMTHERA: Emerging Therapeutics. Zu den größten medizinischen Herausforderungen der globalen Gesundheit gehören Infektions- und Entzündungskrankheiten sowie Störungen des Immunsystems, die den gesamten menschlichen Körper betreffen. Die Prozesse sind wissenschaftlich nicht gut verstanden, was zu einer großen Zahl von Therapieversagen führt. EMTHERA sucht nach neuen Ansätzen zur Erforschung dieser Krankheiten und zur Entwicklung neuartiger Therapien. Dabei setzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf mRNA-basierte Verabreichungsformen, auf Wirkstoffe, die gezielt krankheitsrelevante Proteine abbauen und auf computergestützte und nanotechnologische Anwendungen. Prof.'in Inga Hänelt, Sprecherin des Clusters SCALE, hebt die Bedeutung von EMTHERA als translationalen Cluster hervor: „EMTHERA ist eine Kooperation im Rahmen des Verbunds der Rhein-Main-Universitäten und ein weiteres Leuchtturmprojekt, das die grundlagenorientierte Erforschung molekularer Zusammenhänge der Krankheitsentstehung eng mit der Entwicklung neuartiger Therapien verzahnt.“

Projektpartner:
Goethe-Universität Frankfurt (Antragstellerin)
Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (weitere Antragstellerin)
Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie (ITMP), Frankfurt
Helmholtz-Institut für Translationale Onkologie (HI-TRON), Mainz
Institute for Molecular Biology (IMB), Mainz
Max-Planck-Institut für Polymerforschung, Mainz
Max-Planck-Institut für Biophysik, Frankfurt
Website: https://www.emthera.de/

ELEMENTS: Exploring the Universe from Microscopic to Macroscopic Scales. Unsere Welt ist aufgebaut aus verschiedenen Atomsorten, den Elementen. Vom leichten Wasserstoff bis hinauf zum Eisen entstehen diese Elemente in Sternen wie unserer Sonne. Auf welche Weise sich jedoch die viel selteneren, schweren Elemente wie etwa Gold oder Platin bilden, untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei ELEMENTS, indem sie die mikroskopischen Maßstäbe von Elementarteilchen mit den makroskopischen Maßstäben astrophysikalischer Objekte wie etwa den Neutronensternen verbinden. Prof. Vinzenz Hediger, Sprecher des Clusters CONTRUST, ist überzeugt: „Das Vorzeigeprojekt ELEMENTS, eine Kooperation innerhalb des Verbunds der Rhein-Main-Universitäten mit der TU Darmstadt, schließt die Lücke zwischen Experimenten, Beobachtungen und Theorie und wird das Verständnis von Materie unter extremen Bedingungen deutlich erweitern.“

Projektpartner:
Goethe-Universität Frankfurt (Antragstellerin)
Technische Universität Darmstadt (weitere Antragstellerin)
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung, Darmstadt
Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS)
Max-Planck-Institute für Radioastronomie, Bonn
Website: https://elements.science/

SCALE: Subcellular Architectures of Life. Zellen bestehen aus Milliarden von Molekülen, die von Einzelmolekülen über große Molekülkomplexe bis hin zu Organellen organisiert sind. Zwar sind die Funktionen vieler einzelner Moleküle bekannt, doch ist noch vielfach unklar, wie die Architektur im Innern einer Zelle entsteht, funktioniert und wie die Teile interagieren. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von SCALE wollen die Selbstorganisationsprinzipien der Zelle aufdecken und eine räumlich wie zeitlich hochaufgelöste Simulation der Zelle erstellen, um besser zu verstehen, wie Zellen wirklich funktionieren und wie ihre verschiedenen „Maschinen“ zusammenarbeiten. Prof. Ivan Đikić, Sprecher des Clusters EMTHERA, hebt hervor: „Die Spitzentechnologien, die die Kolleginnen und Kollegen bei SCALE ständig weiterentwickeln, werden in Kombination mit dem herausragenden wissenschaftlichen Konzept eine All-Atom-Simulation großer Zellsegmente mit langfristiger Vorhersagekraft ermöglichen. Dies wird unser Verständnis der zellulären Struktur-Funktionsbeziehung auf ein neues Niveau heben und die molekulare Zellforschung entscheidend weiterbringen.“

Projektpartner:
Goethe-Universität Frankfurt (Antragstellerin)
Max-Planck-Institut für Biophysik, Frankfurt
Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt
Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS)
Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik, Dresden
Universität des Saarlandes, Homburg
Website: https://scale-frankfurt.org

CPI: Cardiopulmonary Institute. Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems gehen häufig einher mit Lungenkrankheiten. Weltweit sind sie die häufigsten Todesursachen. Ziel des Exzellenzclusters ist es zu verstehen, welche molekularbiologischen Prozesse dem Funktionieren dieser Organe und ihrem Versagen bei Erkrankungen zugrunde liegen. Dazu entwickeln die CPI-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler im hochschulübergreifenden CPI Modellsysteme von Zellkulturen bis zu Tiermodellen und kombinieren die Ergebnisse mit Untersuchungsdaten von Patient:innen, um neue Therapieansätze zu finden. Der Cluster wurde erstmals als „Excellence Cluster Cardio-Pulmonary System“ von 2006 bis 2018 gefördert und konnte sich 2019 erneut als Exzellenzcluster Cardiopulmonary Institute durchsetzen.

Projektpartner:
Goethe-Universität Frankfurt und
Justus-Liebig-Universität Gießen (gemeinsame Antragstellerinnen)
Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim
Universitätsmedizin Göttingen
Derzeitige Förderung als Exzellenzcluster: 2019 – 2025 (45 Millionen Euro)
Website: https://www.cpi-online.de/

 

Jun 1 2023
11:39

Ein Zufallsfund mit Seltenheitswert, der auf neue Erkenntnisse hoffen lässt

Team der Goethe-Universität entdeckt im Oman 4300 Jahre alte Kupferbarren

Nach Kohleresten gesucht, Kupferbarren gefunden: Irini Biezeveld und Jonas Kluge haben bei einer Routinegrabung in Oman erlebt, wie überraschend die Archäologie sein kann. Ihr Zufallsfund mit Seltenheitswert wird weitere Forschungen zur Folge haben.  

FRANKFURT. Ein Hinweis aus der lokalen Bevölkerung hatte die Frankfurter Archäologen in die Gegend in der Nähe der Stadt Ibra in Oman geführt, wo sie mehrere Siedlungen vorfanden. Irini Biezeveld und ihr Mitdoktoranden Jonas Kluge hielten sich zu einer von der Deutschen Orient-Gesellschaft finanzierten sechswöchigen Feldforschung und unter Aufsicht des Ministeriums für Kulturerbe und Tourismus von Oman im Gouvernement North Sharqiyah in dem Land im Osten der Arabischen Halbinsel auf. Sie dokumentierten die sichtbaren Gebäude, danach legten sie Testschnitte im Gelände an. Mit Hilfe etwaiger Holzkohlefunde wollten sie die Siedlung datieren. Da kam etwas Grünes zum Vorschein: Ein außen korrodierter Kupferklumpen, bestehend aus drei einzelnen Barren in der Form eines runden Kegels. „Ein solcher Fund ist äußerst selten“, sagt PD Dr. Stephanie Döpper, die die beiden Doktoranden wissenschaftlich betreut. Der 1,7 Kilogramm schwere Fund sei von den Anwohnern vermutlich aus Versehen zurückgelassen worden, als die Siedlung aufgegeben wurde – aus welchen Gründen auch immer.

Die Siedlung, die Biezeveld und Kluge identifizierten, stammt aus der Frühen Bronzezeit (ca. 2600-2000 v. Chr.). In dieser Zeit war das Gebiet des heutigen Oman einer der wichtigsten Produzenten für Kupfer für das antike Mesopotamien im heutigen Irak sowie die Indus-Kultur im heutigen Pakistan und Indien. Nur hier kam in größerem Umfang Kupfererz vor. Zu Kupferbarren gegossen, war es ein begehrtes Handelsgut, wie nicht zuletzt Keilschrifttexte aus Mesopotamien belegen. Da die Kupferbarren in der Regel zu Werkzeugen und anderen Gegenständen weiterverarbeitet wurden, werden sie bei archäologischen Ausgrabungen nur sehr selten angetroffen. Umso überraschender war der Fund gleich mehrerer solcher Barren in der frühbronzezeitlichen Siedlung.

Die Kupferbarren haben eine für die Zeit typische plankonvexe Form, die dadurch entstanden ist, dass das flüssige Kupfer in kleine tönerne Tiegel gegossen wurde. Der Fund der Kupferbarren ermöglicht es, mehr über die Rolle Omans in den interregionalen Handelsbeziehungen während der Frühen Bronzezeit, sowie die schon damals bekannten Technologien der Metallverarbeitung zu erfahren. Die Verhüttung von Kupfer erfordert sehr viel Brennmaterial, was in einer so trockenen und vegetationsarmen Gegend wie Oman eine große Herausforderung dargestellt haben dürfte. Zu erforschen, wie die Menschen in der Frühen Bronzezeit mit ihren begrenzten Ressourcen umgegangen sind und ob ihnen eine nachhaltige Nutzung möglich war, ist eine der Fragen, die im weiteren Verlauf des Projektes beantwortet werden sollen.

Dass das neu entdeckte Dorf in engem Kontakt und Austausch mit dem indischen Subkontinent stand, beweisen auch mehrere Keramikscherben sogenannter „black-slipped jars“, große Vorratsgefäße der Indus-Kultur, die ebenfalls dort entdeckt wurden. Offenbar war sogar eine kleine, eher ländlich geprägte Siedlung im Zentraloman in ein System das interregionalen Handels und Austausches eingebunden.

Die Ausgrabungen erfolgten in Zusammenarbeit mit dem Ministry of Heritage and Tourism des Sultanats Oman und wurden von der Deutschen Orient-Gesellschaft finanziell unterstützt.

Bilder zum Download unter: https://www.uni-frankfurt.de/138045481

Bildtexte:
Bild 1: Luftaufnahme des zentralen Teils des Fundortes von Südwesten. (Foto: Conrad Schmidt)
Bild 2: Gut erhaltenes Umm an-Nar-zeitliches Wohngebäude. (Foto: Jonas Kluge)
Bild 3: Reste von drei Kupferbarren während der Ausgrabung. (Foto: Jonas Kluge)
Bild 4: Detailaufnahme der durch Korrosion zusammenhängenden plankonvexen Barren. (Foto: Conrad Schmidt)

Weitere Informationen
Jonas Kluge     
Doktorand
Institut für Archäologische Wissenschaften, Abt. I: Vorderasiatische Archäologie und Klassische Archäologie
Goethe-Universität Frankfurt
069-798-32320
kluge@em.uni-frankfurt.de
Twitter-Handle: @JonasbKluge


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Mai 31 2023
16:36

Goethe-Universität startet mit zukunftsweisendem Forschungsfeld auf dem früheren Biocampus / Erste Veranstaltung am 12. Juni

„Center for Critical Computational Studies“ gegründet

Die Goethe-Universität Frankfurt macht einen bedeutenden Schritt hin zur Weiterentwicklung rechner-, daten- und algorithmenbasierter Methoden: Das „Center for Critical Computational Studies“ (kurz C3S) nimmt seine Arbeit auf. Es schafft ein zukunftsweisendes Forschungs-, Lehr- und Transferumfeld. So können Systemverständnisse domänenübergreifend vertieft und der (post)digitale Wandel nachhaltig und gerechtfertigt gestaltet werden. Das C3S wird den früheren Biocampus an der Siesmayerstraße neu beleben.

FRANKFURT. Die „Critical Computational Studies“ sind ein wegweisendes Forschungsfeld. Sie zielen darauf, computationale – also rechner-, algorithmen- und datengestützte – Methoden zu fundieren, zu entwickeln und anzuwenden. Dabei werden stets auch die Wechselwirkungen zwischen Mensch, Gesellschaft und Technologie in den Blick genommen. Mit dieser Verschränkung des Computationalen und des Kritischen will die Goethe-Universität auch die Chancen und Herausforderungen (post)digitaler Transformationen verstehen und letztere aktiv mitgestalten. Das neu geschaffene Zentrum nimmt hierbei eine führende Rolle ein.

Prof. Dr. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität, zeigt sich erfreut, dass es nun losgeht: „Das von mir in meinem Präsidentschaftswahlkampf skizzierte Vorhaben eines neuen ‚Center for Critical Computational Studies' zur Eröffnung neuer Wege in die Digitalität wird nun in die Tat umgesetzt. Mit dem Center unterstreichen wir unser Bekenntnis zur Spitzenforschung und Methodenentwicklung und auch die Annahme unserer Verantwortung zur Ausgestaltung des (post)digitalen Zeitalters. Dazu soll die Entwicklung effektiver computationaler Methoden erheblich ausgebaut und der Weg für eine verantwortungsvolle Nutzung solcher Technologien geebnet werden. Das Zentrum wird ein Katalysator für innovative Ideen und wegweisende Forschung sowie ein Ort für bereits aktive und neue Kolleg*innen der Goethe Universität sein. Zudem bekennen wir uns zur nachhaltigen Nutzung von Bestandsgebäuden, denn das Zentrum wird – ein zweites zentrales Wahlkampfversprechen für meine Amtszeit – durch Reaktivierung des ehemaligen Biocampus in der Siesmayerstraße ermöglicht. Ein großer Coup für die Goethe-Universität und Frankfurt. Ich wünsche den Direktor*innen ein glückliches Händchen und Weitblick – gerade die ersten Schritte sind entscheidend.“

Das vierköpfige Gründungsteam kommt aus den Bereichen der Geistes-, Sozial-, Lebens- und Computerwissenschaften. Nicht nur das verdeutlicht den inter- und transdisziplinären Anspruch des Zentrums. In den nächsten zwei Jahren wird das Zentrum zwölf neue Professor:innen in das C3S berufen. Durch die enge Zusammenarbeit mit führenden Forscher:innen aus verschiedenen Fachbereichen wird das Zentrum zudem ein breites Spektrum an Expertise bündeln und neue Impulse für die Profilbereiche der Goethe-Universität setzen. Wissenschaftler:innen in der frühen Berufsphase werden besonders gefördert und verstärken die sog. Principal Investigators des C3S.

Neben der Forschung wird das Zentrum auch in Studium und Lehre sowie im Transfer aktiv. So vermittelt das C3S „Critical Computational Literacy“ in die Breite der Universität und Gesellschaft, also den kreativen Umgang mit zukunftsträchtigen Computertechnologien sowie die Reflexionskompetenz für deren ethische, soziale, politische und wirtschaftliche Implikationen.

Das C3S wird nach der Renovierung der historischen Räumlichkeiten den früheren Biocampus an der Siesmayerstraße beziehen. Durch die Neubelebung dieses Standorts werden inspirierende Kontexte geschaffen, die Wissenschaftler:innen den Raum für Forschung, Lehre und Transfer geben.

Der Gründungssprecher des C3S, Prof. Dr. Christoph Burchard, über die Bedeutung und die ersten Schritte des neuen Centers: „Das C3S ist eine einmalige Chance für unsere Universität und Wissenschaftsregion. Herzlichen Dank für das Vertrauen, das Zentrum als Gründungssprecher leiten zu dürfen. Im Gründungsvorstand und zusammen mit den Principal Investigators am C3S werden wir in den kommenden Jahren die Strukturen schaffen, um die ‚Critical Computational Studies' mit Leben zu erfüllen. Ohne die Initiative und das unermüdliche Engagement des Präsidenten wäre das nicht möglich gewesen. Wir greifen nun die wichtigen Vorarbeiten auf, setzen Schwerpunkte und fügen all das in die Gesamtstrategie der Goethe-Universität ein. Hierzu stehen wir im engen Kontakt mit Exzellenzcluster-Initiativen und suchen den intensiven Austausch mit den Profil- und Fachbereichen. Diese sind zentrale Partner des C3S. Mit Kolleg:innen aus der Goethe-Universität gleisen wir bereits erste Forschungsprojekte auf, verankern die ‚Critical Computational Studies' in Form von ‚Critical Computational Literacy' in Studium und Lehre und starten Transferaktivitäten. Zugleich setzen wir die Prozesse in Gang, um die zwölf neuen Professuren an das C3S zu berufen. Darauf liegt jetzt ein Hauptaugenmerk.“

Informationen zu den Forschungsschwerpunkten und Initiativen des Zentrums finden Sie auf der Webseite des Zentrums: www.c3s-frankfurt.de.

Eine erste öffentliche Veranstaltung findet statt am 12. Juni im PA-Gebäude am Campus Westend.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Christoph Burchard (Gründungssprecher)
office@c3s.uni-frankfurt.de


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, Fax 069 798-763-12531, p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Mai 30 2023
11:14

Der Soziologe und Anthropologe Francis B. Nyamnjoh hält die diesjährige Adolf Ellegard Jensen-Gedächtnisvorlesung am Frobenius-Institut

Was Unvollständigkeit bedeutet

FRANKFURT. „Incompleteness, Mobility and Conviviality“ – unter diesem Titel hält der Soziologe und Anthropologe Prof. Francis B. Nyamnjoh von der University of Cape Town in Südafrika die diesjährige Ad. E. Jensen-Gedächtnisvorlesung. Der erste seiner vier Vorträge am Frobenius-Institut für kulturanthropologische Forschung an der Goethe-Universität findet 

am Montag, 5. Juni, um 16 Uhr
im Casinogebäude, Raum 1.811
auf dem Unicampus Westend

statt. Nyamnjoh versteht seine Vorlesung als Einladung, sich mit dem Begriff der „Unvollständigkeit“ auseinanderzusetzen. Was bedeutet Unvollständigkeit für unsere Vorstellung und unser Verständnis einer sich ständig verändernden Welt? Und was bedeutet Unvollständigkeit für unsere Beziehung zu dieser Welt? Die Vorlesung, die in englischer Sprache stattfindet, ist öffentlich.

Das Frobenius-Institut lädt jedes Jahr renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland zu einer einsemestrigen Gastvorlesung ein. Die Reihe ist dem Andenken an Adolf Ellegard Jensen (1899-1965) gewidmet, der 1946 zugleich Leiter des Frobenius-Instituts, Direktor des Völkerkundemuseums und zum ersten Inhaber des Lehrstuhls für Kultur- und Völkerkunde an der Goethe-Universität ernannt wurde.

Die einzelnen vier Vorträge von Francis B. Nyamnjoh tragen folgende Titel: „Decolonialisation: Incompleteness and Convivial Scholarship", „Representing Diasporas as Incompleteness in Motion", „ICTs as Juju: African Inspirations" und „Citizenship, Incompleteness and Mobility: Amos Tutuola's My Life in the Bush of Ghosts".

Weitere Termine: Die weiteren drei Vorlesungen finden am 12., 19. und 26. Juni 2023 statt, jeweils 16 bis 18 Uhr, Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Casinogebäude 1.801

Weitere Informationen:
https://frobenius-institut.de/veranstaltungen/jensen-gedaechtnisvorlesung

Ein Bild von Prof. Francis B. Nyamnjoh zum Download finden Sie unter: https://www.uni-frankfurt.de/137808101

Bildtext: Francis B. Nyamnjoh hält die diesjährige Jensen-Vorlesung am Frobenius-Institut. (Foto: Minga Kongo)

Informationen:
PD Dr. Susanne Fehlings
Telefon 069 798-33058
fehlings@uni-frankfurt.de
www.frobenius-institut.deFrobenius-Institut für kulturanthropologische Forschung
an der Goethe-Universität Frankfurt am Main


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Mai 26 2023
17:20

Senat unterstützt Vorschlag des Präsidiums zur Aufarbeitung und richtet eine entsprechende Senats-Arbeitsgruppe ein

Senat der Goethe-Universität debattiert über die Vorfälle im Kontext der Migrationskonferenz am 28.4.2023

FRANKFURT. In seiner Sitzung vom 24.5.2023 hat der Senat auch über die Vorkommnisse rund um die Tagung „Migration steuern, Pluralität gestalten. Herausforderungen der Einwanderungspolitik in Deutschland“, debattiert, zu der das Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam (FFGI) am 28.4.2023 eingeladen hatte. Am Rande der Tagung und auch während der Tagung selbst war es zu einem Eklat durch Äußerungen des Tübinger Oberbürgermeisters Palmer gekommen. Kritisiert wurde auch der Umgang der Tagungsleitung mit diesen Vorgängen. 

Nach Verlesung einer Stellungnahme des Präsidiums (https://aktuelles.uni-frankfurt.de/mitteilungen-des-praesidiums/stellungnahme-des-praesidiums-vom-24-mai-2023/) sowie einer der selbst nicht anwesenden Tagungsverantwortlichen, Frau Prof. Dr. Susanne Schröter, diskutierte der Senat konstruktiv und lösungsorientiert die verschiedene Standpunkte und Blickwinkel auf die Geschehnisse. In der Diskussion kamen sowohl Studierende, Senatsmitglieder, Dekan*innen als auch weitere Mitglieder der Universität zu Wort. Einigkeit zeigte sich von Beginn darin, dass der verantwortungs- und respektvolle Umgang Voraussetzung jedweder wissenschaftlichen und öffentlichen Debatte sein muss. Gerade an der Nahtstelle zwischen wissenschaftlichem Diskurs und politischer Öffentlichkeit muss sorgsam und besonnen agiert werden, um wissenschaftliche Kontroversen und Erkenntnisse fruchtbar für den öffentlichen Raum zu machen. 

Der Senat befürwortet die vom Präsidium in der Stellungnahme vom 29.4.2023 vorgeschlagene Aufarbeitung dieser Vorkommnisse und dankt dem Präsidium mehrheitlich für die schnelle und eindeutige öffentliche Reaktion auf die Geschehnisse. 

Der Senat verabschiedete eine Stellungnahme, in der er auf die Notwendigkeit eines wissenschaftlichen und erkenntnisgeleiteten Aufarbeitungsprozesses hinweist. Dafür solle eine statusübergreifende Arbeitsgruppe des Senats eingerichtet werden, die sich mit der Aufarbeitung der Vorkommnisse befasst. In dieser sollen Wissenschaftler*innen und Institutionen der Goethe-Universität eingebunden werden, welche auf den Gebieten Migration, Antisemitismus und Rassismus forschen oder sich professionell mit Gleichstellungsfragen befassen. Gleiches gelte für Repräsentanten*innen der von der Diskriminierung in diesem Fall betroffenen Gruppen der BIPOC und der Jüdischen Gemeinde. Die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe solle in der kommenden Sitzung des Senats festgelegt werden. 

„Ich danke dem Senat für die Ernsthaftigkeit, mit der diese wichtige Debatte geführt wurde,“ sagt Universitätspräsident und Senatsvorsitzender Prof. Dr. Enrico Schleiff, der krankheitsbedingt nicht an der Sitzung teilnehmen konnte. „Ein Aspekt, der mir ebenfalls wichtig ist: Der respektvolle, wenn auch in der Sache sehr kritische und sehr direkte Diskurs, ohne Beleidigungen oder Drohungen, wie er im Senat geführt wurde, sollte beispielgebend für die allgemeine Kommunikation zu solchen Themen sein, in den Gremien, in der Gesellschaft und in den Medien.“

 

Mai 26 2023
17:10

Einrichtung einer Kommission zur Erarbeitung eines Selbstverständnisses der Goethe-Universität zum Transfer von Wissen und Technologie in der Interaktion mit der Gesellschaft. 

Präsidium der Goethe-Universität initiiert Diskussion zum Selbstverständnis und Verantwortung der Wissenschaft bei der Interaktion mit der Gesellschaft

FRANKFURT. Das Präsidium und der Senat der Goethe-Universität haben sich in der Senatssitzung vom 24.5.2023 darauf verständigt, die Ereignisse und Kontroversen im Kontext der Tagung „Migration steuern, Pluralität gestalten. Herausforderungen der Einwanderungspolitik in Deutschland“ zum Anlass zu nehmen, sich konstruktiv mit der Verantwortung der Wissenschaft in der Interaktion mit der Gesellschaft auseinanderzusetzen.

Der Senat begrüßte die Einrichtung einer Kommission durch den Präsidenten, die diese Thematik fachlich erarbeitet. Die Notwendigkeit einer solchen Kommission ist nicht alleinig Folge der aktuellen Ereignisse und kontroversen Debatten, sondern Ausdruck dafür, dass Wissenschaft sich ihrer Verantwortung bewusst ist, auch den Transfer von Wissen und Technologien in Interaktion mit der Gesellschaft qualitätsgesichert auszugestalten.

„Wissenschaft findet nicht im Elfenbeinturm und nicht isoliert von den gesellschaftlichen Entwicklungen statt, sie muss ihre Debatten auch auf die Fragestellungen der Gesellschaft ausrichten“, sagt Universitätspräsident Prof. Dr. Enrico Schleiff. „Ich möchte an dieser Stelle betonen: Ernsthaft geführte Diskussionen brauchen Zeit! Daher hat die Goethe-Universität trotz des großen öffentlichen Drucks, sich schnell zu äußern und zu positionieren, darauf bestanden, die Ereignisse, deren Folgen und die Handlungsoptionen sachgemäß aufzubereiten, mit Beteiligten das Gespräch zu suchen und in den Gremien angemessen zu diskutieren. Ich danke dem Senat daher ausdrücklich für die Unterstützung dieser wissenschaftsadäquaten Vorgehensweise. An diesem Kurs werden wir auch weiter festhalten; für diese Ernsthaftigkeit nehme ich auch in Kauf, als zögerlich bezeichnet zu werden.“ 

Die Kommission zur Erarbeitung von Grundsätzen für ein Selbstverständnis der Goethe-Universität zur Interaktion mit der Gesellschaft wird durch den Präsidenten eingesetzt. Die Kommission wird von Herrn Prof. Matthias Jahn geleitet, der nicht nur das volle Vertrauen des Präsidiums genießt, sondern auch auf seine Erfahrungen als ehemaliger Vorsitzender und aktuelles Mitglied der Kommission zum Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten zurückgreifen kann. Die neu eingesetzte Kommission wird auch gemeinsam mit anderen Universitäten, u.a. der Universität Marburg, Empfehlungen erarbeiten, die dann unter Einbezug der Gremien an der Goethe-Universität implementiert werden sollen. 

Darüber hinaus unterstützt das Präsidium die Einrichtung der Senats-AG zur Aufarbeitung und hat bereits weitere Maßnahmen ergriffen, um die Lage innerhalb der Hochschule an den Stellen zu stabilisieren, an welchen es zu Irritationen gekommen oder Unterstützung notwendig geworden ist.

 

Mai 26 2023
15:19

Profilbereiche der Goethe-Universität werden durch internationale Expertise weiter geschärft 

Jochen Hückmann-Stiftungsgastprofessuren für Forschungsexzellenz unterstützen Spitzenforschung 

FRANKFURT. Drei Stiftungsgastprofessuren für Forschungsexzellenz sollen zukünftig die Profilbereiche der Goethe-Universität stärken. Mindestens ein Jahr lang forschen die international ausgewiesenen Wissenschaftler:innen im Bereich der Forschungsschwerpunkte „Dynamiken des Religiösen“ und „Robust Nature“ sowie EMTHERA, die verschiedenen universitären Profilbereichen zugeordnet sind. Neben dem bestehenden Exzellenzcluster CPI geht EMTHERA als eine von vier neuen Clusterinitiativen für die Goethe-Universität in der 2026 startenden Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder ins Rennen. Die Stiftungsgastprofessuren werden von der Familie Hückmann gefördert, die die Universität privat und über das Pharmaunternehmen Merz auf vielfältige Weise unterstützt.

Im Rahmen ihrer Stiftungsprofessuren präsentieren sich die renommierten Spitzenforscher:innen in einem Vortrag der Öffentlichkeit. Mit einem Beitrag zum Thema

Jüdischer Orientalismus zwischen Kolonialismus und De-Kolonialismus: Perspektiven und Debatten,
am 1. Juni, 18.15 Uhr im PA-Gebäude, Theodor-W.-Adorno-Platz 1,

stellt sich Yossef Schwartz vor, Professor für mittelalterliche und frühneuzeitliche Geistesgeschichte am Cohn Institute for the History and Philosophy of Science and Ideas an der Tel Aviv University. Yossef Schwartz ist international anerkannter Philosophiehistoriker mit einer seltenen Expertise an der Schnittstelle zwischen Philosophie, Geistesgeschichte und Religionswissenschaft.

Sein Vortrag richtet den Blick auf die ambivalente Rolle, die jüdische Intellektuelle zwischen europäisch-christlichen und orientalischen Kulturen spiel(t)en, und zwar im Spiegel ihrer dramatischen Transformationen – von Abraham Geigers Auffassung des historischen Verhältnisses von Judentum und Islam über Franz Rosenzweigs Kritik des Islam bis hin zu den kulturellen Konflikten in der gegenwärtigen israelischen Gesellschaft.

Schwartz forscht und lehrt an der Goethe-Universität im Kontext des Buber-Rosenzweig-Instituts am Fachbereich Evangelische Theologie, am Frankfurt-Tel Aviv Center for the Study of Religious and Interreligious Dynamics sowie im Forschungsverbund „Dynamiken des Religiösen“. Er unterstützt den Profilbereich Universality & Diversity an der Goethe-Universität, der sich der Erforschung religiöser, kultureller und sprachlicher Vielfalt widmet.

Judith Frydman ist Professorin an der Stanford University (Donald Kennedy Chair in the School of Humanities & Sciences and Professor of Genetics) und wird ihre Expertise in die Exzellenzcluster-Initiative EMTHERA einbringen. Sie ist eine ausgewiesene Wissenschaftlerin im Bereich der zellulären Proteostase: Ihre Studien haben wichtige Einblicke in die molekularen Mechanismen der zellulären Qualitätskontrolle von Proteinen geliefert – Erkenntnisse, die bedeutend für neurodegenerative Erkrankungen und Infektionen sind. Frydman hat mehrere Forschungspreise gewonnen und wurde 2018 in die American Academy of Art & Sciences aufgenommen. Ihre Zusammenarbeit mit Wissenschaftler:innen der Profilbereiche „Structure & Dynamics of Life“ und „Molecular & Translational Medicine“ wird eine dauerhafte Kooperation mit dem Frydman Lab der Standford University etablieren.

Der öffentliche Vortrag von Judith Frydman steht unter dem Thema
Molecular Origami: The TRiCky business of folding proteins in the cell“
und findet am 2. Juni, um 11 Uhr, auf dem Campus Riedberg im Otto-Stern-Zentrum, Hörsaal H2 statt.

Mit dem Forschungsschwerpunkt „Robust Nature“ zusammenarbeiten wird Luisa Orsini, eine der weltweit führenden Wissenschaftler*innen im noch jungen Bereich der evolutionäre Systembiologie, Umwelt-Omics (ein Forschungsbereich zur Analyse der Gesamtheit ähnlicher Einzelelemente) und der computergestützten Analyse umfassender genomischer Umweltdaten. Sie forscht und lehrt als Professorin für evolutionäre Systembiologie und Umwelt-Omics-Technologie an der Universität Birmingham, wo sie mit den Biowissenschaften und dem Institut für interdisziplinäre Datenwissenschaft und künstlicher Intelligenz (KI) verbunden ist. Außerdem ist sie Alan-Turing-Stipendiatin am britischen Alan-Turing-Institut, dem nationalen Institut für Datenwissenschaft und künstliche Intelligenz. Luisa Orsini, die die Bereiche Biodiversitätsforschung, Planetary Health, Ökotoxikologie und Artificial intelligence verbindet, wird gemeinsam mit Wissenschaftler:innen des Profilbereichs „Biodiversity & Sustainability“ forschen.

Luisa Orsini spricht am 13. Juni, um 17 Uhr zum Thema
„The time machine chronicles: resurrected crustaceans and ghost DNA"
auf dem Campus Riedberg, Hörsaal 1 des Biologicums, Max-von-Laue-Straße 13.

Bilder zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/137675595

Bildtext: Die Stiftungsgastprofessorinnen für Forschungsexzellenz an der Goethe-Universität Judith Frydman und Luisa Orsini sowie der Stiftungsgastprofessor Yossef Schwartz (alle Bildrechte: privat)  


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, Fax 069 798-763-12531p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Mai 26 2023
13:19

Internationales Forschungsteam unter Leitung von Goethe-Universität Frankfurt und Universitätsklinikum Jena findet Regulationsmechanismus für Struktur und Funktion des Endoplasmatischen Reticulums

Wenn die Zelle sich selbst verdaut: Wie sich neurodegenerative Erkrankungen entwickeln

Unsere Zellen sind durchzogen von einem System aus Membranröhren und -taschen, dem Endoplasmatischen Retikulum (ER). Es ist entscheidend für die Herstellung von Biomolekülen und wird kontinuierlich auf- und abgebaut. Der Abbau, die sogenannte ER-Phagie, wird durch das Protein Ubiquitin gefördert, das viele Prozesse in der Zelle steuert. Sind die an der ER-Phagie beteiligten Proteine defekt, kommt es zu neurodegenerativen Erkrankungen. Dies hat ein internationales Forschungsteam unter Führung der Goethe-Universität Frankfurt (im Rahmen des Exzellenzclusterprojekts EMTHERA) und des Universitätsklinikums Jena herausgefunden und in zwei Beiträgen in der Zeitschrift Nature veröffentlicht.

FRANKFURT. Ein Gewirr aus Taschen, Röhren und sackähnlichen Membranstrukturen durchzieht die Zellen von Mensch, Tier, Pflanze und Pilz: das Endoplasmatische Retikulum, kurz ER. Im ER werden Proteine hergestellt, zu ihrer dreidimensionalen Struktur gefaltet und modifiziert, Fettstoffe und Hormone produziert und Kalziumkonzentrationen in der Zelle kontrolliert. Außerdem bildet das ER die Basis für das zelluläre Transportsystem, führt fehlerhaft gefaltete Proteine der innerzellulären Entsorgung zu und macht in die Zelle eingedrungene Giftstoffe unschädlich. 

Angesichts seiner vielfältigen Aufgaben wird das ER ständig umgebaut. Für den ER-Abbau ist ein Prozess verantwortlich, der als ER-Phagie (in etwa „Selbstverdauung des ER“) bezeichnet wird. Beteiligt ist eine Gruppe von Signalempfänger-Proteinen – Rezeptoren –, die für die Membrankrümmungen des ER und damit für seine vielfältigen Formen in der Zelle verantwortlich sind. Bei der ER-Phagie sammeln sich die Rezeptoren an bestimmten Stellen des ER und verstärken die Membrankrümmung so stark, dass sich in der Folge ein Teil des ER abschnürt und von zellulären Recyclingstrukturen (Autophagosomen) in seine Bestandteile zerlegt wird.

In Zellkulturexperimenten, biochemischen und molekularbiologischen Untersuchungen sowie durch Computersimulationen testeten das Wissenschaftsteam um Prof. Ivan Đikić von der Goethe-Universität Frankfurt zunächst den Membrankrümmungsrezeptor FAM134B und konnten nachweisen, dass Ubiquitin die Bildung von Gruppen (Clustern) des FAM134B-Proteins in der ER-Membran fördert und stabilisiert. Damit treibt Ubiquitin die ER-Phagie an. Đikić erläutert: „Ubiquitin führt dazu, dass die FAM134B-Cluster stabiler werden und sich das ER an diesen Stellen stärker ausstülpt. Die stärkere Membrankrümmung führt dazu, dass die Cluster weiter stabilisiert werden und überdies weitere Membrankrümmungsproteine angelockt werden: Der Effekt des Ubiquitins verstärkt sich also selbst.“ Auch mittels Super-hochauflösender Mikroskopie konnten die Forscherinnen und Forscher die Clusterbildung nachweisen. 

Đikić weiter: „Um diese Funktion zu erfüllen, verändert Ubiquitin die Form eines Teils des FAM134B-Proteins. Das ist eine weitere Facette von Ubiquitin, dass eine schier unglaubliche Fülle an Aufgaben wahrnimmt, um all die verschiedenen Zellfunktionen am Laufen zu halten.“ 

Wie wichtig die ER-Phagie ist, zeigt sich an Krankheiten, die auf ein fehlerhaftes FAM134B-Protein zurückzuführen sind. Ein Team unter Leitung von Prof. Christian Hübner vom Universitätsklinikum Jena hatte früher bereits Mutationen im FAM134B-Gen entdeckt, die die sehr seltene erbliche sensorische und autonome Neuropathie (HSAN) verursachen. Bei dieser Krankheit sterben sensorische Nerven ab mit der Folge, dass die betroffenen Patient:innen Schmerz und Temperatur nicht richtig wahrnehmen können. Dadurch kann es zu Fehlbelastungen kommen oder Verletzungen bleiben unbemerkt und entwickeln sich zu chronischen Wunden. Während der langjährigen Kooperation zwischen dem Universitätsklinikum Jena und der Goethe-Universität Frankfurt entdeckten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass es Rezeptoren gibt, die an der ER-Phagie beteiligt sind, und dass FAM134B einer dieser Rezeptoren ist. 

Später stellte sich heraus, dass Mutationen in einem weiteren Membrankrümmungsrezeptor namens ARL6IP1 eine ähnliche neurodegenerative Störung verursachen, bei der zusätzlich zu den sensorischen Defekten noch Muskelverhärtungen (Spasmen) in den Beinen auftreten. Wie die Wissenschaftsteams um Ivan Đikić und Christian Hübner jetzt feststellten, wird an ARLI61P ebenfalls während ER-Phagie Ubiquitin angehängt. 

Christian Hübner erläutert: „An Mäusen, die nicht das ARL6IP1-Protein besitzen, können wir erkennen, dass das ER stark wächst und mit zunehmendem Alter der Zellen degeneriert. Dadurch kommt es wahrscheinlich zu einer Anhäufung fehlgefalteter Proteine oder Proteinverklumpungen, die in der Zelle nicht mehr entsorgt werden. In der Folge sterben insbesondere Nervenzellen ab, die sich nicht so schnell erneuern wie andere Körperzellen, und rufen die klinischen Symptome hervor, sowohl in genetisch veränderten Mäusen wie auch in Patienten.“ 

Dies lasse interessante Schlussfolgerungen zu, so Hübner: „Wir vermuten anhand unserer Daten, dass die beiden Membrankrümmungsrezeptoren FAM134B und ARL6IP1 bei der ER-Phagie gemischte Cluster bilden und gemeinsam dafür sorgen, dass das ER eine normale Größe hat und gut funktioniert. Allerdings werden noch weitere Forschungen nötig sein, um die Aufgabe der ER-Phagie in Nervenzellen und anderen Zelltypen vollkommen zu verstehen.“ 

Dennoch habe das Forschungsteam einen entscheidenden Schritt zum Verständnis der ER-Phagie gemacht, ist Đikić überzeugt: „Wir begreifen jetzt besser, wie Zellen ihre Funktionen steuern und damit etwas schaffen, was wir als zelluläre Homöostase bezeichnen. In der Biologie erlaubt dieses Wissen faszinierende Einblicke in die unglaublichen Leistungen unserer Zellen, und für die Medizin ist es unerlässlich, um Krankheiten zu verstehen, rechtzeitig zu diagnostizieren und Patienten mit der Entwicklung neuer Therapien zu helfen.“

An den Arbeiten waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler folgender Institutionen beteiligt:

  • Goethe-Universität Frankfurt 
  • Universitätsklinikum Jena 
  • Max-Planck-Institut für Biophysik, Frankfurt 
  • Max-Planck-Institut für Biochemie, Martinsried
  • Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie, Frankfurt 
  • Uniklinik RWTH Aachen 
  • Howard Hughes Medical Institute, San Diego, La Jolla, Kalifornien 
  • University of Groningen 
  • Aarhus University

Hintergrundinformationen: 

Clusterprojekt EMTHERA: Emerging strategies against infections, inflammation, and impaired immune mechanisms https://www.emthera.de/ 

Sonderforschungsbereich (SFB 1177) „Molekulare und funktionale Charakterisierung der selektiven Autophagie“ https://sfb1177.de/ 

Kontrollinstanz in der Zelle: Neuer molekularer Mechanismus, der Schädliches beseitigt – Defekte können neurodegenerative Krankheiten auslösen (2015) https://www.puk.uni-frankfurt.de/Pressemitteilungen-Goethe-Universitaet?month=Juni&search=dikic&year=2015

Publikationen: 

1) Alexis González, Adriana Covarrubias-Pinto, Ramachandra M. Bhaskara, Marius Glogger, Santosh K. Kuncha, Audrey Xavier, Eric Seemann, Mohit Misra, Marina E. Hoffmann, Bastian Bräuning, Ashwin Balakrishnan, Britta Qualmann, Volker Dötsch, Brenda A. Schulman, Michael M. Kessels, Christian A. Hübner, Mike Heilemann, Gerhard Hummer, Ivan Dikic: Ubiquitination regulates ER-phagy and remodelling of endoplasmic reticulum. Nature (2023) https://doi.org/10.1038/s41586-023-06089-2 

2) Hector Foronda, Yangxue Fu, Adriana Covarrubias-Pinto, Hartmut T. Bocker, Alexis González, Eric Seemann, Patricia Franzka, Andrea Bock, Ramachandra M. Bhaskara, Lutz Liebmann, Marina E. Hoffmann, Istvan Katona, Nicole Koch, Joachim Weis, Ingo Kurth, Joseph G. Gleeson, Fulvio Reggiori, Gerhard Hummer, Michael M. Kessels, Britta Qualmann, Muriel Mari, Ivan Dikić, Christian A. Hübner: Heteromeric 1 clusters of ubiquitinated ER-shaping proteins drive ER-phagy. Nature (2023) https://doi.org/10.1038/s41586-023-06090-9

Bilder zum Download: 

1) https://www.uni-frankfurt.de/137667495 
ER-Phagie: Ein Teil des ER schnürt sich ab und wird von Autophagosomen in seine Bestandteile zerlegt 
Ein Forschungsteam in Frankfurt und Jena konnte jetzt entschlüsseln, wie die gestörte Recyclingkette des Endoplasmatischen Retikulums zu neurodegenerativen Erkrankungen führen kann. Grafik: Manja Schiefer 

2) https://www.uni-frankfurt.de/137667230 
Cluster von Membrankrümmungsrezeptoren in der ER-Membran
Mit einer super-hochauflösenden Mikroskopietechnik lässt sich erkennen, wie sich nach Stimulation von ER-Phagie im Endoplasmatischen Retikulum FAM134B-Proteine zu Clustern zusammenfinden. Foto: Gonzáles et al. Nature (2023) https://doi.org/10.1038/s41586-023-06089-2 

Weitere Informationen
Prof. Dr. Ivan Ðikić
Institut für Biochemie II, Goethe-Universität Frankfurt sowie Buchmann Institut für molekulare Lebenswissenschaften
Tel: +49 (0) 69 6301-5964
dikic@biochem2.uni-frankfurt.de
Twitter: @iDikic2 @goetheuni

Prof. Christian Hübner
Institut für Humangenetik
Universitätsklinikum Jena
Tel. +49 3641 9-396800
Christian.Huebner@med.uni-jena.de
Twitter: @UKJ_Jena


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Mai 26 2023
12:24

Psychotherapeut:innen in der Studie BESTFORCAN nehmen noch bis September neue Kinder und Jugendliche zur Behandlung im Rahmen der Studie auf – Angebot richtet sich auch an Mitarbeitende in Jugendhilfe, Beratungsstellen, Schulpsychologie sowie an Beratungslehrerinnen und -lehrer

PTBS und Traumatherapie: Wie Kinder und Jugendliche eine Behandlung nach neuestem Standard erhalten können

Traumatische Erlebnisse als Ursache für psychische Beschwerden werden in der psychotherapeutischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen häufig übersehen. Findet eine Behandlung etwa einer sogenannten Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) statt, so erfolgt diese häufig nicht nach neuestem wissenschaftlichen Standard. Das deutschlandweite Projekt BESTFORCAN der Goethe-Universität Frankfurt und der Universitäten Marburg, Eichstätt-Ingolstadt und der TU München bietet eine Fortbildung für Psychotherapeut:innen zu einer gut wirksamen Therapie an und untersucht in einer Studie, wie Supervision dazu beitragen kann, Fortbildungskenntnisse in der Praxis umzusetzen.

FRANKFURT. Ängste, Schlafstörungen oder wiederkehrende Erinnerungen – dies sind nur einige Symptome von Kindern und Jugendlichen, die vernachlässigt wurden oder körperliche und sexualisierte Gewalt erlebt haben. Die psychischen Folgen der Traumata verfolgen die Betroffenen bis ins Erwachsenenalter. Werden die jungen Menschen jedoch psychotherapeutisch behandelt, können Langzeitfolgen wie Sucht, Essstörungen, Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) oder auch körperliche Erkrankungen aufgrund des Dauerstresses oft verhindert werden. 

Das Problem: Das psychische Beschwerden von Kinder und Jugendlichen auf erlittene Trauma zurückzuführen sind, wird in der Praxis häufig übersehen. Die klinische Psychologin Prof. Regina Steil von der Goethe-Universität erklärt: „Die Kinder und Jugendlichen erhalten dann eine nicht adäquate Behandlung. Deshalb ist es so wichtig, dass zu Beginn jeder Therapie abgeklärt wird, ob Traumata eine mögliche Ursache für die Beschwerden sein können.“ 

Regina Steil hat daher vor drei Jahren zusammen mit ihrer Kollegin Prof. Rita Rosner von der Universität Eichstätt-Ingolstadt das Projekt BESTFORCAN angestoßen und im Verbund mit Expert:innen der Universitäten Marburg (Prof. Dr. Hanna Christiansen) und der TU München (Assoc. Prof. Dr. David Daniel Ebert) mittlerweile mehr als 100 Kinder- und Jugendtherapeut:innen sowie Mitarbeitende in Jugendhilfe, schulpsychologischem Dienst und weitere Fachleute in der sogenannten traumafokussierten Verhaltenstherapie geschult. 

Prof. Steil erläutert: „Bei dieser Therapie ist eine wichtige Bezugsperson der Patientin oder des Patienten eng in die Behandlung integriert. Internationale wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass auf diese Weise die Wirkung der Therapie größer ist.“ Um einen solchen Therapieerfolg auch in die Praxis zu bringen, sei es allerdings wichtig, dass die Behandlung auch wirklich den Leitlinien folgt, so Steil: „Wir untersuchen, ob eine fortlaufende Supervision der therapeutisch tätigen Personen die Behandlung nach dem wissenschaftlichen Standard fördert. Unser Ziel ist es sicherzustellen, dass der Transfer von Wissenschaft in die Praxis auch gelingt und traumatisierte Kinder und Jugendliche optimal psychotherapeutisch behandelt werden.“ 

Betroffene Kinder und Jugendliche sowie ihre Bezugspersonen können sich noch bis September zur Teilnahme anmelden und finden teilnehmende Therapeut:innen unter http://www.bestforcan.de.

Weitere Informationen zur Studie: 

Apl. Prof. Dr. Regina Steil
Wissenschaftliche Geschäftsführerin der Verhaltenstherapieambulanz
Institut für Psychologie
Goethe-Universität Frankfurt
Tel: 069 798-23379
steil@psych.uni-frankfurt.de
a.fischer@psych.uni-frankfurt.de 

Anmeldung und Teilnahme an BESTFORCAN: http://www.bestforcan.de

 

Mai 25 2023
19:33

Mithilfe epigenetischer Verfahren kann der Ertrag derzeit verfügbarer Pflanzensorten gesteigert werden. Der Molekularbiologe Sotirios Fragkostefanakis erklärt im neuen UniReport, wie es funktioniert. 

Wie man einzelne Gene einer Pflanze an- und abschaltet

Die Genetik hat die Landwirtschaft erheblich vorangebracht, weil sich mit ihrer Hilfe wesentlich ertragreichere Arten züchten lassen. Dabei werden Pflanzen mit vorteilhaften Eigenschaften ausgewählt und mit solchen gekreuzt, die andere erstrebenswerte Merkmale aufweisen. Auf diese Weise erhält man hybride Pflanzensorten, die beispielsweise widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen und Krankheiten sind und sich besser an unterschiedliche Umweltbedingungen anpassen können. Aber das reicht nicht mehr, selbst mit den leistungsfähigsten und ertragreichsten Zuchtpflanzen steht die Landwirtschaft vor großen Herausforderungen: Klimawandel, Wasserknappheit und schlechte Bodenqualität begrenzen die Höhe landwirtschaftlicher Erträge, gleichzeitig wächst mit der Weltbevölkerung natürlich auch der Bedarf an Nahrungsmitteln. 

Wesentliche Fortschritte in der Nahrungsmittelerzeugung sind allerdings zu erwarten, wenn bei der Entwicklung von Nahrung nicht nur genetische, sondern auch epigenetische Verfahren angewandt werden, um Nahrungspflanzen weiterzuentwickeln – Verfahren, die darauf beruhen, einzelne Gene gezielt an- und abzuschalten. Seit einigen Jahren forscht dazu an der Goethe-Universität der Molekularbiologe Dr. Sotirios Fragkostefanakis; im Interview mit dem UniReport erläutert er das Forschungsgebiet der Epigenetik. 

Weitere Themen im aktuellen UniReport: 

Aktuelles 

  • Goethe-Universität gewinnt neuen Kanzler: Dr. Ulrich Breuer übernimmt ab Juli die Leitung der Hochschulverwaltung. 
  • Totholzinseln für Frankfurt: Für ihre Idee wurden die Studierenden Aaron Kauffeldt und Tim Milz mit dem dritten Platz des Ideenwettbewerbs Biodiversität ausgezeichnet. 
  • Mit dem Paternoster durch die Bibliothek: Das BzG ist die älteste Bereichsbibliothek auf dem Campus Westend. - Ihr Vater hat als jüdisches Kind den Holocaust in Deutschland nur knapp überlebt: Die Israelin Hamutal Ben-Arieh sucht bei einem Besuch in Deutschland nach Spuren ihrer Familie im Raum Frankfurt. 
  • Profilschnitt durch die obere Erdkruste: Ein Wandmosaik ziert nun die Räumlichkeiten des FB 11 am Campus Riedberg. 
  • Frühzeitig Ideen für den weiteren Karriereweg gewinnen: Postdoc Career Weeks der Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU). 

Forschung 

  • Algorithmen erhellen Blitzstrukturen: FIAS-Wissenschaftler*innen untersuchen Gewitter mit maschinellem Lernen. 
  • Mitarbeitende empfehlen (neue) Mitarbeitende: Der Ökonom Prof. Guido Friebel hat die Einführung eines Mitarbeiterempfehlungsprogramms in einer Lebensmittelkette untersucht. 
  • Goethe, Deine Forscher: Die Kernphysikerin Alberica Toia im Porträt. 
  • Entwurf eines Epidemiegesetzes: Interview mit der Rechtswissenschaftlerin Prof. Andrea Kießling. 
  • Selbstbildung zwischen 1984 und 2009: Erziehungswissenschaftler Prof. Jochen Kade über seine jüngst erschienene Langzeitstudie. 
  • "Die Auseinandersetzung mit der Tradition pädagogischen Denkens im Islam hat erst begonnen": Johannes Twardella hat zur Position des Lehrers im Islam geforscht. 
  • Neuer Blick auf die Black-Power-Bewegung: Der Amerikanist Prof. Simon Wendt über seine Fachtagung "New Directions in the History of Black Power Movement". 

Studium, Lehre und Qualifikation 

  • Von A wie Astrophysik bis Z wie Zeitreisen: Girls'Day mit ELEMENTS ermöglicht interaktiven Einblick in die Physik.
  • Auf der Höhe des juristischen Fachdiskurses: Studierende des Fachbereichs Rechtswissenschaft haben eine Zeitschrift mit akademischem Anspruch und Beirat ins Leben gerufen. 

Campus 

  • Die Zeitenwende hat schon früher begonnen: Sigmar Gabriel, Bundesminister a. D., sprach auf dem Transatlantic Forum über die weltpolitischen Verschiebungen. 
  • D.O.N.A.L.D.@ Goethe-Universität: Ein Nachbericht zur Tagung. 
  • Auch auf Social Media wird Fernsehen geschaut: Beim 23. Mainzer Mediengespräch wurde über die Bedeutung der Leitmedien für die öffentliche Meinung diskutiert. 
  • Erziehungswissenschaftliche und pädagogische Implikationen der documenta-Kontroverse: Prof. Wolfgang Meseth fasst das Hearing zum Thema zusammen. 
  • Auf Blog und Teller: Das Jubiläum "100 Jahre Studierendenwerk" wird noch bis in den Winter hinein mit vielen Aktionen gefeiert. 

Kultur 

  • "Ein Bündel von Widersprüchen": Der neue Poetikdozent Clemens J. Setz über den Romanhelden von "Monde vor der Landung" und über Literatur in Zeiten von Bots. 

International 

  • "Meine Liebe zum klassischen Chinesisch hat mich gerettet": Die Historikerin Prof. Qin Shao (The College of New Jersey) lehrt im Sommersemester an der Goethe-Universität. 

Bibliothek 

  • Uni-Sammlungen global denken: Die Sammlungen der Goethe-Universität erproben Wege, Sammlungsgut aus Afrika global zugänglicher zu machen. 

Der UniReport 3/2023 steht zum kostenlosen Download bereit unter: https://www.unireport.info/aktuelle-ausgabe

UniReport online - Wie finden Sie unsere Artikel im Netz? Ganz einfach: Schauen Sie doch einmal ins Webmagazin der Goethe-Universität. Auf www.aktuelles.uni-frankfurt.de/unireport können Sie einen Großteil der Artikel aus der Printausgabe auch online lesen.

 

Mai 24 2023
14:46

Goethe-Universität richtet im Sommersemester 2023 Jobmessen für Informatiker*innen, Mathematiker*innen, Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaftler*innen sowie Wirtschaftswissenschaftler*innen aus. 

ENTER ZUKUNFT: 4x Arbeitsmarktperspektiven für Studierende

FRANKFURT. Die richtige Berufswahl ist gerade jetzt, in Zeiten des Fachkräftemangels, in denen Studierende zwischen zahlreichen Einstiegsmöglichkeiten wählen können, eine besondere Herausforderung. Umso wichtiger ist es für die Nachwuchstalente, sich durch Praxiskontakte und -erfahrungen eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen. Die Jobmessen der Goethe-Universität stellen hierfür eine optimale Plattform dar, um sich auszutauschen und erste Kontakte zu knüpfen.

Gemeinsam mit den jeweiligen Fachbereichen der Goethe-Universität richtet der Career Service im Sommersemester 2023 vier Jobmessen aus. Den Startschuss setzt die „ENTER_ZUKUNFT_IT“ – die Jobmesse für Informatiker*innen am 31. Mai in der Neuen Mensa am Campus Bockenheim. Die „ENTER_ZUKUNFT_MATHE“ – die Jobmesse für Mathematiker*innen feiert dieses Semester Premiere und findet erstmalig statt, am 01. Juni, ebenfalls in der Neuen Mensa am Campus Bockenheim. Mit der „ENTER_ZUKUNFT_HUMANITIES“ – die Jobmesse für Studierende der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften reiht sich die ehemals als „Karriere für den Geist“ betitelte Jobmesse in die ENTER_ZUKUNFT Serie ein und findet am 06. Juni im Hörsaalzentrum am Campus Westend statt. Abgerundet wird die Messereihe durch die „ENTER_ZUKUNFT_WIWI“ – die Jobmesse für Studierende der Wirtschaftswissenschaften am 07. Juni im Hörsaalzentrum am Campus Westend.

An allen vier Jobmessen haben Studierende und Absolvent*innen die Möglichkeit, mit bis zu 30 Aussteller*innen in direkten Kontakt zu treten und sich über Neuigkeiten aus der Branche und Arbeitsmarktperspektiven auszutauschen. Die ausstellenden Unternehmen offerieren dabei unter anderem Praktika, Werkstudierendentätigkeiten sowie Einstiegspositionen. Der Career Service bietet so den Studierenden die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre direkt am Campus in spontanen Gesprächen unterschiedlichste Erwartungen mit potenziellen späteren Arbeitgeber*innen abgleichen zu können.

Alle Jobmessen nochmal im Überblick: 

  • ENTER_ZUKUNFT_IT: Mittwoch, 31. Mai 2023, 10 bis 16 Uhr, Campus Bockenheim, Neue Mensa.
  • ENTER_ZUKUNFT_MATHE: Donnerstag, 01. Juni 2023, 10 bis 16 Uhr, Campus Bockenheim, Neue Mensa.
  • ENTER_ZUKUNFT_HUMANITIES: Dienstag, 06. Juni 2023, 10 bis 17 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum.
  • ENTER_ZUKUNFT_WIWI: Mittwoch, 07. Juni 2023, 10 bis 16 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum. 

Weitere Informationen unter www.jobmessen.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Mai 23 2023
13:59

In wesentlichen Teilen erneuerter Großrechner „Goethe NHR“ im Konsortium Nationales Hochleistungsrechnen Süd-West ist einer der zwei ressourcenschonendsten in Deutschlands und weltweit auf Platz 9

Großrechner der Goethe-Uni mit hervorragender Platzierung im Green-IT-Ranking

FRANKFURT. Die Goethe-Universität stärkt ihre besonders energieeffiziente Großrechenpower im Rahmen des Konsortiums Süd-West des nationalen Hochleistungsrechnens (NHR). Laut den erschienenen offiziellen Ranglisten erreicht der „Goethe NHR“ Platz 2 unter den energieeffizientesten Großrechnern Deutschlands sowie Platz 6 der schnellsten. Auch im weltweiten Vergleich „Green 500“ mischt der Großrechner ganz vorne mit: Hier erreicht er dank seiner herausragenden Recheneffizienz Platz 9. Bemerkenswert ist dieser Erfolg vor allem angesichts des im Vergleich zu anderen Großrechnern deutlich geringeren investiven Volumens; und: am Erfolg beteiligt sind auch Studierende und Doktorand*innen, die in der Arbeitsgruppe mitarbeiten.

Seit Oktober 2021 ist die Goethe-Universität auf Vorschlag der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern Mitglied des Konsortiums NHR Süd-West, dem auch die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), die Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau sowie die Universität des Saarlandes angehören. Das Land Hessen hat die von Prof. Dr. Lindenstruth entwickelte Technologie für energiesparende Hochleistungsrechner in der Vergangenheit unter anderem mit einer Million Euro aus dem Innovationsfonds sowie 850.000 Euro aus dem Forschungsförderungsprogramm LOEWE unterstützt.

„Unsere Universität gewinnt mit dem aktualisierten „Goethe NHR“ eine deutlich stärkere Position im Rahmen des NHR-Verbundes“, sagte Prof. Dr. Volker Lindenstruth, der an der Goethe-Universität die Arbeitsgruppe „Architektur von Hochleistungsrechnern“ leitet. Volker Lindenstruth ist einer der bundesweit angesehensten Experten für die Optimierung und Energieeffizienz von Großrechnern. Von ihm konzipierte Rechner belegen in den vergangenen 10 Jahren in den halbjährlich veröffentlichten nationalen und Weltranglisten der energieeffizientesten Superrechner oft vordere Plätze.

„Durch das Upgrade des früheren Goethe-HLR Rechners zum deutlich leistungsstärkeren Goethe-NHR eröffnen wir im Rahmen des NHR-SW Konsortiums unseren wissenschaftlichen Nutzern bundesweit neue Möglichkeiten für ihre Forschung. Dass es uns hierbei gelungen ist, einen der energieeffizientesten HPC-Rechner Deutschlands zu bauen, ist gerade im Hinblick auf die notwendige Transformation zu nachhaltigen Systemen und in Anbetracht der hohen Energiekosten ein besonderes Highlight“, sagte Prof. Dr. Thorsten Kollegger, Professor für Green IT an der Goethe-Universität und Leiter des Center for Scientific Computing, welches die HPC-Systeme der Goethe-Universität betreibt.

Universitätspräsident Prof. Dr. Enrico Schleiff, gratulierte Volker Lindenstruth und Thorsten Kollegger zu ihrem Erfolg bei der nachhaltigen Optimierung von Großrechnern: „Die Goethe-Universität ist dank der hervorragenden Arbeit dieser Arbeitsgruppe ein Vorreiter im Bereich Grüner Großrechner in Deutschland und darüber hinaus. Es ist bemerkenswert, wie es Volker Lindenstruth und seinem Team immer wieder gelingt, mit den von ihnen konstruierten Rechnern nationale und internationale Spitzenpositionen zu erreichen. Bei der Bereitstellung möglichst effizienter und nachhaltig produzierter Rechenleistung für die Forschung ist die Goethe-Universität im Rahmen des NHR-Konsortiums in Deutschland sehr gut aufgestellt. Von diesem einzigartigen Knowhow profitieren auch unsere Partner im NHR-Rechnerverbund. Schön, dass auch Studierende und Nachwuchsforschende am Erfolg beteiligt sind – Beleg für hervorragende wissenschaftliche Nachwuchsarbeit der Arbeitsgruppe.“

Der von ihm und seinem Team jetzt in wesentlichen Teilen erneuerte Großrechner „Goethe NHR“, der im Industriepark Frankfurt-Hoechst steht, basiert auf der bereits bewährten, jedoch entscheidend weiterentwickelten Technologie einer intelligenten Vernetzung und Einzeloptimierung von 880 AMD MI210 Grafikkarten. Damit können Großrechner besonders preisgünstig, leistungsstark und zugleich energieeffizient gebaut werden.

Daten und Fakten 

Rechenleistung: 9,087 PFlop/s mit 105 Knoten bei 195,24 kW

Recheneffizienz: 46,5 GigaFlops/W (Fließkommaoperationen pro Watt Rechenleistung in der Sekunde) 

Deutschlandweiter Verbund des Nationalen Hochleistungsrechnens

Leistungsfähige Supercomputer gewinnen in Wissenschaft und Forschung immer mehr an Bedeutung. Angesichts zunehmend komplexer und umfangreicher Daten sind Forschende in verschiedensten Disziplinen stärker denn je auf Hochleistungsrechner angewiesen. Immer mehr Forschungsfragen, etwa in der Medizin, Physik oder Chemie, lassen sich heute nur noch mit großen Rechenkapazitäten und intelligenten Anwendungen beantworten. Bund und Länder haben deshalb 2018 die Gründung eines deutschlandweiten Verbunds des Nationalen Hochleistungsrechnens beschlossen, um bestehende Stärken von Hochleistungsrechenzentren in einem nationalen Verbund zu bündeln und weiter auszubauen. Mit der Gründung eines koordinierten Verbunds wurde auf die steigende Nachfrage nach Hochleistungsrechnern reagiert, indem Forschende an den Hochschulen unabhängig von ihren jeweiligen Standorten deutschlandweit und bedarfsgerecht auf die für ihre Forschung benötigten Rechenkapazitäten zugreifen können. 

Mit dem Nationalen Hochleistungsrechnen werden zudem die fachlichen und methodischen Stärken von Hochleistungsrechenzentren weiterentwickelt und besser aufeinander abgestimmt. Gleichzeitig sollen durch Schulungen und Fortbildungen an den neun NHR-Zentren mehr Forschende an das Hochleistungsrechnen herangeführt werden, die Kompetenzen der Anwenderinnen und Anwender von Hochleistungsrechensystemen gestärkt und Nachwuchskräfte gefördert werden, um das Potenzial von Hochleistungsrechnern voll auszuschöpfen und Deutschland als Forschungs- und Innovationsstandort zu stärken. Für das Nationale Hochleistungsrechnen stehen über den Förderzeitraum von 10 Jahren insgesamt 625 Millionen Euro zur Verfügung.

 

Mai 23 2023
13:20

Clemens J. Setz, Büchnerpreisträger des Jahres 2021, wird die Poetikvorlesungen 2023 an der Goethe-Universität halten. Der erste Vortrag der Reihe mit dem Titel "Mysterien" findet statt am 30. Mai, 18.15, Campus Westend.

Erstaunenswerte Vielseitigkeit und radikale Zeitgenossenschaft

FRANKFURT. Unter dem Titel „Mysterien“ wird mit Clemens J. Setz eine der interessantesten und experimentierfreudigsten Stimmen der Gegenwartsliteratur die Frankfurter Poetikvorlesungen an der Goethe-Universität halten. Die Vorlesungen werden von einer studentischen Ausstellung sowie einem wissenschaftlichen Workshop begleitet und mit einer Lesung im Frankfurter Literaturhaus abgeschlossen. 

Frankfurter Poetikvorlesungen 2023: Clemens J. Setz, „Mysterien" 
30.5., 6.6. und 13.6.2023, jeweils 18.15 Uhr
Hörsaalzentrum HZ1, Campus Westend der Goethe-Universität

Clemens J. Setz' kürzlich erschienener Roman „Monde vor der Landung“ (2023) spielt in Worms vor rund 100 Jahren und handelt vom Begründer der sogenannten „Hohlwelt-Theorie“, der zufolge die Menschheit nicht auf, sondern in einer Kugel lebe. Was auf den ersten Blick zeitlich wie thematisch weit entfernt scheint, entpuppt sich sogleich als Teil einer „staunenswerten Vielseitigkeit“ und „radikalen Zeitgenossenschaft,“ die unserem Gastdozenten für Poetik anlässlich der Verleihung des Georg-Büchner-Preises 2021 attestiert wurden. Denn die Erzählung von der abseitigen Theorie lässt sich als Reflexion auf Verschwörungsideologien unserer Gegenwart verstehen.

Die Vielseitigkeit des 1982 in Graz geborenen Clemens J. Setz zeigt sich nicht zuletzt in seinen bisherigen Publikationen, die von Romanen wie „Indigo“ (2012) über Gedichte und Erzählungen bis hin zu experimenteller Kurzprosa wie „Glücklich wie Blei im Getreide“ (2015) reichen. Als Drehbuch- und Theaterautor sowie literarischer Übersetzer ist er ebenfalls in Erscheinung getreten. Neben zahlreichen weiteren Preisen wurden ihm u.a. 2020 der Kleist-Preis, 2015 der Wilhelm Raabe-Literaturpreis und 2011 der Preis der Leipziger Buchmesse zuerkannt.

Studentische Ausstellung: "Reality Checkpoint. Clemens J. Setz gelesen."
1.6. - 28.6.2023, Schopenhauer Studio, Universitätsbibliothek
Bockenheimer Landstr. 134-136, 60325 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: Mo. - Fr. 10:30 - 21:30 Uhr; Sa. - So. 10:30 - 18:00 Uhr 

Leseabende: Donnerstag, 15.06. / Donnerstag, 22.06., jeweils 19 Uhr

Gespräch mit Dr. Kalina Kupczynska und Anna Yeliz Schentke zum Thema: "Krankheit und Gesellschaft bei Clemens J. Setz". 08.06.23 um 19:30 Uhr, Schopenhauer-Studio, Universitätsbibliothek. 

Wissenschaftlicher Workshop zu Clemens J. Setz' Poetik
6. und 7. Juni 2023, IG-Farben-Haus 1.314 (Eisenhower-Saal), Campus Westend der Goethe-Universität. Anmeldung unter: poetik@lingua.uni-frankfurt.de 

Abschlusslesung im Literaturhaus Frankfurt. 14. Juni 2023. Weitere Informationen unter: https://literaturhaus-frankfurt.de/

Kontakt: Prof. Dr. Susanne Komfort-Hein, Geschäftsführerin der Poetikdozentur. Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Goethe-Universität Frankfurt. Telefon (069) 798 32855; poetik@lingua.uni-frankfurt.de www.poetikvorlesung.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Die Regulation im Herz-Kreislaufsystem wird seit 2019 durch den Sonderforschungsbereich Transregio 267 „Nicht-kodierende RNA im kardiovaskulären System“ (TRR 267) erforscht. Nun hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft bekannt gegeben, dass sie die Förderung des von Goethe-Universität und TU München geleiteten Forschungsverbunds um vier weitere Jahre verlängert.

FRANKFURT. Prof. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität, gratulierte den Forscherinnen und Forschern zur erfolgreichen Verlängerung des Sonderforschungsbereichs: „Die Bilanz des TRR 267 ist großartig: In dem vollkommen neuen Gebiet der Untersuchung nicht-kodierender RNAs als potenzieller Wirkstoffe haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zahlreiche dieser ncRNA-Moleküle als Zielstrukturen für Herz-Kreislauf-Wirkstoffe identifiziert und den Nachweis für ihre therapeutische Nutzbarkeit erbracht. Die weitere Förderung als TRR 267 ermöglicht es ihnen, die Etablierung dieser vollkommen neuen Substanzklasse für Herz-Kreislauf-Medikamente weiter voran zu treiben und damit ganz neue therapeutische Wege zu eröffnen. Forschungsstrategisch ergänzt der TRR 267 die Arbeiten in unserem Exzellenzcluster Cardiopulmonary Institute zur Aufklärung der molekularen Grundlagen von Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen.“

Ribonukleinsäuren, kurz RNA, sind Botenmoleküle, die Erbinformation für die Herstellung von Proteinen kodieren. Mittlerweile werden diese RNA als therapeutische Substanzen zum Beispiel in Form von Impfstoffen genutzt. Interessanterweise finden Wissenschaftler immer mehr RNA-Moleküle, die nicht direkt zur Herstellung von Proteinen genutzt werden, sondern eine erstaunliche Vielfalt anderer Aufgaben erledigen. Viele von ihnen regulieren Abläufe in der Zelle wie zum Beispiel microRNA, andere können faszinierende dreidimensionale Strukturen bilden und dienen als Enzyme oder Schalter für zelluläre Prozesse. Auch bei Erkrankungen des Herzkreislaufsystems spielen nicht-kodierende RNAs eine maßgebliche Rolle und könnten therapeutisch eingesetzt werden.

Wie diese nicht-codierende RNA im Herz-Kreislaufsystem hergestellt und transportiert werden, und wie sie sich als Zielstrukturen für eine neue Klasse an Herz-Kreislauf-Medikamenten eignen, untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im TRR 267. Der Sonderforschungsbereich wurde 2019 als erstes Forschungskonsortium Deutschlands gegründet, das sich auf nicht-codierende RNA in einem krankheitsrelevanten Kontext konzentrierte.

Koordination: Technische Universität München und Goethe-Universität Frankfurt; weitere Partner: Ludwig-Maximilians-Universität München, Georg-Speyer-Haus, Frankfurt, Medizinische Hochschule Hannover, Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim, Helmholtz Munich https://cardiovascular-ncrna.de/

Bilder zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/137280800 

Bildtext: Prof. Dr. Stefanie Dimmeler, Goethe-Universität Frankfurt. 

Foto: Uwe Dettmar für Goethe-Universität 

Weitere Informationen 

Prof. Dr. Stefanie Dimmeler
Co-Sprecherin des Sonderforschungsbereich/Transregio 267
„Non-coding RNA in the cardiovascular system“
Institut für Kardiovaskuläre Regeneration
Goethe-Universität Frankfurt über Office-Management:
Tel: +49 69 6301 6667
E-Mail: herfurth@med.uni-frankfurt.de
https://cardiovascular-ncrna.de/
Twitter: @CPI_ExStra @DimmelerLab @StefanieDimmel1


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Mai 19 2023
11:02

Land Hessen setzt ein deutliches Zeichen für die Friedens- und Konfliktforschung in Frankfurt

Nicole Deitelhoff erhält LOEWE-Spitzen-Professur an Goethe-Universität und HSFK

Die Politikwissenschaftlerin Prof. Nicole Deitelhoff erhält eine LOEWE-Spitzenprofessur, die an der Goethe-Universität und am Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) angesiedelt ist. Die Spitzenprofessur ist verbunden mit einer Förderung in Höhe von 1,8 Millionen Euro, die Deitelhoff zum Aufbau einer Forschungsgruppe an Universität und HSFK nutzen will. Deitelhoff ist eine international anerkannte Expertin für Friedens- und Konfliktforschung und steht an der Spitze mehrerer Forschungsverbünde und leitet ein Leibniz-Institut. 

FRANKFURT. Mit einer LOEWE-Spitzenprofessur kann das Land Hessen exzellente, international ausgewiesene Forscherinnen und Forscher auszeichnen. Die Auszeichnung geht mit einer Förderung von 1,5 bis 3 Millionen Euro für fünf Jahre einher. „Nicole Deitelhoff ist eine exzellente und international ausgewiesene Forscherin. Sie hat diese Auszeichnung mehr als verdient. Wir sind sehr stolz darauf, Frau Deitelhoff an unserer Universität zu haben und danken dem Land Hessen dafür, dass es ihr mit dieser Spitzenprofessur eine langfristige Perspektive in Frankfurt gibt“, sagt Prof. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität. „Als Friedens- und Konfliktforscherin leistet Nicole Deitelhoff einen wichtigen Beitrag zur internationalen Politikbetrachtung. Ihr Fachwissen ist heute gefragter denn je, und durch ihr Engagement in zahlreichen öffentlichen Debatten und in den Medien leistet sie einen forschungsbasierten Beitrag zur Meinungsbildung in der Demokratie“, so der Präsident. 

„Ich freue mich sehr darüber, dass ich meine Arbeit an der Goethe-Universität und der HSFK fortsetzen kann. Die LOEWE-Spitzenprofessur ermöglicht mir, eine Forschungsgruppe an Universität und HSFK aufzubauen, die untersucht, unter welchen Bedingungen Konflikte zu (Welt-)Ordnungskonflikten werden. Eine Frage, die auch und gerade im Kontext des Russischen Angriffskrieges in der Ukraine bedeutsam ist“, sagt Prof. Nicole Deitelhoff.

Nicole Deitelhoff ist seit 2009 Professorin für Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungspolitik an der Goethe-Universität. Zusammen mit Prof. Rainer Forst hat sie die vom Land Hessen und der Universität geförderte Clusterinitiative ConTrust aus der Taufe gehoben; daraus geht der gleichnamige Verbund hervor, mit dem sich die Goethe-Universität bei der Exzellenzstrategie bewirbt. Prof. Deitelhoff hat dort die Sprecherschaft gemeinsam mit Prof. Vinzenz Hediger inne. Zusammen mit Forst leitet sie das Forschungszentrum Normative Ordnungen an der Goethe-Universität. Seit 2016 ist Deitelhoff Direktorin des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK). Sie ist außerdem Ko-Sprecherin des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) und Sprecherin des Leibniz-Forschungsnetzwerks „Environmental Crisis – Crisis Environments (CrisEn)“. 

Nicole Deitelhoff hat in Darmstadt und Buffalo Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft und Wirtschaftswissenschaften studiert und wurde 2004 an der Technischen Universität Darmstadt promoviert. 2017 wurde sie mit dem Schader-Preis ausgezeichnet, 2008 erhielt sie den begehrten Heinz Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Zentrale Forschungsthemen sind Konflikte um Normen und Institutionen, Herrschafts- und Widerstandstheorien sowie Konflikttheorien von Demokratie und Zusammenhalt. In Formaten wie dem StreitClub, den sie gemeinsam mit Michel Friedman moderiert, bringt sie ihre wissenschaftliche Expertise in die öffentliche Diskussion ein. 

Bilder zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/137247748 

Bildtext: Prof. Nicole Deitelhoff hat von 1. Juni eine LOEWE-Spitzenprofessur inne. (Foto: Dettmar) 

Weitere Informationen 

Anke Harms
Referentin für Wissenschaftskommunikation des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität
anke.harms@normativeorders.net
Telefon 069 798-31407
www.normativeorders.net
Twitter: @NormativeOrders


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Mai 19 2023
10:10

Goethe-Universität wirbt rund 233 Millionen Euro zusätzliche Förderung ein / Besonders hohe Steigerung bei internationalen Einwerbungen

Neuer Höchststand bei Drittmitteln

Im Jahr 2022 hat die Goethe-Universität ihre Drittmittel um 17 Prozent gesteigert. Den stärksten Zuwachs verzeichneten EU-geförderte Projekte: Ihr Volumen stieg um die Hälfte auf 27,2 Millionen Euro. 

FRANKFURT. Drittmittel – also Mittel, die eine Hochschule über ihre Grundfinanzierung durch Land und Bund hinaus einwirbt – sind ein wichtiger Teil des Budgets einer Hochschule. Die Goethe-Universität hat im vergangenen Jahr mit einem Drittmittelvolumen von 232,8 Millionen 33,9 Millionen Euro mehr eingenommen als 2021 und ist in allen Bereichen der Drittmittelfinanzierung gewachsen. 

Den größten Posten unter den öffentlichen Drittmitteleinnahmen nimmt mit 71,4 Millionen die Forschungsförderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ein. Von Bund und Ländern geförderte Projekte stiegen 2022 von 45,2 auf 52,2 Millionen und verzeichneten somit ein Plus von 15 Prozent. Allein die Förderung von Projekten der Spitzenforschung durch das Land Hessen betrug 18,5 Millionen Euro. In dieser Summe sind auch die Fördermittel für drei Clusterprojekte enthalten, die vom Land Hessen zur Vorbereitung auf die Antragstellung für die Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder gefördert werden. 

Besonders erfreulich im internationalen Kontext: Die von der Europäischen Union (EU) geförderten Projekte stiegen um knapp die Hälfte auf ein Volumen von 27,2 Millionen Euro. Dabei konnten über alle Fachdisziplinen hinweg neue Förderungen der EU eingeworben werden: Drei ERC-Grants – hoch kompetitive Einzelförderung des European Research Council – und drei neue europäische Verbundprojekte unter Federführung der Goethe-Universität sorgen für einen substanziellen Zuwachs in den Einwerbungen. 

Die Drittmitteleinwerbungen aus privaten Quellen summieren sich auf knapp 60 Millionen Euro – mit einem Zuwachs von 22 Prozent; allein das Spendenaufkommen nahm um 10 Prozent zu und betrug 10,3 Millionen Euro. Die Industrie sowie rechtlich selbständige Stiftungen steigerten ihre Fördersumme um 35 Prozent auf 25,6 Millionen Euro. 

„Der neue Höchststand an Drittmitteleinwerbungen zeigt, wie forschungsstark, innovativ und zunehmend international die Goethe-Universität ist. Denn die größte Steigerung an Drittmitteln 2022 erfolgte gegen starke internationale Konkurrenz in EU-Projekten“, kommentiert Universitätspräsident Prof. Dr. Enrico Schleiff die Bilanz. „Ich gratuliere allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unserer Universität zu diesem Erfolg und auch allen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die zu diesen wissenschaftlichen Leistungen beitragen.“ 

Die allgemeine Steigerung der Drittmitteleinnahmen an der Goethe-Universität geht auf eine Vielzahl neu eingeworbener kleiner und großer Projekte zurück: Exemplarisch seien hier die beiden neu gestarteten Sonderforschungsbereiche (SFB) der DFG in den Lebenswissenschaften genannt: „Proteinverbünde und Maschinerien in Zellmembranen“ (SFB 1507) und „Schadenskontrolle durch das stromavaskuläre Kompartiment“ (SFB 1531) sowie die neu etablierte Forschungsgruppe „Translationale Polytraumaforschung zur Bereitstellung diagnostischer und therapeutischer Instrumente zur Verbesserung des Outcome“ (5417). In den Geistes- und Sozialwissenschaften konnte die „Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (AIWG)“ erfolgreich in die zweite Förderperiode starten. 

Der Gesamtetat der Goethe-Universität betrug rund 764,5 Millionen Euro.


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, Fax 069 798-763-12531, p.barth@em.uni-frankfurt.de