​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​​​​

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Pressestelle Goethe-Universität

Theodor-W.-Adorno Platz 1
60323 Frankfurt 
presse@uni-frankfurt.de

 

Jul 2 2021
10:36

Hessisches Forschungsförderprogramm unterstützt interdisziplinären Forschungsverbund für vier Jahre

Neuer LOEWE-Schwerpunkt an der Goethe-Universität: Forschung an schwerer Form des Leberversagens

Mit 4,8 Millionen Euro fördert die hessische Landesoffensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz, LOEWE, einen neuen Forschungsverbund unter Federführung der Goethe-Universität Frankfurt: Der LOEWE-Schwerpunkt ACLF-Initiative forscht an einer schweren Form des Leberversagens (Akut-auf-Chronisches Leberversagen).

FRANKFURT. Der Präsident der Goethe-Universität, Prof. Enrico Schleiff, beglückwünscht die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: „Mit dem neuen LOEWE-Schwerpunkt gehen wir hochaktuellen und zukunftsträchtigen Forschungsfragen nach, die in den kommenden vier Jahren die Grundlage für langfristige Forschungskooperationen legen. Entzündungsprozesse, wie sie bei der ACLF-Initiative untersucht werden, sind äußerst komplexe Vorgänge, die wir nur interdisziplinär erfolgreich erforschen können.“

Das Thema des LOEWE-Schwerpunkts ALCF-Initiative „Pathogenetische Mechanismen des Akut-auf-chronischen Leberversagens und therapeutische Ansätze“ ist die Erforschung einer schweren Verlaufsform der Leberzirrhose. ACLF (Acute-on-chronic liver failure) ist die häufigste Todesursache von Patienten mit Leberzirrhose. Die fortschreitenden Funktionsausfälle der vernarbten Leber können nicht mehr ausgeglichen werden (Akute Dekompensation). Beim ACLF entwickeln sich zusätzlich überall im Körper Entzündungsreaktionen, und neben der Leber versagen weitere Organe wie Nieren und Gehirn. Fast die Hälfte der Patienten stirbt innerhalb eines Monats. ALCF wurde 2013 erstmals charakterisiert, eine spezifische Therapie gibt es noch nicht. Die ACLF-Initiative wird präklinische und klinische Studien, genetische und biochemische Charakterisierungen (Multi-Omics) sowie bio- und medizininformatische Methoden nutzen, um ACLF-Auslöser und –Krankheitsmechanismen aufzuklären und Therapieoptionen zu entwickeln. Neben der federführenden Goethe-Universität Frankfurt sind das Fraunhofer Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie ITMP in Frankfurt, das Frankfurter Institut für Tumorbiologie und experimentelle Therapie (Georg-Speyer-Haus) und das Paul-Ehrlich-Institut in Langen beteiligt.

Weitere Informationen
Prof. Dr. Dr. Jonel Trebicka
Wissenschaftlicher Koordinator ACLF-Initiative
Medizinische Klinik I
Universitätsklinikum Frankfurt und
Goethe-Universität
Tel. +49 69 6301-4256
jonel.trebicka@kgu.de


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Jul 1 2021
14:12

Renommierte Professorin spricht auf Einladung des Cornelia Goethe Centrums über die Verschränkung von Ungleichheit und Differenz in sozialen Gefügen und soziale Transformationen aus intersektionaler Perspektive/Antrittsvorlesung am 8. Juli.

Ann Phoenix übernimmt Angela-Davis-Gastprofessur

FRANKFURT. Prof. Ann Phoenix übernimmt in diesem Jahr die Angela-Davis-Gastprofessur am Cornelia Goethe Centrum. Sie lehrt derzeit am University College London und gilt als eine der international herausragendsten Wissenschaftler*innen im Bereich der Intersektionalitätsforschung. Ihre Antrittsvorlesung zum Thema „The ties that divide us: Rethinking psychosocial positioning as local, national and global?“ wird Prof. Phoenix am Donnerstag, den 8. Juli 2021, von 18 bis 20 Uhr online halten. Ein weiterer öffentlicher Vortrag von Ann Phoenix mit dem Titel „The indispensability of Intersectionality: Living through unexpected transformational conjunctions" findet ebenfalls online am darauffolgenden Donnerstag, den 15. Juli 2021, 18 Uhr statt. Beide Vorträge werden in englischer Sprache gehalten.

In ihrer Antrittsvorlesung wird Ann Phoenix über Intersektionalität, also das Zusammenwirken von unterschiedlichen Formen und Dimensionen von Ungleichheit, Differenz und Herrschaft, und deren komplexe und widersprüchliche Wirkungen in sozialen Gefügen sprechen. Auch für ihren zweiten öffentlichen Vortrag ist das Thema Intersektionalität maßgeblich: Am Beispiel der großen Ungleichheitsthemen im Jahr 2021 – COVID-19-Pandemie, Black Lives Matter Bewegung und Klima-Aktivismus – zeigt Prof. Phoenix, dass Intersektionalitätsforschung für das Verständnis aktueller gesellschaftlichen Herausforderungen und ihrer komplexen geschlechtsspezifischen Dimensionen unverzichtbar ist.

Für Ann Phoenix ist die Verbindung von Subjektivität und gesellschaftlichen Strukturen ebenso zentral wie die Verschränkung der Ungleichheitsdimensionen race, gender und class, die sie gegenstandsbezogen um weitere ungleichheitsrelevante Kategorien erweitert. In zahlreichen internationalen Forschungsprojekten und einer kaum überschaubaren Vielzahl von Publikationen setzt sich Ann Phoenix mit den Themen Mutterschaft und Familie, Schule und Rassismus, Kindheit und Jugend, Armut und Migration auseinander. Dabei sind verschiedene Lebensalter – Kindheit, Adoleszenz und Erwachsenenalter – Gegenstand ihrer Analysen, in denen sie oft Perspektiven und Erfahrungen verschiedener Generationen zueinander ins Verhältnis setzt. Der Zusammenhang von Intersektionalität und Schwarzem Feminismus zieht sich als roter Faden durch ihr Werk.

Nach einem Studium der Philosophie, Ökonomie und Psychologie promovierte Ann Phoenix 1991 mit einer Untersuchung über Mütter unter 20 Jahren. Es folgte eine Tätigkeit als Senior Lecturer für Psychologie an der Open University und als Co-Direktorin der Thomas Coram Research Unit der University of London, bis sie als Professorin für psychosoziale Studien an das Institute of Education des University College London berufen wurde. 2014 wurde Ann Phoenix in Anerkennung ihrer überragenden wissenschaftlichen Leistungen mit einer Mitgliedschaft in der British Academy und der Academy of Social Sciences geehrt. Sie war und ist eine international gefragte Gastprofessorin. Mit ihrer Leidenschaft und ihrem Engagement für eine kritische, empirische, intersektionale Forschung und Lehre hat Ann Phoenix Wissenschaftler*innen und Studierende weltweit inspiriert.

2013 hat das Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC) die Angela-Davis-Gastprofessur eingerichtet. Die Einweihung durch die Namensgeberin, Aktivistin, öffentliche Intellektuelle und Wissenschaftlerin Prof. Angela Davis, hat national wie auch international großes öffentliches Aufsehen erregt. Davis gilt als Wegbereiterin aktueller, kritischer Diskurse innerhalb der Gender und Diversity Studies. Diese Themen stehen auch im Mittelpunkt der Gastprofessur, die in diesem Jahr nach Angela Davis (2013), Chandra Talpade Mohanty (2015) und Amina Mama (2018) durch Ann Phoenix vertreten wird.

Prof. Ann Phoenix wird im Rahmen der Gastprofessur neben den öffentlichen Vorträgen ein Blockseminar für Studierende und ein Kamingespräch für Promovierende anbieten. Außerdem wird es Gelegenheit zum kollegialen Austausch geben.

Die Angela-Davis-Gastprofessur wird in diesem Jahr durch den Förderkreis des Cornelia Goethe Centrum, das GRADE Center Gender, das Gleichstellungsbüro der Goethe-Universität Frankfurt a. M., die Freunde und Förderer der Goethe-Universität und die Goethe-Universität selbst unterstützt.

Kontakt:
Prof. Dr. Bettina Kleiner, FB 04 Erziehungswissenschaften, Institut für allgemeine Erziehungswissenschaft, Theodor-W.-Adorno-Platz 6, Campus Westend, Telefon: (069) 798 36232, E-Mail b.kleiner@em.uni-frankfurt.de.

Informationen:
cgcentrum@soz.uni-frankfurt.de; siehe auch: https://www.cgc.uni-frankfurt.de/angela-davis-gastprofessur-fuer-internationale-gender-und-diversity-studies/

Ausführliche Vorstellung der Gastprofessorin Ann Phoenix: https://www.cgc.uni-frankfurt.de/download/angela-davis-gastprofessur-2021-factsheet-de/?wpdmdl=249419  

Programmheft: https://www.cgc.uni-frankfurt.de/download/angela-davis-gastprofessur-booklet-de/?wpdmdl=249403 

Ein Porträt zum Download finden Sie unter: https://www.cgc.uni-frankfurt.de/download/angela-davis-gastprofessur-2021-portraits-ann-phoenix/. (Die Bildrechte liegen beim Cornelia Goethe Centrum.) 


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jul 1 2021
11:13

Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität veranstaltet Themennachmittag tinyMONDAY zur Ausstellung tinyBE • living in a sculpture

Von großen und kleinen Räumen 

Welche Folgen hat es für unser Zusammenleben, wenn immer mehr Menschen in Großstädten leben – dieser Frage widmet der Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität zwei Diskussionsrunden am 5. Juli 2021 im Rahmen der Ausstellung „tinyBE • living in a sculpture“.

FRANKFURT. Bezahlbarer Wohnraum ist knapp, und doch zieht es vor Ort und weltweit immer mehr Menschen in die Großstädte – auf der Suche nach Arbeit und einem besseren Leben. Wie könnte eine zunehmende soziale Ungleichheit in den Städten aufgehalten werden – etwa durch Bürgerinitiativen, durch eine klimasensible und nachhaltige Stadtentwicklung? Wo liegen in der zunehmenden weltweiten Urbanisierung Chancen, die im Voraus bedacht werden können, wo liegen soziale und ökologische Grenzen?

Die beiden Diskussionsrunden im Rahmen des tinyMONDAY am 5. Juli (Beginn 16:00 Uhr bzw. 18:00 Uhr, via Zoom) widmen sich dem Thema aus lokaler und globaler Perspektive. Nach den lokalen Folgen der Urbanisierung fragt die Auftaktdiskussion „Frankfurt – eine auseinanderwachsende Stadt?“ im Anschluss an den einführenden Kurzvortrag von Prof. Dr. Rainer Forst, Co-Sprecher des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“ und Politischer Philosoph an der Goethe-Universität. Es diskutieren Tim Noller (Transition Town Frankfurt, Bürgerinitiative Maingold), die Soziologin Dr. Greta Wagner von der Technischen Universität Darmstadt und Peter Cachola Schmal, Leitender Direktor des Deutschen Architekturmuseums unter der Moderation von Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“.

Den globalen Aspekt von Urbanisierungsprozessen nimmt die folgende Diskussionsrunde „Der urbane Planet - soziale, ökonomische und ökologische Herausforderungen für das globale Zusammenleben der Gegenwart“ in den Blick. Am Podium nehmen teil die Humangeographin Prof. Dr. Susanne Heeg, der Klimaphilosoph Prof. Dr. Darrel Moellendorf und der Historiker Prof. Dr. Andreas Fahrmeir, allesamt von der Goethe-Universität. Moderieren wird Regina Schidel, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsverbund „Normative Ordnungen“.

Beide Podiumsdiskussionen finden online via Zoom statt. Um eine Anmeldung bei office@normativeorders.net wird gebeten.

Der tinyMONDAY-Nachmittag wird vom Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität im Rahmen der Ausstellung „tinyBE • living in a sculpture“ veranstaltet. Die Ausstellung zeigt vom 26. Juni bis 26. September im Frankfurter Metzlerpark (mit Satelliten in Darmstadt und Wiesbaden) bewohnbare Skulpturen international renommierter Künstler:innen.

Veranstalter des Rahmenprogramms sind der Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ und „tinyBE • living in a sculpture“. Das Gesamtprojekt wird gefördert vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain und unterstützt von der Stiftung Flughafen Frankfurt/Main für die Region, den Städten Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt, dem Land Hessen und weiteren Stiftungen und Sponsor:innen. Schirmherrin ist Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt a.M.

Das Programm des tinyMONDAY „Von großen und kleinen Räumen. Das Zusammenleben auf glokaler Ebene“:

5. Juli 2021

16:00 Uhr
Begrüßung von Cornelia Saalfrank (Kuratorin von „tinyBE • living in a sculpture“) und Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main)

Kurzvortrag von Prof. Dr. Rainer Forst (Co-Sprecher des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt und Professor für Politische Theorie und Philosophie der Goethe-Universität Frankfurt am Main)

16:15 Uhr
Podiumsdiskussion
„Frankfurt – eine auseinanderwachsende Stadt?“

Podiumsgäste: Tim Noller (Transition Town Frankfurt, Bürgerinitiative Maingold), Dr. Greta Wagner (Soziologin, Technische Universität Darmstadt, Forschungsverbund „Normative Ordnungen“), Peter Cachola Schmal (Leitender Direktor des Deutschen Architekturmuseums)

Moderation: Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main)

18:00 Uhr
Podiumsdiskussion
„Der urbane Planet - soziale, ökonomische und ökologische Herausforderungen für das globale Zusammenleben der Gegenwart“

Podiumsgäste: Prof. Dr. Susanne Heeg (Professorin für Geographische Stadtforschung am Institut für Humangeographie der Goethe-Universität), Prof. Dr. Darrel Moellendorf (Klimaphilosoph, Professor für Internationale Politische Theorie sowie Philosophie der Goethe-Universität, Forschungsverbund „Normative Ordnungen“), Prof. Dr. Andreas Fahrmeir (Professor für Neuere Geschichte unter besonderer Berücksichtigung des 19. Jahrhunderts am Historischen Seminar der Goethe-Universität, Forschungsverbund „Normative Ordnungen“).

Moderation: Regina Schidel (Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“).

Weitere Informationen unter:
https://tinybe.org
www.normativeorders.net

Weitere Informationen
Anke Harms, Referentin für Wissenschaftskommunikation des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main
anke.harms@normativeorders.net
069/798-31407

Josefine Rauch, Projektkoordinatorin, PR und Kommunikation tinyBE
j.rauch@tinybe.org

Redaktion: Pia Barth, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, Fax 069 798-763-12531, p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 30 2021
11:47

Neues Angebot soll Recherche zu muslimischem Leben und islamischer Religion erleichtern

AIWG vermittelt internationale Expertise zur Ausbildung und Beschäftigung muslimisch-religiösen Personals in Europa

Wie kann die Ausbildung und Beschäftigung von Imamen und Imaminnen oder muslimischen Seelsorgerinnen und Seelsorgern in Deutschland und den Nachbarländern ausgebaut werden? Wie kann die Zusammenarbeit zwischen staatlichen Institutionen und muslimischen Gemeinden hierzu erfolgreich gestaltet werden? Welche Lösungsmodelle gibt es dazu in den europäischen Ländern? Die Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (AIWG) an der Goethe-Universität Frankfurt bietet dazu eine internationale Expertenliste, die Medien und Institutionen die Recherche erleichtern soll.

FRANKFURT. Dr. Raida Chbib, Geschäftsführerin der AIWG, hat die Liste vergangene Woche in Berlin auf der internationalen Konferenz „Approaches to Cooperation between the State and Muslim Communities: Training of Muslim Religious Professionals in Europe“ offiziell vorgestellt. Auf der jetzt veröffentlichten Liste sind unter anderem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu finden, die zu den bisherigen internationalen Konferenzen des internationalen Programms der AIWG beigetragen haben. Der Service der AIWG soll die Suche nach Ansprechpartnern für Medienbeiträge oder auch potenziellen Vortragenden für Veranstaltungen erleichtern.

Dr. Raida Chbib über die Expertenliste: „Aus dem internationalen Fachaustausch zwischen Wissenschaftler_innen, staatlichen und zivilgesellschaftlichen Expert_innen zu Fragen islamisch-religiösen Lebens in Europa und Nordamerika ist diese Expertenliste entstanden. Einige der bislang beteiligten Expert_innen haben die in verschiedenen Bereichen erlangten Erfahrungen und Wissensbestände im Rahmen der internationalen Konferenzen der AIWG und ihres Netzwerks eingebracht und erklären sich bereit, ihre Expertise über diesen fortlaufenden Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis hinaus einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Mit der Veröffentlichung der Expertenliste trägt die AIWG dazu bei, dass wichtige Themen, internationale Erfahrungen, Perspektiven und Fachbeiträge allen interessierten gesellschaftlichen Gruppen zugänglich gemacht werden.“

Bislang umfasst die Liste zwölf ausgewiesene Expertinnen und Experten für die Themenfelder Ausbildung und Beschäftigung muslimisch-religiösen Personals. Die Liste ermöglicht eine Suche nach Schlagworten und gibt erste Informationen zu den gelisteten Personen. Die Profile beinhalten neben den Kontaktdaten auch eine Zusammenfassung der wissenschaftlichen beziehungsweise beruflichen Laufbahn sowie Informationen zu deren Forschungsgebieten und Arbeitsbereichen. Die Liste wird laufend aktualisiert und sukzessive um weitere internationale Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Praxis erweitert.

Zur Expert_innenliste für Medienbeiträge: https://aiwg.de/expert_innensuche-nach-themen/
Zur Referent_innenliste für Veranstaltungen: https://aiwg.de/referent_innensuche-nach-themen/

Über das Internationale Programm der AIWG
Das Internationale Programm der AIWG bringt internationale Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis zusammen, um Entwicklungen in Religion, Leben und Engagement von Muslimen und Musliminnen in den europäischen und nordamerikanischen Gesellschaften zu diskutieren. Insbesondere die Untersuchung theologischer Ansätze, soziologischer Themen und Fallstudien stehen im Fokus der Aktivitäten. Durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Fachleuten aus Deutschland, Europa und Nordamerika soll akademisches sowie praktisches Wissen zu relevanten Themen gesammelt und das Finden von nachhaltigen Antworten auf aktuelle Fragen zu muslimischem Leben und Religion ermöglicht werden. Ein wichtiger Teil des Internationalen Programms der AIWG sind die regelmäßig organisierten internationalen Konferenzen sowie die daraus entstehenden Berichte (abrufbar unter: https://aiwg.de/internationale-publikationen/)

Die Aktivitäten des Internationalen Programms werden durch das Auswärtige Amt unterstützt. Mehr zum Internationalen Programm unter: https://aiwg.de/aiwg-international-programme/

Über die AIWG
Die AIWG ist eine universitäre Plattform für Forschung und Transfer in islamisch-theologischen Fach- und Gesellschaftsfragen. Sie ermöglicht überregionale Kooperationen und Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der islamisch-theologischen Studien und benachbarter Fächer sowie Akteurinnen und Akteuren aus der muslimischen Zivilgesellschaft und weiteren gesellschaftlichen Bereichen. Die AIWG wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und durch die Stiftung Mercator.

Weitere Informationen
Stefanie Golla
Koordinatorin Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft
Goethe-Universität
Telefon 069-798  22459
E-Mail golla@aiwg.de
Homepage https://aiwg.de/


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jun 25 2021
12:07

Café Europa in der Romanfabrik: Die Ethnologen Mamadou Diawara und Richard Kuba im Gespräch 

Der Blick Afrikas auf Europa

FRANKFURT. Was ist Europa? Von welchem Afrika und von welchem Europa ist überhaupt die Rede? Um welchen Blick soll es gehen, wenn man in Afrika von Europa redet? Von welcher Zeit reden wir überhaupt? Die Fragen sind vielfältig und die Antworten umstritten. Prof. Mamadou Diawara, Professor am Institut für Ethnologie der Goethe-Universität, und Dr. Richard Kuba, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Frobenius-Institut, werden diese und noch weitere Fragen im Café Europa der Romanfabrik gemeinsam mit dem Publikum erörtern.

Mamadou Diawara (Frankfurt) & Richard Kuba (Frankfurt),
„Der Blick Afrikas auf Europa“, Café Europa.
Mittwoch, 7. Juli / 20.00 Uhr
Eintritt frei – Anmeldung erforderlich
Romanfabrik, Hanauer Landstr. 186 (Hof), 60314 Frankfurt
Reservierung (mit Angabe von Adresse und Telefonnummer): reservierung@romanfabrik.de
Live-Publikum + kostenloser Livestream

Mamadou Diawara, aus Mali stammend, ist Professor für Ethnologie an der Universität Frankfurt, Spezialist für das subsaharische Afrika und stellvertretender Direktor des Frobenius-Instituts für kulturanthropologische Forschung. Er ist Mitherausgeber des Bandes „Historical Memory in Africa. Dealing with the Past, Reaching for the Future in an Intercultural Context“ (New York/Oxford, Berghahn, 2010).

Dr. Richard Kuba ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Frobenius-Institut mit den Forschungsschwerpunkten vorkoloniale Geschichte Afrikas, historische Quellen, Geschichte der Ethnologie und Geschichte der Felsbildforschung.

Die Reihe "Café Europa" ist ein gemeinsames Projekt der Romanfabrik und des Institut franco-allemand IFRA. „Café Europa“ wird gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain, die Stadt Frankfurt, das Land Hessen und das Institut franco-allemand IFRA.

Kontakt
Ulla Büker, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Romanfabrik e.V.
Hanauer Landstr. 186 (Hof) | 60314 Frankfurt. Tel. 069/49 40 902; u.bueker@romanfabrik.de; www.romanfabrik.de


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jun 24 2021
14:27

Screening multipler Gen-Veränderungen auch für komplexe Nerven- und Immunerkrankungen anwendbar

Neue Technologie zur Erforschung von Krebs-Mutationen - Ansatzpunkte für künftige Therapien

Eine erweiterte Anwendung der CRISPR-Cas-Technologie ermöglicht das Team um den Biochemiker Dr. Manuel Kaulich von der Goethe-Universität Frankfurt: Die neue 3Cs-Multiplex-Technik erlaubt es, in der Zellkultur die Wirkung genetischer Veränderungen in zwei beliebigen Genen gleichzeitig zu untersuchen. Dies kann wichtige Hinweise für die Entwicklung von Therapien gegen Krebs oder Erkrankungen des Nerven- und Immunsystems liefern.

FRANKFURT. Krebs und viele andere Erkrankungen beruhen auf Gendefekten. Häufig kann der Körper den Ausfall eines Gens kompensieren; erst die Kombination mehrerer genetischer Fehler führt zum Krankheitsbild. Eine Möglichkeit, Millionen solcher Kombinationen von Gendefekten zu simulieren und ihre Auswirkungen in der Zellkultur zu untersuchen, bietet jetzt die an der Goethe-Universität Frankfurt entwickelte 3Cs-Multiplex-Technik auf Basis der CRISPR-Cas-Technologie. CRISPR-Cas ist eine „Genschere“, die es erlaubt, gezielt Gene einzuschleusen, zu entfernen und auszuschalten. Dazu werden kleine Erbgut-Schnipsel („single guide RNA“) als „Adresse“ genutzt, die die Genschere zu bestimmten Abschnitten der DNA leiten, wo die Genschere dann aktiv wird.

Zur Entwicklung der 3Cs-Multiplex-Technik erweiterten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Institut für Biochemie II der Goethe-Universität ihre vor drei Jahren entwickelte und patentierte 3Cs-Technik. 3Cs steht für covalently-closed circular-synthesized, weil die für CRISPR-Cas eingesetzten RNA-Elemente dabei mit Hilfe einer kreisförmigen Synthese generiert somit einheitlicher verteilt sind. Mit einer ganzen Bibliothek solcher RNA-Ringe lässt sich jedes beliebige Gen in einer Zelle gezielt adressieren, um es zu verändern oder auszuschalten.

Die neue 3Cs-Multiplex-Technik erlaubt nun sogar die gleichzeitige Manipulation zweier Gene in einer Zelle. Dr. Manuel Kaulich erläutert: „Wir können ‚Adress'-RNA-Bibliotheken für alle denkbaren Zweier-Kombinationen von Genen herstellen. Damit lassen sich bis zu mehreren Millionen Kombinationen gleichzeitig in einem Experiment testen.“

Bislang war der Aufwand für solche Experimente sehr hoch; die neue Technik der Arbeitsgruppe reduziert ihn einschließlich Kosten um den Faktor Zehn. Denn das Team kann die Adress-Bibliotheken dank der neuen 3Cs-Multiplex-Technik sehr einheitlich und qualitativ hochwertig herstellen. „Durch die mäßige Qualität der bislang verfügbaren CRISPR-Cas-Bibliotheken mussten immer sehr große Experimente durchgeführt werden, um entstehende Fehler statistisch auszugleichen“, so Kaulich.

Am Beispiel von verschiedenen an Abbauprozessen beteiligten Genen zeigte die Arbeitsgruppe das Potenzial der neuen 3Cs-Multiplex-Technik: Sie untersuchte knapp 13.000 Zweierkombinationen von Genen, die für Recyclingprozesse (Autophagie) in der Zelle verantwortlich sind. Mit deren Hilfe baut die Zelle „ausgediente“ Zellbestandteile ab und verwertet sie. Störungen der Autophagie können Zellwucherungen auslösen.

„Mit der 3Cs-Multiplex-Technik konnten wir zum Beispiel zwei an der Autophagie beteiligte Gene identifizieren, deren Ausschalten zu einem unkontrollierten Wachstum von Zellen führt“, erklärt Kaulich. „Genau diese Autophagie-Mutationen kommen bei jedem fünften Patienten mit einem Plattenephithelkarzinom der Lunge vor. Auf diese Weise können wir in Zellkulturexperimenten sehr effizient nach Genen suchen, die bei Krebs oder auch Krankheiten des Nerven- und Immunsystems eine wichtige Rolle spielen und die sich als mögliche Ziele für Therapien eignen.“

Die Arbeitsgruppe der Goethe-Universität hat ihre Entwicklungen über die universitäre Technologietransfer-Tochter Innovectis zum Patent angemeldet. Das aus dem Institut für Biochemie II unter Beteiligung von Manuel Kaulich ausgegründete Start-up-Unternehmen Vivlion GmbH bietet die Nutzung der Technologie bereits auf dem Markt an.

Publikation: Valentina Diehl, Martin Wegner, Paolo Grumati, Koraljka Husnjak, Simone Schaubeck, Andrea Gubas, Varun Jayeshkumar Shah, Ibrahim H Polat, Felix Langschied, Cristian Prieto-Garcia, Konstantin Müller, Alkmini Kalousi, Ingo Ebersberger, Christian H Brandts, Ivan Dikic, Manuel Kaulich, Minimized combinatorial CRISPR screens identify genetic interactions in autophagy. Nucleic Acids Research, gkab309, https://doi.org/10.1093/nar/gkab309


Weitere Informationen:
Dr. Manuel Kaulich
Institut für Biochemie II
Goethe-Universität Frankfurt
Tel: +49 69 6301-6295
kaulich@em.uni-frankfurt.de

Dr. Kerstin Koch
Institut für Biochemie II
Goethe-Universität Frankfurt
Tel.: +49 696301-84250
k.koch@em.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12498, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 24 2021
11:46

Projektwerkstatt der Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft startet Gesprächsreihe auf YouTube

Streifzüge durch die islamische Kunstgeschichte 

Bilderverbot, Kalligrafie, geometrische Ornamente – das verbinden viele Menschen noch immer mit islamischer Kunst. Die AIWG-Projektwerkstatt „Beauty and Islamic Theology“ weitet mit einer interdisziplinären Interviewreihe nun den Blick dafür, welche Bedeutung der Ästhetik in der islamischen Kunst und im islamisch-theologischen Diskurs zukommt.

FRANKFURT. Was ist das Wesen und die Bedeutung von Schönheit in der islamischen Kultur und im theologischen Diskurs? Wie wurde die Produktion des „Schönen“ in der islamischen Zivilisation von der islamischen Theologie und Mystik geprägt? Und welche Ansätze können gewählt werden, um islamische Vorstellungen von Schönheit und Kunst besser zu verstehen? Um diese und weitere Fragen dreht sich die englischsprachige Interviewreihe „Schönheit und islamische Theologie“, in der die reichen und vielfältigen Beziehungen zwischen Theologie, Kunst und Ästhetik in der islamischen Welt erkundet werden.

Die Interviewreihe ist das Abschlussergebnis der einjährigen AIWG-Projektwerkstatt „Beauty and Islamic Theology“, eines gemeinsamen Forschungsprojekts des Zentrums für Islamische Theologie an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und dem Lehrstuhl für Islamische Religionswissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Für die Interviewreihe hat Dr. Bilal Badat, Kunsthistoriker und Archäologe am Zentrum für Islamische Theologie an der Universität Tübingen, mit namhaften internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der islamischen Theologie, Geschichte, Philosophie und Anthropologie, sowie aus der islamischen Kunstgeschichte gesprochen. Dazu gehören unter anderem die Kunsthistorikerinnen Wendy Shaw von der Freien Universität Berlin und Dr. Valerie Gonzales von der SOAS University of London, sowie Professor Christiane Gruber von der University of Michigan.

Offizieller Starttermin für die Videoreihe ist der Tag der Architektur am 26. Juni 2021, 18 Uhr. Passend zum Aktionstag steht die erste Folge der Interviewreihe ganz im Zeichen der islamischen Architektur. Gesprächspartner ist: Prof. Samer Akkach, University of Adelaide, Gründungsmitglied des Centre for Asian and Middle Eastern Architecture.

Im zweiwöchentlichen Rhythmus spannt die Interviewreihe anschließend einen thematischen Bogen von frühislamischer Rhetorik und Poetik über Ästhetik in Architektur und Sufismus bis hin zu Schönheit und Theologie in Andalusien. Die Interviews stehen jeweils donnerstags ab 18 Uhr zur Verfügung auf dem YouTube-Kanal der Projektwerkstatt „Beauty and Islamic Theology“: https://www.youtube.com/channel/UClNG6B4ZCjjoZN6rJEikTlw

Über die Projektwerkstatt
Die Projektwerkstatt möchte mit ihrem Forschungsvorhaben innerhalb der islamisch-theologischen Forschung in Deutschland den Blick auf eine „Theologie der Ästhetik“ richten. Ziel ist es, das Wesen, den Wert und die theologische Bedeutung von Ästhetik aus einer interdisziplinären Perspektive zu beleuchten.

Dr. Bilal Badat ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Er hat Archäologie und Kunstgeschichte studiert. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen neben Iranischer sowie Osmanischer Kunst und Architektur, Islamische Kalligrafie und Manuskripte.

Über die AIWG
Die AIWG ist eine universitäre Plattform für Forschung und Transfer in islamisch-theologischen Fach- und Gesellschaftsfragen. Sie ermöglicht überregionale Kooperationen und Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der islamisch-theologischen Studien und benachbarter Fächer sowie Akteurinnen und Akteuren aus der muslimischen Zivilgesellschaft und weiteren gesellschaftlichen Bereichen. Die AIWG wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und durch die Stiftung Mercator.

Bild und Flyer zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/102552334

Bildtext:
Veranstaltungsflyer
Dr. Bilal Badat, Moderator der Interviewreihe (Foto: privat)

Weitere Informationen
Stefanie Golla
Koordinatorin Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft
Goethe-Universität
Tel.: 069 798-22459
E-Mail golla@aiwg.de
Homepage https://aiwg.de/


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jun 23 2021
15:03

Hochkarätige Diskussionsreihe der Frankfurter Bürger-Universität „Populismus – Kultur – Kampf“: Wie Medien, Literatur und Wissenschaft mit Populismus umgehen 

Wenn Populismus die Gesellschaft polarisiert  

Wie lässt sich über Populismus berichten, ohne diesen zu befördern? Ist Literatur eine „Empathiemaschine“, die gesellschaftliche Spaltungen überbrücken kann? Und stürzen sich abzeichnende postfaktische Tendenzen in vielen Gesellschaften die Universität als Ort der Wissenschaft in eine Krise? Am 1. Juli beginnt die dreiteilige digitale Diskussionsreihe der Frankfurter Bürgeruniversität an der Goethe-Universität zum Thema Populismus als Kulturkampf, zu der prominente Vertreter aus den Themenaspekten Medien, Literatur und Wissenschaft geladen sind.

FRANKFURT. Wer von Populismus spricht, meint in der Regel eine autoritäre Bewegung, die im Namen des Volkes auftritt. Und die gar den Anspruch erhebt, das Volk allein zu vertreten. Was geschieht aber, wenn es populistischen Kräften gelingt, breite Teile der Bevölkerung zu polarisieren? Was geschieht, wenn auch die Medien sich in zwei Lager spalten, zwischen denen niemand mehr vermittelt? Wenn die Polarisierung eine Eigendynamik entfaltet, die nahezu alle mitreißt? In Deutschland ist diese Entwicklung – aus den USA und Polen bekannt – bislang nur in Ansätzen zu sehen. Für Johannes Völz, Professor für Amerikanistik an der Goethe-Universität, ist dies ein Grund, sich rechtzeitig mit dem Thema Populismus als Kulturkampf auseinandersetzen: „Es ist wichtig, sich mit dem Thema zu befassen, bevor wir selbst in einen Polarisierungsstrudel geraten.“

Die dreiteilige Populismusreihe, die am 1., 8., und 13. Juli gemeinsam mit Studierenden der Amerikanistik als Zoomveranstaltung organisiert wird, widmet sich mit führenden internationalen Expertinnen und Experten den Themen Massenmedien, der Rolle der fiktionalen Literatur und der Wissenschaft.

In der ersten Veranstaltung am 1. Juli unter dem Titel „Quotendruck. Massenmedien im Zeitalter des Populismus“ werden Journalisten aus traditionellen Medien – von der New York Times über FAZ bis hin zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk – zur kritischen Selbstreflexion aufgefordert: Leistet der Quotendruck mit einer immer schneller werdenden Taktung von Schlagzeilen einem Entertainment-Populismus Vorschub?

An der Podiumsdiskussion nehmen teil: Jürgen Kaube (Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung), Ina Dahlke (Wissenschaftsredaktion, Hessischer Rundfunk), James Poniewozik (Chief Television Critic der New York Times) und Helga Schmidt (WDR-/NDR-Hörfunkstudios Brüssel). Moderation: Prof. Dr. Vinzenz Hediger (Filmwissenschaftler, Goethe-Universität)

Die zweite Veranstaltung am 8. Juli „Über Rechte schreiben? Wie kann Literatur dem Populismus begegnen?“ greift die Rolle der (fiktionalen) Literatur auf: Ist die Literatur, wenn sie sich des Themas Populismus annimmt, überfordert? Schadet ihr diese gesellschaftliche Aufgabe? Oder kann, sollte sie sogar zwischen radikal verschiedenen Sichtweisen auf die Welt vermitteln?

An der Diskussion nehmen teil: Tanja Dückers (Schriftstellerin), Lukas Rietzschel (Schriftsteller), Beate Tröger (Literaturkritikerin) und Dr. Jan Wilm (Schriftsteller und Übersetzer). Moderation: Prof. Dr. Johannes Völz (Amerikanist, Goethe-Universität)

Die abschließende Veranstaltung am 13. Juli „Populismus und das postfaktische Zeitalter. Eine Krise der Universität?“ geht der Frage nach, ob postmoderne Denker der Relativierung von Realitäten, verkürzt gesagt: dem „postfaktischen“ Zeitalter, den Weg bereitet haben. Oder ob nicht, vor dem Hintergrund des Expertenbashings in der Corona-Pandemie, gerade den Geisteswissenschaften die Rolle zukommt zu klären, was wissenschaftliches Wissen eigentlich ist. Und welchen Stellenwert, wird gefragt, können Expertise und wissenschaftliche Erkenntnis für die Demokratie und Politik haben?

An der Podiumsdiskussion nehmen teil: Prof. Dr. Peter-André Alt (Germanist, Freie Universität Berlin, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz), Prof. Julika Griem (Anglistin, Kulturwissenschaftliches Institut Essen, Vizepräsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft), Dr. Frieder Vogelmann (Politischer Philosoph, Goethe-Universität), Prof. Dr. Margret Wintermantel (Sozialpsychologin, Universität Heidelberg, ehem. Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes). Moderation: Prof. Dr. Martin Saar (Philosoph, Goethe-Universität)

Die Veranstaltungen, die in Kooperation mit dem Villa Aurora & Thomas Mann House e.V., dem Hessischen Literaturforum und dem Mercator Science-Policy Fellowship-Programm stattfinden, beginnen jeweils um 19.30 Uhr. Anmeldung unter: https://www.buerger.uni-frankfurt.de/

Ein ausführliches Interview mit Prof. Dr. Johannes Völz über die Populismusreihe ist in der aktuellen Ausgabe des UniReport erschienen: https://www.unireport.info/101712692.pdf. (S.4.)

Bei der Populismusreihe handelt es sich um die Hauptveranstaltung der Bürgeruniversität, die jedes Semester den lebendigen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern aus Stadt und Region pflegt. Dabei begibt sie sich an Orte in der Stadt (pandemiebedingt derzeit nicht möglich) und lädt im Gegenzug Bürgerinnen und Bürger auf die Campi der Universität ein.

Weitere Informationen
Prof. Dr. Johannes Völz
Institut für England- und Amerikastudien
Goethe-Universität
E-Mail: voelz@em.uni-frankfurt.de


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, Fax 069 798-763-12531, p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 21 2021
10:21

Studie der Goethe-Universität zum Kompetenzerwerb von Schülerinnen und Schülern während der coronabedingten Schulschließungen

Distanzunterricht genauso effektiv wie Sommerferien

Wie effektiv lernen Kinder und Jugendliche beim häuslichen Distanzunterricht? Diese Frage wird nicht nur unter Fachleuten intensiv diskutiert. Eine Studie aus der Pädagogischen Psychologie an der Goethe-Universität gibt für das Frühjahr 2020 eine ernüchternde Antwort. Später scheint sich die Situation etwas verbessert zu haben.

FRANKFURT. Trotz der vielfältigen Bemühungen, den Schulbetrieb durch Distanzunterricht und Online-Angebote während der coronabedingten Schulschließungen so gut wie möglich aufrecht zu erhalten, sind bei vielen Schülerinnen und Schülern enorme Leistungsdefizite entstanden. Dies zeigt eine Studie aus der Pädagogischen Psychologie an der Goethe-Universität. Forscherinnen und Forscher haben in einem systematischen Review belastbare Antworten hierzu publiziert. Bei diesem systematischen Review wurden mit wissenschaftlichen Datenbanken weltweit jene Studien identifiziert, in denen die Auswirkungen der coronabedingten Schulschließungen auf die Leistungen und Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern berechnet wurden.

„Wir haben nur forschungsmethodisch hochwertige Publikationen berücksichtigt, die eindeutige Rückschlüsse auf die Wirkung coronabedingter Schulschließungen auf den Kompetenzerwerb von Schülerinnen und Schülern erlauben und geeignete Tests zur Leistungs- oder Kompetenzmessung einsetzten“, erklärt Prof. Dr. Andreas Frey, der an der Goethe-Universität Pädagogische Psychologie mit Schwerpunkt Beratung, Diagnostik und Evaluation lehrt und einer der Verfasser der Studie ist. Dabei habe sich gezeigt, dass der Kompetenzerwerb während der Schulschließungen im Vergleich zu Präsenzbedingungen deutlich geringer ausfiel. „Die durchschnittliche Kompetenzentwicklung während der Schulschließungen im Frühjahr 2020 ist als Stagnation mit Tendenz zu Kompetenzeinbußen zu bezeichnen und liegt damit im Bereich der Effekte von Sommerferien“, sagt Frey. Besonders stark zu beobachten seien Kompetenzeinbußen bei Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Elternhäusern. „Hiermit sind die bisherigen Vermutungen durch empirische Evidenz belegt: Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich während der ersten coronabedingten Schulschließungen noch weiter geöffnet“, schlussfolgert Frey. Allerdings gebe es auch erste Anhaltspunkte dafür, dass die Effekte der späteren Schulschließungen ab Winter 2020/21 nicht zwangsläufig ebenso drastisch ausfallen müssen. Inzwischen habe sich die Online-Lehre vielerorts verbessert, dies scheint die negativen Effekte abfedern zu können.

Das von Svenja Hammerstein, Christoph König, Thomas Dreisörner und Andreas Frey verfasste systematische Review ist auf dem Preprint-Server PsyArXiv kostenfrei zum Download verfügbar (https://psyarxiv.com/mcnvk/). Die Arbeit wurde im Projekt „Coronabedingte Bildungsbenachteiligungen erkennen und verringern“ (CoBi) angefertigt, das von der Beisheim Stiftung und dem Goethe Corona-Fonds gefördert wird. Im CoBi-Projekt wird ein Online-Screening-Instrument zur Identifikation besonders gefährdeter Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe entwickelt, die dann von der Beratungsstelle MainKind der Goethe-Universität unterstützt werden.


Publikation: https://psyarxiv.com/mcnvk/

Weitere Informationen
Prof. Dr. Andreas Frey
Pädagogische Psychologie mit Schwerpunkt Beratung, Diagnostik und Evaluation
frey@psych.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jun 18 2021
09:43

Öffentliche Tagung vom 23. bis 25. Juni: Historikerinnen und Historiker der Goethe-Universität über das Zusammenleben von Juden und Christen in Frankfurt bis zur Einrichtung der Judengasse im Jahr 1460

Die verlorene Mitte 

Von der Mitte des 12. Jahrhunderts bis zur Einrichtung der Judengasse Mitte des 15. Jahrhunderts lebten Juden und Christen gemeinsam mitten in der Stadt. Wie sich dieses Zusammenleben gestaltete, zeichnet vom 23. bis zum 25. Juni eine internationale Tagung der Forschungsgruppe „Polyzentrik und Pluralität vormoderner Christentümer“ unter der Leitung der Historikerin Prof. Dr. Dorothea Weltecke nach.

FRANKFURT. Man sah und hörte einander und begegnete sich im Alltag: Von der Mitte des 12. Jahrhunderts an siedelten Juden in der Mitte der Stadt. Jüdische Ärzte versahen als Stadtärzte ihren Dienst im Frankfurter Hospital zum Heiligen Geist, zentrale jüdische Gebäude standen neben kirchlichen. Zwar war Frankfurt weder ein bedeutendes kirchliches noch ein rabbinisches Zentrum – in dieser Hinsicht war die Stadt das Hinterland von Mainz –, dennoch bündelte es Funktionen. Die Wege von Juden und Christen in der Stadt waren ebenso verwoben wie ihre geschäftlichen Beziehungen. Auch wenn die jüdische Gemeinde in dieser Zeit zweimal, in den Jahren 1241 und 1348, durch Verfolgung ausgelöscht wurde, wurde die Mitte der Stadt jedes Mal erneut ihr Lebensort. Erst mit der Einrichtung der Judengasse an der Staufermauer im Jahr 1460 wurden die Juden von dort vertrieben, die Synagoge abgerissen und das gemeinsame Zentrum zerstört.

Die Etappen dieser Frankfurter Geschichte verfolgt nun eine Konferenz, die vom 23. bis 25. Juni im Haus am Dom und digital stattfindet. Veranstaltet wird die Tagung mit internationaler Beteiligung von POLY, der DFG-Kollegforschungsgruppe „Polyzentrik und Pluralität vormoderner Christentümer“ der Goethe-Universität, in Kooperation mit dem Haus am Dom und dem Jüdischen Museum Frankfurt. Die Tagung, organisiert von Dr. Jörg Feuchter (Berlin), Dr. Jörn Christophersen (Frankfurt) und Prof. Dr. Dorothea Weltecke (Frankfurt), wird am Abend des 23. Juni mit einem Vortrag der Frankfurter Judaistin Prof. Dr. Elisabeth Hollender eröffnet. Das detaillierte Programm ist einsehbar unter:  https://www.tinygu.de/7QHv0; https://www.tinygu.de/Verlorene-Mitte

Die Tagung „Die verlorene Mitte – Juden und Christen in Frankfurt vor der Einrichtung der Judengasse im Jahr 1460“ kann als ein Beitrag zum Jubiläumsjahr „1700 Jahre jüdische Geschichte in Deutschland“ verstanden werden. Veranstaltungen in diesem Festjahr wollen Unwissen und Vorurteile gegenüber jüdischem Leben überwinden helfen. Durch die Erforschung jüdischen Lebens an zahlreichen ihrer Einrichtungen und Professuren leistet die Goethe-Universität dazu wichtige Beiträge (https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/1700-jahre-juedische-geschichte-in-deutschland/).

Die Vorträge der Tagung „Die verlorene Mitte – Juden und Christen in Frankfurt vor der Einrichtung der Judengasse im Jahr 1460“ sind öffentlich online zugänglich; eine Beteiligung an der Diskussion ist möglich.

Um Anmeldung wird gebeten unter: weltecke@em.uni-frankfurt.de

Bild: http://www.uni-frankfurt.de/102353728

Bildtext:
Von der Mitte des 12. Jahrhunderts an siedelten Juden mitten in der Stadt Frankfurt; die Lage ihrer Häuser markiert hier im Plan von Matthäus Merian von 1628 der weiße Kreis, in dem eine Klage über den Mord an den Frankfurter Juden im Jahr 1241 zu sehen ist.

Weitere Informationen
Prof. Dr. Dorothea Weltecke
Historisches Seminar
Goethe-Universität
weltecke@em.uni-frankfurt.de
https://www.geschichte.uni-frankfurt.de/66156354/Dorothea_Weltecke


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, Fax 069 798-763-12531, p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 17 2021
12:05

Wirtschaftswissenschaftler der Goethe-Universität und Universität Mannheim entwickeln Luftfilterkalkulator – Online-Rechner hilft beim Modellvergleich

Wie Schulen den passenden Luftfilter finden

Die Inzidenzzahlen sinken, doch der Schutz vor COVID-19 soll bleiben. Mehr Luftfilter für die Schulen lautet deshalb eine Forderung mit Blick auf den Präsenzunterricht der Schulen im Herbst, der sich kürzlich auch das Bundesbildungsministerium angeschlossen hat. Ein an der Goethe-Universität und der Universität Mannheim entwickelter Online-Kalkulator könnte Schulen nun dabei helfen, für ihre Räumlichkeiten passende und kosteneffiziente Luftfiltergeräte zu ermitteln (www.airfiltercalculator.com).

FRANKFURT. In Parlamenten und Gerichtssälen sind sie längst Standard, in Klassenräumen sind sie nur vereinzelt zu finden: mobile Luftfilter, die erheblich dazu beitragen, die Konzentration von Aerosolen und damit wesentlichen Trägern des Coronavirus SARS-CoV-2 in der Luft zu verringern. Nun sollen auch Schulen die mobilen Luftfilter in den Sommerferien installieren, um im kommenden Schuljahr bei vollen Klassenzimmern möglichen Infektionen vorzubeugen – insbesondere vor dem Hintergrund, dass bis dahin keine flächendeckende Impfung aller Schülerinnen und Schüler zu erwarten ist. Zu teuer, zu laut, zu kompliziert in der Wartung, wenden Kritiker ein. Stimmt das?

Die Wirtschaftswissenschaftlerin Prof. Dr. Anna Rohlfing-Bastian an der Goethe-Universität und der Ökonom Dr. Gunter Glenk an der Universität Mannheim haben nun ein Kalkulationstool entwickelt, das die Suche unter den zahlreichen Anbietern von mobilen Luftfiltern nach einem passenden und kostengünstigen Gerät erleichtert. Ein Resultat der Studie: „Für etwa 50 Euro pro Person und Jahr“, sagt Rohlfing-Bastian, „sollte es beispielsweise einer Grundschule möglich sein, Luftfiltergeräte anzuschaffen, sodass regulärer Unterricht stattfinden kann.“ Tragen alle Personen im Raum Masken, reduziere dies die Kosten um die Hälfte. „Die Sommerferien können nun genutzt werden, um flächendeckend mobile Luftfilter anzuschaffen“, so ihr Kollege Glenk. „Solche Filter helfen nicht nur in einer Pandemielage, sondern auch generell gegen Viren wie Grippeviren und gegen Luftverschmutzung.“

In ihrem Online-Kalkulator optimieren Rohlfing-Bastian und Glenk die Lebenszykluskosten der Ausstattung mit mobilen Luftfiltern. Dabei berücksichtigen sie alle Ausgaben, die bei Anschaffung und Betrieb über die Nutzungsdauer der Geräte anfallen. Gleichzeitig wird eine effektive Filterleistung pro Kubikmeter Luft pro Stunde im Klassenraum sichergestellt, damit ein zuvor festgelegtes Infektionsrisiko nicht überschritten wird.

Nutzer des anwenderfreundlichen Kalkulationstools www.airfiltercalculator.com können verschiedene Parameter wie beispielsweise Raumgröße, Belegung, Aufenthaltsdauer und Aktivitäten der Personen im Raum festlegen (Schweigen, Sprechen und Singen verursachen verschiedene Aerosolemissionen). Auch die Eingabe eines Maximalwertes für die Dezibelbelastung ist möglich. Unter Berücksichtigung des maximal tolerablen Infektionsrisikos berechnet das Tool die kosteneffiziente Ausstattung eines Raumes mit mobilen Luftfiltern und die dazugehörigen Kosten pro Person und Jahr.

Die Berechnungen, so Rohlfing-Bastian und Glenk, gingen von gewissen Vereinfachungen aus, wie etwa einer gleichmäßigen Verteilung der Aerosole im Raum. Erste Simulationsstudien zeigten jedoch, dass sich Schwebeteilchen erst allmählich im Raum gleichmäßig verteilen. Rohlfing-Bastian und Glenk weisen außerdem daraufhin, dass die Daten für ihre Berechnung durch eine Umfrage unter Herstellern von mobilen Luftfiltern erhoben wurden; 23 Hersteller haben bisher insgesamt 39 Geräte in die Datenbank eingetragen.

Wissenschaftliche Studien, unter anderem des Atmosphärenforschers Joachim Curtius an der Goethe-Universität, haben nachgewiesen, dass mobile Luftfilter die Aerosolkonzentration in geschlossenen Räumen erheblich reduzieren (https://www.puk.uni-frankfurt.de/92900358/Infektionsrisiko__Luftreiniger_beseitigen_90_Prozent_der_Aerosole_in_Schulklassen). Eine Ansteckungsgefahr wird damit deutlich vermindert. Die Wirksamkeit von Filtergeräten war aber zuletzt in die öffentliche Diskussion geraten; unter anderem wurde befürchtet, dass mobile Luftfilter die Nutzer in falscher Sicherheit wiegen könnten und dadurch aktives Lüften vernachlässigt werden könnte. Filtergeräte ersetzten nicht das Lüften, betonen auch Aerosolforscher, da die mobilen Filtergeräte die Virenlast zwar stark senkten, nicht aber Kohlendioxid und Wasserdampf aus der Atemluft entfernten. Ideal sei daher eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen zur Reduktion des Ansteckungsrisikos.

Das Forschungsprojekt wurde von der Friedrich Flick Förderungsstiftung unterstützt.

Publikation: https://www.tinygu.de/luftfilter

Weitere Informationen
Prof. Dr. Anna Rohlfing-Bastian
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Professur für Rechnungswesen, insb. Management Accounting
Goethe-Universität Frankfurt
E-Mail: rohlfing-bastian@econ.uni-frankfurt.de
Homepage: https://www.accounting.uni-frankfurt.de/professoren/professur-rohlfing-bastian/startseite.html


Dr. Gunther Glenk
Mannheim Institute for Sustainable Energy Studies
Fakultät für Betriebswirtschaftslehre
Universität Mannheim
E-Mail: glenk@uni-mannheim.de
Web: Mannheim Institute for Sustainable Energy Studies


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, Fax 069 798-763-12531, p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 17 2021
10:23

Ab Ende Juni: digitale Veranstaltungen zur Studienwahl an der Goethe-Universität

Aufbruch in die Zukunft: MainStudy Reloaded

FRANKFURT. Trotz Kontaktbeschränkungen, Schulausfällen und Homeschooling hat sich eines in diesem Sommer nicht geändert: Tausende von Schülerinnen und Schülern erwerben im Juni ihren Schulabschluss und befinden sich schon in den Startlöchern für einen Studienbeginn im Wintersemester. Um sie beim Aufbruch in ihre Zukunft zu unterstützen, leistet das Studien-Service-Center der Goethe-Universität wie immer Starthilfe durch Veranstaltungen rund um das Thema Studium und Studienwahl: MainStudy Reloaded.

Los geht es Ende Juni mit einem Workshop zu den Basics einer guten Entscheidungsfindung und allgemeinen Online-Vorträgen zu Studienwahl und Bewerbung und Zulassung. Den ganzen Juli über haben Studieninteressierte nach diesem Startschuss die Möglichkeit, sich auf dem Portal „MainStudy Reloaded“ mit Informationen über die unterschiedlichsten Studiengänge der Goethe-Universität in Form von Videos, Voice-over-Präsentationen und Podcasts selbst einzudecken.

Mitte Juli geht es dann live weiter mit digitalen Infovorträgen und Chats zu einzelnen Studiengängen und der Möglichkeit, mit Studierenden der einzelnen Fächer ins Gespräch zu kommen. Den Abschluss bilden schließlich intensive Online-Workshops, mit denen sich die Studieninteressierten gründlicher mit den Anforderungen eines bestimmten Studiengangs auseinandersetzen können.

Auch die Eltern sollen in der Veranstaltungsreihe nicht zu kurz kommen: ein digitaler Live-Vortrag informiert sie darüber, was Studium heutzutage ausmacht, welche Formalien bei einer Studienbewerbung zu beachten sind und wie sie ihre Kinder bei der Studienwahl unterstützen können. Die Frankfurt University of Applied Sciences und die Agentur für Arbeit sind ebenfalls bei der „MainStudy Reloaded“ dabei und bieten im Juli digitale Veranstaltungen rund um Studien- und Berufswahl an.  

Neben dem Informationsportal und den Veranstaltungen stehen die Studienberater und Studienberaterinnen der Zentralen Studienberatung den Studieninteressierten natürlich auch für persönliche Sprechstunden via Telefon oder Videochat zur Verfügung.

Portal MainStudy Reloaded: https://www.uni-frankfurt.de/91709757/MainStudy_2021#a_b76a3ee2-e10e5db7

Kontakt:
Marion Gröger, Medien und Veranstaltungen, Studien-Service-Center, Tel. 0175-6128332, Email: m.groeger@em.uni-frankfurt.de

Elisabeth Kummert, Zentrale Studienberatung, Studien-Service-Center, Tel. 0151-10501560, Email: kummert@em.uni-frankfurt.de  


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jun 16 2021
14:14

Ethnologin der Goethe-Universität berät das Bundesinnenministerium

Susanne Schröter in Expertenkreis zum politischen Islamismus berufen

FRANKFURT. Susanne Schröter, Professorin im Institut für Ethnologie an der Goethe-Universität, ist zum Mitglied des Expertenkreises „Politischer Islamismus“ berufen worden. Der im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) eingerichtete zehnköpfige Expertenkreis ist am 15. Juni zum ersten Mal zusammengetreten. Der Expertenkreis soll „aktuelle und sich wandelnde Erscheinungen des politischen Islamismus aus wissenschaftlicher Perspektive analysieren und Handlungsempfehlungen entwickeln, die die sicherheitsbehördlichen Maßnahmen um gesellschaftspolitische und wissenschaftliche Ansätze ergänzen sollen“, erklärt das BMI. Außerdem sollen bestehende Lücken in der wissenschaftlichen Bearbeitung identifiziert werden.

Zu den im Expertenkreis „Politischer Islamismus“ vertretenen Fachbereiche gehören die Islamwissenschaften, Islamische Theologie, Öffentliches Recht sowie die Politik- und Sozialwissenschaften.  Teilnehmende sind neben Prof. Dr. Susanne Schröter Prof. Dr. Naika Foroutan, Frau Gülden Hennemann, Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Dr. Michael Kiefer, Prof. Dr. Ruud Koopmans, Prof. Dr. Stefan Korioth, Prof. Dr. Gudrun Krämer, Prof. Dr. Kyrill-Alexander Schwarz sowie je ein Vertreter der Forschungsstellen beim Bundeskriminalamt (BKA) und beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Die Ethnologin Prof. Susanne Schröter bekleidet zahlreiche Mitgliedschaften: Sie ist Vorstandsmitglied des „Deutschen Orient-Instituts“ und Senatsmitglied der „Deutschen Nationalstiftung“. Sie ist im wissenschaftlichen Beirat der „Bundeszentrale für politische Bildung“ sowie im Österreichischen Fonds zur Dokumentation von religiös motiviertem politischen Extremismus (Dokumentationsstelle Politischer Islam). Des Weiteren ist sie Mitglied der „Hessischen Integrationskonferenz“, des „Dialog Forum Islam Hessen“, des „Hessischen Präventionsnetzwerk gegen Salafismus“ und der „Polytechnischen Gesellschaft“. Im November 2014 gründete sie das „Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam“ (FFGI) und ist seitdem Direktorin der Einrichtung.


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jun 15 2021
15:01

„Eugenische Phantasmen“: Dagmar Herzog rekonstruiert in ihren Adorno-Vorlesungen die moralpolitischen Debatten um den Wert von Leben mit Behinderung

Behinderung, Macht, Moral

FRANKFURT. Die US-amerikanische Historikerin Dagmar Herzog hält die diesjährigen Frankfurter Adorno-Vorlesungen, die das Institut für Sozialforschung in Zusammenarbeit mit dem Suhrkamp Verlag veranstaltet. Die Reihe, die an drei aufeinander folgenden Tagen im Livestream übertragen wird, trägt den Titel „Eugenische Phantasmen: Behinderung, Macht, Moral“ und beginnt

am Mittwoch, 23. Juni, 18:30 bis 20:30 Uhr
im Livestream unter
https://youtu.be/HVFXaU43yns

mit der ersten Vorlesung, die sich mit dem Thema „Liebe, Geld, Mord (1900–1950)“ befasst.

Wie wurden die moralpolitischen Debatten um den Wert von Leben mit Behinderung in Deutschland vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart geführt? In einem Zeitraum, in dessen Mitte der nationalsozialistische Massenmord stand? Die Zeithistorikerin Dagmar Herzog spannt in ihren Vorlesungen einen Bogen von der fürsorglich-paternalistischen Pflege in christlichen Heilanstalten vor 1900 bis zur Abwehr der AfD-Angriffe in den 2010er Jahren. Moderiert werden die drei Vorlesungen von Prof. Dr. Martin Saar, der an der Goethe-Universität politische Philosophie lehrt.

Wie konnte sich ein theologisches Paradigma, dem zufolge sich Gott besonders unter den Allerschwächsten entfaltet, in ein verbrecherisches Denken verkehren? Und wie hängt dies mit der Irritation über eine (angeblich jüdisch forcierte) sexuelle Liberalisierung in der Weimarer Zeit zusammen? Wie haben sich in der Nachkriegszeit doch Argumente für den Wert des Lebens mit Behinderung durchgesetzt, so dass heute Menschen mit Behinderung als Subjekte respektiert und nicht mehr als Objekte der Fürsorge oder der Diskriminierung geringgeschätzt werden? Diesen Fragen geht Herzog nach, sie nimmt dabei drei sich überlappende Zeitspannen in den Blick und zeigt, dass die komplexe Beziehung zwischen Tatsachen und Interpretation bis heute eine zentrale Rolle für den Umgang der gesellschaftlichen Mehrheit mit Behinderung spielt.

Dagmar Herzog ist Distinguished Professor of History am Graduate Center der City University of New York. Sie hat zahlreiche Bücher zur Geschichte der Religion, zur Sexual- und Geschlechtergeschichte in der Moderne geschrieben. Für ihre Forschung wurde sie 2014 mit dem Distinguished Achievement Award der Holocaust Educational Foundation ausgezeichnet.

Die Frankfurter Adorno-Vorlesungen
Seit 2002 veranstaltet das Institut für Sozialforschung in Zusammenarbeit mit dem Suhrkamp Verlag jährlich Vorlesungen, die an drei Abenden an Theodor W. Adorno erinnern sollen. Dabei geht es nicht um eine philologische Ausdeutung seines Werks, sondern darum, seinen Einfluss auf die heutige Theoriebildung in den Humanwissenschaften zu fördern und die lebendigen Spuren seines interdisziplinären Wirkens in den fortgeschrittenen Strömungen von Philosophie sowie Literatur-, Kunst- und Sozialwissenschaften sichtbar zu machen.

Die Termine:

Mittwoch, 23. Juni, 18:30 bis 20:30 Uhr
Liebe, Geld, Mord (1900–1950)
https://youtu.be/HVFXaU43yns

Donnerstag, 24. Juni, 18:30 bis 20:30 Uhr
Wie erkennt man ein Verbrechen? (1940–1990)
https://youtu.be/HC2x8gmrAos

Freitag, 25. Juni, 18:30 bis 20:30 Uhr
Die lang erkämpfte Menschwerdung (1980–2020)
https://youtu.be/qOMWWflNMmo

Ein Bild von Prof. Dr. Dagmar Herzog finden Sie zum Download unter: http://www.uni-frankfurt.de/102361576

Bildtext: Die Zeithistorikerin Prof. Dr. Dagmar Herzog hält in diesem Jahr die Adorno-Vorlesungen. (Foto: privat)

Informationen:
Almut Poppinga
Institut für Sozialforschung
an der Johann Wolfgang Goethe-Universität
Senckenberganlage 26
60325 Frankfurt am Main
E-Mail: poppinga@em.uni-frankfurt.de
www.ifs.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & und Kommunikation, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jun 15 2021
12:41

Deutsche Universitätspsychologie bietet Online-Beratungsplattform

Hilfe für junge Menschen mit Gewalterfahrungen

Auf der Website www.du-auch.de finden Kinder und Jugendliche Informationen zum Thema Trauma nach Gewalterfahrung. Das neue Infoportal geht auf die Initiative eines Verbunds von Psychologinnen und Psychologen an deutschen Universitäten unter der Leitung der Goethe-Universität zurück und soll jungen Menschen mit Gewalterfahrungen helfen, die Folgen der Lockdownzeit zu bekämpfen.

FRANKFURT. Durch die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen hat sich der Alltag der Menschen massiv verändert. Die psychologischen Folgen sind zum Teil gravierend: Familien fühlen sich stark belastet,  Kinder sind nachweislich einer höheren Gefährdung ausgesetzt. Studien zeigen, dass Kinder und Jugendliche verstärkt körperlicher und sexueller Gewalt ausgesetzt sind. Zugleich hat sich durch die Pandemie die Erreichbarkeit betroffener Kinder, Jugendlicher und ihrer Familien aber verschlechtert. Das neue Online-Angebot www.du-auch.de soll helfen, die psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit körperlichen und sexuellen Gewalterfahrungen oder Vernachlässigung zu verbessern.

Das vom BMBF geförderten Forschungsprojektes BESTFORCAN (https://www.ku.de/bestforcan), dessen Gesamtleitung Regina Steil von der Goethe-Universität Frankfurt innehat, hat die Seite www.du-auch.de ins Leben gerufen, um Jugendliche direkt ansprechen zu können. So sollen sie leichter Zugang zu psychotherapeutischen Maßnahmen finden – insbesondere zu einer evidenzbasierten Intervention, der traumafokussierten kognitiven Verhaltenstherapie „LOT – Leben ohne Traumafolgen“. Auf der Seite www.du-auch.de finden Jugendliche – altersgerecht und übersichtlich gegliedert – in kurzen Texten Informationen dazu, was sie tun können, wenn sie selbst –  oder ein Freund oder eine Freundin – Opfer von Gewalt geworden sind.

Die Seite ist vor allem für die Mobilnutzung mit dem Smartphone konzipiert – funktioniert aber auf dem PC. Sie bietet direkte Links zu Hilfsportalen wie der „Nummer gegen Kummer“ und dem „Hilfstelefon sexueller Missbrauch“. Darüber hinaus wird erklärt, wie eine LOT-Therapie helfen kann und warum es einem nicht peinlich sein muss, mit Fremden über schwierige Dinge zu sprechen. Eigens produzierte Filme im Graphic Novel-Stil erzählen die Geschichte der 14-jährigen Sara, die es schafft, sich trotz eines sehr traumatischen Erlebnisses nach einer Therapie wieder besser zu fühlen.

Neu und wichtig: Die Seite bietet eine direkte Kontaktmöglichkeit per WhatsApp oder Telefon zu Kinderpsychologinnen und -psychologen, die Jugendlichen bei der Suche nach einem LOT-Therapieplatz helfen. Deutschlandweit wurden Fachkräfte in dieser besonderen Traumatherapie geschult – und es gibt aktuell noch freie Plätze. „Es wäre schön, wenn das neue Angebot und die Information, dass es in dem Projekt noch freie Therapieplätze gibt, Verbreitung fände“, sagt Regina Steil, Apl.-Professorin an der Goethe-Universität und Leiterin des Frankfurter Teilprojekts. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen dürften nicht alleine gelassen werden.

Weitere Informationen
Prof. apl. Dr. Regina Steil
Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie
Varrentrappstraße 40-42
60486 Frankfurt am Main
E-Mail: steil@psych.uni-frankfurt.de 

Ansprechpartnerin:
Anne Fischer, M.Sc.
Telefon +49 (0)69 798-23848
E-Mail: A.Fischer@psych.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de  

 

Jun 14 2021
12:30

Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (AIWG) an der Goethe-Universität beteiligt sich mit Live-Talk am Digitaltag 2021

„Digital Humanities treffen auf Koranforschung“ 

FRANKFURT. Unter dem Titel „Koranforschung 2.0 - digitale Gegenwart und Zukunftsvisionen“ beteiligt sich die Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (AIWG) am diesjährigen Digitaltag 2021 und veranstaltet

am 21. Juni um 18 Uhr
https://www.youtube.com/watch?v=QyjfXkVA61k

einen digitalen Live-Talk. Über die Digitalisierung in der Islamwissenschaft und in den islamisch-theologischen Studien spricht Akademiedirektor Prof. Dr. Bekim Agai mit Prof. Dr. Angelika Neuwirth (Freie Universität Berlin) und Prof. Dr. Serdar Kurnaz (Institut für Islamische Theologie an der Humboldt Universität zu Berlin). Das digitale Gespräch wird live auf dem YouTube-Kanal der AIWG übertragen.

Längst hat die Digitalisierung Einzug in die Geisteswissenschaften gehalten. Doch welche neuen Ansätze und Perspektiven ergeben sich für die moderne Koranforschung durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz? Eröffnen Digital Humanities gar neue Deutungsmöglichkeiten für einzelne Koranpassagen, eine neue Perspektive auf die Geschichtsschreibung zur Korangenese? Und welche Methoden der Digital Humanities kommen in der Koranforschung aktuell zum Einsatz?

Sowohl Angelika Neuwirth als auch Serdar Kurnaz forschen in Projekten, die innerhalb der Islamwissenschaft und der Islamischen Theologie als Pionierprojekte auf dem Feld der Digital Humanities gelten dürfen: Corpus Coranicum und Linked Open Tafsir.

Corpus Coranicum
Im Projekt Corpus Coranicum entsteht unter der Leitung von Prof. Angelika Neuwirth seit 2007 eine Dokumentation handschriftlicher und mündlicher Überlieferungen des Korantextes sowie ein ausführlicher Korankommentar. Außerdem werden koranische Passagen mit jüdischen, christlichen und anderen korrespondierenden Texten aus dem Umfeld des Korans verknüpft. Die Digitalisierung und Auswertung des Gotthelf-Bergsträßer-Archivs bilden dabei einen Schwerpunkt. Weitere Informationen zum Projekt der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften finden Sie unter https://corpuscoranicum.de/.

Linked Open Tafsir
Die AIWG Longterm-Forschungsgruppe Linked Open Tafsir erstellt eine Online-Datenbank frühislamischer exegetischer Überlieferungen. Basis hierfür ist der Korankommentar (Tafsīr) des muslimischen Gelehrten at-Tabari (gestorben 310 Jahr der Hicra /923 nach Christus). Die Datenbank soll alle in den exegetischen Überlieferungen erhaltenen Informationen zu historischen Begebenheiten in der Offenbarungszeit sowie die kulturellen, religiösen, sozialen und sprachlichen Rahmenbedingungen der Entstehung des Korans erfassen. Mehr Informationen zum Projekt Linked Open Tafsir finden Sie unter https://aiwg.de/kurzbeschreibung_linked-open-tafsir/.

Termin

Montag, 21.06.2021, 18:00 bis 19:30 Uhr

Das Gespräch wird auf dem YouTube-Kanal der AIWG gestreamt:  https://www.youtube.com/watch?v=QyjfXkVA61k

Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Studierende aus den islamisch-theologischen Studien und Nachbardisziplinen wie der Orientalistik, Arabistik, Islamwissenschaft, der christlichen Theologien und Religionswissenschaften sowie die interessierte Öffentlichkeit sind herzlich eingeladen, an diesem Abend mehr über die innovativen Ansätze auf dem Feld der Digitalisierung zu erfahren.

Über die AIWG
Die AIWG ist eine universitäre Plattform für Forschung und Transfer in islamisch-theologischen Fach- und Gesellschaftsfragen. Sie ermöglicht überregionale Kooperationen und Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der islamisch-theologischen Studien und benachbarter Fächer sowie Akteuren aus der muslimischen Zivilgesellschaft und weiteren gesellschaftlichen Bereichen. Die AIWG wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und durch die Stiftung Mercator.

Über den Digitaltag
Der Digitaltag wird getragen von der Initiative „Digital für alle“, einem Bündnis von mehr als 25 Organisationen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Wohlfahrt und öffentliche Hand. Erklärtes Ziel ist die Förderung der digitalen Teilhabe. Der Digitaltag bietet eine Plattform, um verschiedenste Aspekte der Digitalisierung zu beleuchten, Chancen und Herausforderungen zu diskutieren und einen breiten gesellschaftlichen Dialog anzustoßen. Der Aktionstag soll die Digitalisierung mit zahlreichen Formaten erklären, erlebbar machen, Wege zu digitaler Teilhabe aufzeigen und auch Raum für kontroverse Debatten schaffen.

Der Flyer zum Download: http://www.uni-frankfurt.de/102318107

Weitere Informationen
Stefanie Golla
Koordinatorin Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft an der Goethe-Universität
Telefon 069 798-22459
E-Mail: golla@aiwg.de
Homepage https://aiwg.de/


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de 

 

Jun 14 2021
10:24

Bertha Pappenheim Map geht online: Audiowalk auf den Spuren der jüdischen Sozialaktivistin führt ins Frankfurter Stadtleben um 1900 und heute

Eigensinnig ihre Ideen vertreten 

Frankfurter jüdische Geschichte sichtbar machen wollen die digitalen Spaziergänge, die aus einem gemeinsamen Projekt der Judaistik-Professorin Rebekka Voß an der Goethe-Universität, der Bremer Künstlerin Elianna Renner und der Frankfurter Soziologin Dr. Marion Keller entstanden sind: Die Web-App führt an Wirkstätten der sozial engagierten Jüdin, Frauenrechtlerin und Schriftstellerin Bertha Pappenheim (1859-1936). Am 20. Juni geht die App mit dem Titel „Bertha Pappenheim Map“ mit einem Eröffnungsrundgang offiziell online (https://berthapappenheim.com/).

FRANKFURT. Bertha Pappenheim stammt aus dem Frankfurter jüdischen Großbürgertum, das sich im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert für bessere Lebensbedingungen und Bildung der Bevölkerung einsetzte. Obwohl die streitbare Aktivistin mit ihrem Kampf vor allem für Frauen, die durch Prostitution und Mädchenhandel gefährdet waren, ihrer Zeit weit voraus war, spielt sie bislang im Gedächtnis der Stadt kaum eine Rolle. Nun haben Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen ein detailreiches Portrait von Bertha Pappenheim erarbeitet und in einer zweisprachigen App (deutsch/englisch) erlebbar gemacht. Die App versammelt kurze Geschichten, historische Fotos und Videos zu Kunstaktionen über aktuelle Parallelen. Dabei machen die Audio-Walks bewusst: Frauenhandel ist ein bedeutender Teil der Migrations- und Stadtgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

Wer sich mit dem Smartphone auf einen der drei digitalen Rundgänge durch Westend, Bahnhofsviertel und Ostend begibt, bewegt sich zwischen jüdischem Alltag, Antisemitismus, Migration, Menschenhandel und dem Kampf für mehr Rechte für Frauen im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Pogrome in Osteuropa hatten jüdische Familien, unter ihnen auch Frauen, allein oder mit ihren Kindern, in die Flucht gen Westen getrieben. In Frankfurt gestrandet, waren mittellose Frauen Prostitution und Mädchenhandel ausgeliefert. Ihnen wollte Bertha Pappenheim einen schützenden Ort bieten: Ihrer zupackenden, entschiedenen Art ist es zu verdanken, dass Frankfurter soziale Einrichtungen Allianzen schmiedeten, um u. a. ein Wohnheim für alleinstehende Frauen und ihre Kinder zu errichten.

Zum Schutz der Frauen, davon war Pappenheim überzeugt, musste aber vor allem deren rechtliche und soziale Stellung sowie die Bildungs- und Berufssituation verbessert werden. Dafür setzte sich die Sozialaktivistin und Schriftstellerin auf Kongressen und in der Praxis ihr Leben lang ein – und brüskierte damit etliche Zeitgenossen. In ihrem eigenen Nachruf für verschiedenen Zeitschriften formiert sie es nüchtern: „Sie war eine Frau, die jahrzehntelang eigensinnig für ihre Ideen eingetreten ist. (…) Sie tat es oft in Formen und Wegen, die einer Entwicklung vorgreifen wollten, so wie sie auch nicht nach jedermann Sitte und Geschmack waren. Schade!“

Zur Eröffnung der Bertha Pappenheim-Map beginnt ein speziell dafür zusammengestellter Rundgang um 14 Uhr auf dem Vorplatz des Jüdischen Museums Frankfurt mit einem Gespräch von Prof. Dr. Rebekka Voß, Elianna Renner und Dr. Marion Keller mit Linda Kagerbauer (Frauenreferat der Stadt Frankfurt) über den mehr als fünfjährigen Entstehungsprozess ihres Kunst-Wissenschafts-Projekts, an dem auch Studierende der Goethe-Universität beteiligt waren. Daran schließt sich ein ca. einstündiger Spaziergang mit der Bertha Pappenheim Map an (https://berthapappenheim.com/). Er führt zu ausgewählten Stationen der drei digitalen Rundgänge. Gäste aus Frankfurter Sozialinstitutionen ergänzen den Stadtspaziergang mit Berichten aus der gegenwärtigen Arbeit mit Menschen in schwierigen Lebenslagen. Der Rundgang endet auf dem Bertha-Pappenheim-Platz.

Die kostenlosen Rundgänge lassen sich online ohne vorherigen Download als Audiowalks auf Deutsch und Englisch abrufen. Für den digitalen Stadtrundgang ist ein Smartphone mit Internet erforderlich. Um Anmeldung zur Eröffnung wird gebeten unter: besuch.jmf@stadt-frankfurt.de.

Die Veranstaltung des Jüdischen Museums Frankfurt findet statt in Kooperation mit dem Frauenreferat der Stadt Frankfurt und der Gesellschaft zur Förderung judaistischer Studien in Frankfurt a. M.

Weitere Informationen
Prof. Dr. Rebekka Voß
Professorin für Geschichte des deutschen und europäischen Judentums
voss@em.uni-frankfurt.de


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, Fax 069 798-763-12531p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 11 2021
12:23

Interdisziplinäres Hochschulstudium in enger Anbindung an die Berufspraxis im Gesundheitswesen

Dualer Masterstudiengang „Sozialethik im Gesundheitswesen“: Start im Wintersemester

Goethe-Universität und Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen bieten gemeinsam einen neuen Studiengang an. Zum kommenden Wintersemester startet das Masterprogramm „Sozialethik im Gesundheitswesen“. Die Einschreibung ist bereits jetzt möglich.  

FRANKFURT. In vielen Bereichen des Gesundheitswesens steigt der Beratungs- und Kommunikationsbedarf zu ethischen Fragen – darauf wollen die Verantwortlichen an den beiden Frankfurter Hochschulen mit dem dualen Masterstudiengang Sozialethik im Gesundheitswesen reagieren. Absolventinnen und Absolventen sollen die Qualifikation für interessante und herausfordernde Tätigkeiten auf Fach- und Führungsebene in diesem gesellschaftlichen Wachstumsbereich mitbringen. „Die demografische Entwicklung und der medizinisch-technische Fortschritt bringen eine große Dynamik ins Gesundheitswesen. Die medizinischen, pflegerischen und sozialen Einrichtungen befinden sich in ständiger Transformation“, sagt Prof. Dr. Christof Mandry, Professor für Sozialethik an der Goethe-Universität. Mandry begleitet die Einführung des neuen Studiengangs intensiv. „Es gibt einen großen Bedarf an ethischer Expertise in den Unternehmen und Institutionen des Gesundheitswesens“, erklärt er. Das reiche von der medizinethischen Fallberatung über organisations- und führungsethische Fragen bis hin zum gerechten Zugang zu medizinischen und pflegerischen Dienstleistungen und zur sozial gerechten Mittelverteilung.

Um mit solchen Themen angemessen umgehen zu können, werden die Studierenden im neuen Studiengang mit sozialethischen, sozialwissenschaftlichen und medizinischen Fragestellungen vertraut gemacht. Das universitäre Studium wird dabei eng mit berufspraktischen Einblicken und Erfahrungen verknüpft. 30 Prozent der Studienleistungen in dem dualen Studiengang werden „on the job“ in Partnereinrichtungen im Medizin- und Pflegebereich erbracht. „Und zwar vom ersten Semester an“, erklärt Studiengangskoordinatorin Julia Westendorff, die die Praxiseinheiten organisiert. „Die Studierenden lernen, wie ein klinisches Ethikkomitee funktioniert oder wie die medizinische Versorgung von Menschen ohne Versicherungsschutz organisiert wird – ganz praktisch, indem sie mit dabei sind. Das kann mitunter sehr herausfordernd sein.“ Die Kurzpraktika und Hospitationen sind fachlich unmittelbar in den Studienzusammenhang integriert. In den „Directed Studies“ werden die Einsichten aus der Praxis, die Inhalte der Lehrveranstaltungen an der Uni und die eigenständige Lektüre zusammengebracht. So werden die Studierenden sowohl fachlich also auch persönlich auf das Praxissemester vorbereitet, das dann das gesamte dritte Semester einnimmt. Im Praxissemester bearbeiten sie bei einem Unternehmen oder in einer öffentlichen Institution eigenständig ein Thema, das an den Fragestellungen der jeweiligen Einrichtung orientiert ist. Im vierten und letzten Semester wird dann die Masterarbeit geschrieben.

Im Hinblick auf die Corona-Pandemie werden Fragen der Verteilungsgerechtigkeit diskutiert, z.B. die medizinethische Problematik der Triage: Wer erhält in einem überlasteten Gesundheitssystem die Behandlung? Wer bekommt den Beatmungsplatz? Wenn es um die Frage der Impfreihenfolge bei knappen Impfressourcen geht, stellt sich die ethische Frage nach Gerechtigkeit. Auch solidaritätsethisch lässt sich die Impfung diskutieren: Lasse ich mich impfen, auch wenn ich mit keinem schwerem Verlauf rechne, um Andere zu schützen?

An dem neuartigen, praxisintegrierenden Masterstudiengang sind mit katholischer Theologie, Soziologie und Medizin ganz unterschiedliche Fachrichtungen beteiligt. So wird ein Kompetenzprofil vermittelt, das sozial- und medizinethische Reflexionsweisen, sozialwissenschaftliche Analysemethoden und Kenntnisse der medizinischen Versorgungsstrukturen umfasst. Hinzu kommen tätigkeitsnahe Fertigkeiten im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, Gesprächsführung oder Organisationsplanung. Als gemeinsamer Studiengang von zwei Frankfurter Hochschulen, der Goethe-Universität und der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen, steht der Studiengang auch für ein echtes Frankfurter Studienprofil. „Hier kombinieren wir die Stärken unserer beiden Hochschulen in der Sozialethik“, erklärt Rektor Prof. Dr. Thomas Meckel von der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen. „Mit dem Nell-Breuning-Institut haben wir in Sankt Georgen einen Schwerpunkt in sozial- und gesellschaftsethischen Fragen der Pflege. Die Arbeitsbedingungen in der Pflege, die gerechte Finanzierung von Pflegedienstleistungen oder auch der Stellenwert von Migration in diesem Bereich werden bei uns erforscht und in der Lehre vermittelt. Die Kollegen am Fachbereich 07 der Goethe-Uni haben ihren Schwerpunkt in der Medizinethik und der Sozialethik des Gesundheitswesens. Das ergänzt sich hervorragend.“ Zudem böten beide Hochschulen mit ihren parkähnlichen Campussen beste Studienbedingungen.

Der Masterstudiengang richtet sich an Studieninteressierte mit einem deutschen oder internationalen BA-Abschluss in Theologie, Sozialwissenschaften, Philosophie, Pflegewissenschaften und einer Reihe weiterer geistes- und sozialwissenschaftlicher Fächer. Zusatzvoraussetzung sind mindestens Grundkenntnisse in Ethik oder Sozialethik, Theologie oder Medizin. Wegen seiner intensiven Praxisverzahnung ist der Studiengang zulassungsbeschränkt. Weitere Informationen zu Bewerbungsvoraussetzungen und der Bewerbungsvorgang sind auf der Website des Masters zu finden. Die Bewerbung für das Wintersemester 2021/2022 ist bis 31. Juli möglich.

Weitere Informationen
Website des Studiengangs: https://www.uni-frankfurt.de/98350933/Master_SozialethikMaster-Portal der Goethe-Universität: https://www.uni-frankfurt.de/100702026/Sozialethik_im_Gesundheitswesen__Master_of_Arts


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Jun 8 2021
10:19

Start-up „WeProfit“ der Goethe-Universität erhält eine Investition von 272.000 Euro

Digitaler Marktplatz für B2B-Softwareentwicklung

Das Gründungszentrum der Universität Unibator hat bereits Starthilfe geleistet, jetzt kommen die drei Gründer ihrem Ziel einen weiteren Schritt näher: Ihr Start-up „WeProfit“ unterstützt Unternehmen auf der Suche nach Anbietern von Softwareentwicklung; dafür erhält es eine Anschubfinanzierung von 330.000 US-Dollar, also rund 272.000 Euro, bei einer Bewertung von 3,1 Millionen US-Dollar.

FRANKFURT. Wenn mittelständische und kleinere Unternehmen Arbeitsprozesse digitalisieren wollen, aber keine eigenen Softwareentwickler beschäftigen, beginnt mitunter ein mühsamer Suchprozess: Wie das passende Softwareunternehmen finden – bei dem die Chemie stimmt, das professionell, zuverlässig und nicht zuletzt auch finanzierbar ist?

Die drei Gründer – Wirtschaftswissenschaftler Sahak Artazyan, 31, Jurastudent Matteo Emmanuello, 22, und Physiker Arsen Abrahamyan, 24 – haben ein innovatives Geschäftsmodell geschaffen, das Unternehmern die Suche erleichtern soll: Auf ihrer globalen Plattform für Softwareentwicklung können sie Softwareanbietern aus aller Welt begegnen und mit ihnen ins Geschäft kommen. „Der digitale Marktplatz funktioniert wie eine Paarbörse für Unternehmen, die Softwareentwicklung suchen und anbieten“, erklärt Geschäftsführer Sahak Artazyan.

Der Vorteil für die suchenden Unternehmen: Das WeProfit-Team filtert Anbieter nach Qualität, Seriosität und Größe (nur Unternehmen, keine Freelancer) und steht, falls erwünscht, im Verhandlungsprozess beratend zur Seite. Auch das Zahlungsverfahren wird, nach erbrachter Leistung, über WeProfit abgewickelt. Anbieter können dagegen ihre Angebote ohne größere Marketing- und Vertriebsbudgets präsentieren und internationale Qualitätsstandards erwerben. Der Marktplatz steht zudem Einzelpersonen offen, die als Netzwerker Kontakte zwischen Suchern und Anbietern herstellen können.

Dass die Gründer in und um Frankfurt in mehreren Kulturen und Sprachen ausgewachsen sind, erweist sich als Vorteil: Sie sind mit der Softwareszene in mehreren Ländern vertraut, was die Auswahl erleichtert. Unterstützt werden sie in ihrem Konzept strategisch und finanziell zudem von den Unternehmern Clemens Bollinger (Infrastruktur-Pionier in der Luftfahrt), Vahe Andonians (Seriengründer & Dozent an der Frankfurt School of Finance) und Armen Kocharyan (Geschäftsführer der Softwareentwicklungsfirma VOLO) sowie den Vertretern des Finanzwesens Dr. Ara Abrahamyan (ehem. Vorstand der Erste Group Bank) und Jörg-Matthias Butzlaff (Leiter Unternehmenskommunikation, Bankhaus Metzler). Sie haben die Anschubfinanzierung von 330.00 US-Dollar geleistet.

WeProfit wurde im Dezember 2020 in das universitären Unibator-Startup Programm aufgenommen. Im Rahmen des Innovationsprogramms profitieren die Gründerinnen und Gründer unter anderem von Büroräumlichkeiten, individuellem Coaching, Zugang zu einem großen Mentorennetzwerk, exklusiven Workshops und Trainings, und der Unterstützung bei der Beantragung von Fördermitteln.

Der Unibator ist das Gründungszentrum der Goethe-Universität Frankfurt am Main, betrieben von Innovectis, der hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Goethe-Universität. Es bietet allen Studierenden, wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen und Alumni tatkräftige Unterstützung bei der Umsetzung ihres Gründungsvorhabens an und dient dabei als Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

Weitere Informationen
Sahak Artazyan
sahak@weprofit.global
https://weprofit.global


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Jun 8 2021
09:58

Vortrag von Prof. Dr. em. Jürgen Link über das Griechenland-Bild Hölderlins

Friedrich Hölderlin und die Neugriechen

FRANKFURT / BAD HOMBURG. In einer Zeit, die von revolutionärer Stimmung geprägt war, erschien Friedrich Hölderlins zweibändiger Briefroman Hyperion oder Der Eremit von Griechenland (1797 und 1799). Die zentralen Figuren des Romans, Hyperion, Diotima und Alabanda, situiert er in Neugriechenland ‒ und nicht, wie es damals üblich war, in Altgriechenland. Der Frage, warum Hölderlin genau dieses Bild wählte, geht der Literaturtheoretiker und Hölderlin-Forscher Prof. Dr. em. Jürgen Link in seinem Vortrag „Hyperion und Diotima, die Neugriechen“ nach.

Zum öffentlichen Vortrag mit anschließender Diskussion lädt das Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität

am Samstag, 12. Juni, um 18 Uhr
im Forschungskolleg Humanwissenschaften
(Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe)

herzlich ein. Kollegdirektor Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann begrüßt die Gäste, der Frankfurter Literaturwissenschaftler Prof. Achim Geisenhanslüke führt thematisch in den Abend ein.

Professor Dr. em. Jürgen Link hat Literaturwissenschaft an den Universitäten in Bochum (1980–1992), Paris-VIII St. Denis (1992–1993) und Dortmund (1993–2005) gelehrt. In seiner Forschung beschäftigt er sich intensiv mit neueren literaturtheoretischen Ansätzen, insbesondere mit der Diskursanalyse nach Michel Foucault. Seine Arbeiten über den Normalismus und die Publikation Versuch über den Normalismus. Wie Normalität produziert wird (1996) wurden breit rezipiert. Ein zweiter Schwerpunkt Links ist das Werk Friedrich Hölderlins, über das er zwei Monographien geschrieben hat: 1995 erschien im Westdeutschen Verlag Hölderlin-Rousseau: Inventive Rückkehr, in dem er die Bedeutung Rousseaus im Werk Hölderlins herausarbeitet. Zum 250. Geburtstag des Dichters hat Link die Studie Hölderlins Fluchtlinie Griechenland (Vandenhoeck & Ruprecht 2020) veröffentlicht, in der er Hölderlins Griechenland-Faszination neu deutet. 2008 erschien sein experimenteller Roman Bangemachen gilt nicht auf der Suche nach der Roten Ruhr-Armee. Eine Vorerinnerung im assoverlag.

Der Vortrag beschließt eine Hölderlin-Tagung am Forschungskolleg Humanwissenschaften, die Achim Geisenhanslüke leitet. Unter dem Titel „Hölderlins Homburger Arbeiten oder Die Revolution der poetischen Sprache“ befasst sich eine Gruppe von Hölderlin-Experten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz mit der These, dass sich Hölderlin in der Spätphase seines Schreibens zunehmend als politisch selbstbewusstes Individuum wahrnahm und die revolutionäre Stimmung der Zeit auch in seiner Poetik zum Ausdruck kam. –Tagung und Vortrag werden vom Magistrat der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe im Rahmen des langen Hölderlinjahres 2020 gefördert.

Teilnahme und Anmeldung:
Wegen der aktuell im Hochtaunuskreis geltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist die Teilnahme vor Ort nur nach vorheriger Anmeldung (anmeldung@forschungskolleg-humanwissenschaften.de) und mit dem Nachweis einer vollständigen Impfung oder eines tagesaktuellen negativen Corona-Schnelltests möglich. Weitere Hinweise zur Teilnahme und zur Anfahrt mit dem Auto finden sich auf der Webpage des Forschungskollegs Humanwissenschaften.

Der Vortrag wird live auf dem YouTube Kanal des Forschungskollegs Humanwissenschaften übertragen (https://www.youtube.com/channel/UCl-9Om2GC9-BZh2tMTjVCXQ)

Information
Iris Helene Koban
Geschäftsführung Forschungskolleg Humanwissenschaften
Telefon 06172 13977-10
Email: i.koban@forschungskolleghumanwissenschaften.de

Beate Sutterlüty
Wissenschaftskommunikation Forschungskolleg Humanwissenschaften
Telefon 06172 13977-15
Email: b.sutterluety@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de