​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​​​​ ​

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Pressestelle Goethe-Universität

Theodor-W.-Adorno Platz 1
60323 Frankfurt 
presse@uni-frankfurt.de

 

Jun 3 2024
12:21

Geologisches Thermometer kann vergangene Temperaturen am Ozean-Grund messen

Führten wärmere Meere zu Methan-Freisetzung? 

Unter dem Grund der Ozeane gibt es riesige Vorkommen aus so genanntem Methanhydrat. Die Verbindung ist instabil und kann unter bestimmten Bedingungen – etwa einer höheren Wassertemperatur – klimaschädliches Methan freisetzen. Mit einem neuartigen „Thermometer“ können Forschende der Goethe-Universität Frankfurt messen, wie hoch die Temperatur am Meeresboden vor Millionen von Jahren war. Dazu nutzen sie bestimmte Karbonat-Minerale, die von Mikroorganismen in Anwesenheit von Methan gebildet werden. Diese neue Methode könnte künftig eine Antwort auf die Frage ermöglichen, ob eine Erwärmung der Ozeane in der Vergangenheit zu einer verstärkten Methan-Freisetzung führte. 

FRANKFURT. Methan ist ein etwa 25-mal stärkeres Treibhausgas als Kohlendioxid (CO2). Bei niedrigen Temperaturen und hohem Druck verbindet es sich mit Wasser zu Methanhydrat, einem eisartigen Feststoff. Davon existieren unter dem Meeresgrund riesige Vorkommen. Mindestens 1.800 Gigatonnen Kohlenstoff sind in dieser Form gespeichert; manche Schätzungen gehen gar von mehr als 20.000 Gigatonnen aus. Zum Vergleich: Die Kohlenstoff-Menge, die die Menschheit seit Beginn der Industrialisierung aus fossilen Brennstoffen in Form von CO2 ausgestoßen hat, beläuft sich auf 475 Gigatonnen.

Methanhydrat ist fragil – erhöht sich die Temperatur, kann es sich zu Methan und Wasser zersetzen. An bestimmten Stellen, submarinen Methanquellen, kann dann Methangas aus dem Sediment entweichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befürchten daher, dass sich diese Ausgasungen durch den Klimawandel verstärken und dadurch den Treibhauseffekt weiter anheizen könnten. Wie groß diese Gefahr ist, lässt sich im Moment noch nicht sicher sagen. „Vielleicht kann uns aber ein Blick in die Vergangenheit eine Antwort liefern“, erklärt Prof. Jens Fiebig, dessen Arbeitsgruppe die Studie in Kooperation mit der Universität Hamburg und der Shanghai Ocean University durchgeführt hat. 

Denn auch früher schon kam es auf der Erde zu längeren Wärmeperioden. In welchem Ausmaß dabei die Methanhydrat-Vorkommen instabil wurden und welche Konsequenzen das für die Ausgasung hatte, ist jedoch noch nicht bekannt. „Grund dafür ist, dass sich die Temperatur am Ozeanboden vor Hunderttausenden oder Millionen von Jahren bislang nicht ausreichend genau messen ließ“, erklärt Prof. Jörn Peckmann von der Universität Hamburg. „Außerdem konnte diese Temperatur nicht direkt in Zusammenhang mit der Methan-Freisetzung gebracht werden.“ Fiebigs Arbeitsgruppe hat jedoch 2020 eine Methode entwickelt, die – wie die Studie jetzt zeigt – dazu geeignet sein könnte: das duale ,clumped-isotope' Thermometer. 

Mikroorganismen nutzten Methan als Energiequelle

Das Methan, das aus den Hydratvorkommen ausgast, wird größtenteils von Mikroorganismen umgesetzt. Sie leben in den Sedimenten am Meeresgrund oberhalb der Vorkommen. Das Methan dient ihnen als Energiequelle. Der enthaltene Kohlenstoff wird von ihnen dabei sukzessive zu festen Ablagerungen aus Karbonat mineralisiert. Die Karbonat-Minerale enthalten sowohl Kohlenstoff als auch Sauerstoff. Beide Elemente kommen in verschiedenen Varianten vor, die man als Isotope bezeichnet und die sich in ihrer Masse unterscheiden. 

„Das duale ,clumped-isotope' Thermometer misst, wie häufig schwere Kohlenstoff- und Sauerstoff-Isotope in Karbonaten nebeneinander gruppiert vorkommen“, erklärt Fiebigs Kollege Dr. Philip Staudigel, der die Studie geleitet hat. „Diese Art der Untersuchung der internen Anordnung schwerer Isotope erlaubt es uns, neben dem Einfluss der Temperatur auch zusätzliche, nicht-temperaturbedingte Effekte auf die Isotopenzusammensetzung zu identifizieren. Wir zeigen, dass solche zusätzlichen Effekte in den untersuchten Karbonaten von Bedeutung sind. Sie stellen eine Art ‚Fingerabdruck' der Mikroorganismen dar, der vom Ausmaß der Methanfreisetzung abhängig ist.“

Die Forschenden konnten die Temperatur, die bei der Entstehung der Karbonate herrschte, deutlich genauer bestimmen als bislang möglich, indem sie die nicht-temperaturbedingten Effekte bei der Berechnung berücksichtigten. „Die Information über das Ausmaß der Methanfreisetzung könnte im Zusammenspiel mit der genauen Temperaturbestimmung in Zukunft genutzt werden, um zu rekonstruieren, ob die Erwärmung der Ozeane zu einer verstärkten Ausgasung geführt hat“, meint Staudigel.

Publikation: Philip Staudigel, Dong Feng, Jörn Peckmann, Miguel Bernecker, Amelia Davies, Mattia Tagliavento, Jens Fiebig: Resolving and correcting for kinetic biases on methane seep paleotemperature using carbonate ∆47/∆48 analysis; Science Advances (2024) https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.adn0155

Bilder zum Downloadhttps://www.usgs.gov/media/images/methane-seeping

Bildtext: Am Meeresgrund oberhalb der Grenze, unter der Methanhydrat stabil ist (hier am Kontinentalrand bei Virginia, USA), tritt Methan in Form von Bläschen aus. Foto: NOAA Office of Ocean Exploration and Research

Hintergrund: 

Geowissenschaften: Exakte Klimadaten aus der Vergangenheit (2020)
https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/geowissenschaften-exakte-klimadaten-aus-der-vergangenheit/


Weitere Informationen
Dr. Philip Staudigel 
Institut für Geowissenschaften
Goethe Universität Frankfurt
Tel: +49 (0)69 798 40177
staudigel@em.uni-frankfurt.de 

Prof. Dr. Jens Fiebig
Institut für Geowissenschaften
Goethe Universität Frankfurt
Tel: +49 (0) 69 798 40182
Jens.Fiebig@em.uni-frankfurt.de 

Prof. Dr. Jörn Peckmann
Institut für Geologie
Universität Hamburg
Tel: +49 (0)40 42838-4996
joern.peckmann@uni-hamburg.de 

Twitter/X: @goetheuni @unihh @shou_1912


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 3 2024
10:42

Schmetterlingsblütler im Fokus von Ausstellung und Führungen im Wissenschaftsgarten der Goethe-Universität

„Von Bohne, Erdnuss und Mimose“ 

FRANKFURT. „Von Bohne Erdnuss und Mimose – Fabelhafte Fabaceae“ – unter diesem Titel finden im Rahmen der Woche der Botanischen Gärten 

vom 8. Juni an
im Wissenschaftsgarten der Goethe-Universität 
am Campus Riedberg (Altenhöferallee 1f)

eine Ausstellung und Führungen statt. Im Mittelpunkt steht die Welt der Schmetterlingsblütler, auch Leguminosen oder Hülsenfrüchtler genannt. Es handelt sich um eine der vielfältigsten und wichtigsten Pflanzenfamilien der Erde. Erbsen, Bohnen oder Linsen – für die meisten sind Hülsenfrüchtler einfach nur Gemüse. Im Wissenschaftsgarten kann man diese riesige Pflanzenfamilie besser kennenlernen, die nicht nur nützliche und leckere Arten hervorbringt, sondern auch atemberaubende Schönheiten. 

Die Ausstellung „Von Bohne, Erdnuss und Mimose – Fabelhafte Fabaceae“ beleuchtet auf 15 großformatigen Tafeln die verschiedenen Aspekte dieser einzigartigen Pflanzenfamilie. Mehr als 30 kleinere Tafeln sind einzelnen Arten gewidmet. Während eines Spaziergangs im Wissenschaftsgarten können Besucherinnen und Besucher quasi im Vorbeigehen Wissenswertes über medizinischen Nutzen, ökonomische Bedeutung und Spezialitäten der Pflanzen erfahren. Diese Ausstellung wird vom 8. Juni an für den Rest der Gartensaison zu sehen sein.

Außerdem werden zwei Sonderführungen angeboten: Am Mittwoch, 12. Juni, von 15 bis 16:30 Uhr spricht der Botaniker Prof. Georg Zizka über „Fabaceae - Schönheiten, Besonderheiten und ein bisschen Systematik“. Am Freitag, 14. Juni, von 16 bis 17:30 Uhr erläutern die Biologinnen Prof. Meike Piepenbring und Dr. Ilse Zündorf Näheres zum Thema „Von Bohne, Erdnuss und Mimose – Fabelhafte Fabaceae“.

Die Ausstellung und die Woche der Botanischen Gärten sind eine Initiative des Verbands Botanischer Gärten e.V. (www.verband-botanischer-gaerten.de). Bundesweit nehmen 29 botanische Gärten daran teil. 

Bilder zum Download unter: https://uni-frankfurt.de/154018266

Bildtexte:
(Bild 1) Die Gelbe Mimose (Acacia dealbata) am Mittelmeer. (Foto: Piepenbring)
(Bild 2) Bohnen und Linsen – Vielfalt der Samen von Schmetterlingsblütlern. (Foto: Piepenbring)
(Bild 3) Die Zaunwicke (Vicia sepium) vor der Haustür. (Foto: Piepenbring)

Information:
Prof. Dr. Meike Piepenbring
Telefon 069 798 42222
E-Mail piepenbring@bio.uni-frankfurt.de
https://www.uni-frankfurt.de/51245042/Willkommen

Kontakt
Verband Botanischer Gärten e.V., Geschäftsstelle
Felicitas Wöhrmann
Telefon 0160 7839038
E-Mail GF-VBG@verband-botanischer-gaerten.de
www.verband-botanischer-gaerten.de


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Mai 31 2024
11:13

Forschung zu Quantenmaterialien, Aggression bei psychischen Erkrankungen und neuartigen Krebswirkstoffen

Drei Sonderforschungsbereiche an der Goethe-Universität erhalten Fördergelder

Für weitere vier Jahre fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft den Sonderforschungsbereich/Transregio 288 der Goethe-Universität, in dem Quantenmaterialien mit ungewöhnlichen Eigenschaften erkundet werden. An zwei neuen SFB/Transregios ist die Goethe-Universität als Mitantragstellerin beteiligt. Hier geht es um die Neuropsychobiologie der Aggression und um die Verwendung des zellulären Ubiqitinsystems zur Entwicklung neuer Krebswirkstoffe. 

FRANKFURT. Prof. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität Frankfurt, hebt die Bedeutung der Sonderforschungsbereiche hervor: „Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität haben mit der erfolgreichen Beantragung der Sonderforschungsbereiche Großartiges geleistet und zukunftsweisende Forschungskonzepte vorgelegt. Ich gratuliere ihnen dazu herzlich im Namen des ganzen Präsidiums. In allen Sonderforschungsbereichen zeigt, sich, wie gut unsere Forschenden vernetzt sind, vor allem mit unseren Partnern im Verbund der Rhein-Main-Universitäten, RMU.“

Präsident Schleiff führt weiter aus: „Ich freue mich sehr, dass der Transregio ELASTO-Q-MAT seine erfolgreiche Forschung an den faszinierenden Quantenmaterialen fortsetzen kann. Dieses Projekt ist ein Anker unseres Forschungsprofilbereichs Raum-Zeit-Materie, während die beiden Transregios zur Aggressions- und zur Krebsforschung Ausdruck unserer Stärke im Profilbereich Molekulare und Translationale Medizin sind.“

Quantenmaterialien verändern bei sehr tiefen Temperaturen ihre Eigenschaften. Supraleiter, die zu den bekanntesten Quantenmaterialien gehören, verlieren bei hohen Minusgraden ihren elektrischen Widerstand und leiten so Strom verlustfrei. Der SFB/Transregio 288 „Elastisches Tuning und elastische Reaktion elektronischer Quantenphasen der Materie (ELASTO-Q-MAT)“ untersucht Quantenmaterialien, die ihre Eigenschaften verändern, wenn sie elastisch verformt werden. Im Zusammenspiel zwischen Theorie und Experiment gelang zum Beispiel die Züchtung eines Kristalls, der – bei einer Temperatur von minus 100 Grad Celsius – seinen Magnetismus verliert, wenn auf ihn Druck ausgeübt wird, und wieder magnetisch wird, sobald der Druck nachlässt. Ziel ist es, die Funktionsweise solcher Altermagneten und anderer Quantenmaterialien wie nematische Quantenflüssigkeiten oder elastokalorische Kühlflüssigkeiten zu verstehen und die Materialien herzustellen und zu untersuchen. Die DFG fördert den TRR 288 bis 2028 mit insgesamt rund 12,8 Millionen Euro.

SFB/Transregio 288: 
Koordination: Goethe-Universität Frankfurt
Weitere Antragstellerinnen: Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Karlsruher Institut für Technologie

Partner: Ruhr-Universität Bochum, Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe, Dresden, Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie, Hamburg

https://transregio288.org/
siehe auch: https://www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de/135970852.pdf


Mitantragstellerin ist die Goethe-Universität an folgenden beiden Sonderforschungsbereichen:

Aggression ist ein Symptom ganz unterschiedlicher psychischer Erkrankungen wie der Borderline-Persönlichkeitsstörung, Schizophrenie, ADHS oder bipolarer Störungen. Der SFB/Transregio 379 „Neuropsychobiologie der Aggression: Ein transdiagnostischer Ansatz bei psychischen Störungen“ will verstehen, wie bei solchen Erkrankungen Gene, molekulare Mechanismen, Hormone und Nervenschaltungen auf aggressives Verhalten einwirken. Ziel ist es, aggressives Verhalten zum Beispiel als Reaktion auf Bedrohung oder Frustration vorherzusagen und Biomoleküle zu identifizieren, die es beeinflussen. In einer Längsschnittstudie mit Erkrankten wird der Verbund zudem untersuchen, wie sich das Aggressionsverhalten im Verhältnis zur psychischen Erkrankung entwickelt, um kritische Perioden sowie Zeitfenster für die Aggressionsprävention zu identifizieren. Die DFG fördert den TRR 379 bis 2028 mit insgesamt rund 16 Millionen Euro.

SFB/Transregio 379: 
Koordination: RWTH Aachen
Weitere Antragstellerinnen: Goethe-Universität Frankfurt, Universität Heidelberg
Partner: Forschungszentrum Jülich, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Neben genetisch bedingte Konstruktionsmängeln von Proteinen kann Krebs durch Fehler verursacht werden, die erst nach der Fertigstellung der Proteine entstehen. Der SFB/Transregio 387: „Funktionalisierung des Ubiquitin-Systems gegen Krebs (UbiQancer)“ will ein zelluläres Proteinmanagementsystem als Basis für die Entwicklung von Therapien gegen Lungen- und Darmkrebs, Akute Myeloische Leukämie (AML) sowie die Blutkrebsformen B-Zell-Neoplasien nutzen, das in die Veränderung und den Abbau eines Großteils der zellulären Proteine involviert ist: das Ubiquitin-System. Der Verbund will Wirkstoffe entwickeln, die dieses System beeinflussen, sodass die Zelle fehlerhafte Proteine gezielt abbaut. Die DFG fördert den TRR 387 bis 2028 mit insgesamt rund 18 Millionen Euro.

SFB/Transregio 387: 
Koordination: Technische Universität München

Weitere Antragstellerinnen: Goethe-Universität Frankfurt, Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Partner: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Helmholtz Zentrum München, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Universitätsmedizin Mainz, Max-Planck-Institut für Biochemie, Martinsried

Sonderforschungsbereiche sind auf die Dauer von bis zu zwölf Jahren angelegte Forschungseinrichtungen der Hochschulen, in denen Wissenschaftler*innen im Rahmen eines fächerübergreifenden Forschungsprogramms zusammenarbeiten. Gefördert werden innovative, anspruchsvolle, aufwendiger und längerfristiger konzipierte Forschungsvorhaben, die der institutionellen Schwerpunkt- und Strukturbildung in den antragstellenden Hochschulen bilden. Während ein klassischer Sonderforschungsbereich (SFB) von einer Hochschule beantragt und getragen wird, werden SFB/Transregios von zwei oder drei Hochschulen gemeinsam beantragt und getragen. Mehr unter https://www.dfg.de/de/foerderung/foerdermoeglichkeiten/programme/koordinierte-programme/sfb

Weitere Informationen
Sprecherin SFB/TRR 288
Prof. Dr. Roser Valentí
Institut für Theoretische Physik
Goethe-Universität Frankfurt
Tel. +49 69 798 47816
valenti@itp.uni-frankfurt.de

SFB/Transregio 379 „Neuropsychobiologie der Aggression: Ein transdiagnostischer Ansatz bei psychischen Störungen“
https://www.rwth-aachen.de/

SFB/Transregio 387: „Funktionalisierung des Ubiquitin-Systems gegen Krebs (UbiQancer)
https://www.tum.de/ 


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Mai 29 2024
10:27

Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina gibt Aufnahme Müllers in die Sektion Mikrobiologie und Immunologie bekannt

Mikrobiologe Prof. Volker Müller von der Goethe-Universität ist neues Mitglied der Leopoldina

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat Prof. Volker Müller, Leiter der Abteilung Molekulare Mikrobiologie und Bioenergetik an der Goethe Universität, als neues Mitglied der Sektion Mikrobiologie und Immunologie aufgenommen. Die Leopoldina ist die älteste naturwissenschaftliche-medizinische Akademie der Welt, vertritt die deutsche Wissenschaft im Ausland und berät Politik und Öffentlichkeit. Neue Mitglieder werden aufgrund ihrer herausragenden wissenschaftlichen Leistungen nominiert und in einem mehrstufigen Verfahren in die Akademie gewählt. 

FRANKFURT. Prof. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität, gratulierte seitens des Präsidiums der Goethe-Universität Prof. Müller zu der Auszeichnung: „Volker Müller ist ein außergewöhnlicher Wissenschaftler und eine international anerkannte Koryphäe in der Mikrobiologie. Seine Arbeiten spannen einen großen Bogen von der Entstehung des Lebens, der Biochemie und Bioenergetik erster Stoffwechselwege auf der Erde, der Lebensweise dieser altertümlichen Organismen bis hin zu der Anwendung dieser Bakterien zur Lösung der großen Herausforderungen unserer Zeit, die Bekämpfung des Klimawandels, die Versorgung der Menschheit mit sauberer und nachhaltiger Energie und der Kampf gegen Infektionskrankheiten. So haben seine Arbeiten etwa zum Prototypen einer Wasserstoffbatterie geführt, die auf der diesjährigen Hannover-Messe ausgestellt wurde. Andere seiner Arbeiten haben jüngst Pathomechanismen von Krankenhauskeimen aufgezeigt, die von hoher medizinischer Relevanz sind. Die Wahl in die Leopoldina ist daher eine hoch verdiente Auszeichnung.“

Die bereits 1652 als Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina gegründete Vereinigung wurde 2008 zur Nationalen Akademie der Wissenschaften Deutschlands ernannt. Ihr gehören 1600 herausragende Forscherinnen und Forscher aus der ganzen Welt an, die wichtige gesellschaftliche Zukunftsthemen wissenschaftlich bearbeiten. „Ich freue mich außerordentlich über die Würdigung meiner wissenschaftlichen Arbeiten und auf meine neuen Aufgaben in der Akademie“, sagt Müller, der bereits im vergangenen Jahr in die renommierte Amerikanische Akademie der Mikrobiologie aufgenommen wurde. 

Müller hat über 300 Veröffentlichungen und ist ein weltweit führender Experte auf dem Gebiet der Kohlendioxid-Fixierung durch Bakterien und Archaeen, die dafür Wasserstoff als Energiequelle nutzen. Die Organismen leben fern vom Sauerstoff in Sedimenten etwa von Seen oder Meeren und kommen auch im menschlichen Darm vor. Über einen als Wood-Ljungdahl-Weg bekannten Prozess binden sie molekularen Wasserstoff (H2) an Kohlendioxid (CO2) und gewinnen dabei Energie. „Da dies der einzige von insgesamt sieben Stoffwechselwegen zur CO2-Fixierung ist, bei dem Energie gewonnen wird, wird dieser Weg als der erste Stoffwechselweg auf der Erde angesehen“, sagt Müller.

Wie die zelluläre Energie in diesem fundamentalen Stoffwechsel erzeugt wird, hat Müllers Arbeitsgruppe in den letzten Jahren aufgeklärt. Dabei entdeckten die Forscherinnen und Forscher neue Atmungsenzyme, ATP-Synthasen und Kopplungsmechanismen und konnten die enzymatischen Mechanismen bis ins atomare Detail auflösen. „Diese Mikroben sind eine wahre Schatzkammer für Biochemiker, und es gibt noch mehr Schätze zu entdecken und zu heben“, freut sich Müller. 

Die Erkenntnisse aus dieser Grundlagenforschung nutzte er in Forschungsprojekten zu „carbon capture and storage“ sowie „carbon capture and utilization“. So hat seine Gruppe den Stoffwechsel der Bakterien so umprogrammiert, dass sie aus CO2 die wertvollen Basischemikalien Laktat, Ethanol, Butyrat oder auch Aceton produzieren, was zu einer CO2-neutralen, nachhaltigen Biotechnologie beitragen kann. 

Auch für das gegenwärtig hochaktuelle Problem der Speicherung des Energieträgers Wasserstoff hat Müller eine biologische Alternative erarbeitet. „Wir haben den Stoffwechsel der Bakterien so verändert, dass sie Wasserstoff an CO2 binden und den flüssigen, organischen Wasserstoffträger Ameisensäure ausscheiden. Dieser Prozess ist reversibel und der Wasserstoff kann aus der Ameisensäure rückgewonnen werden“. Basierend auf diesen Arbeiten hat das Forschungsteam eine Biobatterie zur Wasserstoffspeicherung entwickelt, die es zusammen mit der Firma Festo auf der Hannover-Messe 2024 einem großen Publikum vorstellte. 

In einem anderen Forschungsfeld befasst sich Müller mit dem gefährlichen human-pathogenen Bakterium Acinetobacter baumannii, wozu er eine deutschlandweite DFG-Forschungsgruppe leitete. Müllers eigene Arbeitsgruppe konnte dabei aufklären, dass der Erreger bei Stress in einen Tiefschlaf fällt, in dem es für Jahre ausharren kann. Wenn die Bedingungen wieder günstiger werden, kann es aufwachen und wieder gefährlich werden. Dadurch sind die bekannten, immer wieder aufflammenden Infektionen in einem Patienten oder im Krankenhaus zu erklären. 

Müllers Arbeiten wurden bereits mehrfach ausgezeichnet, zum Beispiel kürzlich durch einen ERC Advanced Grant und ein Reinhart-Koselleck Projekt der DFG.

Hintergrund: 

Hannover-Messe: Wasserstoffbatterie mit Knowhow der Goethe-Universität (2024)
https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/hannover-messe-wasserstoffbatterie-mit-knowhow-der-goethe-universitaet/

Wie Bakterien Energie durch CO2-Fixierung gewinnen (2022)
https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/1-million-fuer-bakterienforschung-an-der-goethe-universitaet-wie-bakterien-energie-durch-co2-fixierung-gewinnen/

Forscher der Goethe-Universität entwickeln neue Biobatterie zur Speicherung von Wasserstoff (2022)
https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/forscher-der-goethe-uni-entwickeln-neue-biobatterie-zur-speicherung-von-wasserstoff/

Forschungsteam der Goethe-Universität entdeckt Achillesferse von gefährlichem Krankenhauskeim (2022)
https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/forschungsteam-der-goethe-universitaet-entdeckt-achillesferse-von-gefaehrlichem-krankenhauskeim/

Bilder zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/153911384

Bildtext: Prof. Dr. Volker Müller, Goethe-Universität Frankfurt. Foto: Uwe Dettmar für Goethe-Universität

Weitere Informationen
Prof. Dr. Volker Müller
Molekulare Mikrobiologie und Bioenergetik
Institute für Molekulare Biowissenschaften
Goethe Universität Frankfurt
Tel: +49 (0)69 798-29507
vmueller@bio.uni-frankfurt.de 
http://www.www.mikrobiologie-frankfurt.de 
http://acinetobacter.de 

Twitter/X: @goetheuni @Leopoldina


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Mai 29 2024
09:48

Website mit „Climate Change Viewer“ und 360-Grad-Tour durch Uni-Schulgarten – Citizen Science Projekt zur Bienenvielfalt – Unterstützt durch die BNP Paribas Stiftung Deutschland

Neue Schülerlabore zu Biodiversität und Klimawandel an der Goethe-Universität

Die Goethe-Universität bietet zwei neue Schülerlabore zu den Themen Gewässerökologie und Klimawandel in der Stadt an. Die jeweils eintägigen Lehrveranstaltungen können von Schulklassen nach Terminabsprache gebucht werden und richten sich an Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 10. Außerdem können Schulklassen am Citizen-Science-Projekt „BeeNesting“ teilnehmen, um ihre Schulgärten bienenfreundlich zu gestalten und die Artenvielfalt zu beobachten. Die Schülerlabore und das Bienenprojekt sind unter dem Dach „BiodivLab-Frankfurt“ zusammengefasst und werden durch die BNP Paribas Stiftung Deutschland gefördert.

FRANKFURT. Wie jeder und jede Einzelne einen Beitrag dazu leisten kann, die Artenvielfalt zu erhöhen und dem Klimawandel entgegenzuwirken, vermittelt der Arbeitskreis Didaktik der Biowissenschaften und Zootierbiologie von Prof. Paul Dierkes an der Goethe-Universität. Denn neben der Verhaltensforschung, Mikrobiomanalyse, Bioakustik und Umweltpsychologie werden unter Dierkes' Leitung unter anderem angehende Lehrkräfte ausgebildet.

Der Arbeitskreis Didaktik der Biowissenschaften und Zootierbiologie setzt zwei neue, jeweils eintägige Schülerlabore zu Nachhaltigkeitsthemen an, in denen die Schüler*innen Einblicke in die wissenschaftlichen Aspekte des Arten- und Umweltschutzes gewinnen und anwendbares ökologisch-nachhaltiges Handeln erlernen können. Die Teilnahme ist für die Schulklassen kostenfrei, die Termine können individuell vereinbart werden.

Das Schülerlabor „Gewässerökologie“ ist bereits gestartet und hat die ersten Schulklassen der Jahrgangsstufen 7 bis 10 begrüßen können. Die Schüler*innen lernen hier heimische Gewässertypen kennen, messen Wasserwerte und bestimmen verschiedene Tier- und Pflanzenarten.

Das Schülerlabor „Klimawandel in der Stadt“ beginnt ab Oktober und richtet sich an Schulklassen der Jahrgangsstufen 5 bis 7. Die Schüler*innen untersuchen dabei die Auswirkungen des Klimawandels auf das Stadtklima und diskutieren praxisnahe Lösungen zur Anpassung. 

Das „BeeNestingProject“ ist ein sogenanntes Citizen Science Projekt, ein Projekt also, bei dem Bürger*innen und Wissenschaftler*innen zusammenarbeiten: Hier können Schüler*innen die vielerorts vorhandenen Schulgärten durch Nisthilfen und Blühpflanzen so gestalten, dass ein für Wildbienen gut geeigneter Lebensraum geschaffen wird. Um den Erfolg dieses Projekts zu messen, könnten die Schüler*innen die Wildbienenarten bestimmen und dies online an das Forschungsprojekt vom Arbeitskreis Didaktik der Biowissenschaften und Zootierbiologie melden.

Alle Projekte sind im BiodivLab Frankfurt zusammengefasst, das von der BNP Paribas Stiftung Deutschland gefördert wurde. Die Stiftung unterstützt soziale Initiativen, die durch Bildung und Kultur die Chancen von Kindern und jungen Menschen verbessern. Auf der Website https://biodivlab-frankfurt.de kann zudem virtuell in einer von studiumdigitale mitgestaltete 360-Grad-Tour der Schulgarten des Arbeitskreises Didaktik der Biowissenschaften und Zootierbiologie und der Waldbienenlehrpfad besucht werden. Außerdem veranschaulicht die Website mit dem ClimateChangeViewer die Auswirkungen des Klimawandels auf die Tier- und Pflanzenwelt. 

Für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte hält die Goethe-Universität ein großes Angebot verschiedener Aktivitäten vor: https://www.uni-frankfurt.de/94680812/Die_Uni_kennenlernen 

Weitere Informationen

Schülerlabore Gewässerökologie und Klimawandel:
Website https://biodivlab-frankfurt.de
Anmeldung für Schülerlabore: didaktik@bio.uni-frankfurt.de

Projekt BiodivLab Frankfurt
Prof. Dr. Paul Dierkes
Didaktik der Biowissenschaften und 
Opel-Zoo-Stiftungsprofessur Zootierbiologie
Goethe-Universität Frankfurt
Tel. +49 (0)69 798-42273
dierkes@bio.uni-frankfurt.de
https://www.bio.uni-frankfurt.de/43969445/Abt__Dierkes


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Mai 28 2024
15:27

Umweltminister Ingmar Jung zeichnet ZOWIAC auf dem Landesjägertag in Fulda aus

Hessischer Wildtierpreis geht an Projekt von Goethe-Universität, Senckenberg Gesellschaft und NABU

Für herausragende Leistungen im Bereich des Wildtierschutzes wurde das Teilprojekt „Jagd, Naturschutz und Wissenschaft – Hand in Hand für den Erhalt einer artenreichen Herpetofauna“ des Forschungsgroßprojektes ZOWIAC mit dem Hessischen Wildtierpreis geehrt. Umweltminister Ingmar Jung überreichte die Auszeichnung am Samstag (25. Mai) auf dem Landesjägertag in Fulda an den ZOWIAC-Leiter Prof. Dr. Sven Klimpel, Goethe-Universität und Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung sowie an Timo Spaniol vom NABU Mainz-Kinzig-Kreis. Das Projekt ZOWIAC untersucht die Auswirkungen gebietsfremder Arten wie Waschbär oder Marderhund auf die heimischen Ökosysteme.

FRANKFURT/FULDA. Der Waschbär sieht possierlich aus, richtet jedoch als gebietsfremde, invasive Art in Deutschland große Ökosystemschäden an, weil er zum Beispiel Reptilien und Amphibien in ihrem Bestand gefährden kann. Waschbären dringen zudem in Siedlungen ein, in denen sie anthropogene Ressourcen nutzen und sehr hohe Populationen erreichen können. Aufgrund der Nähe zum Menschen besteht daher auch ein potentiell erhöhtes Risiko der Übertragung von zoonotischen Krankheitserregern. 

Als Würdigung der herausragenden Leistungen des Projekts ZOWIAC, das die Auswirkungen invasiver Raubsäugetiere wie Waschbär, Marderhund und Mink auf heimische Ökosysteme und ihr Potenzial als Zoonose-Überträger untersucht, hat Ingmar Jung, Hessischer Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat, jetzt auf dem Landesjägertag in Fulda das Teilprojekt „Jagd, Naturschutz und Wissenschaft – Hand in Hand für den Erhalt einer artenreichen Herpetofauna“ mit dem Hessischen Wildtierpreis ausgezeichnet. ZOWIAC-Leiter Prof. Dr. Sven Klimpel und Timo Spaniol vom NABU nahmen den Preis entgegen. Der Hessische Wildtierpreis wird an hessische Bürgerinnen und Bürger oder Organisationen vergeben, die sich in besonderem Maße um den Schutz wildlebender Tiere und deren Lebensräume in Hessen verdient gemacht haben.

Staatsminister Jung und der Präsident des Landesjagdverbandes Hessen, Prof. Dr. Jürgen Ellenberger, lobten das außergewöhnliche Engagement der ZOWIAC-Partner für den Artenschutz und hoben ZOWIAC als herausragendes Beispiel für Netzwerkarbeit hervor, in dem das Zusammenwirken von Naturschutz- und Landesbehörden, Ministerien, Landwirtschaft, Jagdvereinen und Bürgerwissenschaften besonders gut gelänge. Durch die begleitende Öffentlichkeitsarbeit gebe das Projekt zudem wertvolle Impulse, um weitere Akteure zur Beteiligung zu motivieren.

Das Projekt ZOWIAC „Zoonotische und wildtierökologische Auswirkungen invasiver Carnivoren“ widmet sich der Erforschung von Invasionsprozessen gebietsfremder Säugetierarten, deren Interaktionsdynamiken in heimischen Ökosystemen sowie den potenziellen gesundheitlichen Risiken. Dabei berücksichtigt ZOWIAC die Komplexität realer Ökosysteme, Landschaften und urbaner Räume sowie verschiedene räumliche, zeitliche und gesellschaftspolitische Ebenen, um ein effektives Management invasiver und einwandernder Karnivoren auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene zu ermöglichen. Dabei verfolgt ZOWIAC einen integrierten Forschungsansatz und nutzt die hessische Kompetenz in der Ökologie- und Biodiversitätsforschung, Parasitologie, Infektionsbiologie und Wildtierbiologie. Da der zukünftige Erfolg bei der Eindämmung negativer Einflüsse invasiver Arten maßgeblich vom Verständnis und der Beteiligung der Öffentlichkeit abhängt, identifiziert und integriert das Projekt durch eine sozioökologische Analyse alle relevanten Gruppen und Akteure sowie deren Risikoverständnis und -wahrnehmung. Zur Kartierung invasiver Arten bezieht ZOWIAC die Öffentlichkeit in Form von Citizen Science Projekten ein. 
https://zowiac.eu/

Bilder zum Download: 
https://www.uni-frankfurt.de/153894063

Bildtext: Prof. Dr. Jürgen Ellenberger, Präsident des Landesjagdverbands; Prof. Dr. Sven Klimpel, Goethe-Universität und Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung; Timo Spaniol, NABU Main-Kinzig-Kreis; Ingmar Jung, Hessischer Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (v.l.). Foto: Markus Stifter, Landesjagdverband Hessen

Hintergrund: 
Maskierte Räuber: Waschbären sind eine Gefahr für heimische Amphibien und Reptilien (2024): https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/maskierte-raeuber-waschbaeren-sind-eine-gefahr-fuer-heimische-amphibien-und-reptilien

Der Marderhund in Europa: Seine Parasiten könnten auch dem Menschen gefährlich werden (2023): https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/marderhunde-in-europa-seine-parasiten-koennten-auch-dem-menschen-gefaehrlich-werden/

Bürger machen Wissenschaft: App zur Kartierung von Waschbär, Marderhund und Mink (2022): https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/buerger-machen-wissenschaft-app-zur-kartierung-von-waschbaer-marderhund-und-mink/

Weitere Informationen
Prof. Dr. Sven Klimpel
Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Goethe-Universität Frankfurt
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
LOEWE-Zentrum für Translationale Biodiversitätsgenomik

Tel. +49 (0)69 798-42249
Klimpel@bio.uni-frankfurt.de
https://www.bio.uni-frankfurt.de/43925886/Abt__Klimpel

Twitter/X: @goetheuni @ljvhessen_de @UmweltHessen @Senckenberg @NABUHessen


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Mai 28 2024
15:17

Vortrag und Podiumsdiskussion im Seminar „Umweltgeschichte Japans“ der Japanologie Frankfurt/Ersatz für den ausgefallenen Termin Anfang Mai.

NEUER TERMIN: Klimaaktivistin Luisa Neubauer spricht am 6. Juni an der Goethe-Universität

FRANKFURT. Von allen Kontinenten erwärmt sich Europa als Folge des Klimawandels am schnellsten. Die Folgen werden immer spürbarer, vor allem Hitzewellen und Trockenheit nehmen rapide zu. Gleichzeitig blühen Fehlinformationen und Desinformationen über das Klima – und gefährden die öffentliche und politische Unterstützung von Maßnahmen. Ähnlich sieht die Situation in Japan aus. 

Im Rahmen des Seminars „Umweltgeschichte Japans“ der Japanologie Frankfurt spricht die Geografin, Klimaaktivistin und Publizistin 

Luisa Neubauer
zum Thema
„Europa zwischen Klimakrise und Klimaleugnung“ 
(Vortrag und Podiumsdiskussion)

am 6. Juni 2024, 18:30 Uhr
SKW-Gebäude, Hörsaal A & B (Erdgeschoss)
Rostocker Straße 2
Goethe-Universität Frankfurt.

Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten unter https://terminplaner6.dfn.de/p/9ae8c5bdc66c2e63bd84ca41794e95f4-731068 

Weitere Informationen: https://tinygu.de/UBjgn


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Mai 28 2024
12:39

Anka Kröhnke spricht im Museum Giersch der Goethe-Universität über ihre Großmutter Oda Hardt-Rösler und Mutter Louise Rösler.

Eine außergewöhnliche Künstler*innenfamilie über drei Generationen

FRANKFURT. Oda Hardt-Rösler (1880–1965), Louise Rösler (1907–1993) und Anka Kröhnke (*1940) repräsentieren als Großmutter, Mutter und Tochter eine inspirierende Abfolge von Lebensgeschichten und künstlerischen Werken, die über die letzten 100 Jahre hinweg beeindrucken. Oda Hardt und ihre Tochter Louise Rösler waren zudem mit Männern verheiratet, deren künstlerisches Talent bemerkenswert war. Diese außergewöhnliche Künstler*innenfamilie, die in drei aufeinander folgenden Generationen ähnliche starke Begabungen zeigte, stellt Anka Kröhnke in ihrem Vortrag am Donnerstag, 6. Juni 2024, um 19 Uhr im MGGU – Museum Giersch der Goethe-Universität vor. Der Eintritt ist frei, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Der Vortrag beleuchtet die entscheidenden Momente im Leben der Künstler*innenfamilie Rösler-Kröhnke und zeigt auf, wie die beiden Weltkriege, der Nationalsozialismus und die Nachkriegszeit ihr Leben und Werk geprägt haben. Dies ist eine einzigartige Gelegenheit, fünf faszinierende Künstler*innenpersönlichkeiten zu entdecken – drei Frauen und zwei Männer –, deren Werke vielen noch unbekannt sind. Jede*r einzelne Künstler*in hat im Kontext ihrer bzw. seiner Zeit eine völlig eigene Bildsprache entwickelt. Von der herausragenden Rolle von Waldemar Rösler in der Berliner Secession bis hin zum künstlerischen Engagement von Louise Rösler unter den Widrigkeiten des 20. Jahrhunderts, bietet die Familiengeschichte tiefe Einblicke in das Leben und Werk. 

Anka Kröhnke, Tochter von Louise Rösler, hat sich seit über 20 Jahren mit Holz und Fundmaterialien auseinandergesetzt. Im Jahr 2023 wurde sie für ihre herausragenden künstlerischen Leistungen und ihr Engagement für die Bewahrung des künstlerischen Erbes der Familie Rösler-Kröhnke mit dem Kulturpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet. Seit 2004 leitet sie das Museum Atelierhaus Rösler-Kröhnke in Kühlungsborn, das regelmäßig Wechselausstellungen mit Werken aus dem Familienbesitz präsentiert.

Der Vortrag findet im Rahmen einer umfassenden Retrospektive der Künstlerin Louise Rösler mit über 120 Leihgaben im MGGU statt. Zum ersten Mal werden im Raum Frankfurt ihre bedeutenden Werke präsentiert, die zu den interessanten Positionen der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts zählen. Die Ausstellung bietet einen umfassenden Einblick in Röslers vielfältiges Schaffen, darunter Gemälde, Collagen, Farb- und Filzstiftarbeiten, Aquarelle, Gouachen, Pastelle und Druckgrafiken. 

Bilder und weitere Texte zur Ausstellung zum Download unter: https://www.mggu.de/presse/

Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main
Eintritt: Erwachsene 7,- € / Ermäßigt 5,- €. Personen unter 18 Jahren haben freien Eintritt. 

Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr, Sa, So 10–18 Uhr, Do 10–20 Uhr 
An Feiertagen 10–18 Uhr geöffnet

Informationen: Christine Karmann, Kommunikation und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/138210121, E-Mail: presse@mggu.de

Adresse: Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de  

 

Mai 27 2024
11:22

Rom, Brüssel, Frankfurt: Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität bieten erstmals einen internationalen Bachelor an drei Universitäten an

Leben und lernen in drei Ländern

Mit einem gemeinsamen Masterprogramm haben die Solvay Brussels School Economics & Management, die Luiss-Universität in Rom und die Goethe-Universität in Frankfurt bereits Erfahrung: Nun starten sie im Wintersemester 2024/25 einen gemeinsamen europäischen Triple-Bachelor in Economics and Business (EUTribe). Das Bewerbungsverfahren für den ersten Triple-Bachelor an der Goethe-Universität beginnt im Wintersemester 2024/25.

FRANKFURT. Studieren an drei Orten und den Abschluss der drei beteiligten Universitäten erhalten: Das bieten die Solvay Brussels School of Economics & Management, die Luiss University in Rom und der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt in einem neuen Bachelorstudiengang ab dem Wintersemester 2024/25. Er ist zugleich der erste Bachelorstudiengang mit drei Abschlüssen an der Goethe-Universität.

Der European Triple Bachelor in Economics and Business (EUTribe) ist auf drei Jahre angelegt: Jeweils ein Jahr verbringen die Teilnehmer*innen in Frankfurt, Brüssel und Rom und machen sich mit verschiedenen Universitätskulturen, Lehr- und Lernmethoden in den europäischen Ländern vertraut. Das Programm startet zunächst mit 10 Studierenden pro Standort.

Interessenten am Triple-Studium bewerben sich zunächst regulär für ein Studium der Wirtschaftswissenschaften im Wintersemester 2024/25 an der Goethe-Universität. Bis zum 1. Februar 2025 können die Erstsemesterstudierenden dann im Fachbereich einen Antrag stellen, ihr Studium als Triple-Bachelor fortzusetzen.

Voraussetzung für die Aufnahme in das internationale Wirtschaftsstudium sind neben sehr guten schulischen Leistungen Englischkenntnisse auf B2-Niveau. Das Studium in Brüssel und Rom kann vollständig in englischer Sprache absolviert werden, wobei es gute Möglichkeiten gibt, Italienisch oder Französisch zu lernen. Das Programm wird mit Stipendien im Rahmen von ERASMUS+ gefördert.

Die drei Universitäten arbeiten bereits seit der Gründung des gemeinsamen Programms QTEM (Quantitative Techniques for Economics & Management Masters Network) im Jahr 2012 eng zusammen: Sie tauschen Studierende im Rahmen eines quantitativ ausgerichteten Masterprogramms untereinander und in einem weltweiten Netzwerk von 20 weiteren Universitäten aus. Der Erfolg dieser Zusammenarbeit hat nun zur Initiative geführt, auch auf Bachelor-Ebene eine internationale Ausbildung anzubieten.

„Das EUTribe ist eine einzigartige Bildungserfahrung für Studierende, die sich für Wirtschaftswissenschaften interessieren: Sie studieren in einem kulturell vielfältigen Umfeld, leben und lernen in drei Ländern, lernen verschiedene institutionelle Rahmenbedingungen kennen und werden an drei erstklassigen europäischen Universitäten ausgebildet“, sagt Andrea Prencipe, Rektor der Luiss-Universität.

„Unsere internationalen Studierenden haben nicht nur direkten Zugang zu den jeweiligen Arbeitsmärkten in Italien, Belgien und Deutschland. Ihr erfolgreicher Abschluss des Programms eröffnet ihnen auch große Chancen auf anderen Arbeitsfeldern“, ergänzt Christian Schlag, Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität.

„Unser Plan ist es auch, den Teilnehmern im Kursangebot die inhaltlichen Spezialisierungen der einzelnen Partner zugänglich zu machen, das sie sich ihren Interessen entsprechend gestalten können“, ergänzt Bruno Van Pottelsberghe, Dekan der Solvay Brussels School of Economics & Management.

Weitere Informationen
Lars O. Pilz
Dekansbeauftragter für Studienangelegenheiten
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften| 
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Tel. +49 (069) 798-34608 
lpilz@wiwi.uni-frankfurt.de|www.wiwi.uni-frankfurt.de

Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Mai 24 2024
10:06

Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung finanziert Professur für „Digitale Medizin und Klinische Datenwissenschaften“ – Prof. Janne Vehreschild erhält Ruf und wird gleichzeitig Gründungsdirektor

Goethe-Universität gründet Institut für Digitale Medizin 

Um die Forschung für neue Entwicklungen im Gesundheitswesen voranzutreiben, hat die Goethe-Universität jetzt das „Institut für Digitale Medizin und Klinische Datenwissenschaften“ gegründet und Prof. Janne Vehreschild auf die Professur „Digitale Medizin und Klinische Datenwissenschaften“ berufen. Er wird zugleich Gründungsdirektor des Instituts. Die Professur wird als Stiftungsprofessur von der Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung in den kommenden fünf Jahren mit rund 1,2 Millionen Euro finanziert.

FRANKFURT. In seinem Jahresgutachten 2021 forderte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen – den Vorsitz hatte der Allgemeinmediziner Prof. Ferdinand Gerlach von der Goethe-Universität – erneut, in Deutschland die Möglichkeiten der Digitalisierung zur Verbesserung von medizinischer Forschung und Krankenversorgung besser zu nutzen. In der bundesweiten Medizininformatik-Initiative wurden bereits große Fortschritte in den Bereichen des Datenaustauschs und der Zweitnutzung klinischer Daten gemacht. Bis Mitte 2025 soll die elektronische Patientenakte von den Krankenkassen für jeden Versicherten automatisch angelegt werden, sodass diese mit wissenschaftlichen Daten verknüpft werden kann. Auch Telemedizin sowie Anwendungen aus der „Mobilen Gesundheit“ werden immer häufiger angeboten.

Um die Forschung für neue Entwicklungen im Gesundheitswesen voranzutreiben und so die Versorgung von Patient*innen zu optimieren und Gesundheitsdaten für die biomedizinische Forschung nutzbar zu machen, gründet die Goethe-Universität das „Institut für Digitale Medizin und Klinische Datenwissenschaften“, als dessen Gründungsdirektor der Hämatologe, Onkologe, Internist und Datenspezialist Prof. Janne Vehreschild auf eine gleichnamige Professur berufen wurde. Sie wird als Stiftungsprofessur von der Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung für fünf Jahre mit insgesamt rund 1,2 Millionen Euro ausgestattet. 

Prof. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität, hebt die Bedeutung des neuen Instituts hervor: „Mit Prof. Janne Vehreschild haben wir einen ausgezeichneten und in einschlägigen nationalen wie internationalen Forschungsverbünden vernetzten Experten für diese Professur gewinnen können. Als Gründungsdirektor des Instituts wird er zentrale Impulse für die weitere Vernetzung unserer Bio- und Medizininformatikprofessuren mit unserem neuen Center for Critical Computational Studies – C3S – sowie mit den Einrichtungen des Universitätsklinikums vorantreiben. So werden wir einen zentralen Beitrag zur Forschung mit Gesundheitsdaten und digitalen Informations- und Behandlungssystemen leisten. Dass uns dies möglich ist, verdanken wir der Finanzierung der Stiftungsprofessur durch die Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung, der ich einmal mehr für ihr großartiges Engagement an der Goethe-Universität herzlich danke.“

Prof. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikum Frankfurt, ist überzeugt: „Datenwissenschaften und Digitalisierung gehören zu den Kernelementen der strategischen Weiterentwicklung der Universitätsmedizin Frankfurt. Dafür haben wir bereits 2021 das University Center for Digital Health Care (UCDHC) etabliert, in dem die Themen Digitalstrategie, Digitalisierungsprojekte und Nachwuchsförderung gemeinsam vorangetrieben werden. Dieses bilden unser IT-Dezernat unter der Leitung von Jens Schulze, die Stabsstelle Medizinische Informationssysteme und Digitalisierung unter der Leitung des CMIO Dr. Michael von Wagner und das Institut für Medizininformatik unter der Leitung von Prof. Dr. Holger Storf. Wir freuen uns, dass Prof. Janne Vehreschild dieses wichtige Zukunftsfeld innerhalb der Universitätsmedizin Frankfurt verstärken und in Zusammenarbeit mit der Trägerstruktur UCDHC die datenbasierte Medizin voranbringen will.“

Dr. Jürgen Staiger, Stiftungsvorstand der Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung, hebt hervor: „In der Coronakrise wurde auch für die breite Öffentlichkeit sichtbar, wie wichtig Gesundheitsdaten – etwa Infektionszahlen und Impfquote – oder digitale Werkzeuge wie die Corona-App für das Management dieser Krise waren. Wir sind stolz, dass wir mit der Dr. Rolf M. Schwiete Stiftungsprofessur für Digitale Medizin und Klinische Datenwissenschaften einen wichtigen Beitrag für die Medizin und das Gesundheitssystem von morgen leisten können.“

Janne Vehreschild, Jahrgang 1978, studierte in Bonn Humanmedizin und arbeitete parallel freiberuflich als Datenbank- und Softwareentwickler bei IT-Unternehmen. Er promovierte 2008 an der RWTH Aachen. Vor seinem Wechsel als Oberarzt an die Medizinische Klinik 2 des Zentrums für Innere Medizin am Universitätsklinikum Frankfurt arbeitete er von 2005 bis 2019 zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter und dann als Oberarzt für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie mit Zusatzbezeichnung Infektiologie an der Klinik I für Innere Medizin der Uniklinik Köln. 2013 gründete Vehreschild in Köln die Arbeitsgruppe „Kohorten in der Infektionsforschung“, die vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) als unabhängige Nachwuchsgruppe gefördert wurde. Auf dieser Basis wurde er 2017 wurde er zum Professor für Translational Cohorts in HIV Research der Universität zu Köln ernannt. 

Bilder zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/153227958

Bildtext: Prof. Dr. Janne Vehreschild, Goethe-Universität Frankfurt. Foto: Uwe Dettmar

Weitere Informationen
Prof. Dr. Janne Vehreschild
Gründungsdirektor des  Instituts für Digitale Medizin und Klinische Datenwissenschaften
Goethe-Universität Frankfurt sowie Arbeitsgruppenleiter am Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Tel: +49 (0) 151-17192218
j.vehreschild@med.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Mai 23 2024
16:34

Präsidium appelliert an Debattenkultur auf dem Campus zum Nahostkonflikt

Goethe-Universität bekräftigt nach Demonstration zum Protestcamp Notwendigkeit des offenen Diskurses 

Nach der heutigen Kundgebung unter dem Titel „Gegen jeden Antisemitismus“ ist die Leitung der Goethe-Universität Frankfurt erleichtert, dass Konflikte mit dem nahen Protestcamp einer sich als „Palästinasolidarische Studierende“ bezeichnenden Gruppe auf dem Campus Westend nicht eskaliert sind. Das Präsidium respektiert, dass unterschiedliche Positionen zum Nahostkonflikt zur Sprache kommen, und dankt insbesondere dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) für seine klare Positionierung gegen Antisemitismus und gegen Bedrohungen auf dem Campus.   

FRANKFURT. Die Goethe-Universität steht für einen offenen, demokratischen Diskurs, der sowohl in wissenschaftsgeleiteten Veranstaltungen der Universität, ihrer Fachbereiche und ihrer Gruppen seinen Platz hat, als selbstverständlich auch in Form von politischen Versammlungen auf dem Campus. „Bei nicht universitären Veranstaltungen wie dem Protestcamp ist unsere primäre Aufgabe als Präsidium, die Sicherheit der Studierenden, Lehrenden, Mitarbeitenden und Gäste sowie die Freiheit von Forschung und Lehre und die Interessen der Universität kontinuierlich einzufordern. Wir erwarten auch bei öffentlichen Versammlungen die Bereitschaft zu einem offenen Diskurs, der ohne antisemitische, rassistische und andere Diskriminierung, ohne psychische, physische und verbale Gewalt und ohne Einschüchterung auskommt“, erläutert Universitätspräsident Prof. Dr. Enrico Schleiff. „Als Universität und auch als Präsidium arbeiten wir daran, zusätzlich zu zahlreichen Angeboten der Fachbereiche Formate zu schaffen, in denen die unterschiedlichen Positionen zum Nahostkonflikt, dem Terror der Hamas und dem Vorgehen Israels miteinander in Dialog treten können – ein Dialog, der bei öffentlichen Versammlungen derzeit leider zu wenig gelingt.“ Die Universität hofft, dass nach der heutigen Demonstration auch eine für den Freitag angemeldete Gegenkundgebung zum Protestcamp ohne Konflikte verläuft. 

„Unsere Rolle als Präsidium ist es ausdrücklich nicht, mit Protestierenden über den Nahostkonflikt zu diskutieren. Es steht aber selbstverständlich allen Mitgliedern der Universität frei, in den Diskurs mit der im öffentlichen Raum stattfindenden Versammlung zu treten – in der Erwartung, dass sie auf einem kritischen, ehrlichen Diskurs bestehen“, so Präsident Schleiff weiter. „Dass die Protestierenden sich Berichten zufolge weigern, eine Aussage über ihre Haltung zur Hamas zu treffen, ist dafür keine gute Voraussetzung. Auch deshalb freue ich mich sehr über die klare Positionierung des AStA gegen jede Form des Antisemitismus. Die dort wiedergegebene Haltung, dass sich Kundgebungen selbst delegitimieren, wenn sie ,Angriffe auf jüdische Menschen (,Yallah, Yallah Intifada') fordern und sich die Auslöschung des israelischen Staates wünschen (,Vom Wasser zu Wasser, Palästina ist arabisch')', deckt sich mit der unseren. Deshalb werden wir auch weiterhin solche Parolen zur Anzeige bringen.“ 

Die Universitätsleitung verwahrt sich gegen Aussagen aus den Reihen der Protestierenden, sie wolle Meinungen unterdrücken. „Wir haben immer wieder betont, dass Protest gegen die Politik Israels möglich sein muss, wenn er ohne antisemitische Parolen und ohne Gewalt auskommt. Wir haben zu keiner Zeit versucht, den Protest als solchen zu unterbinden, sondern uns gegen die Form des Protests als ganzwöchiges Camp mit Zelten und Übernachtungen gewandt, die wir für unverhältnismäßig halten. Neben antisemitischen und gewaltsamen Zwischenfällen bei Camps an anderen Orten hat uns dazu auch die Erfahrung mit früheren öffentlichen Demonstrationen auf unserem Campus bewogen, nach denen wir mehrfach Anzeige erstatten mussten, weil antisemitische Parolen gerufen wurden. Mehrfach haben Studierende, die eine andere Meinung zum Nahostkonflikt vertreten, darunter auch jüdische und jüdisch gelesene Studierende, von Bedrohungen im Kontext der Demonstrationen berichtet, und auch jetzt erreichen uns Schreiben von Studierenden, die das Camp als Bedrohung empfinden – dass es hierzu auch andere Meinungen gibt, entlässt uns nicht aus der Verantwortung für die Gesamtuniversität.“

„Wenn sich der AStA dagegen wendet, dass Demonstrationen ,von der Universitätsleitung direkt mit polizeilichen Maßnahmen bedroht' würden, liegt ein Missverständnis vor: Die Polizei ist von Amts wegen auf dem Campus, um die von der Versammlungsbehörde erlassenen Auflagen durchzusetzen, um die Versammlung selbst, aber auch die öffentliche Ordnung zu schützen sowie um mögliche Straftaten zu unterbinden oder zu verfolgen. Dazu ist die Polizei verpflichtet; die Universitätsleitung hat dies weder veranlasst, noch könnte sie es verhindern, wenn sie wollte. Allerdings haben wir versucht, vor Gericht deutlichere Auflagen und eine Verkürzung der Versammlung zu erreichen. Das Verwaltungsgericht Frankfurt hat dies abgelehnt.“

In der kommenden Woche startet an der Universität die Öffentliche Ringvorlesung „Wie (un-) politisch ist die Universität?“ zu Erinnerungskultur, Antisemitismus und Demokratie mit renommierten Expert*innen. Die Vorträge finden jeweils dienstags auf dem Campus Westend statt. Bereits begonnen hat die sich an Lehrende der Universität richtende Veranstaltungsreihe „Diskurs und Resonanz: Akademische Lehre und jüdische Perspektiven“, die Wissenslücken zu diesem Themenkomplex schließen will. Weitere Veranstaltungsformate, die den Diskursraum auch zum Nahostkonflikt jenseits von Demonstration und Gegendemonstration öffnen sollen, sind in Vorbereitung.


Redaktion: Volker Schmidt, Leiter Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, v.schmidt@em.uni-frankfurt.de

 

Mai 23 2024
11:47

Der neue Poetikdozent Aris Fioretos wird am 4. Juni seinen ersten Vortrag im Rahmen der Frankfurter Poetikvorlesungen halten. 

Geografisch nirgendwo beheimatet, an vielen Orten zuhause

FRANKFURT. Der schwedische Schriftsteller, Übersetzer und Publizist Aris Fioretos wird der neue Poetikdozent an der Goethe-Universität. Seine Vorlesungen, die am 4., 11. und 18. Juni auf dem Campus Westend in deutscher Sprache gehalten werden, sind überschrieben mit „Solarplexus – über einen Schriftsteller und seinen Körper“. Neben den drei Vorlesungen wird sich ein Begleitworkshop zum Thema „Literatur ¬– Übersetzung – Kritik“ mit Aris Fioretos auseinandersetzen. In seiner Abschlusslesung im Literaturhaus wird Fioretos aus seinem letzten Roman „Die dünnen Götter“ lesen. 

„Auch wenn ich mich geografisch nirgendwo wirklich beheimatet fühle, bin ich an vielen Orten zu Hause. So ist es wohl auch mit den drei, vier Sprachen, in denen ich halbwegs aufrecht und bodenständig wandele“, hat Aris Fioretos im Gespräch mit dem UniReport betont. Der Kosmopolit, der seine Romane auf Schwedisch verfasst, hat griechische Wurzeln, ist in Schweden aufgewachsen, seine erste Sprache war Deutsch. Fioretos hat als Gastprofessor für deutsche Literatur in den USA gearbeitet, er lebt zeitweise in Deutschland. Der Kosmopolit ist gegenwärtig einer der vielseitigsten europäischen Intellektuellen. Neben Romanen wie u.a. „Der letzte Grieche“ (dt. 2011), „Nelly B.s Herz“ (dt. 2020) oder „Die dünnen Götter“ (dt. 2024) hat er Essays wie „Das Maß eines Fußes“ (dt. 2008) publiziert, aber auch die erste Werkausgabe von Nelly Sachs (2010-11) herausgegeben und zu Friedrich Hölderlin, Walter Benjamin und Paul Celan literaturwissenschaftlich gearbeitet. 

Seit 2010 lehrt Fioretos als Professor für Ästhetik an der Hochschule Södertörn bei Stockholm. Darüber hinaus ist er auch als Übersetzer, u.a. von Paul Auster, Vladimir Nabokov und Jan Wagner ins Schwedische, in Erscheinung getreten. Für sein bisheriges Werk wurde Aris Fioretos vielfach ausgezeichnet: u.a. mit dem Literaturpreis der SWR-Bestenliste (2011), dem Jeanette Schocken Preis der Stadt Bremerhaven (2017). Außerdem erhielt er 2020 das Bundesverdienstkreuz. 

Termine: 

Poetikvorlesungen: 
Aris Fioretos, Solarplexus - Über einen Schriftsteller und seinen Körper
4., 11. und 18. Juni 2024, Jeweils 18:15 Uhr
Campus Westend der Goethe Universität, Hörsaalzentrum HZ 2. 
Für die öffentlichen Vorlesungen ist keine Anmeldung erforderlich. 

Begleitworkshop:
Aris Fioretos: Literatur ¬– Übersetzung – Kritik
19. Juni 2024, 10-16 Uhr, Campus Westend der Goethe Universität, Casino 1.811
Moderation: Achim Geisenhanslüke
Mit Vorträgen von Barbara Naumann (Zürich) und Christian Metz (Aachen) sowie einer Diskussionsrunde mit Aris Fioretos, Paul Berf und Hans Jürgen Balmes

Es handelt sich um eine öffentliche Veranstaltung, Anmeldungen sind nicht erforderlich.

Abschlusslesung:
Die dünnen Götter. 
19. Juni 2024, Literaturhaus Frankfurt, Schöne Aussicht 2.
Karten und weitere Informationen unter: https://literaturhaus-frankfurt.de/ 

Im Interview mit dem UniReport reflektiert Aris Fioretos über seine sprachliche Heimat, schildert seine Faszination für Paul Auster und spricht außerdem über seinen neuesten Roman, der das Leben eines alternden Rockmusikers in Berlin thematisiert: https://tinygu.de/lobtQ 

Kontakt: Prof. Dr. Susanne Komfort-Hein, Geschäftsführerin Poetikvorlesungen; Maximilian Koch, wissenschaftlicher Mitarbeiter; Tel: 069/798-32855; poetik@lingua.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de  

 

Mai 23 2024
10:47

Vier Jobmessen an der Goethe-Universität bieten Studierenden und Absolvent*innen unterschiedlicher Fachrichtungen die Möglichkeit, Kontakte zu Firmen aufzubauen.

Berufliche Perspektiven ausloten

FRANKFURT. Die richtige Berufswahl ist in Zeiten des Fachkräftemangels, wodurch Studierende zwischen zahlreichen Einstiegsmöglichkeiten wählen können, eine besondere Herausforderung. Umso wichtiger ist es für die Nachwuchstalente, sich durch Praxiskontakte und -erfahrungen eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen. Die Jobmessen der Goethe-Universität stellen hierfür eine optimale Plattform dar, um sich auszutauschen und erste Kontakte zu knüpfen.

Gemeinsam mit den jeweiligen Fachbereichen richtet der Career Service der Goethe-Universität im Sommersemester 2024 vier Jobmessen aus. Den Startschuss setzt die „ENTER_ZUKUNFT_IT“ – die Jobmesse für Informatiker*innen am 28. Mai in der Neuen Mensa am Campus Bockenheim. Abgerundet wird die Messereihe durch die „ENTER_ZUKUNFT_WIWI“ – die Jobmesse für Studierende der Wirtschaftswissenschaften am 06. Juni im Hörsaalzentrum am Campus Westend.

Die Karrieremessen werden ergänzt durch die „ENTER_ZUKUNFT_MATHE“ – die Jobmesse für Mathematiker*innen, am 29. Mai, ebenfalls in der Neuen Mensa, sowie durch die „ENTER_ZUKUNFT_HUMANITIES“ – die Jobmesse für Studierende der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften, am 5. Juni im Hörsaalzentrum.

An allen vier Jobmessen haben Studierende und Absolvent*innen die Möglichkeit, mit bis zu 33 Aussteller*innen in direkten Kontakt zu treten und sich über Neuigkeiten aus der Branche und Arbeitsmarktperspektiven auszutauschen. Die ausstellenden Unternehmen offerieren dabei unter anderem Praktika, Werkstudierendentätigkeiten sowie Einstiegspositionen. Der Career Service bietet so den Studierenden die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre direkt am Campus in spontanen Gesprächen unterschiedlichste Erwartungen mit potenziellen späteren Arbeitgeber*innen abgleichen zu können. 

  • ENTER_ZUKUNFT_IT: Dienstag, 28. Mai 2024 | 10 bis 16 Uhr | Campus Bockenheim, Neue Mensa
  • ENTER_ZUKUNFT_MATHE: Mittwoch, 29. Mai 2024 | 10 bis 16 Uhr | Campus Bockenheim, Neue Mensa
  • ENTER_ZUKUNFT_HUMANITIES: Mittwoch, 05. Juni 2024 | 10 bis 17 Uhr | Campus Westend, Hörsaalzentrum
  • ENTER_ZUKUNFT_WIWI: Donnerstag, 06. Juni 2024 | 10 bis 16 Uhr | Campus Westend, Hörsaalzentrum

Weitere Informationen unter www.jobmessen.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de  

 

Mai 23 2024
09:18

Eine globale Grundlage für die Nachhaltigkeitsberichterstattung - Nachfrage, Annahme und zukünftige Schritte

Wie werden Nachhaltigkeitsberichte international vergleichbar?

FRANKFURT. Wie lässt sich globale Vergleichbarkeit von Nachhaltigkeitsberichten erreichen? Was sagt die Forschung zum Thema Nachhaltigkeit und Berichtspflichten? Diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt der Sustainability Standards Conference 2024 am Montag, 10. Juni, 9 bis 17:30 Uhr, Casino Gebäude, Raum 1.811, Goethe-Universität.

Das Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE und die Goethe-Universität laden gemeinsam mit der IFRS Stiftung, dem deutschen Standardsetzer DRSC (Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee) zu der Konferenz rund um die aktuellen Standardsetzungsaktivitäten des ISSB (International Sustainability Standards Board), die aus praktischer und wissenschaftlicher Perspektive erörtert werden sollen. Unterstützt wird die Veranstaltung vom House of Finance und der Gruppe Deutsche Börse. Die Konferenzsprache ist Englisch.

In Panels und Vorträgen geht es um die folgenden Fragen: Wie lässt sich globale Vergleichbarkeit von Nachhaltigkeitsberichten erreichen? Was sagt die Forschung? Welche Praxiserfahrungen liegen vor? Was sind die Schlussfolgerungen auf Seiten der Politik? Wie lassen sich Geschäftsmodelle, Investitionsentscheidungen und Berichtsanforderungen nachhaltig gestalten?

Eröffnet wird die Konferenz von Unipräsident Prof. Enrico Schleiff und Finanzminister Prof. Alexander Lorz. Neben Emmanuel Faber, dem Vorsitzenden des ISSB, und seiner Stellvertreterin Sue Lloyd werden weitere ISSB-Boardmitglieder und Mitarbeiter Einblick in ihre Arbeit geben. Unter den Referenten sind Dr. Stephan Leithner (Deutsche Börse AG) und Prof. Axel Weber (Center for Financial Studies), außerdem Prof. Kerstin Lopatta (Universität Hamburg, stellvertretende Vorsitzende des EFRAG SR Board), Prof. Tobias Berg (Goethe-Universität), Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese (Senkenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum), Adam Pradela (DHL Group), Mark Vessen (KPMG) und Gülşah Günay (KGK). Über aktuelle Forschungsergebnisse zum Corporate Carbon Accounting und zur Relevanz von Biodiversitätsdaten für Investoren erörtern Prof. Stefan Reichelstein (Universität Mannheim) und Prof. Alexander F. Wagner (Universität Zürich).

Die Teilnahme ist auch virtuell möglich. Anmeldung sind unter: https://safe-frankfurt.de/news-latest/events/sustainability-standards-conference-2024.html

Information:
Ursula Albrecht
Administrative Koordinatorin des SAFE Policy Centers
Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE an der Goethe-Universität Frankfurt 
albrecht@safe-frankfurt.de
Webseite


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Mai 22 2024
17:29

Präsidium hofft trotz Ablehnung strengerer Auflagen auf friedlichen Verlauf

Goethe-Universität nimmt Gerichtsentscheidung zu Protestcamp auf Campus zur Kenntnis 

Das Verwaltungsgericht Frankfurt hat die von der Goethe-Universität Frankfurt im Eilrechtsschutzverfahren verlangten zusätzlichen Auflagen für das Protestcamp einer sich als „Palästinasolidarische Studierende“ bezeichnenden Gruppe auf dem Campus Westend abgelehnt. Die Universitätsleitung hatte unter anderem verlangt, dass das Camp kürzer stattfindet, als das Ordnungsamt der Stadt Frankfurt als Versammlungsbehörde es zugelassen hatte, und ohne Übernachtungen auskommt, um die Beeinträchtigungen des Universitätsbetriebes zu verringern. Die Universitätsleitung erwartet nun, dass die Behörden die Einhaltung der existierenden Auflagen weiterhin streng kontrollieren, und hofft auf einen friedlichen Verlauf.   

FRANKFURT. Aus Sicht der Goethe-Universität sind Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit hohe Rechtsgüter. Sie müssen aber abgewogen werden gegen die berechtigten Interessen der Universität und ihrer Studierenden, Lehrenden, Mitarbeitenden und Gäste, gegen die Freiheit von Forschung und Lehre und gegen die Rechte der Universität darauf, dass ihre Gebäude und ihr Grund und Boden unversehrt bleiben und sie diese auch nutzen kann. „Wir wollten mit unserem Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz erreichen, dass eine kürzere Versammlung unter Einhaltung des in der Hausordnung der Universität vorgesehenen Übernachtungsverbotes für die Zwecke der Versammlung ausreicht und gleichzeitig die Rechte der Universität wahrt“, erläutert Universitätspräsident Prof. Dr. Enrico Schleiff. „Wir werden die Entscheidung des Gerichts genau lesen und prüfen, ob wir Rechtsmittel einlegen. Unabhängig davon hoffen wir, dass die Veranstaltenden des Camps unsere Bedenken zerstreuen.“

Die Universitätsleitung hatte mehrfach betont, dass es andernorts auch Protest gegen das Vorgehen Israels gibt, der ohne antisemitische Parolen und ohne Gewalt auskommt, und zugleich ihre Sorge darüber geäußert, dass es im Zusammenhang mit vielen Camps an Universitäten zu antisemitischen, rassistischen und diskriminierenden Zwischenfällen und zu Gewalttaten gekommen ist. „Dass bereits am ersten Tag des Camps die Personalien mehrerer Personen festgestellt wurden, weil die Polizei einen Anfangsverdacht auf Volksverhetzung sah, bestärkt unsere Sorgen“, so Präsident Schleiff weiter. „Auch war bereits der Slogan ,From the river to the sea' zu hören, der aus unserer Sicht auf die Vernichtung Israels zielt. Wir werden dies daher ebenso wie jede andere antisemitische, rassistische, diskriminierende oder zum Hass aufstachelnde Äußerung, von der wir Kenntnis erhalten, zur Anzeige bringen.“

„Für den morgigen Donnerstag und den Freitag sind Kundgebungen auf dem Campus angemeldet, die dezidiert andere Sichtweisen auf den Nahostkonflikt geltend machen als die Teilnehmer des Camps. Über diese Meinungsvielfalt bin ich froh. Ein offener Diskurs ist einerseits frei von antisemitischen, rassistischen und diskriminierenden Äußerungen und respektiert anderseits auch Gegenargumente und Veranstaltungen von Personen und Gruppen mit anderer Auffassung. Davon lebt eine offene Diskussionskultur, wenn sie an einer Universität ihren Platz haben soll.“

Die Universität erwartet von allen Teilnehmer*innen des Camps ebenso wie von allen, die bei Gegenkundgebungen oder im virtuellen Raum zum Nahost-Konflikt oder zum Protestcamp Stellung nehmen, dass sie

anderweitige genehmigte Veranstaltungen und Versammlungen genauso respektieren, wie sie es für ihre eigene Veranstaltung in Anspruch nehmen. 

  • keine antisemitischen, rassistischen und diskriminierenden Parolen rufen, auf Plakaten und Flyern verbreiten und keine derartigen Symbole verwenden oder zeigen. 
  • jede Form von psychischer, physischer und verbaler Gewalt unterlassen. 
  • gemäß den Auflagen der Versammlungsbehörde den ordnungsgemäßen Universitätsbetrieb für Studierende, Lehrende, Mitarbeitende und Gäste nicht behindern. 
  • die Offenheit und Willkommenskultur der Universität für Studierende und Mitarbeitende aus allen Ländern respektieren. 


Redaktion: Volker Schmidt, Leiter Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, v.schmidt@em.uni-frankfurt.de


 

Mai 19 2024
18:17

Präsidium verlangt zum Schutz der Universität weitergehende Auflagen

Goethe-Universität stellt Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz gegen unzureichende Beschränkungen für Protestcamp auf Campus 

Die Goethe-Universität Frankfurt begehrt im Eilrechtsschutzverfahren Auflagen, die über die in der Auflagenverfügung hinausgehen, mit der das Ordnungsamt der Stadt Frankfurt als Versammlungsbehörde ein für kommende Woche vom 20. bis 26. 5. auf dem Campus Westend angemeldetes propalästinensisches Protestcamp beschränkt, es aber nicht verboten hat. Die Universitätsleitung verlangt, dass das Camp nicht in der vorgesehenen Form stattfindet, und erhofft sich mindestens strengere Auflagen. Sie erwartet zudem, dass die Behörden die Einhaltung der Auflagen streng kontrollieren.   

FRANKFURT. Die Goethe-Universität erkennt an, dass die Versammlungsbehörde in einem engen Rechtsrahmen agiert und einen Teil der von der Universitätsleitung verlangten Regelungen zum Bestandteil der Auflagenverfügung gemacht hat. „Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit sind aus gutem Grund hohe Rechtsgüter. Selbstverständlich muss es möglich sein, sich zum Vorgehen Israels im Gazastreifen zu äußern, wie es auf dem Campus der Universität auch regelmäßig geschieht. Dabei sind jedoch die berechtigten Interessen der Universität und ihrer Studierenden, Lehrenden, Mitarbeitenden und Gäste, die Freiheit von Forschung und Lehre und die Rechte der Universität darauf, dass ihre Gebäude und ihr Grund und Boden unversehrt bleiben und sie diese auch nutzen kann, zu berücksichtigen“, erläutert Prof. Dr. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität. „Das Ordnungsamt versucht mit seinen Auflagen immerhin, die schlimmsten Auswirkungen des Camps in Grenzen zu halten. Wir verstehen dennoch nicht, warum es für die Ausübung der Versammlungsfreiheit notwendig sein soll, eine ganze Woche lang Zelte auf den Campus zu stellen und dort zu übernachten. Deshalb wollen wir mit unserem Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz erreichen, dass eine kürzere Versammlung unter Einhaltung des in der Hausordnung der Universität vorgesehenen Übernachtungsverbotes für die Zwecke der Versammlung ausreicht und gleichzeitig die Rechte der Universität wahrt.“

Anders als in anderen Fällen, in denen Gerichte zugunsten von Protestcamps entschieden haben, handelt es sich in Frankfurt nicht um Grund und Boden in Landes- oder in kommunalem Besitz, sondern um Privateigentum der Stiftungsuniversität. Ein Camp, das eine ganze Woche lang zwischen Hörsaal- und Seminargebäude steht und Tag und Nacht bewohnt wird, beeinträchtigt den Lehr- und Forschungsbetrieb erheblich, gefährdet Flucht- und Rettungswege und richtet Schäden auf der Wiese an, auf der es stattfinden soll. Aus Sicht der Universität müssen diese Interessen bei der Entscheidung über die Zulassung eines solchen Camps stärker berücksichtigt werden. 

„Dass das Ordnungsamt unseren Hinweisen folgt und den Veranstaltenden der Versammlung das Aufstellen eines Hygiene- und Müllkonzepts sowie die Einhaltung der Nachtruhe und das Freihalten der Rettungswege auferlegt, erkennen wir ausdrücklich an“, ergänzt Dr. Ulrich Breuer, Kanzler der Universität. „Wir hätten es allerdings zielführender gefunden, wenn die Veranstalter diese Konzepte bereits vor Beginn der Veranstaltung zur Prüfung ihrer Plausibilität hätten vorlegen müssen, statt sie erst während der Versammlung auf Verlangen vorzeigen zu sollen. Die Auflagenverfügung enthält auch Hinweise auf zu unterlassende Slogans, wobei ,From the river to the sea' lediglich als im Zusammenhang mit der Verherrlichung der Hamas als strafwürdig benannt wird – aus unserer Sicht zielt diese Parole in jedem Kontext auf die Vernichtung Israels. Wir werden sie daher ebenso wie jede andere antisemitische, rassistische, diskriminierende oder zum Hass aufstachelnde Äußerung, von der wir Kenntnis erhalten, zur Anzeige bringen.“

Mit Beginn der Versammlung enden die Einflussmöglichkeiten der Universität. Es ist dann Sache der Sicherheitsbehörden, gegen Verstöße vorzugehen. Die Universität erwartet, dass die Behörden jede Form der physischen, psychischen und verbalen Gewalt sowie Straftaten durch Versammlungsteilnehmer unterbinden. Sie geht davon aus, dass das Camp bei Verstößen gegen die Auflagen und insbesondere bei rassistischen, antisemitischen oder diskriminierenden Äußerungen umgehend aufgelöst wird. Die Universität wird im Falle von Beschädigungen auf dem Gelände, an Gebäuden oder anderem Besitz der Universität den Anmelder der Versammlung in Regress nehmen.

„Offenbar können wir nicht verhindern, dass der Campus der Universität in einem solchen Maße für die Interessen einer politischen Gruppe instrumentalisiert wird. Wir werden aber alle Rechtsschutzmöglichkeiten ausschöpfen, um die Versammlung auf ein die Freiheit von Forschung und Lehre und das Eigentum der Goethe-Universität berücksichtigendes vernünftiges Maß zu beschränken“, so Präsident Schleiff. „Wir blicken mit großer Sorge auf die kommende Woche. Es gibt Beispiele, dass friedlicher Protest zum Nahostkonflikt ohne Gewalt und ohne antisemitische Ausfälle möglich ist. In Frankfurt ist dies bei früheren Protesten auf dem Campus leider nur selten gelungen. Wir hoffen sehr, dass die Veranstalter des Camps unsere Zweifel zerstreuen. Und wenn sie es nicht tun, zählen wir auf die Durchsetzungsfähigkeit der Behörden.“


Redaktion: Volker Schmidt, Leiter Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, v.schmidt@em.uni-frankfurt.de

 

Mai 16 2024
12:36

Verfassungsrechtlerin Gabriele Britz spricht zum 75. Geburtstag des Grundgesetzes

„Am Vorabend des Verfassungsjubiläums“

FRANKFURT. Am 23. Mai 2024 feiert das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland seinen 75. Geburtstag – und die Goethe-Universität feiert mit. Am Vorabend dieses wichtigen Jubiläums laden das Forschungszentrum „Normative Ordnungen“, der Fachbereich Rechtswissenschaft der Goethe-Universität und die Frankfurter Juristische Gesellschaft am Mittwoch, 22. Mai, um 18:30 Uhr in den Festsaal im Casino (Campus Westend) zu einem Vortrag von Prof. Gabriele Britz, Richterin des Bundesverfassungsgerichts a.D., die seit diesem Semester die Professur für öffentliches Recht an der Goethe-Universität innehat, ein. 

Frau Britz spricht über das Grundgesetz als „Verfassung der Freiheit und Ausgleichsordnung“. Grußworte halten Universitätspräsident Prof. Enrico Schleiff, Prof. Rainer Forst, Direktor des Forschungszentrums „Normative Ordnungen“ und Prof. Matthias Jahn, Vorsitzender des Vorstandes der Frankfurter Juristischen Gesellschaft.

Prof. Gabriele Britz wird in ihrem Vortrag beschreiben, wie die Verfassungspraxis die Grundrechte des Grundgesetzes seit nunmehr 75 Jahren zu breiten Garantien voraussetzungsvoller Freiheit entfaltet. Weil in diesen Garantien aber Freiheitskonflikte angelegt sind, die sich im Kleinen wie gesamtgesellschaftlich vollziehen, steht sämtliche Freiheit unter dem Vorbehalt gesetzlicher und gerichtlicher Koordinierung mit anderen Freiheitsinteressen. In der Verfassungsrechtswissenschaft und -praxis hat sich für diese grundgesetzspezifische Koordinierung ein Denken und Sprechen vom „Ausgleich“ durchgesetzt. Dabei lassen sich viele Freiheitskonflikte nicht auflösen, sondern müssen am Ende entschieden werden. Das war immer so, scheint aber angesichts stärker wahrgenommener gesellschaftlicher Polarisierung und Spaltung das Gelingen der Verfassung in Frage zu stellen. Der Vortrag geht der Frage nach, wie die freiheitliche Verfassung auch in einer uneinigen Gesellschaft bestehen kann und deren Voraussetzungen mit den Freiheitsrechten selbst verteidigt werden könnten.

Information:
Rebecca Schmidt
Geschäftsführerin „Normative Orders“
Telefon 069 798-31400
E-Mail rebecca.schmidt@normativeorders.net
Homepage www.normativeordners.net


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Mai 16 2024
11:24

Goethe-Universität und Wissenschaftsgarten laden wieder zum Frühlingsfest: 26. Mai, von 10.00 bis 17. 00 Uhr, auf dem Campus Riedberg. 

Immer wieder sonntags …

xxxFRANKFURT. Es ist bereits eine schöne Tradition, die von Jahr zu Jahr mehr Interessierte anlockt: Das Frühlingsfest im Wissenschaftsgarten der Goethe-Universität bietet eine gute Gelegenheit, Wissenschaft und Wissenschaftler*innen im Grünen kennen zu lernen und dabei einiges über Biodiversität und Nachhaltigkeit zu erfahren. In diesem Jahr gibt es gleich doppelten Anlass zu feiern, denn der Wissenschaftsgarten wird 10! Das reichhaltige Programm hält neben Interessantem und Anschaulichem aus der Welt der Wissenschaft jede Menge Musik, Improvisationstheater, Kunst, Sport und kurzweilige Unterhaltung bereit, natürlich auch für die jungen Besucher*innen. Und das Catering verspricht vielfältige kulinarische Genüsse.  

Zentraler Anlaufpunkt wird wieder die Bühne des Frühlingsfestes sein: Universitätspräsident Prof. Enrico Schleiff wird es sich nicht nehmen lassen, die Besucher*innen aus nah und fern morgens zu begrüßen. Ein weitgefächertes Musikprogramm zwischen Swing, Jazz und Funk wird dann für die richtige Stimmung sorgen und auch die Tanzwütigen mit den nötigen Rhythmen versorgen.   

Der Wissenschaftsgarten, am 1. Juni 2014 eröffnet, dient der naturwissenschaftlichen Lehre und Forschung. So finden sich auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Stände, an denen Wissenswertes aus der Pflanzenwelt erklärt wird. Auch die große Bedeutung der Honigbiene wird erläutert. Nachhaltigkeit ist mittlerweile nicht nur für die Forschung, sondern auch für die Institution Universität ein großes Thema: So können Interessierte mit den Mitarbeitenden des Nachhaltigkeitsbüros ins Gespräch kommen und sich über Projekte und Initiativen informieren. Wie Nachhaltigkeit wiederum in der Lehre verankert werden kann, können die Mitarbeitenden des Projekts „Goethe Teaches Sustainability“ anschaulich erläutern. 

Sehr beliebt sind immer auch Themenführungen im Garten: von der Apfelbaumpflege und den Arzneipflanzengarten über Tomaten und Pilze bis hin zu den hochaktuellen klimatischen Herausforderungen für den Wald. Wer gerne etwas mit nachhause nehmen möchte, kann auf der Pflanzenbörse des Frühlingsfests Pflanzen und Ableger aus dem Wissenschaftsgarten erstehen, Beratung durch die Gärtner*innen inklusive. 

Nicht nur der Blick auf Pflanzen, sondern auch der Blick ganz nach oben wird auf dem Frühlingsfest anschaulich vermittelt: Der Physikalische Verein, der gerade seinen 200. Geburtstag feiern darf, bietet auf dem Frühlingsfest mit einem speziellen Sonnenteleskop beeindruckende Blicke auf die Sonnenoberfläche. Das Clusterprojekt ELEMENTS wiederum hat das Modell eines Neutronensterns im Gepäck, das auseinandergebaut und untersucht werden darf. Es gibt viel über Schwerkraft, Materie und die Entstehung von Elementen zu erfahren.

Von dem Weltall zurück auf die Erde: Wer sich lieber mit der Welt des ‚Unbelebten' beschäftigt, kann die Architektur auf dem Campus Riedberg auf einem Fotospaziergang erkunden: Die BSW-Fotogruppe ermöglicht allen Teilnehmenden mit Kamera oder Smartphone den Blick auf das Besondere des mit ganz unterschiedlichen Gebäudetypen bestückten Campus. Eine Fotoausstellung zeigt zudem die Vielfalt an Themen, die über die Jahre von der BSW-Fotogruppe behandelt wurden.

Eine weitere Facette der ästhetischen Seite des Campus stellen die zahlreichen Kunstwerke dar: Der langjährige Kurator des KunstRaums Riedberg, Dr. Carsten Siebert, erläutert auf seiner Führung Konzepte, Themen und Stile der Kunst im öffentlichen Raum.

Wie sieht es eigentlich mit dem Studierendenleben auf dem Campus Riedberg aus, wo trifft man sich, wo und wie chillt man? Wer sich schon einmal diese Frage gestellt wird, sollte an einer Campusführung teilnehmen, die natürlich von Studierenden angeboten wird.   

Wer sich gerne bewegen möchte, wird ganz besonders auf seine Kosten kommen, denn auf dem Frühlingsfest wird ein neuer Multifunktionsplatz eingeweiht: ein Fußballturnier für Arbeitsgruppen und Freunde wird die Vorfreude auf die EM in Deutschland sicherlich in die Höhe treiben. Darüber hinaus wird das Goethe Play Bike des Hochschulsports unzählige Spiele bereithalten, und wer es exotischer mag, kann einmal in den Canne de Combat, einen Fechtkampfsport, hineinschnuppern.        

Last but not least wird auf dem Frühlingsfest auch bei den jungen Besucher*innen keine Langeweile aufkommen: So dürfen sie sich nach Herzenslust am Stand des Museums Giersch der Goethe-Universität mit bunten Farben, Mustern und Papierflächen austoben, inspiriert durch die farbenprächtigen Bilder von Louise Rösler, die gerade im Museum ausgestellt werden. Und in der Teddyklinik, einem studentischen Projekt, wird den Kids auf spielerische Art die Angst vor dem Zahnarzt genommen. In der Teddyzahnklinik dürfen sie nämlich, unterstützt von Studierenden der Zahnmedizin, ihre Kuscheltiere behandeln.     

Die Goethe-Universität dankt folgenden Unterstützern des Frühlingsfest 2024:  BBBank; Engelhard; NordWestZentrum.

Wissenschaftsgarten Campus Riedberg, Max-von-Laue-Str. 13, Frankfurt am Main. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln (U8/U9, Haltestelle Uni Campus Riedberg) wird empfohlen. Ein Hinweis: Hunde sind im Wissenschaftsgarten nicht erlaubt!

Weitere Informationen zum vielfältigen Programm, zum Zeitplan und zu Treffpunkten unter www.uni-frankfurt.de/fruehlingsfest 

Kontakt: Karoline Kullik, Referentin Zentrales Veranstaltungsmanagement, Büro für PR & Kommunikation, Leitungsbereich, Goethe-Universität Frankfurt. Telefon: +(49) 69 798 12442 | Mobil: +(49) 172 313 5957; E-Mail: kullik@em.uni-frankfurt.de; Internet: https://www.uni-frankfurt.de 


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de  

 

Mai 16 2024
11:01

Die Studiengalerie 1.357 zeigt filmische Arbeiten von Ayisha Abraham.

Dialog zwischen individueller Erinnerung und kollektiver Geschichte

FRANKFURT. In einer Zeit, in der das Digitale und das Archivarische miteinander verschmelzen, stellt Ayisha Abrahams Arbeit „Unfolding Memories“, die ab dem 22. Mai in der Studiengalerie 1.357 zu sehen sein wird, eine kritische Untersuchung der Struktur des filmischen Gedächtnisses dar. Die Künstlerin konfrontiert die Zuschauer*innen mit Erinnerungen aus vergessenem und marginalisiertem Filmmaterial. Ihre Beschäftigung mit dem Archiv - nicht nur als Aufbewahrungsort historischer Dokumente, sondern als dynamisches Medium - ist ein Echo auf die archivarische Wende in der zeitgenössischen Kunst und im Kino, wo das Archiv zu einem Ort der Verhandlung zwischen Sichtbarkeit und Auslöschung, individueller Erinnerung und kollektiver Geschichte wird.

An dieser Schnittstelle von Erinnerung, Geschichte und filmischem Experiment untersucht die Ausstellung „Unfolding Memories“ das Wesen des dokumentarischen Archivs und seine Verkörperung im Bereich der zeitgenössischen visuellen Kultur. Über zwei Wochen werden in der Studiengalerie 1.357 drei Arbeiten der Künstlerin präsentiert, die sich kritisch mit dem Medium Film als Archivmedium und kulturelles Gedächtnis auseinandersetzt. In den ausgewählten filmischen Werken „Straight 8“, „En Route“ und „I Saw a God Dance“ transformiert Abraham gefundene Amateuraufnahmen in einen Dialog zwischen individueller Erinnerung und kollektiver Geschichte.

AYISHA ABRAHAM: Unfolding Memories
22. Mai bis 5. Juni 2024, 
Studiengalerie 1.357, IG-Farben-Haus, Goethe-Universität Frankfurt
Eröffnung: Mittwoch, 22. Mai, 18 Uhr

Diese Ausstellung nimmt einen kritischen Standpunkt im Verständnis von Archivmaterial ein, das nicht nur als historisches Artefakt, sondern als lebendige Einheit verstanden wird, die unsere Wahrnehmung von Vergangenheit und Gegenwart weiterhin prägt.

Die seit 2010 existierende Studiengalerie 1.357 ist ein Lehr- und Lernprojekt an der Goethe-Universität Frankfurt am Main am Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften. Die Studiengalerie versteht sich als Lehr- und Lernort, in dem durch Kunst aktuelle gesellschaftspolitisch relevante Themen in die Universität hineingetragen werden. Studierende lernen komplexe Thematiken international anerkannter Künstler*innen aufzubereiten. Die Studiengalerie 1.357 ist öffentlich zugänglich und richtet sich sowohl an ein universitäres Publikum als auch an die Frankfurter Öffentlichkeit. studiengalerie.uni-frankfurt.de   

Kontakt: Emma Tomberger, Studiengalerie 1.357, e.tomberger@web.de 


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de  

 

Mai 13 2024
16:28

Thalidomid-Derivate vermitteln den Abbau von Proteinen, die entartete Zellen zum Überleben benötigen

Abkömmlinge des Contergan-Wirkstoffs treiben resistente Krebszellen in den Tod 

Abkömmlinge des Contergan-Wirkstoffs Thalidomid eignen sich womöglich als Tumor-Medikamente. In diese Richtung deutet eine Studie der Goethe-Universität Frankfurt. Thalidomid wurde in den 1950er-Jahren als Schlafmittel verkauft. Es erlangte später traurige Berühmtheit, da es bei heranreifenden Kindern im Mutterleib schwere Fehlbildungen hervorruft. Inzwischen ist bekannt, dass das Molekül Proteine in der Zelle für den Abbau markiert. In der aktuellen Arbeit stellten die Forschenden Derivate des Wirkstoffs her. Sie konnten zeigen, dass unter ihrem Einfluss Proteine abgebaut werden, die das Überleben von Krebszellen sichern. 

FRANKFURT. Kaum ein Wirkstoff hat eine so bewegte Geschichte hinter sich wie Thalidomid. Das Molekül ist der zentrale Inhaltsstoff von Contergan, das in den 1950er-Jahren in vielen Ländern als Beruhigungs- und Schlafmittel zugelassen wurde. Doch bald stellte sich heraus, dass Schwangere, die Contergan genommen hatten, oft Kinder mit schweren Fehlbildungen zur Welt brachten. 

Und dennoch setzt die Medizin seit einigen Jahrzehnten wieder große Hoffnung in den Wirkstoff. Denn in Studien zeigte sich unter anderem, dass er das Wachstum von Blutgefäßen unterbindet und sich damit möglicherweise eignet, um Tumoren von ihrer Nährstoffversorgung abzuschneiden. Später erwies er sich zudem als sehr effektiv für die Behandlung von Multiplen Myelomen, bösartigen Tumoren im Knochenmark.

„Wir wissen inzwischen, dass Thalidomid ein sogenannter molekularer Klebstoff ist“, erklärt Dr. Xinlai Cheng vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Universität Frankfurt. „Das heißt, der Wirkstoff hat die Fähigkeit, zwei Proteine zu greifen und so in Nähe zueinander zu bringen.“ Interessant ist das vor allem deshalb, weil es sich bei einem dieser Proteine um eine Art Etikettiermaschine handelt: Es heftet dem anderen Protein ein Label an, auf dem in großen Lettern „muss entsorgt werden“ steht.

Dieses Label wird von der zellulären Müllabfuhr erkannt: Sie ergreift das markierte Eiweißmolekül und schreddert es. „Genau dieser Mechanismus ist es, der die verschiedenen Wirkungen von Thalidomid erklärt“, sagt Cheng. „Je nachdem, welches Protein markiert wird, kann das bei der Embryonalentwicklung zu Fehlbildungen führen oder eben einen Tumor abtöten.“ 

Für die Medizin eröffnet dieser Mechanismus große Möglichkeiten. Denn Krebszellen sind auf bestimmte Proteine angewiesen, um zu überleben. Könnte man diese gezielt schreddern, ließen sich die Krankheiten damit vielleicht heilen. Das Problem ist nur: Molekularer Klebstoff wirkt ziemlich spezifisch. Einer seiner Bindungspartner ist stets die zelluläre Etikettiermaschine, fachsprachlich: eine E3-Ligase namens CRBN. Als anderer Partner kommen nur sehr wenige der vielen Tausend Proteine im Körper in Frage – welche genau, ist von Klebstoff zu Klebstoff verschieden.

„Wir haben daher eine Reihe von Thalidomid-Derivaten hergestellt“, sagt Cheng. „Dann haben wir überprüft, ob sie Klebstoff-Eigenschaften haben und, falls ja, gegen welche Proteine sie wirken.“ Dazu haben die Forschenden ihre Derivate zu allen Proteinen einer Kulturzell-Linie gegeben. Danach haben sie überprüft, welche dieser Proteine unter Anwesenheit von CRBN abgebaut wurden. 

„Wir sind dabei auf drei Derivate gestoßen, die ein sehr wichtiges Zellprotein für den Abbau markieren können, das BCL-2“, erklärt Cheng. „BCL-2 verhindert, dass das Selbstmord-Programm von Zellen aktiviert wird. Wenn es fehlt, gehen die Zellen daher zugrunde.“ BCL-2 ist daher schon seit einiger Zeit im Fokus der Krebsforschung. Es gibt sogar bereits einen Leukämie-Wirkstoff namens Venetoclax, der die BCL-2Wirksamkeit vermindert und entartete Zellen so in den Selbstmord treibt. 

„In vielen Krebszellen ist BCL-2 aber mutiert, so dass Venetoclax das Protein nicht mehr hemmt“, sagt Cheng. „Wir konnten zeigen, dass unsere Derivate auch diese mutierte Form für den Abbau markieren. Unsere Partnerinnen und Partner vom Max-Planck-Institut für Biophysik haben die Interaktion der Thalidomid-Abkömmlinge mit BCL-2 zudem am Computer simuliert. Dabei zeigte sich, dass die Derivate an ganz andere Stellen binden als das Venetoclax - ein Ergebnis, das wir später auch noch experimentell bestätigen konnten.“

Die Forschenden testeten ihre Substanzen zudem in Taufliegen mit Tumorzellen. Die behandelten Fliegen überlebten dadurch deutlich häufiger. Allerdings handele es sich bei diesen Ergebnissen noch um Grundlagenforschung, warnt Cheng vor zu großen Erwartungen: „Sie zeigen zwar, dass veränderte Thalidomid-Moleküle ein großes therapeutisches Potenzial haben. Ob die Wirkstoffe sich irgendwann tatsächlich in der Praxis bewähren, lässt sich damit aber noch nicht sagen.“

Die Arbeit wurde vom DFG, Frankfurt Cancer Institute, und dem PROXIDRUGS-Projekt unterstützt.

Publikation: Jianhui Wang, Marcel Heinz, Kang Han, Varun J. Shah, Sebastian Hasselbeck, Martin P. Schwalm, Rajeshwari Rathore, Gerhard Hummer, Jun Zhou, Ivan Dikic, Xinlai Cheng: Thalidomide derivatives degrade BCL-2 by reprogramming the binding surface of CRBN; Cell Reports Physical Science (2024) https://doi.org/10.1016/j.xcrp.2024.101960

Bilder zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/153228150

Bildtext: Die Thalidomid-Derivate C5, C6 und C7 verändern die "Etikettiermaschine" CRBN, so dass sie an BCL-2 binden kann. Das BCL-2-Molekül wird so für den Abbau markiert - eine mögliche neue Strategie gegen Krebserkrankungen. Grafik: Dr. Xinlai Cheng, Universität Frankfurt

Weitere Informationen
Dr. Xinlai Cheng
Leitender Wissenschaftler
Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften
Goethe-University Frankfurt
Tel.: +49 (0)69 798-42718
Email: Cheng@pharmchem.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de