​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​​​​

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Pressestelle Goethe-Universität

Theodor-W.-Adorno Platz 1
60323 Frankfurt 
presse@uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Okt 18 2012
15:23

Öffentliche Vortragsreihe im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft.“ – Zum Auftakt spricht der Phänomenologe Waldenfels

Vom Eigensinn der Dinge

FRANKFURT. Nie zuvor war der Mensch von einer solch großen Anzahl von Dingen umgeben wie heute. Die Dinge erweisen sich als immer komplexer und ihre Beherrschung verlangt dem Einzelnen und der Gesellschaft außerordentliche Anstrengungen ab. Die öffentliche Vortragsreihe „Vom Eigensinn der Dinge“, die im Wintersemester im Rahmen der seit 1986 an der Goethe-Universität angesiedelten Deutsche Bank-Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ stattfindet, will zeigen, wie wenig die bislang geltenden Vorstellungen vom Wert und Sinn der Dinge ausreichen. Zum Auftakt spricht der Bochumer Philosophie-Professor Bernhard Waldenfels am Donnerstag (25. Oktober um 18.15 Uhr) über „Die Mitwirkung der Dinge in der Erfahrung“.

Für den Phänomenologen Waldenfels sind die Dinge keine bloßen Objekte, sondern in ihnen verkörpern sich Bedeutungen, Erinnerungen und Erwartungen. Sie sind eben stets mehr als bloße Dinge – wie der Wissenschaftler zeigen wird. Außerdem wird er belegen, wie sich unser heutiges Denken im Vergleich zum klassischen verändert hat: Während das klassische Denken dazu neigt, Dinge als Träger von Eigenschaften zu identifizieren, drohen die Dinge heute, ihr Eigengewicht einzubüßen. „Der Mensch ohne Eigenschaften scheint umgeben von Dingen ohne Eigenheiten“, bringt Waldenfels es auf den Punkt. Entsprechend groß sei die Versuchung, aus den technischen, ökonomischen oder administrativen Netzwerken auszubrechen und nach Resten handfester, fühlbarer, auch exotischer Präsenz zu suchen. Moderieren wird diese Veranstaltung der Philosophie-Professor und Vize-Präsident der Goethe-Universität, Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann.

Konzipiert und organisiert wurde diese Vortragsreihe von Ethnologen und Archäologen aus dem Frankfurter Graduiertenkolleg „Wert und Äquivalent“, das eine international zusammengesetzte Gruppe von 20 Doktoranden betreut. „Archäologie und Ethnologie als Wissenschaften der materiellen Kultur haben sich schon immer der Herausforderung durch die Dinge gestellt und versucht, diese genau zu untersuchen und in den gegebenen Kontexten differenziert zu interpretieren", betont der Ethnologe Prof. Dr. Hans Peter Hahn.

Im Konzert mit Fachleuten aus Archäologie und Ethnologie sowie aus Kunstgeschichte, Philosophie und Wissenschaftsgeschichte wird die Vortragsreihe den überraschenden Zusammenhängen nachgehen, die sich aus dem „Eigensinn der Dinge“ ergeben. Die Vorträge werden zeigen, wie wenig die bislang vorgestellten Ordnungen der Dinge ausreichend sind, um die Welt des Materiellen zu verstehen. Der Eigensinn der Dinge wird dabei sowohl als Phänomen einzelner herausragender Objekte wie auch als Frage des Verstehens materieller Kultur insgesamt und damit nach der „conditio humana“ behandelt. Der Archäologe Prof. Dr. Hans-Markus von Kaenel ergänzt: „Im Mittelpunkt der Vorträge stehen Eigenschaften der Dinge selbst, die in den gängigen Theorien zur Welt des Materiellen oftmals übersehen wurden.“

Das Programm im Einzelnen:

Alle Vorträge finden auf dem Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 5, statt. Beginn jeweils 18.15 Uhr.

  • 25. Oktober 2012: Prof. Bernhard Waldenfels (Ruhr-Universität Bochum)
    Die Mitwirkung der Dinge in der Erfahrung
  • 8. November 2012: Prof. Harald Meller (Landesamt Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt)
    Zwischen Logos und Mythos

    Zum „Eigensinn“ der Himmelsscheibe von Nebra. Über die Deutung einer der wichtigsten archäologischen Funde des letzten Jahrhunderts.
  • 29. November 2012: Prof. Monika Wagner (Universität Hamburg)
    Das Material der Dinge

    Ton und Gips als plastische Werkstoffe. Über die Bedeutung von Kunst als Bewahrer ursprünglicher Materialien und ihrer Verarbeitung.
  • 13. Dezember 2012: Prof. Jan Assmann (Universität Heidelberg)
    Festliche Dinge im Alten Ägypten

    Über die Assoziationen, die in Form und Dekoration von Objekten zum Ausdruck kommen.
  • 17. Januar 2013: Prof. Susanne Küchler (University College London)
    Wie Dinge Netzwerke vermitteln

    Über das Wissen der Dinge etwa aus fremden Welten, die die Lagerräume unserer Museen füllen.
  • 7. Februar 2013: Prof. Hans-Jörg Rheinberger (Max-Planck-Institut Berlin)
    Über epistemische Dinge

    Mit Beispielen aus den Biowissenschaften des 20. Jahrhunderts.

Informationen: Prof. Dr. Hans Peter Hahn, Institut für Ethnologie, Prof. Dr. Hans-Markus von Kaenel, Institut für Archäologische Wissenschaften, Campus Westend, 069-798 32293, value@em.uni-frankfurt.de, www.value-and-equivalence.de

Veranstaltungen

Okt 18 2012
11:29

Amerikanische Islamwissenschaftlerin und Frauenrechtlerin hält Vortrag auf Einladung des Cornelia Goethe Centrums

Frauen im Islam – Strategien zur Gleichberechtigung

FRANKFURT. In der Reihe „Geschlechterverhältnisse in den Weltreligionen“ ist die amerikanische Islamwissenschaftlerin und Frauenrechtlerin Amina Wadud am Mittwoch (24. Oktober) zu Gast in der Goethe-Universität. Sie berichtet in ihrem Vortrag „Islam, Gender and Reform“ über die Grundlagen und Herausforderungen eines „Islamischen Feminismus“. Die öffentliche Veranstaltung des Cornelia Goethe Centrums findet von 18 bis 20 Uhr auf dem Campus Bockenheim, AfE-Turm (2. Stock, Raum 238) statt.

Die renommierte Wissenschaftlerin zeigt die unterschiedlichen Ansätze in ihren jeweiligen kulturellen Kontexten auf und verknüpft diese gleichzeitig mit möglichen Strategien, um die Gleichberechtigung der Frau zu erreichen, Islamophobie zu bekämpfen und neues Wissen über den Islam zu produzieren. Der Vortrag ist in englischer Sprache.

Amina Wadud lehrte unter anderem in Harvard und an der Universität von Melbourne. Sie ist Visiting Scholar an der Starr King School in Berkeley und Autorin grundlegender Bücher wie „Qur'an and Woman: Re-Reading the Sacred Text from a Woman's perspective“ und „Inside the Gender Jihad: Women's Reform in Islam".

Informationen: Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhaeltnisse, Tel.(069)798-23625, E-Mail: cgcentrum@soz.uni-frankfurt.de, www.cgc.uni-frankfurt.de

Forschung

Okt 18 2012
11:26

Frankfurter Wirtschaftspädagogen untersuchen wirtschaftliche Kompetenz von Lehrkräften und Lehramtsstudierenden / Ausbildung meist mangelhaft

Ökonomische Kenntnisse von Lehrkräften auf dem Prüfstand

FRANKFURT. Wer die ökonomische Bildung von jungen Menschen verbessern möchte, muss ihre Lehrkräfte entsprechend ausbilden. Dieser Einsicht folgend startet die Abteilung Wirtschaftspädagogik am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main ein auf drei Semester angelegtes Forschungsprojekt zur Förderung der ökonomischen Kompetenz von Lehramtsstudierenden und Lehrkräften an allgemeinbildenden Schulen. Das Projekt wird von der Marga-Coing-Stiftung mit 10.000 Euro gefördert.

„Es gibt viele Studien, die belegen, dass Jugendliche nur sehr wenig über wirtschaftliche Zusammenhänge wissen“, erklärt Prof. Dr. Eveline Wuttke, die das Projekt leitet. Zwar wurden die Lehrpläne an den allgemeinbildenden Schulen in den letzten Jahren angepasst. In Hessen gibt es etwa seit 2002 das Fach „Politik und Wirtschaft“, in dem ökonomische Grundkenntnisse vermittelt werden sollen. Doch in den Studienordnungen findet sich die wirtschaftliche Zielsetzung nur bedingt wieder. So müssen angehende „PoWi“-Lehrerinnen und Lehrer in Hessen hauptsächlich Module aus dem Bereich „soziologische und politikwissenschaftliche Grundlagen“ absolvieren, wirtschaftswissenschaftlich orientierte Veranstaltungen sind freiwillig. „Weder die aktuellen PoWi-Lehrkräfte noch die zukünftigen verfügen somit über systematisch erworbene ökonomische Kenntnisse“, sagt Wuttke. „Ihr Wissen in diesem Gebiet ist eher beliebig und entspringt im besten Falle persönlichen Interessen.“

Mit den Mitteln der Marga-Coing-Stiftung sollen nun drei aufeinander aufbauende Masterarbeiten ein Konzept zur Lehreraus- und -weiterbildung entwickeln. Auf der Grundlage von Lehrplananalysen und Interviews mit Lehrkräften wird zunächst analysiert, über welche wirtschaftswissenschaftlichen Kenntnisse (angehende) Lehrkräfte verfügen sollten. Anschließend wird ein Trainings- und Evaluationskonzept entwickelt und an Studierenden getestet. Am Ende steht die kontrollierte Durchführung des Trainings mit Lehramtsstudierenden und Lehrkräften. Die dabei gewonnen Erfahrungen sowie die Ergebnisse der Erfolgsmessung sollen schließlich in Überlegungen einfließen, wie sich das Training im Rahmen der Studienordnung und der Lehrerweiterbildung  verstetigen ließe.

Informationen: Prof. Dr. Eveline Wuttke, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Campus Westend, Tel. (069) 798 34690, wuttke@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Okt 18 2012
11:20

Junger niederländischer Autor liest im Casino auf dem Campus Westend der Goethe-Universität

Aus unspektakulären Themen werden fesselnde Geschichten

FRANKFURT. Aus seinen beiden auch ins Deutsche übersetzten Romanen „Wie es begann“  und „Morgen sind wir in Pamplona“ liest der niederländische Autor Jan van Mersbergen am Mittwoch (31. Oktober) um 19.30 Uhr. Der 1971 geborene Schriftsteller zählt zu den renommiertesten niederländischen Autoren der jüngeren Generation. Diese öffentliche Veranstaltung findet auf Initiative des Lektorats Niederländisch des Fachbereichs Neuere Philologien auf dem Campus Westend, Casino, Raum 1.802 (1. Stock) statt, der Eintritt ist frei. Die Lesung ist in Niederländisch und in Deutsch.

Jan van Mersbergen hat bereits sechs erfolgreiche Romane veröffentlicht, wobei der letzte „Naar de overkant van de nacht“ (2011) für die drei großen Literaturpreise 2012 nominiert war. „Zo begint het“ („Wie es begann“)  und „Morgen zijn we in Pamplona“ („Morgen sind wir in Pamplona“) wurden außer ins Deutsche auch ins Englische und Französische übersetzt, sein letzter Roman erschien sogar auf Spanisch und Türkisch. In „Wie es begann“ schreckt eine Zeitungsmeldung  vier Menschen auf, deren Lebensläufe sich sonst nie gekreuzt hätten. In „Morgen sind wir in Pamplona“ geht es um eine Männerfreundschaft, die ihre Intensität aus dem Ungesagten gewinnt, zwei Männer sind auf der Flucht vor sich selbst, vor dem, was ihr Leben ausmacht.

In seinen Romanen behandelt van Mersbergen – wie es scheint – unspektakuläre Themen, aber er versetzt sich so tief in die verschiedenen Charaktere, dass die Geschichte äußerst fesselnd wird. Das Ende ist immer völlig unerwartet. Jan van Mersbergens gelungene Struktur in Kombination mit viel Sinn fürs Detail, Kenntnis über die menschliche Psyche und ihre Tiefen, und eine saubere, fast ätherische Sprache, reißen den Leser mit in die Tiefen einiger faszinierender Persönlichkeiten. Nichts Menschliches scheint ihm fremd zu sein.

Informationen: Laurette Artois, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Lektorat Niederländisch, Campus Westend, Tel.: (069) 798 32851, artois@lingua.uni-frankfurt.de

www.uni-frankfurt.de/fb/fb10/IDLD/Niederlaendische_Sprache_Literatur_Kultur/index.html

Forschung

Okt 16 2012
10:06

Boehringer Ingelheim Stiftung fördert Krebsforscher Krishnaraj Rajalingam

Dem Körper helfen, Krebszellen gezielt zu vernichten

FRANKFURT. Krebszellen können sich auch deshalb ungehemmt vermehren, weil der Körper sie nicht mehr als defekt erkennt und eliminiert. Das liegt unter anderem an einer Gruppe von Proteinen, den so genannten Apoptose-Inhibitoren, die den programmierten Zelltod (Apoptose) hemmen. In Krebszellen kommen sie gehäuft vor und sind daher auch das Ziel neuer Wirkstoffe, die derzeit klinisch erprobt werden. Die physiologische Rolle der Apoptose-Inhibitoren ist derzeit kaum bekannt. Für die weitere Erforschung dieser Proteingruppe erhält der Zellbiologe Dr. Krishnaraj Rajalingam vom Institut für Biochemie II der Goethe-Universität in den kommenden drei Jahren bis zu 825.000 Euro von der Boehringer Ingelheim Stiftung. Er wurde in das Perspektiven-Programm PLUS 3 aufgenommen, mit dem die Stiftung neue Anreize für die Verbesserung der medizinischen Grundlagenforschung in Deutschland schaffen möchte.

Dr. Krishnaraj Rajalingam, geboren in Mayiladuthurai, Indien, studierte von 1995 bis 2000 Lebenswissenschaften an der Bharathidasan University und kam anschließend nach Deutschland, wo er am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin seine Doktorarbeit schrieb. 2008 wechselte er als Nachwuchsgruppenleiter im Emmy-Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft an das Institut für Biochemie II der Goethe-Universität.

Rajalingams internationale Arbeitsgruppe konnte kürzlich aufklären, welche Rolle Apoptose-Inhibitoren bei der Wanderung von Zellen und damit bei der Metastasierung von Krebs spielen. Mithilfe der Förderung durch die Boehringer Ingelheim Stiftung möchte er nun erforschen, wie genau Apoptose-Inhibitoren in gesunden und kranken Zellen funktionieren. Ziel ist es, neue Wege zu finden, dem Körper bei der Vernichtung von Krebszellen zu helfen.

Ein Porträtfoto zum Download finden Sie: hier.

Informationen: Dr. Krishnaraj Rajalingam, Institut für Biochemie II, Universitätsklinik, Tel.: 069-63015450, rajalingam@biochem2.uni-frankfurt.de

Die Boehringer Ingelheim Stiftung ist eine eigenständige und gemeinnützige Stiftung zur Förderung der medizinischen, biologischen, chemischen und pharmazeutischen Wissenschaft. Errichtet wurde sie 1977 von Hubertus Liebrecht (1931 – 1991), einem Mitglied der Gesellschafterfamilie des Unternehmens Boehringer Ingelheim. Mit dem Perspektiven-Programm PLUS 3 möchte die Boehringer Ingelheim Stiftung herausragenden Nachwuchsgruppenleiterinnen und -leitern in Medizin, Biologie und Chemie die Möglichkeit geben, das eigenständige Forschungsprofil weiter zu entwickeln und die Berufbarkeit zu erlangen. Das Programm ist als Impuls zur Verbesserung der medizinischen Grundlagenforschung in Deutschland gedacht. Weitere Informationen zur Stiftung und ihren Förderprogrammen: www.boehringer-ingelheim-stiftung.de.

Sonstige

Okt 15 2012
15:58

Aktuelle Ausgabe der Zeitung UniReport zum Semesterstart bietet Schwerpunkt zum Thema Sucht und Drogen

Auch Arzneimittel haben Abhängigkeitspotenzial

FRANKFURT. Hat der jugendliche Drogenkonsum zugenommen? Eine Studie des Centre for Drug Research an der Goethe-Universität, die in der neuen Ausgabe des UniReport vorgestellt wird, weist in eine andere Richtung. Die unter Frankfurter Jugendlichen durchgeführte Untersuchung zeigt auf, dass die Jugendlichen keineswegs früher anfangen zu trinken. Der Alkoholkonsum ist sogar zurückgegangen. Allerdings, das zeigt die Studie auch, konsumiert ein Fünftel der Jugendlichen Drogen in einer riskanten Menge.

Die Drogengeschichte von Michael Jackson haben zwei Frankfurter Pharmakologen, Prof. Dingermann und Prof. Steinhilber, aus wissenschaftlicher Sicht analysiert. Sie unterstreichen die Bedeutung von „legalen“ Drogen für heutige Suchtgeschichten und appellieren dabei besonders an Pädagogen und Eltern, den Gebrauch von Arzneimitteln mit Abhängigkeitspotenzial bei jungen Menschen verantwortungsvoll zu beobachten.  

Weitere Themen der aktuellen Ausgabe:

  • 10 Jahre Bologna-Reform: Goethe-Universität zieht Bilanz
  • Liebling der Medien: Hirnforschung zwischen Labor und Talkshow
  • Organisierte Verantwortungslosigkeit: Der neue Gesundheitsweise Prof. Gerlach über Mängel im Gesundheitssystem
  • Erfolgreiche Olympionikin: Goethe-Studentin Betty Heidler über ihre Tage in London 2012.

Die aktuelle Ausgabe des UniReport steht zum kostenlosen Download bereit unter www.unireport.info/43518412/unireport_5-12.pdf

 Kontakt: Dr. Dirk Frank, Pressereferent, Pressereferent /stv. Leiter, Abteilung Marketing und Kommunikation, Tel. (069) 798-23753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Okt 15 2012
15:46

Vortrag und Diskussion am 23. Oktober 2012 am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität

Das Private hat auch im Web seinen Wert

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Das Internet kommt ins Gerede - vor allem offline. Zeitungsdossiers warnen vor der Macht der großen vier: Apple, Amazon, Facebook und Google. Bücher berichten darüber, wie wir im Web „entmündigt“ würden. Zu den zentralen Themen der Debatten gehören das Private und die Selbstbestimmung. Denn was heißt „privat“ noch, wenn im Netz – ob man nun immer will oder nicht – selbst intime Details verfügbar sind? Und hat die Privatheit in der digitalen Welt überhaupt noch einen Wert, oder muss das Konzept womöglich ganz neu interpretiert werden? Der Begriff des Privaten wirft im Zeitalter sozialer Netzwerke grundsätzliche Fragen auf. Sie stehen im Mittelpunkt eines Vortrags mit anschließender Podiumsdiskussion zum

Thema: „Online und Offline. Die soziale Bedeutung des Privaten“
am: Dienstag, dem 23. Oktober 2012, um 18.30 Uhr
Ort: Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe

Die interessierte Öffentlichkeit ist nach vorheriger Anmeldung herzlich willkommen. Den Auftaktvortrag des Abends hält die Philosophieprofessorin Beate Rössler. Sie wird der Frage nachgehen, was wir als Gesellschaft einbüßen, wenn wir unsere Privatheit mehr und mehr verlieren: Wie verändern sich soziale Beziehungen, wie verändern wir uns, und wie verändert sich die Gesellschaft, wenn der Wert des Privaten an Bedeutung verliert? Wenn der Schutz des Privaten gefährdet ist, so die zentrale These Beate Rösslers, ist nicht nur die Möglichkeit individueller Autonomie gefährdet, sondern auch die Möglichkeit sozialer Interaktion sowie sozialer Praktiken und Zusammenhänge. Die Philosophin wird in ihren Ausführungen auch die möglichen Unterschiede der sozialen Bedeutung des Privaten online und offline erörtern – und zwar nicht nur theoretisch, sondern auch anhand konkreter Beispiele: Freundschaften in der „echten“ Welt und Freundschaften im Netz.

Die Einführung der Veranstaltung liegt in den Händen des Frankfurter Rechtsphilosophen Klaus Günther. Die Moderation hat Spiros Simitis, Professor für Rechtswissenschaft an der Goethe-Universität und Datenschutzspezialist. Auf dem Podium sitzen der Psychologe Christoph Engemann, die Schriftsteller und Blogger Christian Heller und Kathrin Passig sowie der Journalist Konrad Lischka. Die Veranstaltung ist Teil des Projekts „Digitales Selbst. Ende der Privatheit – Befreiung oder Bedrohung?“, das seit dem vergangenen Wintersemester von der Johanna Quandt Universitäts-Stiftung am Forschungskolleg gefördert wird. Am Folgetag der öffentlichen Podiumsdiskussion findet eine wissenschaftliche Tagung statt.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer:

Prof. Beate Rössler lehrt Praktische Philosophie an der Universität Amsterdam und befasst sich mit theoretischen und praktischen Problemen der Autonomie. Sie veröffentlichte die Studie „Der Wert des Privaten“ sowie „Von Person zu Person. Zur Moralität persönlicher Beziehungen“ (mit Axel Honneth).

Christoph Engemann, Psychologe, arbeitet am Internationalen Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie (IKKM) der Bauhaus-Universität Weimar über Digitale Identität/Authentifikationsmedien und ihre Geschichte.

Prof. Klaus Günther lehrt Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht an der Goethe-Universität. Er ist Mitglied des Direktoriums am Forschungskolleg Humanwissenschaften und Co-Sprecher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität.

Christian Heller, Schriftsteller und Blogger, protokolliert in seinem PlomWiki als Post-Privacy-Experiment öffentlich seinen Tagesablauf. 2011 erschien sein Buch „Post-Privacy. Prima leben ohne Privatsphäre“ im Verlag C.H. Beck.

Konrad Lischka, Journalist, verantwortet als stellvertretender Leiter das Ressort Netzwelt bei SPIEGEL ONLINE.

Kathrin Passig, Schriftstellerin, Journalistin und Bloggerin, erhielt 2006 den Ingeborg-Bachmann-Preis für ihre Erzählung „Sie befinden sich hier“. Im Herbst 2012 erscheint bei Rowohlt „Internet – Segen oder Fluch“ (mit Sascha Lobo).

Prof. Spiros Simitis lehrt Rechtswissenschaften an der Goethe-Universität und ist Mitglied des Direktoriums des Forschungskollegs Humanwissenschaften. Der langjährige Datenschutzbeauftragte des Landes Hessen bekleidet zahlreiche internationale Ämter und ist als Berater u.a. für die Europäische Union aktiv.

Anmeldung:

Andreas Reichhardt, Tel: (06172) 13977-16, Fax: (06172) 13977-39, a.reichhardt@forschungskolleg-humanwissenschaften.de, www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Informationen:

Prof. Dr. Klaus Günther, Direktorium, Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe- Universität, k.guenther@jur.uni-frankfurt.de;

Ingrid Rudolph, Geschäftsführerin des Forschungskollegs, Tel.: 06172-13977-10, i.rudolph@forschungskolleg-humanwissenschaften.de  

Veranstaltungen

Okt 12 2012
16:06

Dritte lateinamerikanische Woche auf dem Campus Westend, 13.-21. Oktober

Kulturelles und Kulinarisches aus Lateinamerika

FRANKFURT. Lateinamerika auf dem Campus Westend: Ein buntes Programm an Literatur, Ausstellungen, Vorträgen, Konzerten, Cine Latino, Kulinarischem und Folklore wird in der Woche vom 13. bis 21. Oktober an der Goethe-Universität Frankfurt präsentiert: Die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) und Evangelische Studierendengemeinde (ESG) werden Gastgeber für internationale Begegnung und Austausch sein. Lateinamerika wird mit seinen Facetten die Besucher bezaubern, faszinieren und herausfordern.

Diese Veranstaltungsreihe wird von den Hochschulgemeinden (KHG und ESG), dem International Office der Goethe-Universität und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst ausgerichtet. Des Weiteren unterstützen die Lateinamerikanischen Konsulate in Frankfurt, die Mittelamerikanischen Botschaften in Berlin, Bildungs- und Kulturinstitutionen Deutschlands und Lateinamerikas, entwicklungspolitische Institutionen der Kirchen sowie insbesondere lateinamerikanische Studierende diese einzigartige Veranstaltung im Rhein-Main Gebiet.

Eröffnung: Die Dritte Lateinamerikanische Woche wird offiziell am Montag, den 15. Oktober um 19.00 Uhr von Prof. Werner Müller-Esterl, Präsident der Goethe-Universität, eröffnet. Weitere Redner sind Frau Stadträtin Dr. Eskandari-Grünberg, Integrationsdezernentin der Stadt Frankfurt, Botschafter Céxar Amaral, Generalkonsul von Brasilien in Frankfurt, Karla Luzette Betetta, Geschäftsträgerin Botschaft von Nicaragua in Deutschland und Präsidentin Pro-Témpore der mittelamerikanischen Botschaften in Deutschland. Lateinamerikanische Klänge untermalen die Eröffnungsfeierlichkeiten. Im Anschluss findet die Vernissage der Ausstellung „Lateinamerikanische Künstler in Frankfurt“ mit Bildern von José Luis Morales (Chile), Clélia Apostel (Brasilien) und Lia Thoma (Brasilien) statt.

Veranstaltungsort:  Campus Westend, Siolistr. 7, 60323 Frankfurt am Main; jeweils im Saal der KHG und der ESG.

Nähere Informationen unter www.lateinamerika-im-westend.de und www.khg-frankfurt.de

Veranstaltungen

Okt 12 2012
16:00

Festvortrag zum 30 jährigen Bestehen der Universität des 3. Lebensalters, 17. Oktober

Erfolgsgeschichte: akademisches Bildungsprogramm für ältere Menschen

FRANKFURT. Bereits 1982 wurde die Universität des 3. Lebensalters als eingetragener Verein an der Goethe-Universität eröffnet. Damit startete auch das  akademische Bildungsprogramm für ältere Menschen, das in jedem Semester vielfältige Zugänge zur wissenschaftlichen Bildung bietet. Aus Anlass des Jubiläums hält Prof. Dr. Dr. h. c. Günther Böhme einen öffentlichen Festvortrag, der durch ein Grußwort des Vizepräsidenten der Goethe-Universität Prof. Dr. Matthias Lutz-Bachmann eingeleitet wird:

„Die Wissenschaft und die Landschaften des Geistes“
am Mittwoch, dem 17.10.2012, von 14 – 16 Uhr,
im Hörsaal H VI / Hörsaalgebäude der Universität, Mertonstraße 17 – 21.

Professor Günther Böhme hat den Charakter und die Entwicklung der Universität des 3. Le-bensalters (U3L) wesentlich geprägt. Schon an der Gründung beteiligt hatte er von 1984 bis Juni 2012 den Vorsitz inne. Seine Theorie der Bildung im Alter bildet das  philosophisch-wissenschaftliche Fundament der Einrichtung. Seine Fähigkeit für die „Landschaften des Geistes“ zu begeistern ist von den Studierenden hoch geschätzt. Sicherlich wird der Vortrag bei-des exzellent verbinden.  Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

Innerhalb der letzten 30 Jahre etablierte sich die U3L zu einer Bildungseinrichtung von be-achtlicher Größe. Auf vielfache Weise mit der Goethe-Universität verbunden engagiert sie sich auch im Rahmen der Bürgeruniversität. Die Zahl von 3000 Studierenden ist längst über-schritten. Interesse und Motivation sind für die Teilnahme ausschlaggebend, formale Zu-gangsvoraussetzungen sind nicht zu erfüllen.

Die älteren Studierenden schätzen die Uni als Ort der Bildung und kritischen Auseinander-setzung auf hohem Niveau. Das Vorlesungsverzeichnis wird jedes Semester ungeduldig er-wartet.  Das Spektrum der Angebote reicht von Vortragsreihen über Vorlesungen und Seminare verschiedener Fachgebiete bis hin zu Projekten und einem Studiengang. Ein großer Kreis von hervorragenden Lehrbeauftragten ist regelmäßig an der U3L engagiert. Auf die Bilanz nach 30 Jahren kann die U3L stolz sein. Ergänzend zu ihrem allgemeinen Bildungsprogramm hat sie sich der Förderung der Alternsforschung gewidmet, und zwar lange bevor der Begriff „Demografische Entwicklung“ populär wurde. In Studien und Projektdokumentationen lassen sich einige  Ergebnisse nachlesen.

So selbstverständlich Bildung im Alter heute geworden ist: In einer Gesellschaft des Wandels und des langen Lebens stellt sich die Frage nach einer optimalen Gestaltung von Bildung und Lernen im Lebenslauf immer wieder neu. Mit großem Engagement werden an der U3L auch in Zukunft Antworten eigener Prägung entwickelt; auch weiterhin wird alles daran gesetzt, mit einem interessanten und qualitativ hochwertigen Programm wissenschaftliche Bildung zu ermöglichen.

Kontakt: Claudia Koch-Leonhardi, Tel: 069/798-28490, koch-leonhardi@em.uni-frankfurt.de, www.u3l.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Okt 11 2012
15:46

Graduiertenkolleg gewährt Blick hinter die Kulissen: Ausstellung „Werte im Widerstreit“ im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Brautgeschenke in Westafrika – Münzweihen in römischen Brunnen – Palastanlagen in Syrien

FRANKFURT/WIESBADEN. Jede Gesellschaft oder Kultur hat eine andere Vorstellung von „wertvollen Dingen“ und ihren Äquivalenten. Die Ausstellung „Werte im Widerstreit – Von Bräuten, Muscheln, Geld und Kupfer“, die heute in Wiesbaden eröffnet wird und bis zum 16. Dezember in der Ausstellungshalle im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst zu sehen ist, erschließt in lebendiger und spannender Weise 16 Studien von Doktorandinnen und Doktoranden aus der Archäologie, Ethnologie und Volkswirtschaft.

„Damit betreten das Graduiertenkolleg ‚Wert und Äquivalent‘ der Goethe-Universität und die Deutsche Forschungsgemeinschaft Neuland“, betont der Sprecher des Kollegs Prof. Dr. Hans-Markus von Kaenel, „erstmals werden die laufenden Forschungen von Studierenden eines Graduiertenkollegs einer Öffentlichkeit präsentiert, bevor sie in Fachpublikationen erscheinen.“ So erhalten die Nachwuchswissenschaftler die einzigartige Gelegenheit, mit einer Ausstellung ihre Dissertationen zu visualisieren und gleichzeitig praxisbezogen zu arbeiten. Das Publikum wiederum kann den Forschenden bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen und einen Blick hinter die Kulissen der universitären Tätigkeiten werfen.

Seit 2010 geht eine international zusammengesetzte Gruppe von 20 Doktorandinnen und Doktoranden unter der Leitung von zehn Professorinnen und Professoren der Goethe-Universität sowie einer Professorin der TU Darmstadt den Fragen nach: „Wodurch erhalten Dinge ihren Wert und wie verändert er sich im Lauf der Zeit? Wie wird Wert im jeweiligen gesellschaftlichen Kontext bestimmt und ist der Wert eines Objektes durch Äquivalente präziser zu fassen?“ „Indem die Ausstellung – zum Teil ungewöhnliche – Formen der Erzeugung, Umwandlung und Definition von Wert präsentiert, leistet sie einen Beitrag zur Diskussion über dieses aktuelle Thema und eröffnet neue Sichtweisen auf ein Problem, das jeden von uns angeht“, erläutert die Kuratorin Dr. Charlotte Trümpler. Untersucht werden Keramikobjekte, Bronzeskulpturen, Elefantenstoßzähne, Keilschrifttexte, Steinbeile, Muscheln und Münzen aus ganz unterschiedlichen Kulturen und Zeiten. Dabei erstreckt sich der räumliche Bogen vom 4. Jahrtausend v. Chr. bis in die Gegenwart und geographisch von Südostasien über den Vorderen Orient, Europa und Afrika, bis nach Nordamerika.

Graduiertenkollegs fördern den wissenschaftlichen Nachwuchs und haben unter anderem zum Ziel, den interdisziplinären Diskurs anzuregen. Bei den Vorbereitungen zur Ausstellung hatten die Doktoranden die Gelegenheit, sich intensiv mit den Forschungsthemen anderer Fachgebiete auseinanderzusetzen. Denn wann sonst diskutieren Archäologen, Ethnologen und Volkswirte über die Gemeinsamkeiten ihrer Dissertationsthemen? Die 16 ganz unterschiedlichen Themen wurden  in vier Bereiche gegliedert. Diese Gruppierung macht deutlich, welch überraschende Übereinstimmungen die verschiedenartigen Themen haben können.

  • Geld und Gewicht: Von der Entstehung des frühsten Gewichtssystems in Mesopotamien/Irak über die Entwicklung der Münze in Griechenland bis zur Geldtheorie des Frankfurter Wirtschaftswissenschaftlers Bernhard Laum.
  • Materialwert: Wie wird ein Palast im 3. Jahrtausend v. Chr. in Syrien gebaut und welchen Wert hatten die Ladungen von gesunkenen römischen Schiffen? Warum verwendete man noch in der Bronzezeit Steingeräte und wie funktionierte das komplexe System der Produktion und Verteilung der Nok-Terrakotten in Nigeria?
  • Ritual: Ist der Münzwurf im Trevibrunnen in Rom, bei dem sich Touristen einen Wunsch erfüllen wollen, heute gleich bedeutend wie antike Münzopfer in Flüssen und Seen? Und wieso werden noch heute Ahnenschätze in Ostindonesien von Katholiken in einem Ritual verehrt?
  • Momente: Die Forschungen über den Brautpreis in Westafrika korrigieren die weit verbreitete Vorstellung, dass die Braut gekauft wird. Und was nehmen alte Leute mit, die ihre Wohnung auflösen und ins Altenheim ziehen? Welchen Wert besitzt ein Objekt, zu dem sie eine lebenslange Beziehung hatten?

Ein wichtiger Bestandteil der Ausstellung sind die Medien Film und Fotografie. Zwei Studierende aus dem Fachbereich Kunstpädagogik mit Schwerpunkt Film der Goethe-Universität haben einen einführenden Film erstellt. Sie führten mit den Doktoranden Interviews und begleiteten sie während ihren Forschungen. Den innovativen Filmemachern ist es gelungen, mit dem neugierigen Blick von Außenstehenden einen pfiffigen, lebendigen Film mit Gegenwartsbezug zu produzieren. In weiteren Videos, die die Doktoranden während ihren Forschungen erstellten, können die Besucher an einer Brautzeremonie in Burkina Faso teilnehmen, einer Zeremonie von Ahnenschätzen beiwohnen, die Bautätigkeit eines syrischen Palastes aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. erleben und beobachten wie Ösenringe, die den Göttern geweiht wurden, untersucht werden. Geschichten vom letzten Umzug in das Altersheim runden die Ausstellung ab.

Die Umsetzung der Ideen in eine gestalterische Form erfolgte durch Ursula Gillmann, Professorin an der Hochschule Darmstadt, und Studierende ihres Fachbereich Gestaltung. Zusammen mit den Doktoranden des Graduiertenkollegs erarbeitete sie ein ästhetisch ansprechendes Konzept für die Präsentation. Damit Besucher und Doktoranden am Schluss auch etwas in der Hand halten können, das die Ausstellung widerspiegelt, wurde eine Begleitpublikation mit 80 Seiten und 120 Abbildungen erstellt. In dieser sind alle 16 wissenschaftlichen Arbeiten, analog zur Präsentation, knapp und für eine breite Öffentlichkeit gut lesbar zusammengefasst und reich mit Fotografien ausgestattet.

Die Ausstellung ist bis 16. Dezember, dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostenlos. Sie findet statt in Ausstellungshalle im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Rheinstraße 23-25, Wiesbaden. Die Ausstellung wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und den Freunden und Förderern der Goethe-Universität.

Bildmaterial und Bildtexte als Download: hier (.zip, 20MB)

Informationen: Dr. Charlotte Trümpler, Kuratorin der Ausstellung, mobil 0179 7104028, truempler@em.uni-frankfurt.de; auf Anfrage wird die Pressemappe mit der reich bebilderten Begleitpublikation (80 Seiten und 120 farbigen und s/w Abbildungen) sowie einer DVD mit dem Einführungsfilm zur Verfügung gestellt; im Internet: www.value-and-equivalence.de (inkl. Auflistung der Dissertationsprojekte)

Veranstaltungen

Okt 11 2012
15:36

Frankfurter Bürger-Universität bietet öffentliche Diskussionsreihe im Zeichen der Finanzkrise / Programmbroschüre präsentiert insgesamt 109 Veranstaltungen

Bleibt die Demokratie auf der Strecke?

FRANKFURT. . Bereits zum achten Mal lädt die Frankfurter Bürger-Universität dazu ein, die thematische Vielfalt der Goethe-Universität zu entdecken. Vom 10. Oktober 2012 bis zum 16. März 2013 locken populärwissenschaftliche Vorlesungen, Führungen, Ausstellungen und Konzerte. Fast 110 Veranstaltungen bieten die Möglichkeit, Forschung und ihre Akteure kennen zu lernen und mit ihnen in Kontakt zu treten.

Auch in diesem Semester steht mit Demokratie im Würgegriff der Finanzmärkte?“ eine Hauptreihe im Mittelpunkt des Programms, die eigens für die Bürgeruniversität entwickelt wurde. An insgesamt sechs Abenden zwischen November 2012 und Februar 2013 werden drängende Fragen unserer Zeit behandelt und diskutiert: Inwieweit bedroht die anhaltende Finanzkrise auch das demokratische System? Wie stark und in welchen Bereichen beeinflusst die gegenwärtige Krisensituation das gesellschaftliche Miteinander? Auch die Frage, ob Forschung Politik und Öffentlichkeit mehr Orientierung geben sollte, wird im Rahmen dieser Reihe näher betrachtet werden.

Schirmherr der Bürger-Universität ist der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann, der sein starkes Interesse an dieser Reihe bekundet: „Demokratie im Würgegriff der Finanzmärkte? Keine Stadt bietet sich zur Beantwortung dieser Frage besser an als Frankfurt. Diese Diskussion, die uns alle angeht, nicht im (viel zitierten) „Elfenbeinturm“ der Universität, sondern mitten in unserer Stadt und mit den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt zu organisieren, das ist ein großes, vor allem aber notwendiges Vorhaben.“

Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl sagte: „Die Bürgeruniversität der Goethe-Universität ist aus dem geistigen Leben dieser Stadt nicht mehr wegzudenken. Innerhalb kurzer Zeit ist ein großer Freundeskreis dieser populärwissenschaftlichen Angebote entstanden. Als eine der größten deutschen Universitäten in bürgerschaftlicher Tradition sehen wir es als Verpflichtung an, öffentliche Diskussionsangebote zu wichtigen Themen zu machen, die viele Menschen beschäftigen. Ich hoffe, dass wir damit zur Versachlichung der Debatte um Finanzkrise und Occupy beitragen können.“

Peter Feldmann ist nur einer von vielen bekannten Namen, die an der Diskussionsreihe teilnehmen werden. Zugesagt haben nicht nur die Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Dr. Frank Schirrmacher und Prof. Werner D´Inka, sondern auch angesehene Wissenschaftler der Goethe-Universität: Prof. Otmar Issing, der ehemalige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, Regulierungs- und Bankenexperten Prof. Jan-Pieter Krahnen und Prof. Andreas Hackethal, die Soziologen Prof. Sighard Neckel und Prof. Tilman Allert, der Wirtschaftshistoriker Prof. Werner Plumpe, der Philosoph Prof. Axel Honneth und der Psychologe Prof. Rolf Haubl. Mit dabei sind auch Politiker wie Dr. Sahra Wagenknecht, Karlheinz Weimar und Franz Müntefering (angefragt); zudem Vertreter der Wirtschaft wie Dr. Gertraud Traud, Chefvolkswirtin der Helaba und Dr. Christopher Pleister, Leitungsausschussvorsitzender der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung. Sich einbringen werden sich auch Mitglieder von Occupy Frankfurt.

Kuratiert wurde diese Reihe von Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter der Abteilung Marketing und Kommunikation der Goethe-Universität und Sina Weinhold, in Kooperation mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Evangelischen Akademie in Hessen und Nassau.

Wie üblich werden alle Veranstaltungen in einem Programmheft zusammengefasst, das an rund 50 verschiedenen Orten Frankfurts kostenlos ausliegt, aber auch direkt über die Universität bezogen werden kann. Neben der Reihe zur Finanzkrise enthält das Programm weitere Highlights, zum Beispiel die Vortragsreihe der Stiftungsgastprofessur Wissenschaft und Gesellschaft, Vom Eigensinn der Dinge.“ Philosophen, Archäologen und Ethnologen erläutern darin die widersprüchlichen Erfahrungen mit der Welt der Gegenstände und die unauflösbare Verbindung von Mensch und Ding.

Die traditionsreiche und bundesweit beachtete Poetikgastdozentur gestaltet im Wintersemester Michael Lentz, dessen Werk u.a. mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet wurde.

Das Verhältnis Mensch-Tier steht im Mittelpunkt einer Veranstaltungsreihe der Wissenschaftlichen Gesellschaft der Goethe-Universität. Besonders empfehlenswert ist mit Sicherheit auch das Thema von Prof. Annette Zimmer, die Inhaberin der Alfred Grosser-Stiftungsgastprofessur im aktuellen Wintersemester. Sie spricht über „Zivilgesellschaft – Herausforderung und Potenziale“. Vorträge der Filmwissenschaft, des Fritz Bauer Instituts und die vom Cornelia Goethe Centrum veranstaltete Reihe “Geschlechterverhältnisse in den Weltreligionen“, versprechen weitere interessante Einblicke in Forschungsgebiete der Universität. Musikalisch bereichert wird das Programm durch die Konzerte der Frankfurter Universitätsmusik und dem Kammerorchester „Skyline Symphony“.

Übersicht Einzeltermine

„Demokratie im Würgegriff der Finanzmärkte – Diskussionsreihe mit Experten und Bürgern“

  • 12. NOVEMBER 2012*
    Auftaktveranstaltung
    Am Scheideweg
    Krise des Kapitalismus – Krise der Demokratie?
    Diskussion mit Prof. Christoph Deutschmann, Peter Feldmann, Occupy Frankfurt und Dr. Frank Schirrmacher
    Moderation: Manfred Köhler
  • 26. NOVEMBER 2012
    Ohnmächtige Demokratie – autistische Ökonomie
    Wer kontrolliert Finanzsystem und Ratingagenturen?
    Diskussion mit Prof. Jan-Pieter Krahnen, Franz Müntefering (angefragt), Dr. Gertraud Traud und Prof. Annette Zimmer
    Moderation: Manfred Köhler
  • 10. DEZEMBER 2012
    Falsche Anreize
    Ruiniert Gier die Basis unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens?
    Diskussion mit Prof. Stefan Alkier, Prof. Guido Friebel, Prof. Rolf Haubl und Prof.Sighard Neckel
    Moderation: Dr. Rainer Hank
  • 17. DEZEMBER 2012
    Enteignung der öffentlichen Hand
    Von der Banken- zur Schuldenkrise?
    Diskussion mit Prof. Ottmar Issing, Dr. Christopher Pleister, Dr. Sahra Wagenknecht und Mark Wahrenburg
    Moderation. Lisa Nienhaus
  • 14. JANUAR 2013
    Wissenschaft als Krisenhelfer
    Muss Forschung Politik und Öffentlichkeit mehr Orientierung geben?
    Diskussion mit Prof. Tilman Allert, Prof. Andreas Hackethal und Karlheinz Weimar
    Moderation: Sascha Zoske
  • 28. JANUAR 2013
    Was hat’s gebracht
    Occupy als Anfang einer neuen Bürgerbewegung?
    Diskussion mit Prof. Axel Honneth, Occupy Frankfurt und Prof. Werner Plumpe
    Moderation: Dr. Melanie Amann

*Oper Frankfurt
Holzfoyer (Ebene 1. Rang)
Untermainanlage 11 (Willy-Brandt-Platz)
60311 Frankfurt

Evangelische Akademie
in Hessen und Nassau e.V.
Römerberg 9
60311 Frankfurt

Beginn jeweils 19.30 Uhr. Eintritt frei

Mehr Informationen: www.buerger.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Okt 11 2012
11:12

Symposium mit Merz-Stiftungsgastprofessorin Marjan van den Akker

Evidenzbasierte Medizin trifft Multimorbidität

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

zum Symposium „Evidence-Based Medicine Meets Multimorbidity: A Blind Date?“ mit der diesjährigen Merz- Stiftungsgastprofessorin Marjan van den Akker laden wir Sie herzlich ein

am 17. Oktober von 9:30 Uhr bis 18:00 Uhr
im
Vortragssaal der Deutschen Nationalbibliothek, Adickesallee 1, 60322 Frankfurt.

Internationale Wissenschaftler aus den Bereichen evidenzbasierte Medizin und Multimorbidität diskutieren die Dilemmata und Herausforderungen der Multimorbidität sowie Strategien, diese zu überwinden. Sie zeigen die Probleme auf, die sich aus Multimorbidität und Multimedikation ergeben und erörtern, welche Entscheidungshilfen die evidenzbasierte Medizin schon jetzt liefern kann. Das Symposium findet im Rahmen der Friedrich-Merz-Stiftungsgastprofessur statt, die seit 1985 an Forscher aus der Pharmazie und Humanmedizin vergeben wird.

Marjan van den Akker ist außerordentliche Professorin im Fachbereich Allgemeinmedizin der Universität Maastricht (School for Public Health and Primary Care; Caphri) und Gastdozentin an der Katholischen Universität Leuven (Belgien). Sie war Gründungsmitglied der „International Research Community on Multimorbidity“ und ist an verschiedenen nationalen wie internationalen Forschungsprojekten beteiligt, die sich den Themen Multimorbidität und Multimedikation widmen.

Das Programm finden Sie als Download hier.

In der Mittagspause (12.25 – 13.25 Uhr) haben Sie Gelegenheit zu einem Gespräch mit Prof. Marjan van den Akker und Prof. Ferdinand Gerlach, Kurator der Stiftungsgastprofessur und Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität. Bitte teilen Sie uns per Mail (hardy@pvw.uni-frankfurt.de) mit, ob wir mit Ihrem Kommen rechnen dürfen.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Anne Hardy
Referentin für Wissenschaftskommunikation

Die Friedrich-Merz-Stiftungsgastprofessur

Die Friedrich-Merz-Gastprofessur wurde im Dezember 1985 anlässlich des 100. Geburtstags von Friedrich Merz gestiftet. Ziel ist es, jedes Jahr einen besonders angesehenen Wissenschaftler aus den Bereichen der Pharmazie oder Humanmedizin an die Universität Frankfurt zu berufen. Die Stiftungsgastprofessur ist benannt nach dem Firmengründer Friedrich Merz, der als einer der ersten Mitglieder der Senckenbergischen Gesellschaft mit der Frankfurter Universität eng verbunden war und die Wissenschaft gefördert hat. Die Gastprofessur und das Symposium bieten Forschern aus der Hochschule und der Industrie alljährlich die Gelegenheit zum Wissensaustausch und zu einer weitergehenden Zusammenarbeit.

Veranstaltungen

Okt 11 2012
09:05

Messe unistart bietet neuen Studierenden informatives Programm zum Semesterbeginn. 11. Oktober, Campus Westend, ab 13 Uhr

Oberbürgermeister begrüßt Erstsemester der Goethe-Uni

FRANKFURT. Jedes Semester entscheiden sich mehrere tausend junge Menschen für ein Studium an der Goethe-Universität. Mit der Veranstaltung „unistart“ begrüßen Universität und Stadt gemeinsam alle Studienanfängerinnen und Studienanfänger. Zentrale Bereiche der Universität und ausgewählte Partner stellen sich auf der Messe von 13 bis 17 Uhr im Hörsaalzentrum vor und informieren über die vielseitigen Angebote, wie etwa Auslandsstudium, Sportmöglichkeiten und Campus-Leben.

Besonderes Highlight in diesem Jahr: Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann wird die Studierenden persönlich begrüßen. Um 15.00 Uhr wird er gemeinsam  mit der Vizepräsidentin der Goethe-Universität, Prof. Tanja Brühl, und dem AStA-Vorstand Daniel Katzenmaier zu den Erststudierenden im Audimax sprechen.

Die anschließende große Party bietet den Studierenden die Möglichkeit, erste Kontakte an der Universität zu knüpfen. Die Studienanfängerinnen und Studienanfänger werden persönlich eingeladen und bekommen ihre Eintrittskarten bei Abholung der Goethe-Card im Studien-Service-Center (SSC) ausgehändigt. Darüber hinaus erhalten alle Erstsemester als Willkommensgeschenk eine Tasche der Universität, die für jede unistart-Veranstaltung individuell gestaltet und angefertigt wird. Begrüßung und Messe finden im Hörsaalzentrum, die Party im Casino auf dem Campus Westend, statt. DJs von planet radio sorgen dann dafür, dass die erste Party unvergesslich wird.

„unistart“ ist eine Veranstaltung der Goethe-Universität Frankfurt, organisiert von der Tochtergesellschaft der Universität, CAMPUSERVICE; die unistart-Party wird von der Universität gemeinsam mit planet radio gestaltet.

Medienvertreter sind herzlich zur Veranstaltung eingeladen! Die Messe „unistart“ bietet die ideale Möglichkeit, sich einen Eindruck von den neuen Studierenden, ihren Erwartungen und Interessen zu machen.

Kontakt: Dr. Dirk Frank, Pressereferent, Abteilung Marketing und Kommunikation, Tel. (069) 798-23753, mobil: 0170-2107012, frank@pvw.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Okt 11 2012
09:01

Alfred Wittinghofer über molekulare Schalter als Ziel für die Tumortherapie

Prominenter Krebsforscher an der Goethe Universität

FRANKFURT. Seit über 30 Jahren erforscht der Biochemiker Alfred Wittinghofer die molekularen Schalter in der Zelle, die die unbegrenzte Zellteilung und damit Krebs auslösen können. In seinem Vortrag an der Goethe-Universität im Rahmen der Vortragsreihe Perspectives in Oncology fasst er seine Forschungsergebnisse der letzten Jahrzehnte zusammen und erklärt, wie diese zur erfolgreichen Tumortherapie verwendet werden können.

Wann? Dienstag, 16. Oktober, 18:15 Uhr
Wo?
Klinikum der Goethe-Universität, Hörsaal-Gebäude 22, Hörsaal 1

Welche Rolle Gen-Mutationen bei der Entstehung von Krebs spielen, weiß wohl niemand besser als der Direktor der Abteilung Strukturelle Biologie am Max Planck Institut für Molekulare Physiologie in Dortmund. Seine Forschung konzentriert sich auf eine Gruppe von Krebsgenen, die in einem Drittel aller Krebsfälle mutiert sind. Diese sogenannten ras-Onkogene wurden zuerst in Rattentumoren entdeckt und stellen den Dreh- und Angelpunkt in einem Netzwerk komplizierter Signalkaskaden dar.

Im Menschen ist es vor allem die Aktivierung des K-Ras-Onkogens, die zu bösartigen Krebsformen wie Bronchial- oder Bauchspeicheldrüsen-Karzinomen führt. In den 1980er Jahren gelang es Wittinghofer, durch biochemische und biophysikalische Analysen die Ras-Funktion näher zu charakterisieren und schließlich die Kristallstruktur von aktivem H-Ras zu lösen. Dadurch konnte geklärt werden, warum einige Ras-Mutanten unter bestimmten Umständen Krebs auslösen können. Ras wurde somit als attraktives Target für die Tumortherapie erkannt und ist bis heute Gegenstand intensiver Forschung. Für seine grundlegenden Beiträge zum Verständnis der zellulären Signaltransduktion erhielt Wittinghofer unter anderem 2003 die Warburg Medaille, eine der wichtigsten Ehrungen im Bereich der Biochemie in Deutschland.

Informationen: Prof. Ivan Dikic, Institut für Biochemie II, Campus Niederrad, Tel: (069) 6301-5652, ivan.dikic@biochem2.de.

Veranstaltungen

Okt 10 2012
11:49

8. Frankfurter Bürger-Universität macht die Finanzkrise zum Thema und diskutiert mit zahlreichen Experten und Bürgern

Demokratie im Würgegriff der Finanzmärkte?

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

nach dem anhaltenden Erfolg der Frankfurter Bürger-Universität präsentiert die Goethe-Universität auch im Wintersemester zum 8. Mal ein umfangreiches Programm: Vom 10. Oktober bis zum 16. März stehen unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Peter Feldmann und Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl insgesamt 109 Veranstaltungen auf dem Programm, die aktuelle Forschung in allgemeinverständlicher Form präsentieren und Einblicke in verschiedene Bereiche der Universität ermöglichen. Wie bereits in den zurückliegenden Semestern, bietet eine begleitende Broschüre Orientierung und Informationen über die Vielfalt an Veranstaltungen. Besonders hinweisen möchten wir auf die eigens für die Frankfurter Bürger-Universität entwickelte Hauptreihe: „Demokratie im Würgegriff der Finanzmärkte?“ In Kooperation mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Evangelischen Akademie in Hessen und Nassau, greift die Reihe eine der global drängendsten Fragen auf: Inwieweit bedroht die Finanzkrise unser demokratisches System? Dazu diskutieren u.a. Wissenschaftler der Goethe-Universität wie Prof. Ottmar Issing, Prof. Rolf Haubl und Prof. Jan-Pieter Krahnen, Politiker wie Dr. Sarah Wagenknecht und Karlheinz Weimar, Frankfurter Occupy-Aktivisten, die Chefvolkswirtin der Frankfurter Helaba, Dr. Getraud Traud und Dr. Christoph Pleister von der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilsierung.

Die sechs Abende umfassende Reihe sowie das vielfältige Gesamtprogramm der Frankfurter Bürger-Universität möchten wir Ihnen im Rahmen eines Mediengesprächs vorstellen. Auch im Namen von Oberbürgermeister Peter Feldmann, dem Schirmherren der Frankfurter Bürger-Universität, laden wir Sie daher herzlich ein:

am: Donnerstag, den 11. Oktober 2012, um 13 Uhr
Ort: Büro
des Oberbürgermeisters, Römerberg 23, 60311 Frankfurt am Main

Als Gesprächspartner erwarten Sie Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl und Oberbürgermeister Peter Feldmann. Bitte teilen Sie uns mit, ob wir mit Ihrem Kommen rechnen dürfen (ott@pvw.uni-frankfurt.de).

Mit besten Grüßen

Dr. Olaf Kaltenborn
Leiter Abteilung Marketing und Kommunikation

www.buerger.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Okt 8 2012
15:30

Ausstellung über legendäre Sekretärin von Siegfried Unseld in der Deutschen Nationalbibliothek, 10.-20. Oktober.

„Für Burgel Zeeh, das Glück des Hauses“

FRANKFURT. Ob Uwe Johnson oder Thomas Bernhard, ob Wolfgang Koeppen oder Max Frisch – für mehr als eine Generation von Autoren führte kein Weg an Burgel Zeeh (1937-2009) vorbei. Sie wechselte 1967 von Luchterhand zu Suhrkamp, wo sie fortan das Vorzimmer des Verlegers Siegfried Unseld leitete. Für die zeitgenössischen Autoren und Kollegen in der Verlagsbranche wurde sie zur Institution. Pretiosen aus ihrem persönlichen Nachlass erzählen ein Stück gelebter Literaturgeschichte.

Die Ausstellung der Deutschen Nationalbibliothek findet in Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt statt. Kurator ist Wolfgang Schopf (Universitätsarchiv).

Die Ausstellungseröffnung ist am Dienstag, 9.Oktober, um 19 Uhr. Begrüßung: Dr. Eliabeth Niggemann, Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek; Grußwort: Prof. Dr. Katharina Mommsen; Erinnerungen eines Freundes: Peter Bichsel; Einführung in die Ausstellung: Wolfgang Schopf.

Anmeldung und weitere Informationen: Deutsche Nationalbibliothek, Adickesallee 1, 60322 Frankfurt am Main, Tel: (069) 1525-1905, ausstellungen-frankfurt@dnb.de        

Veranstaltungen

Okt 8 2012
15:28

Ausstellung von Doktoranden der Goethe-Universität im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Von Bräuten, Muscheln, Geld und Kupfer

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Ausstellung „Werte im Widerstreit – Von Bräuten, Muscheln, Geld und Kupfer“ erschließt in lebendiger und spannender Weise 16 Studien von Doktoranden aus der Archäologie, Ethnologie und Volkswirtschaft. Damit betreten das Graduiertenkolleg „Wert und Äquivalent“ der Goethe-Universität und die Deutsche Forschungsgemeinschaft Neuland. Präsentiert werden – oft überraschende – Objekte wie Biberfelle, Elefantenstoßzähne, Keilschrifttexte, Steinbeile, Muscheln und Münzen. Ein einführender Film porträtiert die Forscher bei ihrer Arbeit und gibt einen seltenen Blick hinter die Kulissen der universitären Tätigkeit.

Zur Pressevorbesichtigung der Ausstellung laden wir Sie herzlich ein

am: Donnerstag, dem 11. Oktober, um 16 Uhr
Ort: Ausstellungshalle des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, Rheinstraße 23-25, 65185 Wiesbaden.

Prof. Hans-Markus von Kaenel, Sprecher des Graduiertenkollegs „Wert und Äquivalent“ der Goethe-Universität, und Dr. Charlotte Trümpler, Kuratorin der Ausstellung, informieren über Details der Ausstellung und über das Graduiertenkolleg.

Im Anschluss um 18 Uhr findet die Eröffnung der Ausstellung statt, bei der Ingmar Jung, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, der Präsident der Goethe-Universität Prof. Werner Müller-Esterl und Dr. Robert Paul Königs, Leiter der Abteilung Fachliche Angelegenheiten der Deutschen Forschungsgemeinschaft sprechen werden.

Die Ausstellung wird vom 12. Oktober bis 16. Dezember, dienstags bis sonntags von 11-17 Uhr geöffnet sein. Eintritt kostenlos. Zur Ausstellung erscheint eine reich bebilderte Begleitpublikation mit 80 Seiten und 120 farbigen und Schwarz-Weiß-Abbildungen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Charlotte Trümpler, Kuratorin der Ausstellung

Informationen: Dr. Charlotte Trümpler, Kuratorin der Ausstellung, Tel: 0179 7104028, truempler@em.uni-frankfurt.de; auf Anfrage wird die Pressemappe nach der Eröffnung mit der reich bebilderten Begleitpublikation (80 Seiten und 120 farbigen und s/w Abbildungen) sowie einer DVD mit dem Einführungsfilm zur Verfügung gestellt.

Forschung

Okt 5 2012
12:13

Untersuchung zur Hypochondrie – Psychologen suchen Betroffene für weitere Studie

Psychotherapie bei Krankheitsängsten: Nennenswerte Verbesserung bereits nach drei Therapiesitzungen

FRANKFURT. Bereits nach drei speziellen therapeutischen Sitzungen verbessert sich die Lebenssituation von Menschen erheblich, die unter der Angst leiden, eine ernsthafte Krankheit zu haben. Das zeigen Auswertungen einer Studie, die zurzeit an der Goethe-Universität läuft und über die der Frankfurter Psychologe Dr. Florian Weck und seine Mitautoren soeben in der Fachzeitschrift Cognitive Therapy and Research berichtet haben.

Wenn sich jemand gelegentlich um seine Gesundheit sorgt, lässt dies die Psychologen noch nicht aufhorchen. Bei manchen Menschen geht aber die Angst vor ernsthaften Krankheiten so weit, dass sie sich nahezu jeden Tag damit beschäftigen, ob sie ernsthaft erkrankt sind. Diese besonders ausgeprägte Form bezeichnen die Wissenschaftler als Hypochondrie. Die Betroffenen sind durch die Rückversicherung des Arztes meist nur kurzzeitig beruhigt und haben nach einiger Zeit wieder Zweifel, ob sie auch wirklich gesund sind. Um diese Unsicherheit zu reduzieren, suchen Personen mit Krankheitsängsten auch häufig im Internet nach Informationen über mögliche Krankheiten oder versuchen bei Angehörigen Rückversicherung zu bekommen. „Vermehrte Aufmerksamkeit auf körperliche Symptome und Rückversicherungsverhalten sehen wir als wichtige Faktoren für die Aufrechterhaltung von Krankheitsängsten an“, erläutert der Leiter der Frankfurter Studie, Dr. Florian Weck.

Zwei unterschiedliche Behandlungsansätze, die in der Studie verglichen wurden, zeigen ähnlich gute Resultate: In der Konfrontationstherapie geht es eher um die Auseinandersetzung mit den Ängsten; dagegen ist die Kognitive Therapie stärker darauf ausgerichtet, die Bewertung von körperlichen Symptomen und das häufig überschätzte eigene Risiko für Krankheiten zu verändern. Interessant ist der schnelle therapeutische Erfolg. So zeigt sich in Folge der Strategien, die die Patienten in der Therapie erlernten, eine bedeutsame Abnahme von krankheitsbezogenen Ängsten bereits nach den ersten drei therapeutischen Sitzungen.

In der einen Gruppe wurde ein Aufmerksamkeitstraining durchgeführt, in dem die Patienten lernen, ihre Aufmerksamkeit weg von ihrem Körper und hin zu Sinneseindrücken in ihrer Umwelt zu richten; dies gehörte zur Kognitiven Therapie. Und in der anderen Gruppe wurde als Teil der Konfrontationstherapie angestrebt, sich nicht ständig bei Angehörigen oder Ärzten rückversichern zu müssen, wie es um die eigene Gesundheit steht. „Wir freuen uns, dass die Behandlung bereits nach drei therapeutischen Sitzungen zu so deutlichen Erfolgen führt. Natürlich sind diese drei Sitzungen aber noch nicht ausreichend, da die Patienten häufig seit Jahren unter Krankheitsängsten leiden“, so Weck.

Insgesamt umfasst das Behandlungsangebot 15 Therapiesitzungen, von denen bisher nur die ersten drei Sitzungen genauer betrachtet wurden. Die Behandlungsstudie läuft voraussichtlich noch bis Sommer 2013. Es werden noch Betroffene gesucht, die sich eine Behandlung wegen ihrer Krankheitsängste wünschen und an der Studie teilnehmen möchten.

Informationen: Julia Neng und Dr. Florian Weck, Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie, Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaften, Campus Bockenheim, Tel.: (069) 798 - 23994, neng@psych.uni-frankfurt.de, weck@psych.uni-frankfurt.de

Literaturangabe: Weck, Neng & Stangier (2012). The effects of attention training on the perception of bodily sensations in patients with hypochondriasis: a randomized controlled pilot trial. Cognitive Therapy and Research. DOI 10.1007/s10608-012-9482-3. Zusammenfassung unter http://www.springerlink.com/content/g4l6kj2m8v3r3140/

 

Forschung

Okt 4 2012
16:19

Struktur und Dynamik eines „Helfer-Proteins“ aufgeklärt

Den Tricks der Tuberkulose-Bakterien auf der Spur

FRANKFURT. Tuberkulose-Bakterien können über viele Jahre im Körper überleben, weil sie von den Fresszellen (Makrophagen) des Immunsystems zwar eingeschlossen, aber nicht immer abgetötet werden können. Sobald der infizierte Mensch geschwächt ist, etwa durch Alkoholismus, AIDS oder das Immunsystem unterdrückende Medikamente, kann die Krankheit ausbrechen. Warum das Mykobakterium tuberkulosis sich der „Verdauung“ durch die Makrophagen widersetzt, ist nur ansatzweise erforscht. Eine wichtige Rolle spielt dabei ein spezifisches Protein, das von den Bakterien freigesetzt wird, um deren Überleben in Makrophagen zu sichern. Ein Forscherteam der Goethe-Universität hat die Struktur und Dynamik dieses Proteins jetzt aufgeklärt und herausgefunden, warum es bisher nicht durch spezifische Wirkstoffe ausgeschaltet werden konnte. Die Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe des Journal of Biological Chemistry veröffentlicht.

Bei dem untersuchten Protein handelt es sich um die Protein Tyrosin Phosphatase A, kurz MptpA, mit einer Bindungstasche für Reaktionspartner. In MptpA gibt es drei flexible Molekülregionen, die zusammen eine Art Tasche bilden. Sobald ein Bindungspartner an diese Regionen andockt, ändern sie ihre Orientierung und gehen von einer offenen in eine geschlossene Konformation über, ähnlich wie bei einem Rucksack, den man zuschnürt und schließt. Um das Protein durch einen Wirkstoff gezielt ausschalten zu können, müsste man diesen so entwerfen, dass er optimal in die Bindungstasche passt und mit ihr eine starke Bindung eingeht. Damit wäre eine Manipulation der Makrophagen durch MptpA nicht mehr möglich und das Tuberkulosebakterium würde verdaut werden, wie die meisten anderen Bakterien auch.

„Das Problem ist, dass man bisher nur Strukturdaten von MptpA im gebundenen Zustand kannte. Das war für ein computergestütztes Wirkstoffdesign irreführend, denn die Bindungstasche erscheint dann viel enger“, erklärt die Chemikerin Tanja Stehle, die das Protein im Rahmen ihrer Doktorarbeit am Institut für Organische Chemie und Chemische Biologie von Prof. Harald Schwalbe untersuchte.

„Die Lösung bestand darin, das ungebundene Protein mittels NMR-Spektroskopie in wässriger Lösung zu untersuchen“, berichtet Dr. Henry Jonker, Postdoktorand im Arbeitskreis von Prof. Schwalbe. Dazu haben die Chemiker das MptpA zusätzlich mit nicht-radioaktiven Isotopen markiert. Aus den Experimenten konnte durch aufwändige Rechnungen nicht nur die Struktur des ungebundenen Proteins, sondern auch seine Dynamik aufgeklärt werden. „Tatsächlich hat der Rucksack eine größere Öffnung, als bisher angenommen, wir haben also mehr Platz fürs Wirkstoffdesign“, fasst Stehle die wichtigste Erkenntnis zusammen. Die neuen Strukturdaten sollten es nun Wirkstoff-Designern ermöglichen, Moleküle zu entwerfen, die das MptpA gezielt blockieren können.

Ein Bild erhalten Sie auf Anfrage von Anne Hardy (hardy@pvw.uni-frankfurt.de)

Bildtext: Struktur des Proteins MptpA, von Tuberkulosebakterien (rechts) freigesetzt, um nicht von Makrophagen verdaut zu werden. Hintergrund: Torax Aufnahme von TBC Patient, Boden NMR-Spektrum von MptpA.

Publikation:

Tanja Stehle et al.: The Apo-structure of the Low Molecular Weight Protein-tyrosine Phosphatase A (MptpA) from Mycobacterium tuberculosis Allows for Better Target-specific Drug Development, Journal of Biological Chemistry, Vol. 287, Issue 41, 34569-34582, October 5, 2012, DOI: 10.1074/jbc.M112.399261.

Informationen:

Prof. Harald Schwalbe, Institut für Organische Chemie und Chemische Biologie, Campus Riedberg, Tel.: 069-798-29737, schwalbe@nmr.uni-frankfurt.de.

Diplom-Chemikerin Tanja Stehle, Tel.: 069-798-29933, stehle@nmr.uni-frankfurt.de.

Dr. Henry Jonker, Tel.: 069-798-29137, h.jonker@nmr.uni-frankfurt.de.

Forschung

Okt 4 2012
11:18

Beitrag zur Geschichte der reichsten Ente der Welt in der aktuellen Ausgabe von „Forschung Frankfurt“

Dagobert Duck: Vom Griesgram zum Fantastilliardär

FRANKFURT. Onkel Dagobert hat in Zeiten der Finanzkrise, der Diskussion über Gier und Geiz Hochkonjunktur – kaum eine Occupy-Veranstaltung ohne den Enterich als überlebensgroße Marionette. Niemand verkörpert Besitzstreben, Reichtum und die Macht der Finanzwelt eindeutiger als die reichste Ente der Welt. Dr. Bernd Dolle-Weinkauff, international anerkannter Comic-Forscher an der Goethe-Universität, geht in seinem Beitrag in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Forschung Frankfurt der Geschichte von Dagobert Duck nach und zeigt auf, welche Stationen er auf dem Weg zur Perfektion durchlief.

1944 schuf Carl Barks das legendäre Entenhausen (im amerikanischen Original »Duckburgh«) und als einen der profiliertesten Bewohner jenen Scrooge McDuck, der von der langjährigen deutschen Übersetzerin Erika Fuchs im seit 1951 erscheinenden Micky-Maus-Heft in Dagobert Duck umgetauft wurde. „In der Namensgebung des amerikanischen Originals, den Barks als misanthropen alten Enterich in grünem Hausgewand mit breitem Schottenkaro-Kragen zeichnete, verweist er absichtsvoll auf den notorischen Geizhals Ebenezer Scrooge in Charles Dickens‘ Erzählung A Christmas Carol von 1843“, erläutert der Frankfurter Literaturwissenschaftler.

Doch bis Dagobert Duck zu einer „Stehenden Figur“ wurde, wie sie in Comics mit ihren stets gleichen Stärken und Schwächen üblich sind, vergingen einige Jahre. In seinem zweiten Auftritt 1948 ist er noch weit entfernt von dem Nimbus des skrupellosen Monopolkapitalisten: In der Geschichte Das Gespenst von Duckenburgh will Dagobert weder ins Bild vom skrupellosen Kapitalisten noch vom heimtückischen Griesgram passen. Denn hier gibt Dagobert den netten Opa, der seine Neffen sehr höflich darum bittet, ihm bei der Sicherung seines legitimen Erbes in der schottischen Heimat behilflich zu sein. Dazu Dolle-Weinkauff: „Dieser jähe Umschlag der Charakterzüge zwischen zwei aufeinanderfolgenden Geschichten vom nörglerischen Menschenfeind zum treuherzigen Großvater zeigt an, dass die Figur Dagoberts noch sehr unfertig war.“

In den 15 Auftritten, die bis zur 1953 etablierten eigenen Heftreihe uncle scrooge zu verzeichnen sind, setzt sich der Choleriker immer stärker gegen den Besonnenen, der Despot gegen den freundlichen Alten durch. „Zum entscheidenden Merkmal aber baut Carl Barks über verschiedene Stufen sein fetischistisches Verhältnis zu Geld und Gewinn auf, das dem Leser wachsendes Vergnügen am höchst wunderlichen Umgang mit Reichtum beschert“, so der Comic-Forscher. „Dazu gehört zunächst, dass Dagoberts Existenz aller bloß profan wirkenden Professionalität entkleidet und mit Mythen ausgestattet wird, die im Hinblick auf realhistorische Kapitalakkumulation eher parodistisch wirken.“ Dazu gehörte die Frage, wo der Fantastilliardär sein Geld wohl unterbringen mag. Er nutzte ein riesiger Speicher, der sich – im Milieu dieser Story nicht ganz unplausibel – als ein von Münzen und Scheinen überquellendes, hölzernes Futtersilo präsentiert. „Bereits mit der noch im gleichen Jahr erschienenen Story Eingefrorenes Geld hat Dagobert jedoch den Übergang vom Agrar- zum urbanen Finanzkapitalismus vollzogen, und der Hort seines Schatzes steht auf einem Hügel in Entenhausen – in Form jenes überdimensionalen, mit allen technischen Finessen gesicherten Tresors“, beschreibt Dolle-Weinkauff. „Der Übergang zu Hightech ist allerdings auch dringend angesagt, denn mit den von Barks just zu dieser Zeit in die Serie neu eingeführten Panzerknackern sind Dagobert mächtige Gegner erwachsen, deren höchst erfindungsreiche Attacken nur darauf gerichtet sind, den reichsten zum ärmsten Mann der Welt zu machen.“

Den Zustand der Vollkommenheit als „Stehende Figur“ erreicht Dagobert Duck erst, als Geld für ihn den Reiz als Tauschwert verliert, und stattdessen Geld zu besitzen und sich darin baden zu können, für den notorischen Geizhals das Wichtigste wird. Der Literaturwissenschaftler ergänzt: „Das Geldbad wird von nun an zum Ritus, zur in zahllosen Geschichten wieder aufgenommen heiligen Handlung, die stets begleitet ist vom Gebet des reichen Mannes, das da lautet: ‚Es ist mir ein Hochgenuß, wie ein Seehund hineinzuspringen und wie ein Maulwurf darin herumzuwühlen und es in die Luft zu schmeißen, dass es mir auf den Kopf prasselt.‘“

Informationen: Dr. Bernd Dolle-Weinkauff, Institut für Jugendbuchforschung, Campus Westend, Telefon (069) 798-33001, dolle-weinkauff@rz.uni-frankfurt.de

„Forschung Frankfurt“ kostenlos bestellen: ott@pvw.uni-frankfurt.de ; im Internet: www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de/34831594/aktuelle_Ausgabe