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Pressestelle Goethe-Universität

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Sep 11 2025
16:13

Bad Homburg Conference 2025 beschäftigt sich mit Recht und Macht in der internationalen Politik 

Die Verfassung der Welt

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Die Vereinten Nationen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Ziel gegründet, Kriege zu verhindern. Eine starke internationale Rechtsordnung sollte die Beziehungen zwischen den Staaten regeln und dazu beitragen, Konflikte friedlich zu lösen. Angesichts der aktuellen Kriege und Konflikte – in der Ukraine, in Gaza, im Sudan, in Ostasien und andernorts – wirkt diese Ordnung jedoch geschwächt. An die Stelle rechtlicher Mittel zur Konfliktlösung treten machtpolitische Optionen, vor allem in Form von militärischer Gewalt, aber auch von ökonomischem und politischem Druck. Die Gefahr, dass regionale Konfliktherde sich zu weltweiten Kriegen entwickeln, wächst von Tag zu Tag.

Die Bad Homburg Conference 2025 fokussiert auf die grundlegende Frage nach dem ambivalenten Verhältnis von Recht und Macht in der internationalen Politik heute. Unter dem Titel „Die Verfassung der Welt: Recht und Macht in der internationalen Politik“ laden das Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, das Peace Research Institute Frankfurt (PRIF) und die Stadt Bad Homburg v. d. Höhe gemeinsam zur Konferenz

am Freitag, 19. September, 10-17 Uhr
im Forschungskolleg Humanwissenschaften,
Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg v. d. Höhe.

Im Zentrum der Konferenz steht die Frage nach dem bedrohlichen Verlust der bindenden Kraft internationalen Rechts: „Der Wirksamkeit der Vereinten Nationen ist es geschuldet, dass seit 1945 kein Dritter Weltkrieg ausgebrochen ist. Auch die Verbreitung von Atomwaffen wurde durch die Arbeit der Vereinten Nationen auf wenige Staaten beschränkt“, erklärt der Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften Prof. Matthias Lutz-Bachmann. „Doch in der Gegenwart wird das Internationale Recht beständig verletzt – und zu den Hauptakteuren gehören Staaten, die im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit einem Vetorecht ausgestattet sind und die Vereinten Nationen daran hindern, wirksam aktiv zu werden“, so Lutz-Bachmann weiter.

Drei Vorträge und eine Podiumsdiskussion geben Impulse für den Austausch zwischen Öffentlichkeit, Wissenschaft und Praxis. Der Politikwissenschaftler Prof. Michael Zürn (Berlin) zeichnet in seinem Vortrag die Veränderungen der Weltordnung seit dem Ende des 20. Jahrhunderts nach und analysiert deren Folgen für die Gegenwart. Die Politikwissenschaftlerin Prof. Antje Wiener (Hamburg) widmet sich der Resilienz der internationalen Rechtsordnung, konkret der Charta der Vereinten Nationen, und zeigt Optionen auf, wie diese im Lichte starker Anfechtungen gestärkt werden kann. Der Völkerrechtler Prof. Thilo Marauhn (Gießen) klärt über die Funktionsweise, Grenzen und Möglichkeiten des Völkerrechts auf, das er als einen Modus der Konfliktbearbeitung definiert. Auf dem abschließenden Podium diskutieren die Politikwissenschaftlerin Prof. Janina Dill (Oxford), die Völkerrechtlerin PD Dr. Isabelle Ley (Jena) und der Richter am Internationalen Gerichtshof Prof. Georg Nolte (Berlin) mit der Friedens- und Konfliktforscherin Prof. Nicole Deitelhoff, die die Runde auch moderiert, über Macht und Ohnmacht des internationalen Rechts.

„Entrechtlichung bestimmt die Debatte unserer Tage: Ob Ignoranz gegenüber dem humanitären Völkerrecht und seinen Institutionen, die Abwendung gerade der Großmächte von Recht und internationalen Organisationen oder das Einsickern von Freund-Feind-Schemata: Die Bedeutung des Rechts scheint allenthalben zu schwinden. Die Konferenz will diese Phänomene, ihre Entwicklungspfade, aber auch gegenläufige Tendenzen beleuchten und Chancen diskutieren, wie das Recht wieder mehr Macht über die Macht erlangen kann“, sagt Prof. Nicole Deitelhoff, Professorin für Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungen an der Goethe-Universität und Wissenschaftliche Geschäftsführerin des PRIF.

Die Bad Homburg Conferences

Die Bad Homburg Conferences werden seit 2017 gemeinsam vom Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität und der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe veranstaltet. Alljährlich im Herbst bieten sie ein öffentliches Forum der Reflexion über wichtige gesellschaftliche Fragen der Gegenwart.

„Die Bad Homburg Conferences sind ein unverzichtbarer Beitrag zur Stärkung des gesellschaftlichen Diskurses. Sie bieten uns die einzigartige Gelegenheit, aktuelle Herausforderungen unserer Zeit gemeinsam zu reflektieren und zu diskutieren. Es ist von großer Bedeutung, dass wir die Bürgerinnen und Bürger unserer Region aktiv in diese Gespräche einbinden, denn nur durch den offenen Austausch von Ideen und Perspektiven können wir gemeinsam Lösungen für die drängenden Fragen unserer Gesellschaft entwickeln“, erklärt Alexander W. Hetjes, Oberbürgermeister von Bad Homburg v. d. Höhe.

Planungsgruppe: Prof. Dr. Christopher Daase (Goethe-Universität/PRIF), Prof. Dr. Nicole Deitelhoff (Goethe-Universität/PRIF), Dr. Bettina Gentzcke (Stadt Bad Homburg v. d. Höhe), Prof. Dr. Gunther Hellmann (Goethe-Universität/Forschungskolleg Humanwissenschaften), Iris Helene Koban (Forschungskolleg Humanwissenschaften), Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann (Goethe-Universität/Forschungskolleg Humanwissenschaften)

Veranstalter: Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt und Stadt Bad Homburg v. d. Höhe – in Kooperation mit dem Peace Research Institute Frankfurt (PRIF)

Die Veranstaltungsbroschüre mit weiteren Informationen über die Referenten und Vorträge zum Download unter https://www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de/downloads/BHC-2025-Broschuere.pdf

Anmeldung: Die Teilnahme ist kostenlos. Wir bitten um vorherige Anmeldung per E-Mail bis zum 17. September (Anmeldeadresse: anmeldung@forschungskolleg-humanwissenschaften.de). Sie erhalten eine Anmeldebestätigung.

Programm: https://www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de/downloads/BHC-2025-web.pdf

Informationen
Monika Hellstern
Forschungskolleg Humanwissenschaften
Wissenschaftskommunikation
Telefon 06172 13977-45
E-Mail hellstern@forschungskolleg-humanwissenschaften.de 
www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de