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Bad Homburg Conference 2025 beschäftigt sich mit Recht und Macht in der internationalen Politik
FRANKFURT/BAD HOMBURG. Die Vereinten Nationen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Ziel gegründet, Kriege zu verhindern. Eine starke internationale Rechtsordnung sollte die Beziehungen zwischen den Staaten regeln und dazu beitragen, Konflikte friedlich zu lösen. Angesichts der aktuellen Kriege und Konflikte – in der Ukraine, in Gaza, im Sudan, in Ostasien und andernorts – wirkt diese Ordnung jedoch geschwächt. An die Stelle rechtlicher Mittel zur Konfliktlösung treten machtpolitische Optionen, vor allem in Form von militärischer Gewalt, aber auch von ökonomischem und politischem Druck. Die Gefahr, dass regionale Konfliktherde sich zu weltweiten Kriegen entwickeln, wächst von Tag zu Tag.
Die Bad Homburg Conference 2025 fokussiert auf die grundlegende
Frage nach dem ambivalenten Verhältnis von Recht und Macht in der
internationalen Politik heute. Unter dem Titel „Die Verfassung der Welt: Recht
und Macht in der internationalen Politik“ laden das Forschungskolleg
Humanwissenschaften der Goethe-Universität, das Peace Research Institute
Frankfurt (PRIF) und die Stadt Bad Homburg v. d. Höhe gemeinsam zur Konferenz
am Freitag,
19. September, 10-17 Uhr
im
Forschungskolleg Humanwissenschaften,
Am
Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg v. d. Höhe.
Im Zentrum der Konferenz steht die Frage nach dem bedrohlichen
Verlust der bindenden Kraft internationalen Rechts: „Der Wirksamkeit der
Vereinten Nationen ist es geschuldet, dass seit 1945 kein Dritter Weltkrieg
ausgebrochen ist. Auch die Verbreitung von Atomwaffen wurde durch die Arbeit
der Vereinten Nationen auf wenige Staaten beschränkt“, erklärt der Direktor des
Forschungskollegs Humanwissenschaften Prof. Matthias Lutz-Bachmann. „Doch
in der Gegenwart wird das Internationale Recht beständig verletzt – und zu den
Hauptakteuren gehören Staaten, die im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit
einem Vetorecht ausgestattet sind und die Vereinten Nationen daran hindern,
wirksam aktiv zu werden“, so Lutz-Bachmann weiter.
Drei Vorträge und eine Podiumsdiskussion geben Impulse für den
Austausch zwischen Öffentlichkeit, Wissenschaft und Praxis. Der
Politikwissenschaftler Prof. Michael Zürn (Berlin) zeichnet in seinem
Vortrag die Veränderungen der Weltordnung seit dem Ende des 20. Jahrhunderts
nach und analysiert deren Folgen für die Gegenwart. Die
Politikwissenschaftlerin Prof. Antje Wiener (Hamburg) widmet sich der
Resilienz der internationalen Rechtsordnung, konkret der Charta der Vereinten
Nationen, und zeigt Optionen auf, wie diese im Lichte starker Anfechtungen
gestärkt werden kann. Der Völkerrechtler Prof. Thilo Marauhn (Gießen)
klärt über die Funktionsweise, Grenzen und Möglichkeiten des Völkerrechts auf,
das er als einen Modus der Konfliktbearbeitung definiert. Auf dem
abschließenden Podium diskutieren die Politikwissenschaftlerin Prof. Janina
Dill (Oxford), die Völkerrechtlerin PD Dr. Isabelle Ley (Jena) und
der Richter am Internationalen Gerichtshof Prof. Georg Nolte (Berlin)
mit der Friedens- und Konfliktforscherin Prof. Nicole Deitelhoff, die
die Runde auch moderiert, über Macht und Ohnmacht des internationalen Rechts.
„Entrechtlichung bestimmt die Debatte unserer Tage: Ob Ignoranz
gegenüber dem humanitären Völkerrecht und seinen Institutionen, die Abwendung
gerade der Großmächte von Recht und internationalen Organisationen oder das
Einsickern von Freund-Feind-Schemata: Die Bedeutung des Rechts scheint
allenthalben zu schwinden. Die Konferenz will diese Phänomene, ihre
Entwicklungspfade, aber auch gegenläufige Tendenzen beleuchten und Chancen
diskutieren, wie das Recht wieder mehr Macht über die Macht erlangen kann“, sagt
Prof. Nicole Deitelhoff, Professorin für Internationale Beziehungen und
Theorien globaler Ordnungen an der Goethe-Universität und Wissenschaftliche
Geschäftsführerin des PRIF.
Die Bad Homburg Conferences
Die Bad Homburg Conferences werden seit 2017 gemeinsam vom
Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität und der Stadt Bad
Homburg v. d. Höhe veranstaltet. Alljährlich im Herbst bieten sie ein
öffentliches Forum der Reflexion über wichtige gesellschaftliche Fragen der
Gegenwart.
„Die Bad Homburg Conferences sind ein unverzichtbarer Beitrag zur
Stärkung des gesellschaftlichen Diskurses. Sie bieten uns die einzigartige
Gelegenheit, aktuelle Herausforderungen unserer Zeit gemeinsam zu reflektieren
und zu diskutieren. Es ist von großer Bedeutung, dass wir die Bürgerinnen und
Bürger unserer Region aktiv in diese Gespräche einbinden, denn nur durch den
offenen Austausch von Ideen und Perspektiven können wir gemeinsam Lösungen für
die drängenden Fragen unserer Gesellschaft entwickeln“, erklärt Alexander W.
Hetjes, Oberbürgermeister von Bad Homburg v. d. Höhe.
Planungsgruppe: Prof. Dr. Christopher Daase (Goethe-Universität/PRIF), Prof. Dr. Nicole Deitelhoff (Goethe-Universität/PRIF), Dr. Bettina Gentzcke (Stadt Bad Homburg v. d. Höhe), Prof. Dr. Gunther Hellmann (Goethe-Universität/Forschungskolleg Humanwissenschaften), Iris Helene Koban (Forschungskolleg Humanwissenschaften), Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann (Goethe-Universität/Forschungskolleg Humanwissenschaften)
Veranstalter: Forschungskolleg Humanwissenschaften der
Goethe-Universität Frankfurt und Stadt Bad Homburg v. d. Höhe – in Kooperation mit dem Peace Research
Institute Frankfurt (PRIF)
Die Veranstaltungsbroschüre mit weiteren Informationen über
die Referenten und Vorträge zum Download unter https://www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de/downloads/BHC-2025-Broschuere.pdf
Anmeldung: Die Teilnahme ist kostenlos. Wir bitten um
vorherige Anmeldung per E-Mail bis zum 17. September (Anmeldeadresse: anmeldung@forschungskolleg-humanwissenschaften.de).
Sie erhalten eine Anmeldebestätigung.
Programm: https://www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de/downloads/BHC-2025-web.pdf
Informationen
Monika
Hellstern
Forschungskolleg
Humanwissenschaften
Wissenschaftskommunikation
Telefon
06172 13977-45
E-Mail
hellstern@forschungskolleg-humanwissenschaften.de
www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de
Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation,
Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am
Main, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de