​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​​​​

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Pressestelle Goethe-Universität

Theodor-W.-Adorno Platz 1
60323 Frankfurt 
presse@uni-frankfurt.de

 

Mai 16 2022
15:25

Tagung im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität widmet sich Texten und Bildern aus dem 16. Jahrhundert

Eindeutiges und Zweideutiges Schreiben über Religion

FRANKFURT. In einer Zeit, in der der Vorwurf der Häresie lebensbedrohliche Konsequenzen nach sich ziehen konnte, galt es, Zweideutigkeiten in Äußerungen über religiöse Dinge tunlichst zu vermeiden – es sei denn, man wollte die eigenen religiösen Überzeugungen verschleiern oder sich so positionieren, dass man weder bei Katholiken noch bei Protestanten Anstoß erregte. Sowohl das Streben nach konfessioneller Eindeutigkeit als auch das bewusste Ausnutzen von Doppel- und Mehrdeutigkeiten stehen im Mittelpunkt der im Rahmen der Frankfurter Kollegforschungsgruppe Polycentricity and Plurality of Premodern Christianities (POLY) ausgerichteten Tagung „Konfessionelle Codierungen. Ambiguität und Vereindeutigung im 16. Jahrhundert“, die

von Donnerstag, 19. Mai, bis Samstag, 21. Mai
im Forschungskolleg Humanwissenschaften
(Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg)

stattfindet. Gegenstand der Tagung sind u.a. die Selbstinszenierungen der Christina von Schweden, deren Konversion einen der prominentesten Glaubensübertritte des 17. Jahrhunderts darstellte, die Frage nach dem, was in den Dekreten des Konzils von Trient ungesagt blieb und die Ideologie der Eindeutigkeit als problematisches Streben nach (religiöser, sprachlicher, kultureller, ethnischer) ‚Reinheit'.

Die Vorträge sind zum Teil auf Deutsch, zum Teil in englischer Sprache. Unter anderem spricht Ulinka Rublack (Cambridge) über „Art Lovers and Confessional Ambiguity in Early Seventeenth Century Germany“, Marc Föcking (Hamburg) über „‚Lutero' und ‚luterano' in der italienischen Literatur des 16. und frühen 17. Jahrhunderts“ und Wietse de Boer (Miami) über „Drawing Confessional Lines in the Sand. Sixteenth-Century Catholic Controversies about the  Cult of Sacred Images“.

Es sind noch wenige Plätze frei. Anmeldung per E-Mail unter pluralchristianities@em.uni-frankfurt.de.

Programm und Plakat zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/119172895

Weitere Informationen

Prof. Dr. Christine Ott
Institut für Romanische Sprachen und Literaturen
c.ott@em.uni-frankfurt.de

Prof. Dr. Birgit Emich
Historisches Seminar
emich@em.uni-frankfurt.de

http://www.hsozkult.de


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de 

 

Mai 13 2022
10:47

Rolf Sammet Stiftungsgastprofessur zur Genregulation durch mikro-RNA

Gastprofessur an der Goethe-Universität: Kleine Moleküle mit großer Wirkung

David Bartel, einer der weltweit meistzitierten Molekularbiologen und Genetiker, ist in der Woche vom 16. Mai als Rolf Sammet Stiftungsgastprofessor an der Goethe-Universität. Seine mikro-RNA-Forschung ist für die Medizin und Evolutionstheorie relevant.

FRANKFURT. Prof. David Bartel, Forscher am amerikanischen Whitehead Institute und Professor am Massachusetts Intitute of Technology, untersucht, wie Genexpression in Zellen gesteuert wird. Das ist der Vorgang vom Ablesen eines Gens bis zu seiner Übersetzung in ein Protein. Bartel entdeckte, dass dabei kurze RNA-Schnipsel, mikro-RNAs genannt, eine wichtige Rolle spielen. Vom 16. bis 20. Mai hält er als Rolf-Sammet-Stiftungsgastprofessor Vorlesungen an der Goethe-Universität.

RNA-Moleküle mit Regulator-Funktion

Die RNA war lange Zeit nur als Blaupause der DNA bekannt. In dieser Funktion überbringt sie Bauanleitungen für Proteine vom Zellkern zu den Ribosomen (messenger RNA, kurz mRNA), und wird deshalb als „kodierend“ bezeichnet. Vor etwa 20 Jahren fiel aber eine neue Klasse von vergleichsweise kurzen RNA-Molekülen auf, die keine kodierende, sondern eine regulatorische Funktion haben. Da ihre Struktur komplementär zur mRNA ist, können sie dort an bestimmten Zielgenen andocken. So verhindern sie entweder, dass Proteine entstehen, oder dass sie abgebaut werden.

David Bartel hat eine Methode entwickelt, um genau vorhersagen zu können, wo die mikroRNA in pflanzlichen und tierischen Organismen andocken wird. Er hat die molekularen Konsequenzen und die biologische Rolle der mikro-RNA Regulation umfassend erforscht. Unter anderem verhindert sie die Entstehung von Krebs. Auf der Basis dieses Wissens kann man neue Medikamente entwickeln. Dies ist das Ziel der von Bartel mitbegründeten Firma Alnylam Pharmaceuticals. Seine Arbeiten stützen außerdem die Theorie, dass das Leben auf der Erde ursprünglich aus RNA entstanden ist (RNA-Welt-Hypothese).

Die Erforschung der regulatorischen Rolle von RNAs stehen auch im Fokus des Sonderforschungsbereichs 902 „Molekulare Prinzipien der RNA-basierten Regulation“, in dem Forscher aus Frankfurt und Darmstadt seit 2014 zusammenarbeiten. Deshalb freut sich der Sprecher des SFB, Prof. Harald Schwalbe, über die Möglichkeit zur Diskussion und Austausch mit Prof. David Bartel. „Ich kenne die bahnbrechenden Arbeiten von David Bartel seit 2000, jede seiner Veröffentlichungen ist ein Diamant, der den Maßstab für RNA-Forscher setzt“, kommentiert Schwalbe.

Verleihung und erste Vorlesung: Montag, 16. Mai, 17 Uhr

Prof. Bernhard Brüne, Vizepräsident der Goethe-Universität, und Prof. Thomas Prisner, geschäftsführender Vorsitzender des Kuratoriums der Gastprofessur, werden die Rolf-Sammet-Gastprofessur verleihen: am 16. Mai 2022 (Montag) um 17:00 Uhr im Biozentrum, Hörsaal B1 auf dem Campus Riedberg der Goethe-Universität. Danach spricht Prof. David Bartel über „Small RNAs that Regulate Genes and Treat Diseases“. Es folgen im Laufe der Woche je eine Vorlesung für Mediziner in der Universitätsklinik, für Wissenschaftler auf dem Campus Riedberg und im Industriepark Höchst. Auch für Studierende gibt es eine eigene Vorlesung am Mittwoch, dem 18. Mai um 12 Uhr auf dem Campus Riedberg.

Die Rolf Sammet-Gastprofessur, gestiftet von der Aventis Foundation, ist eine der ältesten Stiftungsgastprofessuren an der Goethe-Universität. Sie wurde 1985 von der Hoechst AG gegründet zu Ehren ihres langjährigen Vorstandsvorsitzenden, Prof. Rolf Sammet, der seit 1975 auch Honorarprofessor an der Goethe-Universität war. Seit Januar 2015 wird sie von der Universität in Eigenregie weitergeführt. Die Aventis Foundation hat dafür den Rolf Sammet-Stiftungsfonds an der Goethe-Universität mit einer Million Euro ausgestattet. Jedes Jahr wird ein international renommierter Wissenschaftler auf dem Gebiet der Naturwissenschaften nach Frankfurt eingeladen, um sein Forschungsgebiet und seine aktuellen Arbeitsschwerpunkte in kompakter Form vorzustellen.

Interviewanfragen:
Auf Wunsch können Interviewtermine für Montag, 16. Mai vor der Preisverleihung vermittelt werden.
Kontakt: Dr. Markus Bernards, Tel. 069 798 12498, bernards@em.uni-frankfurt.de

Alle Termine der Rolf-Sammet-Stiftungsgastprofessur:
https://www.uni-frankfurt.de/46321548/sammet


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de 

 

Mai 13 2022
10:43

Die deutsch-französische Hochschule gewährt Mittel für den internationalen Austausch von Nachwuchskräften

Neues Doktorandenkolleg zur Rolle ethnologischer Museen

Ein deutsch-französisches Doktorandenkolleg mit den Standorten Goethe-Universität (Frankfurt) und Sorbonne Nouvelle (Paris) fokussiert auf die Zukunft ethnologischer Sammlungen und Museen. Es soll zur Internationalisierung der Debatte beitragen und zur Klärung des Status von Sammlungen insbesondere mit Beständen aus kolonialen Zusammenhängen.

FRANKFURT. „Den ‚Anderen' repräsentieren: Museen, Universitäten, Ethnologie“ – so lautet der Titel eines Doktorandenkollegs, das Aegidia Soutu, Jean-Louis Georget und Hans P. Hahn bei der deutsch-französischen Hochschule (DFH) eingeworben haben. Es wird am 1. Januar 2023 seine Arbeit aufnehmen und ist an der Goethe-Universität (Frankfurt/M.) sowie an der Universität Paris III (Sorbonne Nouvelle) angesiedelt.

Die zunächst für vier Jahre bewilligte Förderung wird insgesamt zehn Doktoranden zugutekommen, jeweils fünf aus Frankfurt und fünf aus Paris. Das Doktorandenkolleg unterstützt die geförderten Promovierenden zwar nicht über die gesamte Dauer der Promotionsphase (grundständiges Stipendium), gewährt aber sogenannte „Mobilitätsbeihilfen“ (max. 18 Monate à 660,--€), so lange sie sich nicht am „Heimatort“ der Promotion aufhalten. „Die Erfahrung mit anderen deutsch-französischen Doktorandenkollegs zeigt, dass die Aufnahme in ein solches internationales Kolleg die Chancen auf eine Förderung durch den DAAD oder eine politische Stiftung deutlich verbessert“, sagt Prof. Hahn, der an der Goethe-Universität Ethnologie lehrt und für die deutsche Seite das Kolleg verantwortlich leiten wird. Die Bewilligung umfasst außerdem Mittel für Sprachkurse der Promovierenden, für selbstorganisierte Workshops der Promovierenden und internationale Konferenzen.

Diese internationalen Konferenzen nehmen grundlegende Fragen der Museologie in den Blick mit einem besonderen Fokus auf Museen mit ethnologischen Sammlungen. Untersucht werden Fragen nach der Eigenart von „Wissen“ in Museen, nach der Sammlung, nach der Ausstellung und nicht zuletzt nach einer (Neu-)Definition des Museums. Das wissenschaftliche Ziel des Kollegs ist es, Gesellschaft und Politik über die Leistungen und Probleme von Museen über europäische Grenzen hinweg zu informieren. Da auf französischer Seite der frühere Präsident des Internationalen Komitees für Museologie (ICOFOM) der UNESCO, François Mairesse, beteiligt ist, sind im Kolleg spannende Diskussionen über die Zukunft der Museen zu erwarten, die sicher auch das Thema Museumspolitik nicht aussparen werden. Im Hinblick auf ethnographische Sammlungen wird das Kolleg Antworten suchen auf Fragen nach dem kolonialen Charakter dieser Sammlungen, nach der Restitution von Sammlungsteilen sowie zur zukünftigen internationalen Museumskooperation.

Eine Basis für dieses Vorhaben ist eine schon bestehende Gruppe von Doktoranden am Institut für Ethnologie der Goethe-Universität, die sich mit Fragen der Provenienz der Objekte an verschiedenen ethnologischen Sammlungen in Deutschland befassen und zurzeit überwiegend in den Museen (Frankfurt, Karlsruhe, Oldenburg, Lübeck) selbst forschen und arbeiten.  Das Kolleg hat mithin zwei Ziele: Erstens soll es zur Internationalisierung der Debatte über die Zukunft ethnologischer Museen beitragen, zweitens zur Klärung des Status von Sammlungen mit umstrittenen Bewertungen.

Weitere Informationen
Prof. Dr. Hans Peter Hahn
Institut für Ethnologie
Goethe-Universität Frankfurt
Telefon 069 798-33072
E-Mail hans.hahn@em.uni-frankfurt.de
https://tinygu.de/HPH


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Mai 12 2022
15:43

Präsident der Goethe-Universität würdigt einzigartige Teamleistung der Event Horizon Telescope-Kollaboration

Glückwunsch an Luciano Rezzolla zum ersten Bild des Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße

FRANKFURT. Als großartige wissenschaftliche Leistung würdigt der Präsident der Goethe-Universität Frankfurt die heutige Veröffentlichung des Bildes vom supermassiven Schwarzen Loch im Zentrum unserer Milchstraße: „Ich bin begeistert von dem wissenschaftlichen Pioniergeist der Event Horizon Telescope-Kollaboration, die die einst utopische Vision eines erdgroßen virtuellen Radioteleskops verwirklicht hat und uns heute das erste Bild vom Schwarzen Loch im Zentrum unserer Milchstraße präsentiert. Besonders stolz macht mich, dass unser Kollege von der Goethe-Universität, der Theoretische Physiker Professor Luciano Rezzolla, und sein Team von Anfang an Teil dieses Projekts waren. Hier wird auch auf eindrucksvolle Weise deutlich, wie sehr sich die Experimentalphysik und die theoretische Physik gegenseitig brauchen: Erst durch theoretische Simulationsrechnungen waren die Radiowellen, die vom Milchstraßenzentrum aufgenommen wurden, wirklich als Schwarzes Loch interpretierbar.“

Prof. Enrico Schleiff schlägt den Bogen zu dem Physik-Nobelpreis, der 2020 an Reinhard Genzel und Andrea Ghez für ihre Arbeiten zu Sagittarius A* verliehen wurde. „In der vergangenen Woche hatten wir Professor Genzel an der Goethe-Universität zu Gast. Er hat uns vorgestellt, wie er durch exakte Vermessung der Sternbewegungen die Existenz eines supermassiven Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße bewiesen hat“, so der Präsident.

Genzel habe den Stab weitergegeben an Luciano Rezzolla und seine Kollegen, diese Arbeit weiterzuführen. Präsident Schleiff: „Heute hat Luciano Rezzolla mit dem Bild des Schwarzen Lochs umgehend die Antwort auf Professor Genzels Aufforderung präsentiert. Damit hat er, wie Herr Genzel es ausdrückte – endgültig ‚den Deckel drauf gemacht'“. Herzlichen Glückwunsch!“

Die Event Horizon Telescope-Kollaboration wurde 2009 gegründet. Mit einem Synergy Grant des Europäischen Forschungsrats ERC, den 2013 Luciano Rezzolla (Goethe-Universität), Heino Falcke (Universität Nijmegen) Michael Kramer (Max-Planck-Institut für Radioastronomie) einwarben, nahm das Projekt entscheidenden Schwung auf, sodass 2017 das Event Horizon Telescope eine wichtige Messkampagne durchführen konnte. Unterstützt wurde die Auswertung auch durch den ERC Advanced Grant JETSET von Luciano Rezzolla, den er 2021 eingeworben hatte.

Die Resultate sind das 2019 veröffentlichten erste Bildes eines Schwarzen Lochs überhaupt – im Zentrum der Galaxie Messier 87 – und das Bild von Sagittarius A* im Zentrum unserer Milchstraße.

Pressemitteilung zum ersten Bild des Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße 
https://www.puk.uni-frankfurt.de/119035190/Astronomie__Erstes_Bild_des_Schwarzen_Lochs_im_Herzen_der_Milchstra%C3%9Fe


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

  

 

Mai 12 2022
15:09

Erster direkter visueller Beweis – ringförmiges Muster wie bei M87* –  Theoretische Physiker der Goethe-Universität entscheidend bei Interpretation der Daten beteiligt

Astronomie: Erstes Bild des Schwarzen Lochs im Herzen der Milchstraße

Astronom:innen veröffentlichen heute das erste Bild des supermassiven Schwarzen Lochs im Zentrum unserer Milchstraße. Damit zeigen sie auf einzigartige Weise, dass es sich bei dem Objekt tatsächlich um ein Schwarzes Loch handelt. Gleichzeitig geben die Forschungsergebnisse wertvolle Hinweise auf die Funktionsweise solcher supermassiver Schwarzen Löcher, die sich wahrscheinlich in den Zentren der meisten Galaxien befinden. Das Bild wurde von der internationalen Forschungskollaboration „Event Horizon Telescope (EHT)“ gemacht mit Daten eines weltumspannenden Netzes von Radioteleskopen. Theoretische Physiker der Goethe-Universität Frankfurt waren entscheidend bei Interpretation der Daten beteiligt.

FRANKFURT. Bereits vor einiger Zeit beobachteten Wissenschaftler:innen im Zentrum unserer Milchstraße Sterne, die etwas Unsichtbares, Kompaktes und sehr Massives umkreisen. Dies deutete stark darauf hin, dass dieses unsichtbare Objekt – bekannt als (Sgr A*, englisch ausgesprochen als „Sadge-ay-star“) ein Schwarzes Loch ist. Das lange erwartete und heute veröffentlichte Bild liefert den ersten direkten visuellen Beweis dafür, dass es sich bei dem Objekt tatsächlich um ein Schwarzes Loch handelt.

Obwohl wir das Schwarze Loch selbst nicht sehen können – es ist absolut dunkel – leuchtet das Gas um es herum auf charakteristische Weise: Das Bild von Sgr A* zeigt eine dunkle zentrale Region, den Schatten des Schwarzen Lochs, der von einem hellen, ringförmigen Muster umgeben ist. Dies ist das Licht, das durch die ungeheure Schwerkraft des Schwarzen Lochs abgelenkt wird – das Schwarze Loch hat vier Millionen Mal so viel Masse wie unsere Sonne.

„Wir waren verblüfft, wie gut die Größe des Rings mit den Vorhersagen von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie übereinstimmt“, sagt EHT-Projektwissenschaftler Geoffrey Bower vom Institut für Astronomie und Astrophysik der Academia Sinica in Taipeh. „Diese beispiellosen Beobachtungen haben unser Verständnis dessen, was im Zentrum unserer Galaxie geschieht, erheblich verbessert und bieten neue Erkenntnisse darüber, wie diese riesigen Schwarzen Löcher mit ihrer Umgebung in Verbindung stehen.“

Das Schwarze Loch Sgr A* ist 27.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Am Himmel erscheint es uns daher etwa so groß wie ein Donut auf dem Mond. Um ein Bild dieses Schwarzen Lochs zu machen, verbanden das EHT-Wissenschaftsteam acht Radioteleskope auf der ganzen Erde miteinander zu einem virtuellen Riesenteleskop von der Größe der Erde: dem „Event Horizon Telescope (EHT)“ [1]. Mit dem EHT beobachteten sie Sgr A* über mehrere Nächte hinweg und sammelten viele Stunden lang Daten, ähnlich wie bei einer langen Belichtungszeit mit einer Kamera.

Die gewaltigen Mengen an Daten, die aus den Beobachtungen gewonnen wurden, mussten physiktheoretisch interpretiert werden – eine Aufgabe, der sich ein Forschungsteam um den theoretischen Astrophysiker Luciano Rezzolla von der Goethe-Universität Frankfurt widmete. Die Forscher:innen simulierten in Supercomputern anhand der bekannten Informationen über Sgr A*, wie ein Schwarzes Loch in einer Betrachtung durch das EHT aussehen könnte. Auf diese Weise generierten die Wissenschaftler:innen Millionen verschiedener Bilder. Die Bilddatenbank verglichen sie mit den Tausenden verschiedenen Bildern, die aus den EHT-Beobachtungen gewonnen wurden, und konnten daraus die Eigenschaften von Sgr A* ableiten.

Das Bild von Sgr A* ist das zweite Bild eines Schwarzen Lochs, das von der EHT-Kollaboration veröffentlicht wird. Das erste Bild eines Schwarzen Lochs zeigten die Wissenschaftler:innen 2019, es handelte sich um M87* im Zentrum der 55 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie Messier 87.

Die beiden Schwarzen Löcher sehen sich sehr ähnlich, obwohl das Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie mehr als tausendmal kleiner und weniger Masse hat als M87* [2]. „Wir haben zwei völlig unterschiedliche Arten von Galaxien und zwei sehr unterschiedliche Massen von Schwarzen Löchern, aber in der Nähe des Randes dieser Schwarzen Löcher sehen sie sich verblüffend ähnlich“, sagt Sera Markoff, Co-Vorsitzende des EHT-Wissenschaftsrats und Professorin für theoretische Astrophysik an der Universität von Amsterdam in den Niederlanden. „Das sagt uns, dass die Allgemeine Relativitätstheorie im Nahbereich für diese Objekte dominiert und alle Unterschiede, die wir in größerer Entfernung sehen, auf Abweichungen im Material zurückzuführen sein müssen, das die Schwarzen Löcher umgibt.“

Obwohl Sgr A* viel näher an der Erde liegt als M87*, war die Erstellung des Bildes erheblich schwieriger. Der EHT-Wissenschaftler Chi-kwan ('CK') Chan vom Steward Observatory und dem Department of Astronomy und dem Data Science Institute der University of Arizona, USA, erklärt: „Das Gas in der Nähe der Schwarzen Löcher bewegt sich mit der gleichen Geschwindigkeit – fast so schnell wie das Licht – sowohl um Sgr A* als auch um M87*. Aber während das Gas Tage bis Wochen braucht, um das größere M87* zu umkreisen, vollendet es eine Umkreisung um das viel kleinere Sgr A* in nur wenigen Minuten. Das bedeutet, dass sich die Helligkeit und das Muster des Gases um Sgr A* schnell änderten, während die EHT Collaboration es beobachtete – ein bisschen wie der Versuch, ein klares Bild von einem Welpen zu machen, der schnell seinem Schwanz nachjagt.“

Die Forscher:innen mussten wegen der Gaswolken, die sich um Sgr A* herumbewegen, ausgeklügelte neue Technologien entwickeln: Denn im Gegensatz zu M87*, wo alle Bilder nahezu gleich aussahen, waren die von Sgr A* sehr unterschiedlich. Das heute veröffentlichte Schwarze Loch von Sgr A* stellt daher eine Art Durchschnitt dieser unterschiedlichen Bilder dar.

Dies war nur durch die gemeinsame Arbeit von mehr als 300 Forscherinnen und Forschern aus 80 Instituten auf der ganzen Welt möglich, die die EHT-Kollaboration bilden. Fünf Jahre lang entwickelten sie neue Technologien zur Erstellung des Sgr A*-Bildes, analysierten mit Supercomputern die Daten und stellten eine bislang beispiellose Datenbank simulierter Schwarzer Löcher zusammen, um diese mit ihren Beobachtungen zu vergleichen.

Luciano Rezzolla, Professor für Theoretischer Astrophysik an der Goethe-Universität Frankfurt, erläutert: „Masse und Entfernung des Objekts waren bereits vor unseren Untersuchungen sehr präzise bekannt. Daher konnten wir anhand der Größe des Schattens ausschließen, dass es sich bei Sgr A* um ein anderes kompaktes Objekt wie zum Beispiel einen Bosonenstern oder ein Wurmloch handelt und schlussfolgern: ‚Was wir sehen, sieht definitiv wie ein Schwarzes Loch aus!'“

Die Frankfurter Physiktheoretiker nutzten fortgeschrittene numerische Codes und führten umfangreiche Berechnungen durch, um die Eigenschaften des Plasmas zu bestimmen, das vom Schwarze Loch aufgesaugt wird (Akkretion). Rezzolla: „Wir haben drei Millionen synthetischer Bilder errechnet mit unterschiedlichen Akkretions- und Strahlungsemissionsmodellen. Außerdem haben wir Varianten berücksichtigt, die durch unterschiedliche Betrachtungswinkel des Schwarzen Lochs zustande kommen.“

Letzteres war nötig, weil sich das Bild eines Schwarzen Loch radikal ändern kann, je nachdem, aus welchem Winkel es betrachtet wird. „Unsere beiden Bilder von Sgr A* und M87* sind auch deshalb sehr ähnlich, weil wir aus einem nahezu identischen Blickwinkel auf die beiden Schwarzen Löcher sehen“, sagt Rezzolla.

„Um zu verstehen, wie das EHT ein Bild von Sgr A* produziert hat, kann man sich zum Beispiel ein Foto von einem Berggipfel vorstellen, das auf Basis eines Zeitrafferfilms erstellt werden soll“, meint Rezzolla. „Im Zeitrafferfilm wird der Gipfel die meiste Zeit über sichtbar sein, aber immer wieder wird er auch von Wolken verdeckt. Wenn man aus den vielen Einzelbildern ein Durchschnittsbild macht, ist der Gipfel allerdings deutlich zu sehen. Ähnlich ist es bei Sgr A*: Die Daten des EHT haben zu tausenden von Bildern geführt, die aufgrund ihrer Merkmale in vier Klassen gruppiert wurden, aus denen jeweils Durchschnittsbilder errechnet wurden. Das Endergebnis ist das erste deutliche Bild des Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße.“

Dass nunmehr Bilder von zwei Schwarzen Löchern sehr unterschiedlicher Größe vorliegen, ermöglicht es den Forschenden, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Schwarzen Löchern zu verstehen. Die Forschenden testen mit den neuen Daten bereits Theorien und Modelle, um besser vorhersagen zu können, wie sich Gas in der Umgebung supermassereicher Schwarzer Löcher verhält. Man nimmt an, dass dieser Prozess eine Schlüsselrolle bei der Entstehung und Entwicklung Galaxien spielt.

„Jetzt können wir die Unterschiede zwischen diesen beiden supermassereichen Schwarzen Löchern untersuchen, um wertvolle neue Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie dieser wichtige Prozess funktioniert“, sagt EHT-Wissenschaftler Keiichi Asada vom Institut für Astronomie und Astrophysik der Academia Sinica in Taipeh. „Wir haben Bilder von zwei Schwarzen Löchern – eines am oberen und eines am unteren Ende der supermassereichen Schwarzen Löcher im Universum – so dass wir bei der Untersuchung des Verhaltens der Schwerkraft in diesen extremen Umgebungen viel weiter vorankommen können als jemals zuvor.“

Die Forschungen mit dem EHT gehen weiter: Eine große Beobachtungskampagne im März 2022 schloss mehr Teleskope ein als je zuvor. Die laufende Erweiterung des EHT-Netzwerks und bedeutende technologische Upgrades werden es Wissenschaftler:innen ermöglichen, bald weitere eindrucksvolle Bilder sowie Filme von Schwarzen Löchern zu machen.

Eine Reihe von Wissenschaftler:innen sind im Rahmen der EHT-Kollaboration mit der Goethe-Universität Frankfurt assoziiert. Zusammen mit Prof. Luciano Rezzolla haben Dr. Alejandro Cruz Orsorio. Dr. Prashant Kocherlakota und Kotaro Moriyama sowie Prof. Mariafelicia De Laurentis (Universität Neapel), Prof. Christian Fromm (Universität Würzburg), Prof. Roman Gold (Universität Süd-Dänemark), Dr. Antonios Nathanail (Universität Athen), und Dr. Ziri Younsi (University College London) wesentliche Beiträge zur theoretischen Forschung in der EHT-Kollaboration geleistet.

Die Arbeiten wurden vom European Research Council unterstützt.

Fußnoten
[1] Die einzelnen Teleskope, die im April 2017, als die Beobachtungen durchgeführt wurden, am EHT beteiligt waren, sind: das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA), das Atacama Pathfinder EXperiment (APEX), das IRAM 30-Meter-Teleskop, das James Clerk Maxwell Teleskop (JCMT), das Large Millimeter Telescope Alfonso Serrano (LMT), das Submillimeter Array (SMA), das UArizona Submillimeter Telescope (SMT), das South Pole Telescope (SPT). Seitdem hat das EHT das Grönland-Teleskop (GLT), das NOrthern Extended Millimeter Array (NOEMA) und das 12-Meter-Teleskop der UArizona auf dem Kitt Peak in sein Netzwerk aufgenommen.

ALMA ist eine Partnerschaft zwischen der Europäischen Südsternwarte (ESO; Europa, stellvertretend für seine Mitgliedsstaaten), der U.S. National Science Foundation (NSF) und den National Institutes of Natural Sciences (NINS) von Japan, zusammen mit dem National Research Council (Kanada), dem Ministerium für Wissenschaft und Technologie (MOST; Taiwan), dem Academia Sinica Institute of Astronomy and Astrophysics (ASIAA; Taiwan) und dem Korea Astronomy and Space Science Institute (KASI; Republik Korea), in Zusammenarbeit mit der Republik Chile. Das gemeinsame ALMA-Observatorium wird von der ESO, der Associated Universities, Inc./National Radio Astronomy Observatory (AUI/NRAO) und dem National Astronomical Observatory of Japan (NAOJ) betrieben. APEX, eine Zusammenarbeit zwischen dem Max-Planck-Institut für Radioastronomie (Deutschland), dem Onsala Space Observatory (Schweden) und der ESO, wird von der ESO betrieben. Das 30-Meter-Teleskop wird von IRAM betrieben (die IRAM-Partnerorganisationen sind MPG [Deutschland], CNRS [Frankreich] und IGN [Spanien]). Das JCMT wird von der Ostasiatischen Sternwarte im Auftrag des Nationalen Astronomischen Observatoriums von Japan, der ASIAA, der KASI, des Nationalen Astronomischen Forschungsinstituts von Thailand, des Zentrums für astronomische Megawissenschaften und von Organisationen in Großbritannien und Kanada betrieben. Das LMT wird von INAOE und UMass betrieben, das SMA wird vom Center for Astrophysics | Harvard & Smithsonian und ASIAA betrieben und das UArizona SMT wird von der Universität von Arizona betrieben. Das SPT wird von der Universität von Chicago betrieben, wobei die Universität von Arizona spezielle EHT-Instrumente bereitstellt.

Das Greenland Telescope (GLT) wird von der ASIAA und dem Smithsonian Astrophysical Observatory (SAO) betrieben. Das GLT ist Teil des ALMA-Taiwan-Projekts und wird zum Teil von der Academia Sinica (AS) und MOST unterstützt. NOEMA wird von IRAM betrieben und das 12-Meter-Teleskop auf dem Kitt Peak wird von der University of Arizona betrieben.

[2] Schwarze Löcher sind die einzigen uns bekannten Objekte, bei denen die Masse mit der Größe skaliert. Ein Schwarzes Loch, das tausendmal kleiner ist als ein anderes, ist auch tausendmal weniger massereich.

Publikationen:
First Sagittarius A* Event Horizon Telescope Results. I. The Shadow of the Supermassive Black Hole in the Center of the Milky Way. Astropysical Journal Letters (2022), DOI: 10.3847/2041-8213/ac6674 https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/ac6674
Alle 10 Publikationen in den Astrophysical Journal Letters:
Event Horizon Telescope Collaboration, Astrophysical Journal Letters (2022)
https://iopscience.iop.org/journal/2041-8205/page/Focus_on_First_Sgr_A_Results

Bilder zum Download:
https://www.uni-frankfurt.de/119021712

1) EHT_PR_Main_Image_Original.tiff
Schwarzes Loch Sgr A*
Das erste Bild des Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße: Sagittarius A*. Bild: EHT-Kollaboration

2) Simulation_AccretionDisk_SgrAStar.png
Simulation der Akkretionsscheibe um das Schwarze Loch Sgr A*
Das Bild zeigt ein Beispiel dafür, wie das Gas um das Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße herumwirbelt und Radiowellen von 1,3 Millimeter Länge emittiert. Bild: Younsi, Fromm, Mizuno & Rezzolla (University College London, Goethe University Frankfurt)

3) EHT_PR_Secondary_Image.tiff
Wie das erste Bild von Sgr A* gemacht wurde
Das einzelne Bild (oberes Bild) des supermassereichen schwarzen Lochs Sagittarius A* wurde erstellt, indem die Bilder aus den EHT-Beobachtungen kombiniert wurden. Das Hauptbild wurde durch die Mittelung von Tausenden von Bildern erstellt, die mit verschiedenen Berechnungsmethoden erstellt wurden - die alle genau zu den EHT-Daten passten. Dieses gemittelte Bild enthält Merkmale, die in den verschiedenen Bildern häufiger zu sehen sind, und unterdrückt Merkmale, die seltener auftreten.
Die Bilder können außerdem auf der Grundlage ähnlicher Merkmale in vier Gruppen eingeteilt werden. Ein gemitteltes, repräsentatives Bild für jeden der vier Gruppen ist in der unteren Reihe zu sehen. Drei der Gruppen zeigen eine Ringstruktur, allerdings mit unterschiedlich verteilter Helligkeit rund um den Ring. Die vierte Gruppe enthält Bilder, die ebenfalls zu den Daten passen, aber nicht ringförmig erscheinen.
Die Balkendiagramme zeigen die relative Anzahl der Bilder, die zu den einzelnen Gruppen gehören. Die ersten drei Cluster enthalten jeweils Tausende von Bildern, während die vierte und kleinste Gruppe nur Hunderte von Bildern enthält. Die Höhe der Balken zeigt die relativen „Gewichte“ oder Beiträge jeder Gruppe zu dem gemittelten Bild oben an.

4) Rezzolla_Luciano_2019_Credit_JuergenLecher.jpg
Luciano Rezzolla
Luciano Rezzolla, Professor für Theoretische Astrophysik, Goethe-Universität Frankfurt. Foto: Jürgen Lecher für Goethe-Universität Frankfurt

Youtube-Playlist Black Hole
Weitere Animationen zum „Making of“ des Bilds vom Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße auf der Playlist Black Hole der Goethe-Universität
https://youtube.com/playlist?list=PLn5gYfEKIag8nps1GKLqUW35AOgQY7aM2

Weiteres Bild- und Videomaterial der EHT-Kollaboration unter:
https://eventhorizontelescope.teamwork.com/#notebooks/240600 (Animationen)
https://eventhorizontelescope.teamwork.com/#notebooks/240540 (Bilder)

Websites:
https://eventhorizontelescope.org/  EHT Website
https://blackholecam.org/ Black Hole Cam-Project

Kontakt:
Professor Luciano Rezzolla
Institut für Theoretische Physik
Goethe-Universität Frankfurt
Phone: +49 (69) 798-47871
rezzolla@itp.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Mai 11 2022
14:49

Dagmar Westberg-Lectures zur Ästhetik von Kunst, Musik und Sprache

Abbiegen von der Felicity Street

FRANKFURT. Stefano Harney, Professor für Transversale Ästhetik an der Kunsthochschule für Medien in Köln, und Fred Moton, Professor für Performance Studies an der New York University, halten gemeinsam die diesjährigen Dagmar Westberg-Vorlesungen. In diesem Rahmen werden einmal im Jahr hervorragende Forscher:innen aus dem Bereich Geistes- und Kulturwissenschaften an die Goethe-Universität geladen.

Die Referenten arbeiten seit Jahrzehnten an Fragen der Ästhetik von Kunst, Musik und Sprache, Black Studies und Kritischer Theorie und haben gemeinsam Bücher verfasst. In der Vorlesungsreihe knüpfen sie an ihre einzigartige Methodik an, Philosophie und Poesie miteinander zu verbinden, und behandeln Themen wie Widerstand, Solidarität und die Rolle der Kunst.

Die Vorlesungen

„Four Turns from Felicity Street“
werden eröffnet am
17. Mai 2022, 19:00 Uhr
First Turn
Campus Westend, Casino 823, Festsaal.

Weitere Termine sind:
18. Mai 2022, 19:00 Uhr
Second Turn
MMK Museum für Moderne Kunst, Frankfurt

19. Mai 2022, 19:00 Uhr
Third Turn
Campus Westend, Casino 823, Festsaal

20. Mai, 12:00 Uhr
Fourth Turn
Campus Westend, Eisenhower-Saal (IG-Farbengebäude)

Um Anmeldung unter brzek@kunst.uni-frankfurt.de wird gebeten.

Prof. Dr. Stefano Harney ist Dozent und Autor, der im Unterricht, in der Forschung und der sozialen Praxis kollaborativ und kollektiv arbeitet. Seine wissenschaftliche Arbeit führte ihn an die University of New York in den USA sowie an Universitäten in Großbritannien, Indonesien, Vietnam und Singapur. In den Jahren 2020 bis 2021 war er Hayden Fellow und Gastkritiker an der School of Art der Yale University und Honorarprofessor am Institute of Gender, Race, Sexuality, and Social Justice an der University of British Columbia.

Prof. Dr. Fred Moten ist Lehrer und Schriftsteller. Seine Arbeitsgebiete erstrecken sich auf Schwarze Literatur, Aurale und Visuelle Kultur, Kritische Theorie, Performance Studies, Poesie und Poetik. Dabei befasst er sich vor allem mit der sozialen Kraft und den sozialen Ursprüngen schwarzer expressiver kultureller Praktiken. Moten hat in Harvard studiert und an der University of California, Berkely, promoviert.

Stefano Harney und Fred Moton haben gemeinsam Bücher wie All Incomplete (2021) und The Undercommons: Fugitive Planning and Black Study (2013) verfasst; in ihnen erneuern sie einen kritischen Diskurs über Gemeinschaft und Subjekt und entwickeln alternative Formen für die Universität und das Lernen. 

Die Dagmar-Westberg-Vorlesungsreihe – in diesem Jahr in Kooperation mit dem Kunstgeschichtlichen Institut der Goethe-Universität veranstaltet – wurde 2012 als Stiftungsgastprofessur der Geistes- und Kulturwissenschaften eingerichtet. Die eingeladenen Forscherinnen und Forscher in- und ausländischer Universitäten stellen in Vorlesungen sowie einem Kolloquium am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität wichtige Einsichten zu ihrer Forschung zur Diskussion.

Ermöglicht wurde die Vorlesungsreihe durch die namensgebende Stifterin Dagmar Westberg, die 2017 verstorben ist. Mit ihrer Unterstützung wurde ein gleichnamiger Stiftungsfond und somit eine dauerhafte Gastprofessur eingerichtet.

Weitere Informationen
Dennis Brzek, M.A.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter 
Kunstgeschichtliches Institut 
Goethe-Universität Frankfurt am Main 
Senckenberganlage 31 
D-60325 Frankfurt am Main
brzek@kunst.uni-frankfurt.de


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Büro PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, Fax 069 798-763-12531, p.barth@em.uni-frankfurt.de 

 

Mai 10 2022
13:46

Bürger-Universität: Klement Tockner, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, spricht über nachhaltigen Umgang mit der Natur

Mit der Natur, nicht gegen sie 

FRANKFURT. Hochwasser, Hitzewellen, Waldbrände – dies sind nicht unbedingt Naturkatastrophen; es sind menschengemachte Folgen davon, dass der Mensch die Natur zu seinem größtmöglichen Nutzen hin verändert. Zur Lösung werden wiederum großtechnische Maßnahmen aufgefahren: Flüsse werden umgelenkt, Dämme gebaut, das Meer entsalzt. Doch wie sehen nachhaltige Lösungen aus, die mit der Natur denken und nicht gegen sie? Wie kann Natur als wertvoller Lebensraum erhalten und für Menschen nachhaltig genutzt werden?

Diesen Fragen widmet sich Klement Tockner, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und Professor für Ökosystemwissenschaften an der Goethe Universität Frankfurt, in seinem Vortrag

„Die Domestizierung der Natur“
am 17. Mai 2022,
15:00 – 16:30 Uhr,
im Senckenberg Forschungsinstitut Frankfurt, Arthur von Weinberg-Haus, Grüner Hörsaal, 1.OG, Robert-Mayer-Str. 2, 60325 Frankfurt am Main.

Anmeldung über folgende Mailadresse: generaldirektion@senckenberg.de

Der Vortrag findet statt im Rahmen der Bürger-Universität. Ziel des von der Goethe-Universität zusammengestellten und organisierten Programms ist, den Dialog zwischen Wissenschaftler:innen und Bürger:innen zu fördern. Das Programm der Bürger-Universität ist auf der Webseite der Goethe-Universität einsehbar unter: http://www.buerger.uni-frankfurt.de/

Information:
Senckenberg Pressestelle, Judith Jördens, Tel. 069 75421434, pressestelle@senckenberg.de


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Büro PR & und Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Mai 6 2022
11:21

Baker McKenzie-Preis 2021 geht an Dr. Lara Maria Panosch

Ausgezeichnet: Doktorarbeit zum Menschenrecht auf die Ressource Wasser im Verhältnis zum Investitionsrecht

Der Baker McKenzie-Preis 2021 geht an eine Arbeit aus dem Bereich Völkerrecht: Dr. Lara Maria Panosch hat sich mit Fragen rund um das Menschenrecht auf Wasser beschäftigt. Die Anwaltssozietät Baker McKenzie zeichnet seit 1988 herausragende rechtswissenschaftliche Arbeiten aus. 

FRANKFURT. „Das Menschenrecht auf Wasser und internationales Investitionsrecht“ - so lautet der Titel der Arbeit, die Dr. Lara Maria Panosch als Dissertation am Fachbereich Rechtswissenschaft der Goethe-Universität verfasst hat. Die völkerrechtliche Untersuchung ist in diesem Jahr vom Auswahlgremium als herausragend und preiswürdig ausgewählt worden. Seit 1988 vergibt die Anwaltssozietät Baker McKenzie den mit 6.000 Euro dotierten Preis für herausragende Dissertationen oder Habilitationen, die im Fachbereich Rechtswissenschaft der Goethe-Universität entstanden sind.

„Schon bald nach dem Aufstieg des Internationalen Investitionsrechts zu einem der am schnellsten expandierenden Bereiche des internationalen Rechts wurde immer öfter die Frage nach seinem Verhältnis zu den Menschenrechten gestellt“, sagt Prof. Dr. Dr. Rainer Hofmann, der an der Goethe-Universität Öffentliches Recht mit Schwerpunkt im Völkerrecht lehrt und die Arbeit betreut hat.  In dieser Arbeit hat Dr. Lara Maria Panosch untersucht, inwiefern einem Menschenrecht auf Wasser im Rahmen des Investitionsschutzrechts Rechnung getragen werden kann. „Die Arbeit ist ein Versuch, den Konflikt zwischen den Anliegen des Investitionsschutzrechts und den Bedürfnissen des Menschenrechtsrechtsschutzes angemessen auszugleichen. Sie ist ein überzeugendes Plädoyer für die Ansicht, dass diese beiden Rechtsgebiete miteinander in Einklang gebracht werden können“, fasst Hofmann zusammen.

„Es ist uns ein zentrales Anliegen, Nachwuchsjuristinnen und -juristen zu fördern. Der Baker McKenzie-Preis bildet seit mehr als drei Dekaden einen wesentlichen Bestandteil unserer Nachwuchsförderung", sagt Baker McKenzie-Partner Prof. Dr. Joachim Scherer, der selbst Alumnus der Goethe-Universität ist und seit 1995 als apl. Professor für Öffentliches Recht in der Lehre tätig ist.

Über Baker McKenzie
Als eine der führenden deutschen Anwaltskanzleien berät Baker McKenzie nationale und internationale Unternehmen und Institutionen auf allen Gebieten des Wirtschaftsrechts. In mehr als 70 Büros weltweit arbeitet die Kanzlei mit Mandanten zusammen, um Lösungen für eine vernetzte Welt zu bieten.
In Deutschland vertreten rund 200 Anwältinnen und Anwälte an den Standorten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/Main und München mit ausgewiesener fachlicher Expertise und internationaler Erfahrung die Interessen ihrer Mandanten.

Ein Bild der Preisträgerin finden Sie unter: https://www.uni-frankfurt.de/118264160

Bildtext: Dr. Lara Maria Panosch wird für ihre rechtswissenschaftliche Dissertation mit dem Baker McKenzie-Preis 2021 ausgezeichnet. (Foto: privat)

Informationen:
Iris Meinking
Senior Manager
HR Communications
Telefon 069 29908322
E-Mail iris.meinking@bakermckenzie.com


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Mai 3 2022
10:41

Deitelhoff und Friedman diskutieren im „StreitClub“ über ein aktuelles Debattenthema – Als Gäste geladen: Armin Nassehi und Roger Köppel

„Wie viel Identität verträgt die Demokratie?“

FRANKFURT. Die Veranstaltungsreihe „StreitClub“ wird fortgesetzt. Nicole Deitelhoff, Professorin für Politikwissenschaft an der Goethe-Universität und Sprecherin des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt, lädt gemeinsam mit dem Publizisten und Moderator Michel Friedman

am Montag, 9. Mai, um 19:30 Uhr
im The English Theatre Frankfurt,
Gallusanlage 7
60329 Frankfurt am Main

zum Streitgespräch ein. Zu Gast sind diesmal der Soziologe Armin Nassehi und der Journalist Roger Köppel. Sie stellen sich einem weiteren aktuellen Streitthema: „Wie viel Identität verträgt die Demokratie?“

Als die 1968er-Generation über Identität sprach, ging es noch um das Abstreifen alter Identitäten, das Experimentieren mit neuen Identitäten und um Rollenerwartungen. Die heutige Diskussion um Identität hat eine andere Ausrichtung: Identität ist zum Schutzwall einerseits und zur Waffe in der politischen Auseinandersetzung andererseits geworden. In der Frage, wer wen repräsentieren kann oder darf und wer wem etwas schuldet, treffen auf den ersten Blick nahezu unvereinbare Ansprüche aufeinander. Verträgt das die Demokratie? Muss sie das sogar ertragen und wenn ja, wie viel davon?

Prof. Dr. Armin Nassehi lehrt Soziologie in München. Aufgewachsen in Tübingen, München, Landshut, Teheran und Gelsenkirchen, studierte von 1979 bis 1985 Erziehungswissenschaften, Philosophie und Soziologie an der Universität Münster sowie an der Fernuniversität in Hagen. Für seine Rolle als Wissenschaftler in der Öffentlichkeit wurde er mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Er ist u.a. Mitglied im Bayerischen Ethikrat. Der Schweizer Roger Köppel ist Journalist, Medienunternehmer, Publizist und Politiker. Seit 2001 ist er Chefredaktor und Verleger des Wochenmagazins „Die Weltwoche“, mit einem zweieinhalbjährigen Intermezzo als Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“. Seit 2015 ist Köppel Mitglied im Schweizer Nationalrat.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ), dem Center for Applied European Studies (CAES) und dem English Theatre Frankfurt (ETF). Sie findet im Hybridformat statt. Der Livestream ist auf YouTube abrufbar, den Link finden Sie auf der Homepage des StreitClubs unter https://cutt.ly/streitclub.

Der StreitClub ist ebenso wie die Formate „StreitBus“ (in Kooperation mit dem DemokratieWagen von mehralswählen e.V. und dem Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung) und die Online-Debattenreihe „Kontrovers: Aus dem FGZ“ Teil des Projekts „Frankfurt streitet!“ des Frankfurter FGZ-Standorts. Dabei geht es um die Bedeutung von Streitkultur für die Demokratie. Tickets für den StreitClub sind für 12 bzw. 10 Euro über das English Theatre Frankfurt erhältlich, Pressekarten bei Katja Maasch, maasch@em.uni-frankfurt.de.

Das Veranstaltungsplakat und Porträtfotos von Armin Nassehi und Roger Köppel zum Download unter: https://www.uni-frankfurt.de/118435305


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de 

 

Apr 28 2022
10:23

Der Goethe-Unibator/Innovectis prämiert mit Unterstützung von Santander Universitäten Start-ups, die mit ihren Dienstleistungen und Produkten zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.

Grünes Düngemittel, nachhaltige Lieferketten und ökologische Softwarelösungen

FRANKFURT. Am 21. April 2022 fand zum ersten Mal die Preisverleihung des Goethe SDG (=Sustainable Development Goals) Contests statt, bei der fünf Teams mit zukunftsweisenden und nachhaltigen Gründungsideen ausgezeichnet wurden. Der erste Platz ging an das Team von NUNOS, der zweite Platz an Cybery und der dritte Platz an SURAP. Die drei Teams haben Geldpreise in Höhe von jeweils 5.000, 3.000 und 2.000 Euro und eine Teilnahme am Unibator Startup Programm für drei Monate gewonnen. Außerdem erhielten zwei weitere Finalisten einen Geldpreis in Höhe von 1000 Euro und ebenfalls eine Teilnahme am Unibator Startup Programm für drei Monate.

Prof. Michael Huth, Vizepräsident der Goethe-Universität, begrüßte die fünf Finalisten des Nachhaltigkeitswettbewerbs für Gründungsideen sowie das zahlreich erschienene Publikum. Jedes Team hatte fünf Minuten Zeit, um dem Publikum seine Idee und die Innovation dahinter darzulegen und die dreiköpfige Jury (Vizepräsident Prof. Michael Huth, Alberto Dörr, Santander Universitäten und Dr. Dania Hückmann) von sich zu überzeugen.

Für den Wettbewerb hatten sich zuvor 64 Gründungsteams aus 22 verschiedenen Hochschulen beworben. Die Voraussetzungen für die Teilnahme am SDG Contest waren, dass mindestens ein Mitglied des Gründerteams in den vergangenen fünf Jahren an einer Universität oder Hochschule studiert hatte und dass das Projekt die Erreichung mindestens eines der 17 SDGs der Vereinten Nationen unterstützt.

Für die Vorrunde hatten sich 12 Startups qualifiziert und an einem Bootcamp teilgenommen. Die Teams arbeiteten während des Bootcamps mit Experten an der Weiterentwicklung ihres Gründungsvorhabens. Am letzten Tag des Bootcamps fand ein Qualifizierungspitch statt, bei dem sich die fünf Finalisten: Cybery, Niocycle, Nunos, Surap und Veynou durchsetzen konnten.

Nach den dreiminütigen Vorstellungen der Geschäftsideen gab Dr. Martin Raditsch, Geschäftsführer der Innovectis GmbH, einen Überblick über das Gründungskonzept der Goethe-Universität und ihrer Transfer-Tochtergesellschaft Innovectis sowie über das Angebot für potentielle Gründer an der Universität. „Wir freuen uns sehr über die überregionale Resonanz, die unser erster Nachhaltigkeits-Wettbewerb erzeugt hat. Die hohe Qualität der Bewerbungen zeigt, dass das die junge Gründerszene an den Universitäten und Hochschulen intensiv die Themen Nachhaltigkeit und Innovation zukunftsweisend verknüpft“, betonte Raditsch.

Andrés Felipe Macias, Leiter des Innovectis-Unibators, ergänzte: „Gerade in der aktuellen Zeit stimmt es mich optimistisch, dass es so viele junge Menschen gibt, die an Ideen arbeiten, die unsere Welt und unsere Zukunft besser machen können. Damit haben nicht nur diese fünf Startups etwas gewonnen, sondern mit ihren Innovationen, Elan und harter Arbeit wir alle.“

Die Finalisten des Goethe SDG Contests:

NUNOS nutzt eine Raumfahrttechnologie, um Rindergülle zu einem höherwertigen, grünen Düngemittel aufzubereiten. Landwirte können damit teure Industriedünger einsparen und regionale Nährstoffkreisläufe etablieren.

Cybery: Lieferketten werden immer komplexer. Gleichzeitig gewinnt Nachhaltigkeit in allen Lebens- und Unternehmensbereichen an Bedeutung. Cybery ist darauf spezialisiert, Lieferketten robust, transparent und insbesondere nachhaltig zu gestalten. Dabei ermöglichen datengetriebene Analysen und maschinelles Lernen in Cybery's Software-Lösung, die Lieferketten von Unternehmen zukunftsfähig auszurichten. Mit dem Slogan "Technology for Sustainability" steht Cybery für einen technologiebasierten Ansatz, Nachhaltigkeit in Lieferketten zu implementieren.

SURAP steht für Sustainable Resource Application und ist eine Softwarelösung zur ökologischen Bewertung von Bauprojekten mit Hilfe einer Ökobilanz. Mit SURAP sind die Planenden in der Lage die Klima- und Ressourcenfußabdrücke von Bauteilen und Gebäuden selbst zu berechnen und zu optimieren.

Niocycle hat es sich zur Aufgabe gemacht unsere Transformation in eine neue Mobilität *wirklich* nachhaltig zu machen, wobei sie Lithium Ionen Batterien mit einem neuen Recyclingansatz in eine Circular Economy überführen möchten.

Veynou: Diamantschmuck neu gedacht. Geschaffen für die Ewigkeit, ohne Kompromisse. Dahinter steht die Vision von Paulina Kurka, Cem Dogan und Philip Deml eine ethisch und ökologisch nachhaltige globale Schmuckmarke mit laborgezüchteten Diamanten und recyceltem Gold aufzubauen, die die herkömmliche Schmuckindustrie innovativ neu gestalten wird. Getreu dem Motto “Diamonds are forever, mining is not".

Der Unibator ist das Innovectis-Gründungszentrum der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Betrieben wird es von Innovectis, der hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Goethe-Universität. Es bietet allen Studierenden, wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen und Alumni tatkräftige Unterstützung bei der Umsetzung ihres Gründungsvorhabens an und dient dabei als Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

Kontakt:
Andrés Felipe Macias, Leiter des Gründungszentrums der Goethe-Universität Frankfurt.  
Tel.:(069) 380784912 I E-Mail: felipe.macias@innovectis.de; https://goetheunibator.de/


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de 

 

Apr 28 2022
10:08

Spezialistin für Cybersicherheit eröffnet Vorlesungsreihe zu Unsicherheit und Risiken von Algorithmen an der Goethe-Universität

Wie Algorithmen Entscheidungen treffen

FRANKFURT. Wie Individuen und Gruppen sich zukünftig verhalten, war lange Zeit geprägt von rechtlichen und institutionellen Vorgaben und individuellen Erfahrungen. Seit der sogenannten „algorithmischen Wende“ jedoch werden individuelles und Gruppenverhalten konsequent in großem Stil ausgewertet und Zukunft auf Basis von Wahrscheinlichkeiten und Statistiken gestaltet. Damit wird Zukunft vorhersehbarer; sie wird aber auch anfälliger für Ereignisse, die von solchen Vorhersagen nicht erfasst werden – zum Beispiel, weil sie zu selten auftreten oder durch Zufälle bedingt sind. Gleichzeitig ändert sich die Kontrolle (rechtlicher) Entscheidungen, denn sie muss nun die Entscheidungsfindung stärker im Blick haben.

Die virtuelle Ringvorlesung „Algorithms, Uncertainty and Risk" greift dieses Thema auf; sie wird eröffnet durch den Vortrag von Prof. Dr. Haya Shulman, Spezialistin für Cybersicherheit und seit dem 1. März 2022 Inhaberin der LOEWE-Spitzen-Professur am Institut für Informatik der Goethe-Universität:

State of cybersecurity and overview of the challenges for Germany
am 4. Mai 2022
um 18.00 Uhr.

Die Ringvorlesung wird veranstaltet von Prof. Christoph Burchard und Prof. Indra Spiecker genannt Döhmann von der Forschungsinitiative „ConTrust“ am Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ und den Frankfurter Gesprächen zum Informationsrecht des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Umweltrecht, Informationsrecht und Verwaltungswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Die Veranstaltungstermine online via Zoom im Einzelnen:

Mittwoch, 4. Mai 2022, 18.00 Uhr
State of cybersecurity and overview of the challenges for Germany
Prof. Dr. Haya Shulman
(Goethe-Universität Frankfurt, Professorin für Informatik)

Mittwoch, 18. Mai 2022, 18.00 Uhr
Die Sicherheit der Zukunft – Künstliche Intelligenz und soziale Kontrolle
Prof. Dr. Tobias Singelnstein
(Ruhr Universität Bochum, Professor für Kriminologie)

Montag, 30. Mai 2022, 18.00 Uhr
Automating the Preconditions of Judgment?
Prof. Kiel Brennan-Marquez
(UConn School of Law, Associate Professor of Law)

Montag, 13. Juni 2022, 18.00 Uhr
What – if? The cunning of uncertainty meets predictive algorithms
Prof. em. Dr. Helga Nowotny
(ETH Zürich, Professorin em. für Wissenschaftsphilosophie und Wissenschaftsforschung)

Dienstag, 14. Juni 2022, 18.00 Uhr
Herrschaft und Wissen im medialen Wandel
Prof. Dr. Gunnar Folke Schuppert
(Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Professor em. für Staats- und Verwaltungswissenschaft)

Montag, 20. Juni 2022, 18.00 Uhr
Subjekt und Bildung - zu Formen der Ungewissheit in postdigitalen Welten
Prof. Dr. Juliane Engel
(Goethe-Universität Frankfurt, Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Unterricht)

Dienstag, 21. Juni 2022, 18.00 Uhr
Ein formaler Rahmen für eine einheitliche quantitative Beschreibung des Risikos bezüglich Safety und Security
Prof. Dr. Jürgen Beyerer
(Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Professor für Interaktive Echtzeitsysteme)

Die Vortragsreihe setzt die Ringvorlesungen zu „Algorithmen und die Transformation von Demokratie“, „Machtverschiebungen durch Algorithmen“ und „Algorithmen zwischen Vertrauen und Kontrolle“ fort.

Eine Anmeldung an office@normativeorders.net ist erforderlich. Die Logindaten werden nach Anmeldung übermittelt.

Weitere Informationen unter: https://contrust.uni-frankfurt.de/algorithms-uncertainty-and-risk/

Weitere Informationen
Anke Harms
Referentin für Wissenschaftskommunikation des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main
069/798-31407
anke.harms@normativeorders.net
www.normativeorders.net


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Büro PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, Fax 069 798-763-12531, p.barth@em.uni-frankfurt.de 

 

Apr 27 2022
12:59

Die Cornelia Goethe Colloquien beschäftigen sich im Sommersemester mit ‚schlechten‘ Gefühlen und ihren vergeschlechtlichen Bedeutungen. 

Ärger, Hass, Wut, Neid – Zum widersprüchlichen Verhältnis von Geschlecht und bad feelings

FRANKFURT. Gefühle sind spürbares Produkt und körperlicher Ausdruck sozialer Macht- und Geschlechterverhältnisse. Sie sind mit normativen Erwartungen und moralischen Zuschreibungen verknüpft. Menschen erleben Gefühle je für sich und dennoch sind Gefühle keine Privatsache. Sie werden von kulturellen Diskursen mitgestaltet und hervorgebracht.

Im Mittelpunkt der Cornelia Goethe Colloquien in diesem Sommersemester stehen diese so genannten ‚schlechten' Gefühle –  bad feelings. In sieben Vorträgen befragen die Colloquien bad feelings. Zur Ambivalenz von Geschlecht und Gefühl aus sozial- und geschlechtertheoretischer Perspektive.

Eröffnet werden die Colloquien mit dem Vortrag

„Bad Boys. Affektive Männlichkeit und Hooliganismus.“
am Mittwoch, 4. Mai, um 18 Uhr c.t.
im PEG-Gebäude, PEG 1.G191,
Theodor-W.-Adorno-Platz 6, 60323 Frankfurt am Main,

von Stefan Wellgraf. Der Vortrag hinterfragt gängige kulturelle Zuschreibungen von ‚Hooligans' und den gegenwärtigen, emotional aufgeladenen Umgang mit ihnen. Entlang seiner ethnografischen Forschungen zu ostdeutschen Fankulturen befasst sich der Vortrag mit den Selbstbildern der als ‚Hooligans' markierten Akteure.

Das Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse lädt in Kooperation mit dem GRADE Center Gender, dem Fachbereich Erziehungswissenschaften und dem Gleichstellungsbüro der Goethe-Universität zu dieser öffentlichen Veranstaltung ein. Der Eintritt ist frei.

Weitere Termine:

04.05.2022
Bad Boys. Affektive Männlichkeit und Hooliganismus.
Stefan Wellgraf

11.05.2022
Kränkung. Zur Dynamik von Unrechts- und Aggressionsgefühlen in Geschlechterverhältnissen.
Hilge Landweer

18.05.2022
Paraphilien. Versuch einer Orientierung aus sexualethischer Sicht.
Gerhard Schreiber

01.06.2022
Bad Feelings in Contemporary American Fiction.
Christine Vogt-William

08.06.2022
Wann und warum und für wen ist Neugier ein schlechtes Gefühl?
Ute Frevert

29.06.2022
Feeling apocalyptic: Über ein letztes Gefühl im Angesicht von Klimakatastrophe und Pandemie.
Christine Hentschel

06.07.2022
Zum ambivalenten Gefühl der Scham. Ungleichheitstheoretische Zugänge.
Veronika Magyar-Haas

Detaillierte Informationen zum Programm: http://www.cgc.uni-frankfurt.de/en/news-and-events/cornelia-goethe-colloquien/  

Weitere Informationen:
Amanda Glanert, Cornelia Goethe Centrum, Telefon: 069/798-36502, Mail: glanert@em.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Apr 27 2022
11:24

Physik-Nobelpreisträger Reinhard Genzel über Schwarze Löcher

Vortrag: Im Zentrum unserer Milchstraße (Präsenzveranstaltung + Livestream)

FRANKFURT. In den letzten 50 Jahren haben sich die Indizien gehäuft, dass in den Zentren von Galaxien massive Schwarze Löcher sitzen, die durch das Zusammenballen von Gas und Sternen Gravitationsenergie in Strahlung umwandeln. Durch hochauflösende Messungen im Infrarot- und Radiobereich ist es Prof. Reinhard Genzel im Zentrum unserer eigenen Milchstraße gelungen, einen überzeugenden Beweis für ein Schwarzes Loch zu liefern und neue unerwartete Entdeckungen über seine unmittelbare Umgebung zu machen. Dabei ist klargeworden, dass die meisten Galaxien massive Schwarze Löcher beherbergen und dass diese bereits etwa eine Milliarde Jahre nach dem Urknall entstanden sein müssen. Für diese Erkenntnisse wurde Prof. Reinhard Genzel im Jahr 2020 der Nobelpreis für Physik verliehen.

Das Clusterprojekt ELEMENTS lädt ein, gemeinsam mit dem Nobelpreisträger Reinhard Genzel vom Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik auf die Reise zu den Anfängen des Universums zu gehen und mehr über Schwarze Löcher und ihre unmittelbare Umgebung zu erfahren.

Mittwoch, 04.05.2022 um 19 Uhr
Empfang ab 18.30 Uhr
Casino Anbau West, Campus Westend
und Livestream

Für die Teilnahme an der Veranstaltung vor Ort ist eine Anmeldung erforderlich (https://tinygu.de/milchstrasse). Der Vortrag wird live auf dem YouTube-Kanal der Goethe Universität übertragen (https://www.youtube.com/GoetheUniversitaet).

Weitere Informationen:
Dr. Phyllis Mania
Referentin für Wissenschaftskommunikation
Clusterprojekt ELEMENTS
Tel 069 798-13001
mania@physik.uni-frankfurt.de
www.elements.science


Redaktion: Dr. Phyllis Mania, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13001, Fax 069 798-763-12531, mania@physik.uni-frankfurt.de  

 

Apr 26 2022
12:17

Drei ERC Advanced Grants und zwei ERC Starting Grants: Mehr als 10 Millionen Euro für ambitionierte Forschungsprojekte in den Lebens-, Geistes- und Sozialwissenschaften

Fünf Europäische ERC-Förderungen für Spitzenforschung an der Goethe-Universität

Für ihre visionären Forschungsvorhaben erhalten jetzt fünf Spitzenforscher:innen der Goethe-Universität für die kommenden fünf Jahre Fördergelder des Europäischen Forschungsrats (ERC). Mit einem ERC Advanced Grant forschen Prof. Ivan Đikić zur Membran-Feinstruktur von Zellen, Prof. Stefanie Dimmeler zu Alterungsprozessen im Herzen und Prof. Andreas Zeiher zur Genetik von Herzklappenerkrankungen. Einen ERC Starting Grant erhalten Prof. Mirco Göpfert zum Verhältnis von Humor und Politik und Prof. Lisbeth Zimmermann zur transnationalen Neuen Rechten. Stefanie Dimmeler und Ivan Đikić sind damit bereits zum dritten Mal in der Einwerbung eines ERC Grants erfolgreich.

FRANKFURT. Prof. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität, gratuliert den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern: „Die Auszeichnung von gleich fünf brillanten Köpfen der Goethe-Universität in dem hoch kompetitiven Auswahlverfahren der ERC Grants zeigt die Stärke der Goethe-Universität, die durch die Exzellenz ihrer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler getragen wird. Die vielversprechenden Forschungsprojekte, die jetzt eine langfristige Förderung durch die Europäische Union erhalten, sind in der Grundlagenforschung verwurzelt und an großen Zukunftsfragen unserer Gesellschaft orientiert und spiegeln die Breite der Forschung an der Goethe Universität wider.“

Die Europäischen Auszeichnungen unterstreichen die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Goethe-Universität und verleihen auch den Forschungsverbünden Rückenwind, an denen die ERC-Grantees zum Teil gemeinsam beteiligt sind. Dies betrifft insbesondere den bereits von der DFG geförderten Exzellenzcluster Cardio-Pulmonary Institute (CPI), geleitet von Stefanie Dimmeler als Sprecherin, in dem auch der weltweit renommierte Forscher Andreas Zeiher wirkt. Ebenso gehört das von Ivan Đikić als Sprecher verantwortete Projekt ENABLE dazu, das vom Hessischen Wissenschaftsministerium und der Goethe Universität in Vorbereitung der nächsten Runde der Exzellenzstrategie eine signifikante Anschubfinanzierung erhält.

„Besonders freuen wir uns darüber, dass Stefanie Dimmeler und Ivan Đikić bereits zum dritten Mal ERC-Grants einwerben und damit deutlich machen konnten, dass sich das Setzen hoher Ziele lohnt“, fügt Schleiff hinzu. „Die beiden ERC Starting Grants für Mirco Göpfert und Lisbeth Zimmermann – sie ist unter anderem Mitglied in dem aus der Exzellenzinitiative hervorgegangenen Forschungsverbund Normative Ordnungen und des vom Land Hessen und der Goethe-Universität geförderten Projekts ConTrust – zeigen, dass es uns auch gelingt, junge Spitzenforscherinnen und –forscher an die Goethe-Universität zu holen und unser Profil als eine in der Forschung exzellent aufgestellte Universität Deutschlands weiter zu schärfen.“

Die neuen ERC Grants für die Goethe-Universität:

ERC Advanced Grant „ER-REMODEL“
„Endoplasmic reticulum remodelling via ER-phagy pathways"
2,5 Millionen Euro, 2022 bis 2027

Prof. Dr. Ivan Đikić widmet sich in seinem ERC-Antrag einer Feinstruktur der Zelle, dem Endoplasmatischen Retikulum (ER). Das ER ist das größte Membransystem innerhalb von Zellen und nimmt sehr wichtige Funktionen bei der Synthese und dem Transport von zellulären Bestandteilen wahr. Um diese Aufgaben erfüllen zu können, verändert das ER kontinuierlich und in sehr prägnanter Weise seine Form. Diese Prozesse sind äußerst dynamisch und bislang weitestgehend unerforscht – Đikić will nun seinen Grant nutzen, um die zugrundeliegenden, genau regulierten Mechanismen. Damit will er den Einfluss des ER auf neurodegenerative Erkrankungen, Krebs und Infektionen besser verstehen helfen.

Ivan Đikić ist Direktor des Instituts für Biochemie II an der Goethe-Universität Frankfurt und Max Planck Fellow am MPI für Biophysik in Frankfurt. Er ist Sprecher des BMBF-geförderten Zukunftsclusters PROXIDRUGS, des Projekts ENABLE und des Sonderforschungsbereichs 1177 zur selektiven Autophagie. Für seine biomedizinische Forschung wurde er mit zahlreichen Preisen geehrt, unter anderem 2013 mit den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis. Er ist gewähltes Mitglied zahlreicher europäischer Fachgesellschaften und wurde außerdem in die American Academy of Arts and Sciences aufgenommen. Es ist bereits das dritte Mal, dass Ivan Đikić einen ERC Advanced Grant gewinnt.


ERC Advanced Grant „Neuroheart“
„The cardiac neurovascular interface in aging"
2,5 Millionen Euro, 2022 bis 2027

Prof. Dr. Stefanie Dimmeler untersucht die Reparaturmöglichkeiten und Regeneration im Gefäßsystem und im Herzen. Damit möchte sie langfristig dazu beitragen, die molekularen Mechanismen der Herz-Reparatur zu entschlüsseln, um die Heilung nach Herzinfarkt und Herzmuskelschwäche zu beschleunigen oder deren Auftreten zu vermeiden. Mit ihrem Grant will Dimmeler das Zusammenwirken von Nerven und Gefäßen im alternden Herzen untersuchen, das wahrscheinlich die Entwicklung altersbedingter Erkrankungen des Herzmuskels mit verursacht. Langfristig soll die Grundlage für die Entwicklung von Therapien gelegt werden, die zu einer gesunden Alterung des Herzens beitragen.

Stefanie Dimmeler ist Professorin für Molekulare Kardiologie und Direktorin des Instituts für Kardiovaskuläre Regeneration der Goethe-Universität. Sie ist Sprecherin des durch die DFG geförderten Exzellenzclusters Cardio-Pulmonary Institute (CPI), Vorstandssprecherin des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) und war 2008 bis 2012 Mitglied des deutschen Ethikrats. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen – darunter jüngst die Otto-Warburg-Medaille der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie und die Goldmedaille der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie – hat sie für ihre Forschung über programmierten Zelltod 2005 den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis erhalten. Es ist bereits das dritte Mal, dass Stefanie Dimmeler einen ERC Advanced Grant einwirbt.


ERC Advanced Grant „CHIP-AVS“
„Clonal hematopoesis of indeterminate potential and degenerative aortic valve stenosis"
2,2 Millionen Euro, 2022 bis 2027

Prof. Dr. Andreas M. Zeiher befasst sich im Schwerpunkt mit der Diagnostik und Therapie von Patienten mit koronarer Herzerkrankung und Herzinsuffizienz, einschließlich sämtlicher interventioneller Behandlungsverfahren. In seinem ERC-Projekt „CHIP-AVS“ wird Zeiher die Risikofaktoren für die häufigste erworbene Herzklappenerkrankung untersuchen, die degenerative Aortenklappenstenose. Bei dieser Krankheit ist das Klappengewebe verdickt und verkalkt. Dabei spielen offenbar Mutationen in weißen Blutzellen (Leukozyten) eine Rolle, die im Projekt genauer charakterisiert werden sollen. Ziele sind die Entdeckung prognostischer Biomarker sowie die Identifikation von Ansatzpunkten für mögliche Therapien.

Andreas M. Zeiher, Internist und Kardiologe, ist Professor für Innere Medizin/Kardiologie an der Goethe-Universität. Bis 2021 war er Direktor der Medizinischen Klinik III – Kardiologie/Angiologie/Nephrologie des Universitätsklinikums Frankfurt, seit 2021 bekleidet er eine Distinguished Professorship an der Goethe-Universität. Seit 2015 gehört Zeiher zu den weltweit meistzitierten klinischen Forschern und erhielt zahlreiche nationale und internationale Preise und Auszeichnungen. Er war Mitbegründer und Sprecher des Exzellenzclusters Cardio-Pulmonary System und ist im Lenkungsausschuss des nachfolgenden Exzellenzclusters Cardio-Pulmonary Institute (CPI) aktiv. Seit 2011 ist Zeiher Standort-Sprecher Rhein-Main des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK).


ERC Starting Grant „NoJoke“
„Humour as an epistemic practice of the political present"
1,9 Millionen Euro, 2022 bis 2027

Die bisherigen Forschungsinteressen von Prof. Dr. Mirco Göpfert kreisen um die Frage des Politischen. Zu seinen Schwerpunkten zählen Bürokratie, Gewalt, Verbrechen und Strafen sowie die Verknüpfung von Macht und Ästhetik anhand der Praxis des Komischen. Sein Forschungsprojekt „NoJoke“ reagiert auf eine politische Gegenwart, in der es immer schwerer wird, das Ernste vom Lächerlichen, die Parodie vom Aufrichtigen, das Wirkliche vom Fake zu unterscheiden. Im Projekt wird er untersuchen, wie die Praxis des Karikierens, der Satire und der Comedy zum Verständnis dieser mit Dissonanzen durchsetzten politischen Gegenwart beiträgt und inwieweit das Erkenntnispotenzial von Komik für die Wissenschaft selbst fruchtbar gemacht werden kann.

Mirco Göpfert ist Professor für Ethnologie am Institut für Ethnologie der Goethe-Universität. Nach seiner Promotion im Fach Ethnologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz im Jahr 2014 lehrte er am Fachbereich Geschichte und Soziologie der Universität Konstanz, bevor er im Jahr 2018 den Ruf an die Goethe-Universität erhielt.


ERC Starting Grant “FARRIO"
„The Effects of Far Right Challenges on International Organizations"
1,5 Millionen Euro, 2022 bis 2027

Die Forschungsschwerpunkte von Prof. Dr. Lisbeth Zimmermann liegen in den Bereichen aktueller Herausforderungen einer multilateralen Weltordnung, Internationaler Organisationen, Normen in den internationalen Beziehungen, Demokratie- und Rechtstaatlichkeitsförderung sowie Peacebuilding. Ihr Forschungsprojekt FARRIO ist dem Erstarken der Neuen Rechten in der internationalen Politik gewidmet. Die Politologin wird darin untersuchen, welche Effekte transnationale Aktivitäten der Neuen Rechten auf die Europäische Union, die Vereinten Nationen sowie ihre Unterorganisationen in verschiedenen Politikbereichen haben.

Lisbeth Zimmermann ist seit 2022 Professorin für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt internationale Institutionen und Friedensprozesse am Institut für Politikwissenschaft der Goethe-Universität und verstärkt hier zugleich die Forschungen im Kontext des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“ und des Projekts ConTrust. Nach mehrjähriger Mitarbeit am Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), deren assoziierte Wissenschaftlerin sie gegenwärtig ist, hatte sie seit 2018 eine Professur für Internationale Beziehungen an der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen inne.


Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) ist eine von der Europäischen Kommission eingerichtete Institution zur Finanzierung grundlagenorientierter Forschung. Er besteht seit 2007 unter mehreren EU-Rahmenprogrammen für Forschung und Innovation. An seiner Spitze steht der Scientific Council, ein Gremium internationaler Spitzenwissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern, der für die strategische Ausrichtung des ERC verantwortlich ist.

Mit den ERC Advanced Grants fördert der ERC bahnbrechende Forschungsvorhaben von erfahrenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Für die Projekte erhalten sie bis zu 2,5 Millionen Euro über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren. https://erc.europa.eu/funding/advanced-grants

ERC Starting Grants unterstützen exzellente Forscherinnen und Forscher, die sich in den ersten Jahren nach ihrer Promotion ein eigenes Forschungsteam aufbauen und sich mit einem viel versprechenden Forschungsprojekt wissenschaftlich etablieren wollen. Für die Projekte erhalten sie bis zu 1,5 Millionen Euro über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren. https://erc.europa.eu/funding/starting-grants

Bilder zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/117951556

Bildtexte:
Prof. Dr. Ivan Đikić, Foto: Uwe Dettmar für Goethe-Universität Frankfurt

Prof. Dr. Stefanie Dimmeler, Foto: Uwe Dettmar für Goethe-Universität Frankfurt

Prof. Dr. Andreas M. Zeiher, Foto: Uwe Dettmar für Goethe-Universität Frankfurt

Prof. Dr. Mirco Göpfert, Foto: privat

Prof. Dr. Lisbeth Zimmermann, Foto: Samuel Groesch für Zeppelin Universität


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Apr 26 2022
11:54

Projektteam der Goethe-Universität veranstaltet mehrsprachige Online-Artenschutzkonferenz für Schulklassen. 

#savetheblueplanet

FRANKFURT. Am 24. Juni 2022 veranstaltet das Projekt „The Blue Planet“ der Goethe-Universität Frankfurt eine mehrsprachige Online-Artenschutzkonferenz für Schulklassen. Unter dem Titel #savetheblueplanet setzen sich Schüler*innen der Stufen 8-13 mit der Bedrohung des Lebensraumes Meer sowie mit den Akteur*innen und Strategien des globalen Artenschutzes auseinander. Sie schlüpfen dazu in einem interaktiven Planspiel, das Natur-, Gesellschafts- und Sprachwissenschaften verbindet, in die Rollen von Klimaschützer*innen, Weltkonzernen, Fischfangnationen und Politiker*innen. Sie debattieren in Deutsch, Englisch und weiteren Erst-, Zweit- bzw. Fremdsprachen, um globale Diskurskompetenz zu entwickeln und zu erkennen, dass die weltweiten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nur mehrsprachig bewältigt werden können.

#savetheblueplanet fördert dabei gleichermaßen das Demokratieverständnis und die digitalen Kompetenzen der Teilnehmenden. Diese Befähigungen gelten als zentrale didaktische Ziele in der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). #savetheblueplanet ist Teil des interdisziplinären Projektes „The Blue Planet“, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt für 1,5 Jahre an der Goethe-Universität gefördert wird. Unter der Leitung von Prof. Dr. Britta Viebrock entstehen hier bilinguale Lehrmaterialien für die digitale Nachhaltigkeitsbildung in den Sekundarstufen I und II.

Die Online-Artenschutzkonferenz findet über ein Videokonferenz-Tool aus dem Klassenzimmer statt. Mitwirken können Schüler*innen aus dem gesamten Bundesgebiet sowie an deutschen Schulen im europäischen Ausland. Die Anmeldung der Schulklassen erfolgt zentral über die Lehrkraft und ist bis 31.05.2022 unter www.theblueplanetproject.de/event möglich. Die Teilnahme an der Online-Artenschutzkonferenz ist kostenlos.

Weitere Informationen zu #savetheblueplanet und dem Projekt „The Blue Planet“ unter: www.theblueplanetproject.de 

Kontakt:
Dr. Subin Nijhawan, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Institut für England- und Amerikastudien, Abteilung Sprachlehrforschung und Didaktik, Goethe-Universität Frankfurt. Tel. 069-798 32508; Sekretariat: 069 - 798 32 534. E-Mail: nijhawan@em.uni-frankfurt.de; http://www.uni-frankfurt.de/62690055/Nijhawan  


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de 

 

Apr 26 2022
10:48

51. Römerberggespräche in Kooperation mit dem Forschungsverbund Normative Ordnungen der Goethe-Universität zum Thema „Der Ukraine-Krieg und die neue Welt-Unordnung“

Nie wieder Frieden?

FRANKFURT. Der Angriff auf die Ukraine hat die Vorstellung einer auf Kooperation gegründeten globalen Ordnung erschüttert. Denn der Krieg zielt nicht nur auf die Ukraine, sondern auch auf die Stabilität und den inneren Frieden westlicher Demokratien. Diese sehen sich über Nacht mit geostrategischen Ambitionen konfrontiert, bei denen Russland von Atommächten wie China und Indien Rückendeckung erhält. Damit scheint die mit dem Fall der Mauer entstandene Hoffnung auf ewigen Frieden in Europa als Illusion entlarvt worden zu sein.

Was bedeutet dies für die offenen Gesellschaften? Wie können sie beweisen, dass sie der militärischen und geistigen Mobilmachung ihrer Gegner gewachsen sind? Was sollen wir tun? Was dürfen wir hoffen? Dies fragen die

51. Römerberggespräche
„Nie wieder Frieden? Der Ukraine-Krieg und die neue Welt-Unordnung“
am Samstag, dem 30. April 2022
im Chagall Saal des Schauspiel Frankfurt. Der Eintritt ist frei.

Für den Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität sprechen die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Nicole Deitelhoff und der Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Stefan Kadelbach.

Weitere Redner*innen und Diskussionsgäste sind die Journalistin und Autorin Alice Bota, der Autor Viktor Jerofejew, die Kunsthistorikerin Prof. Dr. Charlotte Klonk (HU Berlin), der Historiker Prof. Dr. Jannis Panagiotidis (Universität Wien), der Essayist Jurko Prochasko, der Osteuropahistoriker und Publizist Prof. Dr. Karl Schlögel (Stiftung Europa-Universität Viadrina) und Prof. Adam Tooze, Wirtschaftshistoriker von der Columbia University. Moderiert wird die Veranstaltung von Hadija Haruna-Oelker (Journalistin) und Alf Mentzer (Leiter der Literaturredaktion von hr2-kultur).

Die Frankfurter Römerberggespräche bestehen seit 1973 in ununterbrochener Folge und sind eine feste Institution der Debattenkultur in Deutschland. Vorsitzender des Trägervereins Römerberggespräche e.V. ist Miloš Vec, Professor für Rechts- und Verfassungsgeschichte an der Universität Wien und seit 2013 assoziiertes Mitglied des Frankfurter Forschungsverbundes Normative Ordnungen.
 
Das Programm im Überblick:
 
10.00 Uhr
Begrüßung
Angela Dorn, Hessische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst
Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main

10.15 Uhr
Karl Schlögel (Osteuropahistoriker und Publizist, Stiftung Europa-Universität Viadrina)
Die Ordnung im Kopf und die Unordnung der Welt

11.00 Uhr
Alice Bota (Journalistin und Autorin) – Jurko Prochasko (Essayist)
(K)ein neuer Krieg – Osteuropäische Perspektiven

12.00 Uhr
Viktor Jerofejew (Autor)
Putin and Europe

13.00 Uhr
Mittagspause

14.00 Uhr
Charlotte Klonk (Kunsthistorikerin, HU Berlin)
Wieder “Nie Wieder" – Bilder des Krieges

14.45 Uhr
Stefan Kadelbach (Rechtswissenschaftler, Normative Orders, Goethe-Universität) – Adam Tooze (Wirtschaftshistoriker, Columbia University)
Verbrechen und Strafe: Wie sanktioniert die Weltgemeinschaft Putins Aggression?

15:30 Uhr
Jannis Panagiotidis (Historiker, Universität Wien)
Flucht aus der Ukraine, postsowjetische Migration und die Zukunft der Migrationsgesellschaft

16.15 Uhr
Nicole Deitelhoff (Politikwissenschaftlerin, Normative Orders, Goethe-Universität)
Zurück auf Null? Der Ukrainekrieg und seine Folgen

17.00 Uhr
Ende

Details zum Programm:
www.roemerberggespraeche-ffm.de, www.normativeorders.net

Informationen:
Anke Harms, Referentin für Wissenschaftskommunikation des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“, Tel.: 069/798-31407, anke.harms@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Büro PR & und Kommunikation, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de 

 

Apr 26 2022
10:42

AIWG veröffentlicht Publikation zu Islam und Medizin 

Islamrechtliche Fragen in der Akutmedizin 

Die Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (AIWG) an der Goethe-Universität hat heute ihre neue Ausgabe der Publikationsreihe „Praxisperspektive“ veröffentlicht. Darin beschäftigen sich der Mediziner Dr. Assem Aweimer und der Islamtheologe Prof. Dr. Serdar Kurnaz mit islamrechtlichen Fragen in akut-intensivmedizinischen Entscheidungssituationen.

FRANKFURT. Muss im Islam alles Menschenmögliche getan werden, um einen kranken Menschen am Leben zu erhalten? Wann dürfen muslimische Patient_innen auf lebenserhaltende Maßnahmen verzichten? Und welche Behandlungsmethoden sind aus islamrechtlicher Sicht für Muslim_innen überhaupt zulässig? Bislang gibt es in der islamischen Theologie und der Islamwissenschaft nur vereinzelte Studien, die sich mit bioethischen Fragen beschäftigen. Eine Auseinandersetzung aus islamtheologischer Warte mit Fragen zu modernen medizinischen Therapiemaßnahmen steckt noch in den Anfängen.

Der Mediziner Dr. Assem Aweimer und der Islamtheologe Prof. Dr. Serdar Kurnaz legen mit der aktuellen AIWG-Praxisperspektive „Islamrechtliche Fragestellungen in der Akutmedizin“ einen ersten Grundstein für den Austausch zwischen medizinischer Praxis und Forschung sowie den islam-theologischen Wissenschaften im deutschsprachigen Raum.

Anhand konkreter Praxisbeispiele stellt der Oberarzt für Innere Medizin und Kardiologie am BG Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum Fragen an die islamisch-theologischen Wissenschaften. Diese greift Prof. Dr. Serdar Kurnaz im zweiten Teil der Publikation auf und formuliert aus islamrechtlicher Sicht Grundprinzipien für Entscheidungsfindungen in akut-intensivmedizinischen Situationen. Der Theologe vom Berliner Institut für Islamische Theologie zeigt dabei, dass es aufgrund der Meinungspluralität in der islamischen Tradition die eine „islamische Antwort“ auf eine bestimmte medizinethische Frage nicht gibt. „Eine Vereinfachung in Erlaubtes und Verbotenes ist aufgrund der Komplexität und der Tragweite vieler Entscheidungen, seien sie medizinisch oder theologisch begründet, nicht möglich“, so Prof. Dr. Serdar Kurnaz.

Die AIWG-Praxisperspektive präsentiert dennoch aufgrund eines engen Austauschs zwischen Medizin und islamischer Theologie für Abwägungssituationen im Spannungsfeld zwischen medizinischer Identifikation und Patientenwille anschaulich Handlungsvorschläge und regt zur weiteren Forschung in dem Bereich an. Mitte Mai veranstaltet die AIWG einen Live-Talk auf YouTube zum Thema. Gäste sind unter anderem die Autoren. Informationen zur Veranstaltung sind in Kürze abrufbar unter https://aiwg.de/aktuelles/

Dr. med. Assem Aweimer ist Oberarzt für Innere Medizin und Kardiologie am BG Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum. Er hat Medizin in Bochum studiert und sich im Schwerpunkt Innere Medizin und Kardiologie weitergebildet.

Prof. Dr. Serdar Kurnaz hat in Frankfurt am Main an der Goethe-Universität Islamische Religion, jüdisch-christliche Religionswissenschaften und Pädagogik studiert und im Fach Islamische Studien promoviert. Seit 2020 ist er Professor für Islamisches Recht in Geschichte und Gegenwart am Berliner Institut für Islamische Theologie der Humboldt-Universität zu Berlin.

Die Publikation kann auf der Website der AIWG kostenfrei heruntergeladen werden unter https://aiwg.de/praxisperspektiven/

Mit ihrer Publikationsreihe AIWG-Praxisperspektiven präsentiert die AIWG Beiträge und Gedanken aus der Praxis zu Fragen des Islams in der Gesellschaft. Mit ihren Praxisperspektiven liefert die AIWG Anregungen für die wissenschaftliche Erforschung verschiedener islamtheologisch relevanter Fragen, zugleich richtet sich die Publikation an eine breite Öffentlichkeit.

Weitere Informationen
Stefanie Golla
Koordinatorin Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft
Goethe-Universität
Telefon 069 798-22459
E-Mail golla@aiwg.de
Homepage https://aiwg.de/


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de  

 

Apr 22 2022
12:50

DITIB-Studie 2021: Lebensweltliche Einstellungen junger Muslim:innen in Deutschland

„Das gute Gefühl wird mir oft genommen“

Wie stehen junge Muslim:innen zu Heimat und Religion? Welche Vorstellungen haben sie von Liebe, Heirat und Familie? Zu diesen und anderen Themen hat die DITIB-Jugendstudie der Goethe-Universität junge Muslim:innen befragt.

FRANKFURT. Sie fühlen sich in Deutschland zu Hause, empfinden aber zugleich eine gewisse Unentschlossenheit gegenüber dem Land, in dem sie leben. Sie planen ihre Zukunft in Deutschland und engagieren sich etwa in der Flüchtlingshilfe, in der Politik und in der Feuerwehr, können sich aber nicht vorstellen, in Deutschland beerdigt zu sein. Sie finden im DITIB-Moscheeverband mit seinem außerschulischen Bildungsangebot einen Ersatz für die türkische Heimat ihrer Eltern und Familien, fordern aber mehr deutschsprachige Imame in ihrer Gemeinde und ein stärkeres Zugehen des Verbands auf nicht-muslimische Bürger. Sie wünschen sich einen selbstbewussteren Umgang mit dem eigenen Glauben, sind der Meinung, die islamische Religion sei nur für Muslim:innen offen, lehnen aber religiöse Übertreibungen wie Kopftuchzwang und Zwangsehen ab. Sie betonen biologische und Rollen-Unterschiede zwischen Mann und Frau, gehen aber selbstverständlich von deren Gleichberechtigung aus.

Dies sind Ergebnisse der soeben erschienenen DITIB-Studie 2021, die von Harry Harun Behr, Professor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Islam, und der wissenschaftliche Projektleiterin Meltem Kulaçatan am Fachbereich Erziehungswissenschaften, beide Goethe-Universität, durchgeführt wurde. Befragt wurden junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren, die sich selbst als muslimisch bezeichnen, sich ehrenamtlich im Jugendverband des DITIB-Moscheeverbands engagieren und in Deutschland beheimatet sind. Ihre Ankünfte weisen die Befragten als überdurchschnittlich gut ausgebildet aus und als Angehörige einer bürgerlich orientierten Mittelschicht; sie sind an Normalität interessiert, möchten nicht als migrantisch und muslimisch definiert werden und sind positiv gegenüber staatlichen Regelsystemen eingestellt. Gleichwohl geben die jungen Menschen an, prägende Diskriminierungserfahrungen, etwa in der Schule, gemacht zu haben.

Initiiert wurde die Studie vom Jugendverband des DITIB-Moscheeverbands (BDMJ), verbunden mit dem Wunsch, seine Angebote besser an die Bedürfnisse der jugendlichen Zielgruppen anpassen zu können. Da auch das postmigrantische Selbstverständnis junger Menschen, also auch das Generationenverhältnis in der Studie erfragt werden sollte, äußerte auch der von den Jugendlichen als „Erwachsenenverband“ bezeichnete Bundesverband DITIB Interesse an den Ergebnissen. Die Studie wurde schließlich vom Bundesverband in Auftrag gegeben. Die Wissenschaftler der Studie weisen darauf hin, dass eine Einflussnahme des Auftraggebers auf Ergebnisse vorab ausgeschlossen wurde.

Die Studie verbindet quantitative Ergebnisse mit qualitativen Aussagen, in denen die Befragten anonym zu Themen Stellung nehmen konnten. „Ich möchte mich hier wohl fühlen“, lautet etwa ein Kommentar. „Ich bin hier geboren und aufgewachsen, kenne mich mit der deutschen Kultur aus und beherrsche die Sprache sehr gut. Aufgrund meiner Religion und meiner Herkunft werde ich in vielen Bereichen des Lebens ausgegrenzt, und das finde ich sehr schade, denn ich sehe Deutschland auch als Heimat an. Genauso wie die Türkei. Dieses gute Gefühl wird mir leider oftmals genommen.“ In Bezug auf die Jugendarbeit des DITIB enthält die Studie Äußerungen wie „mehr nicht-muslimische Referenten einladen, Kooperation mit anderen religiösen Vereinen (auch nicht-muslimische), bessere Zusammenarbeit mit Bürgermeistern.“ Einen hohen quantitativen Zustimmungswert erreicht die Aussage: „Ich würde nur eine Muslimin oder einen Muslim heiraten.“

Die gesellschaftliche Funktion des DITIB bewerten die Wissenschaftler insgesamt positiv. Sie sprechen dem Moscheeverband die Fähigkeit zu, über eine religiöse Grundbildung zur Stabilisierung der Persönlichkeit beizutragen und somit über intellektuell und spirituell gebildete und interessierte junge Menschen Integration zu gestalten. „Es ist genau diese religiöse Matrix für lebensweltliche Orientierung, die radikalen Muslimen oft fehlt“, sagt Harry Harun Behr.

Allerdings ermuntern die Erziehungswissenschaftler den Moscheeverband auch, „kritische Reflexion als Chance für bewusstere Religion zu begreifen und nicht als Angriff auf den Glauben.“ Die große Herausforderung bestehe darin, die veränderte, eher „säkulare Spiritualität“ der jungen Generation aufzugreifen und einen religionsgemeinschaftlichen Raum auch für diejenigen zu gestalten, die bislang als „abweichend“ markiert werden. 

Publikation:
Behr, Harry Harun Behr/ Kulaçatan, Meltem (2022): DİTİB Jugendstudie 2021. Lebensweltliche Einstellungen junger Muslim:innen in Deutschland. Weinheim: Beltz Juventa, 185 Seiten, 24,95 Euro

Weitere Informationen
Harry Harun Behr
Professur für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Islamische Religionspädagogik und Fachdidaktik des Islamischen Religionsunterrichts

Meltem Kulaçatan
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Goethe-Universität
FB 04, Institut für Pädagogik der Sekundarstufe
Campus Westend, Gebäude PEG, Raum 4. G 113
Theodor-W.-Adorno-Platz 6, D-60323 Frankfurt am Main
+49 (0)69 798 36306
hb@em.uni-frankfurt.de
kulacatan@em.uni-frankfurt.de


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Büro PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, Fax 069 798-763-12531p.barth@em.uni-frankfurt.de 

 

Apr 20 2022
13:37

Internationales Forschungsteam unter Federführung der Goethe-Universität widerlegt ein jahrzehntelang populäres Konzept

Aktive Auflösung von Entzündungen: Keine Evidenz für Beteiligung spezialisierter Lipidbotenstoffe

Entzündungen werden entgegen einem seit fast 30 Jahren propagierten Konzept offenbar nicht aktiv mit spezialisierten Lipiden beendet, die unser Körper aus mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren bildet. Zwar lassen sich solche Resolvine oder Lipoxine unter Laborbedingungen herstellen, physiologisch spielen sie jedoch höchstwahrscheinlich keine Rolle. Das belegt ein Review eines internationalen Forschungsteams um Prof. Dieter Steinhilber von der Goethe-Universität Frankfurt. Ausgangspunkt dieser Arbeit, die unter Fachleuten viel Aufsehen erregt hat, waren experimentelle Befunde des DFG-Graduiertenkollegs „Auflösung von Entzündungsreaktionen“ (AVE) an der Goethe-Universität.

FRANKFURT. Entzündungen entspringen einer aktiven Abwehrreaktion unseres Immunsystems. Sie klingen normalerweise von selbst ab. Einst wurde angenommen, dass sei ein passiver Prozess, weil die beteiligten Immunzellen nach getaner Arbeit allmählich absterben oder abwandern. Heute wissen wir, dass unser Körper auch das Abklingen einer Entzündung aktiv steuert. Zu diesem Zweck verwandeln sich unter anderem bestimmte Zellen des angeborenen Immunsystem, so genannte entzündungsfördernde M1-Makrophagen, die primär der Verteidigung dienen, in entzündungsauflösende M2-Makrophagen, die primär in der Wundheilung wirken.

Als ein wichtiger molekularer Effekt dieser Verwandlung galt bisher die Bildung spezialisierter entzündungsauflösender Mediatoren (SPMs). Seit ihrer Entdeckung im Jahr 1984 gaben sie einer weltweit immer größer werdenden Gruppe von „Resolutionisten“ Anlass zu der Hoffnung, eines Tages mit synthetischen „Entzündungsauflösern“ (Resolvinen) therapeutisch in entzündliche Prozesse eingreifen zu können.

Die derzeit verfügbaren Medikamente gegen Entzündungen und deren Symptome – wie zum Beispiel die Acetylsalicylsäure und die Cox-2-Inhibitoren – wirken dagegen als Gegenspieler (Antagonisten) bestimmter Reaktionen des Arachidonsäurestoffwechsels, die proinflammatorische Gewebshormone generieren. Dazu gehören einerseits Thromboxan und die Prostaglandine, andererseits die Leukotriene. Nur zwei Stoffwechselschritte von der Arachidonsäure entfernt entstehen auch die SPMs, denen bislang eine anti-inflammatorische Wirkung zugeschrieben wurde.

Tatsächlich zeigte eine Doktorarbeit am 2017 etablierten Graduiertenkolleg AVE der Goethe-Universität, dass entzündungsauflösende Makrophagen die beiden Enzyme bilden, die für die Herstellung von SPMs notwendig sind. Allerdings konnten erst unter nicht-physiologischen Bedingungen – die Forscher:innen gaben Stimulatoren dazu, die die Durchlässigkeit der Membran der Makrophagen für Kalzium erhöhten (Ionophore) – , winzige Mengen von SPMs nachgewiesen werden. Selbst wenn man, wie eine weitere Dissertation zeigte, Zellkulturen bestimmter weißer Blutzellen (neutrophiler Leukozyten) bereits vorbehandelte Substrate dieser Enzyme zufügte, wurden diese Substrate darin kaum umgesetzt.

Ein weiteres Verdachtsmoment ergab sich durch frühere Arbeiten über SPM-Rezeptoren von Prof. Stefan Offermanns, der wie Prof. Steinhilber Projektleiter im an der Goethe-Universität verankerten Sonderforschungsbereich „Krankheitsrelevante Signaltransduktion durch Fettsäurederivate und Sphingolipide“ ist. Bei der Studie konnte keine Wirkung von Lipoxin A über den entsprechenden G-Protein-gekoppelten Rezeptor festgestellt werden. Über diese Rezeptoren übermitteln Lipidmediatoren ihre Signale. Im Blutplasma von gesunden Probanden ließen sich SPMs selbst mittels sensitivster und selektivster Verfahren (Kopplung von Chromatographie und Massenspektrometrie) zudem bestenfalls im einstelligen Pikogrammbereich finden.

Ausgehend von diesen Befunden durchforstete das Forschungsteam um Prof. Dieter Steinhilber alle bisher erschienenen Publikationen zum Thema SPMs. Dieses Review bestätigte ihre Dekonstruktion des SPM-Konzeptes: Menschliche Leukozyten, zu denen auch Makrophagen gehören, können bestenfalls geringe Mengen an SPMs synthetisieren. Diese Mengen sind so winzig, dass sie auch mit modernster Analytik nicht verlässlich zu quantifizieren sind. Die SPM-Synthese steht weder im Zusammenhang mit dem Abklingen einer Entzündungsreaktion noch mit einer gezielten Zufuhr mehrfach ungesättigter Omega-3-Fettsäuren. SPM-Rezeptoren sind bisher nicht valide nachgewiesen worden.

„Insidern war schon lange klar, dass das SPM-Konzept fragwürdig ist“, sagt Dieter Steinhilber. „Bisher hat sich jedoch niemand die Mühe gemacht, alle Zweifel zusammenzutragen.“ Es müsse einen anderen Mechanismus der aktiven Entzündungsauflösung geben. „Denn der Wechsel von entzündungsfördernden M1-Makrophagen zu entzündungsauflösenden M2-Makrophagen geht eindeutig mit einer Veränderung des Lipid- und Zytokinprofils einher.“

„Die Suche nach den molekularen Signalen, mit denen unser Körper überschießende oder chronische Entzündungen aktiv verhindert, bleibt spannend“, sagt Prof. Bernhard Brüne, Vizepräsident der Goethe-Universität und Sprecher des Graduiertenkollegs AVE. „Sie motiviert unsere weitere Forschung.“

Publikation: Nils Helge Schebb, Hartmut Kühn, Astrid S. Kahnt, Katharina M. Rund, Valerie B. O'Donnell, Nicolas Flamand, Marc Peters-Golden, Per-Johan Jakobsson, Karsten H. Weylandt, Nadine Rohwer, Robert C. Murphy, Gerd Geisslinger, Garret A. FitzGerald, Julien Hanson, Claes Dahlgren, Mohamad Wessam Alnouri, Stefan Offermanns, Dieter Steinhilber: Formation, Signaling and Occurrence of Specialized Pro-Resolving Lipid Mediators—What is the Evidence so far? Frontiers in Pharmacology (2022) https://doi.org/10.3389/fphar.2022.838782

Weitere Informationen
Prof. Dr. Dieter Steinhilber
Institut für Pharmazeutische Chemie
Goethe-Universität Frankfurt
Tel. +49 (0)69 798-29324
Steinhilber@em.uni-frankfurt.de
https://www.uni-frankfurt.de/53483647/Arbeitskreis_Prof__Dr__Steinhilber


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Apr 20 2022
10:56

Skulpturen des Künstlers Herbert Mehler noch bis Mitte Juli auf dem Campus Westend – Kunstpädagogische Projekte auch für junge Menschen

Mehler-Freiluftausstellung auf dem Campus verlängert

Die temporäre Skulpturenausstellung “Herbert Mehler: Wachstum – Körper – Raum. Dialog mit der Goethe-Universität" wird noch bis zum 17. Juli zu sehen sein. Seit Mai letzten Jahres werden auf dem Campus Westend 18 Großskulpturen des Bildhauers Herbert Mehler von der Goethe-Universität und dem Frankfurter Ausstellungshaus DIE GALERIE präsentiert. Ein kunstpädagogisches Projekt begleitet die Ausstellung mit digitalen Formaten auch für Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit Seh- und Hörbeeinträchtigungen.

FRANKFURT. Erstmals sind sie im Ensemble zu sehen: die 18 großen Corten-Stahlskulpturen des Bildhauers Herbert Mehler, die seit Mai 2021 die Besucher:innen mitten in Frankfurt zu einem Dialog einladen. Der Bildhauer, 1949 in Steinau bei Fulda geboren, genießt mit seinen unverkennbaren, abstrakten Skulpturen sowohl im deutschsprachigen Raum als auch international ein hohes Ansehen. Auf dem weitläufigen Parkgelände des Campus Westend sind sie an sieben Stellplätzen sowie im Eingangsfoyer nach Themen wie Vielfalt und Differenz, Nachhaltigkeit, Wissenschaft und Kunst gruppiert. Die Besucherinnen und Besucher können sich nun noch bis zum 17. Juli auf dem Campus durch die mit bis zu sechs Meter hohen rostbraunen Skulpturen inspirieren lassen, die einerseits an organische Gebilde, andererseits an architektonische Elemente erinnern.

Ursprünglich war die von der Goethe-Universität mit dem Frankfurter Ausstellungshaus DIE GALERIE kuratierte Freiluftausstellung bis Ende April geplant. Mit der Ausstellung wollte die Goethe-Universität der Stadtgesellschaft in der Pandemie zurückgeben, was in den vergangenen zwei Jahren besonders stark vermisst wurde: einen öffentlichen Raum, der gemeinsame ästhetische Erfahrungen ermöglicht.

Mit allen Sinnen wahrnehmen lässt sich die nun verlängerte Ausstellung auch durch die Projekte, zu denen Mehlers Skulpturen vierzig Studierende am Institut für Kunstpädagogik in den vergangenen Monaten inspiriert haben. Im Rahmen des Projektseminares „Kultur für alle?! Kunst auf dem Campus Westend und Wege der Kunstvermittlung im öffentlichen Raum“ haben die Studierenden verschiedene Formate entwickelt, die Interessierten aller Altersstufen digital einen Zugang zur Ausstellung erleichtern.

Entstanden sind etwa Bastelanleitungen für Kinder in Form von Videos, eine digitale Rallye für Jugendliche, Podcasts, ein raumatmosphärisches Video für Hörende, Taube und Menschen mit Hörbeeinträchtigung, ein Kurzquiz (auch in englischer Sprache) sowie eine kleine Publikation in Formeines Mitmachheftes und eine studentische Homepage, welche die einzelnen Angebote bündelt. Der Instagram-Accountcampuskunstffm informiert über je aktuelle Angebote. Daneben sind Überlegungen zu einem Audioguide für Sehende, Blinde und Menschen mit Sehbeeinträchtigung sowie ein Konzept zur personellen Vermittlung in einfacher Sprache entwickelt worden.

Über die Ausstellung informiert zudem ein umfassender Katalog, der neben zahlreichen Fotografien der ausgestellten Werke vor Ort auch Informationen zum Künstler und dessen Arbeit enthält. Der Katalog „Herbert Mehler – Wachstum, Körper, Raum“ mit Beiträgen des Präsidenten der Goethe-Universität, Prof. Dr. Enrico Schleiff, und des Galeristen Peter Femfert sowie interdisziplinären Texten von Wissenschaftler:innen und einem Studenten ist über den Buchhandel erhältlich.

Unterstützt werden die kooperative Ausstellung sowie das Projektseminar unter anderem von der Johanna Quandt Universitäts-Stiftung, der Sparda-Bank, Santander Universitäten und der Georg und Franziska Speyer'schen Hochschulstiftung.

Bilder zum Download: www.uni-frankfurt.de/117725137

Bildtext: Stahlskulpturen im Mittelpunkt der Stadt: Werke des Bildhauers Herbert Mehler auf dem Campus Westend der Goethe-Universität (Foto: Lars Wiedemann/Berlin)

Weitere Informationen zum kunstpädagogischen Projekt:
CLAUDIA SPEZZANO
T + 69 956 459 46
M +178 814 25 56
spezzano.em@uni-frankfurt.de

Homepage: www.kulturfueralle.wordpress.com
Instagram: www.instagram.com/campuskunstffm/
Der YouTube-Kanal „Campus Kunst entdecken“: www.youtube.com/channel/UCQnmjsPAhJB1cyKdcRR5QTQ/featured
Die Podcasts „Campuskreaturen“ auf Spotify: https://open.spotify.com/show/2pj8EmfbS7WDNrVzlc4uAO
Die Actionbound „Mehler meets Goethe“: https://de.actionbound.com/bound/MehlermeetsGoethe
Zum Kurzquiz „Have you seen me?“: https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSdDQUKWciF-2w4QOJWYrBYiJEskxQ61ryaHdDB0uxiJ9MA5kQ/viewform
English Version: https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSe6obrksbyCLSBaNAej3JPOxPyGH4YX3dBkjFCPq_jADrw4RQ/viewform
Das Audiointerview zur Campustour für Sehende, Blinde und Menschen mit Sehbeeinträchtigung: https://padlet.com/paulaalinageorg/c226hjfu6nd5x0jm


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Büro PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, Fax 069 798-763-12531, p.barth@em.uni-frankfurt.de