​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​​​​ ​

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Pressestelle Goethe-Universität

Theodor-W.-Adorno Platz 1
60323 Frankfurt 
presse@uni-frankfurt.de

 

Feb 20 2024
11:37

Tagung des VW-Projekts „Linking Ages“ am Forschungskolleg Humanwissenschaften

Ganz jung und ganz alt im Fokus der Forschung

FRANKFURT. Von Politik über Stadtplanung, Filme und Medien bis zu Produkten und Dienstleistungen – all das orientiert sich häufig am mittleren Erwachsenenalter. Altersgerechte Smartphones oder kindgerechte Filme müssen extra gekennzeichnet werden. Die Ränder des Lebenslaufs – Kindheit in der Frühphase, Alter am Ende – fungieren somit als das „Andere“ gegenüber dem Normalzustand, dem Erwachsenenstatus. Dabei können wir viel über das Soziale an sich lernen, wenn wir erforschen, wie wir in unserer Gesellschaft mit Kindern und älteren Menschen umgehen, welche Eigenschaften wir ihnen zuschreiben und welche Rechte und Pflichten ihnen zugewiesen werden. Darum geht es bei der Abschlusstagung des Projekts „Linking Ages“ am Mittwoch, 28. Februar, von 13:30 bis 19:30 Uhr im Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg (Am Wingertsberg 4).

Das Projekt mit dem vollständigen Titel „Linking Ages – Ein Dialog zwischen Kindheits- und Alter(n)sforschung“ ist drei Jahre lang in der Förderlinie „Originalitätsverdacht?“ der VolkswagenStiftung gefördert worden. Angesiedelt ist es am Fachbereich Erziehungswissenschaften an der Goethe-Universität, wo es sowohl Forschung zur Kindheit wie die von Prof. Sabine Andresen als auch solche zum Alter(n) (z.B. um Prof. Frank Oswald) gibt. Im Verlauf des Projekts wurden Gemeinsamkeiten in Theorie und Methodik, Themenwahl und daraus abzuleitenden Praxisimplikationen ausgelotet. 

Ergebnis des Projekts ist ein internationaler Sammelband, der Beiträge aus Kindheits- und Altersforschung zu den diskutierten Themenbereichen, den dabei relevanten Begrifflichkeiten und damit einhergehenden Fragestellungen verbindet. Der Band soll in Bad Homburg vorgestellt und diskutiert werden. In den einzelnen Vorträgen wird thematisiert, wie die Gesellschaft mit Kindern und älteren Menschen umgeht und wie diese sich zu diesen Alterszuschreibungen positionieren – zum Beispiel hinsichtlich des Schutzes vor Gewalt, in der Pflege, in der Stadtplanung oder beim Thema Nachhaltigkeit. 

Neben Persönlichkeiten aus der einschlägigen Wissenschaft ist auch die Stadtgesellschaft vertreten und geht mit den Forschenden der Goethe-Universität in Dialog. 

Die Veranstaltung ist öffentlich. Um Anmeldung wird gebeten unter: mordeja@em.uni-frankfurt.de

Information: Dr. Anna Wanka Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung Goethe-Universität Telefon 069 798-36411 E-Mail Wanka@em.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Feb 19 2024
11:27

Carolinum bietet neue Ambulanz bei Bulimie und Magersucht

Zähne schützen und erhalten trotz Essstörung 

Essstörungen wie Bulimie und Magersucht werden häufiger, insbesondere bei jungen Menschen. Eine medizinische und psychologische Therapie ist dringend geboten, aber auch die Zahngesundheit sollte man im Blick behalten. Ein neues Angebot des Zentrums der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (Carolinum) der Goethe-Universität bietet Beratung, Prävention und Therapie.

FRANKFURT. Essstörungen wie Magersucht und Bulimie können zu ausgeprägten Zahnschäden führen. Die Ursache: Durch häufiges Erbrechen ist der pH-Wert in der Mundhöhle über einen längeren Zeitraum hinweg sauer; die Zähne verlieren nach und nach ihre Mineralien. Dabei können sich Verfärbungen und Vertiefungen an den Zähnen bilden, die Zähne können empfindlicher werden. Bei dauerhaftem Säureangriff auf die Zahnhartsubstanz verändert sich unter Umständen die Form des Zahns – mögliche Folgen sind Schmerzen und Karies. 

Durch frühzeitiges zahnmedizinisches Eingreifen können Schäden an der Zahnhartsubstanz vorgebeugt, bereits vorhandene Erosionen behandelt werden. Dafür haben Prof. Jan-Frederik Güth, Leiter der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik, und Prof. Stefan Rüttermann, Leiter der Poliklinik für Zahnerhaltung, eine interdisziplinäre Sprechstunde zur zahnmedizinischen Therapie bei Essstörungen ins Leben gerufen. Ein frühzeitiger Fokus auf den Zusammenhang zwischen Essstörung und Zahngesundheit kann sehr umfangreiche Zahnbehandlungen zu einem späteren Zeitpunkt und damit auch hohe Kosten vermeiden helfen. 

Die Zahnärztinnen Miriam Ruhstorfer und Charlène Bamberg beraten Patientinnen und Patienten in zwei Stufen. Zunächst geht es um Diagnostik und Prophylaxe: Hierzu gehört ein Intraoralscan, der die dreidimensionale Analyse der Situation ermöglicht. Ein Mundhygienetraining soll helfen, das Reinigen der Zähne optimal zu gestalten. Und mit Hilfe individuell angefertigter durchsichtiger Schienen können die Zähne geschützt und mit Fluorid gestärkt werden. Die zweite Stufe beinhaltet die Therapie bereits entstandener Schäden an der Zahnsubstanz und falls nötig auch an den Kiefergelenken sowie die zahnmedizinische Kontrolle zur Früherkennung neuer Schäden.

Bilder zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/149521941 

Bildtext: Schwer beschädigte Zähne einer Bulimie-Patientin vor und nach der Behandlung. (Foto: Carolinum)

Weitere Informationen
Miriam Ruhstorfer/Charlène Bamberg
Poliklinik für Zahnerhaltung
Zentrum der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Fachbereich Medizin
Goethe-Universität
Telefon 069 6301-4247
E-Mail es-zahnmedizin@med.uni-frankfurt.de
www.carolinum.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Feb 16 2024
10:56

Podiumsdiskussion mit der Außenministerin der demokratisch legitimierten Übergangsregierung

Myanmars Weg aus der Diktatur

FRANKFURT. Von der internationalen Gemeinschaft wenig beachtet, kämpfen in Myanmar unterschiedliche ethnische Gruppen seit drei Jahren gemeinsam gegen das Militär dieses südostasiatischen Landes. Am 1. Februar 2021 hatten Generäle mit einem Staatsstreich  die zehnjährige Phase der schrittweisen Öffnung und Demokratisierung des Landes jäh beendet. Daraufhin bildeten die kurz zuvor gewählten Parlamentarier eine Übergangsregierung gemeinsam mit Vertretern ethnischer Minderheiten und anderer demokratiefreundlicher Gruppen. Ziel des National Unity Government (NUG) von Myanmar ist die Abschaffung der Diktatur und die Errichtung einer föderalen demokratischen Union mit Gleichheit und Gerechtigkeit für alle.

Wie die Überwindung der Diktatur gelingen kann und welchen Beitrag Europa und Deutschland dazu leisten können – dies sind Themen der

Podiumsdiskussion
Myanmars Übergang zur föderalen Demokratie
am Dienstag, dem 20. Februar, 15 Uhr (s.t.),
Raum IG 411,
im IG Farben-Haus auf dem Campus Westend.

An der Podiumsdiskussion nehmen teil: die Außenministerin Zin Mar Aung des National Unity Government of Myanmar, die von der der Münchner Sicherheitskonferenz anreisen wird; die Chirurgin, Schriftstellerin und Vorsitzende des Writers-in-Prison-Committee des Verbands Pen International Ma Thida; der politische Aktivist und Mitbegründer der Free Rohingya Coalition Ko Nay San Lwin; der Sinologe und Koordinator der Forschungsgruppe „Regimewettbewerb“ des PRIF – Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung Dr. Pascal Abb sowie der Leiter des Global Office der Goethe-Universität Dr. Johannes Müller.

Dr. Ulrich Kuch wird die Diskussion moderieren; er ist Leiter der Abteilung Tropenmedizin und Global Health des Instituts für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Goethe-Universität und Koordinator der Frankfurter Klinik- und Hochschulpartnerschaften mit Myanmar.

Die Veranstaltung wird ausgerichtet vom Global Office und dem Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Goethe-Universität gemeinsam mit dem PRIF – Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung.

Die Podiumsdiskussion steht im Zusammenhang mit der Fotoausstellung „Poser pour la liberté/Standing for Freedom“, die sich mit dem Problemfeld gefährdeter und geflüchteter Wissenschaftler*innen beschäftigt. Die preisgekrönte Ausstellung ist noch bis zum 17. Februar im Foyer des IG-Farben-Hauses zu sehen.

Die Podiumsdiskussion findet auf Englisch statt. Im Anschluss werden aus Myanmar stammende Gastronomen landestypische Snacks servieren.

Information und Anmeldung:
Dr. Johannes Müller
Head of Global Office
Studium Lehre Internationales  |  Global Affairs Study and Teaching
Phone +49 (0)69 798 13729
Email: jo.mueller@em.uni-frankfurt.de
www.uni-frankfurt.de/sli


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Feb 15 2024
15:36

Tagung in Frankfurt befasst sich mit Reform des Betäubungsmittelgesetzes, die kommende Woche verabschiedet werden soll

„Die Entkriminalisierung ist ein wichtiges Signal“

Aller Voraussicht nach wird in der kommenden Woche das vieldiskutierte Cannabisgesetz im Bundestag verabschiedet. An morgigen Freitag befasst sich an der Goethe-Universität das 2. Frankfurter Symposium zum Betäubungs- und Arzneimittelstrafrecht mit dem Gesetz und den erwartbaren Folgen aus kriminalwissenschaftlicher Sicht. „Goethe-Uni aktuell“ sprach im Vorfeld der Tagung mit den Veranstaltern Prof. Matthias Jahn (Goethe-Universität) und Prof. Mustafa Temmuz Oğlakcıoğlu (Universität des Saarlandes).  

FRANKFURT. „Schwachstellen rechtfertigen kein Festhalten am Status Quo“ – so sehen der Frankfurter Rechtswissenschaftler Prof. Matthias Jahn und sein Kollege Prof. Mustafa Temmuz Oğlakcıoğlu aus dem Saarland die als Cannabisgesetz bekannte Reform des Betäubungsmittelgesetzes. Eine Entkriminalisierung von privater Herstellung und dem Besitz in geringen Mengen lässt aus ihrer Sicht hoffen, dass die Gefahren des Konsums besser in den Blick genommen werden können. Die kriminalrechtlichen Folgen und Schwachstellen des Gesetzes sind Thema des 2. Frankfurter Symposiums zum Betäubungs- und Arzneimittelstrafrecht, das morgen an der Goethe-Universität stattfindet.

Das heftig umstrittene Cannabisgesetz wird aller Voraussicht nach kommende Woche im Bundestag verabschiedet – viel später, als ursprünglich von der Fachwelt erwartet. Dennoch gibt es bereits jetzt aus kriminalrechtlicher Sicht einiges zu besprechen. Den Impulsvortrag bei der Veranstaltung hält der Bundesdrogenbeauftragte Dr. Burkhard Blienert, er spricht über alte und neue Baustellen in der deutschen, europäischen und globalen Drogenpolitik. Die Panels befassen sich u.a. mit den Vor- und Nachteilen des Cannabisgesetzes, mit der derzeitigen Rechtspraxis im Hinblick auf das Betäubungsmittelgesetz und mit rechtlichen Veränderungen bei der Verfolgung und Ahndung härterer Drogen.

Im Vorfeld der Tagung sprach das Online-Magazin „Goethe-Uni aktuell“ mit den Veranstaltern Prof. Matthias Jahn (Goethe-Universität) und Prof. Mustafa Temmuz Oğlakcıoğlu (Universität des Saarlandes). Das vollständige Interview lesen Sie unter: https://aktuelles.uni-frankfurt.de/gesellschaft/cannabis-gesetz-schwachstellen-rechtfertigen-kein-festhalten-am-status-quo/

Medienvertreter können sich noch kurzfristig anmelden unter: https://www.uni-saarland.de/lehrstuhl/oglakcioglu/symposium.html

Das Plakat und Bilder der beiden Veranstalter zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/149374757

Weitere Informationen
Prof. Dr. Matthias Jahn
Strafrecht, Strafprozessrecht, Wirtschaftsstrafrecht und Rechtstheorie
Telefon 069 798-34336
E-Mail jahn@jur.uni-frankfurt.de
Homepage: http://www.jura.uni-frankfurt.de/44949022/jahn


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Feb 15 2024
13:10

Hybride Tagung an der Goethe-Universität befasst sich mit dem schwelenden Konflikt in Nordwestafrika

Die Zukunft Westsaharas 

FRANKFURT. Ein seit 50 Jahren schwelender Konflikt ist im Jahr 2020 neu angefacht worden: Von Spanien kolonialisiert, von Marokko besetzt, ist das Gebiet Westsahara auf der scheinbar endlosen Suche nach Autonomie. Nun hat die sahrauische Unabhängigkeitsbewegung Frente POLISARIO nach 29 Jahren den Waffenstillstand mit Marokko aufgekündigt. Auf einer Konferenz des Instituts für Ethnologie der Goethe-Universität

am Montag, 26. Februar, 14:30 bis 20 Uhr und
Dienstag, 27. Februar, 9:30 bis 16 Uhr
im Nebengebäude 1.741 B des IG-Farben-Gebäudes,
auf dem Campus Westend

soll unter dem Titel „Westsahara – Siedlerkolonialismus und Widerstand“ die aktuelle Forschung zum Westsahara-Konflikt im deutschsprachigen Raum vorgestellt werden. In Podiumsdiskussionen und Workshops können Forschende und Studierende Forschungserkenntnisse diskutieren, neue Fragen formulieren und sich besser miteinander vernetzen. Im Zentrum steht sowohl die Geschichte des Konflikts als auch die aktuelle Situation. Dabei geht es um koloniale Kontinuitäten, Siedlungspolitik und den sahrauischen Widerstand, also den Widerstand der ursprünglichen Bevölkerung der Westsahara gegen die völkerrechtswidrige Besetzung durch Marokko. Unter dem Aspekt von Klimagerechtigkeit und Entwicklungspolitik wird ein Fenster in die Zukunft der Region geöffnet.

Vor dem eigentlichen Start der Konferenz führt ein Filmabend

am Sonntag, 25. Februar, 17:30-19:30 Uhr
im Uni-Kino Pupille
Mertonstraße 26-28


in die Thematik ein. Gezeigt wird der Dokumentarfilm „Die letzte Kolonie. Das vergessene Volk der Westsahara“ von Christian Gropper, im Anschluss findet eine Diskussion über den Film statt.

Die gesamte Veranstaltung ist öffentlich, eine Anmeldung wird bis Dienstag, 20. Februar, erbeten an Judit Tavakoli, j.tavakoli@em.uni-frankfurt.de. Falls Sie online teilnehmen möchten, erhalten Sie auf diesem Weg auch den entsprechenden Link.

Das Programm finden Sie unter
www.uni-frankfurt.de/42991918/Willkommen_am_Institut_f%C3%BCr_Ethnologie

Das Veranstaltungsplakat zum Download unter: https://www.uni-frankfurt.de/149307431

Information:
Dr. Judit Tavakoli
Institut für Ethnologie
Goethe-Universität Frankfurt
Telefon 069 798-33074
j.tavakoli@em.uni-frankfurt.de


Redaktion: Anna Springer, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, E-Mail springer@em.uni-frankfurt.de

 

Feb 15 2024
10:34

Verbreitungsgebiete der potenziell krankheitsübertragenden Insekten in vier Bundesländern untersucht

Kriebelmücken: Zunahme der Blutsauger in Deutschland erwartet

Forschende der Goethe-Universität und des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums in Frankfurt haben erstmalig die räumlichen Verbreitungsmuster von Kriebelmücken in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen modelliert. In der im renommierten Fachjournal „Science of the Total Environment“ erschienenen Studie zeigt das Forschungsteam, dass in Deutschland Kriebelmücken in drei Gruppen eingeteilt werden können, die sich in ihren Verbreitungsmustern und ökologischen Ansprüchen unterscheiden. Die Forschenden warnen davor, dass insbesondere die medizinisch relevanten Arten durch den voranschreitenden globalen Klima- und Landnutzungswandel vermehrt auftreten könnten.

FRANKFURT. Sie sind nur zwei bis sechs Millimeter groß, ihr Aussehen ähnelt dem harmloser Stubenfliegen, doch ihre Stiche sind sehr unangenehm: Kriebelmücken (Simuliidae). Die flugfähigen und überwiegend schwarzen Insekten gehören zu den „Poolsaugern“: Weibliche Tiere raspeln mit scharfen „Zähnchen“ die Haut des Wirts auf und nehmen anschließend den sich dort bildenden Blutstropfen zu sich. „Durch die von den Mücken in die Wunde eingetragenen gerinnungshemmenden und betäubenden Substanzen können die Stiche schwerwiegende allergische Reaktionen auslösen, oder es kann zu bakteriellen Sekundärinfektionen kommen“, erklärt Prof. Dr. Sven Klimpel vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum, der Goethe-Universität Frankfurt, dem LOEWE-Zentrum für Translationale Biodiversitätsgenomik (TBG) und dem Fraunhofer IME Gießen und fährt fort: „Kriebelmücken sind zudem vektorkompetent, also in der Lage, durch ihren Stich Infektionskrankheiten auslösende Erreger zu übertragen.“ Der bekannteste durch Kriebelmücken übertragene Erreger ist der auf dem afrikanischen Kontinent heimische Nematode Onchocerca volvulus, welcher die sogenannte Onchozerkose („Flussblindheit“) auslösen kann. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation erlitten durch die Krankheit weltweit bereits über 1,15 Millionen Menschen einen Sehverlust.

Erstautorin Sarah Cunze von der Goethe-Universität Frankfurt erläutert: „Etwa 98 Prozent der insgesamt 2000 auf allen Kontinenten – mit Ausnahme der Antarktis – vorkommenden Kriebelmückenarten ernähren sich von Blut. Dies ist für die Entwicklung ihrer Eier unerlässlich. In Deutschland wurden bisher 57 Kriebelmückenarten beschrieben. Anhand von 1.526 Datensätzen aus Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen haben wir die zwölf häufigsten dort heimischen Arten in drei biogeografische Gruppen unterteilt: Arten, die an Gewässeroberläufen leben, über verschiedene Landschaften weit verbreitete Arten und Tieflandarten.“

Für die drei Gruppen sagen die Forschenden in ihrer aktuellen Studie unterschiedliche Populationsentwicklungstrends unter dem voranschreitenden globalen Klima- und Landnutzungswandel voraus: Die Gruppe der Arten mit einem Verbreitungsschwerpunkt in den Gewässeroberläufen wird aufgrund steigender Temperaturen und zunehmender chemischer Belastung der Gewässer als potentiell gefährdet eingeschätzt. Arten der dritten Gruppe hingegen, zu denen insbesondere auch veterinär- und humanmedizinisch relevante Kriebelmückenarten zählen, zeichnen sich durch breitere Nischen und somit eine höhere Toleranz gegenüber anthropogenen Veränderungen aus. Diese Arten könnten durch den anthropogenen Wandel gefördert werden und ausgehend von ihrem bisherigen Verbreitungsschwerpunkt in größeren Flüssen des Tieflandes in Zukunft häufiger auftreten. Medizinisch relevante Arten zeichnen sich durch ein besonders aggressives Stechverhalten gegenüber Säugetieren und Menschen aus und treten häufig in sehr hoher Zahl auf. „Nachbarländer wie beispielsweise Polen reagieren auf dieses Massenauftreten, welches durch einen synchronisierten Schlupf der aquatisch lebenden Larven gefördert wird, damit, dass Vieh in Gebieten mit bekanntermaßen hohem Vorkommen während der betreffenden Zeiträume nur im Stall gehalten oder nur nachts auf die Weide gelassen wird. Zukünftige höhere Temperaturen könnten zu verkürzten Entwicklungszeiten, zu mehr Generationen pro Jahr und damit insgesamt zu einem häufigeren Auftreten von Kriebelmücken führen“, fügt Cunze hinzu.

In weiteren Arbeiten möchte das Team seine Ergebnisse mit empirischen Tests untermauern sowie durch Labortests klären, inwieweit Simuliiden-Arten in der Lage sind, bestimmte Infektionskrankheiten auslösende Erreger unter den derzeit in Europa herrschenden Bedingungen zu übertragen. „Die aus den Ergebnissen unserer Studie abgeleiteten Entwicklungstrends für die medizinisch relevanten Kriebelmückenarten sind ein Beispiel dafür, wie vektorübertragene Infektionskrankheiten durch den globalen Wandel gefördert werden können. Unsere Modellierungsansätze und -ergebnisse helfen uns dabei, Monitoring und Maßnahmenprogramme für vektorkompetente Arten effizient zu gestalten und Vorhersagen über zukünftige Entwicklungen abzuleiten“, fasst Klimpel zusammen.

Publikation: 
Sarah Cunze, Jonas Jourdan, Sven Klimpel (2024): Ecologically and medically important black flies of the genus Simulium: Identification of biogeographical groups according to similar larval niches, Science of The Total Environment, Volume 917, 2024, 170454, https://doi.org/10.1016/j.scitotenv.2 024.170454

Bilder zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/149310328

Bildtext:
(Bild 1)
Die Art Simulium ornatum gehört zu den veterinär- und humanmedizinisch relevanten Kriebelmücken. Foto: Dorian Dörge

(Bild 2)
Kriebelmücken leben semiaquatisch: Im Ei-, Larven- und – wie hier zu sehen – im Puppenstadium sind sie auf Fließgewässer angewiesen. Foto: Dorian Dörge

Weitere Informationen
Prof. Dr. Sven Klimpel
Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum Goethe-Universität Frankfurt
Tel. 069 798 42237
sven.klimpel@senckenberg.de


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Feb 15 2024
09:25

Physiker der Goethe-Universität finden neue Lösung für Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie

Ein Stern wie eine Matrjoschka-Puppe: Neue Theorie für Gravasterne

Korrektur: Das Publikationsjahr der wissenschaftlichen Veröffentlichung ist 2024.

Würde es Gravasterne tatsächlich geben, sähen sie für einen weit entfernten Beobachter ähnlich aus wie Schwarze Löcher. Zwei theoretische Physiker der Goethe-Universität Frankfurt haben jetzt eine neue Lösung der Allgemeinen Relativitätstheorie Albert Einsteins gefunden, derzufolge Gravasterne aufgebaut sein könnten wie eine russische Matrjoschka-Puppe: Im Inneren eines Gravasterns befände sich sein weiterer Gravastern.

FRANKFURT. Das Innere Schwarzer Löcher ist für die Wissenschaft eine harte Nuss: Der deutsche Physiker Karl Schwarzschild fand 1916 eine Lösung für die Gleichungen Albert Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie, derzufolge sich im Zentrum eines schwarzen Lochs eine sogenannte Singularität befindet, ein Punkt, an dem Raum und Zeit nicht mehr existieren. Alle physikalischen Gesetze, also auch Einsteins allgemeine Relativitätstheorie, habe dort keine Gültigkeit mehr, das Prinzip der Kausalität ist aufgehoben. Das ist ein großes Ärgernis für die Wissenschaft, denn jenseits des sogenannten Ereignishorizonts können keine Informationen aus einem Schwarzen Loch nach außen dringen. Wohl auch aus diesem Grund fand Schwarzschilds Lösung lange Zeit außerhalb der Theorie keine größere Beachtung, bis 1971 der erste Kandidat für ein Schwarzes Loch entdeckt, in den 2000er-Jahren das Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße nachgewiesen und schließlich 2019 das erste Bild eines Schwarzen Lochs durch die Event Horizon Telescope Collaboration veröffentlicht wurde.

2001 schlugen die beiden Wissenschaftler Pawel Mazur und Emil Mottola eine andere Lösung für Einsteins Feldgleichungen vor, die zu Objekten führten, die sie Gravasterne nannten. Im Gegensatz zu Schwarzen Löchern haben Gravasterne aus Sicht der theoretischen Astrophysik mehrere Vorteile: Einerseits sind sie sind nahezu so kompakt wie Schwarze Löcher und besitzen ebenso wie diese an ihrer Oberfläche eine Gravitationskraft, die praktisch so stark ist wie die eines Schwarzen Lochs, sodass ihr nicht einmal Licht entkommen kann. Allerdings haben sie keine Grenze, innerhalb der keine Art von Information nach außen dringen kann, den so genannten Ereignishorizont, und in ihrem Inneren gibt es keine Singularität. Vielmehr besitzen Gravasterne einen Kern aus exotischer – dunkler – Energie, die den Gegendruck zur ungeheuren Gravitationskraft hält, die den Stern zusammenpresst. Die Oberfläche von Gravasternen bildet eine hauchdünne Haut aus gewöhnlicher Materie, deren Dicke gegen Null geht.

Die beiden theoretischen Physiker Daniel Jampolski und Prof. Luciano Rezzolla haben jetzt eine Lösung der Feldgleichungen der Allgemeinen Relativitätstheorie vorgestellt, die einen Gravastern im Innern eines weiteren Gravasterns beschreibt. Diesem – hypothetischen – Himmelsobjekt haben sie den Namen „Nestar“ gegeben (von englisch nested = verschachtelt).

Daniel Jampolski, der die Lösung in seiner durch Prof. Luciano Rezzolla betreuten Bachelorarbeit fand, meint: „Der Nestar ist wie eine russische Matrjoschka, und unsere Lösung der Feldgleichungen lässt auch eine ganze Reihe von ineinander geschachtelten Gravasternen zu.“ Während der Gravastern nach Mazur und Mottola eine nahezu unendlich dünne Haut aus normaler Materie habe, hat der Nestar eine etwas dickere Materiehülle: „Man kann sich etwas leichter vorstellen, dass es so etwas geben könnte.“

Luciano Rezzolla, Professor für theoretische Astrophysik an der Goethe-Universität, erläutert: „Es ist toll, dass es auch 100 Jahre nach Schwarzschilds erster Lösung der Einstein'schen Feldgleichungen aus der allgemeinen Relativitätstheorie noch möglich ist, neue Lösungen zu finden. Das ist ein bisschen so, wie wenn man in einer vermeintlich erschöpften Mine auf eine Goldader stößt. Leider haben wir noch keine Vorstellung davon, wie solch ein Gravastern entstehen könnte. Doch selbst wenn Nestare nicht existieren sollten, hilft uns die Erforschung der mathematischen Eigenschaften dieser Lösungen letztlich dabei, Schwarze Löcher besser zu verstehen.“


Publikation:
Daniel Jampolski, Luciano Rezzolla: Nested solutions of gravitational condensate stars. Classical Quantum Gravity (2023) https://doi.org/10.1088/1361-6382/ad2317

Hintergrundinformation: Ligo entdeckte Gravitationswellen von Schwarzen Löchern, nicht von Gravasternen (2016)
https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/entdeckte-ligo-schwarze-loecher-oder-gravasterne/

Bild zum Download:
https://www.uni-frankfurt.de/149345988

Bildtext: Ein Gravastern könnte wie eine Matrjoschka-Puppe aussehen. Dies fanden Physiker der Goethe-Universität Frankfurt heraus. Bild: Daniel Jampolski und Luciano Rezzolla, Goethe-Universität

Weitere Informationen
Prof. Dr. Luciano Rezzolla
Institut für Theoretische Physik
Goethe-Universität Frankfurt
Phone: +49 (69) 798-47871
rezzolla@itp.uni-frankfurt.de
https://astro.uni-frankfurt.de/rezzolla/

Twitter/X: @goetheuni


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Feb 14 2024
13:02

Für die stark nachgefragte Tagung am Sigmund-Freud-Institut ist nur noch Onlineteilnahme möglich

Sozialpsychologisch-psychoanalytischer Blick auf Israel, Israel-Palästina-Konflikt und Antisemitismus

FRANKFURT. Der Überfall der Terror-Organisation Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel und seine Folgen, Krieg und Krisen in Zusammenhang mit dem Israel-Palästina-Konflikt, der neu aufflammende und zugleich alte Antisemitismus weltweit: Sie stehen im Mittelpunkt einer Tagung, zu der das Sigmund-Freud-Institut, das Frankfurter Psychoanalytisches Institut und die Forschungsinitiative ConTrust gemeinsam einladen. Die Tagung „Zu den Krisen in Israel, zum Israel-Palästina-Konflikt und zeitgenössischen Formen des Antisemitismus“ findet statt am

Sonntag, 25. Februar, von 14:30 -19:30 Uhr
im Sigmund-Freud-Institut
Myliusstraße 20, 60323 Frankfurt am Main

sowie online auf der Plattform Zoom

Die Vortragenden werden die konfliktreiche Thematik aus sozialpsychologisch-psychoanalytischer Perspektive betrachten und analysieren. Aufgrund der starken Nachfrage ist die Teilnahme bei Neuanmeldung nur noch online möglich.

Zum Programm: Der Psychiater Dr. Eran Rolnik von der Universität Tel Aviv wird „Zeitgemäßes über Demokratie, politische Zäsur und Antisemitismus“ vortragen. Während Gerechtigkeit, Freiheit, Menschenwürde, Gewaltenteilung und Minderheitenrechte grundlegende Werte jeder Demokratie seien, könne man die psychischen und psychosozialen Voraussetzungen dafür keineswegs als selbstverständlich gegeben erachten. Die niedergelassene Psychologin und Psychoanalytikerin Shirin Atili aus Esslingen spricht zum Thema „Die fehlende Freiheit für die Palästinenser:innen und ihre Folgen“ und schildert die Situation der Palästinenserinnen und Palästinenser in Deutschland und Israel.

Über „Sackgassen des Absoluten oder warum der Israel-Palästina-Konflikt so grausam ist“ spricht der Wissenschaftshistoriker Prof. José Brunner, ebenfalls Universität Tel Aviv. Sein Beitrag erklärt die seit Jahrzehnten eskalierende Gewalt durch anhaltende narzisstische Verstrickungen, die zum beiderseitigen Verharren in absoluten Anspruchshaltungen führen. Zur wachsenden Grausamkeit und Unlösbarkeit des Konflikts habe die Vermischung mit religiösen und fundamentalistischen Positionen beigetragen. Dr. Kurt Grünberg, Psychoanalytiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sigmund-Freud-Institut, behandelt das Thema „Leidenschaft und Leiden. Zum Antisemitismus vor und nach dem 7. Oktober 2023“. Ihm geht es dabei im Besonderen um das Versagen jener wissenschaftlichen, auch feministischen oder psychoanalytischen Kontexte, die aus seiner Sicht den Zivilisationsbruch verleugneten und sich vom Antisemitismus anstecken ließen.

Es begrüßen und moderieren Prof. Vera King (Goethe-Universität und Geschäftsführende Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts), Željko Čunovic (Frankfurter Psychoanalytisches Institut FPI), Prof. Rainer Forst (Goethe-Universität, Forschungsinitiative ConTrust), Prof. Patrick Meurs (Sigmund-Freud-Institut und Universität Kassel), die Psychoanalytikerin Christiane Schrader (FPI) sowie Prof. Heinz Weiß (Leiter des medizinischen Bereichs am Sigmund-Freud-Institut).

Anmeldung bitte über diesen Link.
Der Zoom-Link zur Tagung wird dann in der Bestätigungsmail mitgeteilt.

Das Veranstaltungsplakat zum Download unter: https://www.uni-frankfurt.de/149297191

Information:
Prof. Dr. Vera King
Professur für Soziologie und Psychoanalytische Sozialpsychologie
Goethe-Universität Frankfurt
E-Mail king@soz.uni-frankfurt.de
https://www.fb03.uni-frankfurt.de/148588723.pdf


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Feb 13 2024
12:27

„Buber-Rosenzweig-Vorlesung für jüdische Geistesgeschichte und Philosophie“: Historikerin Karma Ben Johanan spricht zum Thema Antisemitismus

Wie christliche Traditionen antisemitische Denkmuster prägen

FRANKFURT. Warum ist Antisemitismus global verbreitet, weshalb tritt er in unterschiedlichen gesellschaftlichen und politischen Bereichen vehement auf, und was genau ist unter ihm zu verstehen? Diese Fragen werden nicht erst seit dem 7. Oktober intensiv diskutiert. Die Rolle christlicher Weltbilder ist dabei in den Hintergrund getreten – zu Unrecht, meint die renommierte israelische Historikerin Dr. Karma Ben Johanan. Ihre Forschungen widmet sie religiösen Motiven des Christentums, die in kollektiven Mentalitäten fortwirken und auch zeitgenössische säkulare Denkmuster des Antisemitismus prägen.   

Über die Zusammenhänge zwischen ambivalenten christlichen Einstellungen gegenüber Jüd*innen und dem Judentum und gegenwärtigen Erscheinungsformen des Antisemitismus spricht Karma Ben Johanan

am Donnerstag, dem 15. Februar 2024, um 18.15 Uhr
in ihrem Vortrag
Christian Ambivalence and the Current Antisemitism Debate
im Casino-Gebäude 1.801 auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.

Dabei geht Karma Ben Johanan der Frage nach, ob die zeitgenössischen Debatten nicht auch als neue Formen traditioneller innerchristlicher Spannungen verstanden werden können, die sich auf jüdische Schriften, Geschichte und Kulturen in westlichen Gesellschaften nach 1945 beziehen.

Die Historikerin Dr. Ben Johanan forscht und lehrt am Department of Comparative Religion der Hebräischen Universität Jerusalem. Von 2019 bis 2022 hatte sie eine Professur für jüdisch-christliche Beziehungen an der Theologischen Fakultät der Humboldt Universität zu Berlin inne. Ihr Buch Jacob's Younger Brother: Christian-Jewish Relations after Vatican II erschien 2022 in englischer Sprache. Sie gewann zahlreiche Preise, darunter den renommierten Dan David Preis (2023).

Der Vortrag wird veranstaltet von der Martin Buber-Professur für jüdische Religionsphilosophie und dem Buber-Rosenzweig-Institut für jüdische Geistes- und Kulturgeschichte am Fachbereich Evangelische Theologie. „Das Thema des Vortrags könnte nicht aktueller und bedrängender sein“, erklärt Prof. Christian Wiese, Direktor des Buber-Rosenzweig-Instituts. „Deshalb freuen wir uns, mit Dr. Karma Ben Johanan eine hervorragende Forscherin gewonnen zu haben, die sich innovativ mit den komplexen Beziehungen zwischen den jahrhundertealten Traditionen der christlichen Ambivalenz gegenüber dem Judentum auseinandersetzt, mit Traditionen des christlichen Antisemitismus und anderen Quellen und Formen des Antisemitismus in der Gegenwart.“

Der Vortrag findet in englischer Sprache statt. Eine Anmeldung (unter kramberger@em.uni-frankfurt.de) ist erwünscht, wird aber für die Teilnahme nicht vorausgesetzt.

Anmeldung:
Eva Kramberger
Fachbereich Evangelische Theologie
kramberger@em.uni-frankfurt.de

Weitere Informationen:
https://buber-rosenzweig-institut.de/events/einzelveranstaltung/buber-rosenzweig-vorlesung-fuer-juedische-geistesgeschichte-und-philosophie-2/

Dr. Judith Müller
Buber-Rosenzweig-Institut
jud.mueller@em.uni-frankfurt.de


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Feb 9 2024
14:02

Arztsöhne werden zu Ärzte, Arbeiter wählen SPD: „Forschung Frankfurt“ blickt auf die Folgen gesellschaftlichen Wandels 

Vielfalt statt Überschaubarkeit  

Globalisierung, Migration, Bildungsexpansion: Dies alles verändert die Strukturen unserer Gesellschaft. Doch wie sieht dieser Wandel konkret aus? Diesen Fragen geht die DFG-Forschungsgruppe RISS („Reconfiguration and Internalization of Social Structure“) nach – mit welchen Ergebnissen, darüber berichtet die jüngste Ausgabe von „Forschung Frankfurt“, dem Wissenschaftsmagazin der Goethe-Universität.

FRANKFURT. Früher waren Ärzte in Deutschland vor allem weiße Männer, die in die Fußstapfen ihrer Väter traten. Das System reproduzierte sich selbst und damit den Erfolg von Repräsentanten einer bestimmten sozialen Schicht. Die Zugehörigkeit zu einer sozialen Klasse, aber auch zu einer Berufsgruppe oder Religion ging meist auch einher mit bestimmten politischen Überzeugungen. Auch wenn diese Beschreibung schon für damals etwas vergröbernd ist: Man braucht keinen besonderen Scharfblick, um zu erkennen, dass sich gesellschaftliche Status- und Machtverhältnisse verschoben haben. Das Bild auch der prestigeträchtigsten Berufsfelder ist heterogener denn je. Zugrunde liegt eine enorme Expansion im Bildungssystem: Seit den 1960er Jahren besuchen immer mehr Kinder und Jugendliche aus unteren sozialen Schichten und unterschiedlichster ethnischer Herkunft höhere Schulformen. Auch die Studierendenschaft wird Jahr für Jahr heterogener. Und so stellt die neue „Unordnung“ die alte, oft beharrliche „Ordnung“ von Institutionen wie Schule und Universität, aber auch die des Arbeitsmarkts infrage.

„Die Veränderungen, die wir erleben, sind alles andere als marginal. Sie sind so fundamental, dass sie die Sozialstruktur insgesamt verändern“, sagt Daniela Grunow, Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Quantitative Analysen gesellschaftlichen Wandels an der Goethe-Universität. Sie ist Sprecherin der DFG-Forschungsgruppe RISS (FOR5173), die dieser mehrdimensionalen Verschiebung und ihren Auswirkungen auf der Spur ist. Das RISS-Team will mit einer neuen analytischen Strategie die wachsende Heterogenität besser abbilden und verstehen, um dann erkennen zu können, wie sich die soziostrukturellen Verschiebungen auf das Zusammenleben insgesamt auswirken. Wie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler genau dabei vorgehen, welche Teilfragen sie interessieren, darum geht es im Beitrag von Katja Irle in der jüngsten Ausgabe von „Forschung Frankfurt“, die sich mit dem Schwerpunktthema (Un)Ordnung befasst.

Weitere Artikel von „Forschung Frankfurt“ gehen zum Beispiel der Frage nach, wie Rebellen nach dem Chaos eine eigene Ordnung schaffen, es geht um die Initiation des bundesdeutschen Grundgesetzes, die im I.G. Farben-Bau stattfand (heute Campus Westend), aber auch um die Frage, wie verschwundene Bücher in einer großen Universitätsbibliothek wiedergefunden werden können. Weitere Beiträge handeln davon, wie der Klimawandel die Evolution vorantreibt oder wie eine neue mikroskopische Technologie ein viel genaueres Bild von den dynamischen Strukturen in lebenden Zellen zu vermitteln vermag.

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (2/2023) kann von Medienschaffenden kostenlos bestellt werden über: ott@pvw.uni-frankfurt.de

Ein PDF der Ausgabe ist online erhältlich unter www.forschung-frankfurt.de.

Bild zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/147598855

Bildtext: Forschung Frankfurt: (Un)Ordnung (Titelblatt). Bild: Goethe-Universität Frankfurt


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Feb 9 2024
09:48

VolkswagenStiftung fördert Erforschung der Situation pflegender junger Menschen mit 1,2 Millionen Euro

Erst die Oma versorgen, dann in den Hörsaal

Junge Menschen in Ausbildung, die sich um ältere Menschen kümmern: Sie stehen im Mittelpunkt des Forschungsprojekts „InterCare“ am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität. Eines steht bereits fest: Die gesellschaftliche Aufmerksamkeit für diese Gruppe ist weitaus geringer als sie eigentlich sein sollte.  

 FRANKFURT. Ungefähr jeder achte junge Mensch in Ausbildung – also Schüler, Azubi und Studierende – ist (mit)verantwortlich für das Wohlergehen und die Pflege älterer, kranker oder behinderter Angehöriger oder anderer nahestehender Personen. Dies hat eine Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung ergeben. Damit ist diese Gruppe größer als die der Studierenden mit eigenem Nachwuchs.

Junge Frauen sowie allgemein junge Menschen mit Migrationshintergrund sind eher davon betroffen, Pflege und Ausbildung unter einen Hut bekommen zu müssen. „Eine Riesengruppe, die aber in der öffentlichen Wahrnehmung vollkommen untergeht“, sagt Dr. Anna Wanka, die mit ihrer Forschung herausfinden will, wie der Alltag dieser jungen Menschen aussieht, welche Schwierigkeiten sie meistern müssen und wie man sie dabei unterstützen könnte. Denn häufig beeinflusse die Verantwortung für einen älteren Menschen die Schulleistung sowie die Entscheidung für oder gegen ein Studium oder eine weiterführende Ausbildung, besonders in einer anderen Stadt. Und wer sich doch dafür entscheidet, hat mit einem schlechten Gewissen, Scham gegenüber Peers und Dozierenden, sowie Hürden in der täglichen Vereinbarkeit von Bildung und Pflege zu kämpfen.

Das Projekt „InterCare“ nimmt diese Gruppe als erstes umfangreiches Forschungsvorhaben gründlich in den Blick. Offizieller Start der Forschungen ist im Oktober 2024, von da an fließen über vier Jahre hinweg 1,2 Millionen Euro von der VolkswagenStiftung. Wanka hatte sich im Rahmen der Förderlinie „Herausforderungen und Potenziale für Europa: Intergenerationelle Zukünfte“ bei der Stiftung beworben. Sie leitet an der Goethe-Universität auch die Emmy-Noether-Forschungsgruppe „Linking Ages“, in der es um Alterskonstruktionen im Lebenslauf geht.

Angesichts der in allen europäischen Ländern alternden Bevölkerung sprach die VolkswagenStiftung mit ihrem Förderprogramm vor allem Forschungsgruppen an, die sich mit Fragen zum demografischen Wandel befassen. Die Verantwortlichen sollten aus mindestens drei unterschiedlichen europäischen Ländern stammen. Neben der britischen Anglia Ruskin University und der Jagiellonen-Universität Krakau nimmt auch die Hochschule Niederrhein in Möchengladbach in Person von Moritz Heß, Professor für Gerontologie, teil. In Polen zum Beispiel sei die Situation sehr stark dadurch geprägt, dass professionelle Pflegekräfte im westlichen Ausland, vor allem in Deutschland, arbeiteten, wo sie mehr Geld verdienten. In Polen fehlen diese Fachkräfte dann, was die Angehörigen dort umso stärker in die Pflicht nimmt.

In der ersten Phase der Studie wird es eine quantitative Erhebung in Deutschland geben: Wie viele Betroffene gibt es tatsächlich? Wie stellt sich die Problematik an Bildungseinrichtungen dar? Wo verunmöglichen die Regeln – zum Beispiel Anwesenheitspflichten in Labors und Seminarräumen – die Teilnahme am Ausbildungsgang? Die Ergebnisse sollen dann mit der Situation in Großbritannien und Polen verglichen werden. Für eine zweite Phase sind „dyadische Interviews“ geplant, die sich dadurch auszeichnen, dass ein „Tandem“ aus einem jungen Menschen mit Pflegeverantwortung und der gepflegten Person einzeln und gemeinsam befragt wird. „Die getrennte Befragung ist notwendig, weil auch über schambehaftete Themen, sowie Gewalterfahrungen und Freiheitsbeschränkungen gesprochen werden sollte“, so Wanka. Das Projekt ist zum Teil partizipativ angelegt, das heißt: Die Betroffenen gestalten den Studienablauf selbstständig mit und produzieren gemeinsam mit den Forschenden eine virtuelle Ausstellung sowie eine Podcast-Serie, um Bewusstsein für das Thema zu schaffen.

Hintergrund:

Beitrag ITVNews

Beitrag BBC

Weitere Informationen
Dr. Anna Wanka
Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung
Goethe-Universität
Telefon 069 798-36411

E-Mail Wanka@em.uni-frankfurt.de
Homepage: https://www.uni-frankfurt.de/129313223/Anna_Wanka

Twitter-Handle/Nutzername: WankaAnna

Dr. Wanka kann u.U. auch Interviews mit betroffenen Personen vermitteln.


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Feb 8 2024
14:21

Auch nach 300 Jahren noch aktuell: Der Philosoph Achim Vesper spricht im neuen UniReport über die Bedeutung Immanuel Kants auch für heutige politische Debatten. 

Zum Selbstdenken gehört auch die Auseinandersetzung mit den Meinungen anderer: Warum Kant kein Querdenker war 

FRANKFURT. Kant geht immer: Auf den Philosophen, dessen Geburtstag sich im April zum 300. Mal jährt, berufen sich viele – auch so genannte Querdenker. Das ist aus Sicht von Dr. Achim Vesper, Philosoph an der Goethe-Universität, ein großes Missverständnis: Zwar hebe Kant den Wert des Selbstdenkens hervor – für ihn gehöre dazu aber auch die Auseinandersetzung mit den Meinungen anderer. Im Gespräch mit dem UniReport erklärt Vesper, der momentan die Professur für Philosophie der Neuzeit an der Goethe-Universität vertritt, dass sich historisch betrachtet die philosophischen Fragestellungen durch Kant einschneidend verändert hätten. Antisemitische und rassistische Aspekte in Kants Werken gebe es, die Forschung untersuche sie, sagt Vesper: „Aber wie tief oder weniger tief der Rassismus in Kants Denken verwurzelt sein mag – es bleibt deutlich, dass uns Kant auch wichtige Mittel an die Hand gibt, Rassismus zu kritisieren und zu überwinden.“ Eine Einführung in „Kants Philosophie“, die Vesper zusammen mit Gabriele Kava (Universität Turin) verfasst hat, erscheint am 14. März im Verlag C.H. Beck.

Weitere Themen im neuen UniReport:

Aktuelles
  • Die Goethe-Universität – stark durch vernetztes Handeln: Universitätspräsident Enrico Schleiff über die Bedeutung regionaler Zusammenarbeiten.
  • „Der Natur einfach mal was zurückgeben“: Landschaftsarchitekt Robert Anton über Nachhaltigkeit auf dem Campus Westend.
Forschung
  • Goethe, Deine Forscher: Marjan van den Akker, Gesundheitswissenschaftlerin und Epidemiologin, im Porträt. 
  • Die Welt im Wasserstress: Das globale Wasser-Modell WaterGAP vermittelt auch Fachfremden anschaulich die globale Entwicklung der Wasserressourcen.
Studium, Lehre und Qualifikation
  • Spielerisch deutsch-dänische Differenzen erkunden: Studierende aus Kopenhagen, Frankfurt und Göttingen haben kulturelles und sprachliches Wissen in einer Spiele-App zusammengetragen.
  • Team gewinnt „Gold“ für Antibiotika-Nachweis: Im weltweiten Wettbewerb für Synthetische Biologie iGEM war ein interdisziplinäres Team von Studierenden der Goethe-Universität mit seinem Projekt erfolgreich.
Campus
  • „Du bist ein Kathederlöwe‹, hat ein Kollege einmal zu mir gesagt“: Der Familienrechtler Ludwig Salgo blickt zum Ende seiner Seniorprofessur auf viele Jahre in der universitären Forschung und Lehre zurück. 
  • Religiöse Vielfalt in der Sahelzone: Der Theologe und Jesuit Dr. Rodrigue M. Naortangar (Elfenbeinküste) im Gespräch.
Kultur 
  • Vielschichtiges Gebäude: In ihrer Ausstellung »Strata« ergründet die Künstlerin und Filmwissenschaftlerin Laura J. Padgett fotografisch die noch nicht erzählten (Ge-)Schichten des IG-Farben-Hauses.
Bibliothek
  • Mehrwerte des Übersetzens: Bericht zu einer internationalen Tagung.


Der UniReport 1/2024 steht zum kostenlosen Download bereit unter https://www.unireport.info/aktuelle-ausgabe

UniReport online - Wie finden Sie unsere Artikel im Netz? Ganz einfach: Schauen Sie doch einmal ins Webmagazin der Goethe-Universität. Auf www.aktuelles.uni-frankfurt.de/unireport können Sie einen Großteil der Artikel aus der Printausgabe auch online lesen.


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de  

 

Feb 6 2024
15:23

In der neuen Ausgabe des Magazins „Forschung Frankfurt“ zum Thema „Unordnung und Ordnung“ berichten Wissenschaftler*innen unter anderem über die Erkundung von Zellstrukturen, die Bakterien das Überleben sichern

Forschung Frankfurt: Ordnung in der Zelle

Wie es Bakterien schaffen, auch unter den widrigsten Umweltbedingungen ihre „innere Ordnung“ aufrecht zu erhalten, untersucht Prof. Inga Hänelt an der Goethe-Universität. In einem Beitrag der neuen Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ erklärt die Forscherin, wie Bakterien ein mehrstufiges Krisenmanagement für die Aufnahme von lebenswichtigem Kalium aufgebaut haben – und welche Pläne sie und ihre Kolleg*innen mit der Clusterinitiative SCALE haben, die gerade die erste Hürde im Wettbewerb der Exzellenzinitiative genommen hat. In weiteren Beiträgen gibt das Forschungsmagazin der Goethe-Universität unter dem Titel „(Un)Ordnung“ Einblicke etwa zu den Themen Populismus, Rebellionen und Saatgutbanken. 

FRANKFURT. Bakterien gibt es buchstäblich überall: Von der Tiefsee bis ins Gebirge, in der Luft und womöglich sogar im Weltall, und sie besiedeln auch Haut und Darm des Menschen. Im Gegensatz zum Menschen, dessen spezialisierte Haut- oder Schleimhautzellen die innen gelegenen Zellen schützen, sind Bakterien der Wucht von Umwelteinflüssen wie Hitze, Trockenheit oder hohe Salzkonzentration unmittelbar ausgesetzt. Die Überlebenskünstler haben daher unter anderem ein mehrstufiges System entwickelt, mit dessen Hilfe sie das lebenswichtige Kalium auch unter den widrigsten Bedingungen etwa in einem Salzsee aufnehmen. Welche Tricks sie dazu nutzen, erforscht die Mikrobiologin Prof. Inga Hänelt. In der neuen Ausgabe von Forschung Frankfurt berichtet sie über Transporter, Kanäle und die Selbstorganisation von Bakterien in Biofilmen. Und sie erläutert, wie ihre Forschungsergebnisse in die Clusterinitiative SCALE einfließen, mit der sich Hänelt und ihre Kolleg*innen als Exzellenzcluster im bundesweiten Wettbewerb „Exzellenzstrategie“ bewerben.

In weiteren Artikeln von „Forschung Frankfurt“ geht es zum Beispiel um die Rolle, die Saatgutbanken bei der Erforschung der Anpassung von Wildpflanzen an den Klimawandel spielen, wie dem Populismus entgegengetreten werden kann und wie aus dem Chaos von Rebellionen und Bürgerkriegen neue Ordnungen entstehen. Andere Beiträge diskutieren vor dem Hintergrund der „Klimakleber“ das Spannungsfeld zwischen Rechtsordnung und zivilem Ungehorsam oder untersuchen, wie sich eine gestiegene soziale Durchlässigkeit im Schulsystem oder bei bestimmten Berufen auf gewachsene Strukturen auswirkt.

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (2/2023) kann von Medienschaffenden kostenlos bestellt werden über: ott@pvw.uni-frankfurt.de

Ein PDF der Ausgabe ist online erhältlich unter www.forschung-frankfurt.de

Hintergrund:
Clusterantrag SCALE erfolgreich in der ersten Runde des Exzellenz-Strategie-Wettbewerbs (02/2024)
https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/exzellenzstrategie-wettbewerb-goethe-universitaet-mit-einem-clusterantrag-in-der-ersten-runde-erfolgreich/ 
Website SCALE: https://scale-frankfurt.org

Bilder zum Download:
https://www.uni-frankfurt.de/147598855

Bildtext: Forschung Frankfurt: (Un)Ordnung (Titelblatt). Bild: Goethe-Universität Frankfurt

Twitter/X: @goetheuni @SCALE_Uni_FFM


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Feb 2 2024
09:48

Eine von vier Clusterinitiativen zur Einreichung eines Vollantrags im Exzellenzwettbewerb des Bundes und der Länder aufgefordert – Bestehender Exzellenzcluster CPI zur Herz- und Lungenforschung wird ebenfalls Vollantrag einreichen

Exzellenzstrategie-Wettbewerb: Goethe-Universität mit einem Clusterantrag in der ersten Runde erfolgreich

Mit insgesamt zwei Forschungsverbünden geht die Goethe-Universität in die nächste Runde des mehrstufigen Wettbewerbs „Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder“. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft gab heute bekannt, dass die Clusterinitiative SCALE (Zellstrukturen) auf Basis ihres Konzepts nun im August 2024 einen Vollantrag stellen darf, um sich auf eine Förderung als Exzellenzcluster ab 2026 zu bewerben. Der bestehende Exzellenzcluster Cardio-Pulmonary Institute (CPI) zur Herz- und Lungenforschung wird ebenfalls einen Vollantrag stellen. Forschende der Goethe-Universität sind zudem an zwei erfolgreichen Projektskizzen der Universitäten Darmstadt, Gießen und Marburg beteiligt. 

FRANKFURT. Prof. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität, gratuliert den Forschenden zu ihrem Erfolg: „Wir wussten, dass der wissenschaftliche Wettbewerb sehr hart sein würde. Umso mehr freue ich mich, dass eines der von uns und unseren Partnern vorgeschlagenen interdisziplinären Projekte zur Vollantragstellung zugelassen wurde. Dies bietet uns die Chance, die Förderung in der Erforschung von biologischen Zellstrukturen zu beantragen. Dass wir die internationalen Begutachtungsgruppen und das Expertengremium von Deutscher Forschungsgemeinschaft und Wissenschaftsrat an dieser ersten Wegscheide überzeugen konnten, zeigt, was wir für eine gute Startposition mit unseren außeruniversitären Partnern für die Phase der Vollantragstellung in der Exzellenzstrategie haben, in der die Projekte erneut begutachtet werden. An dieser Stelle möchte ich auch den Kolleginnen und Kollegen an unseren beiden Partneruniversitäten in der RMU gratulieren, die insgesamt drei weitere Skizzen erfolgreich vorgestellt haben.“

Die guten Startvoraussetzungen würden nun für die zweite Phase des Wettbewerbes um Exzellenzcluster genutzt, so Prof. Bernard Brüne, Vizepräsident der Goethe-Universität für Forschung. Daher sei bei aller Freude für eine Atempause jetzt keine Zeit: „Noch heute werden wir die Arbeit an den Vollanträgen aufnehmen.“

Nicht zum Vollantrag aufgefordert wurden die drei Projekte ConTrust, ELEMENTS, und EMTHERA der Goethe-Universität. Vizepräsident Brüne: „Der Exzellenzwettbewerb ist hart und sieht eine starke Reduktion in der Zahl der Antragsskizzen auf dem Weg über den Vollantrag zur Förderung vor. Dennoch war die Teilnahme zweifelsohne ein Gewinn, und ich möchte an dieser Stelle den Kolleginnen und Kollegen, die in den letzten zwei Jahren an der Entwicklung der zukunftsweisenden Ideen beteiligt waren, noch einmal für ihr Engagement danken. In der Vorbereitung auf die Bewerbung haben unsere Forschenden viele kreative Forschungsansätze erarbeitet, Strukturen geschaffen und interdisziplinäre Kooperationen aufgebaut. So konnten wir neue Schwerpunkte entwickeln und das Forschungsprofil der Goethe-Universität weiter schärfen. Wir werden nun die Rückmeldungen der Gutachtenden genau analysieren. Ich bin überzeugt, dass wir diese Ideen weiterentwickeln und in einer anderen Form weiterführen können. Als Goethe-Universität werden wir die Initiativen auf diesem Weg unterstützen.“

Insgesamt 143 Antragsskizzen für neue Exzellenzcluster wurden im Sommer 2023 bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingereicht. 41 (28 Prozent) wurden jetzt zu Vollanträgen im Wettbewerb um die Förderung als Exzellenzcluster zugelassen.

SCALE: Subcellular Architecture of Life. Zellen bestehen aus Milliarden von Molekülen, die von Einzelmolekülen über große Molekülkomplexe bis hin zu Organellen organisiert sind. Zwar sind die Funktionen vieler einzelner Moleküle bekannt, doch ist noch vielfach unklar, wie die Architektur im Innern einer Zelle entsteht, funktioniert und wie die Teile interagieren. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von SCALE wollen die Selbstorganisationsprinzipien der Zelle aufdecken und eine räumlich wie zeitlich hochaufgelöste Simulation der Zelle erstellen. So wollen sie besser verstehen, wie Zellen wirklich funktionieren und wie ihre verschiedenen „Maschinen“ zusammenarbeiten.
Mehr unter: https://aktuelles.uni-frankfurt.de/unireport/zellulaere-architekturen-scale/

Projektpartner:
Goethe-Universität Frankfurt (Antragstellerin)
Max-Planck-Institut für Biophysik (MPIBP), Frankfurt
Max-Planck-Institut für Hirnforschung (MPIBR), Frankfurt
Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS)
Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG), Dresden
Universität des Saarlandes, Homburg
Website: https://scale-frankfurt.org

Als bestehender Exzellenzcluster ist zur Stellung eines Vollantrags bereits zugelassen:

CPI: Cardio-Pulmonary Institute. Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems gehen häufig einher mit Lungenkrankheiten. Weltweit sind sie die häufigsten Todesursachen. Ziel des Exzellenzclusters ist es, zu verstehen, welche molekularbiologischen Prozesse dem Funktionieren dieser Organe und ihrem Versagen bei Erkrankungen zugrunde liegen. Dazu entwickeln die CPI-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler hochschulübergreifend Modellsysteme von Zellkulturen bis zu Tiermodellen und kombinieren die Ergebnisse mit Untersuchungsdaten von Patientinnen und Patienten, um neue Therapieansätze zu finden. Der Cluster wurde erstmals von 2006 bis 2018 als „Excellence Cluster Cardio-Pulmonary System“ gefördert und konnte sich 2019 erneut als Exzellenzcluster Cardio-Pulmonary Institute durchsetzen. Mehr unter: https://aktuelles.uni-frankfurt.de/unireport/herz-und-lungenerkrankungen-cardiopulmonary-institute-cpi/

Projektpartner:
Goethe-Universität Frankfurt und Justus-Liebig-Universität Gießen (gemeinsame Antragstellerinnen)
Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim
Universitätsmedizin Göttingen
Derzeitige Förderung als Exzellenzcluster: 2019–2025 (45 Millionen Euro)
Website: https://www.cpi-online.de/

Neben SCALE, in dem die Goethe-Universität federführend ist, ist die Goethe-Universität als Partnerin an folgenden Projekten beteiligt, die einen Vollantrag stellen dürfen:

RAI – Reasonable Artificial Intelligence
Der Cluster erforscht KI-Systeme, die nicht nur lernen, sondern auch – neuartige – Fakten erfassen können und in der Lage sind, diese mit Formen abstrakten Denkens zu verknüpfen. So sollen die KI-Systeme logische Schlussfolgerungen ziehen und kontextbezogene Entscheidungen treffen und daraus wieder lernen.

Projektpartner:
TU Darmstadt (Antragstellerin)
Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Goethe-Universität Frankfurt
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

TAM – The Adaptive Mind
The Adaptive Mind ist ein Forschungscluster, der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der experimentellen Psychologie, der klinischen Psychologie und der künstlichen Intelligenz zusammenbringt, um zu verstehen, wie sich der menschliche Geist erfolgreich an veränderte Bedingungen anpasst und was passiert, wenn diese Anpassungsprozesse versagen.

Projektpartner:
Justus-Liebig-Universität Gießen (Antragstellerin)
Philipps-Universität Marburg (weitere Antragstellerin)
TU Darmstadt (weitere Antragstellerin)
Goethe-Universität Frankfurt
Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS)

Mit der Exzellenzstrategie wollen Bund und Länder die Universitäten Deutschlands stärken, indem sie wissenschaftliche Spitzenleistungen, Profilbildung und Kooperationen im Wissenschaftssystem fördern. Durch den Wettbewerb sollen nicht nur Leistungsspitzen in der Forschung ausgebildet werden, sondern auch die Qualität des Hochschul- und Wissenschaftsstandorts Deutschland in der Breite soll angehoben werden. Für die Förderlinie „Exzellenzcluster“ wollen Bund und Länder jährlich insgesamt 539 Millionen Euro für bis zu 70 Exzellenzcluster zur Verfügung stellen. Das Antragsverfahren für Exzellenzcluster ist zweistufig: Mitte 2023 wurden bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft zunächst Antragsskizzen zur wissenschaftlichen Begutachtung eingereicht. Auf der Grundlage dieser Gutachten hat das Expertengremium jetzt Clusterinitiativen zur Einreichung von Vollanträgen zugelassen, über deren Förderung im Mai 2025 die Exzellenzkommission entscheiden wird. Neben den neuen Projekten können auch die 57 aus der ersten Runde der Exzellenzstrategie 2018 hervorgegangenen bestehenden Exzellenzcluster einen Vollantrag stellen. Förderbeginn für die mit einem Vollantrag erfolgreichen Cluster ist der 1. Januar 2026. Auf Basis erfolgreicher Exzellenzcluster können sich Universitäten dann für die Förderlinie Exzellenzuniversität bewerben, über die im September 2026 entschieden wird.

Twitter/X: @goetheuni @CPI_ExStra @SCALE_Uni_FFM


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Feb 1 2024
15:48

Vorstellung des neuen Buches von Prof. Dr. Zhiyi Yang am Forschungskolleg Humanwissenschaften

Wang Jingwei und das kulturelle Gedächtnis Chinas

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Der chinesische Dichter Wang Jingwei (1883―1944) war nicht nur ein bedeutender Schriftsteller, sondern auch ein einflussreicher Politiker zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Bekannt wurde er durch ein missglücktes Attentat auf den Regenten Prinz Chun II. und als Vorsitzender der Kuomintang, der Nationalen Volkspartei Chinas. 1940 gründete er die „Neuorganisierte Regierung der Republik China“, die als japanische Marionettenregierung für die Kollaboration mit Japan im Zweiten Weltkrieg in Verruf geriet. Seither gilt der lange Zeit als Patriot gefeierte Wang als Verräter. Im heutigen China unterliegt die Erforschung seines Lebens, Schaffens und Wirkens ebenso großen Restriktionen wie die Forschung über die Rolle Chinas im Zweiten Weltkrieg.

 Vor diesem Hintergrund legt Prof. Zhiyi Yang, Professorin für Sinologie an der Goethe-Universität, im ersten Teil ihres Buches „Poetry, History, Memory. Wang Jingwei and China in Dark Times“ eine historisch differenzierte, intellektuelle und politische Biographie von Wang Jingwei vor. Am Beispiel seines Lebens untersucht sie im zweiten Teil des Buches die Verschränkung von Dichtung und Geschichte in der chinesischen Erinnerungskultur. Im Zentrum steht dabei die Erinnerung Chinas an die Kollaboration mit Japan im Zweiten Weltkrieg.

In der Reihe „Das Forschungskolleg stellt vor“ lädt das Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität zum Gespräch über das im November 2023 in der University of Michigan Press erschienene Buch ein. Es findet statt

am Dienstag, 6. Februar 2024, 19 Uhr
in den Räumen des Forschungskollegs
Am Wingertsberg 4
in Bad Homburg

und wird moderiert von Prof. Iwo Amelung. Der Sinologe führt in die Thematik ein und spricht mit seiner Kollegin über ihr Buch. Das Gespräch findet auf Englisch statt.

Zhiyi Yang ist Professorin für Sinologie an der Goethe-Universität Frankfurt. Nach dem Studium der chinesischen Literatur, Geschichte und Philosophie an der Peking University wurde sie 2012 am Institut für Ostasienstudien der Princeton University promoviert. Gegenwärtig forscht sie über klassische Motive und Formen in der chinesisch-sprachigen Lyrik der Gegenwart. Als Goethe-Fellow am Forschungskolleg Humanwissenschaften veranstaltet sie die Vortragsreihe „Sinophone classicism. Chinese Cultural Memories in a Global Space“.

Iwo Amelung ist Professor für Sinologie an der Goethe-Universität Frankfurt. Er forscht über die Wissenschafts- und Ideengeschichte des modernen China. Als Goethe-Fellow am Forschungskolleg Humanwissenschaften hat er gemeinsam mit dem Wirtschaftswissenschaftler Prof. Bertram Schefold über die Geschichte des wirtschaftlichen Denkens in China und Europa gearbeitet.

Die Reihe: Wissenschaftliche Monographien im Gespräch
Wissenschaftliche Bücher und insbesondere Monographien, also Texte über ein bestimmtes Einzelthema, sind meist das Ergebnis jahrelangen Forschens, Reflektierens und Schreibens. Die Reihe „Das Forschungskolleg Humanwissenschaften stellt vor“ soll diese Bücher in der Öffentlichkeit bekannt machen und ihre Inhalte zur Diskussion stellen. Daher lädt das Kolleg regelmäßig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Rhein-Main-Universitäten ein, damit sie über ihr Buch, dessen Hintergründe sowie ihre persönliche Motivation sprechen können. Die Reihe wird von Prof. Matthias Lutz-Bachmann, dem Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften, geleitet.

Zur besseren Planung bitten wir um Anmeldung bis 4. Februar per E-Mail an anmeldung@forschungskolleg-humanwissenschaften.de. Ihre Anmeldung wird registriert, Sie erhalten aber keine Anmeldebestätigung.

Information:
Beate Sutterlüty
Wissenschaftskommunikation
Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität
Telefon: 06172-13977-15
E-Mail: b.sutterluety@forschungskolleg-humanwissenschaften.de
Homepage: www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de
Social Media: @FKHbadhomburg


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jan 31 2024
12:47

Jobmesse ENTER_ZUKUNFT_PÄDAGOGIK 2024 auf dem Campus Westend der Goethe-Universität/2. Februar 2024 - ab 10.00 Uhr

Warum HEUTE Pädagog*in werden?

FRANKFURT. Zum 11. Mal haben Unternehmen aus dem Sozial- und Bildungsbereich die Chance, Studierenden, Absolvent*innen und pädagogischen Fachkräften die Vielfalt ihrer Jobmöglichkeiten zu präsentieren. In diesem Jahr stellen 38 Einrichtungen ihre aktuellen Projekte und Arbeitsschwerpunkte dar und stehen für Fragen zur Verfügung. Ziel der Jobmesse ENTER_ZUKUNFT_PÄDAGOGIK ist es, Studierenden, Absolvent*innen sowie pädagogischen Fachkräften zu zeigen, wie verschieden die Möglichkeiten in dieser Branche sind und wie bedeutsam die Arbeit von Pädagog*innen ist – ganz besonders in gesellschaftlich herausfordernden Zeiten. Die Messe findet am Freitag, 2. Februar, von 10.00-16.00 Uhr im PEG-Gebäude auf dem Campus Westend statt.

 Die Jobmesse startet mit einem Impuls-Symposium zum Motto: „Warum HEUTE Pädagog*in werden? Gesellschaftliche Verantwortung, Krisen, Perspektiven.“ Dr. Birte Egloff, Geschäftsführerin des Fachbereichs Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität, wird mit folgenden Expert*innen über Perspektiven des Berufsfeldes sprechen: mit Alexander König, Bereichsleitung Wohnen Kinder und Jugendliche in der Lebensgemeinschaft Bingenheim e.V. Echzell/Bingenheim; Marie Elter, Referentin „Kindeswohl im Sport“ der Sportjugend Hessen im Landessportbund Hessen e.V. Frankfurt a.M. und ehemalige Studentin der Erziehungswissenschaften an der Goethe-Universität; Patric Nagel, Sozialpädagoge und Standortleiter sowie Maurice Liptay, Sozialpädagoge, beide bei TAGEWERK GbR Familienhilfe. 

Veranstaltet wird die Jobmesse vom Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main, dem Career Service und dem Paritätischen Bildungswerk Hessen e.V.

Weitere Informationen, auch zu den Ausstellenden, unter: www.jobmesse-paedagogik.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / komm. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jan 31 2024
10:25

16 Institutionen aus dem Großraum Frankfurt/Rhein-Main haben sich gestern im Römer zu einem neuen Wissenschaftsnetzwerk zusammengeschlossen. Die künftige Zusammenarbeit in der Frankfurt Alliance wurde mit der Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding besiegelt. 

Starkes Netzwerk: Frankfurt Alliance

FRANKFURT. Die Wissenschaftsregion Frankfurt/Rhein-Main zeichnet sich durch eine hohe Dichte von Forschungseinrichtungen aus, die aufgrund gemeinsamer Forschungsinteressen und zahlreicher Kooperationsvereinbarungen bereits auf vielfache Weise miteinander verbunden sind. Um den großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden und gemeinsam an neuen Lösungen zu arbeiten, soll die Zusammenarbeit intensiviert werden: Zu diesem Zweck haben sich nun in einem ersten Schritt 16 Institutionen zur Frankfurt Alliance zusammengetan. Dieses Bündnis umfasst Institute der vier großen Wissenschaftsorganisationen in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main, sowie eine Bundeseinrichtung und die Goethe-Universität und soll durch Vernetzung und gemeinsame Rahmenbedingungen, Synergien schaffen und einer zunehmenden Segregation von Arbeitsprozessen und Forschungsthemen entgegenwirken. 

Die Frankfurt Alliance bietet somit den Rahmen für gemeinsame Forschung und die Transformation der Wissenschaftsstrukturen, indem sie die Bedingungen für gemeinsame Forschung vereinfacht, bestehende Hemmnisse in den jeweiligen Administrationen durch übergreifende Regelungen abbaut, gemeinsame Strukturen und Infrastrukturen etabliert und gegenüber der Politik mit Nachdruck für die Interessen der exzellenten Frankfurter Wissenschaftler*innen auftritt. Darüber hinaus sollen gemeinsame Aktivitäten eine engere Verflechtung der Institutionen fördern. Die Vision ist es, die Region Frankfurt/Rhein-Main als einen führenden Forschungsstandort in Europa weiter auszubauen und ihre internationale Anerkennung und ihre Attraktivität für Spitzenforschung noch zu erhöhen.  

Die erste gemeinsame öffentliche Veranstaltung der Frankfurt Alliance wird am 28. September ein Wissenschaftsfestival in der Frankfurter Innenstadt sein: Dann werden sich die beteiligten Institutionen auf dem Roßmarkt der Öffentlichkeit präsentieren.

Bettina Stark-Watzinger, Bundesministerin für Bildung und Forschung: „Ich gratuliere allen Beteiligten und auch der Region Frankfurt/Rhein-Main zur Gründung der Frankfurt Alliance. Gerade in der heutigen Zeit, die große Herausforderungen, aber auch Chancen bereithält, brauchen wir gebündelte Exzellenz und intensive Kooperation mehr denn je. Was hier geschaffen wurde, hat enormes Potenzial. Ich wünsche dem neuen Wissenschaftsnetzwerk viel Erfolg.“

Timon Gremmels, Hessischer Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur: „Wissenschaft und Forschung sind essentiell, um die Transformationsprozesse unserer Zeit zu meistern und gleichzeitig unsere Demokratie zu sichern. Dies gelingt umso besser, wenn die Kräfte vereint werden. Die Frankfurt Alliance wird die hervorragende Forschungs- und Transferarbeit in Frankfurt und der Rhein-Main-Region noch wirkungsvoller und sichtbarer machen – von der Internationalisierung über die Forschungsinfrastrukturen bis zur Personalgewinnung. Letzteres ist gerade angesichts des zunehmenden Wettbewerbs um die besten Köpfe in der Wissenschaft ein wichtiger Schritt. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur unterstützt die Frankfurt Alliance deshalb in diesem und im kommenden Jahr insgesamt mit mehr als einer halben Million Euro.“

Mike Josef, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, sagt: „Das neue Wissenschaftsnetzwerk ist eine großartige Initiative, auf die auch viele gewartet haben. Frankfurt ist ein exzellenter Wissenschafts- und Forschungsstandort, damit muss die Stadt noch weiter verbunden werden, die Initiative ist ein wichtiger Schritt dazu. Eine bessere Vernetzung unserer Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen auch auf Verwaltungsebene erhöht die Attraktivität der ganzen Region, so können wir Fachkräfte besser anwerben und binden.“

Dr. Bastian Bergerhoff, Stadtkämmerer der Stadt Frankfurt, ist überzeugt: „Hier hat sich ein extrem starkes Bündnis zusammengefunden, das dem Wissenschaftsstandort Frankfurt Auftrieb geben und die Zusammenarbeit in der Region befördern wird. Denn Wissenschaft ist auch ein Motor für Wirtschaft, Kultur und Stadtgesellschaft und schafft materiellen und immateriellen Wohlstand. Die Wissenschaft ist so in jeder Hinsicht ein Standortfaktor. Hier liegt ein erhebliches Potenzial, dass gemeinsam noch besser genutzt werden kann.“

Prof. Dr. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität: „Die heutige Unterzeichnung des Memorandum of Understanding ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg hin zu einer noch engeren Vernetzung unserer Wissenschaftsinstitutionen in Frankfurt. Gemeinsam verfügen wir über ein einzigartiges Potenzial, die wichtigen Zukunftsfragen zu bearbeiten und in einen produktiven Austausch mit der Öffentlichkeit zu treten. Ich freue mich schon auf das Wissenschaftsfestival im September! Das wird, davon bin ich überzeugt, mit einem spannenden Programm viele interessierte Menschen aus der Region Frankfurt/Rhein-Main und darüber hinaus zusammenbringen und zeigen, wie wirkungsvoll die Wissenschaft in Frankfurt für die Wirtschaft, die Gesellschaft und die politische Meinungsbildung ist.“

An der Frankfurt Alliance sind beteiligt:
-       DIPF | – Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation
-       Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE
-       Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung (PRIF)
-       Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN)
-       GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung
-       Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie (ITMP)
-       Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT)
-       Max-Planck-Institute für Biophysik (MPIBP), für empirische Ästhetik (MPIEA), für Herz- und Lungenforschung (MPIHL), für Hirnforschung (MPIBR) und für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie (MPILHLT)
-       Ernst Strüngmann Institut (ESI)
-       Paul-Ehrlich-Institut (PEI)
-       Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung – DKTK Standort Frankfurt/Mainz, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) 
-       Goethe-Universität Frankfurt

Ein Foto der Veranstaltung ist als Download verfügbar:
https://www.uni-frankfurt.de/148705178

Bildunterschrift: Frankfurt Alliance – nach der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding im Kaisersaal. Foto: Peter Kiefer/Goethe-Universität Frankfurt. 


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / komm. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jan 30 2024
11:27

Begleitprogramm zur Ausstellung „Bending the Curve“ im Frankfurter Kunstverein – zwei Veranstaltungen des Forschungszentrums „Normative Ordnungen“ 

Klimakrise: Trendumkehr durch Hoffnung?

FRANKFURT. Die globale Klimakrise gehört zu den größten Herausforderungen unserer Gegenwart. Vor allem von den Industrieländern verursacht, betreffen die Folgen des Klimawandels aber am stärksten den Globalen Süden und ärmere Bevölkerungsschichten weltweit. Dort drohen Verarmung und klimabedingte Migration. Auch in den Industrieländern wird dieses Ungleichgewicht zunehmend zum Thema, wie der Klimaaktivismus der „Letzten Generation“ zeigt.

Die Ausstellung „Bending the Curve – Wissen, Handeln, [Für]Sorge für Biodiversität“ – kuratiert vom Frankfurter Kunstverein in Kooperation mit dem Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum sowie dem Zoo Frankfurt – widmet sich der Frage, wie die Abnahme der Artenvielfalt gestoppt und wie mit Handlungsideen zur Erholung der Ökosysteme eine positive Trendumkehr geschafft werden kann.

Im Begleitprogramm wird die Ausstellung von zwei Veranstaltungen des Forschungszentrums „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität gemeinsam mit dem Frankfurter Kunstverein ergänzt. Dort geht es um Fragen wie: Können nachhaltige Lösungen für Umweltkrisen gefunden und gleichzeitig wirtschaftliche Gerechtigkeit verwirklicht werden? Wie stehen die wechselseitigen Interessen der internationalen Fossilbrennstoffindustrie und des Klimaaktivismus einander gegenüber? Und besteht überhaupt noch Hoffnung, die Klimakrise abzuwenden?

Der Auftaktvortrag findet statt am

8. Februar 2024, 18.30 Uhr
Mobilizing Hope. Klimaaktivismus, Solidarität und
die Gefahren von Plutokratie und Pessimismus
von Prof. Dr. Darrel Moellendorf 

Forschungszentrum „Normative Ordnungen“, Goethe-Universität.

Der zweite Vortrag mit anschließendem Podiumsgespräch folgt am

20. Februar 2024, 20 Uhr
(Straf-)Recht und Zeit in der Klimakrise
Prof. Dr. Klaus Günther

Forschungszentrum „Normative Ordnungen“, Goethe-Universität.

Am Podiumsgespräch nehmen teil: Prof. Dr. Klaus Günther, Prof. Dr. Gabriele Britz (Richterin des Bundesverfassungsgerichts a. D., Justus-Liebig-Universität Gießen) und Prof. Dr. Christoph Burchard (Forschungszentrum „Normative Ordnungen“, Goethe-Universität).
Es moderiert Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des Forschungszentrums „Normative Ordnungen“, Goethe-Universität.

Beide Veranstaltungen finden statt im Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt am Main.

Der Eintritt kostet jeweils 5 Euro. Für Mitglieder des Frankfurter Kunstvereins sind die Veranstaltungen kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Zu den Veranstaltungen:

Der politische Philosoph Darrel Moellendorf wird in seinem Vortrag „Mobilizing Hope. Klimaaktivismus, Solidarität und die Gefahren von Plutokratie und Pessimismus“ das Verhältnis von Klimawandel, globaler Armut, Gerechtigkeit und Bedeutung politischer Antworten auf internationaler und nationaler Ebene diskutieren. Dabei vertritt er die Ansicht, dass Hoffnung mobilisiert werden kann, indem an einer Welt gearbeitet wird, die sich für nachhaltige Lösungen von Umweltkrisen einsetzt, die Naturwunder der Erde wertschätzt und eine Vision von wirtschaftlicher Gerechtigkeit verwirklicht. Der Vortrag stützt sich auf Moellendorfs kürzlich erschienenes Buch „Mobilizing Hope: Climate Change and Global Poverty“.

Vortrag und Podiumsgespräch „(Straf-)Recht und Zeit in der Klimakrise“ greifen den Klimawandel aus juristischer Perspektive auf. Im Zentrum wird der Klimabeschluss des deutschen Bundesverfassungsgerichts vom 24. März 2021 stehen. Dabei geht es dem Juristen und Rechtsphilosophen Professor Klaus Günther insbesondere um den Begriff der »intertemporalen Freiheitssicherung«. Der juristische Schlüsselbegriff spielt angesichts der sich beschleunigenden Klimakrise eine immer größere Rolle und soll eine gerechte Verteilung von Freiheitschancen über die Generationen hinweg garantieren.

Die weitere Teilnehmerin am Podiumsgespräch, die Gießener Professorin Gabriele Britz, war als damalige Richterin des Bundesverfassungsgerichts und Berichterstatterin maßgeblich am Klimaschutz-Beschluss beteiligt. Der Jurist Christoph Burchard befasst sich in seiner Forschung unter anderem mit den Transformationen von Strafrecht.

Günthers Vortrag findet zugleich statt im Rahmen der Ringvorlesung „Klimakrise und Strafrecht“, die von Christoph Burchard und Finn-Lauritz Schmidt am Forschungszentrum „Normative Ordnungen“ organisiert wird. (Weitere Informationen: https://contrust.uni-frankfurt.de/veranstaltungen-2/klimakrise-und-strafrecht/)

Zur Ausstellung „Bending the Curve“ im Frankfurter Kunstverein:

Ohne Artenvielfalt ist auf dem Planeten Erde auch keine menschliche Existenz möglich. Schon zu lange nimmt die Artenvielfalt jedoch ab. Und zwar in alarmierendem Tempo. Diese Erkenntnis eint das Kurator:innenteam des Frankfurter Kunstvereins, welches das Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum sowie den Zoo Frankfurt eingeladen hat, sich zu einer interdisziplinären Kooperation zusammenzuschließen. Ergebnis ist die neue Ausstellung Bending the Curve – Wissen, Handeln, [Für]Sorge für Biodiversität, deren Titel auf das Konzept „Bending the Curve of Biodiversity Loss“ anspielt. Es geht um die Frage, wie der Negativtrend gestoppt oder sogar umgekehrt werden kann. Und es geht um positive Erzählungen. Damit beschäftigen sich die in der Schau versammelten Positionen aus Kunst und Wissenschaft. Sie illustrieren Wege und Handlungsideen zur Erholung der Ökosysteme und dienen dem Ziel einer Schubumkehr in der Biodiversitätskrise.

Mit Arbeiten von Alexandra Daisy Ginsberg / Fernando Laposse / Julia Lohmann / Maurizio Montalti / MYRIAD. Where we connect. / Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP / Karlsruher Institut für Technologie, Fakultät für Architektur / Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie / Walter R. Tschinkel / Zoo Frankfurt.

Die Ausstellung kann noch bis einschließlich 3. März 2024 besucht werden.

Details zum Programm:
www.normativeorders.net
www.fkv.de

Information
Anke Harms
Referentin für Wissenschaftskommunikation des Forschungszentrums „Normative Ordnungen“
Tel.: 069/798-31407
anke.harms@normativeorders.net;
www.normativeorders.net/de


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Jan 25 2024
15:07

Juristisches Streitgespräch zwischen Uwe Volkmann und Samira Akbarian im Wissenschaftsmagazin „Forschung Frankfurt“ 

Mit Sprühdose und Sekundenkleber: Darf „ziviler Ungehorsam“ das? 

Sie kleben sich auf der Straße fest, werfen Suppe auf Kunstwerke, besprühen das Brandenburger Tor mit roter Farbe. „Ziviler Ungehorsam“ ist das Mittel der Wahl der „Letzten Generation“, um ihre Ziele politisch durchzusetzen. Ist das bewusste Stören von Regeln und Ordnungen legitim? Ist es legal? Diese Frage diskutieren Samira Akbarian und Uwe Volkmann, beide Rechtswissenschaftler, in der jüngsten Ausgabe von „Forschung Frankfurt“, dem Wissenschaftsmagazin der Goethe-Universität.

FRANKFURT. „(Un)Ordnung“ – so lautet das Schwerpunktthema der aktuellen Ausgabe von „Forschung Frankfurt“. Wenn wir die Welt um uns herum verstehen wollen, suchen wir nach Strukturen, nach Mustern und Regeln, nach Ursachen und Wirkungen. Ordnungen geben uns Halt und Orientierung. Mit Ordnungen und deren Zustandekommen, aber auch den Veränderungen, denen sie unterliegen, befasst sich der Profilbereich „Ordnungen und Transformationen“ an der Goethe-Universität, den das Wissenschaftsmagazin diesmal in den Blick nimmt. 

Wie ist es zu bewerten, wenn die Ordnung unserer Gesellschaft bewusst gestört wird, um bestimmte Ziele zu erreichen? Der „zivile Ungehorsam“ hat auch in einer gut funktionierenden Demokratie seinen festen Platz. Im vorigen Jahr haben sich die Akteurinnen und Akteure der „Letzten Generationen“ ausgiebig seiner bedient. Doch inwieweit sind derartige Aktionen legitim? Diese Frage steht im Zentrum einer Diskussion zwischen den Rechtswissenschaftlern Dr. Samira Akbarian und Prof. Uwe Volkmann. 

Samira Akbarian hat sich in ihrer vielbeachteten Dissertation mit zivilem Ungehorsam befasst und dessen rechtsstaatlich-demokratische Bedeutung als Frage des Rechts und der Gerechtigkeit betrachtet. Allgemein gehe man davon aus, dass die Demokratie, insbesondere die repräsentative Mehrheitsdemokratie, ein faires Verfahren bereitstellt. Das sei jedoch eine Fehlvorstellung, weil nicht alle gleichermaßen an demokratischen Mehrheitsverfahren teilhaben könnten. Dies sei der Grund, warum gerade die repräsentative Mehrheitsdemokratie auf Versammlungen und Proteste angewiesen sei. Diese dürften und sollten dann auch „stören“, also in die öffentliche Ordnung eingreifen. Die öffentliche Meinung und auch die Rechtsprechung verkennten die demokratische Bedeutung von Protesten jedoch häufig und fassten den Schutzbereich der Versammlungsfreiheit zu eng. 

Auch Uwe Volkmann, Professor für Rechtsphilosophie und öffentliches Recht an der Goethe-Universität, hält die Debatte um die strafrechtliche Verfolgung der Klimaschützer an vielen Stellen für überdreht. Anders als Akbarian sieht er den zivilen Ungehorsam jedoch nicht durch ein Repräsentationsdefizit legitimiert. Denn: Eine stärkere Repräsentanz als die, die der Klimaschutz derzeit genießt, sei kaum vorstellbar. Wie problematisch ist es, wenn eine Gruppe gewissermaßen aus dem demokratischen Prinzip der Gleichheit heraustritt, weil sie für sich die Lösung eines Problems als unabdingbar richtig erkannt zu haben glaubt? Was sagt die Rechtsphilosophie dazu? Volkmann und Akbarian führen in Forschung Frankfurt eine aufschlussreiche Diskussion, die neue, rechtlich fundierte Positionen vermittelt. 

In weiteren Artikeln von „Forschung Frankfurt“ geht es zum Beispiel um die Frage, wie Rebellen nach dem Chaos eine eigene Ordnung schaffen, es geht um die Initiation des bundesdeutschen Grundgesetzes, die im I.G. Farben-Bau stattfand (heute Campus Westend), aber auch um die Frage, wie verschwundene Bücher in einer großen Universitätsbibliothek wiedergefunden werden können. Weitere Beiträge handeln davon, wie der Klimawandel die Evolution vorantreibt oder wie eine neue mikroskopische Technologie ein viel genaueres Bild von den dynamischen Strukturen in lebenden Zellen zu vermitteln vermag.

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (2/2023) kann von Medienschaffenden kostenlos bestellt werden über: ott@pvw.uni-frankfurt.de

Ein PDF der Ausgabe ist online erhältlich unter www.forschung-frankfurt.de. 

Bild zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/147598855 

Bildtext: Forschung Frankfurt: (Un)Ordnung (Titelblatt). Bild: Goethe-Universität Frankfurt


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Jan 24 2024
10:40

Semesterabschlusskonzerte des Collegium Musicum der Goethe-Universität

Bach, Bruckner und der Klangforscher Crumb

FRANKFURT. Mit großen Musikwerken wie Bachs „Johannes-Passion“ und der beliebten „Romantischen“ von Anton Bruckner präsentieren die Ensembles des Collegium Musicum der Goethe-Universität in drei Abschlusskonzerten die Ergebnisse ihrer Semesterproben. Die Konzerte des Sinfonieorchesters und Chors unter der Leitung von Jan Schumacher beginnen am 25. Januar 2024, um 20 Uhr, mit dem Werk von Anton Bruckner Sinfonie Nr. 4, Es-Dur „Romantische“ (2. Fassung) im Casino-Festsaal, Campus Westend. 

Auf dem Programm des zweiten Konzerts steht am 8. Februar, um 20 Uhr, Johann Sebastian Bachs „Johannes Passion“ mit dem Chor und Kammerorchester des Collegium Musicum unter der Leitung von Jan Schumacher im Casino-Festsaal, Campus Westend. Die Solisten sind Martin Höhler (Tenor), Katharina Blattmann (Sopran), Nicole Schumann (Alt), Emanuel Fluck (Bass; Arien) und Florian Rosskopp (Bass; Jesus). 

Die Konzertreihe beschließt der Kammermusikabend am 13. Februar, um 19 Uhr, mit Mitgliedern des Collegium Musicum in kleiner Besetzung in der Lobby des PA-Gebäudes, Campus Westend. Gespielt werden kammermusikalische Stücke der Komponisten Domenico Scarlatti und Bohuslav Martinů sowie u.a. die berühmte Cello-Solosonate des 2022 verstorbenen Komponisten, Klangforschers und Pulitzer-Preisträgers George Crumb.

Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei.


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de