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Jul 12 2021
13:29

Wissenschaftsmagazin „Forschung Frankfurt“ der Goethe-Universität zum Thema „Pandemie: Was bleibt?“ – Politologin Heike Holbig spricht im Interview über Chinas Vorgehen in der Coronakrise

„Die Wahrung gesellschaftlicher Stabilität hat Vorrang“

Wer erinnert sich nicht an die Bilder vom Januar 2020? Ein neuartiges Virus kursierte, und im Land der Mitte schien Chaos zu herrschen. Doch derlei Nachrichten verschwanden schon bald von den Bildschirmen, abgelöst durch eine Erfolgsmeldung nach der anderen. Wie erfolgreich war der autokratische Staat tatsächlich bei der Pandemiebekämpfung? Dieser Frage widmet sich ein Interview mit der Politologin und China-Expertin Prof. Heike Holbig in der neuen Ausgabe von Forschung Frankfurt, die heute erschienen ist. Das Wissenschaftsmagazin der Goethe-Universität nähert sich unter dem Titel „Pandemie: Was bleibt?“ dem Thema Pandemie aus unterschiedlichen Perspektiven. Das Heft kann (für Journalisten kostenfrei) bestellt werden über sauter@pvw.uni-frankfurt.de. Online steht es unter www.forschung-frankfurt.de/ zur Verfügung. 

FRANKFURT. Was Anfang 2020 geschah, war den Machthabern in China ein Dorn im Auge: Weltweit verbreitete sich die Ansicht, in China herrsche Chaos, das Gesundheitswesen sei zu schwach, um die vielen Kranken aufzufangen, und die Maßnahmen gegen das Virus seien rigide und menschenverachtend. Vor allem aber: Viel zu spät habe man reagiert und die Weltöffentlichkeit über die drohende Gefahr informiert. Doch nach kurzer Zeit hatte die chinesische Führung die Situation offenbar besser im Griff – oder vor allem die Nachrichtenlage? Seither feiert sich China für seine Erfolge. Doch wie erfolgreich war das chinesische Vorgehen tatsächlich? Kann der Westen gar von China lernen? Und wie hat sich der Status Chinas in der Welt verändert? Darüber gibt Prof. Heike Holbig, Politologin und China-Expertin, in der neuen Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ Auskunft. Sie macht deutlich: Pandemien gelten in China als „hochgradig sensibel“, und „die Wahrung gesellschaftlicher Stabilität hat Vorrang.“ Was China uns ebenso wie die demokratischen Staaten Asiens voraushatte, war die Pandemieerfahrung. Aus Corona zu lernen, dass sollte auch für den Westen ein Gebot der Nachpandemiezeit sein. 

In weiteren Beiträgen der aktuellen Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ schauen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität denn auch genau hin: Was wissen wir über die körperlichen Langzeitfolgen von COVID, insbesondere bei kardiologischen Beschwerden? Wie können wir unser Gesundheitssystem für künftige Pandemien besser aufstellen? Wie hat die Coronapandemie unser Zusammenleben geprägt? Wie kann es trotz der Kontaktverbote menschlich bleiben? Was wird im Schulalltag übrigbleiben von Homeschooling und Distanzlernen? Und wie kann die Wirtschaft noch besser gewappnet sein? Ein Blick in die Vergangenheit lehrt, wie im alten Athen Seuche und Exzess Hand in Hand gingen, wie sich in Europa die Juristen in der Pestbekämpfung durchgesetzt haben – und dass in China schon einmal die erfolgreiche Pandemiebekämpfung den Status der Machthaber festigte – bei den mächtigen Kaisern der Qing-Dynastie.

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (1/2021) kann von Journalisten kostenlos bestellt werden bei: sauter@pvw.uni-frankfurt.de

Alle Beiträge sind online erhältlich unter: www.forschung-frankfurt.de/ 

Weitere Informationen 

Prof. Dr. Heike Holbig
Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Area Studies China/Ostasien
Goethe-Universität 
holbig@soz.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & und Kommunikation, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de