​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​​​​ – 2021

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Pressestelle Goethe-Universität

Theodor-W.-Adorno Platz 1
60323 Frankfurt 
presse@uni-frankfurt.de

 

Okt 6 2021
16:03

Chemiker legte 1997 an der Goethe-Universität seine Promotion ab. 

Goethe-Universität gratuliert Benjamin List zum Nobelpreis für Chemie

FRANKFURT. Die Goethe-Universität Frankfurt gratuliert ihrem Alumnus, dem Chemiker Benjamin List, herzlich zum Nobelpreis für Chemie. Wie die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften heute bekannt gegeben hat, wird List, Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim/R., die Auszeichnung gemeinsam mit dem Briten David McMillan für die Entwicklung der asymmetrischen Organokatalyse erhalten. Dies habe große Auswirkungen auf die pharmazeutische Forschung gehabt, hieß es in der Begründung der Akademie, und die Chemie umweltfreundlicher gemacht.

„Wir gratulieren Benjamin List ganz herzlich zu der wohl größten Auszeichnung, die man als Wissenschaftler erlangen kann. Die Verleihung des Nobelpreises in Chemie ist ein wirklich großer Tag für das Fach in Deutschland und auch an der Goethe-Universität. Denn wir freuen uns natürlich besonders darüber, dass Benjamin List einen Teil seines wissenschaftlichen Werdegangs an der Goethe-Universität verbracht hat. Hier hat er im Jahre 1997 seine Promotion, die ja bekanntermaßen der erste Schritt einer wissenschaftlichen Karriere ist und in welcher die Grundlagen für den weiteren Werdegang gelegt werden, zum Thema ‚Synthese eines Vitamin-B12-Semicorrins‘ bei Prof. Johann Mulzer abgelegt“, betont Prof. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität.

„Der Fachbereich Biochemie, Chemie, Pharmazie gratuliert Herrn Benjamin List zum Nobelpreis für Chemie! Wir freuen uns, dass mit dieser Auszeichnung seine Arbeiten zur asymmetrische Organokatalyse gewürdigt werden. Dieser sehr elegante Ansatz hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt und verfügt über ein enormes Anwendungspotential“, sagt Prof. Clemens Glaubitz, Dekan des Fachbereichs Biochemie, Chemie und Pharmazie.

Geboren in Frankfurt am Main, studierte Benjamin List Chemie zunächst an der Freien Universität Berlin. Im Lauf der Promotion kehrte er mit seinem Doktorvater, Prof. Johann Mulzer, in seine Heimatstadt zurück, wo er im Jahr 1997 das Promotionsverfahren an der Frankfurter Universität abschloss. Die entscheidenden Anregungen für die nun mit dem Nobelpreis geehrten Arbeiten erhielt er bei einem anschließenden Forschungsaufenthalt in den USA. Schon seine ersten eigenen Veröffentlichungen fanden in Fachkreisen große Beachtung, auch in Frankfurt, wo man versuchte, ihn für eine neu geschaffene Professur zu interessieren. Das Max-Planck-Institut für Kohleforschung in Mülheim, eine der weltweit führenden Institutionen für Katalyseforschung, war jedoch schneller. In Mülheim entwickelte sich Benjamin List innerhalb kurzer Zeit zu einem der international angesehensten Chemiker auf dem Gebiet der “Organokatalyse”. „Damit sind Verfahren gemeint, die chemische Reaktionen mit Hilfe metallfreier kleiner Moleküle wie Aminosäuren beschleunigen und selektiv in bestimmte Richtungen lenken können. Solche Methoden spielen heute eine wichtige Rolle, um beispielsweise die Herstellung von Pharmaka umweltverträglicher zu machen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse geben aber auch Hinweise, wie bestimmte für die Entstehung des Lebens wichtige Moleküle ursprünglich einmal entstanden sein könnten“, erläutert Prof. Michael Göbel, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Organische Chemie und Chemische Biologie.


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung PR & Kommunikation, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de   

 

Okt 1 2021
12:11

Internationale Konferenz im Jüdischen Museum befasst sich mit Geistes- und Kulturgeschichte von Emanzipation bis NS-Zeit

Das jüdische Frankfurt als einzigartiger Ort

FRANKFURT. „Das jüdische Frankfurt. Geistes- und Kulturgeschichte von der Emanzipation bis zum Beginn des Nationalsozialismus“ lautet der Titel einer internationalen Konferenz, die

am Sonntag, 10. bis Dienstag, 12. Oktober
im Jüdischen Museum Frankfurt
Bertha-Pappenheim-Platz 1
60311 Frankfurt am Main

stattfindet.

Die Stadt Frankfurt nimmt in der deutsch-jüdischen Geschichte einen einzigartigen Platz ein. Lange Zeit bestand hier die größte jüdische Gemeinde Deutschlands, und bis 1933 war die Stadt eines der wichtigsten Zentren jüdischen Lebens in Deutschland und Europa. Die Geschichte Frankfurts wurde geprägt durch ihre jüdischen Bürgerinnen und Bürger, sie hatten einen wesentlichen Anteil daran, dass Frankfurt zu einer der bedeutendsten kulturellen und wirtschaftlichen Metropolen Deutschlands wurde.

Andererseits zwang Frankfurt auch als erste Stadt die Juden dazu, in einem Ghetto zu leben, und hob diesen Zwang als eine der letzten auf. Von den rund 30.000 Juden, die 1933 in Frankfurt lebten, haben kaum mehr als 100 den Nationalsozialismus in der Stadt überlebt. Tausende wurden ermordet, viele mussten fliehen. Trotzdem hat sich die Frankfurter jüdische Gemeinde heute wieder zu einer der größten und lebendigsten in Deutschland entwickelt.

Die Konferenz widmet sich der Geschichte der Juden in Frankfurt als herausragendes Beispiel für die deutsche und die hessische jüdische Geschichte, für die Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden. Wie hat sich Frankfurt zu einem so bedeutenden jüdischen Zentrum entwickelt? Und wie konnte es zu einem Ort der Ausgrenzung und Verfolgung werden? Wie gestaltete sich das Verhältnis der Frankfurter jüdischen Gemeinden zur Stadt Frankfurt und zu deren jüdischen und nichtjüdischen Bewohnern? Welche Bedeutung hatten die Stadt und ihre jüdischen Gemeinden für die Juden in der Region und darüber hinaus?

Die Konferenz bringt dafür international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen und präsentiert die neuesten Erkenntnisse der Forschung zur jüdischen Geistes- und Kulturgeschichte Frankfurts. Den Auftakt bildet am Sonntag, 10. Oktober, ein Keynote-Vortrag des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Professor Salomon Korn, zum Thema „Die Frankfurter Jüdische Gemeinde im 19. und frühen 20. Jahrhundert“. Am Montag, 11. Oktober, spricht Professor Micha Brumlik einen zweiten Keynote-Vortrag zum Thema „Frankfurt und seine Juden – ein Fall von Zugehörigkeit“.

Die Konferenz ist Teil des von der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie an der Goethe-Universität Frankfurt, der Bildungsabteilung im Zentralrat der Juden in Deutschland und dem Institut für Christlich-Jüdische Studien an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau durchgeführten Projekts „Synagogen-Gedenkbuch Hessen“, das sich eine umfassende Erforschung und Dokumentation der Geschichte der hessischen jüdischen Gemeinden und ihrer Synagogen zum Ziel gesetzt hat. Sie wird in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Frankfurt und dem LOEWE-Projekt „Religiöse Positionierung“ organisiert.

Zum Programm der Tagung siehe https://www.uni-frankfurt.de/105475546/buber_Programm_Das_J%C3%BCdische_Frankfurt_final.pdf
Aufgrund der durch die Corona-Pandemie notwendigen Beschränkungen ist eine Teilnahme nur online möglich. Die Konferenz wird live übertragen über die Youtube-Kanäle der Martin-Buber-Professur (https://www.youtube.com/channel/UC3nXa7GsCUKLklTuMI5S-oA ) und des Jüdischen Museums Frankfurt (https://www.youtube.com/channel/UCLs02UuJNRdwi1Yb2lKXqww). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie zum Download unter: https://www.uni-frankfurt.de/106330161

Informationen:
Dr. Stefan Vogt
Wissenschaftlicher Koordinator des Projekts „Synagogen-Gedenkbuch Hessen“
Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie
Fachbereich Evangelische Theologie
Campus Westend
Telefon 0179-5281106
E-Mail s.vogt@em.uni-frankfurt.de
Internet https://www.uni-frankfurt.de/40998908/Profil


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & und Kommunikation, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de 

 

Sep 30 2021
14:18

Mitmachen erwünscht: Goethe-Universität präsentiert zwei virtuelle Vorlesungen morgens live für Schulklassen, nachmittags für alle

18. Frankfurter Kinder-Uni: Von Zahlen im Alten Ägypten und den Ursachen des Klimawandels

FRANKFURT. Kurz vor den Herbstferien ist es wieder soweit: Am 6. und 7. Oktober lädt die Goethe-Universität Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren zur 18. Frankfurter Kinder-Uni – wegen Corona ausnahmsweise im virtuellen Format. Diesmal geht es um die Geschichte der Mathematik und um Klimaforschung. Eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler erklären ihren Forschungsbereich auf anschauliche und für Kinder unterhaltsame Weise. Ziel ist es, auf Wissenschaft neugierig zu machen und einen Eindruck vom Uni-Leben zu vermitteln.

Das Programm
Zum Auftakt am Mittwoch, 6. Oktober, erfahren die Kinder-Uni-Studis von der Wissenschaftshistorikerin Prof. Annette Warner, wie die Ägypter die Zahlen erfunden haben und wofür sie sie brauchten – zum Beispiel beim Pyramidenbau oder beim Eintreiben von Steuern. Während nur wenige Ägypter diese Kunst beherrschten, lernen die Schülerinnen und Schüler bei der Frankfurter Kinder-Uni, wie man ägyptische Zahlen enträtselt und knobeln gemeinsam mit der Professorin und ihrem Team an antiken Aufgaben.

Am Donnerstag dann wird sich der Klimaforscher Prof. Joachim Curtius einer sehr gegenwärtigen Frage widmen: Was geschieht eigentlich beim Klimawandel, über den alle reden? Wie kommt es, dass es auf der Erde immer wärmer wird? Es wird um den Unterschied zwischen Wetter und Klima gehen und darum, was Treibhausgase sind, wo sie herkommen und wie man sie vermeiden kann. Mit anschaulichen Experimenten bringt Curtius den Kinder-Uni-Studis sein Forschungsgebiet nahe.

Die Organisation
2020 musste die Frankfurter Kinder-Uni coronabedingt abgesagt werden. Da die Bedingungen für eine Präsenzveranstaltung mit 1200 Kindern pro Vorlesung aber noch immer nicht gegeben sind, findet die Kinder-Uni in diesem Jahr in einem interaktiven Online-Format statt: Für die Zoom-Veranstaltung am Morgen sind insgesamt mehr als 300 Schulklassen angemeldet, sie können während der Veranstaltung ihre Voten abgeben und Fragen stellen. Stellvertretend für alle ist in jeder Vorlesung eine Schulklasse im Hörsaal präsent.

Am Nachmittag ab 14 Uhr steht die Aufzeichnung dann auf der Kinder-Uni-Homepage www.kinderuni.uni-frankfurt.de zur Verfügung. Bis 18 Uhr können via E-Mail Fragen zur Vorlesung am Vormittag gestellt werden. Und bis zum Abend des 8. Oktobers können die Kinder – ebenfalls auf der Homepage – Quizfragen zu den beiden Vorlesungen online beantworten. Es winken tolle Preise: Bücher und Spiele zu den Themen der Vorlesungen, aber auch Kinder-Uni-T-Shirts und andere Merchandising-Artikel. Ab Montag, 11. Oktober, sind die Quizfragen und die richtigen Antworten einsehbar.

Seit dem Jahr 2015 wird die Frankfurter Kinder-Uni von der Dr. Marschner Stiftung finanziell ermöglicht. Peter Gatzemeier, Vorstand der Dr. Marschner Stiftung, zur diesjährigen virtuellen Frankfurter Kinder-Uni: „Ich bin sehr gespannt auf die virtuelle Frankfurter Kinder-Uni. Natürlich ist es schade, dass das Gewimmel auf dem Campus diesmal ausbleiben wird, aber ich bin überzeugt, dass auch die virtuelle Kinder-Uni beeindrucken wird. Und ich freue mich, dass sich so viele Klassen aus Frankfurt und Umgebung angemeldet haben und dass die Kinder auf diese Weise wieder unabhängig von Elternhaus und Schulart in die Universität hineinschnuppern können. Das ist ein sehr wichtiger Baustein auf dem Weg zur Bildungsgerechtigkeit.“

Prof. Christiane Thompson, Vizepräsidentin der Goethe-Universität für Lehre, Studium und wissenschaftliche Weiterbildung: „Die Kinder-Uni ist eine sehr wichtige Veranstaltung, da Kinder auf diesem Wege unabhängig von ihrer sozialen Herkunft mit der Universität in Kontakt kommen. Die Kinder lernen Menschen kennen, die sich der Entdeckung neuen Wissens verschrieben haben und die ihnen eine positive Haltung zum Fragen und Forschen vermitteln.  Ich freue mich, dass es unserem Team gelungen ist, trotz der schwierigen Umstände ein interaktives Format zu entwickeln.“

Medienpartnerin der Frankfurter Kinder-Uni ist auch in diesem Jahr die Frankfurter Rundschau, die täglich über die Veranstaltungen berichten und eine eigene Verlosung veranstalten wird.

Das Kinder-Uni-Logo finden Sie zum Download unter: www.uni-frankfurt.de/68282161

Informationen: Dr. Anke Sauter und Dr. Markus Bernards, Wissenschaftskommunikation, Campus Westend, Tel: (069) 798-13066 und 798- 12498; kinderuni@vdv.uni-frankfurt.de; Homepage: www.kinderuni.uni-frankfurt.de 


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Sep 29 2021
13:41

Cornelia Goethe Colloquien thematisieren im Wintersemester Diversität und Wandelbarkeit literarischer Kanons

Ökonomien der Diversität: Literarische Kanonprozesse im Umbruch

FRANKFURT. Wessen Literatur wird gedruckt, verkauft und gelesen, und welche sozioökonomischen und kulturellen Faktoren sind dabei entscheidend? Damit befasst sich die Reihe „Ökonomien der Diversität: Literarische Kanonprozesse im Umbruch“ an sieben Terminen im kommenden Wintersemester. Eröffnet wird die digitale Reihe

am Mittwoch, 27. Oktober, um 18 Uhr c.t.
auf der Online-Plattform Zoom (Anmeldung: https://kurzelinks.de/cgc1027)

mit einer Lesung und einem Gespräch mit dem profilierten Protagonisten der Queer und Trans Studies Paul B. Preciado in englischer Sprache. Preciados Buch An Apartment on Uranus. Chronicles of the Crossing handelt von Reisen, Übergängen, Körper, Lust, Politik und Revolution. Im Mittelpunkt stehen seine langsame und selbstbestimmte hormonelle Transition und das in between dieses Prozesses als ein Prisma, das eine Vielzahl von Übergängen wahrnehmbar macht. In den Chroniken des Übergangs verhandelt Preciado Gesellschaftskritik aus queer* und trans*theoretischer sowie postkolonialer und kapitalismuskritischer Perspektive, ohne dabei das Utopische sexueller Dissidenz aus dem Blick zu verlieren. Moderiert wird die Veranstaltung von der Professorin für Erziehungswissenschaften und Gender Studies Bettina Kleiner.

Das Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse lädt in Kooperation mit der von der Literaturwissenschaftlerin PD Dr. Martina Wernli initiierten Gruppe #breiterkanon (https://breiterkanon.hypotheses.org/), dem GRADE Center Gender, dem Fachbereich Erziehungswissenschaften und dem Gleichstellungsbüro der Goethe-Universität zu dieser öffentlichen Veranstaltung ein. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung erforderlich (s.u.).

Weitere Termine:

10.11.2021
Wie geht Kanon-Kritik in Handel und Verlag?
Linus Giese und Lina Muzur, Moderation: Miriam Zeh
(Anmeldung: https://kurzelinks.de/cgc1110)

24.11.2021
„Vielfalt allein macht noch keine gute Geschichte.“
Literaturwissenschaftliche Perspektiven auf die Diversity-Debatte in der Kinder- und Jugendliteratur
Andrea Karimé, Ute Dettmar und Élodie Malanda, Moderation: Martina Wernli
(Anmeldung: https://kurzelinks.de/cgc1124)

08.12.2021
Sexismus, Rassismus und Klassismus – Machtdynamiken im literarischen Feld
Alice Hasters, Nicole Seifert und Daniela Dröscher, Moderation: Martina Wernli
(Anmeldung: https://kurzelinks.de/cgc1208)

12.01.2022
Kanon machen. Preise. Institutionen, literarische Gattungen.
Sandra Vlasta und Anna Bers, Moderation: Esther Köhring
(Anmeldung: https://kurzelinks.de/cgc0112)

26.01.2022
Frauenzeitschriften – Frauenverlage – Frauenbuchläden.
Ulla Wischermann, Ulrike Helmer und Andrea Gollbach, Moderation: Carola Hilmes
(Anmeldung: https://kurzelinks.de/cgc0126)

09.02.2022
How to do a Feminist Festival?
Sonja Lewandowski und Svenja Reiner, Moderation: Miriam Zeh
(Anmeldung: https://kurzelinks.de/cgc0209)

Anmeldung:
https://kurzelinks.de/cgc1027

Information:
PD Dr. Martina Wernli
Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik / #breiterkanon
E-Mail: wernli@lingua.uni-frankfurt.de

Dr. Marianne Schmidbaur
Cornelia Goethe Centrum
E-Mail: schmidbaur@soz.uni-frankfurt.de

Näheres zum Programm unter https://www.cgc.uni-frankfurt.de/cornelia-goethe-colloquien/. Unter https://breiterkanon.hypotheses.org/files/2021/09/Booklet_WiSe_2021_e06_web.pdf ist das Programmheft abrufbar.

Die Cornelia Goethe Colloquien werden diesmal von der Gruppe #breiter Kanon, dem GRADE Center Gender, dem Fachbereich Erziehungswissenschaften und dem Gleichstellungsbüro der Goethe-Universität unterstützt.


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & und Kommunikation, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Sep 29 2021
13:24

Zweite Ausgabe der Konferenz am 8. Oktober an der Goethe-Universität.

Digitale TechConference zum verantwortungsvollen Umgang mit Big Data

FRANKFURT. Große Datenmengen bringen große Verantwortung mit sich — unter diesem Motto steht die zweite Ausgabe der TechConference an der Goethe-Universität. Nachdem über 1.200 Personen im letzten Jahr an der Erstausgabe der studentisch organisierten Konferenz teilgenommen hatten, werden dieses Jahr noch mehr Gäste erwartet. Hochkarätige Speaker von Google, Facebook, Microsoft und IBM stellen sich der Diskussion mit Studierenden, Europaabgeordneten, der Wissenschaft und gesellschaftlichen Organisationen.

Mit zunehmender Digitalisierung des alltäglichen Lebens fallen große Mengen Daten an. Wie verarbeiten die führenden Tech-Konzerne diese sensiblen Daten? Bezahlen wir mit unseren privaten Informationen und auswertbaren Nutzungsverhalten einen zu hohen Preis für meist kostenlose Suchmaschinen und Social Networks? Oder sollten Nutzer Tech-Konzernen für den offenen und kostenlosen Zugang zu Informationen und Kommunikation dankbar sein?

Die internationale und für Gäste kostenlose Online-TechConference am 8. Oktober stellt diese Fragen Unternehmensvertretern, der Wissenschaft und Politik und diskutiert, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Big Data möglich ist.

Was Künstliche Intelligenz heute bereits abseits von Hype und Buzzwords leisten kann, erklärt Dr. Stefan Ebner, Head of AI von Google Cloud. In einer weiteren Keynote wird der Chief of Staff von Facebook für Zentraleuropa, Felix Bauch, darauf eingehen, wie der Konzern hinter dem gleichnamigen sozialen Netzwerk, Instagram und WhatsApp mit den höchst sensiblen Nutzerdaten umgeht. Direkt aus dem Silicon Valley wird die Tech-Influencerin Aishwarya Srinivasan von IBM zugeschaltet sein, ebenso wie das Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Deutschland, Andre Kiehne aus München.

Soziale Netzwerke und digitale Plattformen buhlen stark um die Aufmerksamkeit der Nutzenden und bedienen sich dabei teils kontroversen Praktiken. Kann es eine “Attention Economy for Good” geben? Das diskutieren unter anderem der Mitbegründer der Piratenpartei Deutschland und Mitglied des Europäischen Parlaments, Dr. Patrick Breyer und die Autorin und Technologieexpertin Nicole Formica-Schiller.

“Die inhaltliche Debatte um die Digitalisierung nimmt zu wenig Platz in der Öffentlichkeit ein — besonders kurz vor der richtungsweisenden Bundestagswahl”, begründen die studentischen Organisatoren von TechAcademy e.V. die Initiative. “Wir wollen das mit der TechConference ändern und damit unserer jungen Generation eine Stimme bei den wegweisenden Digitalisierungs-Entscheidungen geben.”

Darüber hinaus werden der Traditionskonzern Siemens, die Digitalbank ING, der kontroverse chinesische Tech-Konzern Huawei, der Discounter Lidl, das Chemieunternehmen LANXESS, der Pharmakonzern Merck KGaA, sowie Risikokapitalgeber vom High-Tech Gründerfonds und DB Ventures, die renommierte KI-Expertin Prof. Iryna Gurevych von der TU Darmstadt und das Startup Optalio ihre Perspektiven auf das Konferenzthema in interaktiven Sessions präsentieren.

Schirmherr der TechConference 2021 ist der Präsident der Goethe-Universität: “Unsere Universität ist ein Ort für die wichtigen gesellschaftlichen Debatten — ganz besonders das Zukunftsthema Digitalisierung”, so Prof. Enrico Schleiff. “Ich freue mich besonders, dass die ehrenamtlich tätigen Studierenden von TechAcademy wieder ein solch hochkarätiges Programm an unserer Universität umsetzen und lade Sie ein, die Goethe-Universität am 8. Oktober bei der TechConference digital zu besuchen.”

Die TechConference wird ehrenamtlich durch die Mitglieder der studentischen Initiative TechAcademy e.V. organisiert. Bei TechAcademy können jedes Semester rund 90 Studierende aller Fächer der Goethe-Universität in einem innovativen Konzept Programmierkenntnisse in Data Science sowie Web Development lernen. Für diesen Einsatz wurden die Studierenden von TechAcademy kürzlich vom Deutschen Hochschulverband und dem Deutschen Studentenwerk bundesweit als “Studierende des Jahres 2021” ausgezeichnet. Studierende aller Fachbereiche der Goethe-Universität können sich jetzt bis zum 29. Oktober auf der Website tech-academy.io für das Wintersemester 2021/22 bewerben.

Weitere Informationen sowie kostenlose Ticket-Reservierung unter: conference.tech-academy.io

Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de  

 

Sep 28 2021
14:21

Neue Veranstaltungsreihe „StreitClub“ des Forschungsinstituts gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) im English Theatre Frankfurt

Mit Lust und Gewinn streiten

FRANKFURT. Er gehört zum Leben und ist doch oft negativ besetzt – der Streit. Häufig mit Eskalation, Wut, Enttäuschung oder Aggression assoziiert, wirkt schon der Begriff für viele Menschen abschreckend. Dabei brauchen wir den Streit, um uns als Gesellschaft weiterzuentwickeln und als Demokratie zu erneuern. Streitkultur als die Kunst des produktiven Streitens steht im Mittelpunkt der neuen Veranstaltungsreihe StreitClub, zu dessen Premiere der Frankfurter Standort des Forschungsinstituts gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) an der Goethe-Universität

am Montag, 4. Oktober um 19:30 Uhr
ins English Theatre Frankfurt,
Gallusanlage 7
60329 Frankfurt am Main

einlädt. Zwei streitfreudige Gäste treffen auf zwei streiterprobte Gastgeber: Nicole Deitelhoff, Sprecherin des Forschungsinstituts und Politikwissenschaftlerin an der Goethe-Universität führt gemeinsam mit dem Frankfurter Publizisten und Moderator Michel Friedman, geschäftsführender Direktor des Center for Applied European Studies (CAES), durch den Abend. Ihre Gesprächspartner sind beim Auftakt der Staranwalt Christian Schertz und der Kabarettist Florian Schroeder. Diskutiert wird eine der großen Streitfragen der Gegenwart: Wie weit geht die Meinungsfreiheit?

Die Grenzen des Sagbaren sorgen immer wieder für Debatten – ob anlässlich von Jan Böhmermanns Gedicht über den türkischen Präsidenten oder bei Provokationen rechter Gruppierungen im Wahlkampf oder im Fall von Hasskommentaren und Shitstorms im Internet. „Was darf man sagen?“ – diese Frage stellt sich immer wieder neu und fordert eine Auseinandersetzung mit den Inhalten, aber auch mit eigenen und fremden Sichtweisen. Beim StreitClub mit dabei ist jeweils eine Schulklasse aus dem Rhein-Main-Gebiet. Die Schülerinnen und Schüler analysieren und visualisieren den Streit, können aber auch intervenieren.

„Streit ist für stabile zwischenmenschliche Beziehungen unabdingbar, denn im Streit loten Menschen ihre wechselseitigen Grenzen aus, lernen an- und voneinander. Das gilt genauso für das gesellschaftliche Zusammenleben: Erst im Ringen miteinander entdecken wir uns selbst und erleben uns als Teil einer Gesellschaft. Im Streit entwickeln und testen wir politische Alternativen, die unser Zusammenleben strukturieren“, erklärte Prof. Deitelhoff heute vorab in einem Mediengespräch. „Streit ist der Sauerstoff der Demokratie, davon gibt es nicht zu viel, sondern zu wenig. Allerdings ist Hetze, Gebrüll und Monolog nicht Streit, sondern unzivilisiertes Verhalten“, betonte Prof. Michel Friedman.

Das English Theatre Frankfurt (ETF) versteht sich über seine Funktion als Theater hinaus als Ort des Austausches zwischen „International Community“ und „natives“. Das ETF veranstaltet Konzerte, Lesungen, Podiumsdiskussionen und „Talk Backs“ und platziert durch die Spielplangestaltung gesellschaftlich relevante Themen. Das ETF ist überzeugt, dass gravierende Konflikte und heikle Themen über ein Theatererlebnis erschlossen werden können, was nach den Vorstellungen hoffentlich zu angeregten Diskussionen in der Bar führt. Auch in der aktuellen Spielzeit widmet sich das Theater mit Stücken wie „American Son“, „The Totalitarians“ oder „Malala – A Girl with a Book“ verstärkt politischen Themen.

Die Kooperation zwischen dem Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ), dem Center for Applied European Studies (CAES) und dem ETF hat zum Ziel, eine Brücke zwischen Wissenschaft und Kultur zu schlagen. Die zweite Ausgabe des StreitClubs ist für Montag, 6. Dezember, geplant.

Der StreitClub ist ebenso wie die Formate „StreitBus“ (in Kooperation mit dem DemokratieWagen von mehralswählen e.V. und dem Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung) und die Online-Debattenreihe „Kontrovers: Aus dem FGZ“ Teil des Projekts „Frankfurt streitet!“ des Frankfurter FGZ-Standorts.

Tickets für die Veranstaltung sind für 12 bzw. 10 Euro über das English Theatre Frankfurt erhältlich.
Pressekarten für die Veranstaltung können bei Katja Maasch, maasch@em.uni-frankfurt.de angemeldet werden.

Informationen:
https://fgz-risc.uni-frankfurt.de/streitclub-grenzen-der-meinungsfreiheit/

Rebecca Caroline Schmidt
Administrative Geschäftsführerin
Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt
Telefon 069 798-31401
E-Mail rebecca.schmidt@em.uni-frankfurt.de
www.fgz-risc.de   


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & und Kommunikation, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de  

 

Sep 23 2021
10:49

Uni-Präsident Schleiff: „Forschung ermöglicht mehr Freiheit in der Pandemie!“

Goethe-Universität, Uniklinikum und Freunde starten öffentliche Impf-Kampagne

FRANKFURT. Die Impfbereitschaft gegen das Corona-Virus ist schon seit geraumer Zeit ins Stocken geraten – auch in Frankfurt. Goethe-Universität, Universitätsklinikum sowie die Freunde der Universität haben daher mit Unterstützung der Ströer Deutsche Städte Medien GmbH eine öffentliche Kampagne auf vielen Plakatwänden und Litfaßsäulen sowie digitalen Informationsbildschirmen in Frankfurt und Teilen des Rhein-Main-Gebiets gestartet, um für das Thema Impfung zu werben

Ziel der Kampagne unter dem Motto „Corona betrifft uns alle. Impfen rettet Leben. Machen Sie mit!“ ist es, noch möglichst viele Unentschlossene zu einer Impfung gegen Corona zu motivieren: Sechs Motive mit unterschiedlichen Persönlichkeiten aus Universität, Uniklinikum und Hochschulrat werden auf den Plakaten gezeigt, u.a. auch Universitätspräsident Prof. Dr. Enrico Schleiff: „Jeder, der sich impft, schützt nicht nur sich selbst, sondern macht unser Zusammenleben in Frankfurt und darüber hinaus wieder sicherer und unbeschwerter. Dank enormer Leistungen in der Forschung ist mit den vorhandenen Impfstoffen wieder mehr Freiheit möglich!“, appelliert Universitätspräsident Prof. Dr. Enrico Schleiff.

„Mit der Kampagne wollen wir zudem ins Gedächtnis rufen, dass es gerade auch die Errungenschaften von Wissenschaft und Forschung sind, die uns innerhalb kürzester Zeit befähigt haben, mit Impfstoffen das Coronavirus wirksam zu bekämpfen. An der Entwicklung wirksamer Therapien gegen das Corona-Virus sind auch Forschende der Goethe-Universität beteiligt.“ Dass die Impfung wirklich ein Gamechanger sei, erkenne man an den sich inzwischen dramatisch unterscheidenden Inzidenzwerten von Geimpften und Ungeimpften sowie den sehr hohen Hospitalisierungsraten Ungeimpfter.

„Wir alle wünschen uns wieder mehr Normalität – auch für die Präsenzlehre der Goethe-Universität mit ihren mehr als 46.000 Studierenden im gerade beginnenden Wintersemester“, so Schleiff. „Als eine der größten Einrichtungen Frankfurts tragen wir hier eine besondere Verantwortung. Der Einstieg in ein Präsenzsemester wird umso besser gelingen, je mehr Menschen geimpft sind. Daher mein dringender Appell: Machen Sie ebenfalls mit!“

Plakat zum Download unter: https://www.uni-frankfurt.de/105917394


Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, kaltenborn@pvw.uni-frankfurt.de

 

Sep 20 2021
11:32

„Frankfurter interdisziplinäre Live-Debatte“ geht in die nächste Runde

„Studieren, Forschen, Lehren trotz Corona-Pandemie“

FRANKFURT. „Studieren, Forschen, Lehren trotz Corona-Pandemie“ – das ist das Thema bei der zweiten Runde der „Frankfurter interdisziplinären Live-Debatte“, die am 21. September 2021 um 18 Uhr auf der Videoplattform Zoom zusammenkommt. 

Ausgehend von der Beobachtung, dass sich der gesamte Bildungssektor durch die Corona-Pandemie stark verändert hat, wird sich das hochkarätig besetzte akademische Panel sowohl mit den Vorteilen als auch den kritischen Aspekten der Digitalisierung von Bildung beschäftigen und über die Folgen diskutieren, die dadurch für Hochschulen, Gesellschaft und Arbeitswelt zu erwarten sind. 

Ursprünglich als Blog-Plattform initiiert, wurde die „Frankfurter interdisziplinäre Debatte“ als Serie von Live-Podiumsdiskussionen im Mai 2021 neu gestartet. Neben dem Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE zählen zu den Gründungsinstitutionen des im Jahr 2020 begonnenen Blogs „Frankfurter Debatte“ das Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), der Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität sowie das Exzellenzcluster „Cardio-Pulmonary Institute“ (CPI) der Universitäten Frankfurt und Gießen zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung. 

Am Podium der „Frankfurter Live-Debatte“ beteiligen sich SAFE-Direktor Jan Krahnen, HSFK-Leiterin Nicole Deitelhoff, Stefanie Dimmeler als Vertreterin des CPI sowie Rainer Forst und Klaus Günther von „Normative Ordnungen“. In dieser Besetzung sind die Wirtschafts- und Naturwissenschaften ebenso fest vertreten wie Rechtswissenschaft, Politologie und Philosophie. Die Runde trifft regelmäßig zusammen, um die Veränderungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik über die akute Corona-Krise hinaus zu reflektieren. Moderiert wird auch die zweite Debattenrunde von Doris Renck, Journalistin des Hessischen Rundfunks. 

Information und Anmeldung: https://safe-frankfurt.de/de/aktuelles/veranstaltungen/einzelansicht/frankfurter-interdisziplinaeren-live-debatte-studieren-forschen-lehren-trotz-corona-pandemie.html 

Felix Kretz
Leitung Kommunikation
Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE
E-Mail: kretz@safe-frankfurt.de
Telefon: +49 (0) 69 798 30024


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Sep 17 2021
11:11

Netzwerk bringt Expert_innen aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft zusammen

Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft startet Alumniarbeit 

Die Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (AIWG) an der Goethe-Universität hat heute mit der feierlichen Abschlussveranstaltung des ersten Jahrgangs des MENTi Mentoring-Programms ihre ALUMNi-Arbeit aufgenommen. Das ALUMNi-Netzwerk soll die AIWG Multiplikator_innen und Schlüsselpersonen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu spezifischen Themen und gesellschaftlichen Anliegen miteinander in Kontakt bringen. 

FRANKFURT. Den Austausch von Ideen für eine religiös-weltanschaulich diverse Gesellschaft zu fördern und Diskurse zu Zukunftsthemen anzustoßen, dieses Ziel will die Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (AIWG) mit dem neu gegründeten ALUMNi-Netzwerk erreichen. Das Projekt wird durch die Stiftung Mercator gefördert. Das ALUMNi-Netzwerk, dessen Start heute im Rahmen der Abschlussfeier des ersten Jahrgangs des MENTi Mentoring-Programms bekanntgegeben wurde, soll Schlüsselpersonen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft miteinander in Verbindung bringen, unter anderem, um die Entwicklung von konkreten Projekten und Initiativen zu ermöglichen. Die AIWG will mit ihrer ALUMNi-Arbeit die ersten Absolventen und Absolventinnen des MENTi Mentoring-Programms sowie des AIWG Praxisfellowships für die zukünftige Zusammenarbeit, den Ausbau gemeinsamer Netzwerke sowie langfristige Projekte zusammenführen. 

Dr. Jan Felix Engelhardt, AIWG Geschäftsführer, über den Start der ALUMNi-Arbeit: „Mit dem neu gestarteten, bundesweiten AIWG Netzwerk von zivilgesellschaftlichen und wissenschaftlichen Expert_innen schaffen wir eine Plattform für Dialog und Diskurs zu Islam und Muslim_innen.“ 

Mariam Ahmed, Projektmanagerin Stiftung Mercator über die Alumni-Arbeit der AIWG: „Die Stiftung Mercator widmet sich in ihrer Arbeit unter anderem dem Themenfeld ‚Teilhabe und Zusammenhalt in einer diversen Gesellschaft'. Daher unterstützt die Stiftung ausdrücklich die Aufnahme der Alumniarbeit der AIWG. Denn hier können Begegnung und Dialog zwischen verschiedenen Akteur_innen und wechselseitige Einblicke in unterschiedliche Lebenswirklichkeiten auf Augenhöhe professionell weitergeführt werden." 

Zum Auftakt der ALUMNi-Arbeit hat die AIWG ihre ALUMNi-Seite online geschaltet. Hierüber können sich alle ehemaligen Mentees, Mentor_innen, Praxisfellows und wissenschaftlichen Begleiter_innen, die der AIWG weiterhin verbunden bleiben möchten, anmelden. Die AIWG wird ihren neuen Alumni Service- und Informationsangebote bereitstellen, die sukzessive ausgebaut werden. Geplant sind regelmäßige Netzwerktreffen, Themen- und Regionalgruppen. Darüber hinaus bietet die AIWG ihren Ehemaligen die Möglichkeit, sich als Mentor_innen zu engagieren, um ihr Wissen und ihre Erfahrungen an die jüngere Generation weiterzugeben. 

Mehr über die ALUMNi-Arbeit der AIWG erfahren Sie auch im digitalen Grußwort von Dr. Jan Felix Engelhardt, AIWG Geschäftsführer – sowie unter https://aiwg.de/transferformate/#alumni

Über die AIWG 

Die AIWG ist eine universitäre Plattform für Forschung und Transfer in islamisch-theologischen Fach- und Gesellschaftsfragen. Sie ermöglicht überregionale Kooperationen und Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der islamisch-theologischen Studien und benachbarter Fächer sowie Akteurinnen und Akteuren aus der muslimischen Zivilgesellschaft und weiteren gesellschaftlichen Bereichen. Die AIWG wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und durch die Stiftung Mercator. 

Über die Transferformate der AIWG 

Mit dem Mentoring-Programm MENTi möchte die AIWG den wissenschaftlichen Nachwuchs der islamisch-theologischen Studien sowie engagierte Personen aus der muslimischen Zivilgesellschaft darin unterstützen, ihre Qualifikationen und Potenziale weiterzuentwickeln und sich gesellschaftlich einzubringen. Das AIWG-Praxisfellowship richtet sich an ideenreiche Persönlichkeiten mit praktischen Erfahrungen zu Fragen der Religion und der gesellschaftlichen Teilhabe von Muslim_innen in Deutschland. Es unterstützt ihr persönliches Engagement und ihre individuellen Projektideen und ermöglicht ihnen, ihre bisherigen Kenntnisse zu islambezogenen Themen auszubauen und sie in die Wissenschaft einzubinden. 

Über die Stiftung Mercator 

Die Stiftung Mercator ist eine private, unabhängige Stiftung, die auf der Grundlage wissenschaftlicher Expertise und praktischer Projekterfahrung handelt. Sie strebt mit ihrer Arbeit eine Gesellschaft an, die sich durch Weltoffenheit, Solidarität und Chancengleichheit auszeichnet. Um diese Ziele zu erreichen, fördert und entwickelt sie Projekte, die Chancen auf Teilhabe und den Zusammenhalt in einer diverser werdenden Gesellschaft verbessern. Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Europa will die Stiftung Mercator durch ihre Arbeit stärken, die Auswirkungen der Digitalisierung auf Demokratie und Gesellschaft thematisieren und den Klimaschutz vorantreiben. Die Stiftung Mercator engagiert sich in Deutschland, Europa und weltweit. Dem Ruhrgebiet, Heimat der Stifterfamilie und Stiftungssitz, fühlt sie sich besonders verbunden. 

Weitere Informationen
Stefanie Golla
Koordinatorin Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft Goethe-Universität
Telefon 069 798-22459 
E-Mail golla@aiwg.de
Homepage https://aiwg.de/


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Sep 17 2021
10:44

Psychologen der Goethe-Universität relativieren Rückschlüsse von Physiognomie auf Verhalten

Im Auge des Betrachters

Zeige mir Dein Gesicht, und ich sage Dir, wer Du bist! Was in der Kriminalanthropologie begann, hat im Zeitalter massenhafter digitaler Gesichtserkennung Konjunktur: Studien, die von Gesichtsmerkmalen auf Verhaltensdispositionen schließen. Ein Team um die Psychologin Prof. Dr. Sabine Windmann an der Goethe-Universität hat nun untersucht, warum breite Gesichter aggressiver wirken. Ein Ergebnis: Wie breit ein Gesicht erscheint, hängt vor allem von der geäußerten Emotion ab. 

FRANKFURT. Die Gesichtsmerkmale eines Mannes lassen auf seine kriminelle Veranlagung schließen. Diese These vertrat der italienische Arzt Cesare Lombroso, der im 19. Jahrhundert die kriminalanthropologisch ausgerichtete Kriminologie begründete. Von ihr führt eine direkte Linie zu den Nationalsozialisten: Diesen dienten Lombrosos Thesen und seine Methoden der Vermessung von Gesichtern als Vorlage für rassenbiologische Theorien und medizinisch-eugenische Programme. 

Spekulative Annahmen zur Physiognomie gerieten in der Nachkriegszeit zu Recht in Misskredit. Im letzten Jahrzehnt jedoch haben neuere wissenschaftliche Erkenntnisse der Verhaltensendokrinologie, eine Disziplin, die den Zusammenhang zwischen Hormonen und Verhalten untersucht, neue Impulse gesetzt. Einzelne Befunde erweckten den Verdacht, dass Testosteron in der Pubertät sowohl die Entwicklung neuronaler Schaltkreise im Gehirn prägt als auch das Breitenwachstum der Gesichtsknochen. Die Wissenschaftler vermuteten: Wenn ein hoher Testosteronspiegel in der Jugend die Entwicklung sowohl aggressiv-dominanter Persönlichkeitszüge begünstigt als auch der Gesichtsbreite, dann müsste sich das eine an dem anderen „ablesen“ lassen. Sie parametrisierten sodann die Gesichtsbreite als horizontale Distanz zwischen linkem und rechtem Wangenknochen relativ zur Gesichtshöhe (gemessen als vertikaler Abstand von Nasenwurzel zum oberem Lippenrand), womit ein Maß definiert wurde, das von der reinen Größe des Gesichts unabhängig ist. 

Und tatsächlich wurden in der Folgezeit zahlreiche Studien publiziert, die rein korrelativ zeigten, dass Männer mit relativ hohem Gesichtsbreitenwert von sich selbst und anderen als aggressiver und dominanter eingeschätzt werden, häufiger lügen und betrügen, im Sport aufgrund von Fouls vermehrt Strafen erhalten, in gewaltsamen Auseinandersetzungen weniger häufig unterliegen und (im Staat Florida) sogar häufiger zum Tode verurteilt werden. 

Prof. Dr. Sabine Windmann, Psychologin an der Goethe-Universität, hat nun die Korrelation von Gesichtsbreite und Aggressivität gemeinsam mit einem Team von fünfzehn Studierenden genauer untersucht. In einer Reihe von Experimenten wurde die Perspektive auf das Phänomen gewechselt, indem nicht mehr die mehr oder minder breiten Gesichter von mehr oder minder aggressiven Persönlichkeiten vermessen wurden, sondern umgekehrt Beobachter gebeten wurden, Gesichtsformen gemäß einer Persönlichkeitsbeschreibung zu generieren. Die Forschungsfrage lautete: Nutzen Beobachter Gesichtsbreite als Signal für soziale Bedrohung und Dominanz? Kennen sie die Verbindung; existiert diese in ihrer mentalen Vorstellung? 

Im psychologischen Labor wurden Proband*innen gebeten, das Bild eines aggressiv-dominanten Mannes im Vergleich zu einem friedfertig-unterwürfigen Mann entweder frei zu zeichnen, aus einer Auswahl von vorgegebenen Gesichtsmerkmalen verschiedener Größe und Form zusammenzusetzen oder durch Veränderung einer neutralen Vorlage am PC zu „fotoshoppen“. 

Die Resultate schienen zunächst das bekannte Muster zu bestätigen: Die gezeichneten und die foto-editierten Gesichter wiesen für aggressive Männer im Mittel eine breitere Wangenpartie auf für friedliebende Männer; nur in den Puzzles fand sich kein Zusammenhang. Auffällig war allerdings, dass die „breiteren“ Gesichter häufig einen ärgerlichen, wütenden Gesichtsausdruck zeigten. Vor allem waren die Augenbrauen in der Mitte nach unten gezogen, wodurch sich das Höhenmaß änderte und damit der genutzte Parameter. In einer weiteren Studie forderten die Psychologen die Probanden deshalb auf, die Gesichter als „Pokerface“, also völlig emotionslos, darzustellen. Prompt reduzierte sich das Verhältnis von Gesichtsbreite zu –höhe. Weitere Untersuchungen und statistische Modellierungen bestätigten, dass die Verbindung zwischen Gesichtsform und Persönlichkeit so gut wie vollständig von der dargestellten Zustandsemotion abhing. Dabei war nicht die Breite, sondern die Höhe des Gesichts entscheidend. „Wir können davon ausgehen, dass die knochenbasierte Gesichtsbreite in der Vorstellungswelt keine nennenswerte Bedeutung für den Schluss auf die Persönlichkeit hat“, schließt Windmann. „Überzeugender scheint, dass eine geringe Gesichtshöhe mit Zustandsemotionen wie Ärger und Wut verwechselt und dann mit Aggressivität und Dominanz gleichgesetzt wird.“ Das könne in der Vorstellung ebenso geschehen wie in der Wirklichkeit. 

Ironischerweise kann die konsistente Unterstellung von aggressiven Charakterzügen durch Beobachter im Endeffekt dieselbe Wirkung haben wie der ursprünglich vermutete testosteronvermittelte Zusammenhang. „Stellen Sie sich vor, dass alle Menschen, die Sie nicht gut kennen, Ihnen mit Argwohn und Misstrauen begegnen würden, weil sie Ihnen aufgrund Ihrer tiefstehenden Augenbrauen ein hohes Aggressivitätspotential unterstellen – wieder und wieder, ein Leben lang“, erklärt die Professorin. „Wie denken Sie, würde sich das auf Ihre Persönlichkeitsentwicklung auswirken?“ Wissenschaftlich sei es essentiell, den vermittelnden Mechanismus zu verstehen, gerade wenn Diskriminierung und Stereotypisierung drohen. Darüber hinaus seien ausreichend große Fallzahlen und Replikationen erforderlich, um zufällige Scheinbefunde zu entlarven. Hätte Lombroso diese Prinzipien beherzigt, hätte er die Abwegigkeit seiner Thesen vielleicht selbst erkannt. 

Publikation: Sabine Windmann, Lisa Steinbrück, Patrick Stier: Overgeneralizing Emotions: Facial Width-To-Height Revisited, Preprint in Emotion Study (September 2021); https://psyarxiv.com/r84hb/ 

Bilder zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/105445537 

Bildtext: Nutzen Beobachter Gesichtsbreite als Signal für soziale Bedrohung und Dominanz? So lautet die Forschungsfrage einer Studie an der Goethe-Universität (Quelle: Windmann/Goethe-Universität) 

Weitere Informationen
Prof. Dr. Sabine Windmann
Institut für Psychologie Goethe-Universität
E-Mail: s.windmann@psych.uni-frankfurt.de

 

Sep 15 2021
17:52

Teilnehmende für Online-Studie der Goethe-Universität gesucht

Cave-Syndrom: Wie wirkt sich Corona auf die Motivation zur sozialen Teilhabe aus? 

Nach Aufhebung der Kontaktbeschränkungen infolge der Corona-Maßnahmen erleben viele Menschen die Schwierigkeit, sich wieder an das normale soziale und berufliche Leben anzupassen. In einer Online-Studie der Goethe-Universität wird untersucht, welche Barrieren hierbei auftreten und welche Faktoren diese Anpassung an eine „veränderte Normalität“ beeinflussen. Verantwortlich für die Studie sind Prof. Dr. Ulrich Stangier, Abteilungsleiter der Klinischen Psychologie und Psychotherapie an der Goethe-Universität, und sein Mitarbeiter M.Sc. Schahryar Kananian. 

Die Umfrage richtet sich an alle Personen, die mindestens 18 Jahre alt sind und im Laufe der Pandemie keinen positiven Coronatest hatten bzw. lediglich negativ getestet wurden. Die Bearbeitung dauert ca. 15-20 Minuten. Die Teilnahme ist freiwillig und kann jederzeit ohne Konsequenzen abgebrochen werden. Zudem werden die Antworten vollständig anonym behandelt, sodass kein Rückschluss auf Personen möglich ist. Die Daten werden ausschließlich zu Studienzwecken verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Nach Abschluss der Studie, voraussichtlich im März 2022, werden auf der Website erste Ergebnisse veröffentlicht. 

Weitere Informationen: https://www.psychologie.uni-frankfurt.de/86877362/Studie_zum_Umgang_mit_Corona 

Zur Studie: https://www.soscisurvey.de/Cave-Syndrome/ 

Kontakt: 
Prof. Dr. Ulrich Stangier, M.Sc. Schahryar Kananian. Institut für Psychologie, Goethe-Universität Frankfurt, Varrentrappstr. 40-42, 60486 Frankfurt am Main. nerad@psych.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de  

 

Sep 10 2021
08:19

Bad Homburg Conference zum Thema Klimawandel / Interview mit Prof. Matthias Lutz-Bachmann, Direktor des Forschungskollegs 

Wider die Domestizierung der Natur – „ein altes Thema der Frankfurter Schule“

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Gut eine Woche vor der Bundestagswahl lädt das Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität zur Bad Homburg Conference 2021. Thema diesmal: der „Klima, Politik, Wandel – Wie gestalten wir die Zukunft“. Im Interview mit dem Webmagazin der Goethe-Universität spricht Prof. Matthias Lutz-Bachmann, Direktor des Forschungskollegs und Professor für Philosophie, über die Konzeption der Konferenz – und kündigt einen neuen wissenschaftlichen Vorstoß mit Blick auf den Klimawandel an. Den Hauptvortrag auf der Konferenz hält Prof. Klement Tockner, der neue Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. „Sein Thema ist von allgemeiner Bedeutung: die Domestizierung der Natur. Das ist übrigens ein altes Thema auch der Frankfurter Schule, der Philosophie und der Sozialwissenschaften: Wie gehen wir als Menschheit in Technik und Industrie mit dem um, was nicht nur die äußere Natur, sondern auch unsere, die menschliche Natur ausmacht“, so Lutz-Bachmann. Die Konferenz wolle bewusst ein Forum bilden für die Positionen sowohl der Natur- als auch der Geisteswissenschaften, aber auch für die Perspektiven der freien Wirtschaft. 

Lesen Sie das vollständige Interview unter https://aktuelles.uni-frankfurt.de/gesellschaft/ein-altes-thema-der-frankfurter-schule-interview-mit-prof-lutz-bachmann/ 

Programm, Anmeldung und Teilnahme
Das Programm sowie die ausführliche Konferenzbroschüre finden Sie im Anhang sowie auf der Webpage des Forschungskollegs Humanwissenschaften (www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de). 

Weitere Informationen
www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de;
Telefon 06172 13977-0
Beate Sutterlüty Wissenschaftskommunikation 
b.sutterluety@forschungskolleg-humanwissenschaften.de


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Sep 9 2021
17:02

Wie ultrakonservative Netzwerke Politik mit Frauen und Familie machen – zweitägiges Forum des Frankfurter Kunstvereins und des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität

Der Körper als Schlachtfeld

Wie ultrakonservative Akteure weltweit gegen die Errungenschaften der Frauenbewegung Allianzen schmieden und eine vermeintlich „natürliche Ordnung“ wiederherstellen wollen, ist Thema des zweitägigen Forums am 18. und 19. September im Frankfurter Kunstverein und online. Neben anderen Referent*innen spricht die renommierte politische Philosophin Prof. Dr. Nancy Fraser von der New School for Social Research. 

FRANKFURT. Gerade einmal fünfzig Jahre nach der Frauenbewegung stehen Errungenschaften, die wir längst für selbstverständlich gehalten hatten, unter Beschuss. Weltweit sind politische ultrakonservative Akteure auf dem Vormarsch, die eine vermeintlich „natürliche Ordnung“ wiederherstellen wollen. Aufgeweicht oder abgeschafft werden unter anderem das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, das Recht auf Schutz vor häuslicher Gewalt, der Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen sowie zu modernen Fortpflanzungstechnologien. Auch auf dem Arbeitsmarkt, in der Politik und der Kultur herrscht keine Geschlechtergerechtigkeit, vielerorts sinkt der Frauenanteil sogar wieder. 

Mit den Strategien radikaler Konservativer gegen eine pluralistische Gesellschaft befasst sich ein Forum des Frankfurter Kunstvereins gemeinsam mit dem Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität am 18. und 19. September. Unter dem Titel „Your body is a battleground – ultrakonservative Strategien zur Wiederherstellung einer ‚natürlichen Ordnung'“ werden Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen und Journalist*innen über Vorgehensweisen und Ziele von ultrakonservativen Netzwerken debattieren. 

Dabei geraten Akademiker*innen, religiöse Gruppierungen, Aktivist*innen, Adelige und Oligarchen in den Blick, die sich in transnationalen, also grenzüberschreitenden Allianzen zusammenschließen. Die Politik mit Frauen und Familie dient dabei auch einem allgemeineren Zweck: Mithilfe dieser Themen bauen Ultrakonservative weltweit ihre Netzwerke und ihre Macht aus. Durch veränderte Begriffe, Sprache, Bilder, kommunikative und operative Strategien gelingt es ihnen, fundamentalistische Positionen als normal darzustellen und so im Mainstream zu verankern. Diese Verschiebung der öffentlichen Debatte nach rechts hat gravierende Auswirkungen auf demokratische, pluralistische Gesellschaften und das alltägliche Zusammenleben. 

Es referieren und diskutieren unter anderem Prof. Dr. Thomas Biebricher, Copenhagen Business School und Forschungsverbund „Normative Ordnungen“, mit der Politikwissenschaftlerin und Publizistin Natascha Strobl und Prof. Dr. Sarah Speck, Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt auf Frauen- und Geschlechterforschung an der Goethe-Universität Frankfurt unter der Moderation von Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“. Eine weitere Referentin ist die renommierte politische Philosophin Prof. Dr. Nancy Fraser, New School for Social Research. Der politische Philosoph Prof. Dr. Rainer Forst, Co-Sprecher des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“ wird in ihren Vortrag einführen. 

Interessierte können an der Veranstaltung kostenlos und ohne Voranmeldung teilnehmen – vor Ort im Frankfurter Kunstverein oder online. Alle Beiträge werden live auf dem Youtube-Kanal des Frankfurter Kunstvereins übertragen (www.youtube.com/FrankfurterKunstverein). 

Die Veranstaltung wird vom Dezernat für Kultur und Wissenschaft sowie dem Dezernat für Umwelt und Frauen der Stadt Frankfurt gefördert. 

Ausführliches Programm vom 18.und 19. September und aktuelle Informationen: https://www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/your-body-is-a-battleground https://www.fkv.de/veranstaltung/forum-september-2021/ 

Bilder zum Download: https://www.fkv.de/presse/your-body-is-a-battleground/ 

Bildtext: Photographer: Frankfurter Kunstverein; ©Frankfurter Kunstverein 

Weitere Informationen 

Anke Harms
Referentin für Wissenschaftskommunikation des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität
069/798-31407
anke.harms@normativeorders.net;
www.normativeorders.net

Presseteam des Frankfurter Kunstvereins:
Jutta Käthler und Lotte Laloire
069/219 314 - 30
presse@fkv.de


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, Fax 069 798-763-12531, p.barth@em.uni-frankfurt.de  

 

Sep 8 2021
14:59

Erfolgreiche Behandlung am Zentrum für Psychotherapie der Goethe-Universität – Noch freie Therapieplätze verfügbar

Meditation als Mittel gegen Scham- und Schuldgefühle

Seit diesem Jahr können Personen, die nach traumatischen Erfahrungen an starken Scham- und Schuldgefühlen leiden, am Zentrum für Psychotherapie der Goethe-Universität an einem für diese Symptomatik entwickelten Therapieprogramm teilnehmen. Derzeit gibt es noch freie Therapieplätze.

FRANKFURT. „Traumatisierungen wie sexuelle oder körperliche Gewalterfahrungen oder schwere Verkehrsunfälle können zu starken Schuld- und Schamgefühlen in Bezug auf das Erlebte führen, die sehr belastend sind und einer erfolgreichen Verarbeitung der traumatisierenden Erfahrungen im Wege stehen“, erläutert Traumatherapeutin und Studienleiterin Dr. Meike Müller-Engelmann. Ein vielversprechender Behandlungsansatz sind die aus dem Buddhismus stammenden Metta-Meditationen (deutsch: „Liebende Güte“), die darauf abzielen, sich selbst und anderen Menschen bedingungsloses Wohlwollen und Freundlichkeit entgegenzubringen. Erste wissenschaftliche Untersuchungen konnten bereits zeigen, dass durch das Praktizieren dieser besonderen Meditationstechnik Selbstkritik verringert und das Gefühl der Verbundenheit mit anderen Menschen verbessert werden kann. Auch für die Behandlung psychischer Störungen wie der Posttraumatischen Belastungsstörung und der Depression zeigten sich Hinweise auf die Wirksamkeit der Metta-Meditation. 

Das Therapieprogramm besteht aus sechs wöchentlichen Einzelsitzungen, bei denen gemeinsam mit einer Psychotherapeutin zunächst über den Inhalt der Schuld- und Schamgefühle reflektiert wird. Dann lernen die Teilnehmenden verschiedene Metta-Meditationsübungen kennen, welche auch täglich zu Hause geübt werden sollen. Die Therapie wird durch diagnostische Untersuchungen und Fragebögen wissenschaftlich begleitet, was durch eine finanzielle Förderung durch die Eden-Stiftung und die Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität ermöglicht wurde. „Die Rückmeldungen der Patientinnen und Patienten sind sehr positiv ausgefallen. Dies spiegeln auch die erhobenen Daten wieder“, freut sich Projektkoordinatorin Stella Kümmerle. „Viele berichten von einer deutlichen Erleichterung nach der Therapie, sie machten sich sehr viel weniger Vorwürfe, ihr Wohlbefinden sei verbessert“, erklärt Studienleiterin Dr. Müller-Engelmann.

Wer nach einem traumatischen Ereignis unter Schuld- und Schamgefühlen leidet und am Behandlungsprogramm teilnehmen möchte, kann sich an die Projektkoordinatorin Stella Kümmerle wenden. Die Patienten sollten zwischen 18 und 65 Jahren alt und aktuell nicht in psychotherapeutischer Behandlung sein. Eine Abhängigkeit von Drogen oder Alkohol sollte nicht vorliegen. 

Information und Anmeldung:
Zentrum für Psychotherapie der Goethe-Universität
Telefon: 069 798-23994
E-Mail: schuld-scham-studie@uni-frankfurt.de. 

Presseanfragen:
Dr. Meike Müller-Engelmann
Projektleitung
E-Mail: Mueller-Engelmann@psych.uni-frankfurt.de

M.Sc. Stella Kümmerle
Projektkoordination
Kuemmerle@psych.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Sep 8 2021
14:29

Bad Homburg Conference 2021 lädt zur Diskussion mit Fachleuten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft

„Klima. Politik. Wandel. Wie gestalten wir die Zukunft?“

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Kaum ein Thema bestimmt die Tagesordnung aktueller Debatten auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene so sehr wie der Klimawandel und seine Folgen für alle Bereiche der Gesellschaft. Ob der kürzlich veröffentlichte Bericht des Weltklimarates, der für September angekündigte globale Klimastreik, die Parteiprogramme für die Bundestagswahl oder die Agenda der für November geplanten UN-Klimakonferenz in Glasgow: Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft ringen darum, wie wir mit dem Klimawandel umgehen können und müssen. 

Das Forschungskolleg Humanwissenschaften und die Stadt Bad Homburg v. d. Höhe laden Sie sehr herzlich dazu ein, diese drängenden Themen bei der diesjährigen Bad Homburg Conference vertiefend zu reflektieren. 

Die öffentliche Konferenz „Klima. Politik. Wandel. Wie gestalten wir die Zukunft?“ findet statt am Freitag, 17. September, 18 Uhr bis ca. 21 Uhr am Samstag, 18. September, 10 bis 17 Uhr im Forschungskolleg Humanwissenschaften Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg v. d. Höhe (Präsenzverantaltung und Livestream).

In vier Diskussionsrunden sind regionale Energieanbieter und global agierende Konzerne ebenso vertreten wie deutsche und internationale Klimaaktivistinnen und -aktivisten sowie Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft. Den Eröffnungsvortrag hält Prof. Dr. Klement Tockner, seit kurzem Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. 

Auf den Podien 

Prof. Dr. Gerhard Adrian (Deutscher Wetterdienst, Wiesbaden), Dr. Markus Coenen (Süwag, Frankfurt am Main), Joachim Curtius (Goethe-Universität, Frankfurt am Main), Dr. Jutta Deffner (ISOE-Institut für sozial-ökologische Forschung, Frankfurt am Main), Prof. Dr. Marc Fleurbaey (Paris School of Economics), Mechthild Harting (F.A.Z., Frankfurt am Main), Prof. Dr. Niklas Höhne (NewClimate Institute, Köln), Ingrid-Gabriela Hoven (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, Bonn), Dr. Oliver Jedynak (Bürgermeister der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe), Renata Koch Alvarenga (EmpoderaClima, Rio de Janeiro), Andreas Kuhlmann (Deutsche Energie-Agentur, Berlin), Viola Lutz (Sustainability Rating Agency ISS ESG, Zürich), Annette Mann (Lufthansa Group), Prof. Dr. Darrel Moellendorf (Goethe-Universität, Frankfurt am Main), Nicole Mommsen (VW AG), Line Niedeggen (Fridays for Future, Heidelberg), Dr. Artur Runge-Metzger (Europäische Kommission, Brüssel), Prof. Dr. Thomas Schmid (Hessisches Landesamt für Naturschutz, Wiesbaden), Jürgen Vormann (Infraserv Höchst), Dr. Christoph Wolff (World Economic Forum, New York)

Die Bad Homburg Conference 2021

Die Konferenz ist die fünfte Ausgabe der Bad Homburg Conferences, die jährlich im Herbst stattfinden und sich an die allgemeine Öffentlichkeit wenden. Die Veranstaltungen werden vom Direktorium des Forschungskollegs Humanwissenschaften – einer gemeinsamen Initiative der Goethe-Universität Frankfurt und der Werner Reimers Stiftung – unter der Leitung von Professor Matthias Lutz-Bachmann geplant und von der Stadt Bad Homburg finanziert. Ziel ist es, so der Oberbürgermeister der Stadt Bad Homburg, Alexander W. Hetjes, „drängende gesellschaftliche Fragen auf hohem Niveau mit der Öffentlichkeit zu diskutieren und Anregungen für die Gestaltung unserer Zukunft zu geben. Eben deshalb ist es der Stadt Bad Homburg als Wissenschaftsstandort daran gelegen, die Forschung ebenso zu fördern wie den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern über deren Resultate.“ Für die Bad Homburg Conferences werden stets Fragestellungen ausgewählt, die zugleich von namhaften interdisziplinären Forschungskonsortien an der Goethe-Universität langfristig bearbeitet werden. 

Programm, Anmeldung und Teilnahme 

Das Programm sowie die ausführliche Konferenzbroschüre finden Sie im Anhang sowie auf der Webpage des Forschungskollegs Humanwissenschaften (www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de). 

Teilnahme vor Ort 

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt und ausschließlich nach vorheriger Anmeldung und Erhalt einer Teilnahmebestätigung möglich. Es gilt die „3-G-Regel“. Email-Adresse: anmeldung@forschungskolleg-humanwissenschaften.de 

Anmeldeschluss: Sonntag, 12.09.2021 

Teilnahmebestätigung: Versand ab 13.09.2021. 

Livestream und Online-Teilnahme 

Die einzelnen Veranstaltungsteile werden auf dem YouTube-Kanal des Forschungskollegs Humanwissenschaften live übertragen. Über die Chatfunktion von YouTube ist die Teilnahme an den Diskussionen möglich. Der Übertragung auf YouTube können Sie ohne Anmeldung folgen. Für die aktive Teilnahme am Chat ist eine Anmeldung bei YouTube erforderlich. – Die Videos der Konferenz werden im Anschluss an die Konferenz dort auch dauerhaft zu finden sein. 

Pressegespräche

Wir laden die Medien herzlich dazu ein, vorab oder am Rande der Konferenz Interviews mit den für das Konferenzprogramm verantwortlichen Wissenschaftlern der diesjährigen Bad Homburg Conference zu führen: Prof. Dr. Joachim Curtius (Professor für Experimentelle Atmosphärenforschung, Goethe-Universität), Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann (Professor für Philosophie, Goethe-Universität, und Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften) und Prof. Dr. Darrel Moellendorf (Professor für Internationale Politische Theorie mit dem Schwerpunkt Klimagerechtigkeit, Goethe-Universität) zu führen. Gerne stellen wir auch den Kontakt zu weiteren Referentinnen oder Referenten her. Bitte wenden Sie sich an Beate Sutterlüty (b.sutterluety@forschungskolleg-humanwissenschaften.de, 06172 13977-15). 

Weitere Informationen 

www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de; 
Telefon 06172 13977-0 

Iris Helene Koban 
Geschäftsführerin des Forschungskollegs Humanwissenschaften
i.koban@forschungskolleg-humanwissenschaften.de 

Dr. Thomas Schimmer
Wissenschaftlicher Projektreferent
t.schimmer@forschungskolleg-humanwissenschaften.de 

Beate Sutterlüty
Wissenschaftskommunikation
b.sutterluety@forschungskolleg-humanwissenschaften.de


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Sep 8 2021
10:29

Mögliche Anwendungen als Nano-Halbleitermaterialien

Neue Stoffklassen für Nanomaterialien: Nano-Bälle und Diamantsplitter aus Silizium und Germanium

Zwei neue Stoffklassen im Bereich der Nanomaterialien haben Chemiker der Goethe-Universität Frankfurt entwickelt und zusammen mit ihren Kooperationspartnern an der Universität Bonn untersucht: Erstmals gelang die Herstellung eines Nano-Balls aus Siliziumatomen und eines Bausteins für einen diamantähnlichen Kristall der Halbleiter-Elemente Silizium und Germanium. Die beiden neuen Stoffklassen haben Anwendungspotenziale zum Beispiel in der Miniaturisierung von Computerchips, bei hochauflösenden Bildschirmen etwa für Smartphones oder in Solarzellen und Leuchtdioden mit höchsten Wirkungsgraden. 

FRANKFURT. Nur wenige Nanometer groß sind die neuesten Generationen von Computerchips, die durch die fortschreitende Miniaturisierung immer energiesparender und leistungsfähiger werden. Da die klassischerweise verwandten Ätzverfahren bei der Chipherstellung zunehmend an ihre Grenzen stoßen, ist die Entwicklung neuer, nanostrukturierter Halbleitermaterialien essenziell. Auch bei der Umwandlung von Strom in Licht und umgekehrt spielen solche Nano-Halbleiter eine zentrale Rolle. 

Einem Team der Goethe-Universität Frankfurt unter der Leitung von Matthias Wagner gelang jetzt die Synthese molekularer Nanobälle aus 20 Siliziumatomen, so genannter Silafullerane. Bei der zweiten neuen Stoffklasse handelt es sich um Kristall-Bausteine aus 10 Silizium- und Germaniumatomen, die eine Diamant-ähnliche Struktur haben. Entscheidende Einblicke in die elektronischen Strukturen der neuen Verbindungen gewährten computergestützte theoretische Analysen aus der Bonner Forschungsgruppe von Stefan Grimme. 

Die 20 Siliziumatome des Silafullerans bilden einen Körper, der aus regelmäßigen Fünfecken zusammengesetzt ist, einen Dodekaeder. Er umschließt ein Chlorid-Ion. An jeder Siliziumecke des Körpers ragt ein Wasserstoffatom nach außen. Doktorand Marcel Bamberg, der das Molekül synthetisiert hat, erklärt: „Unser Silafulleran ist der lange gesuchte Stammvater dieser neuen Stoffklasse. Denn die Wasserstoffatome kann man leicht durch funktionelle Gruppen ersetzen und dem Silafulleran dadurch verschiedene Eigenschaften verleihen.“ Der Bonner Quantenchemiker Markus Bursch ergänzt: „Diese gezielte Erzeugung potentiell nützlicher Eigenschaften unterstützen wir durch theoretische Vorhersagen der sich ergebenden Effekte.“ 

Das Silizium-Germanium-Adamantan repräsentiert den Baustein einer gemischten Silizium-Germanium-Legierung. Benedikt Köstler, der die Verbindungen im Rahmen seiner Doktorarbeit entwickelt, sagt: „Jüngste Studien haben gezeigt, dass Silizium-Germanium-Legierungen den reinen Silizium-Halbleitern in wichtigen Anwendungsbereichen überlegen sind. Die Herstellung solcher Legierungen ist allerdings sehr schwierig, und man erhält häufig Mischungen unterschiedlicher Zusammensetzung. Uns ist es gelungen, einen einfachen Syntheseweg für den Grundbaustein von Silizium-Germanium-Legierungen zu entwickeln. Unser Silizium-Germanium-Adamantan ermöglicht daher die Untersuchung wichtiger chemischer und physikalischer Eigenschaften von Silizium-Germanium-Legierungen am molekularen Modell. Außerdem wollen wir sie künftig zur Herstellung von Silizium-Germanium-Legierungen mit fehlerfreien Kristallstrukturen nutzen.“ 

Der den Elementen Silizium und Germanium chemisch sehr ähnliche Kohlenstoff kommt in vergleichbaren Formen vor wie die beiden neuen Stoffklassen: Hohlkugeln aus Kohlenstoffatomen („Fullerene“) entsprechen den Silafulleranen, und aus Adamantan-Untereinheiten sind die aus Kohlenstoff bestehenden Diamanten zusammengesetzt. Fullerene erhöhen zum Beispiel den Wirkungsgrad organischer Solarzellen, könnten die Batterien von Elektroautos sicherer machen und verheißen Fortschritte in der Hochtemperatur-Supraleitung. Nanodiamanten finden ebenfalls vielfältige Anwendungen, die von der Pharmazie bis zur Katalyseforschung reichen. 

Vor diesem Hintergrund sind die Forscher in Frankfurt und Bonn gespannt, auf welchen Gebieten sich ihre Silafullerane und Silizium-Germanium-Adamantane durchsetzen werden. Matthias Wagner meint: „Mit nanostrukturiertem Silizium und Germanium in Form von Quantenpunkten lässt sich bereits heute Licht in allen Farben des sichtbaren Spektrums erzeugen, was für Computer- und Handydisplays und in der Telekommunikation erprobt wird. Abgesehen vom chemisch-technischen Potenzial fasziniert mich persönlich die hohe Symmetrie unserer Verbindungen: So ist unser Silafulleran einer der fünf platonischen Körper und einfach zeitlos schön.“ 

Publikationen: 

(1) Marcel Bamberg, Markus Bursch, Andreas Hansen, Matthias Brandl, Gabriele Sentis, Lukas Kunze, Michael Bolte, Hans-Wolfram Lerner, Stefan Grimme, Matthias Wagner: [Cl@Si20H20]−: Parent Siladodecahedrane with Endohedral Chloride Ion. J. Am. Chem. Soc. 2021, 143, 10865–10871 https://doi.org/10.1021/jacs.1c05598 

(2) Benedikt Köstler, Michael Bolte, Hans-Wolfram Lerner, Matthias Wagner: Selective One-Pot Syntheses of Mixed Silicon-Germanium Heteroadamantane Clusters. Chem. Eur. J. https://doi.org/10.1002/chem.202102732 

Bilder zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/105049499 

Bildtexte: 

(1) Die Siliziumkugel [Cl@Si20H20]−, die erstmals von Chemikerinnen und Chemikern der Goethe-Universität Frankfurt synthetisiert wurde und neue Anwendungen in der Halbleitertechnik verspricht. Blau: Silizium, grün: Chlorid-Ion, grau: Wasserstoff. Grafik: Goethe-Universität Frankfurt 

(2) Baustein für Silizium-Germanium-Legierungen: Ein Ausschnitt aus dem in Frankfurt synthetisierten Silizium-Germanium-Adamantan (ohne Substituenten). Blau: Silizium, magenta: Germanium. Grafik: Goethe-Universität Frankfurt


Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Aug 28 2021
16:10

Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität beteiligt sich am RAY Festival 2021 im Rahmen der 4. Internationalen Fotografie-Triennale „RAY 2021 IDEOLOGIEN“

Reproduktion und Kritik von Ideologien

FRANKFURT. Ideologien begründen und rechtfertigen Handeln. Aber was verbirgt sich hinter ihnen? Wie sind Ideologien verknüpft mit Manipulation und Missbrauch? Wie werden sie kommuniziert und verbreitet? Gerade Bilder sind ein bevorzugtes Mittel in der Bildung und Verbreitung von Ideologien. Doch sie können nicht nur zur Verbreitung ideologischer Weltbilder, Herrschaftsstrukturen oder Rassismen beitragen, sondern auch kritische Kunstwerke sein, welche die Position des Bildes selbst reflektieren. Bis zum 12. September widmet sich die Fotografie-Triennale RAY 2021 unter dem Titel IDEOLOGIEN genau diesen ideologiekritischen Potenzialen von Kunst, insbesondere von künstlerischen Fotografien und Filmen.

Der Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität ist bereits zum zweiten Mal wissenschaftlicher Partner des Projekts und beteiligt sich unter anderem am RAY Festival, welches vom 1. bis 3. September 2021 im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main stattfindet. Dort werden Künstler*innen, Kurator*innen und Expert*innen die Perspektiven auf das Thema und die fotografischen Positionen und Interpretationen von Ideologien und Kritik diskutieren.

Im Rahmen der Partnerschaft mit dem Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ hält Prof. Dr. Rainer Forst, Co-Sprecher des Verbunds und Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität, am 1. September einen Impulsvortrag beim RAY Festival zum Thema „Wahrheit, Demokratie und Ideologie“. Den gleichnamigen Titel trägt auch der Beitrag des Philosophen im Katalog der Ausstellung, welcher auf dem Festival vorgestellt und Ende August im Kehrer Verlag erscheinen wird. An den Vortrag von Rainer Forst schließt die Diskussionsrunde IDEOLOGIEN mit den Festival-Kurator*innen Matthias Wagner K, Anne-Marie Beckmann, Celina Lunsford, Alexandra Lechner und Susanne Pfeffer an, die von Rebecca Schmidt, Geschäftsführerin des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“, moderiert wird.

Vom 1. bis 12. September werden zudem im Museum Angewandte Kunst die Ergebnisse der RAY 2021 MASTER CLASS gezeigt, die unter der Leitung der Künstlerin Johanna Diehl stattgefunden hat. Die Ausstellung mit dem Titel „Essays of Undoing“ hat Diehl gemeinsam mit 13 Studierenden von Hochschulen aus der Region Rhein-Main entwickelt.

Das RAY Festival wird von der Deutsche Börse Photography Foundation unterstützt. Weitere Kooperationspartner von RAY 2021 sind unter anderem das Fotografie Forum Frankfurt, die Kunststiftung DZ Bank, das Museum Angewandte Kunst, das Museum MMK für Moderne Kunst, das Historische Museum Frankfurt, das Museum Giersch der Goethe-Universität sowie viele weitere.

Tickets sind im Museum Angewandte Kunst erhältlich. Das Festivalticket für drei Tage kostet 20€, ein Tagesticket 10€. Studierende haben freien Eintritt. Aufgrund der Pandemiebedingungen ist die Anzahl der Plätze begrenzt, Reservierungen sollten daher unter info@ray2021.de vorgenommen werden.

Informationen zur Veranstaltung:
https://www.normativeorders.net/de/component/content/article/69-veranstaltungen/8248-ray-festival-2021-ideologien

Ansprechpartnerin:
Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin Forschungsverbund "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität, 069 798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; www.normativeorders.net


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Aug 27 2021
13:40

IWAK-Studie zeigt: Betriebe legten viel Augenmerk auf die Fachkräftesicherung

Hessischer Mittelstand in der Pandemie

Wie ist der Mittelstand durch die Pandemie gekommen? Das hat das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) im Auftrag der Stabstelle Fachkräftesicherung in Hessen untersucht. Insbesondere die Bindung von Fachkräften war ein wichtiges Thema. Zwölf Betriebe aus verschiedenen Branchen haben hier besonders innovative Ansätze entwickelt. Die Staatssekretärin für Soziales und Integration, Anne Janz, hat sie dafür als „Betriebe des Monats“ ausgezeichnet. 

FRANKFURT. Wie können wir unsere Fachkräfte während der Pandemie an uns binden? Diese Frage stellen sich Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer sowie Führungskräfte im hessischen Mittelstand seit Beginn der Pandemie. Die Voraussetzungen sind je nach Branche denkbar unterschiedlich: Während für Betriebe in der Pflegebranche, die seit Anfang 2020 anhaltende Dauerbelastung für das Personal im Vordergrund steht, geht es in Hotellerie und Handel eher darum, wie die Fachkräfte trotz der pandemiebedingten Betriebsschließungen gehalten werden können. Deshalb sind in den verschiedenen Branchen unterschiedliche Strategien zur Fachkräftesicherung notwendig.

Um Betriebe bei der Fachkräftesicherung zu unterstützen, hat die Stabstelle Fachkräftesicherung in Hessen des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) beauftragt, erfolgreiche Strategien zu erforschen. Es wurden verschiedene Branchen untersucht – vom Handwerk über die Physiotherapie bis hin zur Kulturbranche. Dabei hat sich gezeigt, dass es durchaus Strategien gibt, die auch branchenübergreifend funktionieren.

„Die Fachkräftesicherung liegt uns besonders am Herzen. Denn die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die Arbeits-, Fach- und Führungskräfte sichern den sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand in Hessen“, sagt Sozial- und Integrationsstaatssekretärin Anne Janz. „Mit unseren intensiven Bemühungen zur Fachkräftesicherung stellen wir in Hessen die Weichen für eine auch zukünftig gute und stabile Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft.“

Erfolgreiche Strategien zur Fachkräftesicherung während der Pandemie

Die wichtigste Voraussetzung dafür, dass die Fachkräfte „an Bord“ bleiben, besteht in einer starken persönlichen Führung, die vor allem im Mittelstand zu finden ist. „Ein klares Bekenntnis zum Betrieb und zur Belegschaft ist das beste Mittel, um die Verunsicherung bei den Beschäftigten in den Griff zu bekommen“, stellt Achim Kopp von KOPP Schleiftechnik aus Lindenfels fest. „Als Chef muss man nahbar und jederzeit ansprechbar sein, um dann schnell individuelle und praktische Lösungen zu finden, das schafft Bindung“, bestätigt Timm Kremer von PhysioWorld aus Frankfurt am Main. Dabei hilft es Betrieben, wenn sie schon vor der Pandemie eine wertschätzende und verbindliche Betriebskultur etabliert hatten. Oliver Fehl, Chef eines Handwerksbetriebs in der Gebäudetechnik aus Freiensteinau. „Wir haben sehr von unserer wertebasierten Betriebskultur profitiert. Unsere Beschäftigten wissen genau, was uns allen gemeinsam wichtig ist. Dadurch können sie sich gut mit unserem Betrieb identifizieren.“

Große Bedeutung kommt einer offenen und kontinuierlichen Kommunikation zu. „Die Belegschaften müssen wissen, woran sie sind“, sagt Hilke Bärenfänger von ALMO, die im nordhessischen Bad Arolsen Einmalspritzen herstellen. Wie sind Hygiene- und Abstandsregeln umzusetzen? Wie verändert sich meine Arbeit? Auch über Zuständigkeiten muss gesprochen werden: „Wir haben Pflegekräfte aus der Tagespflege, die jetzt im stationären Bereich mitarbeiten. Dort brauchen wir sie dringend, und sie haben sich schnell auf die veränderten Aufgaben eingelassen“, berichtet Manfred Maaß vom Pflegezentrum „Mainterrasse“ in Hanau-Steinheim. Vertrauensbildend seien auch klare Aussagen darüber, wo der Betrieb steht und wie es weitergehen kann, sagt Sebastian Schlöndorf von der Musikzentrale in Gießen, der für 50 Dozenten seiner Musikschule neue wirtschaftliche Perspektiven schafft. 

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, haben sich viele Betriebe neu ausgerichtet oder neue Produkte und Dienstleistungen entwickelt – besonders diejenigen, die ihre Arbeitskräfte trotz Betriebsschließung nicht nach Hause geschickt haben. Dabei spielte die langjährige betriebliche Erfahrung eine wichtige Rolle. „Wir haben unser Hotel völlig neugestaltet, mit viel Engagement unserer Beschäftigten“, sagt Lukas Frankfurth, der das Parkhotel Emstaler Höhe in Nordhessen in dritter Generation führt. Oft werden in Betrieben Projekte initiiert, in welchen Beschäftigte aus ihrer betrieblichen Erfahrung heraus neue Konzepte oder Dienstleistungen entwickeln. „Das hat sich bei uns klar bewährt“, sagt Maike Sippmann, Personalleiterin bei R.S.I. Blitzschutzsysteme aus Heppenheim in Südhessen. „Wir haben gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Lieferservice, einen Verkauf im Freien und die telefonische Kundenberatung aufgebaut“, sagt Jens Jonsson, Geschäftsführer von Fleischhandwerk in Kassel. Ebenfalls auf die Kompetenzen der Beschäftigten baut die Jugendwerkstatt Felsberg, ein Bildungsträger aus Nordhessen. Gleich zu Beginn der Pandemie wurde dort eine interne Taskforce E-Learning gebildet. „Damit konnten schnell hybride und digitale Lernangebote entwickelt werden“, sagt Jutta Inauen aus der Geschäftsführung der Jugendwerkstatt.

Wesentlich für die Fachkräftesicherung ist auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.  „Die Schließung von Schulen und Kindergärten hat gezeigt, dass wir als Arbeitgeber hier in der Pflicht sind“, sagt Jochen Blöcher, Geschäftsführer von Blöcher Network Solutions in Dillenburg. Im Betrieb gibt es eine U3-Betreuung und der hohe Digitalisierungsgrad ermöglicht zeitlich und räumlich flexibles Arbeiten. Dabei darf der fachliche und soziale Austausch nicht zu kurz kommen. Der liegt auch Claudia Lässig am Herzen, deren Betrieb in Babenhausen Produkte für Kinder herstellt: „Unsere virtuelle Kaffeeküche ist in der Pandemie zu einem wichtigen sozialen Ort geworden.“

Auszeichnung „Betrieb des Monats“

Die Stabstelle Fachkräftesicherung in Hessen hat aus den in die Forschung einbezogenen Betrieben zwölf Mittelständlerinnen und Mittelständler aus verschiedenen Branchen ausgesucht. „In diesen Betrieben wurden besonders innovative und zukunftsweisende Strategien zur Fachkräftesicherung entwickelt“, sagt Anne Janz, Staatssekretärin für Soziales und Integration. Damit auch andere Betriebe davon profitieren können, hat das Hessische Ministerium für Soziales und Integration Videos erstellen lassen, in welchen die ausgewählten Betriebe ihre Aktivitäten, Ideen und Strategien vorstellen (https://hessenlink.de/HMSI197). Zudem wurde das Engagement der zwölf Betriebe mit dem Titel „Betrieb des Monats“ ausgezeichnet.

Betriebe des Monats: Lässig, Babenhausen, Kreis Darmstadt-Dieburg (August 2020), Fehl und Sohn Gebäudetechnik, Freiensteinau, Landkreis Fulda (September 2020), R.S.I. Blitzschutzsysteme, Heppenheim, Kreis Bergstraße (Oktober 2020), KOPP Schleiftechnik, Lindenfels, Kreis Bergstraße (November 2020), Pflegezentrum Steinheim „Mainterrasse“, Hanau-Steinheim, Main-Kinzig-Kreis (Dezember 2020), Blöcher Network Solutions, Dillenburg, Lahn-Dill-Kreis (Januar 2021), PhysioWorld, Frankfurt am Main (Februar 2021), Jens Jonsson Fleischhandwerk, Kassel (März 2021), Jugendwerkstatt Felsberg, Felsberg, Schwalm-Eder-Kreis (April 2021), ALMO Erzeugnisse, Bad Arolsen, Kreis Waldeck-Frankenberg (Mai 2021), Musikzentrale, Gießen-Wetzlar (Juni 2021), Parkhotel Emstaler Höhe, Bad Emstal, Landkreis Kassel (Juli 2021)

Am Freitag, 3. September 2021, 15 Uhr bis 17 Uhr, lädt Staatssekretärin Anne Janz die zwölf ausgezeichneten Betriebe zu einer Feier mit Urkundenübergabe ein. Medienvertreterinnen und Medienvertreter sind dazu herzlich eingeladen. Das Programm der Feier finden Sie unter: www.iwak-frankfurt.de/wp-content/uploads/2021/08/Programm-Feier.pdf.

Für Anmeldung und Interviewanfragen wenden Sie sich bis 31. August bitte an: Dr. Christa Larsen (E-Mail: c.larsen@em.uni-frankfurt.de, Tel.: 069-798 22152) oder presse@hsm.hessen.de.


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de 

 

Aug 25 2021
12:58

Goethe-Universität lädt zu interdisziplinärem Workshop und zu einer Podiumsdiskussion über die deutsche Schriftstellerin

Monumentales Denken und Schreiben: Rahel Levin Varnhagen und ihr Werk 

FRANKFURT. Am 19. Mai 2021 hat sich der Geburtstag von Rahel Levin Varnhagen zum 250. Mal gejährt. Aus diesem Anlass widmet sich an der Goethe-Universität zum zweiten Mal bereits ein Workshop dem umfangreichen Œuvre der noch immer vornehmlich als Salonnière bekannten Schriftstellerin und Gelehrten. Die Veranstaltung, die

am 2. und 3. September
im digitalen Zoom-Meetingraum

stattfindet, wird von Prof. Frederike Middelhoff und PD Dr. Martina Wernli vom Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik in Kooperation mit dem Deutschen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz organisiert.

Dank der nun vorliegenden kritischen (Neu)Editionen der Tagebücher, Aufzeichnungen und Briefwechsel (u.a. im C.H. Beck und Wallstein Verlag) besitzt die Forschung eine verlässliche Basis, um die Texte Rahel Levin Varnhagens rekonstruieren und neu beleuchten zu können. Die Schriften stellen das literarische, philosophische und zeitdiagnostische Werk einer Autorin dar, der Hannah Arendts Lebensgeschichte einer deutschen Jüdin (E: 1933/38; engl./dt.; vgl. Kritische Gesamtausgabe, Bd. 2, Wallstein 2021) ein eindrucksvolles Denkmal geschaffen hat. Doch Rahel Levin Varnhagens Denken und Schreiben ist selbst monumental – ihre Texte, die kleine Formen wie Aphorismen, Aperçus oder Gedichte ebenso umfassen wie großformative Gattungen, sind ästhetisch und thematisch komplex.

Der interdisziplinäre Workshop möchte Rahel Levin Varnhagens Texte sowohl in ihrer Vielschichtigkeit als auch im Horizont ihrer soziokulturellen und geistesgeschichtlichen Verortung in den Blick nehmen. Im Zentrum steht die Lektüre von Rahel Levin Varnhagens facettenreichem Werk z.B. ausgehend von kultur- und philosophietheoretischen, praxeologischen, kunst- und wissensgeschichtlichen Zugängen. Ziel ist dabei, Rahel Levin Varnhagens Texte zu erkunden und u.a. vor dem Hintergrund romantischer Theoreme, Kommunikationsformen und Praktiken (neu) zu diskutieren.

Die Veranstaltung ist öffentlich, die Teilnahme kostenfrei. Anmeldung per Mail an beide Veranstalterinnen an (middelhoff@em.uni-frankfurt.de; wernli@lingua.uni-frankfurt.de).

Das Programm kann unter diesem Link eingesehen werden: https://romantikforschung.uni-frankfurt.de/programm_rvl/.

Eine für den 2. September um 20 Uhr vorgesehene Podiumsdiskussion zum Werk Levin Varnhagens an der JGU Mainz mit Barbara Hahn, Frederike Middelhoff, Günter Oesterle und Martina Wernli kann – ebenfalls nach Anmeldung per Mail – sowohl in Präsenz als auch per Videoschalte besucht werden.

Weitere Informationen und Kontakt
Prof. Dr. Frederike Middelhoff
Professur für Neuere Deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Romantikforschung
middelhoff@em.uni-frankfurt.de

PD Dr. Martina Wernli
Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik
wernli@lingua.uni-frankfurt.de

Die Plakate für Workshop und Podiumsdiskussion zum Download unter: http://www.uni-frankfurt.de/104581175

Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & und Kommunikation, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Aug 18 2021
07:37

Vortragsreihe „DenkArt“ zur Identitätsdebatte in Zusammenarbeit mit dem Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität 

Identität_ aber welche?

FRANKFURT. Identität – der Begriff bestimmt gegenwärtige öffentliche Debatten. Für die einen Reizwort, ist „Identität“ für andere ein notwendiger politischer Begriff geworden. Während die Diskussion über „Identitäten“ einerseits als wichtiges Mittel zur Herbeiführung gleicher gesellschaftlicher Teilhabe für alle Gruppen angesehen wird, wird andererseits der Vorwurf erhoben, sich nur auf Bedürfnisse und Befindlichkeiten benachteiligter Minderheiten zu konzentrieren und dabei die Gesellschaft durch Kompromisslosigkeit zu polarisieren. Ist die politische Kontroverse also ein notwendiger Schritt auf dem Weg zur Teilhabe, oder versteckt sich dahinter ein ideologischer Verteilungskampf? Die partizipative Vortragsreihe „DenkArt“, unter anderem veranstaltet vom Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität, nimmt die Identitätsdebatte zum Anlass, über Gleichberechtigung und Selbstbestimmung neu nachzudenken.

Den dritten Zyklus der Reihe „DenkArt“ unter dem Thema „Identität_ Aber welche?“ eröffnet die Autorin Dr. Mithu Sanyal am Mittwoch, den 25. August: Ihr Vortrag trägt den Titel „Identitätsspiel_Was bestimmt uns wirklich?“. Stephan Lessenich, Professor für Gesellschaftstheorie und Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Direktor des Frankfurter Instituts für Sozialforschung (IfS), stellt in seinem Folgevortrag am 3. November die provokante Frage: „Identitätspolitik_Was soll das denn sein?“. Zum Abschluss der Reihe am Donnerstag, den 2. Dezember, setzt sich die Politologin Dr. Emilia Roig mit der Frage auseinander: „Identitäsraub_Wer darf über wen sprechen?“

Ziel der Reihe „DenkArt“ ist es, die öffentliche Debattenkultur zu pflegen und einen partizipativen Diskursraum zu gesellschaftlichen Themen der Gegenwart zu ermöglichen. Im Anschluss an die Impulsvorträge erhalten die Zuschauer*innen deshalb Gelegenheit, die Vorträge untereinander zu diskutieren und in Kleingruppen Fragen an die Gastredner*innen zu entwickeln. Da voraussichtlich nur wenige Plätze im Haus am Dom vergeben werden können, wird die Veranstaltung durch ein Live-Streaming-Angebot über www.youtube.com/hausamdom ergänzt bzw. gegebenenfalls ersetzt.

Konzipiert wurde „DenkArt“ von Prof. Marion Tiedtke (Professorin für Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main und Dramaturgin), Prof. Dr. Joachim Valentin (Direktor der Katholischen Akademie Rabanus Maurus, Haus am Dom Frankfurt), Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main) und Mechtild M. Jansen (Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung Hessen).

Veranstalter sind die Katholische Akademie Rabanus Maurus, Haus am Dom, der Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main, die Heinrich-Böll-Stiftung Hessen e.V. und die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Unterstützt wird die Reihe durch die Sebastian-Cobler-Stiftung für Bürgerrechte.

Die anstehenden Termine – im Haus am Dom, jeweils 19.30 Uhr – im Überblick:

Mittwoch, 25. August 2021
Identitätsspiel_Was bestimmt uns wirklich?
Dr. Mithu Sanyal (Autorin)
Moderation: Prof. Dr. Joachim Valentin, Direktor der katholischen Akademie Rabanus Maurus, Haus am Dom Frankfurt

Mittwoch, 3. November 2021
Identitätspolitik_Was soll das denn sein?
Prof. Dr. Stephan Lessenich (Soziologe)
Moderation: Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des Forschungsverbundes Normative Ordnungen der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Donnerstag, 2. Dezember 2021
Identitäsraub_Wer darf über wen sprechen?
Dr. Emilia Roig (Politologin)
Moderation: Prof. Marion Tiedtke, Professorin für Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main und Dramaturgin

Tickets sind erhältlich an der Rezeption im Haus am Dom (Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main), im Internet unter www.ticket.hausamdom.de oder an den AD-Ticket-Vorverkaufsstellen www.adticket.de/vorverkaufsstellen

Eintritt: 10 Euro / erm. 7 Euro

Übertragung per Livestream: www.youtube.com/hausamdom

Gegebenenfalls kann es zu kurzfristigen Änderungen beim Ticketverkauf und Live-Streaming-Angebot kommen.

Weitere Informationen
Anke Harms, Referentin für Wissenschaftskommunikation des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität, 069/798-31407, anke.harms@normativeorders.net; www.normativeorders.net
www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/denkartwww.hausamdom-frankfurt.de


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, Fax 069 798-763-12531, p.barth@em.uni-frankfurt.de