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Okt 1 2021
12:11

Internationale Konferenz im Jüdischen Museum befasst sich mit Geistes- und Kulturgeschichte von Emanzipation bis NS-Zeit

Das jüdische Frankfurt als einzigartiger Ort

FRANKFURT. „Das jüdische Frankfurt. Geistes- und Kulturgeschichte von der Emanzipation bis zum Beginn des Nationalsozialismus“ lautet der Titel einer internationalen Konferenz, die

am Sonntag, 10. bis Dienstag, 12. Oktober
im Jüdischen Museum Frankfurt
Bertha-Pappenheim-Platz 1
60311 Frankfurt am Main

stattfindet.

Die Stadt Frankfurt nimmt in der deutsch-jüdischen Geschichte einen einzigartigen Platz ein. Lange Zeit bestand hier die größte jüdische Gemeinde Deutschlands, und bis 1933 war die Stadt eines der wichtigsten Zentren jüdischen Lebens in Deutschland und Europa. Die Geschichte Frankfurts wurde geprägt durch ihre jüdischen Bürgerinnen und Bürger, sie hatten einen wesentlichen Anteil daran, dass Frankfurt zu einer der bedeutendsten kulturellen und wirtschaftlichen Metropolen Deutschlands wurde.

Andererseits zwang Frankfurt auch als erste Stadt die Juden dazu, in einem Ghetto zu leben, und hob diesen Zwang als eine der letzten auf. Von den rund 30.000 Juden, die 1933 in Frankfurt lebten, haben kaum mehr als 100 den Nationalsozialismus in der Stadt überlebt. Tausende wurden ermordet, viele mussten fliehen. Trotzdem hat sich die Frankfurter jüdische Gemeinde heute wieder zu einer der größten und lebendigsten in Deutschland entwickelt.

Die Konferenz widmet sich der Geschichte der Juden in Frankfurt als herausragendes Beispiel für die deutsche und die hessische jüdische Geschichte, für die Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden. Wie hat sich Frankfurt zu einem so bedeutenden jüdischen Zentrum entwickelt? Und wie konnte es zu einem Ort der Ausgrenzung und Verfolgung werden? Wie gestaltete sich das Verhältnis der Frankfurter jüdischen Gemeinden zur Stadt Frankfurt und zu deren jüdischen und nichtjüdischen Bewohnern? Welche Bedeutung hatten die Stadt und ihre jüdischen Gemeinden für die Juden in der Region und darüber hinaus?

Die Konferenz bringt dafür international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen und präsentiert die neuesten Erkenntnisse der Forschung zur jüdischen Geistes- und Kulturgeschichte Frankfurts. Den Auftakt bildet am Sonntag, 10. Oktober, ein Keynote-Vortrag des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Professor Salomon Korn, zum Thema „Die Frankfurter Jüdische Gemeinde im 19. und frühen 20. Jahrhundert“. Am Montag, 11. Oktober, spricht Professor Micha Brumlik einen zweiten Keynote-Vortrag zum Thema „Frankfurt und seine Juden – ein Fall von Zugehörigkeit“.

Die Konferenz ist Teil des von der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie an der Goethe-Universität Frankfurt, der Bildungsabteilung im Zentralrat der Juden in Deutschland und dem Institut für Christlich-Jüdische Studien an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau durchgeführten Projekts „Synagogen-Gedenkbuch Hessen“, das sich eine umfassende Erforschung und Dokumentation der Geschichte der hessischen jüdischen Gemeinden und ihrer Synagogen zum Ziel gesetzt hat. Sie wird in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Frankfurt und dem LOEWE-Projekt „Religiöse Positionierung“ organisiert.

Zum Programm der Tagung siehe https://www.uni-frankfurt.de/105475546/buber_Programm_Das_J%C3%BCdische_Frankfurt_final.pdf
Aufgrund der durch die Corona-Pandemie notwendigen Beschränkungen ist eine Teilnahme nur online möglich. Die Konferenz wird live übertragen über die Youtube-Kanäle der Martin-Buber-Professur (https://www.youtube.com/channel/UC3nXa7GsCUKLklTuMI5S-oA ) und des Jüdischen Museums Frankfurt (https://www.youtube.com/channel/UCLs02UuJNRdwi1Yb2lKXqww). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie zum Download unter: https://www.uni-frankfurt.de/106330161

Informationen:
Dr. Stefan Vogt
Wissenschaftlicher Koordinator des Projekts „Synagogen-Gedenkbuch Hessen“
Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie
Fachbereich Evangelische Theologie
Campus Westend
Telefon 0179-5281106
E-Mail s.vogt@em.uni-frankfurt.de
Internet https://www.uni-frankfurt.de/40998908/Profil


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & und Kommunikation, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de