​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​​​​ – November 2020

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Pressestelle Goethe-Universität

Theodor-W.-Adorno Platz 1
60323 Frankfurt 
presse@uni-frankfurt.de

 

Nov 9 2020
09:57

Die Theatergruppe am Institut für England- und Amerikastudien der Goethe-Universität präsentiert im Wintersemester drei Produktionen online.

Chaincourt Theatre goes digital

FRANKFURT. Die Chaincourt Theatre Company hat sich in diesem Semester ein neues Betätigungsfeld erarbeitet: Corona-bedingt konnten die Studierenden nicht an den üblichen Orten in Präsenz proben, sondern waren auf den Austausch im digitalen Universum angewiesen. Doch hat die Theatergruppe am Institut für England- und Amerikastudien das Beste aus der ungewohnten Situation gemacht und sich kurzerhand dreigeteilt: Sie präsentiert jetzt im November mehrere kleinere Stücke, geprobt und aufgenommen in den letzten Monaten, im Internet. Die kreative Umsetzung der Stücke und Regie wurde von Studierenden des Fachbereichs 10 übernommen. Künstlerisch unterstützt wurden sie dabei von James Fisk, Lektor für Englisch am Institut für England- und Amerikastudien, der über eine mehrjährige Theatererfahrung verfügt.

Das Radiohörspiel „The Hitch-Hiker“, geschrieben von der in New York geborenen Schriftstellerin Lucille Fletcher, wurde zum ersten Mal am 17. November 1941 in der Orson Welles Show auf dem Radiosender CBS ausgestrahlt. Neben der musikalischen Untermalung geschrieben von Fletchers damaligem Ehemann, Bernard Herrmann, spielten Orson Welles und seine Theatergruppe der Mercury Players zwischen 1941 und 1946 bei vier Radio-Performances des Werks selbst mit. Seit seiner Erstausstrahlung 1941 wurde „The Hitch-Hiker“ mehrmals für Film und Fernsehen adaptiert und erlangte als eine Episode der Hit-Serie „The Twilight Zone“ unter Rod Serling Bekanntheit. Inspiriert von der Orson Welles-typischen Suspense (Ungewissheit), machten sich sechs Mitglieder der Chaincourt Theatre Company ihre gegenwärtige Arbeitssituation der ‚Zoom-Ära' über das Sommersemester 2020 zunutze und bringen „The Hitch-Hiker“ nun wieder in der Fassung eines gespenstigen Hörspiels zur Aufführung. Die Geschichte verfolgt Ronnie Adams, eine junge Frau aus Brooklyn, auf ihrem Weg von New York nach Kalifornien. Gespannt auf die lange und einsame Fahrt durch Amerikas diverse Landschaften, beginnt Ronnie ihre Autoreise. Dieser nimmt jedoch eine unerwartete Wendung, als sie plötzlich auf eine Hitchhikerin trifft, welche Ronnie auf jeder Etappe der 3000 Meilen wie ein Schatten zu verfolgen scheint.

Zwar wurde „The Hitch-Hiker“ eigentlich für das Radio geschrieben, eignet sich aber perfekt für eine virtuelle Inszenierung. Protagonist Ronald Adams reist quer durch die Vereinigten Staaten und begegnet dabei verschiedensten Persönlichkeiten. Über ihm schwebt dabei wie ein Damoklesschwert die immerwährende Frage, wem er am Ende gegenüberstehen wird: sich selbst oder dem Anderen. Die Chaincourt Theatre Company überwindet in dieser Inszenierung den digitalen Rahmen und macht die Software Zoom zu einem performativen Medium, das sich genau zwischen Theater und Film positioniert.

Das dritte Stück ist „Sorry, Wrong Number“; es wurde 1943 zunächst als Radiohörspiel von Lucille Fletcher geschrieben. Ein zu seiner Zeit hoch gefeiertes Stück, von Regisseur Orson Welles als “the greatest single radio script ever written" gelobt, erlebt es nun ein zeitgemäßes Update mit der Chaincourt Produktion des Werkes. Über den Verlauf des Sommersemesters 2020 fanden sich acht Mitglieder der Chaincourt Theatergruppe virtuell über Zoom zusammen und arbeiteten gemeinsam an einer zeitgenössischen Inszenierung des Werkes. In „Sorry, Wrong Number“ folgt das Publikum der Odyssee von Mrs. Stevenson, die, nachdem sie durch Zufall ein Gespräch zwischen zwei zwielichtigen Gestalten überhört, alles daran setzt diese von ihren mörderischen Plänen abzuhalten. Doch das ist nicht so einfach, wenn niemand das Haus verlassen kann.
 
Links für die Aufführungen auf YouTube (mit Veröffentlichungsdaten):

26. November, 20.15 Uhr: „The Hitch-Hiker“ - Video
https://www.youtube.com/watch?v=q43xP0k79Hw

27. November 2020, 20.15 Uhr: „The Hitch-Hiker“ – Audio (radio play)
https://youtu.be/3sNchIAtCIA

28. November 2020, 20.15 Uhr: „Sorry, Wrong Number“ - Video
https://youtu.be/whRAYgPg9_w

Link der gesamten Playlist auf YouTube (Zugang zu allen Produktionen):
https://www.youtube.com/channel/UCqjvihzyM1JlgqxBKKXJ8PA/playlists?view_as=subscriber

Kontakt: James Fisk, Künstlerische Leitung des Chaincourt Theatre; fisk@em.uni-frankfurt.de; www.chaincourt.org

 

Nov 9 2020
09:52

Lyrikerin übernimmt die Stiftungsgastdozentur im Wintersemester 2020/21. Vorlesung wird digital stattfinden.

VORHERSAGEN – Monika Rinck spricht in ihren Frankfurter Poetikvorlesungen über Poesie und Prognose

FRANKFURT. Mit Monika Rinck wird im Wintersemester 2020/21 eine der herausragenden Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartslyrik die Frankfurter Poetikvorlesungen halten. Die 1969 in Zweibrücken geborene und in Berlin lebende Autorin wird unter dem Titel „VORHERSAGEN. Poesie und Prognose“ über die Möglichkeiten des Poetischen sprechen und auch einen Einblick in ihr außergewöhnlich vielseitiges Werk geben. Neben Gedichten veröffentlichte sie auch Essays, Hörspiele, Liedtexte, Prosawerke, Zeichnungen sowie einen Theorie-Comic.
 
Als besonders charakteristisch für das facettenreiche Schaffen der Poetikdozentin kann die sprachliche wie literarische Experimentierfreudigkeit bezeichnet werden, die sich nicht zuletzt in ihrer komplexen Lyrik niederschlägt. Schon in ihrem ersten Gedichtband „Verzückte Distanzen“ (2004) fallen die atemlosen, sprunghaften wie unabgeschlossenen Verse mit ihrer eigenwilligen Zeichensetzung ins Auge, die Monika Rincks poetischen Dynamismus unterstreichen. Neben weiteren Lyrikbänden wie beispielsweise zum „fernbleiben der umarmung“ (2007), „Helle Verwirrung. Rincks Ding- und Tierleben“ (2009), „Honigprotokolle“ (2012) sowie „Alle Türen“ (2019) veröffentlicht die Autorin seit 2001 in ihrem Internetprojekt Begriffsstudio unzählige Begriffe, die sie im Alltag aufstöbert, einsammelt und archiviert. Der 2006 erschienene poetische Essay „Ah, das Love-Ding!“ hingegen ist Roman, wissenschaftliche Untersuchung, philosophischer Dialog und Gedicht-Essay zugleich. Monika Rinck wurde bisher vielfach ausgezeichnet. So wurden ihr u.a. der Kleist-Preis (2015), der Heimrad-Bäcker-Preis (2015), der Pfalzpreis für Literatur (2016), der Ernst-Jandl-Preis (2017) sowie der Roswitha-Preis (2019) zuerkannt.
 
Wegen der Corona-Krise mussten Monika Rincks Poetikvorlesungen zunächst vom Sommer- ins Wintersemester verschoben werden, können aber weiterhin nicht als Präsenzveranstaltungen stattfinden. Stattdessen werden an drei Dienstagabenden in Folge Videos bereitgestellt, die zuvor aufgezeichnet wurden. Weitere Informationen zum genauen Ablauf werden zeitnah auf der Homepage der Stiftungsgastdozentur veröffentlicht.
 
Frankfurter Poetikvorlesungen (Wintersemester 2020/21):
 
Monika Rinck - VORHERSAGEN. Poesie und Prognose
 
Am 17. und 24. November sowie 1. Dezember 2020 werden die Videos jeweils von 18 bis 20 Uhr auf der Website www.poetikvorlesung.uni-frankfurt.de abrufbar sein.
Die Abschlusslesung findet am 2. Dezember 2020 im Literaturhaus Frankfurt statt. Weitere Informationen und Tickets (Saal oder Streaming) unter https://literaturhaus-frankfurt.de/
 
Interview: In der aktuellen Ausgabe des UniReport spricht Monika Rinck unter anderem über den Lyrik-Boom der letzten Jahre, über das Gedicht in der Medienkonkurrenz und über das Verhältnis von Poesie und Theorie in ihren Texten: https://aktuelles.uni-frankfurt.de/veranstaltungen/frankfurter-poetikdozentur-das-sinnliche-im-analytischen/

 

Nov 6 2020
13:23

​Politikwissenschaftler*innen der Goethe-Universität untersuchen Auswirkungen von direkter Bürgerbeteiligung auf Gleichheit in europäischen Demokratien

„Direkte Demokratie kann gleichheitsfördernd sein“

Können Volksabstimmungen dabei helfen, Ungleichheit in einer Gesellschaft abzubauen? Oder stellt direkte Demokratie eine Gefahr dar, indem ressourcenstarke Minderheiten ihre Interessen durchsetzen? Ein Team von Politikwissenschaftler*innen der Goethe-Universität hat das Thema Ungleichheit und Direkte Demokratie in Demokratien zwischen 1990 und 2015 untersucht.
 
FRANKFURT. Direktdemokratische (Gesetzes-)Vorlagen zur sozialen, politischen oder rechtlichen Gleichheit zielen in der Mehrheit darauf ab, Ungleichheit in der Gesellschaft zu beseitigen und Gleichheit auszubauen. Dies besagt eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Studie des Projektteams um Prof. Dr. Brigitte Geißel, Anna Krämling und Lars Paulus. Dafür hat das Team mehr als 500 direktdemokratische Verfahren nicht nur in europäischen Demokratien zwischen 1990 und 2015 untersucht: Volksbegehren wie etwa in Ungarn 2008 gegen Gebühren für weiterführende Bildung oder wie in der Schweiz gegen die Kürzung der Witwen- und Waisenrente. Die Beispiele zeigen: Gleichheit steht auf der Agenda vieler Volkabstimmungen. Studien zur Schweiz und den USA hatten zuletzt zu widersprüchlichen Ergebnissen geführt und Gefahren der Direktdemokratie für Gleichheit in den Mittelpunkt gestellt.
 
Die Studie des Forschungsprojekts kann diese skeptische Sicht nicht bestätigen. Allerdings ist nicht jede direktdemokratische Vorlage gleich erfolgreich, wie die Autorinnen und Autoren der international vergleichenden Studie betonen: Direktdemokratische Vorlagen haben dann die beste Chance auf Zustimmung, wenn sie sich auf die Verbesserung der sozialen und ökonomischen Situation von Bevölkerungsgruppen konzentrieren. Bei Vorlagen, die auf rechtliche und politische Gleichheit abzielen, scheint es eine zentrale Rolle zu spielen, ob die jeweils ‚ungleichen' Gruppen als ‚In-Group' oder als ‚Out-Group' gewertet werden, d.h. ob sie als dazugehörig gelten oder nicht. In manchen Gesellschaften ist beispielsweise die Gleichstellung Homosexueller eine Selbstverständlichkeit – direktdemokratische Abstimmungen ermöglichen die gleichgeschlechtliche Ehe. In anderen Gesellschaften wird ihnen diese Gleichstellung verwehrt.
 
Unterschiede zeigen sich auch zwischen Verfahren, die von Bürgerinitiativen per Unterschriftenaktionen an die Parlamente „von unten“ (bottom-up) herangetragen werden oder von Parlamenten quasi „von oben“ (top-down) zur Volksabstimmung gegeben werden. Bottom up-Verfahren sind wesentlich erfolgreicher, wenn sie soziale und ökonomische Gleichheit in der Gesellschaft anstreben. Besonders durchsetzungsstark sind die Anträge dann, wenn sich zivilgesellschaftliche Gruppen mit Parteien oder anderen Gruppen zusammenschließen. Wenig einflussreiche Minderheiten können durch Koalitionen an Stärke gewinnen, so ein Resultat der Studie.
 
Die Studie weist dabei auch auf einige Forschungslücken hin. So konnte noch nicht untersucht werden, ob und welche direktdemokratischen Vorlagen von den Parlamenten aufgegriffen und umgesetzt wurden. Ebenso wenig erforscht: die Rolle der Motive der handelnden Gruppen, der Kampagnenstrategien oder der Einfluss der Medien auf den Erfolg von Gesetzesinitiativen.
 
Fazit: Insgesamt fällt die Bilanz des Projektteams positiv aus: „Direktdemokratische Verfahren sind in ihrem Ergebnis eher gleichheitsfördernd. Sie stellen damit eine gute Möglichkeit dar, mehr Menschen an politischen Entscheidungsprozessen zu beteiligen.“
 
Publikation:
Geißel, Brigitte/Krämling, Anna/Paulus, Lars (2019): More or Less Equality? Direct Democracy in Europe from 1990 to 2015, Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft 13(4), S. 491-525
 
Geißel, Brigitte/Krämling, Anna/Paulus, Lars (2019): It Depends … Different Direct Democratic Instruments and Equality in Europe from 1990 to 2015. Politics and Governance 7(2), S.365-379
 
Weitere Informationen
Prof. Dr. Brigitte Geißel
Institut für Politikwissenschaft
Goethe-Universität Frankfurt
geissel@soz.uni-frankfurt.de

 

Nov 6 2020
11:39

Ringvorlesung der Hessischen Theaterakademie bringt Künstler*innen und Wissenschaftler*innen ins Gespräch

Wie das Theater Probleme der Demokratie aufgreift

Mit dem Thema „Theater und die Krise der Demokratie“ befassen sich vom 12. November an Podiumsgespräche, Vorträge und eine Performance. Die von der Theaterwissenschaft der Goethe-Universität koordinierte Präsenzveranstaltung findet in wöchentlichem Rhythmus im Mousonturm statt und wird per Live-Stream und Digitalradio übertragen.

FRANKFURT. Wenn von der Krise der Demokratie die Rede ist, kann vieles gemeint sein: die Krise der demokratischen Institutionen, aber auch die Krise der verantwortlichen Akteure. Haben diese angesichts global zu lösender Probleme wie Migration, Klimawandel und dem Monopol eines Finanzmarkts die Lage noch unter Kontrolle? Oder werden gerade alte Eliten von einer neuen Protestbewegung abgelöst, mit neuen Akteuren, neuen Organisationsformen und neuen Antworten? Anders gefragt: Handelt es sich noch um eine Krise, oder erleben wir schon einen Umbruch?

Die Ringvorlesung „Theater und die Krise der Demokratie“ greift diese Fragen auf, indem sie sie aus der Perspektive des Theaters beleuchtet. Und zwar in doppelter Weise: Künstlerinnen und Künstler des Festivals „Frankfurter Positionen“, dessen Festivalthema die Ringvorlesung übernimmt, stellen ihre Arbeiten und Arbeitsweisen vor. Sie zeigen, wie die demokratische Krise Inhalte des Theaters ändert und in seine Choreographie und Organisationsformen einfließt. Diese Perspektive der Theatermacherinnen und -macher ergänzen Theater-, Literatur-, Medien- und Politikwissenschaftler aus dem In- und Ausland um den wissenschaftlichen Blick: auf die Theorie und Geschichte des Theaters und auf die gegenwärtige Theaterpraxis. Studierende schließlich greifen das Thema in Zusammenarbeit mit dem argentinischen Regisseur Gerardo Naumann in der Performance „Das Festival“ auf.

Die Ringvorlesung findet statt
ab dem 12. November,
jeweils donnerstags, von 18.30 bis 20.00 Uhr
.

Die als Hybrid-Veranstaltung angelegte Ringvorlesung wird im November ausschließlich digital stattfinden. Sobald als möglich wird sie im Künstlerhaus Mousonturm als Präsenzveranstaltung für ein kleines Publikum fortgesetzt (nach Maßgabe der jeweils gültigen Pandemie-Verordnung). Zugleich werden alle Veranstaltungen für ein größeres Publikum im Live-Stream (via Zoom) sowie per Digitalradio übertragen.

Die Ringvorlesung der Hessischen Theaterakademie wird koordiniert von der Theaterwissenschaft am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität in Kooperation mit dem Festival „Frankfurter Positionen“ und dem Künstlerhaus Mousonturm.

Für die Teilnahme vor Ort wie im Livestream ist eine Anmeldung erforderlich mit dem Betriff „HTA“: dramaturgie@mousonturm.de. Darüber hinaus ist eine Teilnahme ohne Anmeldung per Digitalradio möglich: https://www.wilsonstrassefm.com

Die Videoaufzeichnungen der Beiträge sind danach abrufbar auf der Seite der Digitalen Theaterforschung: https://blog.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/theater/.

Bild zum Download: http://www.uni-frankfurt.de/93901874
Bildnachweis: Grafik: Eike Dingler

Weitere Informationen
Detailliertes Programm und eventuelle Aktualisierungen unter: https://www.mousonturm.de/

Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft
daase@tfm.uni-frankfurt.de

 

Nov 6 2020
10:53

Der Frankfurter Strafrechtler Matthias Jahn und Kollegen der Universitäten Tübingen und Düsseldorf haben im Auftrag des Bundesjustizministeriums die Realität gerichtlicher Absprachen untersucht

„Deals“ im Praxistest

Um rasch ein Geständnis zu erreichen und damit das Verfahren zu verkürzen, stellt der Richter Straferleichterung in Aussicht – für diese Art von Absprache gibt es seit 2009 einen gesetzlichen Rahmen. Doch wird der auch eingehalten? In einem Gutachten für das Justizministerium weisen die Rechtswissenschaftler Matthias Jahn (Goethe-Uni), Jörg Kinzig (Uni Tübingen) und Karsten Altenhain (Uni Düsseldorf) nach, dass hier viel Luft nach oben ist.
 
FRANKFURT. Absprachen müssen transparent sein, also dokumentiert werden. Geständnisse sind „zwingend“ zu überprüfen. Und die Zusage einer konkreten Straferleichterung ist nicht zulässig, lediglich die Angabe eines „Korridors“, in dem die Strafe liegen wird: Das sind die Regeln der Strafprozessordnung, die seit 2009 für Absprachen vor Gericht gelten, zuvor gab es keine. Schon 2012 jedoch machte eine wissenschaftliche Umfrage deutlich, dass es trotz dieser Regeln nach wie vor „informelle“, also – weniger euphemistisch gesprochen – illegale Deals vor Gericht gibt. 2013 billigte das Bundesverfassungsgericht das Gesetz zwar, formulierte jedoch eine strengere Auslegung der Vorschriften und verpflichtete den Gesetzgeber dazu, die Rechtspraxis fortwährend im Auge zu behalten.
 
Zusammen mit seinen Kollegen Prof. Dr. Jörg Kinzig und Prof. Dr. Karsten Altenhain hat der Frankfurter Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Matthias Jahn von der Goethe-Universität eine umfangreiche Studie erstellt, das zeigen sollte, wie die Realität an den Gerichten aussieht. Richter, Staatsanwälte und Strafverteidiger wurden in unterschiedlichen Modulen daraufhin befragt, ob und in welchem Umfang Absprachen bei ihnen eine Rolle spielen und inwiefern sie sich dabei an die gesetzlichen Vorgaben halten. Selbst Richterinnen und Richter hätten trotz wenig schmeichelhafter Aussagen überraschend ehrlich geantwortet, sagt Matthias Jahn: „Offenbar gab es einen gewissen Gesprächsbedarf.“
 
Es zeigte sich, dass an den Gerichten gegen sämtliche bestehenden Regelungen verstoßen wird. Nicht eingehalten wird der Untersuchung zufolge häufig die Dokumentationspflicht, das heißt, die Verständigung findet inoffiziell statt. Auch über das ausdrückliche Verbot, punktgenaue Angaben zur zu erwartenden Strafe zu machen, setzen sich viele Gerichte glatt hinweg. Und die abgelegten Geständnisse werden oft nicht ausreichend überprüft. Dabei machten die unterschiedlichen Berufsgruppen durchaus unterschiedliche Angaben zur Häufigkeit des Phänomens, aus nachvollziehbaren Gründen. Während 80 Prozent der Rechtanwälte mitteilten, sie seien an „Deals“ beteiligt gewesen, sind es aber immerhin auch fast ein Drittel der Richter, die eingestehen, dass sie sich selten bis häufig nicht an das Gesetz halten. „Das ist aus gleich mehreren Gründen alarmierend“, sagt Jahn: Die Urteilsfindung vollziehe sich ohne Beteiligung des Angeklagten, denn die professionellen Prozessbeteiligten handelten das unter sich aus. Außerdem trete der Aspekt der Schuld in den Hintergrund und werde frei verhandelbar. Insbesondere an Amtsgerichten führe das „Dealen“ zudem zu einer Gerechtigkeitslücke für weniger Begüterte: Nicht jeder Angeklagte habe einen Strafverteidiger, aber Richter und Staatsanwälte verhandeln nur mit Anwälten.
 
Tatsächlich kommen „Deals“ an Amtsgerichten wesentlich häufiger vor als an Landgerichten, was vor allem mit der eng getakteten Arbeitslast zu erklären ist. Richter und Staatsanwälte nannten als Gründe für informelle Absprachen die fehlende Praxistauglichkeit und Unübersichtlichkeit der bestehenden Regelungen. „Hier sollte man in Zukunft ansetzen und das Gesetz wieder praxistauglicher machen“, findet Matthias Jahn. Verständigungen seien unverzichtbar für eine arbeitsfähige Justiz, aber „Deal“-Exzesse müssten vermieden werden.
 
„Vor dem Hintergrund der Ergebnisse werden wir jetzt prüfen, ob weitere gesetzliche Regelungen erforderlich sind, um Defiziten in der gerichtlichen Verständigungspraxis wirksam zu begegnen. Die Erkenntnisse aus der Studie ermöglichen uns dazu eine umfassende rechtspolitische Diskussion“, kommentierte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht die Studie noch am Tag des Erscheinens in einer Pressemitteilung. Ein Projekt für die nächste Legislaturperiode, meint Matthias Jahn. Die Studie ist kostenfrei online nachzulesen.
 
Open-Access-Publikation:
https://www.nomos-elibrary.de/10.5771/9783748922094
 
Bild zum Download: http://www.uni-frankfurt.de/93892797
 
Bildtext: Matthias Jahn, Rechtswissenschaftler an der Goethe-Universität, hat mit Kollegen aus Tübingen und Düsseldorf die Praxis der Absprachen an deutschen Gerichten untersucht. (Foto: Dettmar)
 
Weitere Informationen

Prof. Dr. Matthias Jahn

Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Wirtschaftsstrafrecht und Rechtstheorie

Institut für Kriminalwissenschaft und Rechtsphilosophie

Goethe-Universität

Telefon 069 798-34336

E-Mail sekretariat-jahn@jura.uni-frankfurt.de

Homepage https://www.jura.uni-frankfurt.de/jahn

 

Nov 5 2020
10:07

Kultusministerium und Goethe-Universität vereinbaren Kooperation

Mehr wissenschaftliche Forschung für sicheren Unterricht

FRANKFURT/WIESBADEN Das Hessische Kultusministerium und die Goethe-Universität Frankfurt weiten ihre Zusammenarbeit im Hinblick auf Forschungsprojekte an Schulen und die gezielte Verwertung von Studienergebnissen zur Bekämpfung der Pandemie für die weitere Organisation des Schulbetriebs aus. „Bei der Bewertung des Infektionsgeschehens sind wir immer wieder auf die Erkenntnisse der Wissenschaft angewiesen“, erklärte Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz heute in Wiesbaden. „Unter den aktuell sehr anspruchsvollen Rahmenbedingungen der Pandemie freue ich mich, dass uns ein so starker Partner wie die Goethe-Universität jetzt noch mehr mit seiner wissenschaftlichen Expertise unterstützt. Der enge Schulterschluss zeigt unsere Entschlossenheit, in der Verantwortung für unsere Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler rasch und zuverlässig neue wichtige Erkenntnisse zur Eindämmung des Infektionsgeschehens zu gewinnen.“

Die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Dr. Birgitta Wolff, sagte: „Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tragen maßgeblich zur Corona-Forschung bei, zum Beispiel in der Virologie und in der Arbeitsmedizin. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium können unsere neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse direkt im Schulalltag erprobt werden. Wir hoffen, dass wir so unseren Beitrag dazu leisten können, dass Schulen wegen des Infektionsgeschehens nicht schließen müssen.“
 
In einer von Prof. Dr. Joachim Curtius vom Institut für Atmosphäre und Umwelt der Goethe-Universität durchgeführten Testreihe an der Wiesbadener Leibnizschule konnte Mitte September die grundsätzliche Tauglichkeit von Luftreinigungsgeräten zur Filterung von Aerosolen in Klassenräumen nachgewiesen werden. Dies veranlasste die Hessische Landesregierung jüngst dazu, die für die Ausstattung der Schulen zuständigen Schulträger mit bis zu zehn Millionen Euro bei der Anschaffung moderner Luftreinigungsanlagen zu unterstützen, welche das Lüften in den Klassenräumen zwar nicht vollständig ersetzen, aber ergänzen können.

 

Nov 4 2020
15:49

Förderer unterstützen mit insgesamt 1,45 Millionen für klinische Covid-19-Studie zu Schwersterkrankten

Goethe-Corona-Fonds von Universität und Universitätsklinikum steigt auf 4,75 Millionen Euro

FRANKFURT. Mithilfe einer beeindruckenden Fördermittelgabe rücken die Universität Frankfurt und das Universitätsklinikum der angestrebten 5-Millionen-Marke ihres Goethe-Corona-Fonds ganz nah: Nach sorgfältiger wissenschaftlich-klinischer Begutachtung durch hochkarätige Experten hat sich die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) entschlossen, zusammen mit der Barbara und Wilfried Mohr-Stiftung, der J2xU-Stiftung und dem Unternehmer Stefan Quandt 1,45 Millionen Euro für eine klinische Studie von Patientinnen und Patienten mit schweren Covid-19-Verläufen über den Fonds bereitzustellen, wobei allein die EKFS das Vorhaben mit 700.000 Euro fördert.

Zu einem entscheidenden Zeitpunkt – der sogenannten zweiten Welle der Pandemie - kommt nun die Förderung der Zelltherapiestudie der beiden Mediziner am Universitätsklinikum, Prof. Dr. med. Peter Bader, Leiter des Schwerpunkts Stammzellentransplantation, Immunologie und Intensivmedizin an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, und Prof. Dr. Dr. med. Kai-Dieter Zacharowski, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie: Diese Studie setzt bei denjenigen Covid-19-Erkrankten an, bei denen das Virus eine schwere, oft tödlich verlaufende Entzündung auslöst. Ziel der Studie ist nun, die Überlebensraten dieser bereits intubierten und beatmeten Patienten zu verbessern. Dazu sollen schwer erkrankte Covid-19-Patienten mit dem Zelltherapeutikum MSC-FFM behandelt werden.

„Je schneller unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Innovationen auf die Pandemie reagieren können, desto mehr Menschen können sie helfen“, betont Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität. „Ich bin froh und dankbar, dass viele Förderinnen und Förderer das verstehen und uns tatkräftig unterstützen. Deshalb bin ich mir sicher: Wir werden die 5-Millionen-Marke schaffen!“

„Mit den sogenannten ,Mesenchymalen Stromazellen', den MSCs, gibt es im menschlichen Körper interessanterweise einen Zelltyp mit mehreren, für eine Covid-19-Therapie potenziell attraktiven Eigenschaften“, erklärt der Mediziner Bader. Dazu gehören vor allem die antifibrotischen und immunmodulatorischen Eigenschaften der MSCs -  Eigenschaften also, die krankhaften Gewebeveränderungen und überschießenden Reaktionen des Immunsystems entgegenwirken und damit die Verwendung der MSC als entzündungshemmende Therapie bei Covid-19-Patienten nahelegen.

Bader hat MSC-FFM mit seinen Teammitgliedern und Kooperationspartnern ursprünglich zur Therapie von Leukämiepatienten entwickelt, die unter lebensbedrohlichen Komplikationen einer Stammzelltransplantation leiden. MSC-FFM wird mittlerweile von dem deutschen Pharmaunternehmen „medac“ vertrieben. Mit der nun geförderten Covid-19-Studie wird angestrebt, dass das Zelltherapeutikum auch für die Behandlung von Covid-19 zugelassen werden kann.

Die Technologietransfergesellschaft der Goethe-Universität, Innovectis, initiierte die Finanzierung und übernahm die Koordination der Projektanbahnung. „In der Durchführung dieser Studie sehen wir einen wichtigen Frankfurter Beitrag zur Behandlung Covid-19-Erkrankter“, sagt Dr. Martin Raditsch, Geschäftsführer von Innovectis.

Der Goethe-Corona-Fonds wurde im März zur Anschubfinanzierung von Forschungsprojekten zum SARS-CoV-2-Virus an der Goethe-Universität und dem Universitätsklinikum ins Leben gerufen.

Weitere Spenden möglich unter: https://www.betterplace.org/de/projects/78009-goethe-corona-fonds-von-goethe-universitaet-universitaetsklinikum-frankfurt

Bilder unter: http://www.uni-frankfurt.de/93813428

Bild 1: Peter Bader (Foto: Jens Taube); Bild 2: Kai-Dieter Zacharowski (Foto: Christian Heyse/Universitätsklinikum Frankfurt)

Bildtext: Gemeinsame Zelltherapiestudie zu schwer erkrankten Covid-19-Patienten: Prof. Dr. med. Peter Bader, Leiter des Schwerpunkts Stammzellentransplantation, Immunologie und Intensivmedizin an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, und Prof. Dr. Dr. med. Kai-Dieter Zacharowski, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie

Weitere Informationen
Prof. Dr. med. Peter Bader
Stellv. Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsklinikum Frankfurt
Tel. 069/6301-7542
peter.bader@kgu.de
Prof. Dr. Dr. med. Kai-Dieter Zacharowski
Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie
Universitätsklinikum Frankfurt
Haus 23 A, Untergeschoss
T +49 69 6301 - 5868

 

Nov 4 2020
12:28

​Die Ethnologin Lene Faust hat für ihre herausragende Dissertation den Forschungsförderungspreis des Frobenius Instituts erhalten

Faschisten in Rom nach 1945

Faschistische Strömungen haben nach Kriegsende in Italien nie aufgehört zu existieren. Die Ethnologin Lene Faust hat untersucht, wie deren Anhänger leben, wie sie denken, handeln und sich erinnern. Für ihre herausragende Dissertation wurde sie mit dem Forschungsförderpreis des Frobenius Instituts ausgezeichnet.

FRANKFURT. „Im Namen der Toten. Eine ethnographische Studie über die faschistische Nachkriegsszene in Rom“ – so der Titel der preisgekrönten Dissertation von Dr. des. Lene Faust, die das Frobenius-Institut für kulturanthropologische Forschung an der Goethe-Universität ausgezeichnet hat.

Mehr als 14 Monate lang hat Faust in der neofaschistischen Szene in Rom ethnographisch geforscht. Dabei hat sie sich auch auf persönliche Gespräche mit Tätern – und ihren Erben – eingelassen und zeichnet ein Bild von drei Generationen faschistischer Subkultur und davon, wie diese sich an die Zeit des Faschismus sowie die Gründung der Norditalienischen Sozialrepublik 1943 und vor allem den sich anschließenden blutigen Bürgerkrieg erinnern.

In ihrer Dissertation arbeitet sie heraus, was es heißt, Faschist zu sein, indem sie den Alltag, die familiären und politischen Netzwerke sowie die rituellen Praktiken ihrer Gesprächspartner und -partnerinnen betrachtet. Und so reduziert Faust den Nachkriegsfaschismus weder auf das Erbe eines totalitären Systems noch auf einen politischen Kult; vielmehr tritt er als eine netzwerkartige Subkultur hervor, die religiöse Elemente enthält und in der Politik, Ritual und Familie kaum voneinander zu trennen sind. Dabei reflektiert Faust sensibel ihre eigene Rolle als Forscherin.

Vor dem Hintergrund der Wahlerfolge der Lega-Partei bei den italienischen Parlamentswahlen im März 2018 ist Fausts Arbeit besonders aktuell und könnte helfen, solche Entwicklungen besser zu verstehen. Und so resümiert Prof. Dr. Roland Hardenberg, der Leiter des Frobenius Instituts, in seiner Laudatio: „Es ist das besondere Verdienst dieser Arbeit, so die Kommission, dass sie uns Sichtweisen und Empfindungen näherbringt, einen offenen Blick auf Täter wagt, und damit einige der wichtigsten Aufgaben von ethnologischer Forschung erfüllt: zu übersetzen, zu Kommunikation und Verständnis beizutragen, aber auch zum Zweifeln und Nachdenken anzuregen. Dies gelingt dieser Dissertation auf einzigartige Weise.“


Weitere Informationen:
Yanti Hölzchen
Frobenius-Institut für kulturanthropologische Forschung an der Goethe-Universität
Telefon 069 798-33058
E-Mail hoelzchen@em.uni-frankfurt.de
Homepage https://www.frobenius-institut.de/aktuelles

 

Nov 4 2020
11:31

​IWAK der Goethe-Universität entwickelt im Auftrag des Hessischen Wirtschaftsministeriums regionale Roadmaps für flexible Angebote

Unterstützung für Personalverantwortliche in kleinen und mittleren Betrieben in Hessen

FRANKFURT. Mehr als 90 Prozent der hessischen Betriebe haben weniger als 250 Beschäftigte. Besonders viele haben sogar weniger als 100 Mitarbeiter. Die Pandemie hat gezeigt: Gerade diese kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) können sich gut und vor allem schnell auf neue Herausforderungen einstellen. Im Auftrag des Hessischen Wirtschaftsministeriums hat das IWAK an der Goethe-Universität ermittelt, wie man diesen wichtigen Pfeiler der hessischen Wirtschaft noch weiter stärken kann.

Ein Trumpf der kleinen und mittelgroßen Betriebe ist ihr Personal. Gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen, an sich zu binden und zu qualifizieren, ist aber nicht immer einfach. Oft fehlt Zeit, Geld und auch das richtige Knowhow dafür. „Kleine und mittlere Unternehmen stehen im Mittelpunkt der hessischen Wirtschaftspolitik, und wir wollen unsere Förderprogramme optimal auf ihren Bedarf abstimmen. Dafür brauchen wir präzise Informationen“, sagt Dr. Phillip Nimmermann, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen. Dazu müsse man aber die Unterstützungsbedarfe genau kennen. Deshalb hat das hessische Wirtschaftsministerium das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität mit der Umsetzung des Projekts KMU.Kompetent beauftragt. Mehr als 100 Interviews mit Personalverantwortlichen aus kleinen und mittleren Betrieben in allen Regionen und Branchen in Hessen sollten die notwendigen Informationen liefern.

„Es zeigt sich, dass viele Personalverantwortliche sich selbst gerne noch besser qualifizieren wollen“, stellt Dr. Christa Larsen, Geschäftsführerin des IWAK fest. Die Interviewpartner haben vielfach ein Bedürfnis nach zeitlich flexiblen und kostengünstigen Schulungen zum Thema Personalarbeit formuliert, jedoch auch zu Spezialthemen wie Arbeitsrecht. Darüber hinaus würden viele Verantwortliche gern ihr betriebliches Personalmanagement im laufenden Betrieb weiterentwickeln. Aber auch Themen wie die effizientesten Rekrutierungskanäle, der Abbau von Kompetenzdefiziten bei Auszubildenden oder die Gewinnung von Studienabbrechern wurden angesprochen. In all diesen Bereichen wünscht man sich Unterstützung, weil die Personalverantwortlichen gerade in kleinen und kleinsten Betrieben oft keine Zeit haben, sich damit zu befassen. Viele Angebote seien zeitlich nicht flexibel genug oder zu weit vom Betrieb entfernt. Personalverantwortliche könnten ihren Betrieb häufig nicht für einen ganzen Tag verlassen, geben Christian Müller und Miriam Fink vom IWAK an, die die Interviews geführt haben.

Jetzt sollen die sich aus der Befragung ergebenden Unterstützungsbedarfe mit den schon vorhandenen Angeboten in den einzelnen Regionen des Landes abgeglichen werden. Dafür werden regionale Roadmaps für Nord-, Mittel- und Südhessen erstellt.  Die Roadmaps sind strategische Instrumente, mit denen Vertreter der Wirtschaft und des Arbeitsmarkts vor Ort jetzt weiterarbeiten können. Die Roadmaps zeigen auch, wo noch Lücken vorhanden sind, diese sollen möglichst schnell geschlossen werden, um die Personalverantwortlichen und damit den Mittelstand in Hessen zu stärken.

Bei einer virtuellen Veranstaltung, die das IWAK organisiert, werden am 5. November 2020 die regionalen Roadmaps für Nord-, Süd- und Mittelhessen vorgestellt und anschließend den Wirtschafts- und Arbeitsmarktakteuren in drei Regionalworkshops zur weiteren Nutzung übergeben. „Dies stellt ein sehr gelungenes Beispiel für den Wissenstransfer von der Hochschule in die Wirtschaft dar“, findet Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, der als Vizepräsident für den Bereich Third Mission der Goethe-Universität zuständig ist.

Bei der Veranstaltung werden zudem zwei regionale Wirtschaftsförderer sowie eine Personalverantwortliche erläutern, wie sie zukünftig die Roadmap für ihre Region nutzen möchten. Das Programm zur Veranstaltung finden Sie unter: http://www.iwak-frankfurt.de/veranstaltungen/kommende-veranstaltungen/

Für Interviews steht IWAK-Leiterin Dr. Christa Larsen ab 15.30 Uhr zur Verfügung. Es wird um Anmeldung unter 069 798-25466 gebeten.  


Informationen:
Dr. Christa Larsen
Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität
Campus Bockenheim
Telefon 069 798-22152
E-Mail: c.larsen@em.uni-frankfurt.de
Homepage: http://www.iwak-frankfurt.de/wp-content/uploads/2015/04/Steckbrief-KMU-kompetent_neu.pdf

 

Nov 3 2020
10:09

Forscher der Goethe-Universität untersuchen zusammen mit italienischen Kollegen vier 40.000 bis 70.000 alte Milchzähne 

Kein Grund fürs Aussterben: Neanderthaler-Mütter stillten nach fünf bis sechs Monaten ab 

Als Grund für das Aussterben der Neanderthaler vermuten einige Forscher, dass die damaligen Mütter ihre Säuglinge lange stillten und die Säuglinge so nicht früh genug vielfältige Nährstoffe für eine Höherentwicklung des Gehirns erhielten. Ein internationales Forscherteam hat nun vier Milchzähne auf die Elemente Strontium und Calcium hin untersucht, die auch noch nach 70.000 Jahren zuverlässig Auskunft über die Ernährung der Kinder geben. Das Ergebnis: Die Mütter begannen, wie heute üblich, ihre Kinder nach fünf bis sechs Monaten abzustillen. Das Stillverhalten und die damit zusammenhängenden Geburtsintervalle spielten also keine Rolle für das Aussterben der Neanderthaler.

FRANKFURT/KENT/BOLOGNA/FERRARA. Aus Höhlen in Nordostitalien stammen die Milchzähne, die vier Kinder vor 40.000 bis 70.000 Jahren beim Zahnwechsel verloren hatten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Frankfurt Isotope and Element Research Center (FIERCE) am Institut für Geowissenschaften der Goethe-Universität untersuchten sie mit chemischen Methoden. "Wir betteten die Zähne in Harz ein und schnitten sie dann in hauchdünne Schichten - ein für solch seltene Funde äußerst ungewöhnliches Vorgehen, zumal wir die kostbaren Proben hinterher wieder zusammensetzen mussten“, erklärt Wolfgang Müller, Leiter der Arbeitsgruppe. Jede dieser Lagen ist höchstens 150 Mikrometer dünn, das entspricht etwa der Dicke von zwei Blatt Papier. Anschließend trug ein spezieller Laser das Zahnmaterial ab. Dieses Material untersuchte Müllers Arbeitsgruppe mit moderner Massenspektrometrie auf den Gehalt der natürlichen Elemente Strontium und Kalzium: „Beides ist in Zähnen und Knochen enthalten“, erklärt Müller, „aber Strontium als natürliche Unreinheit von Kalzium scheidet der Körper nach und nach aus, sodass uns das Verhältnis von Strontium zu Kalzium (Sr/Ca) Hinweise auf die Nahrung gibt“. Bei Muttermilch ist dieses Verhältnis anders als etwa bei Körnern, Gemüse, Fleisch oder tierischer Milch.

Der Zahnschmelz bildet tägliche Wachstumsringe

Das Faszinierende: Jeden Tag lagert sich eine messbare Schicht Zahnschmelz ab, sodass jeder Zahn wie die Wachstumsringe eines Baums die Lebenstage widerspiegelt. Schon in der Zahnanlage im Ungeborenen zeigt eine klare Linie den Tag der Geburt an, die „Neonatallinie“. Jeder weitere Lebenstag bei gestillten Kindern ist geprägt von der Kalzium-reichen, Strontium-ärmeren Muttermilch – oder eben mit dem Beginn des Abstillens von höheren Konzentrationen an Strontium. Dank ihrer feinaufgelösten Methoden konnten die Arbeitsgruppen diesen Zeitpunkt anhand der Milchzähne sehr genau auf 3,8 bis 5,3 Monate - je nach Individuum - datieren.

Zähne erzählen auf den Tag genau von Geburt und Ortswechsel

Ein Vergleich mit in den jeweiligen Höhlen gefundenen Nagetierzähnen zeigt zudem, wie lange die Kinder oder ihre Mütter in dieser Umgebung lebten. „Das Strontium-Isotopen-Verhältnis (87Sr/86Sr) liefert uns Informationen über das Gestein und den Boden der Umgebung, in der die Menschen und Nagetiere lebten“, so Müller. Die Zähne erzählen damit Lebensgeschichten: So verbrachte eine der Mütter das Ende der Schwangerschaft sowie die ersten 25 Tage nach Geburt nicht am Fundort, denn die Isotopenzusammensetzung des Milchzahns berichtet von einer anderen Umgebung. Diese Mutter und ihr Kind zählen zu den modernen Menschen des Paläolithikums (40.000 Jahre) und unterscheiden sich deutlich von den früheren Neanderthalern (50.000 Jahre) aus derselben Höhle: Der jüngere Zahn weist – verglichen mit einem Neanderthaler-Zahn vom selben Fundort - auf unterschiedliche Nahrung und größere Migration in einem kälteren Klima hin. Alle drei Neanderthaler-Mütter und -Kinder lebten hingegen die ganze Zeit in derselben Region, waren also anders als bisher vermutet, sehr ortstreu.

Die Erkenntnisse des internationalen Forschungsteams aus Anthropologen, Archäologen, Chemikern, Physikern und Geologen aus den untersuchten vier Milchzähnen weisen darauf hin, dass spätes Abstillen nicht für das Aussterben der Neanderthaler verantwortlich ist. Die täglich angelagerten Zahnschmelzschichten ähneln chemisch jener heutiger Babys – ein Hinweis darauf, dass die Ernährung und Entwicklung erstaunlich ähnlich verliefen.

Publikation: Alessia Nava, Federico Lugli, Matteo Romandini, Federica Badino, David Evans, Angela H. Helbling, Gregorio Oxilia, Simona Arrighi, Eugenio Bortolini, Davide Delpiano, Rossella Duches, Carla Figus, Alessandra Livraghi, Giulia Marciani, Sara Silvestrini, Anna Cipriani, Tommaso Giovanardi, Roberta Pini, Claudio Tuniz, Federico Bernardini, Irene Dori, Alfredo Coppa, Emanuela Cristiani, Christopher Dean, Luca Bondioli, Marco Peresani, Wolfgang Müller, Stefano Benazzi: Early life of Neanderthals. Proceedings of the National Academy of Sciences Oct 2020, DOI: 10.1073/pnas.2011765117

Bilder zum Download:

1. Gotta di Fumane bei Verona (Wikipedia):
Hier wurden mehrere der Milchzähne von Neanderthaler-Kindern gefunden, die Forscher um Prof. Wolfgang Müller an der Goethe-Universität untersucht haben.
https://de.wikipedia.org/wiki/Grotta_di_Fumane#/media/Datei:Grotta_di_Fumane_3.jpg

2. Neanderthaler-Milchzahn:
Vermutlich beim Zahnwechsel verlor ein Neanderthaler-Kind vor 40.000 bis 70.000 Jahren diesen Milchzahn. Foto: ERC project SUCCESS, University of Bologna, Italy
http://www.uni-frankfurt.de/93639226

3. Ultradünnschnitte:
Forscher der Goethe-Universität schneiden papierdünne Scheiben von einem Neanderthaler-Milchzahn ab. Anschließend wurden die Zähne wieder zusammengesetzt und rekonstruiert. Standbild eines Videos: Luca Bondioli and Alessia Nava, Rome, Italy
http://www.uni-frankfurt.de/93639334


Weitere Informationen:
Prof. Dr. Wolfgang Müller
Institut für Geowissenschaften /
Frankfurt Isotope and Element Research Center (FIERCE)
Tel. +49 (0)69 798 40291,
w.muller@em.uni-frankfurt.de
http://www.uni-frankfurt.de/49540288/Homepage-Mueller

 

Nov 3 2020
09:47

Die Ringvorlesung des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“, der Frankfurter Gespräche zum Informationsrecht und des Fachbereichs Rechtswissenschaft der Goethe-Universität untersucht ab dem 11. November 2020 die Auswirkungen der Digitalen Revolution aus soziologischer und rechtswissenschaftlicher Perspektive

Machtverschiebung durch Algorithmen und KI

FRANKFURT. Künstliche Intelligenz (KI), Algorithmen und Technologien zur Verarbeitung und Auswertung großer Datenmengen (Big Data) stehen im Zentrum der Digitalen Revolution. Sie wirken sich im heutigen globalen Zeitalter nicht nur auf die Produktions- und Arbeitswelt, sondern auf nahezu alle Bereiche gesellschaftlichen Lebens aus und verändern gemeinschaftliche Strukturen ebenso wie ökonomische Geschäftsmodelle. Damit eng verwoben sind neben Fragen des Datenschutzes, insbesondere Fragen der Macht(um)verteilung und der rechtlichen Regulierung.

Aspekten dieser Themenkomplexe widmet sich ab dem 11. November 2020 an fünf Terminen die Ringvorlesung

„Machtverschiebung durch Algorithmen und KI“,
jeweils um 18.00 Uhr
online via Zoom.

Veranstalter sind das Forschungsnetzwerk „Die normative Ordnung künstlicher Intelligenz | NO:KI“ am Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ gemeinsam mit den Frankfurter Gesprächen zum Informationsrecht des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Umweltrecht, Informationsrecht und Verwaltungswissenschaften und dem Fachbereich Rechtswissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Organisiert und konzipiert wurde die Reihe von Prof. Roland Broemel (Professor für Öffentliches Recht, Wirtschafts- und Währungsrecht, Finanzmarktregulierung und Rechtstheorie der Goethe-Universität), Prof. Christoph Burchard (Professor für Straf- und Strafprozessrecht, Internationales und Europäisches Strafrecht, Rechtsvergleichung und Rechtstheorie der Goethe-Universität und Mitglied des Forschungsverbunds „Normative Orders“) und Prof. Indra Spiecker gen. Döhmann (Professorin für Öffentliches Recht, Informationsrecht, Umweltrecht und Verwaltungswissenschaft der Goethe-Universität).

Zu den vortragenden ExpertInnen der Reihe gehören Prof. Mireille Hildebrandt, Prof. Kristian Kersting, Prof. Jörn Lamla, Prof. Antje von Ungern-Sternberg und Prof. Christiane Wendehorst.

Schlagwortartige Beispiele, die im Zentrum ihrer Vorträge stehen werden, reichen von sozialen Netzwerken und Suchmaschinen über die sogenannte Industrie 4.0, das predictive policing, die medizinische Forschung bis hin zum Versicherungs- und Finanzmarktsektor (FinTech). Als Kehrseite birgt dieses innovative, aus statistischen Wahrscheinlichkeiten generierte Wissen nicht nur Risiken von Verzerrungen und Diskriminierungen, sondern begünstigt auch eine Konzentration gesellschaftlicher und ökonomischer Macht. Der Zugang zu Daten und die Analysekompetenz prägen das Gestaltungspotential bestimmter Akteure, insbesondere von Plattformbetreibern – auch dies soll diskutiert werden.

Im Anschluss an eine Einführung in die technischen Grundlagen erörtert die Ringvorlesung die gesellschaftlichen Auswirkungen aus soziologischer Perspektive und diskutiert Optionen rechtlicher Regulierung.

Die einzelnen Termine im Überblick:

11. November 2020, 18.00 Uhr
Legal effect in computational 'law'
Prof. Mireille Hildebrandt (Vrije Universiteit Brussel)

23. November 2020, 18.00 Uhr
Machtverschiebung durch Algorithmen – computerwissenschaftliche Perspektiven
Prof. Kristian Kersting (Technische Universität Darmstadt)

16. Dezember 2020, 18.00 Uhr
Gesellschaft als digitale Sozialmaschine? Zur soziotechnischen Transformation des selbstbestimmten Lebens
Prof. Jörn Lamla (Universität Kassel)

25. Januar 2021, 18.00 Uhr
Haftung für Künstliche Intelligenz – droht ein Verantwortungsvakuum?
Prof. Christiane Wendehorst (Universität Wien)

3. Februar 2021, 18.00 Uhr
Machtverschiebung durch Algorithmen – ein Thema für Datenschutz und Antidiskriminierungsrecht?
Prof. Antje von Ungern-Sternberg (Universität Trier)


Eine Anmeldung an office@normativeorders.net ist erforderlich. Die Logindaten werden nach Anmeldung übermittelt.

Weitere Informationen unter: www.normativeorders.net/ringvorlesungen

Kontakt:
Anke Harms, Referentin für Wissenschaftskommunikation des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main, 069/798-31407, anke.harms@normativeorders.net; www.normativeorders.net

 

Nov 2 2020
14:28

Auch im europäischen Vergleich liegt die Frankfurter Rechtsfakultät vorn

Weltweites Hochschulranking: Rechtswissenschaft der Goethe-Universität schneidet gut ab

FRANKFURT. Die Rechtswissenschaftlerinnen und Rechtswissenschaftler der Goethe-Universität belegen in dem weltweiten Hochschulranking „World University Rankings“ unter 224 gelisteten Rechtsfakultäten den 60. Platz und sind damit zweitbeste deutsche Hochschule. Vor ihnen liegt lediglich die Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, gefolgt werden sie von den Fachkolleginnen und -kollegen der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Auch im europäischen Vergleich kann sich das Abschneiden der Frankfurter Rechtswissenschaftlerinnen und Rechtswissenschaftler sehen lassen. Mit Ausnahme der britischen Universitäten wie etwa in Cambridge, Oxford und London, die in Rankings traditionsgemäß mit den amerikanischen Spitzenuniversitäten wie dem diesjährigen Spitzenreiter Stanford University um die vorderen Ränge konkurrieren, liegen nur wenige Rechtsfakultäten europäischer Nachbarländer vor den Fachwissenschaftlern der Goethe-Universität. So nimmt etwa die renommierte Sorbonne Université als beste französische Fakultät den 87. Platz ein.

„Wenn man Hochschulrankings auch mit der gebotenen Zurückhaltung und Skepsis, vor allem mit Blick auf die Erhebungsmethoden, begegnen muss“, sagt der Rechtswissenschaftler und Dekan seines Fachbereichs Prof. Dr. Klaus Günther, „freuen wir uns doch über das relativ gute Abschneiden im internationalen und nationalen Vergleich. Dies auch angesichts der Tatsache, dass es sich bei uns um einen der größten rechtswissenschaftlichen Fachbereiche in Deutschland handelt, also mit einer erheblich ungünstigeren Betreuungsrelation als bei denjenigen an der Spitze. Gleichzeitig bedeutet die Platzierung aber auch, dass es noch viel ,Luft nach oben' gibt.“

„Ich verstehe das gute Abschneiden im World University Ranking als Kompliment für unsere Rechtswissenschaftlerinnen und Rechtswissenschaftler. Und das freut mich natürlich!“, sagt die Präsidentin der Goethe-Universität Prof. Dr. Birgitta Wolff. „Wenn wir solche Ranglisten sportlich nehmen, können sie zugleich Bestätigung und Ansporn sein.“

Die Rechtsfakultäten waren vom „World University Rankings“ u.a. nach den Kriterien Lehre, Forschung, Zitierhäufigkeit der Publikationen und internationales Renommee beurteilt worden. Das vom britischen Magazin Times Higher Education (THE) veröffentlichte Ranking gilt als eines der renommiertesten Hochschulrankings. Da zahlreiche Hochschulranglisten wegen methodischer Schwächen kritisiert werden, ist ihre Aussagekraft mitunter umstritten.

Weitere Informationen
Prof. Dr. Klaus Günther
Theodor-W.-Adorno-Platz 4
Frankfurt am Main

Telefon: 069/798-34339
E-Mail: K.Guenther@jur.uni-frankfurt.de