​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​​​​ – August 2012

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Pressestelle Goethe-Universität

Theodor-W.-Adorno Platz 1
60323 Frankfurt 
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Personalia/Preise

Aug 10 2012
13:43

Aufnahme in die Sektion Humangenetik und Molekulare Medizin

Prof. Amparo Acker-Palmer neues Mitglied der Leopoldina

FRANKFURT. Amparo Acker-Palmer, Leiterin des Instituts für Molekulare und zelluläre Neurobiologie an der Goethe-Universität, ist als neues Mitglied in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina aufgenommen worden. Die Leopoldina, seit 2008 Nationale Akademie der Wissenschaften, wählt zu ihren Mitgliedern herausragende Wissenschaftler aus aller Welt. Sie beraten die Politik und pflegen den Austausch mit ausländischen Akademien und Wissenschaftlern. Die aus Spanien stammende Biologin beschäftigt sich mit Parallelen in der Netzwerkbildung von Nervenzellen und Blutgefäßen. Sie wird in die Sektion Humangenetik und Molekulare Medizin aufgenommen. „Ich freue mich sehr über diese Würdigung meiner wissenschaftlichen Arbeit“, so Acker-Palmer, die 2010 bereits mit dem Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis ausgezeichnet wurde. Die Mutter zweier Töchter will sich in der Leopoldina auch dafür einsetzten, dass Wissenschaftlerinnen trotz aller Schwierigkeiten Familie und Beruf besser in Einklang bringen können.

Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl gratulierte der Kollegin: „Es ist Anerkennung und Verpflichtung zugleich, als junge Forscherin in die Reihen der besten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen Deutschlands aufgenommen zu werden.“ Prof. Amparo Acker-Palmer untersucht EphrinB-Rezeptoren – das sind Schlüsselmoleküle für die Kommunikation von Nervenzellen an den Kontaktstellen, den Synapsen. Zu den herausragenden wissenschaftlichen Erkenntnissen ihrer Arbeitsgruppe gehört die Feststellung, dass es viele Parallelen zwischen der Verknüpfung von Nervenzellen und der Bildung von Gefäß-Netzwerken gibt. Wichtig sind diese Erkenntnisse vor allem für die Bekämpfung von Tumoren, die besonders reich an Blutgefäßen sind.

Ein Bild zum Download finden Sie hier.

Informationen: Prof. Amparo Acker-Palmer, Institut für Molekulare und zelluläre Neurobiologie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42563; Acker-Palmer@bio.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Aug 7 2012
09:47

Informationstag für Eltern von Studieninteressierten und Studierenden

Uni–Kompakt

FRANKFURT. Welchen Anforderungen müssen sich Studierende heute stellen? Welche Studienabschlüsse gibt es? Wie kann ein Studium finanziert werden?

Diese und ähnliche Fragen zu Studienmöglichkeiten und -bedingungen beantwortet die Zentrale Studienberatung der Goethe-Universität im Rahmen des Elterninformationstages „Uni-Kompakt“

am: Samstag, den 11. August 2012, von 10 bis 13 Uhr
Ort: Campus Westend, Foyer IG-Hochhaus (Treffpunkt), Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt.

Die Veranstaltung richtet sich an Eltern, die ihre Kinder aktiv und fundiert bei der Entscheidung zur Studienwahl unterstützen und ihnen mit aktuellen Informationen zur Seite stehen wollen. Sie beinhaltet neben einem Elternseminar zu Themen wie Studienorganisation, Abschlussarten und Zulassungsverfahren eine Führung über den Campus Westend. Um eine Anmeldung wird gebeten unter: www.eltern.uni-frankfurt.de/

Informationen: Elisabeth Kummert, Zentrale Studienberatung, Campus Bockenheim, Tel: (069) 798-28485, kummert@em.uni-frankfurt.de

Forschung

Aug 2 2012
09:32

Vor 52 Millionen Jahren wuchsen Palmen an den heutigen Eisküsten

Tropische Verhältnisse in der Antarktis

FRANKFURT. Vor dem Hintergrund des aktuellen Klimawandels interessieren sich Klimaforscher besonders für vergangene Warmzeiten, weil sich aus ihnen Erkenntnisse für das zukünftige Klima ableiten lassen. Jetzt hat ein internationales Team mit Wissenschaftlern der Goethe-Universität Frankfurt und des Biodiversität und Klima Forschungszentrums in Bohrkernen erstmalig Klimazeugen aus einer Warmphase vor rund 52 Millionen Jahren zu Tage gefördert – und zwar in einer für die Klimaforschung besonders wichtigen Region: der Antarktis.  Die heute in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlichte Studie belegt, dass damals an der Küste der Antarktis ein Regenwald wuchs, wie  er heute nur in den Tropen vorkommt.

Vor rund 52 Millionen Jahren war die Konzentration des Treibhausgases CO2in der Atmosphäre mehr als doppelt so hoch wie heute. „Wenn der derzeitige CO2-Ausstoß durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe ungehindert voranschreitet, werden atmosphärische CO2-Konzentrationen, wie sie damals herrschten, wahrscheinlich in wenigen hundert Jahren erreicht sein“, erläutert Prof. Jörg Pross, Paläoklimatologe an der Goethe-Universität Frankfurt und Mitglied des Biodiversität- und Klima-Forschungszentrums (BiK-F). „Mit der Erforschung früherer, natürlicher Klimaerwärmungen wächst unser Wissen über Mechanismen und Prozesse im Klimasystem. Das trägt enorm dazu bei, dass wir die heutige, vom Menschen verursachte Erderwärmung besser verstehen.“

Aktuelle Klima-Modellierungen weisen darauf hin, dass die zukünftige Klimaerwärmung in den hohen Breiten, also in der Nähe der Pole, besonders drastisch ausfallen wird. Bisher lagen speziell für die Antarktis jedoch kaum Daten aus der erdgeschichtlichen Vergangenheit vor, die zeigen, wie dortige Ökosysteme auf ein Treibhausklima mit hohen atmosphärischen CO2-Konzentrationen reagiert haben.

Die Wissenschaftler um Pross analysierten Sedimentproben aus Bohrkernen vom Meeresgrund , die vor der Küste des antarktischen Wilkes-Landes im Rahmen des Integrated Ocean Drilling Program (IODP) gewonnen wurden und zwischen 53 und 46 Millionen Jahre alt sind. Die Proben enthalten unter anderem Pollen und Sporen, die nachweislich von der Küstenregion der Antarktis stammen. Die Forscher konnten so die dortige Pflanzenwelt rekonstruieren. Demnach war die Küstenregion des Sechsten Kontinents vor 52 Millionen Jahren von einem tropischen bis subtropischen Regenwald bedeckt.

Wo heute der antarktische Eispanzer den Südozean säumt, gediehen damals offenbar extrem frostempfindliche Pflanzen wie Palmen und Vorläufer der heutigen Affenbrotbäume. Die Auswertungen der Wissenschaftler ergeben, dass damals an den antarktischen Küsten selbst im Winter milde 10 Grad Celsius herrschten – trotz dreimonatiger Polarnacht. Im Inneren des Kontinents hingegen war es merklich kühler, hier wuchs ein gemäßigter Regenwald mit Südbuchen und Araukarien, wie er heute in Neuseeland vorkommt. Zusätzliche Belege für extrem milde Temperaturen lieferte die Analyse organischer Verbindungen, die von Bodenbakterien produziert wurden. Diese Mikroorganismen besiedelten damals die küstennahen Böden von Wilkes Land.

Die neuen Befunde in der Antarktis bedeuten auch, dass der Temperaturunterschied zwischen den niederen Breiten und den hohen südlichen Breiten während der Treibhausphase des frühen Eozäns deutlich kleiner war als bisher vermutet. „Die CO2-Gehalte der Atmosphäre, wie sie bisher für den Zeitraum vor 52 Millionen Jahren angenommen werden, reichen alleine nicht aus, um die nahezu tropischen Bedingungen in der Antarktis zu erklären“, so Pross. „Ein weiterer wichtiger Faktor war der Wärmetransport durch warme Meeresströmungen, welche die Antarktis erreichten.“ Als dieser zusammenbrach und die Antarktis-Küste damit unter den Einfluss kühlerer Meeresströmungen geriet, verschwand auch die tropenähnliche Vegetation.

Foto- und Links zu Videomaterial steht als Download zur Verfügung: hier (18MB).

Publikation: Pross, J., Contreras, L., Bijl, P.K., Greenwood, D.R., Bohaty, S.M., Schouten, S., Bendle, J.A., Röhl, U., Tauxe, L., Raine, J.I., Huck, C.E., van de Flierdt, T., Jamieson, S.S.R., Stickley, C.E., van de Schootbrugge, B., Escutia, C., Brinkhuis, H., IODP Expedition 318 Scientists (2012): Persistent near-tropical warmth on the Antarctic continent during the early Eocene epoch. Nature, DOI: 10.1038/nature11300.

Informationen: Prof. Jörg Pross, Paleoenvironmental Dynamics Group, Facheinheit Paläontologie, Institut für Geowissenschaften der Goethe-Universität, und Biodiversität und Klima Forschungszentrum Frankfurt, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-40181, joerg.pross@em.uni-frankfurt.de

Personalia/Preise

Aug 1 2012
11:47

Amerikanische Fachgesellschaft verleiht den mit 3.000 Dollar dotierten William C. Rose Award

US-Forschungspreis für Biochemiker Ivan Dikic

FRANKFURT. Prof. Ivan Dikic, Direktor des Instituts für Biochemie II und Wissenschaftlicher Direktor des Buchmann Instituts für Molekulare Lebenswissenschaften der Goethe-Universität, erhält den mit  3.000 US-Dollar dotierten William C. Rose Award 2013. Die Amerikanische Gesellschaft für Biochemie und Molekulare Biologie (ASMBM) vergibt den Preis jährlich für herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Biochemie und der Molekularbiologie.  Außerdem werden damit Wissenschaftler ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für die Nachwuchsförderung einsetzen. Der Preis wird während der Jahreshauptversammlung des ASMB im Frühjahr 2013 verliehen. Hier wird Dikic seine Arbeit im Rahmen eines Vortrages vorstellen.

Ivan Dikic, geboren 1966 in Zagreb, Kroatien, ist seit 2002 am Fachbereich Medizin der Goethe-Universität. Er konzentriert sich seit mehr als 10 Jahren mit seinen Arbeitsgruppen auf die Ubiquitin-Forschung. Nun wird er von der ASMBM für seine Pionierarbeit um das Verständnis der Ubiquitin Kodierung ausgezeichnet. Die Bindung des kleinen Moleküls Ubiquitin an verschiedene Proteine der Zelle (Ubiquitinierung) tritt in unterschiedlichsten Formen in zahlreichen zellulären Prozessen auf. Bisher konzentrierte sich die Forschung auf die biochemische Charakterisierung der Ketten, Substrate oder Ubiquitin-bindenden Domänen. Unlängst hat die Arbeitsgruppe von Dikic in Kooperation mit Wissenschaftlern des Max Plank Instituts für Molekulare Physiologie in Dortmund auch eine Methode entwickelt, Ubiquitin-Ketten in ihrer physiologischen Umgebung zu studieren. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Molecular Cell berichten die Forscher über die in vivo Anwendung vielseitiger und spezifischer Poly-Ubiquitin Sensoren.

Neben der praktischen Forschung liegt Ivan Dikic die Nachwuchsförderung besonders am Herzen. Er promivierte an der Universität Zagreb, während er unter der Aufsicht von Josef Schlessinger in den USA an der Medizinischen Fakultät der New York Universität forschte. Geprägt von den positiven Erfahrungen betreut er in Frankfurt junge Wissenschaftler während ihres Promotionsstudiums und hilft ihnen beim Start in die selbständige Forschung. Nebenbei fördert er in Kroatien die Ausbildung junger Studenten an dem von ihm gegründeten Labor für Tumorbiologie der Medizinischen Fakultät der Universität Split. Durch Diskussionen in den Medien, öffentliche Vorträge und über interdisziplinäre Kursangebote versucht Ivan Dikic das Verständnis für die Naturwissenschaft in der Öffentlichkeit zu verbessern. Auch für diesen Teil seiner Arbeit, wird Dikic mit dem William C. Rose Award ausgezeichnet.

Ein Bild zum Download finden Sie hier.

Pressemitteilung in Englisch downloaden (PDF)

Informationen: Prof. Ivan Dikic, Institut für Biochemie II und Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften, Universitätsklinikum Campus Niederrad, Tel.: (069) 6301-5652; ivan.dikic@biochem2.de