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Pressestelle Goethe-Universität

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Apr 23 2025
12:41

Studiengalerie 1.357 an der Goethe-Universität zeigt Videoarbeit der Künstlerin Charmaine Poh.

Queeres Leben in Singapur

FRANKFURT. Vom 7. Mai bis zum 4. Juni 2025 zeigt die Studiengalerie 1.357 an der Goethe-Universität eine Videoarbeit der aus Singapur stammenden Künstlerin Charmaine Poh. Die mit „What's softest in the world rushes and runs over what's hardest in the world“ betitelte Arbeit befasst sich mit dem Leben queerer Elternpaare in Singapur. Die Ausstellung ist eingebettet in die Diversity-Woche des Fachbereichs 08, die vom 5. bis 9. Mai 2025 stattfindet. Die Woche bietet fünf Tage lang die Möglichkeit für interdisziplinären Austausch, eine Sensibilisierung für unterschiedliche Perspektiven und für den Einbezug von Diversität in Lehre und Forschung.

Ausstellung: Charmaine Poh, „What's softest in the world
rushes and runs over what's hardest in the world“.
7. Mai - 4. Juni 2025. Öffnungszeiten: 
Montag bis Donnerstag 12–17 Uhr (i. Semester), freier Eintritt.
I.G.-Farben-Haus, Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1
Eröffnung: 7. Mai 2025, 20.00 Uhr


Zur Videoarbeit: In ruhigem Rhythmus fließen Szenen weicher Lichtstimmungen, raschelnder Baumkronen und neugieriger Kinderhände über die Projektionsfläche. Mit ihrer Videoarbeit lässt Charmaine Poh drei queere Elternpaare aus Singapur zu Wort kommen. Die Interviewten erzählen von der strukturellen Diskriminierung queerer Familien, aber auch von ihren Lebenswegen und ihrem gemeinsamen Kinderwunsch. Durch die komplexe und liebevolle Begegnung von Ängsten und entschlossener Selbstverwirklichung werden unterschiedliche Formen des Zusammenlebens mit dem universellen Wunsch nach Familie und Geborgenheit verwoben. Die Videoarbeit, deren Titel dem Gedicht „Water and Stone“ des chinesischen Naturphilosophen Lao Tzu entnommen ist, gleicht einem Prisma, das den Begriff Familie in unterschiedliche Bedeutungsebenen zerlegt. Gesellschaftlich und rechtlich werden queere Familien in Singapur nicht als Familie anerkannt. Bis 2022 galt ein aus der britischen Kolonialzeit stammendes Gesetz, das gleichgeschlechtlichen Sex kriminalisierte. Aktuell ist die gleichgeschlechtliche Ehe noch verboten.

Statt bei heteronormativen Narrativen anzuhalten, was "natürlich“ oder „normal“ sei, zeigt Charmaine Poh vertraute Alltagsrituale in zwischenmenschlicher und naturgebundener Harmonie. Poh wechselt immer wieder zwischen Bildern aus der häuslichen Sphäre und aus der Natur und formt eine stille, zärtliche Vertrautheit von Körper und den Elementen. Durch das Zusammenfließen verschiedener queerer Familiengeschichten zeigt die Videoarbeit, dass im Zentrum von Familie eine gemeinsame, gelebte Praxis aus geteilten Träumen und Ängsten steht; eine intime Verbundenheit.

Zwischen Dokumentation, emotionaler Selbsterzählung und poetischen Bildern changierend, schafft Poh eine sichere softe Hülle inmitten der Natur. Dadurch eröffnet sich ein Raum für das Harte, um verletzlich über elterliche Ängste, den Wunsch nach Zugehörigkeit und den Traum von der eigenen Familie zu sprechen.

Charmaine Poh (*1990, Singapur) lebt und arbeitet in Berlin und Singapur. Nach ihrem Studium in Visual and Media Anthropology an der Freien Universität Berlin begann sie ihre künstlerische Laufbahn mit experimenteller Dokumentarkunst. In der Hoffnung, in ihrer Kunst einen Raum für Verletzlichkeit und hoffnungsvolle Zukunftsvisionen zu schaffen, widmet sich Poh mit einer poetischer Bildsprache Themen wie Identität und sozialen Normen. Ihre Fotografien, Filme und Performance-Arbeiten wurden unter anderem in der Hauptausstellung der Biennale Venedig (2024), in der Tate Modern (2020) oder dem Singapur Art Museum (2023) gezeigt. Für ihre bedeutende künstlerische Position wurde sie 2025 zur Artist of the Year der Deutschen Bank. Im Herbst 2025 werden Charmaine Pohs Werke im Berliner PalaisPopulaire ausgestellt.

Die seit 2010 existierende Studiengalerie 1.357 ist ein Lehr- und Lernprojekt an der Goethe-Universität Frankfurt am Main am Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften. Die Studiengalerie versteht sich als Lehr- und Lernort, in dem durch Kunst aktuelle gesellschaftspolitisch relevante Themen in die Universität hineingetragen werden. Studierende lernen komplexe Thematiken international anerkannter Künstler*innen aufzubereiten. Die Studiengalerie 1.357 ist öffentlich zugänglich und richtet sich sowohl an ein universitäres Publikum als auch an die Frankfurter Öffentlichkeit. https://studiengalerie-1357.de/

Kontakt:
Emma Tomberger, Studiengalerie 1.357, e.tomberger@web.de


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de