​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​​​​ ​ – November 2025

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Pressestelle Goethe-Universität

Theodor-W.-Adorno Platz 1
60323 Frankfurt
presse@uni-frankfurt.de

www.uni-frankfurt.de/de/presse


 

Nov 27 2025
12:28

Studiengalerie 1.357 an der Goethe-Universität zeigt Videoarbeit „Tropenkoller“ (2017) von Marcel Odenbach. 

Kritische Aufarbeitung deutscher Kolonialgeschichte

FRANKFURT. Der Begriff Tropenkoller etablierte sich Ende des 19. Jahrhunderts, um deutsche Kolonialverbrechen zu rechtfertigen. Er aktiviert den rassistischen Mythos einer klimatischen Beeinflussung von Geist und Gesundheit in den Tropen Zentral- und Westafrikas. Die physische und sexuelle Gewalt der deutschen Besatzer wurde gezielt als ein durch den Tropenkoller ausgelöster “Kontrollverlust“ relativiert. Marcel Odenbach wählt den Begriff als Titel seiner zwei-Kanal-Videoinstallationen Tropenkoller (2017), die ab dem 3. Dezember in der Studiengalerie 1.357 an der Goethe-Universität zu sehen ist.  

Am Beispiel von Togo konfrontiert der Künstler darin koloniales Archivmaterial aus dem Jahre 1913 mit gegenwärtigen Aufnahmen der Hauptstadt Togos, Lomé. Es geht Odenbach um die kritische Auseinandersetzung mit der Kontinuität deutscher Kolonialverbrechen und ihre Verleugnung durch den white gaze (weißer Blick) – die ursprüngliche Funktion des Tropenkollers. Die Collage von Vergangenheit und Gegenwart entsteht in Kollaboration mit dem togolesischen Organisation WoeLab, dass im Kollektiv urbane Projekte in Lomé verwirklicht. 

Ausstellungseröffnung Studiengalerie 1.357:
Marcel Odenbach, Tropenkoller – Topical Frenzy, 2017, 
Courtesy Galerie Gisela Capitain
3.12.2025, 20.00 Uhr, 
IG-Farben-Haus, Raum 1.357

Marcel Odenbach (* 7. Juli 1953 in Köln) ist ein deutscher Videokünstler, Collagist und gelernter Architekt. Seine Arbeit umfasst eine intensive Auseinandersetzung mit der Verdrängung und den Bildpolitiken der deutschen Kolonialgeschichte und NS-Zeit. Odenbach lebt aktuell in der Stadt Biriwa, Ghana, die zeitweise immer wieder zu seiner Wahlheimat wird. Seine Arbeiten befinden sich in zahlreichen Sammlungen wie dem MoMA, New York, dem Centre Pompidou, Paris, dem Hamburger Bahnhof, Berlin, und dem MMK, Frankfurt. Zu Odenbachs jüngsten Ausstellungen zählt die Retrospektive „So oder so“ (2023) im K21, sowie zahlreiche internationale Ausstellungen wie in der National Gallery of Modern Art (Mumbai 2019) und dem MAIIAM- Contemporary Art Museum, Chiang Mai (2022). Im Jahre 2021 wurde der Künstler mit dem Wolfgang Hahn Preis ausgezeichnet.

STUDIENGALERIE 1.357
Öffnungszeiten im Semester: Montag bis Donnerstag 12–17 Uhr, freier Eintritt.
Goethe-Universität, Campus Westend, IG-Farben-Haus, Norbert-Wollheim-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main.

Die seit 2010 existierende STUDIENGALERIE 1.357 ist ein Lehr- und Lernprojekt an der Goethe-Universität Frankfurt am Main am Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften. Die Studiengalerie versteht sich als Lehr- und Lernort, in dem durch Kunst aktuelle gesellschaftspolitisch relevante Themen in die Universität hineingetragen werden. Studierende lernen komplexe Thematiken international anerkannter Künstler*innen aufzubereiten. Die Studiengalerie 1.357 ist öffentlich zugänglich und richtet sich sowohl an ein universitäres Publikum als auch an die Frankfurter Öffentlichkeit. studiengalerie.uni-frankfurt.de    

Kontakt: Emma Tomberger, Studiengalerie 1.357, e.tomberger@web.de 

Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Nov 26 2025
20:00

300 Teilnehmende gehen auf der länderübergreifenden Konferenz neue Wege in die digitale Zukunft. 

#EduNext25 zeigt Zukunftsperspektiven für Digitalisierung und KI in der Hochschullehre

FRANKFURT. Rund 300 Teilnehmende aus Hessen und weiteren Bundesländern kamen am 26. November auf der länderübergreifenden Konferenz #EduNext25 zusammen, die zum ersten Mal auf dem Campus Westend der Goethe-Universität stattfand. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, dass Hochschulen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz als zentrale Treiber einer umfassenden Transformation von Studium und Lehre begreifen. Ausgerichtet von studiumdigitale, der zentralen Innovationseinheit für technologiegestütztes Lehren und Lernen an der Goethe-Universität, in Kooperation mit dem Verbundprojekt HessenHub und dem QuiS-Programm stand der Tag ganz im Zeichen von Austausch, Vernetzung und zukunftsweisenden Impulsen.

Wissenschaftsminister Gremmels unterstreicht Bedeutung gemeinsamer Strategien
In ihrem Grußwort betonte die Vizepräsidentin für Studium und Lehre Prof. Dr. Viera Pirker den fortschreitenden Wandel in der Hochschulbildung: „Digitalisierung und KI prägen Lehren und Lernen heute grundlegend. Unsere Aufgabe ist es, Studierende mit Wissen, Urteilsfähigkeit und einem verantwortungsbewussten Umgang mit KI auf die Zukunft vorzubereiten.“ Pirker hob hervor, wie die Goethe-Universität diese Entwicklungen strukturell begleitet – etwa mit der statusgruppenübergreifenden AG Generative KI, dem AI-ToolLab sowie umfassenden Qualifizierungsangeboten für Lehrende und Studierende. studiumdigitale nehme dabei eine zentrale Rolle als Brückenbauer zwischen Technologie und Didaktik ein.

Wissenschaftsminister Timon Gremmels knüpfte an diese Perspektiven an und unterstrich die Bedeutung gemeinsamer strategischer Entwicklungen: „Digitalisierung und KI eröffnen enorme Potenziale für Innovation und Lernqualität. Entscheidend für ihre nachhaltige Wirkung sind stabile Rahmenbedingungen, langfristige Investitionen und die enge Zusammenarbeit aller Akteurinnen und Akteure. Daher unterstützen wir durch unser Förderprogramm ‚Qualität in Studium und Lehre in Hessen' die Studierenden dabei, KI-Systeme zu verstehen, kritisch zu bewerten und kompetent zu nutzen.“ Im Anschluss an die Grußworte leitete Prof. Dr. Hendrik Drachsler, Direktor von studiumdigitale, zum ersten Programmpunkt, der EduConnect, über.

Konkrete Zukunftsszenarien: KI-Agenten, immersive Lernwelten und Gamification
Beim Rundgang durch die Ausstellungsmesse EduConnect erhielt Minister Gremmels Einblicke in Innovationsprojekte aus den Förderprogrammen HessenHub und QuiS. Am Stand der Goethe-Universität präsentierte Dr. David Weiß, Leiter der universitätsweiten AG Generative KI von studiumdigitale, spezialisierte KI-Agenten, die Studierende im Lernprozess unterstützen oder bei der Umsetzung von Barrierefreiheit zum Einsatz kommen. Darauf folgte eine Demo des Verbundprojekts „fuels“, bei der Projektkoordinatorin Dr. Ulrike Mascher (studiumdigitale) immersive Szenarien zu Demokratiebildung und politischer Partizipation zeigte: Der Minister besuchte mithilfe von Virtual Reality (VR) den Plenarsaal des EU-Parlaments. Im Rahmen VR-gestützter Planspiele schlüpfen Studierende in die Rolle von EU-Abgeordneten und verbessern so ihre Argumentations- und Debattierfähigkeiten. Zum Abschluss des Rundgangs demonstrierte Julia Geißler (Hochschule RheinMain) Gamification-Ansätze, die im Rahmen des HessenHub-Verbunds entstanden sind und die Lernmotivation auf spielerische Weise fördern.

Kontroverse Thesen und bundesländerübergreifende Perspektiven
Im Panel „Strategische Allianzen für die Lehre der Zukunft: Wie gehen die Länder mit KI um?“ diskutierten Paulina Rinne (HessenHub, Philipps-Universität Marburg), Prof. Dr. Konrad Faber (Virtueller Campus Rheinland-Pfalz) und Dr. Peter Salden (Zentrum für Wissenschaftsdidaktik, Ruhr-Universität Bochum) zentrale Thesen aus Hochschul- und Landesperspektive. Im Stile einer Oxford-Debatte wurden unterschiedliche Positionen deutlich – etwa zur Frage, wie stark KI-Systeme reguliert werden sollten oder welche Rolle strategische Allianzen für eine erfolgreiche KI-Integration einnehmen können. Interaktive Publikumsabstimmungen zeigten, wie vielschichtig, dynamisch und hoch relevant die Diskussion um KI in der Hochschullehre ist.

Ein didaktischer Kompass für KI-Entscheidungen
Mit ihrer Keynote gab Prof. Dr. Gabi Reinmann (Universität Hamburg) den Teilnehmenden einen didaktischen Orientierungsrahmen an die Hand. Sie zeigte, wie sich das Verhältnis von KI und Didaktik bestimmen lässt, welche Einsatzformen pädagogisch sinnvoll sind und wie sich die überwältigende Zahl an KI-Anwendungen mithilfe einiger idealtypischer Nutzungsmodi systematisieren und besser überblicken lässt. Dabei wurde immer wieder klar: KI sollte nicht technikgetrieben, sondern didaktisch reflektiert in die Lehre integriert werden.

Best-Practices aus ganz Deutschland
Das Konferenzprogramm wurde durch zahlreiche Workshops, Vorträge und Stände im Rahmen der Explore the Future-Sessions ergänzt. Die Themen reichten von KI-Kompetenzmodellen und Reifegradinstrumenten über 3D-Scanning und VR/AR-Anwendungen bis hin zu Barrierefreiheit und digitalen Prüfungen. Die praxisnahen Beiträge verdeutlichten einmal mehr, wie vielfältig und kreativ Hochschulen deutschlandweit an innovativen Lehr- und Lernangeboten arbeiten.

Austausch, Ausklang und Ausblick
Zum Abschluss der #EduNext25 dankte das Leitungsteam von studiumdigitale – Prof. Dr. Alexander Tillmann, Dr. Sarah Voß-Nakkour und Dr. David Weiß – allen Beteiligten für ihr Engagement. Beim gemeinsamen Get-together setzte sich der offene Austausch des Konferenztages fort – verbunden mit einem informellen Anstoßen auf 20 Jahre studiumdigitale, das seit 2005 zentraler Motor digitaler Hochschulentwicklung an der Goethe-Universität ist.

Kontakt: 
Franziska Pleßke, studiumdigitale, Tel. +49 (0) 173 320 95 73, plesske@sd.uni-frankfurt.de;
Dr. Ulrike Mascher, studiumdigitale, Tel. +49 (0) 174 269 23 84, mascher@sd.uni-frankfurt.de;

Allgemeine Anfragen: edunext25@studiumdigitale.uni-frankfurt.de

Bilder zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/180939541

Bildtexte: 
Bild 1: Eröffnung der #EduNext (von links nach rechts): VP Prof. Dr. Stephanie Hanrath (THM), Prof. Dr. Hendrik Drachsler (Direktor studiumdigitale), Minister Timon Gremmels, VP. Prof. Dr. Viera Pirker (Goethe-Universität), VP Prof. Dr. Yvonne Zimmermann (Philipps-Universität Marburg)
Bild 2: Am Stand der Goethe-Universität präsentiert Dr. David Weiß (studiumdigitale) spezialisierte KI-Agenten zur Lernunterstützung.
Bild 3: Minister Gremmels besucht mithilfe von Virtual Reality (VR) den Plenarsaal des EU-Parlaments, der im Rahmen des QuiS-Verbundprojekts fuels zum Einsatz kommt.
Bild 4: Auf der EduConnect präsentieren sich die hessischen Hochschulen, hier z.B. Gamification-Ansätze, die im Rahmen des HessenHub-Verbunds entstanden sind.
Fotos: Uwe Dettmar


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Nov 26 2025
14:57

Um die bewährte Zusammenarbeit auch weiterhin auf ein solides Fundament zu stellen, schließen beide Institutionen einen Vertrag, der allen an Weiterbildung Interessierten und insbesondere Senior*innen den aktiven Zugang zu Bildungs- und Forschungsangeboten ermöglichen soll. 

Goethe-Universität und Universität des 3. Lebensalters schließen Kooperationsvertrag

FRANKFURT. Die Goethe-Universität arbeitet bereits seit über vier Jahrzehnten eng mit der Universität des 3. Lebensalters zusammen. Als eine der größten Einrichtungen für wissenschaftliche Weiterbildung, vornehmlich von Menschen im Ruhestand, leistet die U3L einen wesentlichen Beitrag dazu, die Goethe-Universität als Zentrum des lebenslangen Lernens zu positionieren, als Bildungsraum für alle Generationen zu gestalten und das Selbstverständnis als Bürgeruniversität zu stärken – als Ort des Dialogs zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Gesellschaft. 

Nun wird die Zusammenarbeit von Goethe-Universität und U3L auf eine vertraglich klar geregelte Basis gestellte. Universitätspräsident Prof. Enrico Schleiff und der Vorsitzende der U3L Prof. Markus Wriedt unterzeichneten heute den Kooperationsvertrag. Ebenfalls zugegen waren die Vizepräsidentin für Chancen, Karriereentwicklung, Karriereförderung, Diversität und Gleichstellung, Prof. Sabine Andresen, U3L-Vorstandsmitglied Prof. Frank Oswald sowie die Geschäftsführerin der U3L, Dr. Mayte Zimmermann. 

Ziel der Kooperation ist es, allen an Weiterbildung Interessierten und insbesondere Senior*innen den Zugang zu wissenschaftlicher Bildung zu eröffnen, diesen zu sichern und ihre aktive Mitwirkung an Forschungs- und Lehraktivitäten zu gewährleisten. Im Mittelpunkt steht das gemeinschaftliche Engagement der Kooperationspartner für lebenslanges Lernen, realisiert durch eine breite Palette fachübergreifender Bildungsangebote und Programme sowie durch die gezielte Verknüpfung unterschiedlicher Disziplinen. Auf dieser Grundlage schaffen die Partner zusammen ein Lernumfeld, das kontinuierliche Weiterbildung und lebenslanges Lernen unter Berücksichtigung von Diversität ermöglicht. Der Vertrag regelt unter anderem den finanziellen Rahmen für die Überlassung von Räumlichkeiten und digitalen Ressourcen. 

Prof. Enrico Schleiff: Wir als Goethe-Universität sind stolz auf die Leistungen der Universität des 3. Lebensalters in den letzten vier Jahrzehnten, in denen sie vielen Menschen aller Generationen mehr als nur Einblicke in die wundervolle Welt des Wissens ermöglichte. Ich freue mich, dass wir als Goethe-Universität die langjährige gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der U3L nun klar und verbindlich vertraglich geregelt haben. Gemeinsam schaffen wir einen Bildungsraum für alle an lebenslangem Lernen Interessierten und leisten damit einen wichtigen Beitrag für eine Gesellschaft, die Zugang zu Wissen als etwas Selbstverständliches erfahren und erleben darf.  

Prof. Sabine Andresen: „Mit dem heute unterzeichneten Kooperationsvertrag erneuern und bekräftigen wir unsere gemeinsame Antwort auf die Frage, welchen Wert die Wissenschaft für die Weiterbildung älterer Menschen hat und umgekehrt. Als Goethe-Universität verstehen wir uns als Raum der Interaktion mit und Innovation durch die Gesellschaft – als Ort des lebenslangen Lernens – als Bildungsraum für alle Generationen.
Die U3L eröffnet diese Räume an unserer Uni mithilfe eines Bildungsverständnis, das weder nach Alter, Abschlüssen oder Credit Points fragt, sondern auf Bildung als Form gesellschaftlicher Teilhabe setzt. Wir schätzen Ihr Engagement an unserer Seite sehr hoch und freuen uns, dies nun auch mit diesem Kooperationsvertrag zum Ausdruck zu bringen!“

Prof. Dr. Markus Wriedt: „Wir sind sehr dankbar, nunmehr eine verlässliche und in die gemeinsame Zukunft weisende Vereinbarung mit der Goethe-Universität haben. Die Universität des 3. Lebensalters e.V. ist eine, wenn nicht die größte Einrichtung in Europa, die sich der akademischen Bildung in der nachberuflichen Lebensphase im Sinne des „Lebenslangen Lernens“ zur Aufgabe gemacht hat - pro Jahr studieren hier mehr als 5500 Studierende in etwa 250 Lehrveranstaltungen und erwerben kompetentes Wissen von ca. 90 Lehrenden unterschiedlicher Fachrichtungen.“ 

Dr. Mayte Zimmermann: „Für uns bedeutet der Vertragsabschluss nicht nur eine Anerkennung der heute und in den letzten 40 Jahren geleisteten Arbeit, sondern auch ein starkes Zeichen der Partnerschaft zwischen der Goethe-Universität und der U3L für die Zukunft. Wir erhoffen uns eine sichtbare und dauerhafte Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität zum beiderseitigen Nutzen. Dazu gehört die wissenschaftliche Ausrichtung unserer Lehre, gemeinsame Veranstaltungen von Regelstudierenden und U3L-Studierenden und das Angebot zukunftsweisender Unterrichtsformate, auch in Zeiten von knappen Ressourcen und Räumen.“ 

Bild zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/180939276

Bildtext: Bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages (v. l. n. r.): Dr. Mayte Zimmermann, Prof. Dr. Markus Wriedt, Prof. Dr. Enrico Schleiff u. Prof. Dr. Sabine Andresen. Foto: Jürgen Lecher 

Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Nov 25 2025
11:17

Panels zum Generationenwechsel im Fach und zu Strategien der Zukunft

Verbund Archäologie Rhein-Main (VARM) trifft sich an Goethe-Universität

FRANKFURT. „Perspektiven für die Zukunft“ – unter diesem Motto findet die Jahrestagung des Verbunds Archäologie Rhein-Main 

am Freitag, 5. Dezember, von 9 bis 19:30 Uhr
im Casino-Gebäude auf dem Campus Westend der Goethe-Universität


statt. In verschiedenen Veranstaltungsformaten – Podiumsdiskussion, Poster-Session, Strategiepanel – werden aktuelle Fragen der Archäologie im Rhein-Main-Gebiet erörtert. Am Abend wird der Eduard-Anthes-Preis für zwei herausragende Dissertationen zur Vor- und Frühgeschichte des deutschen Mittelgebirgsraumes verliehen.

Vor zehn Jahren, also im Jahr 2015, ist der Verbund Archäologie Rhein-Main (VARM) gegründet worden. Er hat die Aufgabe, die vielfältigen archäologischen Aktivitäten im Rhein-Main-Gebiet zusammenzuführen, und bietet Altertumswissenschaftlern und Altertumswissenschaftlerinnen eine Plattform für fachlichen Austausch und gemeinsame Forschung. Außer den drei Rhein-Main-Universitäten (Goethe-Universität Frankfurt, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und TU Darmstadt) gehören ihm an: die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, das Landesamt für Denkmalpflege Hessen, das Leibniz-Zentrum für Archäologie Mainz und die Römisch-Germanische Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts Frankfurt. Im Rahmen der Jahrestagung wird mit dem Beitritt der Stadtarchäologie Frankfurt ein weiteres Mitglied in den Verbund aufgenommen. Für die RMU-Universitäten ergibt sich in der Kooperation mit dem archäologischen Verbund ein reichhaltiges Lehr- und Fortbildungsangebot, welches auch außeruniversitäre Partner umfasst.

Die diesjährige Tagung des VARM fokussiert auf die Zukunft des Faches. „Perspektivwechsel: Archäologie der nächsten Generation“ lautet der Titel der Diskussionsveranstaltung am Vormittag, an der Expertise aus Forschungsinstitutionen, dem Denkmalschutz, aus Museen, Landesbehörden, Universitäten und Studierendenschaft beteiligt sind. Im Strategiepanel am Nachmittag geht es unter dem Titel „Archäologie sichtbar machen: Strategien der Zukunft“ um die Relevanz von Archäologie in der Gesellschaft. 

Zudem wird im Rahmen der Tagung gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, der hessenArchäologie und dem Verein von Altertumsfreunden im Regierungsbezirk Darmstadt e.V. der Eduard-Anthes-Preis verliehen. Mit dem mit 7.500 Euro dotierten, ältesten deutschen Archäologiepreis werden herausragende wissenschaftliche Arbeiten ausgezeichnet, die archäologische Themen aus dem deutschen Mittelgebirgsraum zwischen Neckarmündung und Norddeutscher Tiefebene behandeln. Den Preis erhalten in diesem Jahr Dr.-Ing. Birgit Nennstiel für ihre Arbeit über hölzerne Großbauten der frühen Kaiserzeit und Dr. Roman Zabolotnîi für seine Arbeit über die Wüstung von Wetzlar-Dalheim.


Die Veranstaltung ist öffentlich, die Teilnahme kostenlos; um eine Anmeldung wird gebeten und https://www.eventbrite.de/e/varm-2025-tickets-1537347510789.

Das Programm finden Sie unter https://varm.hypotheses.org/files/2025/11/VARM-Programm-2025-8seiter.pdf


Information:
Prof. Dr. Dirk Wicke
Vorderasiatische Archäologie 
Institut für Archäologische Wissenschaften
Goethe-Universität Frankfurt 
Telefon +49 (0)69 798-32317 
E-Mail: wicke@em.uni-frankfurt.de
Auf Instagram: www.instagram.com/goethesarchaeology/

Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Nov 21 2025
14:02

DFG bewilligt neuen SFB zur Bildungsgerechtigkeit / Förderung dreier naturwissenschaftlicher SFB-Transregios an der Goethe-Universität wird fortgesetzt

Erster Sonderforschungsbereich in den Erziehungswissenschaften

Die Goethe-Universität hat einen neuen Sonderforschungsbereich – und zwar einen ganz besonderen: Unter dem Namen [in:just] geht erstmals ein erziehungswissenschaftlicher SFB (SFB 1750) an den Start. Erforscht werden soll, wie es um Gerechtigkeit und Teilhabe im deutschen Bildungs- und Erziehungssystem steht. Außerdem bewilligt wurde die Fortsetzung dreier Transregio-SFB (TRR), an denen Forschende der Goethe-Universität maßgeblich beteiligt sind. Dabei geht es um die mathematische Beschreibung komplizierter geometrischer Räume (TRR 326), um Materie unter Extrembedingungen (TRR 211) und um die Erforschung der Tropopausenregion der Atmosphäre in sieben bis 17 Kilometern Höhe (TRR 301).

FRANKFURT. Universitätspräsident Prof. Enrico Schleiff gratuliert den beteiligten Forscherinnen und Forschern zum erfolgreichen Antrag: „Ein neuer Sonderforschungsbereich ist eine sehr erfreuliche Nachricht für die Goethe-Universität - und in diesem Fall für die Bildungsgerechtigkeit in unserem Land! Mir ist bewusst, wieviel Energie, Kreativität und Ausdauer für ein solches Großprojekt schon im Voraus erforderlich sind. Aber es hat sich gelohnt! Und es muss dringend erforscht werden, warum die Bildungschancen in Deutschland offenbar immer noch nicht gerecht verteilt sind. Für Ihre spannende und wichtige Forschung wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg. Und dass gleich drei Verlängerungen für unsere Transregios bewilligt wurden, bestätigt die Qualität unserer Forschung in den Naturwissenschaften und der Mathematik und stärkt unsere Forschungsmöglichkeiten auch innerhalb der Rhein-Main-Universitäten.“

Die Beteiligungsmöglichkeiten an Bildung nehmen seit 50 Jahren zu. Einerseits. Andererseits bestehen nach wie vor große Ungleichheiten, wer davon auf welche Weise profitiert. Insbesondere Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Elternhäusern, aus migrantischen Familien und solche mit Behinderungen und/oder sonderpädagogischen Förderbedarfen werden oft nicht ausreichend beteiligt. Diese Widersprüchlichkeit im demokratischen Gerechtigkeitsversprechen schwächt das Vertrauen in Bildungseinrichtungen.

Der neue Sonderforschungsbereichs [in:just] 1750 an der Goethe-Universität wird die Ursachen und Hintergründe dieser nach wie vor bestehenden Ungleichheit untersuchen. Dafür erhält der Verbund für die nächsten drei Jahre und neun Monate insgesamt 14 Millionen Euro. 31 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus so unterschiedlichen Disziplinen wie Erziehungswissenschaften, Soziologie, Philosophie, Politik- und Rechtswissenschaft, Humangeographie und Informatik bilden einen interdisziplinären Verbund unter Federführung der Erziehungswissenschaften. Als Sprecherinnen fungieren Prof. Merle Hummrich und Prof. Vera Moser, beide sind am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität tätig. Merle Hummrich hat den Schwerpunkt Jugend und Schule, Vera Moser widmet sich auf der Kathrin- und Stefan-Quandt-Stiftungsprofessur vor allem der Inklusionsforschung. 

Aus unterschiedlichen Perspektiven sollen institutionalisierte Teilhabe- und Teilnahmeprozesse von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Erziehungs- und Bildungssystem unter die wissenschaftliche Lupe genommen werden. Dabei geht es etwa um Unterricht vor dem Hintergrund von Mehrsprachigkeit oder angenommener schülerseitiger ‚Verhaltensstörungen', aber auch um das Prozedere von Inobhutnahmen von Kindern und Jugendlichen sowie unbegleiteten Minderjährigen Geflüchteten, um die Auswirkungen von Gentrifizierungen auf die Qualität regionaler Bildungsangebote, um die Einspruchsmacht von Sorgeberechtigten und auch um computergestützte Entscheidungsprozesse, die vergleichend im Erziehungs- und Rechtssystem untersucht werden sollen. Auch international vergleichende Forschungen in Bezug auf die Implementation der UN-Behindertenrechtskonvention, Kinderrechte und intersektionale Differenzierungsprozesse gehören zum Forschungsprogramm.

Der SFB 1750 [in:just] ist der erste im Kern erziehungswissenschaftliche Sonderforschungsbereich, den die DFG fördert. „Angesichts der erheblichen gesellschaftlichen Krisen und Herausforderungen sind wir sehr dankbar für diese große Chance, das Aufwachsen von Kindern und jungen Menschen interdisziplinär und kooperativ beforschen zu können“, sagt Prof. Merle Hummrich. „Mir ist besonders wichtig zu untersuchen, wie menschenrechtliche Normen sich auf den Alltag junger Menschen auswirken“, betont Inklusionsexpertin Prof. Vera Moser.


SFB-Transregios werden fortgesetzt
Außerdem gab die DFG bekannt, dass folgende SFB-Transregios fortgesetzt werden, an denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität maßgeblich beteiligt sind:

Wie lassen sich hochkomplexe geometrische und arithmetische Strukturen durch einfachere Räume beschreiben? Dieser Frage widmet sich der TRR 326 „Geometrie und Arithmetik uniformisierter Strukturen“, der nun mit einem Fördervolumen von 13,7 Millionen Euro in seine zweite Förderphase geht. Die Mathematikerinnen und Mathematiker nutzen das Prinzip der mathematischen „Uniformisierung“, das Ordnung im Komplexen schafft: Schwer greifbare Räume aus der modernen Geometrie und Arithmetik werden durch einfachere Modelle ersetzt, ohne ihre wesentliche Gestalt zu verändern. Ein anschauliches Beispiel bietet die Oberfläche eines Rettungsrings (eine elliptische Kurve): Eine Ameise, die auf dieser Oberfläche lebt, kann entweder längs oder quer auf Rundreise gehen und kommt jeweils zum Ausgangspunkt zurück. Dieses Verhalten findet sich in der Uniformisierung wieder, die durch eine mit einem Gitternetz überzogene Ebene dargestellt wird – die Gitterlinien beschreiben die ins Unendliche verlängerten Reiserouten der Ameise. So transformiert offenbaren sich verborgene Symmetrien, und Fragestellungen an der Schnittstelle von Geometrie und Zahlentheorie werden beherrschbar und beantwortbar.

Beteiligt sind die Goethe-Universität Frankfurt als Sprecheruniversität, die Technische Universität Darmstadt und die Universität Heidelberg. Partner sind die Johannes Gutenberg-Universität Mainz – die zusammen mit Frankfurt und Darmstadt den Verbund der Rhein-Main-Universitäten (RMU) bildet – sowie die Universität Hannover und die Universität Münster.

Sprecher: Prof. Dr. Jakob Stix (Goethe-Universität Frankfurt)
Stv. Sprecher: Prof. Jan Hendrik Bruinier (TU Darmstadt), Prof. Alexander Schmidt (Universität Heidelberg)
Website:https://crc326gaus.de/

Materie unter so extremen Bedingungen, dass sogar Protonen und Neutronen auseinanderbrechen – damit beschäftigt sich der TRR 211 „Stark wechselwirkende Materie unter extremen Bedingungen“, dessen dritte Förderphase bewilligt wurde. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen, was geschieht, wenn Materie so stark erhitzt und komprimiert wird, dass ihre fundamentalen Bausteine – Quarks und Gluonen – freigesetzt werden. Solche Zustände lassen sich für Sekundenbruchteile in Teilchenbeschleunigern erzeugen und treten im All auf, etwa bei der Verschmelzung von Neutronensternen. Die Erkenntnisse helfen, die starke Kernkraft besser zu verstehen, die alles im Innersten zusammenhält. Neben der Goethe-Universität Frankfurt sind die TU Darmstadt und die Universität Bielefeld beteiligt.

Sprecher: Prof. Dr. Sören Schlichting (Universität Bielefeld)
Stv. Sprecher*innen: Prof. Dr. Hannah Elfner (Goethe-Universität Frankfurt), Prof. Dr. Guy Moore (TU Darmstadt)
Website: https://crc-tr211.org/

Die Untersuchung einer Zone in der Atmosphäre, die die untere „Wetterschicht“ (Troposphäre) von der darüber liegenden Stratosphäre trennt, die Tropopausenregion, ist Forschungsthema des TRR 301 „Die Tropopausenregion in einer Atmosphäre im Wandel“. Der Forschungsfokus liegt hier auf den physikalischen und chemischen Prozessen dieser Region und deren Einfluss auf die planetare Zirkulation und das Klima. Im Rahmen des TRR 301 nahmen Forschende der Goethe-Universität zum Beispiel an der Flugzeug-Messkampagne zu den Oxidationsprozessen in der Atmosphäre (CAFE) teil und konnten so aufklären, wie der Amazonas-Regenwald als Wolkenmaschine funktioniert. Hauptstandorte des TRR 301 sind die Johannes Gutenberg-Universität Mainz und die Goethe-Universität Frankfurt. Partner sind ferner die Technische Universität Darmstadt, die Ludwig-Maximilians-Universität München, das Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz, das Forschungszentrum Jülich sowie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Weßling.

Sprecher: Prof. Dr. Peter Hoor, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, hoor@uni-mainz.de
Stv. Sprecher: Prof. Dr. Joachim Curtius, Goethe-Universität Frankfurt, curtius@iau.uni-frankfurt.de

Website: https://tpchange.de/
"Amazonas als Wolkenmaschine": https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/der-amazonas-regenwald-als-wolkenmaschine-wie-gewitter-und-pflanzen-ausduenstungen-kondensationskeime-erzeugen/



Pressemitteilung der DFG: https://www.dfg.de/de/service/presse/pressemitteilungen/2025/pressemitteilung-nr-37



Weitere Informationen

Prof. Dr. Merle Hummrich (SFB 1750)
Institut für Pädagogik der Sekundarstufe
Goethe-Universität Frankfurt 
Telefon: 069 798 -36323
E-Mail: m.hummrich@em.uni-frankfurt.de 

Prof. Dr. Vera Moser (SFB 1750)
Institut für Sonderpädagogik
Goethe-Universität Frankfurt 
Telefon: 069 798 - 36394
E-Mail:v.moser@em.uni-frankfurt.de

Prof. Dr. Jakob Stix (TRR326)
Institut für Mathematik
Goethe-Universität Frankfurt 
Telefon: 069 798 - 22309
E-Mail: stix@math.uni-frankfurt.de

Prof. Dr. Hannah Elfner (TRR211)
Institut für Theoretische Physik
Goethe-Universität Frankfurt
Telefon: 069 798 - 47652
E-Mail: elfner@itp.uni-frankfurt.de

Prof. Dr. Joachim Curtius (TRR301)
Institut für Atmosphäre und Umwelt
Goethe-Universität Frankfurt
Telefon: 069 798 - 40258
E-Mail: curtius@iau.uni-frankfurt.de

Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Nov 20 2025
15:11

Gute Noten, aber auch soziales Engagement sind Voraussetzungen für das Deutschlandstipendium / 620 Stipendiat*innen können sich in diesem Jahr über eine Förderung freuen.

Höchstgrenze geknackt: Goethe-Universität beim Einwerben von Deutschlandstipendien erneut sehr erfolgreich

Bereits im letzten Jahr konnte die 600er-Marke überschritten werden, auch in diesem Jahr ist das wieder gelungen. Und wieder einmal erwiesen sich Privatpersonen, Unternehmen und Institutionen gleichermaßen als sehr spendenfreudig. Bei der diesjährigen Vergabefeier am 19. November trafen Stipendiat*innen und Förderer*innen beim geselligen Get-together zusammen, eine Kunstauktion sorgte für riesiges Interesse – und das Stipendienprogramm erhält dadurch vielleicht sogar noch eine zusätzliche Einnahmequelle. 

FRANKFURT. Das Deutschlandstipendium ist eine hervorragende Möglichkeit für Studierende, finanziell unterstützt zu werden, während sie sich gleichzeitig auf ihre akademische Laufbahn konzentrieren. In diesem Jahr erhalten 620 talentierte Studierende der Goethe-Universität die Chance, von dem staatlich geförderten Stipendienprogramm zu profitieren. Erstmals wurde in diesem Jahr die an den Studierendenzahlen orientierte jährliche Höchstgrenze laut Stipendienprogramm-Gesetz – 2025 sind dies an der Goethe-Universität 617 Stipendien – überschritten. Die darüber hinaus gehenden Stipendien müssen beim Land beantragt werden und stammen aus dem frei gebliebenen Stipendienkontingent anderer hessischer Hochschulen. 

Die Auswahl der Stipendiat*innen erfolgt unter anderem durch Juror*innen aus den 16 Fachbereichen der Universität. Eine der zentralen Voraussetzungen für den Erhalt des Deutschlandstipendiums sind gute Noten. Neben den akademischen Leistungen wird aber auf nicht unerhebliche Weise das Engagement der Studierenden in Betracht gezogen. Dieses Engagement ist nicht nur wertvoll für die Gesellschaft, sondern fördert auch wichtige Fähigkeiten wie Teamarbeit, Verantwortungsbewusstsein und Empathie, die im Berufsleben von großer Bedeutung sind. 

Chancenvielfalt wird beim Deutschlandstipendium großgeschrieben: 32 Prozent der Stipendiat*innen haben einen Migrationshintergrund, 16 Prozent einen ausländischen Pass. 14 Prozent erhalten Bafög, 41 Prozent sind Erstakademiker (in ihrer Familie). Über die finanzielle Unterstützung hinaus erhalten die Stipendiat*innen im sogenannten Young Leadership Programm die Chance, sich persönlich und fachlich weiterzuentwickeln. Dazu gehört die individuelle Förderung in Projektteams ebenso wie studienbegleitende Programme und Angebote, wie zum Beispiel Seminare, Workshops, Best-Practice-Vorträge und Netzwerke. Gemeinsam mit Kommiliton*innen aus unterschiedlichen Fächern und Studiengängen arbeiten die Stipendiaten in Projektteams an innovativen Ideen und werden dabei von außeruniversitären Mentor*innen begleitet.

Die Vergabefeier war in diesem Jahr von einem ebenso vielfältigen wie unterhaltsamen Rahmenprogramm geprägt. Die Vizepräsidentin für Studium und Lehre, Prof. Viera Pirker, begrüßte die Gäste und bedankte sich bei allen Förder*innen und Unterstützer*innen des Deutschlandstipendiums. Pirker wandte sich in ihrer Rede an die neuen Stipendiat*innen und betonte: „Sie bauen die Zukunft unserer Gesellschaft.“ Sie freue sich, dass die Universität die Studierenden auf ihrem Weg dorthin begleiten könne.  

Einen unterhaltsamen Impulsvortrag der ganz anderen Art bot danach Alumnus und Stand-Up Comedian Jakob Schwerdtfeger zum Thema „Meisterwerk“. Schwerdtfeger, der an der Goethe-Universität Kunstgeschichte studiert hat, begeisterte vor allem mit einem von ihm gerappten Song, der auf Begriffen basierte, die ihm das Publikum spontan zugerufen hatte.  

Kunst war in diesem Jahr ohnehin ein großes Thema beim Deutschlandstipendium: Im Rahmen des Formats „Vernissage“ konnten auf der Veranstaltung Kunstwerke betrachtet werden, die über eine Online-Auktion, die das Kunst- und Auktionshaus Wilhelm Döbritz (Frankfurt) bereitgestellt hat, noch bis zum 1. Dezember ersteigert werden können. Die Werke und damit die erzielten Erlöse werden dem Deutschlandstipendium gespendet. Unter den Kunstwerken sind sechs von Studentinnen des Instituts für Kunstpädagogik, zwei von Dr. Manfred Fuchs und eines von Ottmar Hörl. Hörls „Weiße Rose“ wurde in der Coronazeit angeschafft und finanziert durch die Biotest AG.

Seit 2011 wurden an der Goethe-Universität insgesamt 7.972 Stipendien vergeben. Nach dem Prinzip des Matching wird die von der Goethe-Universität eingeworbene Summe für Deutschlandstipendiaten vom Bundesministerium für Bildung und Forschung jedes Jahr verdoppelt. Im Jahr 2025 haben 280 Privatpersonen, 45 Unternehmen und 52 NPOs die Gesamtsumme von 1.116.000 Euro für die Goethe-Universität gespendet; mit den Mitteln des Bundes stehen den Stipendiat*innen demnach 2.232.000 Euro zur Verfügung. 

Bild zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/180582545 

Bildtext: Deutschlandstipendium an der Goethe-Universität: In diesem Jahr erhalten 620 Stipendiat*innen eine Förderung. 280 Privatpersonen, 45 Unternehmen und 52 NPOs haben die Gesamtsumme von 1.116.000 Euro gespendet. Foto: Uwe Dettmar

Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de 

 

Nov 19 2025
14:41

Goethe-Universität präsentiert ersten Band des Gedenkbuchs der Synagogen und jüdischen Gemeinden in Hessen / Internationale Konferenz über ländliches Judentum vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert

Zerbrechliche Nachbarschaft

FRANKFURT.„Landjudentum: Aspekte jüdisch-nichtjüdischer Nachbarschaften im ländlichen Raum sei dem Mittelalter“ – unter diesem Titel findet an der Goethe-Universität

von Sonntag, 23. November, bis Dienstag, 25. November 2025
im PA-Gebäude (Sonntag) und Casino-Gebäude (Montag und Dienstag)
auf dem Campus Westend der Goethe-Universität

eine internationale Konferenz statt, organisiert vom Buber-Rosenzweig-Institut für jüdische Geistes- und Kulturgeschichte der Moderne und Gegenwart und mehreren Partnern.

Noch bis weit ins 19. Jahrhundert lebte die Mehrheit der Jüdinnen und Juden in Deutschland auf dem Land. In den Dörfern und kleinen Städten hatte sich über die Jahrhunderte hinweg eine vielfältige jüdische Kultur, Ökonomie und Topographie entwickelt, die in enger räumlicher und sozialer Nachbarschaft zur nichtjüdischen Gesellschaft stand. Hier fanden Jüdinnen und Juden Aufnahme nach Vertreibungen aus den großen Städten, erlebten aber auch Anfeindungen, Schikanen und Ausgrenzungen. Der Nationalsozialismus hat diese Form jüdischen Lebens ebenso brutal wie endgültig zerstört.

Die Konferenz würdigt das Landjudentum in seinen unterschiedlichen historischen  und regionalen Ausprägungen als bedeutenden, heute aber weithin vergessenen Teil der jüdischen Geschichte. Die beiden Keynote-Vorträge beschäftigen sich mit dem Stand und den Perspektiven der Forschung zur jüdischen Kultur- und Sozialgeschichte (Prof. Simone Lässig, Technische Universität Braunschweig) bzw. mit der Geschichte der Landjuden in Hessen vor der Emanzipationszeit (Prof. J. Friedrich Battenberg, Technische Universität Darmstadt).

Im Rahmen der Konferenz wird

am Sonntag, 23. November, 18 Uhr

im Foyer des PA-Gebäudes (Theodor-W.-Adorno-Platz 5)

im Beisein von Wissenschaftsminister Timon Gremmels der erste Band des Synagogen-Gedenkbuchs Hessen Zerbrechliche Nachbarschaft der Öffentlichkeit präsentiert. Das mehrbändige Werk erforscht und dokumentiert erstmals umfassend die Geschichte der jüdischen Gemeinden und ihrer Synagogen auf dem Gebiet des Bundeslandes Hessen. In aufwendiger Darstellung rekonstruiert es den jüdischen Alltag in den einzelnen Orten, die Intensität des jüdisch-nichtjüdischen Miteinanders über die Jahrhunderte hinweg, aber auch die stets vorhandene Diskriminierung und Ausgrenzung sowie das Ausmaß der Zerstörung und der Verbrechen, welche die jüdischen Gemeinden in der Zeit des Nationalsozialismus erlitten haben.

Anhand des Schicksals der Synagogen, deren Entstehung, Entwicklung und Architektur ausführlich dargestellt werden, wird die Geschichte des Judentums in Hessen insgesamt dargestellt. Der erste Band des Gedenkbuchs widmet sich den Synagogen und jüdischen Gemeinden in den südhessischen Landkreisen Darmstadt-Dieburg und Offenbach sowie in den Städten Darmstadt und Offenbach.

Wissenschaftsminister Timon Gremmels dazu: „Ich freue mich sehr, dass nun der erste Band des Synagogen-Gedenkbuchs Hessen vorliegt. Der Band verbindet hochkarätige Forschung mit aktueller gesellschaftlicher Verantwortung. Wer die historischen Zusammenhänge kennt, ist weniger anfällig für Lügen, Vorurteile und populistische Vereinfachungen. Das Projekt ,Zerbrechliche Nachbarschaft' leistet hierzu einen wichtigen Beitrag. Es trägt dazu bei, dass die Erinnerung an das jüdische Leben in Hessen lebendig bleibt – als Teil unserer gemeinsamen Identität und als Verpflichtung für die Zukunft.“

Universitätspräsident Prof. Enrico Schleiff: „Das Erscheinen des ersten Bandes des Synagogengedenkbuches Hessen ist ein Meilenstein – für das Buber-Rosenzweig-Institut, für die Goethe-Universität und für das Land Hessen: Es schafft Wissen, das Erinnerung überhaupt erst möglich macht und Verantwortungsbewusstsein stärkt. Ich danke allen beteiligten Forscherinnen und Forschern für ihre jahrelange, akribische Arbeit. Das Buber-Rosenzweig-Institut hat sich mit seiner Forschung innerhalb kurzer Zeit einen weltweiten Ruf erarbeitet. Es spielt eine wichtige Rolle für eine lebendige Erinnerungskultur und für unser Selbstverständnis als offene, demokratische Gesellschaft.“

Das Gedenkbuch ist als Open-Access-Publikation frei zugänglich (https://www.degruyterbrill.com/document/isbn/9783111465111/html?lang=de&srsltid=AfmBOoqrvnuMzx5K_awo_uNrp6x-Y80bsaJ5xAIAvdygrh-DR7UQDhty).

Das Projekt Zerbrechliche Nachbarschaft wird von den Hessischen Ministerien für Wissenschaft, Forschung, Kunst und Kultur sowie für Kultus, Bildung und Chancen, von den evangelischen Kirchen und den katholischen Bistümern in Hessen geförderten und vom Buber-Rosenzweig-Institut für jüdische Geistes- und Kulturgeschichte der Moderne und Gegenwart an der Goethe-Universität in Kooperation mitder Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden in Deutschland und dem Institut für Christlich-Jüdische Studien an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau durchgeführt. Die Konferenz wird außerdem mitveranstaltet vom Forschungsverbund „Dynamiken des Religiösen“ an der Goethe-Universität.

Zum Programm der Tagung siehe https://www.uni-frankfurt.de/179668591/Programm_Landjudentum.pdf

Information:

Prof. Dr. Stefan Vogt
Buber-Rosenzweig-Institut für jüdische Geistes- und Kulturgeschichte der Moderne und Gegenwart
Fachbereich Evangelische Theologie
Campus Westend
Telefon 0179 5281106
E-Mail s.vogt@em.uni-frankfurt.de
https://www.uni-frankfurt.de/40998908/Profil


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Nov 19 2025
13:59

Ringvorlesung zur Rolle des Rechts in der gegenwärtigen Polykrise

Ist das Recht am Ende?

FRANKFURT. Welche Rolle spielt das Recht in der gegenwärtigen Polykrise? Ist es ein wichtiger Faktor für deren Überwindung? Ist es vielleicht selbst ein Krisenbeschleuniger – oder ist es nur noch von marginaler Bedeutung? Um diese und ähnliche Fragen geht es in der Ringvorlesung unter dem Titel „Ist das Recht am Ende?“, die

am Dienstag, 2. Dezember, um 16 Uhr
in Raum 15 im Großen Hörsaalzentrum (Theodor-W.-Adorno-Platz 5)
auf dem Campus Westend der Goethe-Universität

ihren Auftakt nimmt mit einem Vortrag von Prof. Philipp Manow (Universität Siegen), der zum Thema „Das Recht gegen die Demokratie?“ sprechen wird.

Hintergrund der Vortragsreihe sind einige der aktuellen Krisendiagnosen: Das Völkerrecht sei in einer multi-polaren Großmächte-Konstellation nur noch ein Thema für das Feuilleton; das Verfassungs- und Europarecht behindere oder stranguliere die Politik der nationalen demokratischen Mehrheit; das Recht habe sich zum willigen Vollstrecker einer umfassenden Kapitalisierung von Grund und Boden mit ihren umweltzerstörenden Folgen gemacht. Und an den Grenzen der Nationalstaaten sowie der Europäischen Union erniedrige es sich zur Ermächtigungsnorm für Grenzschließungen, Auffanglager oder gar den Einsatz von oftmals tödlicher Gewalt. Ist das Recht also an sein Ende gekommen? Wird es von etwas anderem abgelöst, z.B. von bloßer Macht? Vermag es den Entwicklungen noch etwas entgegenzusetzen oder kann es sich nur noch anpassen und bemühen, „das Schlimmste zu verhindern“ – was jedoch, wie die Geschichte nahelegt, den rasenden Zug in die Katastrophe womöglich nicht aufhalten würde.

Organisiert wird die Ringvorlesung von Prof. Klaus Günther und PD Dr. Benno Zabel vom Institut für Kriminologie und Rechtsphilosophie.

Die Termine

Dienstag, 2. Dezember (HZ 15)
Prof. Philipp Manow (Universität Siegen)
Das Recht gegen die Demokratie?

Dienstag, 16. Dezember (HZ 15)
Die neue Aktualität des Krieges und das Völkerrecht
Prof. Stefan Kadelbach (Goethe-Universität)

Dienstag, 20. Januar 2026 (HZ 12)
Prof. Isabel Feichtner (Universität Würzburg)
Vom Erdboden bis zum Mond. Ist das Recht nur noch Code des Kapitals?

Dienstag, 3. Februar 2026 (HZ 12)
Referentin: Dr. Coretta Ehrenfeld (University College Freiburg/Universität Freiburg)
Migration und tödliche Grenzregime: Sterben im Namen des Rechts

Information:
Prof. Dr. Klaus Günther
Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht
Institut für Kriminologie und Rechtsphilosopie
Goethe-Universität
Telefon 069 798-34522
E-Mail k.guenther@jur.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Nov 18 2025
19:13

Die Technologietransfergesellschaft der Goethe-Universität Frankfurt blickte im Festsaal auf ihre erfolgreiche Geschichte zurück. Im Rahmen der Jubiläumsfeier wurden herausragende, anwendungsorientierte Forschungsprojekte mit dem Goethe-Innovationspreis ausgezeichnet.

Innovectis feiert 25jähriges & Vergabe des Goethe-Innovationspreises 2025

Im Festsaal auf dem Campus Westend der Goethe-Universität feierte die Innovectis GmbH, die Technologietransfergesellschaft der Goethe-Universität, ihr 25-jähriges Bestehen. Im Rahmen der Jubiläumsfeier wurden Best Practice-Beispiele präsentiert und anwendungsnahe Forschungsprojekte mit dem Goethe-Innovationspreis ausgezeichnet.

Innovectis ist als universitäre Technologietransfergesellschaft zuständig für Erfindungen, Patentierung & Vermarktung von anwendungsnaher Forschung. Durch die Verbindung mit Investoren und der Industrie öffnet Innovectis Türen für Forschende, Kliniker, Studierende und Gründerteams, damit die innovativen Ideen in die Praxis kommen. Zu den gefeierten Best-Practice-Projekten zählen Obnitix, das mit einem Zellpräparat todkranken Leukämie-Patienten neue Therapiewege eröffnet, das Spinoff Vivlion mit innovativer DNA-Bibliothekstechnologie für die medizinische Forschung sowie eine Wirkstoffentwicklung gegen Eierstockkrebs aus der Frauenklinik, das durch den von Innovectis mitgegründeten CARMA-Fund finanziert und begleitet wird.

Dr. Ulrich Breuer, Kanzler der Goethe-Universität, würdigte die Entwicklung von Innovectis als Erfolgsmodell: „Innovectis ist seit 25 Jahren das Bindeglied zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Was hier entstanden ist, steht für den lebendigen Dialog unserer Hochschule mit Industriepartnern und für erfolgreichen Transfer von Forschung in die Anwendung. Die Arbeit der Innovectis, die heute u.a. auch das Management unseres Gründungszentrums Unibator verantwortet, ist aus dem Innovations- und Transferökosystem der Goethe-Uni nicht mehr wegzudenken.“

Der hessische Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori unterstrich in dem von ihm gesendeten Grußwort, dass ein Brückenschlag zwischen Hochschulforschung, Start-ups und etablierten Unternehmen maßgeblich zur Innovationskraft des Standorts Rhein-Main beiträgt: „Unternehmergeist an Universitäten ist der Motor für Innovationen, Wirtschaftswachstum und gesellschaftlichen Fortschritt. Es gilt, junge Talente bestmöglich zu fördern, ihnen den Mut zu neuen Ideen zu geben und die richtigen Strukturen für den erfolgreichen Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu schaffen.“

Um den Goethe-Innovationspreis, der bereits zum dritten Mal von der Stiftung der Frankfurter Sparkasse gesponsert wird, kämpften in der Finalrunde Teams aus den Fachbereichen Physik, Geowissenschaften/Geographie und Medizin. Nach einem spannenden Wettbewerb kürte eine Fachjury die Gewinnerteams, welche Preisgelder sowie eine Teilnahmemöglichkeit am Unibator-Startup-Programm des Goethe-Unibators erhalten.

Die Plätze 1 bis 3 belegen die Projekte „Intelligent Terahertz“ mit einer KI-unterstützten Technologie zur Objekterkennung und Materialprüfung; „Waterprint“ mit einem patentierten System zur Abwasserüberwachung sowie das Projekt „Echtzeit-Lokalisierung induzierter Erdbeben durch KI-gestützte Bildverarbeitung“ zur Erfassung seismischer Aktivitäten in Geothermie-Kraftwerken. Ebenfalls ausgezeichnet wurden die Projekte „Phagentherapiezentrum“ mit innovativen Therapie-Konzepten zur Behandlung tödlicher Bakterieninfektionen sowie „Visiogenics“ – eine 3D-Visualisierungsmethode für die Implantationsplanung in der Zahnmedizin. In diesem Jahr wurde das Preisgeld vom Startup-Förderfonds Futury Capital verdoppelt.

Dr. Kirstin Schilling, Geschäftsführerin der Innovectis, sagte: „Innovationen entstehen durch zielstrebiges Umsetzen von Forschungsergebnissen und von Strukturen, die diesen Aufbruch langfristig unterstützen. Unser Dank gilt allen Partnern aus der Wissenschaft, der Industrie und den vielen Aktiven aus dem Gründungsökosystem, durch deren Engagement aus Forschungsprojekten und Businessiden Zukunftstechnologie entstehen und neue Unternehmen aufgebaut werden.“

In seinem Ausblick als Aufsichtsratsvorsitzender der Innovectis und Vizepräsident für Transfer hob Prof. Dr. Michael Huth hervor: „Seit 25 Jahren unterstützt Innovectis Forschende dabei, aus Ideen und Erkenntnissen gesellschaftlichen Nutzen zu schaffen – von der Erfindungsmeldung über Patente und Verwertung bis hin zur Unternehmensgründung. Der Goethe-Innovationspreis würdigt diesen unternehmerischen Geist und fördert die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Start-ups und etablierten Unternehmen. Diese Haltung hat Innovectis geprägt – und bleibt Leitmotiv für die Zukunft.“.

Mit musikalischer Begleitung und einem Netzwerk-Buffet klang die Jubiläumsfeier aus, bei der über 200 geladene Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gemeinsam das Erreichte und Zukünftige feierten.

Innovectis GmbH ist die Technologietransfergesellschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 unterstützt Innovectis Forschende und Gründungsinteressierte aktiv beim Patentieren, Vermarkten und Anwenden wissenschaftlicher Ergebnisse. Mit passgenauer Beratung und umfassenden Serviceleistungen begleitet Innovectis den Weg von der Erfindungsmeldung bis hin zur Lizenzierung und Gründung erfolgreicher Start-ups. Als Betreiber des Goethe-Unibator, dem Gründungszentrum der Universität, fördert Innovectis innovative Geschäftsideen und den Austausch mit Unternehmen und Investoren im Rhein-Main-Gebiet. Ziel ist es, akademisches Know-how unkompliziert und wirkungsvoll in die Praxis und Wirtschaft zu bringen – für Innovationskraft und gesellschaftlichen Fortschritt.

Weitere Informationen zu Innovectis, dem Goethe-Unibator und dem Goethe-Innovationspreis finden Sie unter www.innovectis.de

Ein Bild steht zum kostenfreien Download bereit unter https://www.uni-frankfurt.de/180474036 
Bildtext: Innovectis feiert 25jähriges & Vergabe des Goethe-Innovationspreises 2025.

Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, Frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Nov 18 2025
16:48

Goethe-Universität, Jesuitenorden und Bistum Limburg unterzeichnen Letter of Intent zur Zusammenarbeit

Ein Campus mit Strahlkraft in die Gesellschaft hinein

Der Jesuitenorden als Träger der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen (PTH), das Bistum Limburg und die Goethe-Universität Frankfurt wollen künftig enger zusammenarbeiten. Ein sogenannter Letter of Intent ist frisch unterzeichnet und beschreibt das Ziel, die Kooperation zwischen Universität und Hochschule zu vertiefen, die Lehr- und Forschungsangebote gemeinsam zu stärken.  Das Studienfach Katholische Theologie und der Standort Sankt Georgen sollen so zukunftssicher gemacht werden. 

Frankfurt. Die Absichtserklärung zielt auf eine hochschulübergreifende Kooperation zwischen dem Fachbereich Katholische Theologie der Universität und der PTH Sankt Georgen in Form eines hochschulübergreifenden Fachbereichs, wie es gemäß dem Hessischen Hochschulgesetz möglich ist. Studierende sollen an beiden Einrichtungen immatrikuliert werden; die Lehrenden beider Einrichtungen stehen ihnen zur Verfügung. Gemeinsame Forschungsvorhaben werden ebenfalls intensiviert. Ein Kooperationsrat soll Grundsatzfragen des hochschulübergreifenden Fachbereichs regeln.

Die Universität prüft zudem den Erwerb des Campus Sankt Georgen aus dem Grundstockvermögen ihrer Stiftungsmittel, um das Gelände gezielt für Forschung, Lehre und den internationalen Austausch zu nutzen. Dabei handelt es sich um Geld aus den Stiftungserträgen und dem Grundstockvermögen, welches bei einem solchen Erwerb grundsätzlich in seinem Bestand zu erhalten ist. Es werden für den Erwerb keine Mittel aus dem laufenden Haushalt der Universität verwendet. Aus Sicht der Universität bietet ihr die Investition neben Möglichkeiten für wissenschaftliches Arbeiten und studentisches Wohnen auch die Chance, Einheiten aus bisher angemieteten Räumen in Sankt Georgen unterzubringen, also Ausgaben zu reduzieren – angesichts der Sparvorgaben des Landes Hessen ein wichtiges Ziel.

„Die Zukunft zahlenmäßig kleiner Fächer – und dazu gehört die Katholische Theologie – ist uns ein großes Anliegen; dazu kann diese Kooperation einen wichtigen Beitrag leisten“, erläutert Universitäts-Präsident Enrico Schleiff. „Zugleich kann der Campus in Oberrad zu einem Ort werden, an dem die Gesellschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften mit neuer Strahlkraft in die Mitte gesellschaftlicher Debatten rücken. Als Ergänzung zum Campus Westend bietet sich hier die Möglichkeit, in anderer Umgebung zu forschen und zu lehren, etwa in flexiblen Shared-Office-Lösungen, mit ungestörten Masterclasses oder internationalen Konferenzen. Das Flächenpotenzial eröffnet zugleich Perspektiven für die Entwicklung benötigter Studierendenwohnheime, ein strategischer Schritt, mit dem sich die Goethe-Universität auch als aktive Partnerin in der Lösung drängender stadtgesellschaftlicher Herausforderungen positioniert.“

Für den Jesuitenorden sagt Provinzial P. Thomas Hollweck SJ: „Wir Jesuiten wollen unser weltweites Netzwerk mit rund 200 Universitäten und Hochschulen durch die Zusammenarbeit mit der Universität Frankfurt mit einem Theologiestandort in Deutschland profilieren, der die Katholische Theologie verstärkt in das Gespräch mit benachbarten Wissenschaften und öffentliche Diskussionen bringt. Zudem soll eine gut qualifizierte Ausbildung für die verschiedenen Berufsfelder, die sich in den Diözesen Deutschlands entwickelt haben und weiter ausdifferenzieren, geschaffen werden. Der Campus soll weiterhin der Forschung und Lehre sowie der weltkirchlichen Vernetzung dienen. Er soll eine Ausbildung bieten, die es jungen Menschen ermöglicht, sich existentiell und spirituell mit Weltanschauungs- und Glaubensfragen auseinanderzusetzen.“

Der Limburger Bischof Dr. Georg Bätzing erklärt für die Trägerdiözesen (Hamburg, Osnabrück, Hildesheim und Aachen) der Hochschule Sankt Georgen: „Die Stärke von Frankfurt, das als Standort theologischer Forschung und Lehre stark von interreligiösen und interkulturellen Bezügen geprägt ist, wird durch die vertiefte Kooperation des Fachbereichs 07 Katholische Theologie der Goethe-Universität und der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen weiter ausgebaut. Er gewinnt damit nicht nur für Hessen, sondern auch deutschlandweit und dank des Engagements der Jesuiten auch international an Profil. Damit werden starke Impulse für eine universitär und weltkirchlich diskursfähige Theologie gesetzt.“

Nach der Unterzeichnung des Letter of Intent werden nun die inhaltlichen Ziele weiter präzisiert und es soll ein detaillierter Vertrag entwickelt werden, in dem die angezielte strukturelle Zusammenarbeit geklärt ist. Dieser Vertrag wird dann in den Gremien der Jesuiten, des Bistums und der Universität beraten. 

Die beiden Frankfurter Hochschulen pflegen bereits zahlreiche Kontakte, unter anderem mit einem gemeinsamen dualen Master-Studiengang Sozialethik im Gesundheitswesen und zahlreichen weiteren Kooperationen zwischen Sankt Georgen und dem Fachbereich Katholische Theologie sowie anderen Fachbereichen der Goethe-Universität.

Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de  


 

Nov 17 2025
10:27

Forschungszentrum Normative Ordnungen lädt zur Diskussion über Zukunftsperspektiven demokratischer Ordnungen

Demokratie am Scheidepunkt?

FRANKFURT. Die westlichen Demokratien stehen unter Druck. Seit der von Bundeskanzler Olaf Scholz ausgerufenen „Zeitenwende“ ist der Begriff zum Signum einer Epoche des Umbruchs geworden – politisch, gesellschaftlich und normativ. Polarisierung, der Aufstieg autoritärer Bewegungen, geopolitische Spannungen und die Erosion grundlegender demokratischer Prinzipien werfen die Frage auf, wie stabil und zukunftsfähig die demokratischen Ordnungen der Gegenwart sind.

Die Ringvorlesung „Am Scheidepunkt? Zur Krise der Demokratie“ nimmt diese Entwicklungen aus internationaler und interdisziplinärer Perspektive in den Blick. Sie untersucht Ursachen, Erscheinungsformen und Dynamiken demokratischer Krisen sowie Möglichkeiten der Erneuerung bzw. Verteidigung demokratischer Prinzipien in einer global vernetzten, aber zunehmend fragmentierten Welt. Den Vortrag zum Auftakt der Reihe hält Prof. Dr. Jenni Brichzin (Universität der Bundeswehr München)

am Mittwoch, 26. November, 17 Uhr
im Gebäude „Normative Ordnungen“ (Campus Westend)
Max-Horkheimer-Straße 2, Raum EG 01

unter dem Titel „Krise der Demokratietheorie? Eine soziologische Intervention“. Anschließend an den Vortrag findet ein Empfang statt.

Organisiert wird die Vorlesungsreihe von Prof. Thomas Biebricher, Prof. Rainer Forst, Prof. Martin Saar und Prof. Greta Wagner im Rahmen des Forschungsprogramms „Zeitenwenden. Normative Ordnungen im Umbruch?“, das durch den Stiftungsfonds Commerzbank im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft am Forschungszentrum Normative Ordnungen gefördert wird.

Weitere Vortragstermine:

Mittwoch, 10. Dezember 2025
Prof. Jonathan White (LSE)
How Democracy Relies on the Future

Mittwoch, 14. Januar 2026
Prof. Christine Hentschel (Universität Hamburg)
Vom Retten der Welt zum Vorbereiten auf den Kollaps: Neuorientierungen in katastrophischen Zeiten

Donnerstag, 29. Januar 2026, Hörsaalzentrum, HZ 7
Prof. David Owen (Universtiy of Southampton)
Civil Geopolitics and the Dilemmas of the Democratic State

Mittwoch, 4. Februar 2026
Prof. Dr. Christine Abbt (Universität St. Gallen)
Demokratien verteidigen. Zur Aktualität des Gewaltbegriffs bei Camus und Derrida

Dienstag, 10. Februar 2026
Prof. Michael Rosen (Harvard University)
Satanic Politics. Democracy after Liberalism

Beginn (außer beim Auftakt) jeweils um 18:15 Uhr. Alle Vorträge finden – mit Ausnahme des Vortrags am 29. Januar, im Gebäude „Normative Ordnungen“, Max-Horkheimer-Straße 2, Raum EG 01, statt.

Die Ringvorlesung richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Studierende und Interessierte, die sich mit den Herausforderungen und Zukunftsfragen demokratischer Gesellschaften auseinandersetzen möchten. Zu allen Terminen ist eine Anmeldung erforderlich.

Anmeldung unter: https://eveeno.com/RV-am-scheidepunkt

Weitere Informationen unter: https://normativeorders.net/ringvorlesungen/

Information:
Anke Harms
Referentin für Wissenschaftskommunikation
Forschungszentrum Normative Ordnungen
Goethe-Universität Frankfurt
Telefon 069 798-31407
E-Mail anke.harms@normativeorders.net
Homepage https://www.normativeorders.net


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Nov 14 2025
12:44

Buchvorstellung und Gespräch mit der Autorin Stefanie Schüler-Springorum

Wie Verfolgte des NS-Regimes die westdeutsche Demokratie erlebten

FRANKFURT. Nach 1945 gab es nicht weniger Antisemitismus und Rassismus, nicht weniger Hass auf Homosexuelle als während des Nationalsozialismus, vermutlich sogar mehr. Diese Erfahrung beschreibt Stefanie Schüler-Springorum in ihrem Buch „Unerwünscht. Die westdeutsche Demokratie und die Verfolgten des NS-Regimes“: Sie schildert dort die westdeutsche Nachkriegsgesellschaft aus Sicht der Menschen, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden, und berichtet von den Erfahrungen überlebender Juden, Sinti und Roma, ehemaliger Zwangsarbeiter und Homosexueller im westlichen Teil Deutschlands in den ersten Nachkriegsjahrzehnten. Das Bild von der gelungenen Demokratisierung der Bundesrepublik bekommt durch diese Geschichten einen Riss. Die Erfahrungen der ehemals Verfolgten zeigen, dass Hass und Ressentiments gegen sie nicht einfach verschwanden, sie waren tief im Denken der Menschen verankert und sind es zum Teil bis heute.

Anlässlich der Veröffentlichung ihres Buches „Unerwünscht. Die westdeutsche Demokratie und die Verfolgten des NS-Regimes“ hält Prof. Stefanie Schüler-Springorum

am Mittwoch, 19. November, 18.15 Uhr,
in Raum HZ 6, Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend der Goethe-Universität

einen Vortrag. Die Veranstaltung wird moderiert von Prof. Dr. Sybille Steinbacher, Direktorin des Fritz Bauer Instituts, Mitglied des Forschungszentrums Normative Ordnungen und Inhaberin des Lehrstuhls zur Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Das Buch ist im S. Fischer Verlag erschienen.

Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum ist Historikerin und leitet seit 2011 das Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin. Zudem ist sie Sprecherin des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) am Standort Berlin.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem FGZ Standort Frankfurt am Main am Forschungszentrum Normative Ordnungen der Goethe-Universität und dem Fritz-Bauer-Institut. Gefördert wird sie durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Es handelt sich um einen Nachholtermin der Buchvorstellung, die ursprünglich im Juli stattfinden sollte.

Information:
Anke Harms
Referentin für Wissenschaftskommunikation
Forschungszentrum „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität
Telefon 069 798-31407
E-Mail anke.harms@normativeorders.net

Zur Veranstaltung: 
https://bit.ly/47WtDua
https://bit.ly/4nTzSEX

Zum Buch:
https://bit.ly/4ocZH3b


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Nov 14 2025
11:50

Der Preis „Scientist of the Year“ geht in diesem Jahr an die Mediziner Maria Vehreschild und Thomas Oellerich, „New Horizon - Preis des Präsidenten“ an das Startup Modulux 3D. 

Transformationen gestalten: Goethe-Universität zeichnet Wissenschaftler*innen aus

Alle zwei Jahre vergibt die Goethe-Universität den „Scientist of the Year“-Preis an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität. Und jährlich verleiht der Präsident der Goethe-Universität den New Horizon-Preis. Im Rahmen einer festlichen Veranstaltung wurden die Preise nun überreicht.

FRANKFURT. „Nichts ist so beständig wie der Wandel“: Universitätspräsident Prof. Dr. Enrico Schleiff betonte in seinem Grußwort mit dem berühmten Zitat Heraklits die Bedeutung von Veränderungen – diese erforderten auch eine kreative Gestaltung. „Wir ehren heute Forscherinnen und Forscher, die Veränderungen gestalten – durch Erkenntnis, Engagement und Entdeckergeist, aber nicht nur für sich, sondern auch für die zukünftigen Generationen und Führungspersönlichkeiten und somit gleichwohl für die Gesellschaft“, sagte Schleiff. Er dankte Gunther Ruppel, Vorstandsvorsitzender der Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung, Dr. Christian Zschocke, dem Initiator des New Horizon-Preises sowie den beiden Laudatoren, Prof. Dr. Maike Windbergs und Prof. Dr. Hubert Serve.

Der „Scientist of the Year-Preis“ der Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung ging in diesem Jahr an zwei Mediziner: zum einen an Prof. Dr. Maria Vehreschild „aufgrund ihrer herausragenden Forschung auf dem Gebiet der Infektiologie und Mikrobiomforschung und ihres besonderen Engagements für Studierende, Promovierende und Postdoktorand*innen“, so die Begründung. Zum anderen wurde der Preis an Prof. Dr. Thomas Oellerich „aufgrund seiner herausragenden Forschung auf dem Gebiet der Leukämien und Lymphomen und seines besonderen Engagements für Studierende, Promovierende und Postdoktorand*innen“ verliehen. Die Würdigung der beiden Preisträger*innen übernahm Prof. Dr. Hubert Serve, Direktor der Medizinischen Klinik 2 am Universitätsklinikum Frankfurt. Serve hob Oellerichs Wissens- und Tatendrang hervor; seine Papers, in erstklassigen Journalen veröffentlicht, hätten eine ganz eigene Handschrift. Maria Vehreschild, so Serve, präge als Forscherin die Infektiologie in Deutschland; als eine der ersten ihrer Zunft habe sie sich mit Post-Covid-Erkrankungen befasst. Er sei froh und stolz, hob der Laudator abschließend hervor, dass beide Forschende an der Medizinischen Klinik 2 wirkten.     

Der „Scientist of the Year-Preis“ wird alle zwei Jahre von der Goethe-Universität gemeinsam mit der Kassel-Stiftung zur Auszeichnung einer herausragenden Forscherpersönlichkeit der Goethe-Universität mit Vorbildcharakter vergeben. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet mit dem „Scientist of the Year“-Award werden Professor*innen der Goethe-Universität mit herausragenden Forschungsleistungen, die sich in besonderer Weise um die Förderung von Wissenschaftler*innen in der frühen Berufsphase verdient gemacht haben. Bereits ausgezeichnet wurden die Physikerin Prof. Dr. Hannah Elfner, die Mikrobiologin Prof. Dr. Inga Hänelt und der Atmosphärenforscher Prof. Dr. Joachim Curtius.

Der diesjährige Preisträger des „New Horizon-Preis des Präsidenten“ ist ein Team: Modulux 3D besteht aus Wissenschaftlern, Biotechnologen, Optikspezialisten und Business Developern und hat seinen Sitz in Frankfurt am Main. Das Team - Dr. Francesco Pampaloni, Louise Breideband, Levin Hafa und Zeeshan Mahmood - arbeitet an einer Alternative zu Tierversuchen und hat mit dem 3D-Biodrucker LUMINATE eine neuartige Lösung entwickelt. Basierend auf einer patentierten Technologie, die mit kollidierenden Laserstrahlen arbeitet, können komplexe Gewebe- und Organmodelle erstellt werden. Damit bietet LUMINATE eine vielversprechende Option für die pharmazeutische Forschung, um Tierversuche zu reduzieren. Modulux 3D wird vom Main/Rhein-Startup-Umfeld (Unibator der Goethe-Universität, HIGHEST der TU Darmstadt und FUTURY the Future Factory) unterstützt. Laudatorin des New Horizon-Preises war in diesem Jahr Prof. Dr. Maike Windbergs, Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Pharmazeutische Technologie. Modulux 3D habe die Pionierarbeit, die Prof. Dr. Ernst Stelzer auf dem Gebiet der Physikalischen Biologie an der Goethe-Universität entwickelt habe, mit viel Mut in die Anwendung getragen. Für ihre vielversprechende Alternative zu Tierversuchen habe das Team auch internationale Partner gewonnen und Kapital beschafft, hob Windbergs lobend hervor.   

Mit dem mit 5.000 Euro dotierten „New Horizon – Preis des Präsidenten“ zeichnet der Präsident eine Person oder ein Team an der Goethe-Universität aus, die/das in ihrer wissenschaftlichen Arbeit oder seinem anderweitigen Engagement für die Goethe-Universität in ihrem/seinem Denken neue Wege beschreitet und dabei Neugier, Optimismus, Mut und Offenheit beweist. Der New Horizon-Preis wurde 2022 an die Wirtschaftspädagogin Dr. Christin Siegfried, 2023 an den Inklusionsforscher Lukas Gerhard und 2024 an das Team des Wissenschaftsgartens vergeben. Ins Leben gerufen wurde das Projekt New Horizon 2016 vom Anwalt Dr. Christian Zschocke, um Menschen mit Initiative und Optimismus zu fördern. In diesem Jahr wurde das Preisgeld vom Startup-Förderfonds Futury Capital verdoppelt.

Zur Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung: Diese wurde 2007 mit dem Ziel gegründet, Wissenschaft, Forschung und Lehre an der Goethe-Universität zu fördern. Sie basiert auf einem Stiftungsvermögen, das die Stifterin Gertrud Kassel hinterlassen hat. Damit unterstützt die Stiftung zahlreiche Projekte der Universität.

Bilder zum Download 
Scientist of the Year: http://www.uni-frankfurt.de/180376367 
New Horizon: http://www.uni-frankfurt.de/180376433 
Bildtexte: 
Scientist of the Year: Prof. Dr. Maria Vehreschild und Prof. Dr. Thomas Oellerich 
New Horizon: Team Modulux 3D (v. l. n. r.) - Levin Hafa, Dr. Francesco Pampaloni und Louise Breideband
Fotos: Uwe Dettmar/Goethe-Universität

Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Nov 14 2025
10:31

Start der Pflanzaktion mit Beteiligung von Mitarbeitenden und Bürger*innen am 22. November auf dem Campus Riedberg

Tiny Forests auf den Campi der Goethe-Universität

FRANKFURT. Ab Herbst 2025 entstehen an mehreren Standorten der Goethe-Universität Tiny Forests – kleine, klimaresiliente Waldflächen nach dem Miyawaki-Prinzip des japanischen Pionierförsters Akira Miyawaki. Durch eine sehr dichte Pflanzung entwickelt sich daraus in nur vier Jahren ein selbsttragendes Waldökosystem. Im Gegensatz zu der üblichen Entwicklung in Jahrhunderten wächst der Wald hier bereits in 25–30 Jahren zu einer naturnahen Waldlandschaft heran. Zentral ist zudem die Einbindung der lokalen Gemeinschaft: Menschen aus der Umgebung pflanzen mit und nutzen den Tiny Forest später für Schulklassen, Führungen oder Forschungsprojekte.

Robert Anton, technischer Leiter für den Wissenschaftsgarten und die Außenanlagen der Goethe-Universität, ist begeistert von der Idee eines Tiny Forests: „Man überlässt die Flächen mehr oder minder sich selbst und lässt sie sich zu einer kleinen Wildnis entwickeln, zu einem natürlichen Refugium auch für Insekten und Vögel. Angesichts der dramatischen Rückgänge in der Biodiversität und Artenvielfalt kann damit eine Bewegung angestoßen werden.“ Die Fläche eines Tiny Forests muss dabei keineswegs rechteckig ausfallen, wie Anton hervorhebt: „In Anlehnung an die Formen eines englischen Landschaftsgartens darf die Fläche auch gerne organisch ausfallen, denn in der Natur kommen eckige Formen ohnehin selten vor. Daher werden unsere Miniaturwäldchen kreisförmige Flächen haben.“

Startschuss ist am Campus Riedberg: Am 

Samstag, 22. November, findet ab 9.00 Uhr 
eine erste Großpflanzaktion statt. 
Treffpunkt ist der Eingang Biologicum, 
Max-von-Laue-Straße 13, Campus Riedberg.


Teilnahme steht sowohl Universitätsangehörigen als auch der Frankfurter Stadtgesellschaft offen. Nach Begrüßung und kurzer Projekteinführung soll ein 125 m² großes Wäldchen aufgeforstet werden. Die Tiny Forests wurden durch eine private Spende ermöglicht.

Mit dem Tiny Forest setzt die Goethe-Universität ein deutlich sichtbares Zeichen für Nachhaltigkeit, Klima- und Artenschutz und verbessert gleichzeitig Optik und Vielfalt des Campus. Die Aktion unterstützt die neue Nachhaltigkeitsstrategie der Universität. Eine Einbindung ins Frühlingsfest 2026 am Campus Riedberg sowie weitere Umweltbildungsangebote sind geplant. Zudem sind Forschungsprojekte vorgesehen, die das Vorhaben wissenschaftlich begleiten und evaluieren, in Absprache mit den Verantwortlichen. 

Alle wichtigen Informationen zur Pflanzaktion und zum Programm am 22. November findet man unter https://www.uni-frankfurt.de/178799138/Tiny_Forests 

Interessierte melden sich bitte per Mail an unter honnef@pvw.uni-frankfurt.de, unter Angabe folgender Daten:
Name, Adresse u. Mobil-Telefonnummer. Letztere wird benötigt, falls die Wetterbedingungen eine Pflanzung nicht zulassen. Bitte auch angeben, wenn eigenes Pflanzwerkzeug mitgebracht werden kann (insbesondere Spaten und Arbeitshandschuhe werden benötigt).

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, sich einen Eindruck von der Pflanzaktion auf dem Campus Riedberg zu verschaffen. Fotos von dem Termin am Samstag können ab Montag, 24. November, zur Verfügung gestellt werden. 

Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Nov 14 2025
10:00

Weltweite Auswertung – Ranking umfasst das eine Prozent der Wissenschaftler*innen, die am häufigsten in Zeitschriften zitiert werden

Am meisten zitiert: Sieben Forscherinnen und Forscher der Goethe-Universität an der Weltspitze

Korrektur: Prof. Dr. Sibylle Loibl ist seit 2025 nicht mehr apl., sondern berufene Professorin der Goethe-Universität.

Von den 6900 am meisten zitierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Welt forschen sieben an der Goethe-Universität Frankfurt. Dies geht aus dem aktuellen Zitationsranking des „Web of Science“ des Unternehmens Clarivate Analytics hervor. Es wertet dafür jährlich Zeitschriftenbeiträge hauptsächlich aus den Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie der Medizin aus. 

FRANKFURT. Meist sind es besonders grundlegende wissenschaftliche Erkenntnisse, die dazu führen, dass ein Beitrag von anderen Wissenschaftler*innen häufig zitiert wird. Diese Zitationshäufigkeit ist daher ein Indikator für die wissenschaftliche Bedeutsamkeit der publizierten Artikel wie auch die Sichtbarkeit der wissenschaftlichen Autor*innen in der „Scientific Community“.

Einmal jährlich wertet das Informations- und Technologieunternehmen Clarivate Analytics seine „Web of Science“-Zitationsdatenbank aus und veröffentlicht das Ranking „Highly Cited Researchers“. Das aktuelle Ranking umfasst 6868 Wissenschaftler*innen ohne Reihenfolge, die zu dem einen Prozent gehörten, deren wissenschaftliche Aufsätze in den Natur- und Ingenieurwissenschaften, der Medizin sowie in den Kategorien „Economics and Business“ und „Social Sciences“ von 2014 bis 2024 am häufigsten zitiert wurden, und zwar in innerhalb ihrer eigenen Kategorie oder in verschiedenen Fächern („Cross-Field“). Das Ranking berücksichtigt nur Zeitschriften- und keine Buchbeiträge. Auch zum Beispiel Aufsätze mit mehr als 30 Autor*innen oder sogenannte Gruppenautorenschaften bei großen internationalen Forschungskonsortien fließen nicht in die Untersuchung ein.

Die „Highly Cited“ Goethe-Forscherinnen und -Forscher von 2025:

Prof. Dr. Florian Büttner
DKTK-Professor für „Bioinformatics in Oncology“ an der Goethe-Universität / Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) / Deutsches Krebsforschungzentrum (DKFZ)
https://mlo-lab.github.io/
in der Kategorie „Cross-Field“

Prof. Dr. Ivan Đikić
Direktor des Instituts für Biochemie II (Molekulare Zellbiochemie) der Goethe-Universität
https://biochem2.com/management
in den Kategorien „Biology and Biochemistry“ und „Molecular Biology and Genetics“

Prof. Dr. Florian Greten
Direktor des Georg-Speyer Hauses – Institut für Tumorbiologie und experimentelle Therapie / Professor für Tumorbiologie an der Goethe-Universität / Sprecher des LOEWE-Zentrums Frankfurt Cancer Institute.
https://georg-speyer-haus.de/
https://fci.health/
in der Kategorie „Cross Field“

Prof. Dr. Gerhard Hummer
Direktor am Max-Planck-Institut für Biophysik / Professor am Institut für Biophysik der Goethe-Universität Frankfurt
https://www.biophys.mpg.de/theoretical-biophysics
in der Kategorie „Cross Field“

apl. Prof. Dr. Sibylle Loibl
Fachbereich Medizin der Goethe-Universität / German Breast Group Forschungs GmbH, Neu-Isenburg
https://www.gbg.de/ueber-uns/team
in der Kategorie „Clinical Medicine“

Prof. Dr. Stefan Offermanns
Direktor am Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim / Professur für Pharmakologie am Zentrum für Molekulare Medizin der Goethe-Universität Frankfurt
https://www.mpg.de/457037/herz-lungenforschung-offermanns
in der Kategorie „Cross Field“

Prof. Dr. Klement Tockner
Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung / Professor für Ökosystemwissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt
https://www.senckenberg.de/de/ueber-uns/organisation/generaldirektor/
in der Kategorie „Cross Field“



Bilder zum Download: 
https://www.uni-frankfurt.de/180364698

Bildtexte:
Prof. Dr. Florian Büttner, Foto: privat
Prof. Dr. Ivan Đikić, Foto: Uwe Dettmar für Goethe-Universität
Prof. Dr. Florian Greten, Foto: Uwe Dettmar für Goethe-Universität
Prof. Dr. Gerhard Hummer, Foto Shau Chun Shin für Max-Planck-Institut für Biophysik
Prof. Dr. Sibylle Loibl, Foto: Joppen für GBG Forschungs GmbH
Prof. Dr. Stefan Offermanns, Foto: privat
Prof. Dr. Klement Tockner, Foto: Sven Tränkner für Senckenberg 


Weitere Informationen
https://clarivate.com/highly-cited-researchers/

Redaktion: Dr. Markus Bernards, Referent für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12498, Fax 069 798-763-12531, bernards@em.uni-frankfurt.de

 

Nov 11 2025
13:01

DFG verlängert Schwerpunktprogramm ViCom mit Sprecherschaft der Goethe-Universität

Forschung über Visuelle Kommunikation wird fortgesetzt

Gestik, Mimik, Piktogramme – optisch wahrnehmbare Wege der Verständigung stehen im Mittelpunkt des DFG-Schwerpunktprogramms „Visuelle Kommunikation: Theoretische, empirische und angewandte Perspektiven“ (ViCom), das von Goethe-Universität und Universität Göttingen gemeinsam koordiniert wird. Nach einer erfolgreichen ersten Phase wird das Forschungsnetzwerk nun für weitere drei Jahre gefördert. 

FRANKFURT. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Schwerpunktprogramm 2392, dessen englischsprachiger Titel „Visual Communication: Theoretical, Empirical, and Applied Perspectives“ (ViCom) lautet, für weitere drei Jahre. Ziel der zweiten Förderphase ist es, die besonderen Strukturen und Funktionen visueller Ausdrucksformen wie Gebärden, Gesten und Emojis noch umfassender zu untersuchen und theoretisch zu modellieren.

Seit dem Start im Jahr 2022 hat ViCom das Forschungsfeld der visuellen Kommunikation national und international maßgeblich geprägt. 19 Teilprojekte haben in der ersten Phase wichtige Beiträge zur Frage geleistet, wie Menschen mit sichtbaren Zeichen und Bewegungen Bedeutung erzeugen und verstehen, sei es in Gebärdensprachen, in der Gestik oder in der digitalen Kommunikation mit Emojis. Etliche Publikationen, internationale Tagungen und gemeinsame Forschungsprojekte sind aus dem interdisziplinären Programm hervorgegangen.

In der nun beginnenden zweiten Förderphase liegt der Fokus auf der Theoriebildung und Systematisierung der bisherigen Erkenntnisse. Anhand der umfangreichen empirischen Daten aus der ersten Phase wollen die Forscherinnen und Forscher neue linguistische und kognitive Modelle entwickeln, um visuelle Kommunikation in all ihren Facetten zu beschreiben, von der Grammatik der Gebärdensprachen über die Rolle von Gestik im Gespräch bis hin zu digitalen Ausdrucksformen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der internationalen Zusammenarbeit.

„Visuelle Kommunikation ist ein Grundpfeiler menschlichen Verstehens, sie verbindet Sprache, Körper und Denken“, sagt Prof. Cornelia Ebert von der Goethe-Universität, die das Schwerpunktprogramm gemeinsam mit Prof. Markus Steinbach (Universität Göttingen) koordiniert. „Die zweite Förderphase gibt uns die Möglichkeit, die theoretischen Grundlagen für dieses noch junge Forschungsfeld weiter zu festigen und den wissenschaftlichen Austausch auf internationaler Ebene auszubauen.“ Prof. Markus Steinbach betont: „In der ersten Phase ist eine lebendige Forschungscommunity entstanden, die Linguistik, Psychologie, Neurowissenschaften und Informatik eng verknüpft. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit wollen wir nun vertiefen, mit neuen Projekten, Nachwuchsprogrammen und internationalen Summer Schools.“

Neben den wissenschaftlichen Zielen setzt ViCom auch auf eine offene und inklusive Forschungsstruktur. Bereits in der ersten Phase wurden Programme zur Nachwuchsförderung, Gleichstellung und Barrierefreiheit etabliert, etwa durch Mentoring-Angebote, familienfreundliche Arbeitsbedingungen und Gebärdensprach-Interpretation bei Veranstaltungen. In der zweiten Phase liegt der Fokus dabei verstärkt auf praxisorientierten Maßnahmen zur Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses, während bewährte Initiativen zu Gleichstellung und Barrierefreiheit fortgeführt und weiter ausgebaut werden.

Die zweite Förderphase des Schwerpunktprogramms läuft bis Oktober 2028. Insgesamt umfasst ViCom 17 Teilprojekte, die an verschiedenen Universitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland angesiedelt sind. Die DFG fördert die zweite Phase mit sechs Millionen Euro, demselben Betrag wie bei der ersten Förderphase.

Prof. Dr. Cornelia Ebert forscht und lehrt seit 2019 an der Goethe-Universität, vor allem zur Semantik. Sie hat in Potsdam Computerlinguistik studiert und kam über mehrere wissenschaftliche Stationen in Osnabrück und Berlin nach Frankfurt. 2020 erhielt sie ein Goethe-Fellowship am Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg. 2022 wurde sie Sprecherin des gemeinsam mit Prof. Markus Steinbach aufgesetzten Schwerpunktprogramms ViCom. Ebert war bereits an einem anderen Schwerpunktprogramm beteiligt: XPRAG.de – New Pragmatic Theories based on Experimental Evidence.

Prof. Dr. Markus Steinbach forscht und lehrt seit 2009 an der Georg-August-Universität Göttingen vor allem im Bereich der Semantik, Pragmatik und Gebärdensprachlinguistik. Er hat an der Goethe-Universität Germanistik und Philosophie studiert und wurde an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert. Von 2007 bis 2008 hat er eine Professur an der Goethe-Universität vertreten. In Göttingen leitet er das experimentelle Gebärdensprachlabor. Er ist an mehreren Verbundprojekten beteiligt und Herausgeber einer Fachzeitschrift und von zwei Buchreihen. 2022 wurde er Sprecher des gemeinsam mit Cornelia Ebert aufgesetzten Schwerpunktprogramms ViCom. 

Bilder zum Download unter: https://www.uni-frankfurt.de/180158826

Bildtext: Cornelia Ebert und Markus Steinbach, beide Linguistik, haben gemeinsam die Sprecherschaft des DFG-Schwerpunktprogramms ViCom inne. Das Projekt geht nun in die zweite Förderphase. (Fotos: Stefanie Wetzel)

Weitere Informationen

Prof. Dr. Cornelia Ebert
Institut für Linguistik
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Telefon 069 798-32394
E-Mail ebert@lingua.uni-frankfurt.de

Pressemitteilung zum Start von ViCom 2022: https://tinygu.de/vicom.

Beiträge zu ViCom im Wissenschaftsmagazin Forschung Frankfurt:
https://www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de/34831594/aktuelle_Ausgabe
https://www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de/111446080.pdf

Weitere Informationen zu allen Projekten, Veranstaltungen und Forschungsergebnissen finden Sie auf der Homepage des Schwerpunktprogramms ViCom unter https://vicom.info.

Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Nov 5 2025
15:30

Die Jobmessen der Goethe-Universität im Wintersemester 2025/26

Berufliche Orientierung im Bereich Informatik, Mathematik und Wirtschaftswissenschaften

FRANKFURT. Die berufliche Orientierung ist nicht nur für Studierende in Zeiten eines dynamischen Arbeitsmarkts mit vielfältigen und neuen Einstiegsmöglichkeiten eine besondere Herausforderung. Praxiskontakte, direkte Gespräche mit Arbeitgeber*innen und praktische Einblicke sind entscheidend, um fundierte Entscheidungen für die eigene Karriere treffen zu können. Die Jobmessen der Goethe-Universität bieten hierfür den idealen Rahmen: eine Plattform für Antworten auf Fragen, Networking und den direkten Einstieg in die Praxis. 

Gemeinsam mit den jeweiligen Fachbereichen richtet der Career Service im Wintersemester 2025/26 zwei Jobmessen aus: Den Auftakt macht die ENTER_ZUKUNFT_INFORMATIK & MATHEMATIK am Campus Bockenheim – die Jobmesse für Studierende und Interessierte aus den Bereichen Informatik und Mathematik. Kurz darauf folgt die ENTER_ZUKUNFT_WIWI am Campus Westend – die Messe für Studierende und Interessierte der Wirtschaftswissenschaften.

Die Termine im Überblick:

•            ENTER_ZUKUNFT_INFORMATIK & MATHEMATIK: Dienstag, 18. November 2025, 10–16 Uhr, Campus Bockenheim, Neue Mensa.

•            ENTER_ZUKUNFT_WIWI: Donnerstag, 4. Dezember 2025, 10–16 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum.

An beiden Messen haben Studierende, Absolventinnen und Interessierte die Möglichkeit, mit bis zu 30 Unternehmen aus der Region ins Gespräch zu kommen. Die Aussteller*innen informieren über Praktika, Werkstudierendentätigkeiten und Einstiegsmöglichkeiten und geben wertvolle Einblicke in aktuelle Entwicklungen der jeweiligen Branchen, die aufgrund der KI-Ära bestimmt spannend sind. 

Weitere Informationen unter www.jobmessen.uni-frankfurt.de   

Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

 

Nov 5 2025
14:38

Der bedeutende Frankfurter Philosoph und Soziologe übergibt den zweiten Teil seines Vorlasses an die Universitätsbibliothek Frankfurt am Main

Neue Einblicke in Jürgen Habermas’ geistiges Schaffen 

Er gilt seit Jahrzehnten als einer der wichtigsten öffentlichen Intellektuellen, wenn nicht als der wichtigste: Jürgen Habermas, der viele Jahre als Professor an der Goethe-Universität lehrte, hat den Diskurs über Demokratie, Gesellschaft und Medien in der Bundesrepublik entscheidend mitgeprägt. Nun hat er seiner Alma Mater auch den zweiten Teil seines Vorlasses übergeben, darin Schriften und Korrespondenzen aus der Zeit nach 1994.

FRANKFURT. „Die Goethe-Universität ist sich der großen Ehre bewusst, von Jürgen Habermas mit seinem Vorlass bedacht zu werden. Er würdigt seine Alma Mater damit als seine geistige Heimat. Dass er die Forschung zu seinem Werk gern in Frankfurt verorten will, dem Schwerpunkt seines Werdens und Wirkens, ist ein Nachweis für das enge Vertrauensverhältnis und die Wertschätzung, die Herr Habermas unserer Universität und unserem wissenschaftlichen Anspruch entgegenbringt“, sagt Universitätspräsident Prof. Enrico Schleiff über den Neuzugang in der Universitätsbibliothek. „Die Frankfurter Schule, die Kritische Theorie und das Werk von Jürgen Habermas gehören zu den wichtigsten Bestandteilen im Selbstverständnis unserer Universität: Wir suchen in disziplinärer Vielfalt nach Antworten auf gesellschaftliche Fragen.“

Übergeben wurde der zweite Teil des Vorlasses – so bezeichnet man ein zu Lebzeiten an eine Institution übergebene Materialsammlung einer prominenten Persönlichkeit – an die Frankfurter Universitätsbibliothek bereits im Februar 2025; zeitnah soll die Erschließung des umfangreichen Bestandes beginnen. Die Materialien stammen aus der Zeit von 1994 bis in die Gegenwart. Die Sammlung schließt damit nahtlos an den ersten Teil des Vorlasses an, der bereits 2011 an die Universitätsbibliothek übergeben wurde und bis ins Jahr 1994 reicht, dem Jahr von Habermas' Emeritierung. Im Unterschied zum ersten Teil handelt es sich diesmal vor allem um digital gespeicherte Dokumente.

Enthalten sind Dokumente zu Habermas' umfangreichem politischen Engagement, darunter Stellungnahmen zu Politik, Europa oder Religion. Außerdem seine nach 1994 entstandenen wissenschaftlichen Arbeiten sowie Materialien zu deren Entstehung, Verlagskorrespondenzen zu seinen Werken und deren Übersetzung, aber auch seine gesamte Korrespondenz mit zum Teil bedeutenden Persönlichkeiten, zum Beispiel mit Verleger Siegfried Unseld, dem Sozialhistoriker Hans-Ulrich Wehler und dem damaligen EZB-Präsidenten Mario Draghi. Übergeben wurden zudem 90 Aktenordner mit Briefen, zudem mehrere Kästen mit Post zu runden Geburtstagen und anderen Anlässen. Habermas' eigene Briefe sind seit 1994 auf dem privaten Rechner des Philosophen abgelegt, welcher ebenfalls übergeben wurde. Dort finden sich auch unveröffentlichte Typoskripte und Textversionen seiner nach der Emeritierung entstandenen Werke.

2011 hatte Jürgen Habermas ein erstes Kompendium an die Universitätsbibliothek übergeben. Für die sachgerechte Aufarbeitung der umfangreichen und komplexen Materialsammlung war damals eigens eine Projektstelle geschaffen worden. In enger Abstimmung mit Jürgen Habermas selbst wurden die Schriften erschlossen und im Archiv nutzbar gemacht – allerdings streng reglementiert. Gut zwei Jahre hatten die Arbeiten gedauert.

„Der zweite Teil des Vorlasses ist weit umfangreicher als der erste, die Erschließung wird diesmal voraussichtlich länger dauern“, sagt Dr. Mathias Jehn, Leiter der Abteilung Kuratieren, Fachinformation und Vermittlung an der Frankfurter Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg. „In seiner Geschlossenheit im Anschluss an den ersten Teil einerseits und in seiner Offenheit hinsichtlich internationaler Vernetzungen andererseits ist dieser Teil des Vorlasses noch weit wertvoller als der erste Teil. Es handelt sich um ein hochrangiges, identitätsstiftendes Bibliotheksgut für die Wissenschaft und das kulturelle Gedächtnis.“

Das für die Bearbeitung des komplexen, anspruchsvollen und umfangreichen Materials fachlich und technisch erforderliche Know-how sei an der UB vorhanden. Sowohl analoge als auch digitale Archivalien werden nun erschlossen, konservatorisch gesichert und fachgerecht gelagert – vor allem aber mit dem hauseigenen Archivverwaltungssystem Arcinsys systematisch erfasst. Das Verzeichnis wird außerdem durch Querverweise zur zentralen Nachlassdatenbank Kalliope ergänzt, in der auch Materialien und Nachlässe im deutschsprachigen Raum nachgewiesen werden, zum Beispiel die Nachlasssammlungen des Literaturarchivs Marbach. „Die Vernetzung aller Informationen wird für die vielfältige und differenzierte Wahrnehmung und Würdigung von Jürgen Habermas eines Tages von hohem Wert sein. Gerade die Korrespondenz macht das internationale Netzwerk von Beziehungen deutlich, in dem Habermas agiert“, sagt Mathias Jehn.

Allerdings werden die Bestände auch nach ihrer Erschließung nicht ohne weiteres frei zugänglich sein. Zu Lebzeiten hat Habermas als Urheber selbst das letzte Wort, ebenso die beteiligten Personen, zum Beispiel Briefpartner. Das enge Verhältnis zu Jürgen Habermas, so Mathias Jehn, habe in der Vergangenheit jedoch dazu geführt, dass die Benutzung für wissenschaftliche Zwecke auf unkomplizierte Weise ermöglicht werden konnte. Nach dem hessischen Archivgesetz bestehen auch posthum bestimmte Schutzfristen, und ein besonderes Interesse muss nachgewiesen werden.

Zur Übernahme angeboten hat Habermas außerdem seine gesamte Privatbibliothek – allerdings erst für die Zeit nach seinem Tod.

Jürgen Habermas, Jahrgang 1929, hat Philosophie, Geschichte, Psychologie, Literatur und Ökonomie in Göttingen, Zürich und Bonn studiert. 1956 kam er als Forschungsstipendiat am Institut für Sozialforschung mit den Protagonisten der der Frankfurter Schule in Kontakt, insbesondere mit Theodor W. Adorno, Max Horkheimer und Herbert Marcuse. Nach Stationen in Marburg, Bonn und Heidelberg kehrte er 1964 nach Frankfurt am Main zurück, wo er als Nachfolger von Max Horkheimer eine Professur für Philosophie und Soziologie übernahm. Diese Position hatte er bis 1971 inne. In dieser Zeit prägte er maßgeblich die zweite Generation der Kritischen Theorie. 1983 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1994 lehrte er erneut an der Goethe-Universität und hatte eine Professur für Philosophie mit dem Schwerpunkt Sozial- und Geschichtsphilosophie inne. Habermas ist einer der weltweit meistrezipierten Philosophen und Soziologen der Gegenwart.

Die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg zählt mit ihren umfangreichen Beständen und Sammlungen zu den bedeutendsten wissenschaftlichen Bibliotheken Deutschlands. Sie vereinigt in sich die Funktionen einer Universitätsbibliothek mit zahlreichen Landesaufgaben, einer wissenschaftlichen Bibliothek für die Stadt Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet und einer Schwerpunktbibliothek innerhalb der überregionalen Literatur- und Informationsversorgung.

Ein Bild von Prof. Jürgen Habermas zum Download unter: https://www.uni-frankfurt.de/179957145

Bildunterschrift: „Noch einmal: Zum Verhältnis von Moralität und Sittlichkeit“: Diesen Titel trug der Festvortrag, mit dem Prof. Jürgen Habermas die Goethe-Universität anlässlich seines 90. Geburtstages beehrte. Nun hat der bedeutende Frankfurter Philosoph und Soziologe den zweiten Teil seines Vorlasses an die Universitätsbibliothek übergeben. (Foto: Uwe Dettmar)

Weitere Informationen
Dr. Mathias Jehn
Abteilungsleiter Kuratieren, Fachinformation und Vermittlung (KFV)
Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg
Goethe-Universität Frankfurt  
Telefon +49 (0)69 798 39007  
E-Mail: m.jehn@ub.uni-frankfurt.de 


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Nov 5 2025
14:06

Physiker aus Frankfurt und Shanghai vergleichen Schattenbilder Schwarzer Löcher mit alternativen Gravitationstheorien

Gibt es unterschiedliche Arten von Schwarzen Löchern? Neue Methode stellt Einstein auf den Prüfstand

Aufnahmen von Schwarzen Löchern sind mehr als nur faszinierende Bilder: Sie könnten künftig als „Testlabor“ für alternative Gravitationstheorien dienen. Ein internationales Team um Prof. Luciano Rezzolla hat eine neue Methode entwickelt, die prüft, ob Schwarze Löcher nach Einsteins Relativitätstheorie oder nach anderen, exotischen Theorien „funktionieren“. Dazu haben die Wissenschaftler hochkomplexe Simulationen durchgeführt und messbare Kriterien abgeleitet, die mit zukünftigen, noch schärferen Teleskopen getestet werden können. Die Methode könnte in den nächsten Jahren zeigen, ob Einstein auch in den extremsten Regionen des Universums Recht behält.

FRANKFURT. Schwarze Löcher gelten als kosmische Gierschlünde, denen nicht einmal das Licht entkommen kann. Die vor wenigen Jahren von der Event Horizon Telescope (EHT) Kollaboration veröffentlichten Bilder der Schwarzen Löcher im Zentrum der Galaxie M87 und unserer Milchstraße waren daher bahnbrechend. „Was man dort sieht, ist allerdings nicht das Schwarze Loch selbst, sondern die heiße Materie in seiner direkten Umgebung“, erklärt Prof. Luciano Rezzolla, der mit seiner Gruppe an der Goethe-Universität Frankfurt maßgeblich an den Ergebnissen beteiligt war. „Solange die Materie noch außerhalb des Ereignishorizonts rotiert, bevor sie unweigerlich eingesogen wird, kann sie letzte Lichtsignale aussenden, die wir prinzipiell empfangen können.“

Auf solchen Bildern sieht man sozusagen den Schatten des Schwarzen Lochs. Das eröffnet nun die Möglichkeit, die Theorien hinter diesen extremen kosmischen Objekten eingehend zu prüfen. Bislang gilt Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie als Goldstandard in der Physik, wenn es um die Beschreibung von Raum und Zeit geht. Sie sagt die Existenz Schwarzer Löcher voraus, mitsamt all ihren Eigenarten. Dazu gehört der Ereignishorizont, hinter dem alles – auch das Licht – verschwindet. „Doch es gibt auch andere, bislang noch hypothetische Theorien, die ebenfalls die Existenz Schwarzer Löcher vorhersagen. Einige dieser Ansätze erfordern die Anwesenheit von Materie mit ganz besonderen Eigenschaften oder die Verletzung der uns bekannten physikalischen Gesetze“, sagt Rezzolla.

Gemeinsam mit Kollegen des Tsung-Dao Lee Instituts in Shanghai (China) hat der Frankfurter Physiker im Fachblatt „Nature Astronomy“ eine neue Möglichkeit vorgestellt, solche alternativen Theorien zu überprüfen. Denn bislang gab es keine handfesten Daten, die eine Widerlegung oder Bestätigung dieser Theorien ermöglichten. Mit den Schattenbildern der supermassereichen Schwarzen Löcher wollen die Forscher genau das künftig realisieren.

„Dazu benötigt man zweierlei“, erläutert Rezzolla. „Einerseits hochaufgelöste Schattenbilder der Schwarzen Löcher, um daraus ihren Radius möglichst gut bestimmen zu können, und andererseits eine theoretische Beschreibung, wie stark die verschiedenen Ansätze von der Einstein'schen Relativitätstheorie abweichen.“ Die Wissenschaftler haben nun eine umfassende Beschreibung vorgelegt, wie sehr sich verschiedene Arten hypothetischer Schwarzer Löcher von der Relativitätstheorie unterscheiden und wie sich dies in den Schattenbildern niederschlägt. Um dies zu untersuchen, führte das Team hochkomplexe dreidimensionale Computersimulationen durch, die das Verhalten von Materie und Magnetfeldern in der gekrümmten Raumzeit in der Umgebung der Schwarzen Löcher nachbilden. Aus diesen Simulationen erzeugten die Forscher dann synthetische Bilder des leuchtenden Plasmas.

„Die zentrale Frage war: Wie stark unterscheiden sich die Bilder von Schwarzen Löchern in verschiedenen Theorien voneinander?“, erklärt Erstautor Akhil Uniyal vom Tsung-Dao Lee Institut in Shanghai. Daraus konnten sie eindeutige Kriterien ableiten, anhand derer man mit künftigen, hochaufgelösten Messungen in vielen Fällen eine Entscheidung für eine bestimme Theorie treffen kann. Die Bildunterschiede sind zwar mit der gegenwärtigen Auflösung des EHT noch zu klein, wachsen aber systematisch mit verbesserter Auflösung. Hierzu haben die Physiker eine allgemeingültige Charakterisierung von Schwarzen Löchern entwickelt, die sehr unterschiedliche theoretische Ansätze zusammenfasst.

„Einer der wichtigsten Beiträge, den die EHT-Kollaboration zur Astrophysik geleistet hat, ist die Verwandlung von Schwarzen Löchern in testbare Objekte“, betont Rezzolla. „Unsere Erwartung ist es, dass die Relativitätstheorie sich auch künftig bewährt, so wie sie es bislang immer wieder getan hat.“ Bislang passen die Ergebnisse zu Einsteins Theorie. Die Messunsicherheit ist jedoch noch so groß, dass nur einige, sehr exotische Möglichkeiten ausgeschlossen werden konnten. So dürfte es sich bei den beiden Schwarzen Löchern im Zentrum von M87 und unserer Milchstraße weder um sogenannte nackte Singularitäten (ohne Ereignishorizont) noch um Wurmlöcher handeln – um nur zwei der vielen anderen theoretischen Möglichkeiten zu nennen, die es zu überprüfen gilt. „Und auch die etablierte Theorie muss man immer wieder testen, gerade an extremen Objekten wie Schwarzen Löchern“, ergänzt der Physiker. Es wäre eine Sensation, falls sich Einsteins Theorie irgendwann als hinfällig erwiese.

Für solche Messungen bietet das EHT hervorragende Möglichkeiten. Dieser Zusammenschluss mehrerer großer Radioteleskope quer über den Globus erreicht eine Auflösung wie ein Teleskop von der Größe der Erde – und hat so den scharfen Blick in die unmittelbare Umgebung der Schwarzen Löcher überhaupt erst möglich gemacht. In Zukunft sollen nicht nur weitere Teleskope auf der Erde zum EHT hinzugeschaltet werden. Die Wissenschaftler hoffen auch auf ein Radioteleskop im Weltall. Das würde die Gesamtauflösung noch einmal deutlich verbessern. Mit einem so hochauflösenden Blick könnte man die verschiedenen Theorien zu Schwarzen Löchern einem strengen Test unterziehen. Wie die nun vorgestellte Studie zeigt, benötigt man dazu Winkelauflösungen von unterhalb einer millionstel Bogensekunde – das entspricht etwa dem Blick auf eine Münze auf dem Mond von der Erde aus. Noch übersteigt das die heutigen Möglichkeiten, soll in einigen Jahren aber erreicht werden.

Publikation: Akhil Uniyal, Indu K. Dihingia, Yosuke Mizuno, Luciano Rezzolla: The future ability to test theories of gravity with black-hole shadows. Nature Astronomy (2025). https://doi.org/10.1038/s41550-025-02695-4

Bilder zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/179886970

Bildtext: Mit der gegenwärtigen Auflösung von Teleskopen sehen Schwarze Löcher verschiedener Gravitationstheorien noch sehr ähnlich aus. Künftige Teleskope werden die Unterschiede deutlicher sichtbar machen und ermöglichen, Einstein'sche Schwarze Löcher von anderen zu unterscheiden (Bild: L. Rezzolla/Goethe-Universität).

Weitere Informationen
Prof. Dr. Luciano Rezzolla
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Redaktion: Dr. Phyllis Mania, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13001, Fax 069 798-763-12531, mania@physik.uni-frankfurt.de

 

Nov 4 2025
11:57

Konferenz #EduNext25 an der Goethe-Universität Frankfurt

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in der Hochschullehre

FRANKFURT. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) verändern die Hochschullehre – in didaktischer, organisatorischer und technischer Hinsicht. Welche Chancen und Herausforderungen sich daraus ergeben und wie Hochschulen Potenziale und Synergien für die Zukunft von Lehre und Lernen nutzen können, steht im Mittelpunkt der #EduNext25, die am 26. November 2025 auf dem Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt stattfindet.

Ausgerichtet wird die Konferenz von studiumdigitale, der zentralen Innovationseinheit für technologiegestütztes Lehren und Lernen der Goethe-Universität, in Kooperation mit dem Verbundprojekt HessenHub (Netzwerk digitale Hochschullehre Hessen) und dem QuiS-Programm (Qualität in Studium und Lehre in Hessen). Gefördert wird die Veranstaltung durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK). 

Austausch und neue Perspektiven für Lehr- und Lernprozesse
Minister Timon Gremmels, der die Konferenz gemeinsam mit Vizepräsidentin Prof. Dr. Viera Pirker und studiumdigitale-Direktor Prof. Dr. Hendrik Drachsler eröffnen wird, betont die Wichtigkeit zukunftsträchtiger Lehre: „Als Landesregierung begleiten wir die Zukunftsthemen Digitalisierung und KI aktiv – auch in der Lehre. Mit unserem QuiS-Programm unterstützen wir die Hochschulen dabei, sich über den Einsatz dieser Technologien in der Hochschullehre auszutauschen und gemeinsame Strategien zu entwickeln.“ Dazu möchte die #EduNext25-Konferenz beitragen, indem sie zahlreiche Akteur*innen aus dem Hochschul- und Bildungsbereich zusammenbringt. 

„Mit der #EduNext25 schaffen wir eine Plattform für Austausch und Zusammenarbeit über Hochschul- und Bundesländergrenzen hinweg“, unterstreicht Ulrich Schielein, Vizepräsident und CIO zuständig für die Digitalisierung an der Goethe-Universität. „Künstliche Intelligenz eröffnet neue Perspektiven für Lehr- und Lernprozesse“, so Vizepräsidentin für Lehre und Studium Prof. Dr. Viera Pirker. „Gerade in der Hochschullehre ist es wichtig, die neuen Möglichkeiten kritisch zu prüfen und sie so einzusetzen, dass sie Bildung im besten Sinne fördern.“ 

Netzwerke hessischer Hochschullehre und bundesländerübergreifende Allianzen
Dieser hochschulübergreifende Ansatz spiegelt sich auch im Programm wider: Im Rahmen von „EduConnect – Verbindungswege hessischer Hochschullehre“ geben 14 hessische Hochschulen Einblicke in den Verbund HessenHub und das QuiS-Programm und präsentieren aktuelle Entwicklungen sowie innovative Angebote rund um digitale Lehre in Hessen. Die vielfältigen Projekte reichen von der Förderung von AI-Literacy über die Vermittlung von Future Skills bis hin zum Lernen mit immersiven Technologien und laden die Konferenzbesucher*innen zum Austausch sowie Ausprobieren ein.

Auf dem Panel „Strategische Allianzen für die Lehre der Zukunft: Wie gehen die Länder mit KI um?“ diskutieren Vertreter*innen aus vier verschiedenen Bundesländern die Rolle von KI in der Hochschullehre. Dabei entsteht ein praxisnaher und offener Austausch darüber, wie Hochschulen strategisch mit KI umgehen, welche Allianzen die Zukunft der Lehre gestalten können und wie man voneinander lernen kann.

Didaktischer Fokus auf KI und Best Practices zum Ausprobieren
Das Thema KI bildet auch den Dreh- und Angelpunkt der Keynote von Gabi Reinmann, Professorin für Lehren und Lernen an der Universität Hamburg und Leiterin des Hamburger Zentrums für Universitäres Lehren und Lernen. Darin beleuchtet sie die Nutzung von KI in der Hochschullehre aus didaktischer Perspektive und zeigt, wie Lehrende angesichts vielfältiger Einsatzmöglichkeiten fundierte Entscheidungen treffen können.

In den interaktiven „Explore the Future-Sessions“ wird es praktisch: Sie laden dazu ein, innovative Ansätze, Tools und Projekte von Hochschulen aus ganz Deutschland zu erkunden. „Als Innovationseinheit ist es uns wichtig, über den eigenen universitären Tellerrand zu blicken“, sagt Prof. Dr. Hendrik Drachsler, Direktor von studiumdigitale. „Offener Austausch und Vernetzung machen Innovation überhaupt erst möglich.“ Davon können sich die Konferenzbesucher*innen in drei Workshops, zehn Vorträgen und 15 Ständen zum digitalen Lehren und Lernen überzeugen: So haben sie unter anderem die Möglichkeit, 3D-Scanning-Verfahren kennenzulernen, Future Learning Designs in Virtual Reality zu entdecken, OER zu gestalten, die richtige Engine für Serious Games auszuwählen und vieles mehr.

Jubiläumsfeier: 20 Jahre studiumdigitale
Während die #EduNext25 dieses Jahr zum ersten Mal stattfindet, blickt der eLearning-Netzwerktag bereits auf 19 Jahre erfolgreiche Vernetzungen zurück. Als zentrale Innovationseinheit für technologiegestütztes Lehren und Lernen an der Goethe-Universität hat studiumdigitale in den vergangenen zwei Jahrzehnten zahlreiche Projekte und Netzwerke initiiert, welche die digitale Hochschulbildung nachhaltig geprägt haben. Das 20-jährige Bestehen wird im Anschluss an die Konferenz mit einer Jubiläumsfeier begangen: ein Anlass, um gemeinsam auf Erreichtes zurückzublicken und in eine innovationsreiche digitale Zukunft zu blicken.

Um Anmeldung bis spätestens 10. November wird gebeten.
Anmeldung und Programm: https://edunext25.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/ 

Kontakt: 
Franziska Pleßke, studiumdigitale, Tel. +49 (0) 173 320 95 73, plesske@sd.uni-frankfurt.de; Dr. Ulrike Mascher, studiumdigitale, Tel. +49 (0) 174 269 23 84, mascher@sd.uni-frankfurt.de; allgemeine Anfragen: edunext25@studiumdigitale.uni-frankfurt.de 

Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de