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Pressestelle Goethe-Universität

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Jun 21 2024
15:09

Der renommierte Kant-Experte Arthur Ripstein spricht bei den Frankfurt Lectures des Forschungszentrums „Normative Ordnungen“

Die Grundlagen öffentlicher Macht 

FRANKFURT. Mit welchem Recht darf ein Staat Hoheitsgewalt beanspruchen? Wie muss das Handeln seiner Repräsentant*innen beschränkt werden, damit dadurch keine herrschaftliche Willkür, sondern demokratische Selbstgesetzgebung zum Ausdruck kommt? Und wie müsste ein Begriff der Öffentlichkeit aussehen, der darauf Antworten liefert, die auf der Höhe der Zeit sind? Diesen Fragen stellt sich der kanadische Philosoph Arthur Ripstein in den Frankfurt Lectures „The Idea of the Public: Two Kantian Themes“ am Montag und Dienstag, den 8. und 9. Juli 2024, jeweils um 18:15 Uhr im Raum EG.01 des Gebäudes „Normative Ordnungen“.

Seine Antworten entwickelt Ripstein im Ausgang von der Philosophie Immanuel Kants, dessen Geburtstag sich dieses Jahr zum 300. gejährt hat, der aber immer noch Problemlösungen für die Herausforderungen der Gegenwart parat hält. 

Die erste Vorlesung „The Idea of the Public“ am 8. Juli widmet sich der Grundsatzfrage nach der Rechtfertigung für staatliche Hoheitsrechte, etwa Steuern zu erheben oder Verbrechen zu bestrafen. Ripstein grenzt seinen kantischen Ansatz eines genuin öffentlichen Vernunftgebrauchs von gängigen wissenschaftlichen Positionen ab und gibt dem demokratischen Rechtsstaat dadurch eine neue Grundlage. 

Die zweite Vorlesung am 9. Juli wendet sich unter dem Titel „Giving Laws to Ourselves“ dem Problem zu, dass jede Ausübung öffentlicher Macht letztlich von Entscheidungsträger*innen abhängt, die individuelle Faktoren in ihre Handlungen einfließen lassen. Dies führt zur Frage, wie deren mögliche Willkür so eingegrenzt werden sollte, dass die von den Entscheidungen Betroffenen sie als Ausdruck von Selbstgesetzgebung verstehen können.

Arthur Ripstein ist Professor für Rechtswissenschaften und Philosophie an der Faculty of Law sowie an dem Department of Philosophy der University of Toronto. Er hat an der University of Manitoba und der Yale University studiert und wurde an der University of Pittsburgh promoviert. 2021 wurde seine Forschung mit dem Killam Prize des Canada Council for the Arts ausgezeichnet. Ripstein ist einer der weltweit führenden Experten für die Philosophie von Immanuel Kant. Seine Arbeit erstreckt sich von der Geschichte der Philosophie über Gerechtigkeitstheorien bis hin zum Delikts- und Kriegsrecht. Mit seinen Beiträgen auf diesen Gebieten hat er zu einigen der drängendsten Diskussionen unserer Zeit beigetragen, etwa zu denen über das Verhältnis zwischen individueller Verantwortung und sozialer Gleichheit, über den legitimen Einsatz öffentlicher Macht oder über die Moral und Rechtmäßigkeit von Kriegen.

Weitere Informationen unter: https://www.normativeorders.net/the-idea-of-the-public-two-kantian-themes/ 

Plakat zum Download: https://www.uni-frankfurt.de/154747013

Weitere Informationen
Anke Harms
Referentin für Wissenschaftskommunikation des Forschungszentrums „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität 
anke.harms@normativeorders.net
069/798-31407
www.normativeorders.net


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de