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Sep 9 2021
17:02

Wie ultrakonservative Netzwerke Politik mit Frauen und Familie machen – zweitägiges Forum des Frankfurter Kunstvereins und des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität

Der Körper als Schlachtfeld

Wie ultrakonservative Akteure weltweit gegen die Errungenschaften der Frauenbewegung Allianzen schmieden und eine vermeintlich „natürliche Ordnung“ wiederherstellen wollen, ist Thema des zweitägigen Forums am 18. und 19. September im Frankfurter Kunstverein und online. Neben anderen Referent*innen spricht die renommierte politische Philosophin Prof. Dr. Nancy Fraser von der New School for Social Research. 

FRANKFURT. Gerade einmal fünfzig Jahre nach der Frauenbewegung stehen Errungenschaften, die wir längst für selbstverständlich gehalten hatten, unter Beschuss. Weltweit sind politische ultrakonservative Akteure auf dem Vormarsch, die eine vermeintlich „natürliche Ordnung“ wiederherstellen wollen. Aufgeweicht oder abgeschafft werden unter anderem das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, das Recht auf Schutz vor häuslicher Gewalt, der Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen sowie zu modernen Fortpflanzungstechnologien. Auch auf dem Arbeitsmarkt, in der Politik und der Kultur herrscht keine Geschlechtergerechtigkeit, vielerorts sinkt der Frauenanteil sogar wieder. 

Mit den Strategien radikaler Konservativer gegen eine pluralistische Gesellschaft befasst sich ein Forum des Frankfurter Kunstvereins gemeinsam mit dem Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität am 18. und 19. September. Unter dem Titel „Your body is a battleground – ultrakonservative Strategien zur Wiederherstellung einer ‚natürlichen Ordnung'“ werden Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen und Journalist*innen über Vorgehensweisen und Ziele von ultrakonservativen Netzwerken debattieren. 

Dabei geraten Akademiker*innen, religiöse Gruppierungen, Aktivist*innen, Adelige und Oligarchen in den Blick, die sich in transnationalen, also grenzüberschreitenden Allianzen zusammenschließen. Die Politik mit Frauen und Familie dient dabei auch einem allgemeineren Zweck: Mithilfe dieser Themen bauen Ultrakonservative weltweit ihre Netzwerke und ihre Macht aus. Durch veränderte Begriffe, Sprache, Bilder, kommunikative und operative Strategien gelingt es ihnen, fundamentalistische Positionen als normal darzustellen und so im Mainstream zu verankern. Diese Verschiebung der öffentlichen Debatte nach rechts hat gravierende Auswirkungen auf demokratische, pluralistische Gesellschaften und das alltägliche Zusammenleben. 

Es referieren und diskutieren unter anderem Prof. Dr. Thomas Biebricher, Copenhagen Business School und Forschungsverbund „Normative Ordnungen“, mit der Politikwissenschaftlerin und Publizistin Natascha Strobl und Prof. Dr. Sarah Speck, Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt auf Frauen- und Geschlechterforschung an der Goethe-Universität Frankfurt unter der Moderation von Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“. Eine weitere Referentin ist die renommierte politische Philosophin Prof. Dr. Nancy Fraser, New School for Social Research. Der politische Philosoph Prof. Dr. Rainer Forst, Co-Sprecher des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“ wird in ihren Vortrag einführen. 

Interessierte können an der Veranstaltung kostenlos und ohne Voranmeldung teilnehmen – vor Ort im Frankfurter Kunstverein oder online. Alle Beiträge werden live auf dem Youtube-Kanal des Frankfurter Kunstvereins übertragen (www.youtube.com/FrankfurterKunstverein). 

Die Veranstaltung wird vom Dezernat für Kultur und Wissenschaft sowie dem Dezernat für Umwelt und Frauen der Stadt Frankfurt gefördert. 

Ausführliches Programm vom 18.und 19. September und aktuelle Informationen: https://www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/your-body-is-a-battleground https://www.fkv.de/veranstaltung/forum-september-2021/ 

Bilder zum Download: https://www.fkv.de/presse/your-body-is-a-battleground/ 

Bildtext: Photographer: Frankfurter Kunstverein; ©Frankfurter Kunstverein 

Weitere Informationen 

Anke Harms
Referentin für Wissenschaftskommunikation des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität
069/798-31407
anke.harms@normativeorders.net;
www.normativeorders.net

Presseteam des Frankfurter Kunstvereins:
Jutta Käthler und Lotte Laloire
069/219 314 - 30
presse@fkv.de


Redaktion: Pia Barth, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12481, Fax 069 798-763-12531, p.barth@em.uni-frankfurt.de