Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017 – 2016

Veranstaltungen

Jun 1 2016
10:34

Der Autor Wolfgang Koeppen steht am 6. Juni 2016 im Fokus der Frankfurter Bürger-Universität

Begabter Schriftsteller mit Schreibhemmungen

FRANKFURT. Die Trilogie des Scheiterns gilt aus heutiger Sicht als eine der besten Werke deutscher Nachkriegsliteratur. Dem Schriftsteller Wolfgang Koeppen verhalf sie zum Durchbruch, wenngleich die Bücher zu der Zeit des Erscheinens kaum Wertschätzung erfuhren. In nur drei Monaten geschrieben, erschien 1951 der erste Roman der Reihe, „Tauben im Gras“. Zwei Jahre später folgten „Das Treibhaus“ und 1954 schließlich „Der Tod in Rom“. Danach verfasste er hauptsächlich nur noch Reiseberichte für den Süddeutschen Rundfunk. Koeppen litt unter Schreibhemmungen, vertröstete den Chef des Suhrkamp Verlages immer wieder trotz eines Autorenvertrags. Kollegen versuchten stets, den begabten Schriftsteller zum Schreiben weiterer Werke zu bewegen – weitestgehend vergebens. Nach dem Tod Koeppens 1996 wurden schließlich zahlreiche Schriftstücke in seinem Nachlass entdeckt. Der Autor schrieb viel auf, brachte es jedoch nie zu Ende.

1906 in Greifswald geboren, begann Koeppen, nach anfänglichen Erfahrungen am Theater als Schauspieler und Hilfsregisseur, zu schreiben, da sich sein Traum, Regie zu führen, nicht erfüllte. Seit 1931 war er zunächst freier Mitarbeiter und später Ressortleiter beim Berliner Börsen-Courier. Seinen ersten Roman „Eine unglückliche Liebe“ veröffentlichte er 1934. Darin verarbeitete der Schriftsteller seine unerwiderte Liebe zu einer Schauspielerin. Während des Zweiten Weltkriegs schrieb er neben Romanen auch Drehbücher. Doch keines hiervon wurde veröffentlicht.

Die Referentin Katharina Krüger beleuchtet in ihrem Vortrag die biografischen Stationen und literarischen Werke des Wolfgang Koeppen. Sie selbst studierte in Koeppens Geburtsort Greifswald Germanistik und arbeitete im Anschluss einige Jahre im Wolfgang-Koeppen-Archiv. Von 2012 bis 2014 war sie in dem DFG-Projekt "Wolfgang Koeppens Jugend -Nachlasserschließung, textgenetische Untersuchung, Digitalisierung und Edition" tätig, dessen Kern eine digitale textgenetische Edition von Koeppens Jugend bildet, die in Kürze im Suhrkamp Verlag erscheinen wird. Krüger vertritt an diesem Abend die ursprünglich für den Vortrag eingeladene Referentin, Saskia Hennig von Lange.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Wie wir wurden, wer wir sind“, die von Prof. Tilman Allert, Soziologe an der Goethe-Universität, kuratiert wird. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität im Sommersemester stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten deutscher Sozial- und Kulturgeschichte vor.

„Ich hatte es nicht leicht gehabt und machte es mir schwer“ – Wolfgang Koeppen
Referentin: Katharina Krüger
Zeit: Montag, 6. Juni 2016, 19.30 Uhr
Ort: Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt

Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.buerger.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Mai 31 2016
11:05

Einzigartiger Journalistenpreis von Goethe-Universität und FAZIT-Stiftung prämiert herausragenden Journalismus mit hochschul- und wissenschaftspolitischem Profil

Goethe-Medienpreis geht 2016 in neue Runde

FRANKFURT. Der „Goethe-Medienpreis für wissenschafts- und hochschulpolitischen Journalismus“ wird 2016 zum fünften Mal von Goethe-Universität und FAZIT-Stiftung ausgeschrieben.Die Jury aus renommierten Fachleuten sucht verständliche und stilistisch herausragende Beiträge, die markante Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich von Wissenschafts- und Hochschulpolitik einem breiten Publikum vermitteln. Preisträger der letzten Jahre haben zum Beispiel über so unterschiedliche Themen geschrieben wie die so genannte Kapazitätsverordnung, das Germanistik-Studium nach Einführung des Bachelors, die Präsenz von Humboldts Denken in deutschen Unis oder die Plagiatsaffäre Guttenberg.

Um den „Goethe-Medienpreis“ können sich deutschsprachige Print-, Hörfunk- und Online-Journalisten mit ihren Arbeiten bewerben, die nach dem 1. Januar 2015 erschienen sind. Interessente können sich selbst bewerben oder durch die Jury vorgeschlagen werden. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Juli 2016. Über die Preisvergabe entscheidet die Jury im November 2016. Die feierliche Preisvergabe erfolgt bei der DHV-Wissenschaftsgala im Frühjahr 2017 in Berlin.

Bitte schicken Sie Ihren Wettbewerbsbeitrag zusammen mit einer maximal einseitigen Erläuterung, warum Sie diesen für preiswürdig erachten, unter dem Stichwort „Goethe-Medienpreis“ an folgende Adresse:

Goethe-Universität Frankfurt, Abteilung PR und Kommunikation, Dr. Olaf Kaltenborn, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main.

Pro Bewerber ist nur ein Beitrag zulässig. Bei monothematischen Artikelserien von Autoren-Teams erfolgt eine Vergabe an alle Mitglieder der Gruppe zu gleichen Teilen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Es werden drei Preise vergeben:

1. Preis: 4.000 Euro
2. Preis: 1.800 Euro
3. Preis: 1.000 Euro

Preisträger 2014:

1. Preis (4000 Euro): Gerald Wagner (FAZ)
2. Preis (1800 Euro): Florian Felix Weyh (Deutschlandradio Kultur)
3. Preis (1200 Euro): Bernd Kramer (DUZ)

Nähere Informationen: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilung PR und Kommunikation, Campus Westend, Tel.: 069/798-13035, Fax.: 069/798 763 12531, kaltenborn@pvw.uni-frankfurt.de; http://goethe-medienpreis.uni-frankfurt.de/

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Mai 30 2016
13:56

Einladung zur Night of Science am 3. Juni

Es wird wieder spät

FRANKFURT. Am 03. Juni 2016 wird es am Campus Riedberg der Goethe-Universität wieder spät. Zum elften Mal laden die Studierenden der naturwissenschaftlichen Fachbereiche Schüler, Familien, Studierende und Nachwuchswissenschaftler zur „Night of Science“ ein. Zur Eröffnung um 17 Uhr spricht Dr. Sonja Eser, Expertin für regenerative Kreislaufwirtschaft von der Fachhochschule Salzburg, über „Alltagsgegenstände als Rohstofflager der Zukunft“.

Im Anschluss werden bis zum nächsten Morgen in über 70 Vorträgen alltägliche Themen anschaulich erklärt sowie topaktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse vorgestellt. Bei Laborführungen, Experimentierstationen und Mitmachangeboten können die Besucher in die faszinierende Welt der Forschung eintauchen und sich selbst als Wissenschaftlerin oder Wissenschaftler versuchen.

Angelehnt an das diesjährige internationale Wissenschaftsjahr „Global Understanding“, initiiert von der Internationalen Geographischen Union, liegt ein thematischer Schwerpunkt darin, nachhaltige Lebensweisen und die dauerhafte Nutzung von Ressourcen verständlich und praxisnah erfahrbar zu machen. Zusätzlich gibt es in diesem Jahr das „Geo-Special“als besondere Mitmachstation.

Neben dem Wissensdurst stillt die „Night of Science“ auch den physischen Durst. Das Angebot des Studentenwerks wird erweitert durch zahlreiche studentische Essensstände, Getränkestände, Kuchen und Stickstoffeis. Regionalen Bands sorgen für die musikalische Unterhaltung.

Informationen und Programm: www.nightofscience.de.

Forschung

Mai 30 2016
13:54

Der entscheidende Schritt findet in Dunkelheit statt

Lichtabhängiger Magnetkompass der Vögel

FRANKFURT. Zugvögel, aber auch Hühner, besitzen in ihrem Auge einen lichtabhängigen Kompass. Er gibt ihnen Informationen über die Richtung des Erdmagnetfelds. Wie dieser Kompass auf molekularer Ebene funktioniert, hat die Arbeitsgruppe von Prof. Roswitha Wiltschko zusammen mit französischen Kollegen herausgefunden.

Vögel haben zu ihrer Orientierung im Erdmagnetfeld zwei Sinnesorgane: Die Stärke des Magnetfeldes messen sie in ihrem Schnabel. Die Richtungsinformation wird im Auge wahrgenommen. Die dort vorhandenen Zapfen, die auf UV-Licht reagieren, enthalten eine Form des Proteins Cryptochrom. Bereits vor fünf Jahren vermutete ein Forscherteam der Goethe-Universität Frankfurt, in dem auch die Arbeitsgruppe von Roswitha und Wolfgang Wiltschko beteiligt war, dass dieses höchstwahrscheinlich für die Orientierung im Magnetfeld zuständig ist.

Im Cryptochrom findet eine zyklische Reaktion statt, die aus einem lichtabhängigen und einem lichtunabhängigen Teil besteht. Insbesondere entstehen in diesem Zyklus zwei Radikalpaare, die aufgrund ihres ungepaarten äußeren Elektrons auf das Magnetfeld der Erde reagieren. Die Frankfurter Arbeitsgruppe hat nun in Kooperation mit der französischen Université Pierre et Marie Curie herausgefunden, welches dieser Radikalpaare entscheidend für die Orientierung im Erdmagnetfeld ist.

In einer Studie mit Rotkehlchen wurden die Vögel wechselweise zwei verschiedenen Bedingungen ausgesetzt: Im Rhythmus von einer Sekunde schalteten die Forscher entweder das Licht oder das Erdmagnetfeld aus. Es zeigte sich, dass die Vögel sich auch unter diesen Bedingungen an den Magnetfeldlinien der Erde orientieren können. Dies lässt darauf schließen, dass das „lichtunabhängige Radikalpaar“ für die Wahrnehmung der Magnetfeldlinien zuständig ist. Licht wird nur benötigt, um den Zyklus in Gang zu halten.

„Das ist der erste Beleg dafür, dass das in Dunkelheit produzierte Radikalpaar entscheidend für den Magnetkompass ist“, sagt Prof. Roswitha Wiltschko. Da Cryptochrome in anderen Organismen ausschließlich der Wahrnehmung von Licht dienen, deutet die Studie auf eine besondere evolutionäre Adaption in Vögeln hin.

Informationen:  Prof. Roswitha Wiltschko & Christine Nießner, Institut für Ökologie und Diversität, Prof. Wolfgnag Wiltschko, Institut für Zellbiologie und Neurowissenschaften;  Biologicum, Max-von-Laue-Str., Tel: (069) 798-42119 u.( 06032) 81206; wiltschko@bio.uni-frankfurt.de; c.niessner@bio.uni-frankfurt.de.

Publikation: Wiltschko R, Ahmad M, Nießner C, Gehring D, Wiltschko W. 2016 Light-dependent magnetoreception in birds: the crucial step occurs in the dark. J. R. Soc. Interface 20151010.

http://dx.doi.org/10.1098/rsif.2015.1010

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Mai 30 2016
13:53

Der niederländische Autor Ernest van der Kwast und die flämische Schriftstellerin Saskia de Coster zu Gast auf dem Campus Westend – Eine Veranstaltung des Lektorats Niederländisch

Zwei Familienromane: der eine sinnlich, liebevoll, der andere bitterböse

FRANKFURT. In der Reihe „Auf der Buchmesse 2016 Niederlande & Flandern“ organisiert das Lektorat Niederländisch der Goethe-Universität die 8. Veranstaltung. Diesmal sind zu Gast: der niederländische Autor Ernest van der Kwast mit seinem Erfolgsroman „De ijsmakers“, im Mai bei btb („Die Eismacher“) erschienen, und die flämische Schriftstellerin Saskia de Coster mit ihrer erfolgreichen Familiengeschichte „Wij en ik“, im März 2016 bei Klett-Cotta („Wir & ich“) herausgekommen. Beide Autoren sind gefeierte Größen in ihren Herkunftsländern. Die zweisprachige Lesung findet statt:

am 3. Juni (Freitag) um 19 Uhr
auf dem Campus Westend, Casinogebäude, Raum 1.801.

Vorgestellt werden zwei Familienromane, aber damit hört jegliche Gemeinsamkeit auch schon auf. Ernest van der Kwast (geb. 1981) beschreibt sinnlich, liebevoll, und passend zur Saison, eine Familie von italienischen Eismachern: Jedes Jahr im Frühling verlassen sie die Berge in Nord-Italien, kreieren voller Hingabe immer neue Eissorten und widmen sich ihren Kunden in ihren Eisdielen in den Niederlanden und Deutschland. Und im Herbst kehren sie wieder zurück in die Heimat. Ein wehmütiger Roman über die Passion des Eismachens, die immerwährende spannende Suche nach neuen Geschmacksrichtungen und die historischen Hintergründe der ersten „gelatieri“, die Eis aus den Bergen holten, um Speiseeis herzustellen. Gleichzeitig wird das Leben zweier Brüder erzählt, von denen sich der eine für die Poesie und der andere für das Eis entscheidet.

Saskia de Coster (geb. 1976), die laut Schriftstellerkollege Tom Lanoye den „widerspenstigsten, bizarrsten und attraktivsten Schreibstil des Landes hat“, malt dahingegen ein bitterböses Porträt einer Familie im bürgerlichen Flandern der beiden letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Der Roman besticht durch die genaue Observation und Beschreibung aller Neurosen, Tics und fixen Ideen der Protagonisten. Manchmal zärtlich, häufiger beklemmend bitter, beschreibt de Coster die Leere und die Aussichtslosigkeit des Lebens einer Kleinfamilie, versteckt hinter den alarmgesicherten Mauern ihrer kleinen Villaburg auf einem Hügel, wo nur neureiche Gleichgesinnte wohnen. Das Leben mit selbstauferlegten Pflichten und Zwängen wird zum eigenen Gefängnis, aus dem sich die einzige wohlbehütete Tochter Sarah durch eine Flucht in die USA zu befreien versucht. Der Roman liest sich auch als Parodie auf den belgischen Baustil. 

Informationen: Laurette Artois, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Lektorat Niederländisch, Campus Westend, Tel.: (069) 798 32851, artois@lingua.uni-frankfurt.de; www.uni-frankfurt.de/42255016/Veranstaltungsreihe