Sonstige
Aventis Foundation fördert „Academic Welcome Program“: qualifizierten Flüchtlingen soll Teilhabe an Bildung ermöglicht werden.
FRANKFURT. Als Bürgeruniversität möchte die Goethe-Universität zur Lösung von gesellschaftlichen Herausforderungen beitragen. Mit dem "Academic Welcome Program for highly qualified refugees" soll ein Beitrag dazu geleistet werden, hochqualifizierten Flüchtlingen die Integration in Deutschland zu erleichtern. Durch den Zugang zu universitärer Bildung, akademischer Infrastruktur und Netzwerken will die Goethe-Universität Geflüchteten, die einen Hochschulzugang in Deutschland haben oder die im Heimatland bereits studiert haben, sowohl Orientierung vermitteln als auch Teilhabe ermöglichen.
Universitätsvizepräsidentin Prof. Tanja Brühl betont: „Ich freue mich, das in kurzer Zeit das Begrüßungsprogramm konzipiert werden konnte und nun auch mit der Förderung der Aventis Foundation umfassend umgesetzt werden kann. Als Universität, die von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Frankfurt gegründet wurde, sehen wir uns in der Verantwortung, auf aktuelle Entwicklungen zu reagieren. Daher wollen wir gerne den neu in unsere Stadt und Region hinzu gekommenen Menschen aus Krisenregionen Zukunftsperspektiven bieten.“
Gefördert wird das Programm mit 50.000 Euro von der Aventis Foundation. Deren Geschäftsführender Vorstand Eugen Müller erläutert das Engagement der Stiftung: "Die Aventis Foundation möchte einen Beitrag leisten zur Bewältigung der aktuellen, drängenden Flüchtlingsproblematik. Darum sind wir auf unsere langjährigen Projektpartner im Rhein-Main Gebiet zugegangen mit der Frage nach bereits laufenden oder geplanten Flüchtlings-Initiativen, die wir finanziell unterstützen können. Wir freuen uns, dass es mit der Goethe-Universität sehr schnell und unbürokratisch zu einer Vereinbarung gekommen ist. Durch das großartige Engagement der Universität und ihrer Studenten können unsere Mittel gezielt und effizient eingesetzt werden und kommen unmittelbar den Flüchtlingen zugute.“
Ebenfalls gefördert wird im Rahmen des Academic Welcome Program der von Studierenden der Goethe-Universität gegründete Verein aeWorldwide. Bereits seit zwei Jahren engagieren sich ehrenamtlich u.a. Studierende der Goethe-Universität und organisieren Projekte für hochqualifizierte Flüchtlinge. Beispielsweise helfen sich in Form von Tandems Flüchtlinge und Studierende gegenseitig. Regelmäßig können sich alle Teilnehmenden zu akademischen Themen austauschen. Mit Seminaren und Veranstaltungen wird eine Lobby für Flüchtlinge geschaffen. In Sprechstunden und Coachings-Sessions erhalten Flüchtlinge eine professionelle Beratung.
Weitere Informationen:
Academic Welcome Program: www.uni-frankfurt.de/58025323/Academic-Welcome-Program
aeWorldwide: www.aeWorldwide.de
Veranstaltungen
Naturwissenschaftler und Philosophen treffen sich am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität
FRANKFURT. „The Moral Challenge of Dangerous Climate Change“ – die jüngste Studie von Darrel Moellendorf, Professor für Internationale Politische Theorie am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität, trägt es schon im Titel: Der Klimawandel ist nicht nur ein Thema für Naturwissenschaften und Technik, auch geisteswissenschaftliche, zumal philosophische Überlegungen sind gefragt – insbesondere bei den „moralischen Herausforderungen des gefährlichen Klimawandels“. Um das Gespräch zwischen den Wissenschaften zu fördern, veranstaltet Moellendorf am 1. und 2. Oktober die internationale und vor allem auch interdisziplinäre Konferenz „Overshooting 2° C: Moral and Policy Considerations“.
Es erscheint durchaus möglich, dass über das Zwei-Grad-Ziel „hinausgeschossen“ wird. Zwar haben sich die Staaten auf dem Weltklimagipfel des Jahres 2010 darauf geeinigt, dass die Erderwärmung höchstens auf zwei Grad Celsius steigen solle. Doch der Trend zur weiteren Erwärmung scheint ungebrochen. Laut aktuellen Schätzungen wäre die Zwei-Grad-Erwärmung nach dem Ausstoß von insgesamt einer Billion Tonnen CO2 erreicht. Vom Beginn der Industrialisierung bis heute sind etwa 585 Millionen Tonnen in die Atmosphäre gelangt. Bei der gegenwärtigen Emissionsrate würde die billionste Tonne in den ersten Monaten des Jahres 2039 ausgestoßen werden.
Bislang, so Darrel Moellendorf, habe der Prozess multilateraler internationaler Verhandlungen – häufig nach dem Prinzip „pledge and review“, das auf freiwilligen Zusagen beruht – keine hinreichenden Erfolge gezeitigt. Nun richten sich alle Augen auf den kommenden Klimagipfel, der Ende November in Paris beginnen wird. Dort soll ein Nachfolgevertrag für das Kyotoprotokoll von 1997 ausgehandelt werden. Der Pariser Gipfel hat den Anspruch, einen umfassenden Plan zur Schadensminimierung zu verabschieden, der 2020 in Kraft treten soll. Beobachter betonen die eminente Wichtigkeit des Pariser Treffens mit seinen, wenn’s gut geht, entscheidenden Weichenstellungen.
Auf der Frankfurter Konferenz geht Darrel Moellendorf in seinem Tagungsbeitrag der grundsätzlichen Frage nach, ob der gefährliche Klimawandel denn überhaupt noch abgewendet werden könne („Can Dangerous Climate Change Be Avoided?”). Insgesamt stehen 14 Vorträge von ebenso vielen Teilnehmern auf dem Programm. Besprochen werden beispielsweise die Möglichkeiten der so genannten „Mitigation”, der Entwicklung neuer Technologien, Verfahren und Strategien, mit denen eine deutliche Minderung des Ausstoßes klimarelevanter Gase erreicht werden kann. Auch „Adaption“, also die Anpassung an jetzt schon unvermeidbare Folgen des Klimawandels ist ein Thema. Hinzu kommt die Erörterung desGeo- oder Climate-Engineering. Damit verbunden sind großräumige Eingriffe in die chemischen und biochemischen Kreisläufe der Erde, um sie künstlich abzukühlen.
Und nicht zuletzt geht es um den Zusammenhang zwischen Klimawandel und globaler Gerechtigkeit: Welche Ansprüche haben die ohnehin ärmeren Länder, die unter einer ungebremsten Erderwärmung am meisten leiden würden? Nach Ansicht Darrel Moellendorfs dürfe sich eine globale Klimapolitik nicht darauf beschränken, allein den Klimawandel begrenzen zu wollen; sie müsse zugleich die Bekämpfung der Armut im Blick behalten.
Neben Moellendorf kommen noch vier andere Teilnehmer aus Frankfurt, unter ihnen Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und Wissenschaftlicher Koordinator des Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F), einer gemeinsamen Einrichtung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Goethe-Universität. Weitere Experten reisen aus den USA, Australien und England an.
Veranstaltungsort der zweitägigen Konferenz ist das Gebäude „Normative Ordnungen“ des Exzellenzclusters (Raum EG.01) auf dem Campus Westend der Goethe-Universität. Die Konferenzsprache ist Englisch. Interessierte sind herzlich willkommen. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Programm: www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/alleveranstaltungen/3972-1-2-oktober-2015
Information und Anmeldung: Professur für Internationale Politische Theorie, Sekretariat, Ellen Nieß, Exzellenzcluster Normative Orders, Campus Westend, Tel. (069) 798-31521, ellen.niess@normativeorders.net, www.normativeorders.net
Forschung
Frankfurter Physiker untersuchen Entstehung protonenreicher Elemente in den Sternen/ schwere Ionen treffen auf ruhende Protonen
FRANKFURT. Die Synthese schwerer Elemente in den Sternen oder bei Supernovae ist in großen Teilen verstanden: Die meisten Isotope der Elemente schwerer als Eisen enstehen durch eine Reihe von Neutronen-Einfangprozessen und anschließenden radioaktiven Zerfall. Rätselhaft bleibt bis jetzt die Entstehung einiger Dutzend natürlich vorkommender protonenreicher Kerne. Astrophysiker vermuten, dass sie zum Teil eine Folge von Protoneneinfängen an schon vorhandenem Material sind und untersuchen dies in Beschleunigern. Die Gruppe um Prof. René Reifarth von der Goethe-Universität hat nun eine clevere Methode gefunden, die Ausbeute dieser Reaktionen deutlich zu erhöhen.
Bisher untersuchten Physiker die Protonen-Einfangreaktion, indem sie einen Protonenstrahl erzeugten und auf die Probe eines der protonenreichen Elemente prallen ließen. Problematisch wird diese Methode, wenn die Probe aus einem schnell zerfallenden radioaktiven Isotop besteht. Da solche Isotope an vielen wichtigen Proton-Einfang-Prozessen beteiligt sind, entzogen sich diese bisher der experimentellen Untersuchung. Nun hat die Gruppe von René Reifarth gezeigt, dass man die Rollen von Probe und Teilchenstrahl vertauschen kann. Sie schoss dazu einen Strahl frisch erzeugter Ruthenium-96-Ionen im Ionenspeicherring des GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung auf ein quasi ruhendes Protonengas.
„Auf diese Weise können wir später den teuren und kurzlebigen radioaktiven Schwerionenstrahl am effizientesten nutzen“, erklärt Reifarth die Vorteile der Methode. Zwar könnte man die Zahl der Protenen-Einfangreaktionen auch erhöhen, wenn man die durchquerte Protonenschicht dicker machte, müsste dann aber in Kauf nehmen, dass der Schwerionenstrahl deutlich abgebremst wird. Die Forscher verwenden daher nur eine sehr dünne Protonenschicht und lassen den Ionenstrahl im Ring kreisen, so dass er eine Million Mal pro Sekunde mit dem Protonengas kollidiert. In jedem Umlauf wird dann die im Protonengas verlorene Energie mit einem Elektronenkühler wieder zugeführt.
Publikation: Bo Mei et al. : First measurement of the Ru 96 (p,gamma)Rh 97 cross section for the p-process with a storage ring, in: Phys. Rev. C 92, 035803 (2 .9.2015) http://journals.aps.org/prc/abstract/10.1103/PhysRevC.92.035803
Informationen: Prof. René Reifarth, Institut für Angewandte Physik der Goethe-Universität und Sprecher des Helmholtz International Center for FAIR, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47442, Reifarth@physik.uni-frankfurt.de.
Veranstaltungen
Schöpfer der Frankfurter „Ampelmännchen“-Installation spricht auf Einladung des Marketing Club Frankfurt und der Goethe-Universität/Preisverleihung der Deutschen Gesellschaft für Kreativität
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,
Prof. Ottmar Hörl zählt zu den führenden, innovativen deutschen Konzeptkünstlern. Seine Kunstprojekte sind immer öffentlichkeitswirksame, identitätsstiftende Großereignisse. Doch hinter dem internationalen Erfolg steht die zentrale Vision: Kunst näher an ALLE Menschen heranzubringen. Ob 2500 Ampelmännchen anlässlich des 25. Jahrestages der deutschen Wiedervereinigung, Wagner-Skulpturen zu den Festspielen in Bayreuth oder über 400 Goethe-Figuren zum 100. Jubiläum der Goethe-Universität 2014 auf der Rasenfläche des IG-Farben-Hauses: Ottmar Hörls serielle Kompositionen – immer mit konzeptuellem Bezug zum jeweiligen Aufstellungsort – beeindrucken durch ihre Lebendigkeit, ihren bisweilen subversiven Humor, ihr großflächiges Arrangement und ihre kommunikative nachhaltige Wirkung.
Seine vom Ost-Ampelmännchen inspirierten Einheitsmännchen – sympathisches Symbol der deutschen Wiedervereinigung – bevölkern derzeit den Frankfurter Römer und haben bereits in der ersten Woche ein enormes Echo in der Öffentlichkeit ausgelöst. Die etwa 40 cm hohen grünen Kult-Figuren bilden gleichsam die Vorhut für die zentralen Wiedervereinigungsfeierlichkeiten, die dieses Jahr vom 2. bis 4. Oktober in Frankfurt stattfinden.
Auf Einladung des Marketing Club Frankfurts und der Goethe-Universität hält Prof. Ottmar Hörl an der Goethe-Universität einen Vortrag über sein Werk und seine Arbeitsweise.
am Donnerstag, den 1. Oktober 2015, 19:00 Uhr (Einlass 18:30 Uhr)
Campus Westend, Casino Gebäude, Renate von Metzler-Saal
Nina-Rubinstein-Weg 1, 60323 Frankfurt am Main
Bevor Ottmar Hörl das Wort ergreift, erhält er jedoch zunächst von der Deutschen Gesellschaft für Kreativität e.V. den CREO, einen Preis, der jährlich an besonders verdiente, in der Öffentlichkeit stehende Personen verliehen wird, die sich auf innovative Weise für die Förderung von Kreativität ausgezeichnet haben. Die Laudatio hält der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein.
Medienvertreter sind herzlich eingeladen, an der Preisverleihung und dem Vortrag von Ottmar Hörl teilzunehmen. Bitte teilen Sie uns mit (ott@pvw.uni-frankfurt.de), ob Sie kommen können.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Olaf Kaltenborn
Pressesprecher
Veranstaltungen
Offizielle Eröffnung mit dem hessischen Wissenschaftsminister Boris Rhein
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,
auf dem Campus Riedberg der Goethe-Universität wird am
Dienstag, den 29. September 2015, 14:30 Uhr,
Max-von-Laue-Str. 20, 60439 Frankfurt am Main
Hessens größte Uni-Kindertagesstätte „KAIROS“ von Wissenschaftsminister Boris Rhein, Finanzstaatssekretärin Dr. Bernadette Weyland sowie Unipräsidentin Prof. Birgitta Wolff offiziell eröffnet.
Wir laden Sie herzlich ein, an diesem medienöffentlichen Termin teilzunehmen. Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie kommen (ott@pvw.uni-frankfurt.de).
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Olaf Kaltenborn
Pressesprecher