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Pressestelle Goethe-Universität

Theodor-W.-Adorno Platz 1
60323 Frankfurt 
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Veranstaltungen

Jun 21 2017
10:49

Öffentliche Auftaktveranstaltung des LOEWE-Schwerpunkts „Religiöse Positionierung“

Navid Kermani und Jan Assmann im Gespräch über „Religiöse Differenz in pluraler Gesellschaft“

FRANKFURT. Mit einer öffentlichen Veranstaltung in der Goethe-Universität startet der neue LOEWE-Schwerpunkt „Religiöse Positionierung: Modalitäten und Konstellationen in jüdischen, christlichen und islamischen Kontexten“ in der kommenden Woche offiziell seine Forschungsarbeit. Zwei prominente Persönlichkeiten konnten die Organisatoren für ein Gespräch über „Religion und religiöse Differenz in pluraler Gesellschaft“ an der Goethe-Universität gewinnen: Dr. Navid Kermani, deutsch-iranischer Schriftsteller und habilitierter Orientalist, und Prof. Dr. Jan Assmann, Ägyptologe und Kulturwissenschaftler, Emeritus der Universität Heidelberg. Es findet statt

am 28. Juni (Mittwoch) um 18.15 Uhr
im Hörsaalzentrum, HZ 1, Campus Westend.

Nach der Vorstellung des Forschungsschwerpunkts durch Prof. Dr. Christian Wiese, Sprecher des vom Land Hessen geförderten Forschungsverbunds und Inhaber der Martin-Buber-Professur für jüdische Religionsphilosophie, wird zunächst Isaak Dentler, Schauspiel Frankfurt, das Kapitel „Licht“‘ aus Kermanis Buch „Ungläubiges Staunen. Über das Christentum“ lesen. Das Gespräch zwischen Assmann und Kermani moderiert Prof. Dr. Joachim Valentin, Direktor des „Haus am Dom“ und Mitglied des Beirats im LOEWE-Schwerpunkt.

Kermani, der 2015 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde, war schon mehrmals zu Gast an der Goethe-Universität, u.a. hielt er 2010 die viel beachtete Poetik-Vorlesung. Der Orientalist kritisiert einen mit der „kompletten Verdrängung des Religiösen“ einhergehenden „religiösen Analphabetismus“, der zu einer „grundlegenden Verarmung der Gesellschaft“ führe. Religiöse Toleranz und Religionsfreiheit benennt er als bedeutsame europäische Werte und fordert, im Sinne der Aufklärung, Achtung vor dem Glauben und der Weltanschauung anderer. Assmann, der sich insbesondere als Ägyptologe einen Namen gemacht hat, ist unter anderem durch Arbeiten zur Theorie des kulturellen Gedächtnisses hervorgetreten. Er hat mit seinen Reflexionen über die „mosaische Unterscheidung“ zwischen wahr und falsch wichtige Debatten über das Verhältnis von Monotheismus und Gewalt sowie über die Pluralismusfähigkeit der monotheistischen Religionen ausgelöst.

Der LOEWE-Schwerpunkt

„Aktuelle Debatten über die gesellschaftlichen und kulturellen Folgen der Zuwanderung von Geflüchteten zeigen, dass sich Einwanderungsgesellschaften künftig auf ein weit höheres Maß an religiös-kultureller Pluralisierung und dadurch ausgelösten Ängsten und Konflikten einstellen müssen“, so der Sprecher des Forschungsverbundes, Christian Wiese. Und hier setzen die Forscherinnen und Forscher mit ihrem interdisziplinären und interreligiösen Konzept an: Sie untersuchen den Umgang der großen monotheistischen Religionen – Judentum, Christentum und Islam – mit religiöser Vielfalt und Differenz in Vergangenheit und Gegenwart. Dazu noch einmal Wiese: „Während andere interreligiöse Pluralismus- oder Dialogkonzepte zum Teil auf eine konsensorientierte, harmonisierende Überwindung von Gegensätzen zielen, wählen wir eine andere Perspektive: Wir gehen davon aus, dass Religionen grundsätzlich positionell und somit konflikthaft, deshalb aber nicht zwangsläufig pluralismusunfähig sind, sondern Differenzen ernst nehmen und zu achten vermögen.“

Das Projekt wird vom Land Hessen mit einer Summe von knapp 4,5 Millionen Euro gefördert, der Förderzeitraum reicht von 2017 bis 2020. Federführende Institution ist die Goethe-Universität, sie kooperiert mit der Justus-Liebig-Universität Gießen. „Die Kooperation zwischen den beiden Universitäten in Frankfurt und Gießen leistet schon seit einigen Jahren einen innovativen Beitrag zu Fragen von Religion und Gesellschaft, religiöser Differenz und Interreligiösität sowie Migration und Integration. Darauf gilt es jetzt aufzubauen“, sagt Prof. Dr. Roderich Barth, Mitantragssteller aus Gießen und inzwischen Professor an der Universität Leipzig. Der Fachbereich Evangelische Theologie an der Goethe-Uni ist bereits mit dem Institut für Theologie an der Justus-Liebig-Universität eng verbunden; gemeinsam werden auch nichtkonfessionelle religionswissenschaftliche und –philosophische Studiengänge angeboten, die programmatisch auf die Thematik religiöser Vielfalt ausgerichtet sind. Ferner hat das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Land Hessen geförderte Zentrum für Islamische Studien Frankfurt/Gießen in den vergangenen Jahren eine führende Rolle im Bereich einer modernen islamisch-theologischen Wissenschaft eingenommen. Alle beteiligten Disziplinen, darunter auch die Jüdischen Studien und die beim Exzellenzcluster „Normative Orders“ angesiedelten Projekte, werden die Mitwirkung an dem Forschungsschwerpunkt auch dazu nutzen, um bestehende internationale Kooperationen auszubauen und neue zu initiieren.

Inzwischen haben – neben der Koordinatorin Dr. Nina Fischer – zehn Postdocs und sechs Promovierende aus Deutschland, Israel, Syrien und den USA ihre interdisziplinäre Arbeit an 13 Teilprojekten aus der Theologie, Religionswissenschaft, Ethnologie, Soziologie und Judaistik sowie den Islamischen Studien und den Erziehungswissenschaften aufgenommen. Sie werden nicht nur ihre Forschungsergebnisse publizieren, sondern darüber hinaus eine Vielzahl von Konferenzen und Workshops durchführen und insbesondere Veranstaltungen und Gesprächsforen zu gesellschaftlich aktuellen Themen mit anderen Bildungseinrichtungen in der Stadt Frankfurt und in der Region initiieren. Die Zusammenarbeit mit dem Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg ermöglicht es zudem, zeitweise Fellows aus dem In- und Ausland einzuladen, die das Themenspektrum des Forschungsschwerpunkts über die beteiligten Teilprojekte hinaus bereichern werden.

Information: Prof. Dr. Christian Wiese, Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, Fachbereich Evangelische Theorie, Campus Westend, Tel. (069) 798 33313; E-Mail: c.wiese@em.uni-frankfurt.de, und Dr. Nina Fischer, LOEWE-Schwerpunkt „Religiöse Positionierung“, Campus Bockenheim, Tel. (069) 798 33282; E-Mail: n.fischer@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 8 2017
11:05

Diskussionsabende an der Goethe-Uni: „regards croisés“ - ein deutsch‐französischer Blickwinkel

Frankreich und Deutschland im Superwahljahr 2017

FRANKFURT. 2017 ist für Frankreich und Deutschland ein Superwahljahr: Unsere französischen Nachbarn absolvieren von April bis Juni einen Wahlmarathon, und im September finden Bundestagswahlen statt. Im Rahmen eines interdisziplinären Lehrprojekts laden das Institut für Romanische Sprachen und Literaturen sowie das Institut für Politikwissenschaft ein zu zwei Diskussionsabenden mit Gästen aus Frankreich und Deutschland. Der erste Abend ist dem Thema gewidmet:

„Frankreich: Ein Land im Ausnahmezustand wählt“
12. Juni 2017, 18 (s.t.) Uhr
Campus Westend, Raum: PEG 1.168

Die französischen Präsidentschaftswahlen 2017 und der erste Wahldurchgang der Parlamentswahlen (11. Juni) werfen Fragen auf für Politik und Gesellschaft in Frankreich, und für die deutsch-französische Zusammenarbeit in Europa. Am 12. Juni diskutieren der Politikwissenschaftler und Wahlforscher Dr. Bruno Cautrès (SciencesPo Paris) und der Romanist und Frankreichkenner Prof. Dr. Hans‐Jürgen Lüsebrink (Universität des Saarlandes) über die Lage in Frankreich. Das Gespräch findet in deutscher und französischer Sprache statt (Dolmetscherin: Heidi Ruppert) und wird moderiert von der Politikwissenschaftlerin und Europaforscherin Prof. Dr. Sandra Eckert (Goethe Universität).

Ein zweiter Diskussionsabend am 27. Juni wird die Frage erörtern:

„Deutschland: Stabilitätsanker oder Land im Umbruch?“
27. Juni 2017, 19 (s.t.) Uhr,
Campus Westend, Raum: Casino 1.801.

Es diskutieren die Historikerin und Deutschlandexpertin Prof. Dr. Hélène Miard‐Delacroix (Université Paris Sorbonne, im WS 2016/17 Alfred‐Grosser‐Gastprofessur an der Goethe-Universität) und die Politikwissenschaftlerin und Wahlforscherin Prof. Dr. Sigrid Roßteutscher (Goethe-Universität) über ihre Einschätzungen zu den Bundestagswahlen 2017, sowie die Rolle der künftigen Bundesregierung in Europa. Die Moderation übernimmt der Historiker Prof. Dr. Pierre Monnet, Forschungsdirektor an der École des Hautes Études en Sciences Sociales Paris und Leiter des Deutsch‐Französischen Instituts der Geschichts‐und Sozialwissenschaften an der Goethe-Universität.

Die Leitung des interdisziplinären Lehrprojektes, das vomFörderfonds Lehrean der Goethe-Universität unterstützt wird, liegt bei Valérie Kuhlmann (Fachbereich 10) und Prof. Dr. Sandra Eckert (Fachbereich 03). Die Veranstaltung ist Teil der Vortragsreihe EuropaDialoge/Dialogues d’Europe und des Rahmenprogrammes „Frankreich. Ehrengast der Frankfurter Buchmesse“. Die EuropaDialoge werden organisiert am Forschungskolleg Humanwissenschaft (Leitung Prof. Dr. Matthias Lutz‐Bachmann) und am Deutsch‐Französischen Institut der Geschichts‐und Sozialwissenschaften (Leitung Prof. Dr. Pierre Monnet).

Veranstaltungen

Mai 16 2017
13:14

Auftakt der Vortragsreihe „Imperien und ihr Ende“ im Schloss Bad Homburg

1917: multiethnische Imperien in der Krise

BAD HOMBURG. Bis in das 20. Jahrhundert hinein lebten in Imperien wie der Habsburger Monarchie Angehörige verschiedener Religionen und Volksgruppen meist friedlich zusammen – das war damals der „historische Normalfall“. Was passiert jedoch, wenn das multiethnische Geflecht in Ungleichgewicht gerät und die Kategorie der „Nation“ in den Vordergrund rückt? Jörn Leonhard, Professor für Neuere und Neueste Geschichte Westeuropas an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, widmet sich in seinem Vortrag „Die Krise der Loyalität: Die multiethnischen Imperien im Schlüsseljahr 1917“ dieser Frage und wirft einen Blick auf das für das Ende von Imperien schlüsselhafte Jahr 1917

am Donnerstag (18. Mai) um 19 Uhr
im Schloss Bad Homburg.

Schon seit Beginn des Ersten Weltkrieges hatten die europäischen Kriegsakteure auf das Prinzip von Nation und Nationalstaat gesetzt, um Verbündete zu gewinnen. Damit aber provozierten sie in den Gesellschaften der multiethnischen Imperien Russlands, der Habsburger Monarchie und des Osmanischen Reiches umfassende nationalpolitische Erwartungen. Das erklärt weitere Phänomene: die deutsche Unterstützung für ukrainische und finnische Nationalisten, die Konkurrenz von Deutschen und Russen um polnische Unterstützung, wobei den Polen im Gegenzug weitgehende nationale Autonomie versprochen wird, die Unterstützung aus London und Paris für palästinensische und arabische Unabhängigkeitsbewegungen gegen das Osmanische Reich, aber auch die Angst der Briten vor einer osmanischen Strategie, die Inder gegen die britische Herrschaft aufzuwiegeln. Vor diesem Hintergrund beleuchtet Jörn Leonhard die Krise überkommener Loyalitäten in den multiethnischen Großreichen im Schlüsseljahr des Krieges.

Jörn Leonhards Vortrag ist Auftakt der fünfteiligen Vortragsreihe „Imperien und ihr Ende“, die gemeinsam von der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen und dem Historischen Kolleg des Forschungskollegs Humanwissenschaften veranstaltet wird. Die Vortragsreihe wiederum ist Bestandteil des gleichnamigen Themenjahres im Historischen Kolleg, in dessen Rahmen dem „Imperium“ als wichtigem Forschungsgegenstand der Geschichte und Rechtsgeschichte mit einem reichhaltigen Forschungs- und Veranstaltungsprogramm Rechnung getragen wird.

Weitere Themen und Termine der Vortragsreihe im Überblick (Beginn jeweils 19 Uhr, Ort: Schloss Bad Homburg)

  • 8. Juni (Donnerstag): Ulrike Freitag (Professorin für Islamwissenschaft, Freue Universität Berlin) mit „Der Zusammenbruch des Osmanischen Imperiums und seine Folgen“
  • 22. Juni (Donnerstag): Joachim von Puttkamer (Professor für Osteuropäische Geschichte, Friedrich-Schiller-Universität Jena), „‘Möge Gott der Herr Rußland schützen.‘ Der Untergang des Zarenreiches in der Russischen Revolution“
  • 6. Juli (Donnerstag): Benedikt Stuchtey (Professor für Neuere Geschichte, Philipps-Universität Marburg), „Nach dem Krieg: Die Imperien in der Kritik“
  • 12. Juli (Mittwoch): Christoph Cornelißen (Professor für Neueste Geschichte, Goethe-Universität) „Der Zusammenbruch der Imperien in Europa und die Suche nach neuen Ordnungen“

Die Programmbeauftragten des Historischen Kollegs für das Themenjahr 2017 „Imperien und ihr Ende“ sind Christoph Cornelißen, Professor für Neueste Geschichte an der Goethe-Universität, und Thomas Duve, Direktor des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte und Professor für vergleichende Rechtsgeschichte an der Goethe-Universität. Das Forschungskolleg Humanwissenschaften ist Institute for Advanced Studies der Goethe-Universität in Kooperation mit der Werner Reimers Stiftung. In Zusammenarbeit mit dem Historischen Seminar der Goethe-Universität hat das Forschungskolleg 2014 das Historische Kolleg ins Leben gerufen. Es dient renommierten Historikern aller Welt als geisteswissenschaftliches Laboratorium und ist lebendiger Ort öffentlicher Debatten. Wissenschaftlicher Koordinator des Programms ist Andreas Fahrmeir, Professor für Neuere Geschichte an der Goethe-Universität. Hauptförderin des Historischen Kollegs ist die Dagmar-Westberg-Stiftung.

Informationen: Ellinor Schweighöfer, Forschungskolleg Humanwissenschaften, Am Wingertsberg 4, Bad Homburg, Tel.: 06172-13977-14 oder -0, schweighoefer@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de.Zu den Veranstaltungen im Schloss Bad Homburg ist keine Anmeldung erforderlich.

Sonstige

Mai 3 2017
17:48

Förderung universitärer Spitzenforschung im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften am Forschungskolleg Humanwissenschaften

Start des Goethe-Fellowship-Programms

FRANKFURT. Das Goethe-Fellowship-Programm, das 2017 mit der Berufung der ersten Goethe-Fellows beginnt, stand heute im Zentrum des Empfangs zur Eröffnung des Sommersemesters am Forschungskolleg Humanwissenschaften. Die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Birgitta Wolff, stellte das Programm als ein wichtiges Instrument universitärer Forschungsförderung vor. Das Programm wurde vom Direktor des Kollegs, Prof. Matthias Lutz-Bachmann, gemeinsam mit dem Direktorium des Kollegs und dem Präsidium der Universität entwickelt. Es geht darum, Professorinnen und Professoren der Universität bei der Entwicklung innovativer Fragestellungen im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften zu unterstützen.

Anfang 2017 wurden folgende Personen berufen: Die Soziologin Prof. Daniela Grunow möchte sich in ihrem Projekt mit dem Arbeitstitel „Contested Social Structures“ mit der disziplinenübergreifenden Analyse des Verhältnisses von sich wandelnder Sozialstruktur und politischer Orientierung befassen. Der Religionsphilosoph Prof. Christian Wiese möchte untersuchen, wie sich die Vertreter von Judentum, Christentum und Islam wechselseitig wahrnehmen und wie kulturelle Interaktionen, religiös-politische Konflikte und dialogische Annäherungen beschrieben werden können. Der Sinologe Prof. Iwo Amelung schließlich plant ein Projekt über „Chinesisches Wirtschaftsdenken“, das nicht nur theoriegeschichtlich interessant ist, sondern auch, angesichts der Wiedereingliederung Chinas in weltwirtschaftliche Zusammenhänge, aktuelle Relevanz hat. Dieses Projekt wird er gemeinsam mit dem Ökonomen Prof. Bertram Schefold durchführen, der als Senior Fellow ebenfalls Mitglied des Forschungskollegs Humanwissenschaften wird.

Konkret sieht das Programm vor, dass den Professorinnen oder Professoren, die als Goethe-Fellow ans Kolleg berufen werden, für vier Jahre die Zeit, der Raum und die Mittel gewährt werden, eine neue Forschungsidee auszuarbeiten – welche den Ausgangspunkt für die Beantragung eines größeren Drittmittelprojekts bilden könnte. Beispielsweise können sie am Kolleg einschlägige Tagungen mit internationalen Gästen organisieren oder Forschungspartner aus dem Ausland zur gemeinsamen Arbeit ans Kolleg einladen. Hierfür erhalten sie nicht nur eine finanzielle Unterstützung, sondern vor allem auch Zeit, da ihnen eine kleine Reduktion ihrer Lehrverpflichtungen an der Universität eingeräumt wird. Wichtig ist, dass das Programm auch die Mittel bereithält, den damit verbundenen Lehrausfall durch Gastdozenten zu vertreten.

Fortsetzung bestehender Programme im Sommersemester 2017

Gleichzeitig gehen die bereits bestehenden Projekte am Forschungskolleg Humanwissenschaften auch im Sommersemester weiter. Folgende Gastwissenschaftler sind dazu eingeladen, am Kolleg zu arbeiten: Der Wissenschaftshistoriker und Religionsphilosoph Menachem Fisch (Tel Aviv); die Politikwissenschaftler Sara Amighetti (London), Amy Hondo (Princeton), Rinku Lamba (Neu Delhi), Miriam Ronzoni (Manchester), Christian Schemmel (Manchester), Isaac Taylor (Oxford), Fabio Wolkenstein (London) und Caleb Yong (Oxford); die Philosophen Iain Macdonald (Montreal) und Cristian Dimitriu (Toronto) sowie die Historiker Gustavo Corni (Trient), Robert von Friedeburg Lincoln/UK, Grazyna Jurkowlaniec (Warschau), Maciej Ptaszynski (Warschau), Daniela Rando (Pavia) und Nicole Reinhardt (Durham).

Das Historische Kolleg beginnt, unter der Federführung von Christoph Cornelißen und Thomas Duve, mit einer Reihe von Vorträgen und wissenschaftlichen Veranstaltungen über „Imperien und ihr Ende“. Die Reihe EuropaDialoge/Dialogues d’Europe wird mit Vorträgen von Thomas Betzwieser und Podiumsdiskussionen zu den Wahlen in Frankreich fortgesetzt werden. Weitere Informationen finden sich auf der Homepage: www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de.

Forschungskolleg Humanwissenschaften
Am Wingertsberg 4
61348 Bad Homburg v.d. Höhe
Tel.: 06172/139770
E-Mail: info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Wissenschaftskommunikation
Beate Sutterlüty
Tel.: 06172 / 13977-15
E-Mail: b.sutterluety@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Historisches Kolleg im Forschungskolleg Humanwissenschaften
Ellinor Schweighöfer
Tel.: 06172 / 13977-14
E-Mail: schweighoefer@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Veranstaltungen

Apr 12 2017
17:01

Prof. Étienne François spricht am Forschungskolleg Humanwissenschaften über geschichtliche Identität des Kontinents

Vortrag: Europa als Erinnerungsgemeinschaft

BAD HOMBURG. Im Gegensatz zu den Jahren nach der Wiedervereinigung Deutschlands und Europas, die als Einstieg in ein neues Zeitalter des Friedens, der Freiheit und des Wohlstands gefeiert wurde, ist Europa heute Gegenstand von Diskussionen und Kritiken. Was ist Europa? Sind die Gemeinsamkeiten unter den Europäern stärker als ihre Unterschiede? Lässt sich Europa überhaupt als eine Gemeinschaft verstehen? Der deutsch-französische Historiker Prof. Étienne François wird in seinem Vortrag Perspektiven zur Beantwortung dieser entscheidenden Fragen aufzeigen:

am 18. April (Dienstag) um 19 Uhr im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg.

Im Rückgriff auf ein kürzlich abgeschlossenes, gesamteuropäisches Forschungsprojekt über europäische Erinnerungsorte wird Étienne François die unterschiedlichen Formen der „Gegenwart des Vergangenen“ beschreiben, die das heutige Europa im globalen Kontext kennzeichnen. Dabei zeigt sich, dass die Europäer – trotz der oft gegensätzlichen Erinnerungskulturen – Erben einer gemeinsamen Geschichte sind. Eine der größten Herausforderungen besteht deswegen darin, aus den unterschiedlichen und gespaltenen Erinnerungen teilbare und geteilte Erinnerungen zu machen. 

Étienne Françoisist vor allem durch die drei Bände „Deutsche Erinnerungsorte“, die er 2001 zusammen mit Hagen Schulze im Münchener Beck-Verlag herausgab. Seine Forschungen befassen sich mit der deutschen und europäischen Geschichte wie auch mit der Geschichte der Erinnerungskulturen.Étienne Françoislehrte an den Universitäten Nancy, Paris und Berlin und war zwischen 1992 und 1999 Gründungsdirektor des deutsch-französisches Forschungszentrums für Sozial- und Geisteswissenschaften „Centre Marc Bloch“ in Berlin. Er ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Die Vortragsreihe „EuropaDialoge/Dialogues d’Europe“ wird vom Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität und dem an der Goethe-Universität angesiedelten Deutsch-Französischen Institut der Geschichts- und Sozialwissenschaften „Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales“ gemeinsam veranstaltet und von Prof. Matthias Lutz-Bachmann, Direktor des Forschungskollegs) und Prof. Pierre Monnet (Direktor des Deutsch-Französischen Instituts) wissenschaftlich geleitet, die auch zur Einführung sprechen werden.

Informationen: Beate Sutterlüty, Forschungskolleg Humanwissenschaften, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg, Tel.: 06172-139770, sutterluety@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Um Anmeldung wird gebeten: info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Veranstaltungen

Feb 10 2017
13:56

Vorträge des Historikers Dominic Lieven zum Themenjahr des Historischen Kollegs „Imperien und ihr Ende“

Das Ende des russischen Zarenreichs

BAD HOMBURG/FRANKFURT. Imperien stellten bis zum 20. Jahrhundert den „historischen Normalfall“ dar; sie erhoben den Anspruch, ein Weltreich zu präsentieren. Imperien zeichnen sich durch bestimmte Charakteristika aus: eine Machtstruktur mit multiethnischer Bevölkerung und verschiedenen Religionen, eine einheitliche Außenpolitik, aber keine vereinheitlichte Rechtsordnung im Inneren. „Imperien und ihr Ende“ ist das Thema, dem sich das Historische Kolleg am Forschungskolleg Humanwissenschaften in diesem Jahr widmet. Dazu gehört auch eine öffentliche Vortragsreihe.

Der britische Osteuropa-Historiker Dominic Lieven widmet sich dem Ende des russischen Zarenreichs; er hält sowohl in Bad Homburg als auch an der Goethe-Universität einen Vortrag

am Donnerstag (16. Februar) um 19 Uhr im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg
Thema: „The End of Imperial Russia: Comparisons and Contexts“

am Freitag (17. Februar), 10 Uhr auf dem Campus Westend der Goethe-Universität, Seminarhaus Raum 3.108
Thema: Russia and the Coming of the Great War: anything new to say?

Lieven setzt sich mit dem schwierigen Transformationsprozess Russlands von einem erfolgreichen vormodernen Imperium zu einem Gemeinwesen des 20. Jahrhunderts auseinander. Er ist Professor für Russische Geschichte an der London School of Economics and Political Science sowie Senior Research Fellow des Trinity College Cambridge. Lieven gilt als Experte für die Geschichte des Russischen Kaiserreichs sowie die vergleichende Geschichte von Imperien.

Das Spektrum der weiteren Veranstaltungen reicht von der Fortsetzung imperialer Strukturen des Inka-Reiches durch die spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert bis zu den kolonialistischen Bestrebungen Italiens in Äthiopien im 19. und 20. Jahrhundert. Eine zusätzliche kleine Vortragsreihe in Kooperation mit der Verwaltung Staatlicher Schlösser und Gärten Hessen, die im Schloss Bad Homburg stattfinden wird, thematisiert nicht nur den Zusammenbruch von neuzeitlichen Imperien in verschiedenen Regionen, sondern beschäftigt sich auch mit der Suche nach neuen Ordnungen.

Weitere Themen und Termine im Überblick:

  • 18. Mai (Donnerstag), 19 Uhr, Schloss Bad Homburg: Jörn Leonhard (Professor für Neuere und Neueste Geschichte Westeuropas, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) zu „Imperien auf Abruf? Zur Lage der Imperien in Europa im Kriegsjahr 1917“
  • 8. Juni (Donnerstag), 19 Uhr, Schloss Bad Homburg: Ulrike Freitag (Professorin für Islamwissenschaft, Freue Universität Berlin) mit „Der Zusammenbruch des Osmanischen Imperiums und seine Folgen“
  • 22. Juni (Donnerstag.), 19 Uhr, Schloss Bad Homburg: Joachim von Puttkamer (Professor für Osteuropäische Geschichte, Friedrich-Schiller-Universität Jena) mit „‘Möge Gott der Herr Rußland schützen.‘ Der Untergang des Zarenreiches in der Russischen Revolution“
  • 6. Juli (Donnerstag), 19 Uhr, Schloss Bad Homburg: Benedikt Stuchtey (Professor für Neuere Geschichte, Philipps-Universität Marburg) mit „Antiimperialismus und der Zusammenbruch der Imperien“
  • 13. Juli (Donnerstag), 19 Uhr, Schloss Bad Homburg: Christoph Cornelißen (Professor für Neueste Geschichte, Goethe-Universität mit „Der Zusammenbruch der Imperien in Europa und die Suche nach neuen Ordnungen“
  • 5. September (Dienstag), 19 Uhr, Forschungskolleg Humanwissenschaften: Gustavo Corni (Professor für Zeitgeschichte, Universität Trient) zu „Ein Kolonialreich als late comer: Italien in Äthiopien“
  • 11. bis 12.Dezember, Forschungskolleg Humanwissenschaften: Vortrag und Gespräche mit Jeremy Mumford (Assistant Professor of History, Brown University Providence/Rhode Island) und Parker VanValkenburgh (Assistant Professor of Anthropology, Brown University) über „End of Empires – and their Afterlives: The case of late prehestoric and early colonial Peru”
  • 13. Dezember (Mittwoch, 19 Uhr, Forschungskolleg Humanwissenschaften: Abschlussveranstaltung: Podiumsdiskussion mit Experten zum Thema Imperien und ihr Ende

Die Programmbeauftragten des Historischen Kollegs für das Themenjahr 2017 sind Christoph Cornelißen, Professor für Neueste Geschichte an der Goethe-Universität, und Thomas Duve, Direktor des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte und Professor für vergleichende Rechtsgeschichte an der Goethe-Universität. Das Forschungskolleg Humanwissenschaften ist Institute for Advanced Studies der Goethe-Universität in Kooperation mit der Werner Reimers Stiftung. In Zusammenarbeit mit dem Historischen Seminar der Goethe-Universität hat das Forschungskolleg 2014 das Historische Kolleg ins Leben gerufen. Es dient renommierten Historikern aller Welt als geisteswissenschaftliches Laboratorium und ist lebendiger Ort öffentlicher Debatten. Wissenschaftlicher Koordinator des Programms ist Andreas Fahrmeir, Professor für Neuere Geschichte an der Goethe-Universität. Hauptförderin des Historischen Kollegs ist die Dagmar-Westberg-Stiftung.

Informationen: Ellinor Schweighöfer, Forschungskolleg Humanwissenschaften, Am Wingertsberg 4, Bad Homburg, Tel.: 06172-13977-14 oder -0, schweighoefer@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de. Um Anmeldung zu den Veranstaltungen im Forschungskolleg Humanwissenschaften wird gebeten: info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de.Zu den Veranstaltungen im Schloss Bad Homburg ist keine Anmeldung erforderlich.

Sonstige

Jan 24 2017
11:16

Frankfurter Stifterin mit 102 Jahren verstorben

Goethe-Universität trauert um Dagmar Westberg

FRANKFURT. Sie war eine große Persönlichkeit, eine großzügige Stifterin von Forschung und Kultur und ein gern gesehener Gast auf zahlreichen Veranstaltungen der Goethe-Universität: Dagmar Westberg, die erst im vergangenen Dezember ihren 102. Geburtstag feiern konnte, ist am Wochenende verstorben. „Wir sind sehr traurig! Dagmar Westberg hat sich auf ausgesprochen sympathische Weise für Forschung und Wissenschaft an der Goethe-Universität engagiert. Besonders die Geisteswissenschaften lagen ihr sehr am Herzen, hier hat sie viel bewegt. Sie war der Universität eine treue Wegbegleiterin. Wir werden Dagmar Westberg vermissen“, sagte Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff.

Prof. Matthias Lutz-Bachmann, Professor für Philosophie an der Goethe-Universität und Direktor des Forschungskolleg Humanwissenschaften, beschreibt das Engagement von Dagmar Westberg: „Wir verdanken Frau Westberg die Errichtung der Dagmar Westberg-Gastprofessur am Campus Westend und des Historischen Kollegs im Rahmen des Forschungskollegs Humanwissenschaften. Mit beiden Einrichtungen hat Frau Westberg die Forschungen der Goethe-Universität nachhaltig unterstützt und auf diesem Weg mit dazu beigetragen, dass die Goethe-Universität heute zu den weltweit führenden und international anerkannten Universitäten auf dem Gebiet der Geistes- und Kulturwissenschaften zählt.“

2010 wurde erstmals an der Goethe-Universität der Dagmar Westberg-Preis verliehen, der jährlich herausragende geisteswissenschaftliche Abschlussarbeiten honoriert, die einen Bezug zu Großbritannien haben. Mit dem zusätzlich eingerichteten Dagmar Westberg-Universitätsfonds sollen wissenschaftliche Studien zur britischen Literatur, Kultur und Geschichte an der Goethe-Universität vorangetrieben werden. Beides wird von der Deutsch-Britischen-Gesellschaft, deren Ehrenmitglied Dagmar Westberg ist, zusammen mit der Goethe-Universität verantwortet.

5. Dagmar-Westberg-Vorlesung: Der renommierte amerikanische Wissenschaftler Anthony T. Grafton, Henry Putnam Professor of History an der Princeton University, hält in dieser Woche drei öffentliche Vorträge an der Goethe-Universität zum Thema „Early Christianity in Early Modern Europe: Religion and Scholarship“ und ein Kolloquium zum Thema „Christianity, Antiquarianism and the Sense of the Past“. Am heutigen Dienstag (24.01.) und am Mittwoch (25.01.) spricht Grafton um 18.00 Uhr im Hörsaalzentrum, HZ 3, auf dem Campus Westend.

Veranstaltungen

Jan 23 2017
10:43

Vortrag des Historikers Thomas Maissen eröffnet neues Themenjahr am Historischen Kolleg im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität

Das Ende der Imperien

BAD HOMBURG. Ob der Untergang des Inkareiches im 16. Jahrhundert oder der Zusammenbruch des alten Europas nach dem Ersten Weltkrieg: Das Ende von Imperien markierte immer einen radikalen Umbruch, der mit der Suche nach einer neuen Weltordnung verbunden war. Lange haben die Historiker diese Entwicklungen als einen mehr oder minder unausweichlichen Prozess beschrieben. Nach dem Ende des Kalten Krieges sowie in Anbetracht einer neuerlichen Welle des Nationalismus in Europa wird diese Sichtweise jedoch stärker hinterfragt. 2017 wendet sich auch das Historische Kolleg im Forschungskolleg der Goethe-Universität dem Thema „Imperien und ihr Ende“ zu.

Das neue Themenjahr wird mit dem Vortrag von Thomas Maissen, Direktor des Deutschen Historischen Instituts Paris, zum „Das Ende der Imperien: Epochenübergreifende Überlegungen“ eröffnet

am 30. Januar (Montag) um 19 Uhr im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg.

Maissen schlägt eine Brücke vom Römischen Kaiserreich über das Heilige Römische Reich Deutscher Nation sowie dem Byzantinischen Reich bis zu den kurzlebigen Imperien des 19. und 20. Jahrhunderts und wirft ein Licht auf das Niedergangs- und Untergangsmotiv als festen Bestandteil in Erzählungen von Imperien.

Unter der Federführung der beiden Programmbeauftragten Thomas Duve, Direktor des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte und Professor für vergleichende Rechtsgeschichte an der Goethe-Universität, und Christoph Cornelißen, Professor für Neueste Geschichte an der Goethe-Universität, werden 2017 internationale Experten als Fellows am Forschungskolleg Humanwissenschaften zu dem Thema „Imperien und ihr Ende“ forschen. Das Programm des Themenjahres 2017 umfasst zudem eine Reihe von öffentlichen Vorträgen sowie wissenschaftliche Konferenzen.

Das Forschungskolleg Humanwissenschaften ist Institute for Advanced Studies der Goethe-Universität in Kooperation mit der Werner Reimers Stiftung. In Zusammenarbeit mit dem Historischen Seminar der Goethe-Universität hat das Forschungskolleg 2014 das Historische Kolleg ins Leben gerufen. Es dient renommierten Historikern aus aller Welt als geisteswissenschaftliches Laboratorium und ist lebendiger Ort öffentlicher Debatten. Wissenschaftlicher Koordinator des Programms ist Andreas Fahrmeir, Professor für Neuere Geschichte an der Goethe-Universität. Hauptförderin des Historischen Kollegs ist die Dagmar-Westberg-Stiftung.

Informationen: Ellinor Schweighöfer, Forschungskolleg Humanwissenschaften, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg, Tel.: 06172-13977-14 oder -0, schweighoefer@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; weitere Informationen zu den Vorträgen und Veranstaltungen unter: www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Um Anmeldung wird gebeten: info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Veranstaltungen

Jan 17 2017
11:05

Programm der 5. Dagmar-Westberg-Vorlesung – Öffentliche Vorträge, Diskussion und Kolloquium

Princeton-Historiker Grafton zur Gelehrsamkeit des Humanismus

FRANKFURT. Die 5. Dagmar-Westberg-Vorlesung übernimmt vom 23. bis 25. Januar der Historiker Anthony T. Grafton, Henry Putnam Professor of History an der Princeton University. Der renommierte amerikanische Wissenschaftler hält drei öffentliche Vorträge zum Thema „Early Christianity in Early Modern Europe: Religion and Scholarship“ und ein Kolloquium zum Thema „Christianity, Antiquarianism and the Sense of the Past“.

Vom 15. bis zum 17. Jahrhundert entstand in Europa eine neue faszinierende Welt humanistischer Gelehrsamkeit. Diese Epoche, die der Historiker in den Blick nimmt, ist entscheidend in der Geschichte der Geisteswissenschaften. Anthony Grafton entwickelt in seinen wissenschaftsgeschichtlichen Vorträgen eine vollkommen neue Sicht auf die humanistische Gelehrsamkeit. Rückblickend erscheint der Humanismus vielfach als eine säkulare Bewegung. Grafton stellt aber heraus, dass sich die Gelehrten dieser Zeit mit überraschender Intensität der philologischen und historischen Erforschung der Kirchengeschichte widmeten und dabei höchst innovative Forschungsmethoden entwickelten. In der Frühen Neuzeit erforschten Gelehrte die Geschichte der Frühen Kirche, um ihre Vision einer modernen Kirche aufzuzeigen und zu verteidigen. Ihre wissenschaftlichen Entscheidungen wurden in einem hohen Maße von bestehenden religiösen Bindungen und von dem Empfinden bestimmt, dass es sich bei ihren Forschungen selbst um einen religiösen Akt handelte.

Anhand dreier Fallstudien, die Teil eines umfassenderen Projekts sind, interpretiert Grafton die Entwicklung der frühneuzeitlichen Gelehrsamkeit zum Frühen Christentum und zieht daraus vorläufige Schlussfolgerungen für die Charakterisierung des Verhältnisses von Religion und Wissenschaft in dieser Epoche. In dieser Zeit der christlichen Renaissance sammelten Bibliografen die verstreuten Texte der Kirchenväter und andere frühchristliche Dokumente. Gelehrte edierten die Schriften aus der Feder von Tertullian, Augustinus und Hieronymus, kommentierten sie kritisch und machten deutlich, dass die Kirchenväter keine Heiligen waren, denen vollkommene Autorität zukam, sondern Menschen, die häufig in theologische Streitigkeiten verstrickt waren. Historiker dieser Epoche verfassten auf der Grundlage neuer Archive mit kirchlichen Dokumenten ausführliche, auch widerstreitende geschichtliche Darstellungen der Ursprünge und der frühen Entwicklung des Christentums.

Termine und Themen im Einzelnen
23.1.(Montag), Beginn 18 Uhr, Campus Westend, Festsaal Casino: „Judaizing the Last Supper“
24.1. (Dienstag), Beginn 18 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 3: „Reading the Witnesses“
25.1. (Mittwoch), Beginn 18 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 3: „Finding the First Christians“

Kolloquium „Christianity, Antiquarianism and the Sense of the Past“ zu den Vorlesungen: 24.1. (Dienstag) von 10 bis 12 Uhr, Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg v.d. Höhe (Anmeldung unter jurewicz@em.uni-frankfurt.de)

Zur Person des Vortragenden
Nach seinem Studium am University College London (bei dem berühmten Althistoriker Arnaldo Momigliano) und an der University of Chicago, wo Grafton 1975 auch promovierte, lehrte der Historiker für kurze Zeit am Department of History der Cornell University. Noch im selben Jahr erhielt er einen Ruf an die Princeton University, an der er bis heute wirkt. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich der Kulturgeschichte der Renaissance, der Geschichte des Buches und seiner Leser, der Geschichte der Gelehrsamkeit in Westeuropa von der Antike bis ins 19. Jahrhundert sowie der Wissenschaftsgeschichte von der Antike bis zur Renaissance.

Zu seinen zahlreichen Büchern zählt eine profunde Studie der Gelehrsamkeit des herausragenden Philologen der Spätrenaissance, Joseph Justus Scaliger, eine Darstellung der Bedeutung des Bildungsprogramms der Renaissance (From Humanism to the Humanities, 1986) sowie Studien zu dem Astrologen Girolamo Cardano (1999) und zu dem Humanisten Leon Battista Alberti (2000). Sein originellstes und zugleich zugänglichstes Werk ist „The Footnote: A curious history“ (1997; in der deutschen Übersetzung: „Die tragischen Ursprünge der deutschen Fußnote“), eine Fallstudie zur Geschichte der Geschichtsschreibung von unten.

Er hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter ein Guggenheim Fellowship (1989), den Los Angeles Times Book Prize (1993), den Balzan Prize for History of Humanities (2002) sowie den Mellon Foundation’s Distinguished Achievement Award (2003). Er ist zudem Mitglied der American Philosophical Society and der British Academy.

Zur Dagmar-Westberg-Vorlesung
Die Gastprofessur ist nach dem Vorbild amerikanischer Lectures konzipiert. Sie wird aus einem Stiftungsfonds finanziert, den die Mäzenin Dagmar Westberg zur Verfügung gestellt hat. Nach dem Willen der Stifterin soll das Geld ausschließlich für die Geisteswissenschaften verwendet werden. So kann die Goethe-Universität jährlich eine/n weltweit renommierte/n Forscher/in nach Frankfurt einladen. In den vergangenen vier Jahren fiel die Wahl auf den Germanisten Peter Strohschneider, der nun DFG-Präsident ist, die amerikanische Philosophin Martha Nussbaum, den deutsch-amerikanischen Archäologen Lothar von Falkenhausen und den Berliner Theologen Christoph Markschies.

Informationen: Prof. Dr. Christian Wiese, Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, Fachbereich Evangelische Theologie, Tel. (069) 798-33313, c.wiese@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Dez 8 2016
10:56

„Digitaler und ziviler Ungehorsam“ – Vortrag von Prof. Scheuerman im Forschungskolleg Humanwissenschaften

Wie lässt sich das Verhalten der Whistleblower beurteilen?

BAD HOMBURG. Haben Edward Snowden und andere Whistleblower „digitalen Ungehorsam“ ausgeübt und damit gegen das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit verstoßen, auf dem freiheitliche Demokratien gründen? Oder haben sie gerade aus Treue zum Prinzip der Rechtsstaatlichkeit gegen bestehende Gesetze verstoßen und im Namen der Rechtsstaatlichkeit „zivilen Ungehorsam“ geübt? In seinem Vortrag „Digitaler und ziviler Ungehorsam“ wird William Scheuerman, Professor für Politikwissenschaft an der Indiana University (USA) und zurzeit Fellow am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, ausführen, was Rechtsstaatlichkeit genau bedeutet. Auf dieser Grundlage entwickelt er eine Perspektive, die es erlaubt, aktuelle Formen „digitalen Ungehorsams“ zu verstehen und zu beurteilen. Der öffentliche Abendvortrag, in den Rainer Forst, Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität und Sprecher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, einführen wird, findet statt

am Donnerstag (15. Dezember) um 19 Uhr im Forschungskolleg Humanwissenschaften, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg.

Edward Snowden hat Dokumente an die Öffentlichkeit gebracht, die das ungeheure Ausmaß staatlicher Überwachung mittels neuer Technologien belegen. Er lebt seit 2013 im russischen Exil, da ihn in den USA drakonische Bestrafungen erwarten. Andere »Whistleblower« wie etwa Jeremy Hammond und Chelsea Manning, die vertrauliche Dokumente von privaten oder staatlichen Institutionen bekannt gemacht haben, wurden von US-amerikanischen Gerichten verurteilt und verbüßen nun mehrjährige Haftstrafen bis zu 35 Jahren.

William Scheuerman hat in den letzten Jahren über Whistleblowing und den Fall Edward Snowdens gearbeitet. Zu Snowden hat er mehrfach öffentlich Stellung bezogen, u.a. in seinen Aufsätzen: „Edward Snowden. Ziviler Ungehorsam im Zeitalter der totalen Überwachung“, in: Mittelweg 36, Jg. 23, H. 2 (April/Mai 2014), „Digital Disobedience and the Law“, in: New Political Science, Bd. 38, Nr. 3 (Juni 2016) und „Civil Disobedience in the Shadows of Postnationalization and Privatization“, in: Journal of International Political Theory, Bd. 12, 3 (Oktober 2016).

Der in Harvard promovierte Wissenschaftler beschäftigt sich vor allem mit der zeitgenössischen politischen Theorie, der Demokratie- und der Rechtstheorie im Zeitalter der Globalisierung. In seinen Büchern thematisierte er u.a. die politikwissenschaftliche Relevanz der Frankfurter Schule und die Probleme liberaler Demokratien in Zeiten beschleunigten Lebens.Scheuerman hat zahlreiche akademische Preise und Auszeichnungen für seine Arbeiten erhalten. Er hat in Yale, Harvard, München und Frankfurt studiert und an den Universitäten von Pittsburgh, Minnesota und Indiana gelehrt.

Gegenwärtig ist William Scheuerman auf Einladung von Rainer Forst Fellow am Forschungskolleg Humanwissenschaften. Sein Aufenthalt wird gefördert von der Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung, der Fulbright Kommission und der Alexander von Humboldt-Stiftung.

Anmeldung und Informationen: Beate Sutterlüty, Forschungskolleg Humanwissenschaften, Bad Homburg, Tel. (06172)13977-15; um Anmeldung wird gebeten unter info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de.

Forschung

Nov 23 2016
16:59

Zwei Sonderforschungsbereiche der Goethe-Universität für weitere vier Jahre gesichert

Mehrere Millionen für Hirnforschung und Biochemie

FRANKFURT. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) verlängert zwei Sonderforschungsbereiche (SFB) zu medizinischen Themen an der Goethe-Universität um weitere vier Jahre. Der SFB „Molekulare und zelluläre Mechanismen der neuronalen Homöostase“ in Kooperation mit der Universitätsmedizin Mainz erhält insgesamt rund 12 Millionen Euro. Der SFB „Redox-Regulation“, der bereits in die dritte Förderperiode geht, wird mit rund 8 Millionen Euro gefördert.

In dem SFB zur „neuronale Homöostase“ geht es um molekulare und zelluläre Prozesse, die es dem Gehirn ermöglichen, bei seinen vielfältigen Funktionen im Gleichgewicht zu bleiben. Neue Erkenntnisse sollen dazu beitragen, Krankheitsprozesse im Gehirn zu verstehen und neue Therapien zu finden. Konkret untersuchen die am SFB beteiligten Forscher unterschiedliche Klassen von Molekülen, die z.B. für die Kontrolle von Zell-Zell-Interaktionen und Signalprozessen relevant sind.

Neue Sprecherin des SFBs ist Prof. Amparo Acker-Palmer, Leiterin des Instituts für Zellbiologie und Neurowissenschaften an der Goethe-Universität und Fellow am Gutenberg Forschungskolleg der Universität Mainz. Stellvertretender Sprecher ist Prof. Heiko Luhmann, Leiter des Instituts für Physiologie an der Universitätsmedizin Mainz.

Ab 1. Januar 2017 werden eine Reihe erfahrener Neurowissenschaftler der Rhein-Main-Region den SFB und damit auch Rhine-Main Neuroscience Network (rmn2) verstärken. Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss der Goethe-Universität und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit außeruniversitären Einrichtungen der Rhein-Main-Region wie den beiden Frankfurter Max Planck-Instituten für Biophysik und Hirnforschung. Gemeinsam bilden sie eine Schwerpunktregion der Hirnforschung in Deutschland.

Der SFB „Redox-Regulation“ untersucht Stoffwechsel- und Verbrennungsvorgänge in der Zelle, bei denen zwischen den Reaktionspartnern Elektronen übertragen werden. Grundlage ist der Gedanke, dass Veränderungen des Sauerstoffgehalts und die Bildung reaktiver Moleküle des Sauerstoffs, Stickstoffs und Schwefelwasserstoffs bzw. deren vielfältige Reaktionsprodukte lebenswichtige Zellfunktionen steuern und prägen.

Schwerpunkt der dritten Förderperiode ist die Prägung biologischer Systeme. Dazu gehört beispielsweise Identifikation geeigneter (Bio)Marker, an denen man solche Prozesse erkennen kann. Schwerpunkt sind Themen der Grundlagenforschung. Sie betreffen die komplexen biologischen Signalkommunikationskaskaden von Redox-Vorgängen sowie deren Verbindungen zum Stoffwechsel und die Produktion von Proteinen. Es wird aber auch untersucht, welche Möglichkeiten sich daraus für die Therapie ergeben. Mit seinem thematischen Ansatz möchte der Sonderforschungsbereich auch langfristig einen interdisziplinären Beitrag für benachbarte Fachdisziplinen leisten, in denen Redox-Vorgänge eine Rolle spielen. Dazu gehören die Herz-Kreislaufforschung, die Krebsforschung und die Neurologie.

Das Sprecherteam des SFBs sind Prof. Bernhard Brüne, Direktor des Instituts für Biochemie 1 und Prof. Ralf Brandes vom Institut für Kardiovaskuläre Physiologie.

Kontakt SFB 1080: Prof. Dr. Amparo Acker-Palmer, Institut für Zellbiologie und Neurowissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798 42563; Acker-Palmer@bio.uni-frankfurt.de.

Kontakt SFB 815: Prof. Dr. Bernhard Brüne, Institut für Biochemie I, Universitätsklinikum, Tel.: (069) 6301 7424, b.bruene@biochem.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

FRANKFURT/BAD HOMBURG„Gehört der Islam zu Deutschland?“, fragt die Frankfurter Ethnologieprofessorin Susanne Schröter zu Beginn ihres neuen Buches „‘Gott näher als der eigenen Halsschlagader‘. Fromme Muslime in Deutschland“ (erschienen im Campus-Verlag 2016). Am Ende schreibt sie: „Für mich als Wissenschaftlerin lautet die Antwort eindeutig ‚ja‘.“ Dieses Fazit zieht sie, nachdem sie mehrere Jahre in einer deutschen Stadt das Leben gläubiger Muslime untersucht hat: durch teilnehmende Beobachtung in den Moscheegemeinden, durch Interviews und Gespräche mit einzelnen Gemeindemitgliedern und deren Familien sowie durch Hintergrundrecherchen über Debatten, Programme und Positionen, die in den Medien seit 2011 diskutiert wurden.

Zum Gespräch mit Susanne Schröter über ihre Untersuchung in muslimischen Gemeinden in Deutschland lädt das Forschungskolleg Humanwissenschaften sehr herzlich ein:

Dienstag, 22.11.2016, 19.00 Uhr. Forschungskolleg Humanwissenschaften (Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe)

Eröffnet wird der Abend vom Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften, Matthias Lutz-Bachmann. Lothar Bauerochse, Hörfunkredakteur der Kirchen- und Religionsredaktion im Hessischen Rundfunk, wird das Gespräch moderieren.

Die Veranstaltung bildet den Auftakt zur neuen Reihe „Das Forschungskolleg Humanwissenschaften stellt vor: …“  Das Kolleg möchte damit wissenschaftliche Bücher in der Öffentlichkeit bekannt machen und zur Diskussion stellen. Denn wissenschaftliche Bücher – besonders Monographien, die sich einem einzigen Gegenstand widmen – sind zumeist das Ergebnis jahrelangen Forschens, Reflektierens und Schreibens. Den Weg zu einer breiteren Leserschaft finden sie oft nur schwer. Daher wird das Kolleg in regelmäßigen Abständen Neuerscheinungen von Wissenschaftlern der Rhein-Main-Universitäten vorstellen und die Autorinnen und Autoren dazu einladen, über ihr Buch, dessen Hintergründe sowie die Fragen, die sie zu diesem Werk motivierten, zu sprechen. Die Gesprächsreihe wird von Matthias Lutz-Bachmann, dem Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften, geleitet.

Anmeldung zum Gespräch mit Susanne Schröter: info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; Tel.: 06172-13977-0

Kontakt:  Iris Koban (Geschäftsführung), email: i.koban@forschungskolleg-humanwissenschaften.de, Tel.: 06172-13977-10
Beate Sutterlüty (Fellowprogramm und Wissenschaftskommunikation), Email: b.sutterluety@forschungskolleg-humanwissenschaften.de, Tel.: 06172 13977-15

Veranstaltungen

Okt 31 2016
10:25

Einladung zur Eröffnung des Mercator Science-Policy Fellowship-Programms

Medieneinladung / Rhein-Main-Universitäten unterwegs in dritter Mission

FRANKFURT/DARMSTADT/MAINZ.Wie kann die Wissenschaft ihre Expertise in Politik und Gesellschaft einbringen? Damit dieser Brückenschlag in Zukunft noch besser gelingt, schlagen die Rhein-Main-Universitäten (RMU) und die Stiftung Mercator einen neuen Weg ein: Am 31. Oktober 2016 startet am Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg ihr gemeinsam entwickeltes Mercator Science-Policy Fellowship-Programm. Im Rahmen eines feierlichen Launch-Events werden die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Dr. Birgitta Wolff, und der Geschäftsführer der Stiftung Mercator, Dr. Wolfgang Rohe, die ersten 18 Fellows – allesamt Führungskräfte aus den Bereichen Verwaltung, Politik, Medien und Zivilgesellschaft – in der akademischen Gemeinschaft willkommen heißen:

Montag, 31. Oktober 2016, ab 18:30 Uhr,
Forschungskolleg Humanwissenschaften, Bad Homburg 

Die Dinner Speech hält Prof. Dr. Klaus Töpfer, der als ehemaliger Bundesumweltminister, ehemaliger Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen und Vorsitzender des Rates der Agora Energiewende wie kaum eine andere Persönlichkeit selbst für den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft steht. 

Kern des neuen Formats ist ein jeweils individuell auf die thematischen Bedürfnisse der Fellows zugeschnittenes Programm, welches die Führungskräfte mit den Spitzenwissenschaftlerinnen und Spitzenwissenschaftlern der Rhein-Main-Universitäten ins Gespräch bringen wird: „Mit dem neuen Fellowship-Programm stärken wir den intersektoralen Dialog in Deutschland“, sagt Dr. Wolfgang Rohe. „Dieser Austausch zwischen Forschung und Praxis ermöglicht beiden Seiten neue Perspektiven und Impulse für den Umgang mit komplexen Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit oder demographischer Entwicklung.“ Die Fellows werden mehrere Tage an den Rhein-Main-Universitäten verbringen und sind herzlich eingeladen, sich in den akademischen Diskurs einzubringen oder sich durch aktuelle Forschungsergebnisse und -perspektiven bei der Lösung ihrer komplexen Aufgaben anregen zu lassen. 

Mit dem Mercator Science-Policy Fellowship-Programm sind die Rhein-Main-Universitäten unterwegs in der – neben Forschung und Lehre – sogenannten dritten Mission der Hochschulen. „Wir möchten Wissenschaft mit der Gesellschaft und für die Gesellschaft betreiben“, sagt Frau Professorin Wolff. „Die Rhein-Main-Universitäten sind für ein Format der Executive Education prädestiniert, weil sich an kaum einem anderen Standort in Deutschland aktuelle gesellschaftliche Probleme aus so vielen verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven diskutieren lassen wie an den drei Universitäten der Rhein-Main-Region.“

Der Launch des Mercator Science-Policy Fellowship-Programms bietet nun die Chance, auch die breite Öffentlichkeit für die zunehmende Bedeutung der Third Mission für die Universitäten in Deutschland zu sensibilisieren und die Offenheit der Universitäten für gesellschaftliche Probleme zu signalisieren. Am Beispiel unserer Fellows und ihrer Themen, welche aus ihrer täglichen Arbeit resultieren und an ebenso aktuelle wie relevante gesellschaftliche Probleme anschließen, werden die komplexen Fragen des Erkenntnistransfers in die Gesellschaft konkret und erfahrbar.

Wir würden uns freuen, Sie am 31. Oktober 2016 am Forschungskolleg Humanwissenschaften begrüßen zu dürfen! Als Gesprächspartner stehen Ihnen Herr Professor Töpfer, Herr Dr. Rohe sowie Frau Professorin Wolff zur Verfügung. Grundsätzlich ließen sich nach vorheriger Abstimmung auch ausgewählte Fellows in Ihre Recherche einbinden. 

Weitere Informationen:

https://www.uni-frankfurt.de/61510805/mercator_science-policy

www.tu-darmstadt.de/rhein-main-universitaeten

www.rhein-main-universitaeten.uni-mainz.de

www.uni-frankfurt.de/rhein-main-universitaeten

Daten und Fakten: http://www.uni-mainz.de/downloads_presse/RMU_daten_fakten.jpg
Geografische Lage: http://www.uni-mainz.de/downloads_presse/RMU_geografische_lage.jpg

Veranstaltungen

Okt 19 2016
16:50

Der frühere EU-Kommissar Franz Fischler spricht im Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg über die Zukunft der EU

Auf Europas Stärken blicken

FRANKFURT.Wie kann die Europäische Union fit für die Zukunft gemacht werden? Welche Rolle soll sie künftig für die Mitgliedstaaten, aber auch in der Welt spielen? Der ehemalige EU-Landwirtschaftskommissar Franz Fischler ist am Dienstag, 25. Oktober, zu Gast in der Reihe „EuropaDialoge“ des Forschungskollegs Humanwissenschaften. Er will den Blick auf die Stärken und Potenziale der Staatengemeinschaft richten.

Brexit, Griechenland-Krise und die undemokratischen Entwicklungen in einigen Mitgliedsstaaten – die Europäische Union hat schon bessere Zeiten gesehen. Anstatt in das allgemeine Lamento einzustimmen, will der frühere österreichische Landwirtschaftsminister Dr. Franz Fischler, der von 1995 bis 2004 als EU-Kommissar für Landwirtschaft, ländliche Entwicklung und Fischerei zuständig war, Lösungswege vorschlagen. Jetzt sei es an der Zeit, sich Gedanken zu machen darüber, wie die EU zurückkehren könnte auf den Wachstumspfad, welche Qualität von Wachstum sie anstreben soll und wie dabei die wachsende Ungleichheit reduziert werden könnte. Dabei, meint Fischler, sollte sich die EU endlich wieder ihrer Stärken bewusst werden.

Dr. Franz Fischler, Jahrgang 1946, war von 1989 bis 1994 österreichischer Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, danach bis 2004 Mitglied der EU-Kommission. Heute ist er Geschäftsführer der Franz Fischler Consult GmbH, Vorsitzender des österreichischen Studienförderungswerks Pro Scientia und Berater zahlreicher Regierungen und der OECD. Seit 2012 ist er Präsident des Europäischen Forums Alpbach.

Die Vortragsreihe EuropaDialoge/Dialogues d'Europe ist eine gemeinsame Veranstaltung des Forschungskollegs Humanwissenschaften der Goethe-Universität und des an der Goethe-Uni angesiedelten Deutsch-Französischen Instituts der Geschichts- und Sozialwissenschaften Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales. Die wissenschaftliche Leitung haben Prof. Matthias Lutz-Bachmann und Professor Pierre Monnet inne. Nähere Informationen finden Sie auf der Homepage des Forschungskollegs unter www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de und des Deutsch-Französischen Instituts unter www.ifra-frankfurt.de.

„Europa zukunftsfähig machen“ – Vortrag von Franz Fischler in der Reihe EuropaDialoge; Dienstag, 25. Oktober 2016, 18 Uhr, Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe

Auf dem Gelände des Kollegs stehen nur wenige Parkplätze zur Verfügung. Bitte nutzen Sie die nahe gelegenen, kostenpflichtigen Parkplätze des Casino Parkhauses oder des Tennisclubs.

Um Anmeldung wird gebeten bis 21. Oktober per Fax (06172/13977-39) oder E-Mail (info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de)

Veranstaltungen

Okt 17 2016
17:43

Friedrich Kratochwil referiert am 24. und 25. Oktober 2016 bei den Frankfurt Lectures des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität

Kann es eine „Theorie der Praxis“ geben?

FRANKFURT. Die Frankfurt Lectures des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ feiern ein kleines Jubiläum. Zum zehnten Mal nun finden diese Vorlesungen statt, zu denen der Cluster herausragende Forscherinnen und Forscher einlädt, an zwei aufeinander folgenden Tagen ausgewählte Aspekte der Herausbildung normativer Ordnungen zu bearbeiten – und zwar, so der Anspruch, auf theoretisch innovative und zeitdiagnostisch prägnante Art und Weise. Frankfurt Lecturer des aktuellen Wintersemesters ist Friedrich Kratochwil. Der emeritierte Professor für Internationale Politik widmet sich dem Spannungsfeld zwischen grundsätzlichen Überlegungen und ihrer Umsetzbarkeit auf konkrete Situationen, wenn er am 24. und 25. Oktober im Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend nach einer – so das Oberthema seiner Vorträge – „Theorie der politischen Praxis?“ fragt.

Allgemeine politische Theorien, zum Beispiel der Gerechtigkeit, sollten zwar auf konkrete Fragen des sozialen Miteinanders Anwendung finden können. Wie das im Einzelfall gelingen mag, ist jedoch eine nicht leicht zu beantwortende Frage, weil diese Theorien häufig stark abstrahieren und idealisieren; sie blenden konkrete Variationen zwischen Menschen und Situationen weitgehend aus. „Ideale Theorien“ nehmen dabei für sich in Anspruch, eine prinzipielle Orientierung zu gewähren. Ihre Praxistauglichkeit gehört in der politischen Philosophie gleichwohl zu den meistdiskutierten Themen.

Vor diesem Hintergrund setzt sich Friedrich Kratochwil in seinen beiden Vorträgen mit dem Problem der Möglichkeit einer „Theorie der Praxis“ auseinander. Der erste Vortrag am 24. Oktober um 18.15 Uhr beleuchtet dieses Problem durch eine kritische Auseinandersetzung mit dem „practice turn“ in den Internationalen Beziehungen und mit der Hume’schen Kritik an einem Ansatz, der auf dem modernen Wissenschaftsverständnis der sozialen Welt fußt. Der zweite Vortrag am 25. Oktober, ebenfalls um 18.15 Uhr, versucht, diese Gedanken weiter zu führen, indem Versuche einer „idealen Theorie“, wie sie seit dem frühen Habermas und Rawls üblich und auch in der politischen Theorie dominant geworden sind, einer Kritik unterzogen werden. Als Ergebnis seiner Überlegungen plädiert Kratochwil für eine „nicht-ideale Theorie“, weil sie den praktischen Anforderungen besser gerecht werde.

Friedrich Kratochwil gehört zu den bekanntesten Theoretikern der internationalen Beziehungen (IB) und gilt dort als einer der Begründer des so genannten sozialkonstruktivistischen Forschungsansatzes. Seine zahlreichen Publikationen bewegen sich im Grenzbereich zwischen IB, politischer Theorie und Rechtswissenschaften. Er war nach einer Promotion in Princeton unter anderem an der Universität Maryland, der Columbia University, der Pennsylvania State University, der Ludwig-Maximilians-Universität München und am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz tätig. Nach seiner Emeritierung war Kratochwil Gastprofessor an der Central European University sowie an Universitäten in Südkorea und Brasilien. Zu seinen Publikationen zählen: „The Status of Law in World Society: Meditations On The Role And Rule Of Law“ (2014), „The Puzzles of Politics: Inquiries Into the Genesis and Transformation of International Relation Religions“ (2010) und „Rules, Norms, and Decisions: On the Conditions of Practical and Legal Reasoning in International Relations and Domestic Affairs“ (1991). Im Oktober und November ist Friedrich Kratochwil Fellow des Exzellenzclusters am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg.

Begonnen haben die Frankfurt Lectures des Exzellenzclusters im Wintersemester 2009/2010. Zu den bisherigen Vortragenden gehörten Philip Pettit, der an der Princeton University Philosophie und Politische Theorie lehrt, R. Jay Wallace, Professor für Philosophie an der University of California, Berkeley, und Liam B. Murphy, Professor für Recht und Philosophie an der New York University. Ebenfalls Frankfurt Lecturer waren Martti Koskenniemi, Völkerrechtler an der Universität Helsinki und Ehrendoktor der Goethe-Universität, sowie Charles Larmore, Professor für Philosophie an der Brown University (Rhode Island, USA). Seine Lectures sind in der Schriftenreihe „Frankfurter Vorlesungen“ unter dem Titel „Vernunft und Subjektivität“ im Suhrkamp Verlag erschienen.

Frankfurt Lectures im Wintersemester 2016/2017
Friedrich Kratochwil: Theorie der politischen Praxis?

Montag, 24. Oktober 2016, Lecture I: Kritische Anmerkungen zum „practice turn“
Dienstag, 25. Oktober 2016, Lecture II: Kritische Anmerkungen zur „idealen Theorie“

Jeweils 18.15 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 9

Der Eintritt ist frei, die interessierte Öffentlichkeit herzlich willkommen. 

Kontakt:  Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“:

Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net;

Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de/

Veranstaltungen

Okt 17 2016
17:41

Der Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann referiert über den engen Zusammenhang zwischen Reformation und Buchdruck

Luther, der Publizist

BAD HOMBURG. Die Reformation war nicht nur ein theologisch, sondern auch ein technisch bedingtes Ereignis. Ohne den Buchdruck, der sich seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert rasch über Europa ausbreitete, und die damit einhergehende schnelle Verbreitung von Texten, Kenntnissen und Ideen ist Reformation undenkbar. Thomas Kaufmann, Professor für Kirchengeschichte an der Universität Göttingen, setzt sich mit dem bisher kaum erforschten, komplexen Zusammenhang zwischen Reformation und Buchdruck auseinander. Zu diesem Thema hält er einen öffentlichen Vortrag:

am Donnerstag (20.10.) um 19 Uhr
im Historischen Kolleg im Forschungskolleg Humanwissenschaften, Bad Homburg.

Martin Luther war einer der aktivsten Publizisten seiner Zeit. Er brachte unzählige Schriften und Drucke in deutscher oder lateinischer Sprache heraus und trug seine Überzeugungen so an zahlreiche seiner Zeitgenossen heran. Der Kirchenhistoriker Kaufmann beschäftigt sich in seinem Vortrag u.a. mit der Rolle, die Luther bei der Erstellung von Druckausgaben eigener Manuskripte spielte. Außerdem thematisiert Kaufmann folgende Fragen: Wie funktionierten die Arbeitsabläufe? Wie kam es zur Beschleunigung der Produktionspraxis? Welche Kenntnisse besitzen wir über die Marktstrukturen und die Aktivitäten sonstiger Buchakteure?

Der Vortrag ist ein Beitrag zum aktuellen Themenschwerpunkt des Historischen Kollegs im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität: „Reformationen – Kontinuitäten und Brüche“. Unter der Federführung von Luise Schorn-Schütte, Professorin für Neuere Allgemeine Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Frühen Neuzeit an der Goethe-Universität, erfolgt 2016/17die Auseinandersetzung mit Spezialaspekten der reformatorischen Bewegung. Das Ziel des Themenjahrs besteht nicht zuletzt darin, durch die Freilegung zeitgebundener Deutungsmuster den Kern des reformatorischen Anliegens auch für die Gegenwart wieder besser verständlich zu machen.

Das Forschungskolleg Humanwissenschaften ist Institute for Advanced Studies der Goethe-Universität in Kooperation mit der Werner Reimers Stiftung. In Zusammenarbeit mit dem Historischen Seminar der Goethe-Universität hat das Forschungskolleg 2014 das Historische Kolleg ins Leben gerufen. Es dient renommierten Historikern in aller Welt als geisteswissenschaftliches Laboratorium und ist lebendiger Ort öffentlicher Debatten. Wissenschaftlicher Koordinator des Programms ist Andreas Fahrmeir, Professor für Neuere Geschichte an der Goethe-Universität. Hauptförderin des Historischen Kollegs ist die Dagmar-Westberg-Stiftung.

Informationen: Ellinor Schweighöfer, Forschungskolleg Humanwissenschaften, Am Wingertsberg 4, Bad Homburg, Tel.: (06172)13977-14 oder (06172)13977-0, schweighoefer@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Um Anmeldung wird gebeten: info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Veranstaltungen

Okt 4 2016
15:55

Das Forschungskolleg Humanwissenschaften startet mit neuen Programmen in die zweite Dekade

Einladung zum Mediengespräch / Spitzenforscher der Goethe-Universität werden ans Kolleg berufen

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Vor genau zehn Jahren, am 10. Oktober 2006, unterzeichneten die Frankfurter Goethe-Universität und die Bad Homburger Werner Reimers Stiftung den Kooperationsvertrag zur Gründung des Forschungskollegs Humanwissenschaften. Damit riefen sie in Bad Homburg einen Ort ins Leben, an dem auf höchstem Niveau über die Prozesse der Veränderung unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit im Zeitalter von Globalisierung, Digitalisierung und zunehmender Gewalt in der Welt reflektiert und debattiert wird. Seither werden ausgewählte Wissenschaftler aus aller Welt und verschiedener fachlicher Herkunft für jeweils einige Monate hierhin eingeladen, um als „Fellows“ des Kollegs im Austausch mit ihren „Co-Fellows“ und Wissenschaftlern der Universität ihr Forschungsprojekt voranzubringen. Die Stadt Bad Homburg und der Hochtaunuskreis haben die Arbeit des Kollegs von Anfang an unterstützt.

In die zweite Dekade seines Bestehens startet das Kolleg mit einem neuen Programm, dem „Goethe Fellowship Programm“: Spitzenforscher der Goethe-Universität werden ab 2017 für die Dauer von bis zu vier Jahren ans Kolleg berufen. Sie erhalten die Möglichkeit, innovative Forschungsfragen in konkrete, internationale und interdisziplinäre Projekte zu überführen. Mit diesem Programm schafft die Goethe-Uni Freiräume für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, auch außergewöhnliche Projekte in Angriff zu nehmen und zu realisieren.

Zudem beginnt im November dieses Jahres die Reihe „Das Forschungskolleg Humanwissenschaften stellt vor“. Präsentiert werden ein Wissenschaftler der Goethe-Universität und dessen neuestes Buch. Beginnen wird die Reihe mit einem Gespräch mit der Frankfurter Ethnologin Susanne Schröter über ihr Buch „Gott näher als der Halsschlagader. Fromme Muslime in Deutschland“.

Sehr herzlich lädt Sie das Forschungskolleg Humanwissenschaften zu einem Mediengespräch ein:

am Dienstag, 11. Oktober 2016, um 15:30 Uhr
Forschungskolleg Humanwissenschaften
Am Wingertsberg 4
61348 Bad Homburg vor der Höhe

Über die neuen und fortgesetzten Programme des Kollegs sprechen:

  • Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Vorstandsvorsitzende des Forschungskollegs Humanwissenschaften

sowie die weiteren Mitglieder im Vorstand des Forschungskollegs Humanwissenschaften:

  • Dr. Albrecht Graf von Kalnein, Vorstand der Werner Reimers Stiftung, stellvertr. Vorstand des Forschungskollegs Humanwissenschaften

  • Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann, Wissenschaftlicher Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften

  • Ulrich Krebs, Landrat des Hochtaunuskreises

  • Alexander Hetjes, Oberbürgermeister der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe 

Bitte eine kurze Mitteilung, ob wir mit Ihrem Kommen rechnen dürfen, per Mail an: b.sutterluety@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Informationen: Beate Sutterlüty, Referentin für das Fellowprogramm und die Wissenschaftskommunikation, Tel.: 06172/13977-15, b.sutterluety@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Veranstaltungen

Sep 26 2016
14:23

Der renommierte Theologe Friedrich Wilhelm Graf referiert über aktuelle Auseinandersetzungen vor dem Hintergrund des „Reformationsjubiläums“

Darf man die Reformation feiern?

BAD HOMBURG. Im Vorfeld des 31. Oktobers 2017, an dem der 500. Jahrestag des Thesenanschlags zu Wittenberg begangen wird, ist das „Reformationsjubiläum“ bereits in vollem Gange. Der renommierte Theologe Friedrich Wilhelm Graf, emeritierter Professor für Systematische Theologie und Ethik der Evangelisch-Theologischen Fakultät an der Ludwig-Maximilians-Universität München, stellt vor diesem Hintergrund die Frage: „Die Reformation feiern?“ In seinem öffentlichen Vortrag am Forschungskolleg Humanwissenschaften, den er am Freitag (30. September) um 19 Uhr in Bad Homburg hält, wird er darlegen, dass das Feiern von Jubiläen auch immer aktive Geschichtspolitik ist.

Die Geschichtspolitik setze – so Graf – allerdings eine Vorstellung dessen voraus, was man erreichen will. Angesichts des nahenden 500. Jahrestages der Thesenpublikation habe es mancherlei Streit zwischen Vertretern der beiden großen Kirchen darüber gegeben, ob man feiern darf und wie. Graf geht auf die aktuellen Auseinandersetzungen ein und erläutert auch klassische Deutungsmuster der Reformation.

Der Vortrag ist ein Beitrag zum aktuellen Themenschwerpunkt des Historischen Kollegs im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität: „Reformationen – Kontinuitäten und Brüche“. Unter der Federführung von Luise Schorn-Schütte, Professorin für Neuere Allgemeine Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Frühen Neuzeit an der Goethe-Universität, erfolgt 2016/17 die Auseinandersetzung mit Spezialaspekten der reformatorischen Bewegung. Das Ziel des Themenjahrs besteht nicht zuletzt darin, durch die Freilegung zeitgebundener Deutungsmuster den Kern des reformatorischen Anliegens auch für die Gegenwart wieder besser verständlich zu machen.

Als weiteres steht am 20. Oktober (Donnerstag) um 19 Uhr ein Vortrag von Thomas Kaufmann, Professor für Kirchengeschichte an der Universität Göttingen. Er spricht über „Reformation und Buchdruck“. Auch dieser öffentliche Vortrag findet im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4 in Bad Homburg statt.

Das Forschungskolleg Humanwissenschaften ist Institute for Advanced Studies der Goethe-Universität in Kooperation mit der Werner Reimers Stiftung. In Zusammenarbeit mit dem Historischen Seminar der Goethe-Universität hat das Forschungskolleg 2014 das Historische Kolleg ins Leben gerufen. Es dient renommierten Historikern aller Welt als geisteswissenschaftliches Laboratorium und ist lebendiger Ort öffentlicher Debatten. Wissenschaftlicher Koordinator des Programms ist Andreas Fahrmeir, Professor für Neuere Geschichte an der Goethe-Universität. Hauptförderin des Historischen Kollegs ist die Dagmar-Westberg-Stiftung.

Informationen: Ellinor Schweighöfer, Forschungskolleg Humanwissenschaften, Tel.: 06172-13977-14 oder -0, schweighoefer@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Um Anmeldung wird gebeten: info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Veranstaltungen

Jun 22 2016
12:06

Programm der 5. Dagmar-Westberg-Vorlesung – Öffentliche Vorträge, Diskussion und Kolloquium

Princeton-Historiker Grafton zur Gelehrsamkeit des Humanismus

FRANKFURT. Für die 5. Dagmar-Westberg-Vorlesung konnte in diesem Sommersemester der Historiker Anthony T. Grafton, Henry Putnam Professor of History an der Princeton University, gewonnen werden. Der renommierte amerikanische Wissenschaftler hält in der letzten Juni-Woche drei öffentliche Vorträge zum Thema „Early Christianity in Early Modern Europe: Religion and Scholarship“ und ein Kolloquium zum Thema „Christianity, Antiquarianism and the Sense of the Past“.

Vom 15. bis zum 17. Jahrhundert entstand in Europa eine neue faszinierende Welt humanistischer Gelehrsamkeit. Diese Epoche, die der Historiker in den Blick nimmt, ist entscheidend in der Geschichte der Geisteswissenschaften. In seinen Vorträgen geht Grafton der Frage nach, in welchem Maße die Forschung dieser Zeit durch theologische Prämissen geprägt war. Anhand dreier Fallstudien, die Teil eines umfassenderen Projekts sind, interpretiert er die Entwicklung der frühneuzeitlichen Gelehrsamkeit zum Frühen Christentum und zieht daraus vorläufige Schlussfolgerungen für die Charakterisierung des Verhältnisses von Religion und Wissenschaft in dieser Epoche.

In dieser Zeit der christlichen Renaissance sammelten Bibliografen die verstreuten Texte der Kirchenväter und andere frühchristliche Dokumente. Gelehrte edierten die Schriften aus der Feder von Tertullian, Augustin und  Hieronymus, kommentierten sie kritisch und machten deutlich, dass die Kirchenväter keine Heiligen waren, denen vollkommene Autorität zukam, sondern Menschen aus Fleisch und Blut, die häufig in theologische Streitigkeiten verstrickt waren. Historiker dieser Epoche schufen neue Archive kirchlicher Dokumente und verfassten auf dieser Grundlage ausführliche, einander vielfach widerstreitende geschichtliche Darstellungen der Ursprünge und der frühen Entwicklung des Christentums. Ihr Werk offenbarte eine bis dahin vergessene Welt des kulturellen Austauschs und der institutionellen Improvisation.

Anthony Grafton entwickelt in seinen wissenschaftsgeschichtlichen Vorträgen eine vollkommen neue Sicht auf die humanistische Gelehrsamkeit. Rückblickend erscheint der Humanismus vielfach als eine säkulare Bewegung. Es stellt sich jedoch heraus, dass sich die Gelehrten dieser Zeit mit überraschender Intensität der philologischen und historischen Erforschung der Kirchengeschichte widmeten und dabei höchst innovative Forschungsmethoden entwickelten. In der Frühen Neuzeit erforschten Gelehrte die Geschichte der Frühen Kirche, um ihre Vision einer modernen Kirche aufzuzeigen und zu verteidigen. Ihre wissenschaftlichen Entscheidungen wurden in einem hohen Maße von bestehenden religiösen Bindungen und von dem Empfinden bestimmt, dass es sich bei ihren Forschungen selbst um einen religiösen Akt handelte.

Termine und Themen im Einzelnen:

27.6. (Montag), Beginn 18 Uhr, Campus Westend, Festsaal Casino: „Judaizing the Last Supper“

28.6. (Dienstag), Beginn 18 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 3: „Reading the Witnesses“

29.6. (Mittwoch), Beginn 18 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 3: „Finding the First Christians“

30.6. (Donnerstag) Beginn 18 Uhr, Campus Westend, IG-Farben-Haus, Raum IG 311: Dialog der Historiker Prof. Anthony F. Grafton und Prof. David B. Ruderman (University of Pennsylvania) über „Cross-Cultural Dialogues in Early Modern Europe“ .

Kolloquium „Christianity, Antiquarianism and the Sense of the Past“ zu den Vorlesungen: 30.6. von 10 bis14 Uhr, Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg v.d. Höhe (Anmeldung unter c.wiese@em.uni-frankfurt.de)

Zur Person des Vortragenden

Nach seinem Studium am University College London (bei dem berühmten Althistoriker Arnaldo Momigliano) und an der University of Chicago, wo Grafton 1975 auch promovierte, lehrte der Historiker für kurze Zeit am Department of History der Cornell University. Noch im selben Jahr erhielt er einen Ruf an die Princeton University, an der er bis heute wirkt. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich der Kulturgeschichte der Renaissance, der Geschichte des Buches und seiner Leser, der Geschichte der Gelehrsamkeit in Westeuropa von der Antike bis ins 19. Jahrhundert sowie der Wissenschaftsgeschichte von der Antike bis zur Renaissance.

Zu seinen zahlreichen Büchern zählt eine profunde Studie der Gelehrsamkeit des herausragenden Philologen der Spätrenaissance, Joseph Justus Scaliger, eine Darstellung der Bedeutung des Bildungsprogramms der Renaissance (From Humanism to the Humanities, 1986) sowie Studien zu dem Astrologen Girolamo Cardano (1999) und zu dem Humanisten Leon Battista Alberti (2000). Sein originellstes und zugleich zugänglichstes Werk ist The Footnote: A curious history (1997; in der deutschen Übersetzung: Die tragischen Ursprünge der deutschen Fußnote), eine Fallstudie zur Geschichte der Geschichtsschreibung von unten.

Er hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter ein Guggenheim Fellowship (1989), den Los Angeles Times Book Prize (1993), den Balzan Prize for History of Humanities (2002) sowie den Mellon Foundation’s Distinguished Achievement Award (2003).Er ist zudem Mitglied der American Philosophical Society and the British Academy.

Zur Dagmar-Westberg-Vorlesung

Die Gastprofessur ist nach dem Vorbild amerikanischer Lectures konzipiert. Sie wird aus einem Stiftungsfonds finanziert, den die Mäzenin Dagmar Westberg zur Verfügung gestellt hat. Nach dem Willen der Stifterin soll das Geld ausschließlich für die Geisteswissenschaften verwendet werden. So kann die Goethe-Universität jährlich eine/n weltweit renommierte/n Forscher/in nach Frankfurt einladen. In den vergangenen drei vergangenen Jahren fiel die Wahl auf den Germanisten Peter Strohschneider, der nun DFG-Präsident ist, die amerikanische Philosophin Martha Nussbaum, den deutsch-amerikanischen Archäologen Lothar von Falkenhausen und den Berliner Theologen Christoph Markschies. Der Stiftungsfonds für die Gastvorlesung ist nicht das einzige Engagement der Stifterin an der Goethe-Universität: Dagmar Westberg, mittlerweile 101 Jahre alt, engagiert sich in erheblicher Größenordnung für das Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg und finanziert seit 2010 auch einen Preis für die wissenschaftliche Beschäftigung mit der britischen Literatur, Kultur und Geschichte an der Universität Frankfurt.

Informationen: Prof. Dr. Christian Wiese, Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, Fachbereich Evangelische Theologie, Tel. (069) 798-33313, c.wiese@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 16 2016
12:49

Der renommierte Politikwissenschaftler spricht im Rahmen der Reihe „EuropaDialoge“ des Forschungskollegs Humanwissenschaften und des „Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales“

„Europa trotzdem“ – Ein öffentlicher Vortrag von Alfred Grosser

FRANKFURT.Im Dezember vergangenen Jahres diskutierte Alfred Grosser vor einem vollen Hörsaal mit Rupert Neudeck über die Flüchtlingskrise; jetzt kehrt der unermüdliche Förderer der deutsch-französischen Beziehungen an die Goethe Universität zurück, um über die neuen europäischen Herausforderungen zu reden. „Europa trotzdem“ ist der Titel seines Vortrags

am Montag (20. Juni) um 19 Uhr
auf dem Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 10.

Die deutschsprachige öffentliche Vorlesung „Europa trotzdem“ ist Teil der Vortragsreihe „EuropaDialoge/Dialogues d'Europe“ und wird vom Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität und dem Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales“ (IFRA) gemeinsam organisiert, unterstützt wird sie von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main. In der Reihe „EuropaDialoge/Dialogues d'Europe“ werden Wissenschaftler, Kulturschaffende und Politiker dazu eingeladen, aus ihrer Sicht die Herausforderungen der europäischen Konstruktion zu analysieren.

Trotz der Schwierigkeiten mit der Türkei, trotz des möglichen Austritts Großbritanniens, trotz Flüchtlingskrise, trotz solcher Entwicklungen wie Pegida und AfD, trotz vernachlässigter Infrastrukturen, trotz französischer Unfähigkeit zu Reformen, trotz der Herrschaft rechtswidriger Gewalt, trotz verordneter Vernachlässigung der deutschen Sprache…“, skizziert Grosser knapp einige Probleme – aber „trotz allem“ bleibt er ein überzeugter Europäer.

Grosser wird bei diesem Besuch in seiner Heimatstadt Frankfurt, wo er am 1. Februar 1925 geboren wurde und von wo er 1933 mit seiner Familie jüdischer Herkunft nach Frankreich emigrieren musste, auch mit Schülerinnen und Schülern diskutieren: Am Dienstag (21. Juni) debattiert er mit 200 Schülern von drei Frankfurter Gymnasien (Carl-Schurz-Schule, Liebigschule und Ziehenschule) in der Aula der Liebigschule über das Thema „Welche Werte für Europa ?“ Auch diese Veranstaltung wird vom „Institut Franco-Allemand“ zusammen mit dem Forschungskolleg Humanwissenschaften organisiert und von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft unterstützt.

Seiner Geburtsstadt und ihrer Universität fühlt sich Alfred Grosser besonders verbunden: An der Goethe-Universität trägt seit 2009 eine „Internationale Gastprofessur für Bürgergesellschaftsforschung“, ebenfalls gestiftet von Stiftung Polytechnische Gesellschaft, seinen Namen. Im Rahmen der Gastprofessur wird in jedem Jahr ein Wissenschaftler für einige Wochen eingeladen, sich an der Goethe-Universität in öffentlichen Vorlesungen und Seminaren mit dem Thema Bürgergesellschaft auseinanderzusetzen. Der Vorschlag zur Einrichtung dieser Professur kam damals von der Deutsch-Französischen Gesellschaft Frankfurt.

Bereits 1975 erhielt der Politikwissenschaftler Grosser den renommierten Friedenspreis des deutschen Buchhandels für sein Engagement zur deutsch-französischen Versöhnung. Sein Einfluss war enorm: Er gilt als einer der intellektuellen Wegbereiter des deutsch-französischen Elysée-Vertrages, der die Freundschaft zwischen den lange verfeindeten Nationen besiegelte. Noch heute bemüht Grosser sich unentwegt, die deutsch-französischen Beziehungen zu stärken. Inzwischen ist Grosser emeritiert, er lehrte und forschte an der Universität Sciences Po in Paris, und er war Forschungsleiter an der „Fondation Nationale des Sciences Politiques“. Darüber hinaus lehrte er u.a. an der Johns-Hopkins Universität in Baltimore, der „École des Hautes Études Commerciales“, der Stanford University und der École Polytechnique. Alfred Grosser war politischer Chronist bei der Zeitung „Le Monde“ und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. die Theodor-Heuss-Medaille, den Grand Prix de l’Académie des Sciences Morales et Politiques und  die Ehrenlegion. Er ist Autor vieler wissenschaftlicher Publikationen, u.a. „Verbrechen und Erinnerung“ oder „Die Freude und der Tod. Eine Lebensbilanz“.

Information: Dominique Petre, Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales (IFRA), Campus Westend, Tel. 069/798 31900, E-Mail: dominique.petre@institutfrancais.de