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Pressestelle Goethe-Universität

Theodor-W.-Adorno Platz 1
60323 Frankfurt 
presse@uni-frankfurt.de

 

Sep 8 2020
16:32

Öffentliche (Online-)Konferenz mit Fachleuten aus Wissenschaft, Politik und Kultur am Forschungskolleg Humanwissenschaften

„Europa. USA. Geteilte Zukunft?“ /„Transatlantic Futures. Shared or Divided?“

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Haben die USA und Europa noch eine gemeinsame Zukunft? Wie können die schwierigen transatlantischen Beziehungen wieder verbessert werden? Mit diesen Fragen befasst sich nur wenige Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl die Bad Homburg Conference des Forschungskollegs Humanwissenschaften der Goethe-Universität – in diesem Jahr gleichzeitig als Online- und Präsenzveranstaltung. 

Über Jahrzehnte verbanden intensive politische Beziehungen und gemeinsame Werte die USA und Europa und garantierten auch in geopolitischen unruhigen Zeiten Stabilität und Sicherheit. Doch das transatlantische Verhältnis ist in eine Krise geraten. Die Bad Homburg Conference 2020 thematisiert die Gegenwart und Zukunft dieses Verhältnisses aus kultureller, gesellschafts- und sicherheitspolitischer Perspektive. Ein Ziel ist dabei, nach den kulturellen und politischen Initiativen zu fragen, die eine Wiederbelebung der problematisch gewordenen Beziehungen ermöglichen. 

Das Forschungskolleg Humanwissenschaften und die Stadt Bad Homburg v. d. Höhe laden die interessierte Öffentlichkeit zur Bad Homburg Conference 2020 ein am Freitag, 18. September, 18:00 bis 20:30 Uhr am Samstag, 19. September, 11:00 bis 18:00 Uhr im Forschungskolleg Humanwissenschaften Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg v. d. Höhe.

Internationale Expertinnen und Experten werden das belastete Verhältnis zwischen den USA und Europa analysieren und mit der Öffentlichkeit diskutieren. Das erste Panel der Konferenz fragt, ob in der amerikanischen Popkultur Potenziale zu finden seien, die die fragilen Beziehungen auf subversive Weise stabilisieren und lebendig halten können. Zwar diente die Popkultur den USA als „soft power“, die den amerikanischen Gesellschaftsentwurf weltweit verbreitete. Gleichzeitig war sie aber immer auch ein Ort für kritische Stimmen, die die Missachtung amerikanischer und europäischer Werte anprangerten. Solche Kritik scheint umso bedeutsamer, als die USA – aber auch europäische Staaten – von einer starken politischen und gesellschaftlichen Polarisierung gezeichnet sind, die die Demokratie bedrohen. Den Ursachen und Konsequenzen dieser Entwicklung widmet sich das zweite Panel. Im dritten Panel schließlich diskutieren Expertinnen und Experten Fragen der transatlantischen Außen- und Sicherheitspolitik, die durch die politischen Kehrwenden der USA in den vergangenen Jahren stark belastet wurde.

Der Bad Homburger Oberbürgermeister Alexander W. Hetjes, der Vizepräsident der Goethe-Universität Prof. Dr. Rolf van Dick und der Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften Prof. Dr. Matthias Lutz-Bachmann werden die Konferenz am Freitagabend eröffnen. Den anschließenden Keynote-Vortrag hält der ehemalige Botschafter der Bundesrepublik in Washington Klaus Scharioth. Am zweiten Konferenztag werden Fachleute aus Wissenschaft, Politik und Kultur in die Panels einführen und gemeinsam diskutieren. Auf dem Podium des Panels zur Rolle der amerikanischen Popkultur sitzen die amerikanische Kuratorin und Direktorin des Deutschen Filminstituts und Filmmuseums Ellen M. Harrington (Frankfurt), der Filmwissenschaftler Vinzenz Hediger (Goethe-Universität), die Autorin und Journalistin Verena Lueken (Berlin/Frankfurt) und die Amerikanistin Ruth Mayer (Hannover). Die Gefährdung der Demokratien in den USA und Europa durch gesellschaftliche und politische Polarisierung wird der polnische Journalist und Aktivist Sławomir Sierakowski (Warschau/Berlin) mit der politischen Theoretikerin Paula Diehl (Kiel) und dem Politikwissenschaftler Claus Leggewie (Gießen) analysieren. Auf die Konsequenzen und Perspektiven der belasteten transatlantischen Außen- und Sicherheitspolitik werden der amerikanische Historiker Micheal C. Kimmage (Washington), die Expertin für Außenpolitik Constanze Stelzenmüller (Washington), der Politiker Omid Nouripour (Berlin) und die Politikwissenschaftlerin Lora Anne Viola (Berlin) eingehen. Der Eröffnungsvortrag findet auf Deutsch statt; die Podiumsdiskussionen am Samstag auf Englisch; deutschsprachige Beiträge sind aber möglich und willkommen.

Die Konferenz ist die vierte in der Reihe der jährlich stattfindenden Bad Homburg Conferences, die vom Bad Homburger Forschungskolleg Humanwissenschaften – einer gemeinsamen Initiative der Goethe-Universität Frankfurt und der Werner Reimers Stiftung – geplant und von der Stadt Bad Homburg finanziert werden. Ziel sei es, so der Oberbürgermeister der Stadt Bad Homburg, Alexander W. Hetjes, “brennende gesellschaftliche Fragen auf hohem Niveau mit der Öffentlichkeit zu diskutieren und Anregungen für die Gestaltung unserer Zukunft zu geben. Eben deshalb ist der Stadt Bad Homburg als Wissenschaftsstandort daran gelegen, die Forschung ebenso zu fördern wie den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern über deren Resultate.“

Wissenschaftlich geleitet wird die Konferenz vom Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften Matthias Lutz-Bachmann, Professor für Philosophie an der Frankfurter Goethe-Universität, sowie seinen Frankfurter Kollegen Andreas Fahrmeir (Professor für Neuere Geschichte), Gunther Hellmann (Professor für Politikwissenschaft), Darrel Moellendorf (Professor für Internationale Politische Theorie und Philosophie), Johannes Völz (Heisenberg-Professor für Amerikanistik) und Simon Wendt (Professor für Amerikanistik).

Details zur Bad Homburg Conference 2020 finden Sie auf der Webpage des Forschungskollegs Humanwissenschaften unter www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de.

Anmeldung: Aufgrund der Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie können leider nur wenige Personen vor Ort teilnehmen. Anmeldungen bitte bis 11. September unter Angabe der vollständigen Adresse und Telefonnummer an folgende E-Mail-Adresse: anmeldung@forschungskolleg-humanwissenschaften.de. Bitte teilen Sie unbedingt mit, , an welchen Veranstaltungen Sie teilnehmen möchten.

1. Eröffnungsveranstaltung am Freitag, 18.09.2020, 18 Uhr und / oder 

2. Konferenztag am Samstag, 19.09.20 

a) alle Podiumsdiskussionen (11:00 – 18:00 Uhr) oder 

b) einzelne Diskussionen

  • Panel 1 (“Popular Culture"): 11:00 – 13:00 Uhr
  • Panel 2 (“Democratic Ways of Life"): 13:30 – 15:30 Uhr
  • Panel 3 (“Security and Foreign Policy"): 16:00 – 18:00 Uhr 

Die Teilnahmebestätigungen werden bis 14.9. per E-Mail versandt, diese bitte ausgedruckt mitbringen. Absagen werden ebenfalls per E-Mail versandt. Zusätzlich wird die Konferenz live auf unserem YouTube-Kanal übertragen, eine Anmeldung hierfür ist nicht erforderlich. Die Videos werden im Anschluss an die Konferenz dauerhaft dort zu finden sein.

 

Jul 17 2020
11:52

​Forscherinnen und Forscher der Goethe-Universität wagen in der neuen Ausgabe des UniReport eine Zwischenbilanz

Wie hat die Corona-Pandemie die Welt verändert?

FRANKFURT. Nach knapp vier Monaten Corona-Krise stellen sich auch der Wissenschaft viele Fragen: Sind bestimmte Teile der Gesellschaft stärker von den Folgen betroffen, klafft eine Gerechtigkeitslücke? Öffnen sich vielleicht Wege für neue medizinische, wirtschaftliche und ökologische Ansätze? Forscherinnen und Forscher der Goethe-Universität aus den Sozial- und Geisteswissenschaften, aber ebenso aus Medizin und Naturwissenschaft analysieren im UniReport die aktuelle Lage und stellen Prognosen an.

Der Pharmazeut Prof. Theo Dingermann hebt die Transparenz in der Berichterstattung über die Pandemie positiv hervor: Dies werde zu gegebener Zeit ermöglichen, beispielsweise Versorgungskonzepte kritisch zu bewerten. Der Politische Philosoph Prof. Rainer Forst diskutiert aus demokratietheoretischer Perspektive verschiedene Deutungen des Lockdowns: Er warnt davor, dass eine „absolutistische“ Lesart, nach der der Staat den Bürgerinnen und Bürgern die Freiheiten weggenommen habe, bis ihnen wieder zugetraut werde, sie gescheit zu nutzen, die Demokratie gefährde. Die Volkswirtin Nicola Fuchs-Schündeln wiederum beleuchtet kritisch die Schul- und Kitaschließungen; diese beeinträchtigten die Chancengleichheit zwischen Schülern aus unterschiedlichen sozioökonomischen Verhältnissen; sie erwartet, dass sich die Ungleichheit der Geschlechter im Arbeitsmarkt weiter erhöhen wird. Weitere Beiträger sind der Wirtschaftspädagoge Prof. Gerhard Minnameier, der Psychologe Prof. Ulrich Stangier und die Infektiologin Prof. Maria Vehreschild.

Wer kommt gut durch die Corona-Krise, wer verliert und wer profitiert davon? In ihrem Essay „Intersektionalität – ein zentrales Konzept feministischer Gegenwartsanalyse“ gehen Prof. Bettina Kleiner, Prof. Helma Lutz und Dr. Marianne Schmidbaur einleitend auf die sozialen Ungleichheitsverhältnisse ein, wie sie sich unter den Bedingungen der Corona-Krise besonders deutlich zeigen. Davon ausgehend erläutern die Autorinnen, warum sie das Konzept der Intersektionalität nicht nur in der Corona-Pandemie für einen zentralen wissenschaftlichen, juristischen und politischen Zugang zur Analyse und Veränderung von Macht- und Ungleichheitsverhältnissen halten.

Die weiteren Themen im UniReport 4/Juli 2020:

  • „Ich lade alle Mitglieder unserer Universität zur Zusammenarbeit ein“: Prof. Enrico Schleiff tritt sein Amt als Präsident der Goethe-Universität am 1. Januar 2021 an.
  • Nordöstliche Campusseite nimmt Form an: Der Rohbau der Sprach- und Kulturwissenschaften (SKW) ist fertig, das geplante Center for Humanities könnte mit Kunst und Theater das Uni-Schaufenster zur Stadt werden.
  • Begehrt - die Kunstpädagogik: Das „Kleine Fach“ sieht sich zwischen Kunstschaffenden und Vermittelnden.
  • „Das Erbe der Lynchjustiz spukt nach wie vor in den Köpfen herum“: Ein Gespräch mit dem Amerikanisten Prof. Simon Wendt über Rassismus und Protestbewegung in den USA.
  • „Ich bin so gestresst“: Lernräume zu, Nebenjob weg. Auslandsstudium abgesagt – wie die Corona-Krise für Studierende zum Problem wird.
  • Ein Haus für die Bürgergesellschaft und die universitäre Community: Dr. Birgit Sander, neue Leiterin des Museum Giersch der Goethe-Universität, im Gespräch.
  • Lehre ist für sie Herzensangelegenheit: Die Rechtswissenschaftlerin Prof. Katja Langenbucher im Porträt.
  • Die Kinderstube der Honigbienen: Erstmals wurden Videos der kompletten Larvenentwicklung gemacht.
  • Weniger Formalitäten und Besprechungen, mehr Austausch: Die chinesische Mineralogin Qiao Shu genießt ihre Arbeit als Gastwissenschaftlerin am Institut für Geowissenschaften.
  • Transnational unterwegs – in der Wissenschaft wie im Leben: Wilhelm-Bender-Dissertationspreis für die Politikwissenschaftlerin Eva-Maria Schäfferle.
  • Transatlantische Beziehungen neu denken: Die 4. Bad Homburg Conference am Forschungskolleg Humanwissenschaften widmet sich dem belasteten Verhältnis zwischen USA und Europa.
  • 20.000 Funde: Die Archäologin Stephanie Döpper hat im Rahmen eines DFG-Projektes mit Studierenden im Oman nach Objekten von der Steinzeit bis heute gesucht.
  • „Der NSU-Strafprozess“: Prof. Jörg Arnold über ein gemeinsames strafrechtliches Schwerpunktseminar der Universitäten Münster und Frankfurt.

Der UniReport 4/2020 steht zum kostenlosen Download bereit unter https://www.unireport.info/aktuelle-ausgabe

 

Jun 4 2020
15:50

Der Theologe Prof. Christof Mandry spricht im neuen UniReport über moralisch-ethische Dilemmata der Corona-Pandemie.

Freiheit oder Leben?

FRANKFURT. Die Bekämpfung der Corona-Pandemie hat weltweit für zum Teil massive Einschränkungen des wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Lebens gesorgt und in einer Reihe von Staaten das Gesellschaftssystem an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. Viele Maßnahmen wurden zwar bereits zurückgenommen, doch bei weiteren Pandemiewellen könnte es (wieder) zu erheblichen medizinischen Versorgungsengpässen kommen. Christof Mandry, Professor für Moraltheologie und Sozialethik an der Goethe-Universität, bringt in seinem Essay in der neuen Ausgabe des UniReport den Konflikt zwischen den Grundrechten auf Freiheit und auf Gesundheitsschutz auf den Punkt, wenn er fragt: „Welchen Stellenwert kann die Selbstbestimmung von Erkrankten haben, wenn die Behandlungskapazitäten nicht für alle ausreichen und faktisch entschieden werden muss, wer eine potenziell lebensrettende (intensiv-) medizinische Versorgung erhält und wem sie mit potenziell tödlichen Konsequenzen verwehrt werden muss?“

Mandry sieht eine Zuspitzung dieses Dilemmas gegeben, wenn weitere Kranke, die in einer Pandemie-Überlastungssituation in die Klinik gebracht werden, nach dem medizinischen Prognoseverfahren bessere Erfolgsaussichten haben. Dann müssten nach dem Verfahren der sogenannten „Triage-Reevaluation“ Patienten mit weniger guten Heilungschancen das Intensivbett verlassen – die ethische Problematik, so der Theologe, bestehe unter anderem darin, dass in einem solchen Fall Patienten gegen ihren Willen und bei fortbestehender Sinnhaftigkeit die Behandlung entzogen werde und sie sterbengelassen werden. Mandry fragt weiter: „Sollte der Bundestag hier tatsächlich tätig werden und durch Gesetz festlegen, dass Bürger in solchen Situationen verpflichtet sind – und folglich gezwungen werden können –, ihr Lebensrecht für andere aufzugeben – gäbe er damit nicht seine Legitimation preis, die gerade in der Garantie der Grundrechte des Einzelnen besteht?“
 

Die weiteren Themen im UniReport 3/Juni 2020:


  • „Die Gefahr durch dieses Virus ist jetzt nicht geringer als Anfang März“: Die Virologin Prof. Sandra Ciesek über den aktuellen Stand der Forschung zu Covid-19.
  • Das Experiment virtuelles Semester läuft besser als gedacht: Der Online-Lehrbetrieb – Eindrücke, Erfahrungen und Ausblicke von Lehrenden und E-Learning-Experten.
  • Mehr Flexibilität, weniger „realer“ Austausch: Wie Corona den Alltag im Studium verändert.
  • Was Corona über Nacht aus Studierenden macht (oder machen kann): Gedanken aus der Fachdidaktik von Prof. Daniela Elsner und Dr. Heike Nielsen.
  • Konsequente Unterdrückungsstrategien führen zu niedrigeren Gesamtkosten: Die Physiker Prof. Roser Valenti und Prof. Claudius Gros haben sich mit den sozioökonomischen Folgen von „Social Distancing“ beschäftigt.
  • Nichts Neues bei den Masken: Der Japanologe Prof. Michael Kinski wirft einen Blick in die Geschichte der Mund-Nasenschutz-Masken in Japan.
  • Covid-19-Erkrankung ist keine Grippe: Erfahrungsgesättigte Einschätzungen aus der Virologie und der Medizin.
  • „Kleine Fächer“ an der Goethe-Universität: Prof. Zhiyi Yang über die Sinologie in Frankfurt und Chinas Rolle in der Welt.
  • Teilchen Billard mit drei Partnern: Physiker der Goethe-Universität haben das Rätsel um den Compton-Effekt gelöst.
  • Wem die Bücher wirklich gehören: Die Universitätsbibliothek will Raubgut in ihren Beständen aufspüren.
  • Innovative Ideen für das Lehren mit digitalen Medien: Digi_Gap ist ein neues Forschungsprojekt in der Lehrkräftebildung.
  • EU-Projekt zum akut-auf-chronischen-Leberversagen vereint Experten im Taunus: Nachbericht zur zweiten Vollversammlung des Horozon-2020-Projekts MICROB-PREDICT.
  • Neue Goethe-Fellows: Prof. Sabine Andresen, Prof. Beatrice Brunhöber und Prof. Cornelia Ebert werden am Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg forschen.
  • Porträt in der Rubrik Goethe, Deine Forscher: Der Amerikanist Johannes Völz verbindet in seiner Forschung Literaturwissenschaft, Politikwissenschaft und Philosophie.
  • Eingebunden in die Bewältigung der Corona-Krise: Fazilet Duygu arbeitet als Stipendiatin der Philipp-Schwartz-Initiative in der Infektiologie des Universitätsklinikums
  • Luminale kommt ans Uniklinikum: Licht-Anemonen des Künstlers Malte Kebbel leuchten für die kommenden Wochen auf dem Vorplatz des Universitätsklinikums.
  • „Die digitale Lehre wird bleiben“: Das E-Learning-Projekt „StudyCore“ verbindet Forschung mit pädagogischer Praxis.
Der UniReport 3/2020 steht zum kostenlosen Download bereit unter https://www.unireport.info/aktuelle-ausgabe

 

Mai 15 2020
14:03

Professorin für Öffentliches Recht in eines der höchsten Richterämter berufen

Goethe-Universität freut sich über Wahl von Astrid Wallrabenstein ins Bundesverfassungsgericht

FRANKFURT. Die Goethe-Universität gratuliert „ihrer“ Jura-Professorin Astrid Wallrabenstein, die seit 2010 in Frankfurt Öffentliches Recht lehrt: Sie ist heute als Richterin in den 2. Senat des Bundesverfassungsgerichts gewählt worden.

„Wir sind sehr stolz und freuen uns: Wieder wird ein Mitglied der Goethe-Uni in ein wichtiges öffentliches Amt berufen. Zu dieser überaus ehrenvollen Wahl gratuliere ich der künftigen Verfassungsrichterin Prof. Dr. Astrid Wallrabenstein und unserem Fachbereich Rechtswissenschaft von Herzen“, reagierte Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität, auf die Bekanntgabe der Wahl. Es sei für die Goethe-Universität sehr ehrenvoll, dass nach Winfried Hassemer und Lerke Osterloh mit Wallrabenstein wieder eine Frankfurter Rechtswissenschaftlerin Frankfurter Ideen in ein solch hohes Amt in unserem Staat einbringen könne.

„Das ist eine wirklich erfreuliche Nachricht in diesen schwierigen Zeiten: Unsere Kollegin Astrid Wallrabenstein geht als Nachfolgerin von Andreas Voßkuhle ans Bundesverfassungsgericht. Mit ihrer anerkannten wissenschaftlichen Expertise vor allem im Sozialrecht sowie im Ausländer- und Migrationsrecht wird sie eine wichtige Rolle in diesem für unseren Verfassungsstaat zentralen Gericht spielen. Neben dem großen persönlichen Erfolg, zu dem ich ihr herzlich gratuliere, zeigt dieses Wahl erneut, dass Frankfurter Rechtswissenschaftlerinnen und Rechtswissenschaftler bundesweit wahrgenommen werden“, kommentiert Prof. Dr. Klaus Günther die Entscheidung.

In der heutigen Sitzung des Bundesrates ist Prof. Dr. Astrid Wallrabenstein einstimmig in den 2. Senat des Bundesverfassungsgerichts gewählt worden. Sie übernimmt damit das Amt von Andreas Voßkuhle, der nach zwölf Jahren in Karlsruhe als Präsident des Verfassungsgerichts von Stephan Harbarth abgelöst wird. Bundesverfassungsrichter werden wechselweise mit Zweidrittelmehrheit von Bundestag oder Bundesrat gewählt. Das Vorschlagsrecht liegt bei den Parteien. Wallrabenstein ist von den Grünen nominiert worden. Sie ist nun – wie alle anderen 15 Verfassungsrichter – für zwölf Jahre ins Amt gewählt.

Astrid Wallrabenstein hat seit Oktober 2010 die Professur für Öffentliches Recht mit Schwerpunkt Sozialrecht an der Goethe-Universität inne. Außerdem leitet sie zusammen mit ihrer Kollegin Indra Spiecker gen. Döhmann das Institut für europäische Gesundheitspolitik und Sozialrecht (ineges), ein Kooperationsprojekt der Goethe-Universität mit den Spitzenverbänden der Gesetzlichen Krankenversicherung. 2012 wurde sie Mitglied im Sozialbeirat der Bundesregierung, seit 2013 ist sie außerdem als Richterin am Hessischen Landessozialgericht tätig. Mit dem Projekt „Migration und Gerechtigkeit im Sozialstaat“ wurde sie 2018 als Goethe-Fellow am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität aufgenommen. An der Goethe-Universität hat Wallrabenstein die Einrichtung einer Law Clinic initiiert, wo Studierende der Rechtswissenschaft kostenlose Rechtsberatung im Aufenthalts- und Sozialrecht anbieten. Wallrabenstein selbst hat u.a. an der Justus-Liebig-Universität in Gießen studiert, bevor sie nach Promotion und Habilitation an die Goethe-Universität kam, hatte sie von 2008 bis 2010 den Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Bildungsrecht und Recht der sozialen Sicherung an der Universität Bielefeld inne. Wallrabenstein ist 50 Jahre alt und hat zwei Kinder.

Ein Bild zum Download finden Sie unter folgendem Link: http://www.uni-frankfurt.de/88427685

Bildtext: Astrid Wallrabenstein, Juraprofessorin an der Goethe-Universität, wird Richterin am Bundesverfassungsgericht. (Foto: privat)

Informationen: professur-wallrabenstein@jur.uni-frankfurt.de

 

Jan 28 2020
10:29

Prof. Sabine Andresen von der Goethe-Universität und Vorsitzende der Unabhängigen Aufarbeitungskommission spricht am Forschungskolleg über sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche

„Geschichten, die zählen“

FRANKFURT/BAD HOMBURG.  „Geschichten, die zählen: Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in Familien und Institutionen“ – so lautet der Titel eines Vortrags, den die Frankfurter Pädagogik-Professorin Sabine Andresen

am Dienstag, 4. Februar, um 19 Uhr
im Forschungskolleg Humanwissenschaften
Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe

am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg halten wird.

„Geschichten, die zählen“ ‒ dies ist auch das Leitmotiv der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs, die 2016 auf Beschluss des Bundestages eingesetzt wurde. Damit will die Kommission verdeutlichen, dass das Zeugnis der Opfer sexueller Gewalt im Zentrum der Untersuchung stehen muss, will man dieses Gewaltphänomen verstehen und ihm künftig entgegenwirken. Deshalb richtet die Kommission ihre Arbeit an der Perspektive der Betroffenen aus. Sabine Andresen ist Vorsitzende der Aufarbeitungskommission. In ihrem Vortrag wird sie über die Arbeit der Kommission sprechen und die Frage diskutieren, wie gesellschaftliche Aufarbeitung gelingen kann.

Die Kommission hat den Auftrag, Ausmaß, Art und Folgen von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR aufzuarbeiten. Auf der Grundlage der Berichte von Betroffenen erforscht sie den Missbrauch, seine Strukturen, Dynamiken und Folgen. Sie möchte, wie es in ihrem Bilanzbericht 2019 heißt, zur Anerkennung des erlittenen Unrechts ebenso beitragen wie zum künftigen Schutz der Kinder und Jugendlichen in der Gesellschaft.

Mittlerweile haben sich knapp 2.000 Personen gemeldet, um der Kommission in vertraulichen Anhörungen oder in schriftlichen Zeugnissen über ihre jeweiligen Gewalterfahrungen zu berichten. Außerdem haben Werkstattgespräche mit Betroffenen stattgefunden, und öffentliche Hearings zu den Themen Missbrauch in der Familie, in der DDR und in den Kirchen haben stattgefunden.

In ihrem Vortrag wird Sabine Andresen anhand der Kommissionarbeit darlegen, welche Erkenntnisse über das lang tabuisierte gesellschaftliche Gewaltphänomen vorliegen, und fragen, was daraus für die Aufarbeitung in der Gesellschaft folgt. Der Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften, Prof. Matthias Lutz-Bachmann, wird in den Vortrag einführen und die anschließende Diskussion moderieren.

Sabine Andresen ist Professorin für Sozialpädagogik und Familienforschung an der Goethe-Universität. Die Kindheits- und Familienforscherin publiziert regelmäßig zu sexuellem Missbrauch in Institutionen und Familien, Kinderarmut und Wohlbefinden von Kindern. Sie ist Vorsitzende der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindermissbrauchs, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat für Familienfragen beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie Vizepräsidentin des Deutschen Kinderschutzbundes e.V.

Anmeldung:
Um vorherige Anmeldung unter info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de wird gebeten.

Ein Bild von Prof. Sabine Andresen finden Sie zum Download unter: http://www.uni-frankfurt.de/85174724 (Foto: Dettmar)

Information: Beate Sutterlüty, Wissenschaftskommunikation, Forschungskolleg Humanwissenschaften (Tel.: 06172-13977-15; Email: b.sutterluety@forschungskolleghumanwissenschaften.de); www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

 

Jan 22 2020
13:19

Der Historiker Pierre Monnet stellt das jüngst erschienene, monumentale Werk „Europa. Die Gegenwart unserer Geschichte“ vor

​Das kulturelle Gedächtnis Europas

BAD HOMBURG. Mit einer Reise durch die Welt der europäischen Erinnerungen wird die Reihe „EuropaDialoge“ im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität fortgesetzt. Der Historiker Pierre Monnet wird

am Donnerstag, 30. Januar, um 19 Uhr
im Forschungskolleg Humanwissenschaften
(Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe)

das Buch „Europa. Die Gegenwart unserer Geschichte“ (deutsch: Darmstadt 2019, frz.: Paris 2017) vorstellen, das er selbst mit herausgegeben hat.

Nach dem dreibändigen Klassiker Deutsche Erinnerungsorte (München 2001) hat Étienne François gemeinsam mit Thomas Serrier dieses ebenfalls dreibändige Werk vorgelegt, das das kulturelle Gedächtnis Europas einfängt. In 133 Aufsätzen beschreiben 105 Autoren – Historiker und Intellektuelle aus Frankreich und Deutschland, Polen und Serbien, aber auch aus den USA, Indien und Japan – das, was Europa ausmacht: die Gegenwart seiner Geschichte in Kriegen, Revolutionen und Freiheitsbewegungen; die Vielfalt und das Trennende im alltäglichen Leben; die Verflechtungen mit der Welt nicht zuletzt im Kolonialismus. Entstanden ist ein Riesenmosaik der Erinnerungsorte, dessen Einzelteile von der Nymphe Europa bis Tschernobyl reichen, vom Hadrianswall bis zur Berliner Mauer, von der Kalaschnikow bis zum VW-Käfer, von der Entstehung der Demokratie bis zum Holocaust. Pierre Monnet wird seine Zuhörer auf diese Reise durch die Welt der europäischen Erinnerungen mitnehmen. Dabei ist der Ausgangspunkt seiner Überlegungen die Frage, ob und wie „Europa“ historisch verstanden und imaginiert werden kann. Matthias Lutz-Bachmann, Professor für Philosophie an der Goethe-Universität und Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften, wird in den Vortrag einführen und das anschließende Gespräch mit dem Auditorium moderieren.

Prof. Pierre Monnet ist Directeur d'études an der EHESS in Paris und Adjunct Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Goethe-Universität. Seit 2011 leitet er das Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales (IFRA) in Frankfurt am Main. Seine Forschungsarbeiten befassen sich vorrangig mit den politischen und sozialen Netzwerken im römisch-deutschen Reich des Spätmittelalters, der Entwicklung seiner Städte und der vergleichenden Geschichte der politischen Kulturen im spätmittelalterlichen Europa.

Fortsetzung der Veranstaltungsreihe „EuropaDialoge/Dialogues d'Europe“ in 2020

Die Buchvorstellung setzt die Reihe „EuropaDialoge/Dialogues d'Europe“ fort, die seit 2014 vom Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität und dem an der Universität angesiedelten Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales (IFRA) veranstaltet und von Prof. Sandra Eckert, Prof. Matthias Lutz-Bachmann und Prof. Pierre Monnet wissenschaftlich geleitet wird. Ziel der Reihe ist es, die unterschiedlichen Europa-Positionen von Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft öffentlich zu präsentieren und diskutieren. Im Rahmen der „EuropaDialoge/Dialogues d'Europe“ finden Anfang 2020 zwei weitere öffentliche Veranstaltungen statt, zu denen die Veranstalter der Reihe sehr herzlich einladen:

Weitere Termine

Dienstag, 28. Januar 2020, 19 Uhr
Podiumsdiskussion mit Charlotte Galpin, Daniel Röder, Sandra Seubert:
»Zeich(n)en für oder gegen Europa. Europapolitische Narrative und Bilder«
Ort: Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, IG-Farben-Haus, Raum IG-411

Mittwoch, 12. Februar 2020, 19 Uhr
Ulrike Guérot (Donau Universität Krems): »Die Europäische Zukunftskonferenz 2020:
Beschäftigungstherapie oder europäischer Gestaltungswille?«
Ort: Forschungskolleg Humanwissenschaften, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg

Anmeldung:
Um vorherige Anmeldung unter info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de wird gebeten.

Information: Beate Sutterlüty, Wissenschaftskommunikation, Forschungskolleg Humanwissenschaften (Tel.: 06172-13977-15; Email: b.sutterluety@forschungskolleghumanwissenschaften.de); www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de; Dominique Petre, Kulturbeauftragte, Institut franco-allemand IFRA (Tel.: 069- 798 31 900; Email: dominique.petre@institutfrancais.de)

 

Jan 17 2020
11:20

7. Dagmar-Westberg-Vorlesung: Vier öffentliche Vorträge und ein Kolloquium

Menachem Fisch über den interreligiösen Dialog

FRANKFURT. Die 7. Dagmar-Westberg-Vorlesung, die kommende Woche stattfindet, übernimmt der israelische Wissenschaftshistoriker und Philosoph Menachem Fisch. Der emeritierte Wissenschaftler wird sich in vier Vorlesungen mit dem interreligiösen Dialog befassen, insbesondere mit den Dynamiken, die zwischen Judentum, Christentum und Islam seit jeher bestanden und das Selbstverständnis der drei Religionen mitbestimmen. Abschließend steht Prof. Fisch bei einem Kolloquium zum wissenschaftlichen Gespräch bereit. Der Titel der Westberg-Vorlesungsreihe lautet: „Dialogues of Reason: Science, Politics, Religion“.

„Professor Fisch war schon für 2019 für die Westberg-Professur angefragt. Wir sind froh, dass er nun für Januar 2020 zusagen konnte“, erklärt Prof. Matthias Lutz-Bachmann, der die Westberg-Vorlesung seit ihrem Entstehen koordiniert. Das Thema der kleinen Vortragsreihe sei ein „wichtiger Schritt in der Forschungsplanung“: Denn der Dialog zwischen den Religionen und insbesondere der Blick in die jüdische Geistesgeschichte werde im Forschungsprofil der Goethe-Universität auch künftig eine große Rolle spielen.

In seinen Frankfurter Vorlesungen, die er in englischer Sprache halten wird, wird Menachem Fisch über die Beziehungen von Judentum, Christentum und Islam sprechen, die einerseits durch wechselseitige Lernerfahrungen und positiv gelebte Nachbarschaft, andererseits aber auch durch Konflikte geprägt sind. Als Wissenschaftshistoriker bezieht er sich dabei vor allem auch auf die Begegnungen dieser Religionen in den vormodernen Gesellschaften des Nahen Ostens und Europas und versucht, daraus Schlüsse auf die Gegenwart zu ziehen.

Eröffnet wird die Reihe mit dem Vortrag „A Philosophical Overture“

am Mittwoch, 22. Januar, um 18 Uhr
im Festsaal im Casinogebäude (Campus Westend),

bei dem Fisch ankündigt, die normativen Beschränkungen einer Philosophie überschreiten zu wollen, die sich alleine auf eine Vernunft stützt, auf die sich seit Sokrates das westliche Denken bezieht. In weiteren Vorträgen befasst er sich unter anderem mit der Perspektive des Talmuds im Gegensatz zur sokratischen Philosophie. Der Talmud steht im Zentrum der jüngeren Forschungsarbeiten von Menachem Fisch.

Zur Person des Referenten

Menachem Fisch, geboren 1948 im britischen Leeds, hat in Tel Aviv und Oxford studiert. Als Philosoph befasst er sich vor allem mit Wissenschafts- und Geistesgeschichte, Sprache und Judentum. Lange Jahre hatte er an der Universität einen Lehrstuhl für Geschichte und Philosophie der Wissenschaften inne und war Direktor des Zentrums für religiöse und interreligiöse Studien. Er war Mitglied am Institute for Advanced Study in Princeton, Senior Visiting Fellow in Budapest, Visiting Scholar am Trinity College in Cambridge und Senior Research Fellow am Shalom Hartman Institute in Jerusalem. 2016 wurde er mit dem Humboldt-Preis ausgezeichnet, 2017 erhielt er die Ehrendoktorwürde in Religionsphilosophie an der Goethe-Universität. Er kooperiert seit Jahren eng mit Prof. Christian Wiese, der an der Goethe-Universität jüdische Religionsphilosophie lehrt. Außerdem ist Fisch auch Senior Fellow am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg.

Zur Dagmar-Westberg-Vorlesung

Die Gastprofessur ist nach dem Vorbild amerikanischer Lectures konzipiert. Sie wird aus den Erträgen eines Fonds finanziert, den die Mäzenin Dagmar Westberg (1914-2017) gestiftet hat. Nach dem Willen der Stifterin soll das Geld ausschließlich für die Geisteswissenschaften verwendet werden. So kann die Goethe-Universität jährlich eine weltweit renommierte Forscherpersönlichkeit nach Frankfurt einladen. In den vergangenen Jahren fiel die Wahl auf den Germanisten Peter Strohschneider, der bis Ende 2019 DFG-Präsident war, die amerikanische Philosophin Martha Nussbaum, den deutsch-amerikanischen Archäologen Lothar von Falkenhausen, den Berliner Theologen Christoph Markschies, den Princeton-Historiker Anthony T. Grafton und die US-amerikanische Historikerin Lynn Hunt.

Die 8. Westberg-Vorlesungsreihe wird im Sommersemester stattfinden. Von 15. bis 19. Juni wird Sianne Ngai aus Chicago zu Gast sein. Sie befasst sich mit den Themen Nationalismus, Bürgerlichkeit, Ethnizität und Rasse in der jüngeren Geschichte der USA.

Die Termine der 7. Westberg-Vorlesung:

A Philosophical Overture
Breaching Rationality's Normative Constraints

Mittwoch, 22. Januar, 18 Uhr
Campus Westend, Festsaal Casino (Cas. 823):

The Dialogial Dynamics of Scientific Upheavals
Donnerstag, 23. Januar, 18 Uhr
Campus Westend, Renate von Metzler Saal (Cas. 1.801)

Talmudic Judaism's Non-Socratic Paradigm
Montag, 27. Januar, 18 Uhr
Campus Westend, Renate von Metzler Saal (Cas. 1.801)

Reflective Emotions and the Politics of Love
Mittwoch, 29. Januar, 18 Uhr
Campus Westend, Renate von Metzler Saal (Cas. 1.801)

Dialogues of Reason: Science, Politics, Religion
Kolloquium zu den Vorlesungen
Donnerstag, 30. Januar, ab 10 Uhr,
Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität
Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg v.d. Höhe

(Anmeldung zum Kolloquium unter schweighoefer@em.uni-frankfurt.de)

Informationen: Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann, Institut für Philosophie, Telefon 069 798-32779; E-Mail: Lutz-Bachmann@em.uni-frankfurt.de

 

Dez 11 2019
13:36

Till van Rahden, Historiker an der Université de Montréal, diskutiert mit der Frankfurter Politikwissenschaftlerin Nicole Deitelhoff über sein Buch „Demokratie. Eine gefährdete Lebensform“

Was die Demokratie am Leben hält

BAD HOMBURG. Lange galt die liberale Demokratie als selbstverständlich. Nun steckt sie in der Krise: Immer mehr Bürgerinnen und Bürger distanzieren sich von der Politik, die Volksparteien verlieren an Bindekraft, digitale Kurznachrichten ersetzen zunehmend die öffentliche Debatte. Weltweit erscheinen Studien, die sich mit den Ursachen der aktuellen Anfechtungen der Demokratie befassen. In seinem im November 2019 im Campus-Verlag erschienenen Buch Demokratie. Eine gefährdete Lebensform wechselt der Historiker Till van Rahden die Perspektive: „Statt darauf zu starren, wie Demokratien sterben, geht dieses Buch der Frage nach, was sie am Leben erhält.“ In fünf Kapiteln wirft der Autor Schlaglichter auf die Geschichte der Bundesrepublik, um so die kulturellen und sozialen Voraussetzungen der Demokratie herauszuarbeiten, die im Alltagsleben und in öffentlichen Debatten zum Tragen kommen. Er analysiert etwa das „Lächeln der Verfassungsrichterin“ bei der Verkündung des „Stichentscheid-Urteils“ 1959, die Kinderladenbewegung in den frühen 1970er Jahren oder die Debatten um die Schließung des Offenbacher Parkbades in den frühen 1990er Jahren.

Zur Diskussion über die Thesen des Buches lädt das Forschungskolleg Humanwissenschaften sehr herzlich

am Montag, 16. Dezember, um 19 Uhr
ins Forschungskolleg
(Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe)

ein. Die Frankfurter Politikwissenschaftlerin und Leiterin des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung Prof. Nicole Deitelhoff wird mit Till van Rahden über sein Verständnis von der „Demokratie als Lebensform“ sprechen. Prof. Johannes Völz, Professor für Amerikanistik mit dem Schwerpunkt „Demokratie und Ästhetik“ an der Goethe-Universität und Mitglied im Direktorium des Forschungskollegs, wird das Gespräch moderieren.

Die Buchvorstellung mit anschließender Diskussion ist Teil der Reihe »Das Forschungskolleg Humanwissenschaften stellt vor: …«. Mit dem Ziel, wissenschaftliche Bücher in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und zu diskutieren, lädt das Kolleg Angehörige der Rhein-Main-Universitäten sowie Gäste des Kollegs ein, um über ihr Buch, dessen Hintergründe sowie die Fragen, die sie zu diesem Werk motivierten, zu sprechen. Geleitet wird die Reihe von Professor Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann, dem Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften.

Anmeldung:
Um vorherige Anmeldung unter info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de wird gebeten. 

Information: Iris Helene Koban, Geschäftsführung, Forschungskolleg Humanwissenschaften (Tel.: 06172-13977-10; Email: i.koban@forschungskolleghumanwissenschaften.de); Beate Sutterlüty, Wissenschaftskommunikation, Forschungskolleg Humanwissenschaften (Tel.: 06172-13977-15; Email: b.sutterluety@forschungskolleghumanwissenschaften.de); www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

 

Dez 5 2019
11:07

Die amerikanische Holocaustforscherin Prof. Deborah Lipstadt spricht im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität

Der neue Antisemitismus

FRANKFURT. Nicht allein in Deutschland, sondern weltweit häufen sich in jüngster Zeit Fälle antisemitisch motivierter Diskriminierung und Gewalt, deren ideologische Grundlagen vielfältig und komplex sind. In ihrem 2018 in deutscher Sprache im Berlin Verlag erschienenen Buch „Der neue Antisemitismus“ spürt die renommierte amerikanische Historikerin und Holocaustforscherin Deborah Lipstadt den Ausdrucksformen dieses erschreckend virulenten Hasses in Europa, den USA und im Nahen Osten nach und erklärt die Ursachen seines Wiederaufstiegs auch jenseits rechtsradikaler und islamistischer Milieus. Sie zeigt auf, was Juden und Nichtjuden wissen müssen, um dem neuen Antisemitismus etwas entgegensetzen zu können, und warnt vor den universalen Folgen eines Hasses, der sich rasant ausbreitet. „Juden sind so etwas wie der Gradmesser der Gesellschaft. Wer sie angreift, greift alle demokratischen und multikulturellen Werte an“, so Lipstadt.

Zum Vortrag von Deborah Lipstadt über „Contemporary Antisemitism. Old Text in a New Binding“ mit anschließender Diskussion lädt das Forschungskolleg Humanwissenschaften

Am Dienstag, 10. Dezember, um 19 Uhr
ins Forschungskolleg
(Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe)

ein. Der Vortrag findet in englischer Sprache statt.

Deborah Lipstadt ist Professorin für Moderne Jüdische Geschichte und Holocaust-Studien an der Emory University in Atlanta (USA). Ihre Forschungen sind immer wieder auf ein großes öffentliches und politisches Interesse gestoßen. Internationale Aufmerksamkeit erlangte ihre Geschichte der Holocaustleugnung (auf Deutsch unter dem Titel „Leugnen des Holocaust. Rechtsextremismus mit Methode“ 1996 in Hamburg erschienen): Der britische Holocaustleugner David Irving verklagte Lipstadt wegen der ihn betreffenden Aussagen vor einem Londoner Gericht. Im Urteil stellten die Richter fest, dass Irving die historischen Fakten systematisch manipulierte, und es gab Lipstadt in allen wesentlichen Punkten Recht. Im Mai 2018 wurde Deborah Lipstadt mit dem Carl-von-Ossietzky-Preis für Zeitgeschichte und Politik der Stadt Oldenburg ausgezeichnet.

Die Einführung in den Vortrag übernimmt Prof. Christian Wiese, Inhaber der Martin Buber-Professur für jüdische Religionsphilosophie an der Goethe-Universität und Sprecher des LOEWE-Schwerpunktes „Religiöse Positionierung. Modalitäten und Konstellationen in jüdischen, christlichen und islamischen Kontexten“. Seit 2018 ist er zudem Mitglied im Wissenschaftlichen Direktorium des Forschungskollegs Humanwissenschaften.

Weiterer Vortragstermin:
Im Rahmen der von der Martin Buber-Professur für jüdische Religionsphilosophie veranstalteten Ringvorlesung „Religiöse Konflikte – Religion und Konflikt – Religion und Gewalt“ wird Deborah Lisptadt bereits am Montag, 9. Dezember, um 18 Uhr auf dem Campus Westend der Goethe-Universität sprechen (Hörsaalzentrum 13).

Anmeldung:
Für die Veranstaltung am 10. Dezember in Bad Homburg wird um vorherige Anmeldung unter info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de gebeten. Für den Vortrag am 9. Dezember auf dem Campus Westend ist keine Anmeldung erforderlich.

Information und Anmeldung: Beate Sutterlüty, Forschungskolleg Humanwissenschaften, Wissenschaftskommunikation, Tel.: 06172-13977-15 (E-Mail: b.sutterluety@forschungskolleghumanwissenschaften.de)

Eva Kramberger, Martin Buber-Professur für jüdische Religionsphilosophie (kramberger@em.uni-frankfurt.de)

 

Okt 21 2019
12:04

Goethe-Universität und Philipps-Universität Marburg feiern das 50-jährige Bestehen der Wilhelm-Hahn-und-Erben-Stiftung

Rückenwind für Dissertationsvorhaben

FRANKFURT. Seit 50 Jahren unterstützt die Wilhelm-Hahn-und-Erben-Stiftung Publikationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, vor allem mit Zuschüssen zu Druckkosten. Das 50-jährige Bestehen feiert die Stiftung am Mittwoch, 23. Oktober, um 16 Uhr im Forschungskolleg Humanwissenschaften, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg mit einer Festveranstaltung.

Mit insgesamt mehr als 120.000 Euro hat die Stiftung unter Vorsitz ihres Präsidenten Ulrich C. Cannawurf Publikationen unterstützt – vor allem Dissertationen in den Geisteswissenschaften, aber auch Tagungsbände und Forschungsberichte. In den vergangenen zehn Jahren ist die jährliche Fördersumme kontinuierlich angestiegen. Allein im Jahr 2019 kamen sieben Publikationen in Marburg und Frankfurt in den Genuss der Förderung, die sich insgesamt auf 13.000 Euro belief. Seit 1974 wird zudem das Marburger Winckelmann-Programm unterstützt, eine Veröffentlichungsreihe des Archäologischen Seminars.

„Seit 2009 wurden an der Goethe-Universität insgesamt 30 Dissertationen durch die Stiftung gefördert. Im Einzelfall sind das keine Riesenbeträge, aber für die Antragsteller ist das ein willkommener Rückenwind auf dem Weg in die Forschung“, sagt Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident für Third Mission an der Goethe-Universität Frankfurt. „Dafür danke ich der Stiftung im Namen des Präsidiums sehr herzlich“, so der Vizepräsident.

„Die Stiftung hilft vor allem jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern dabei, ihre Forschung in die Öffentlichkeit zu bringen. Gute Dissertationen sollen nicht daran scheitern, dass die Veröffentlichung aus finanziellen Gründen nicht möglich ist“, betont Prof. Dr. Michael Bölker, Vizepräsident für Forschung und Internationales an der Philipps-Universität.

Die Wilhelm-Hahn-und-Erben-Stiftung ist nach dem Bad Homburger Bürger Wilhelm Hahn (1855-1930) und seiner Tochter Karoline Wilhelmine Ebel (1891-1966) benannt. Karoline Wilhelmine Ebel vermachte ihr Vermögen der wissenschaftlichen Förderung kommender Generationen. Die gemeinnützige Wilhelm-Hahn-und-Erben-Stiftung wurde 1969 vom Bad Homburger Rechtsanwalt Ulrich C. Cannawurf gemeinsam mit dem damaligen Rektor der Goethe-Universität, Walter Rüegg, gegründet. Die Philipps-Universität Marburg ist ebenfalls beteiligt; der Ehemann der Stifterin, der Chemiker Carl Ebel, wurde in Marburg promoviert. Präsident der Stiftung ist seit der Gründung Ulrich C. Cannawurf.

Anmeldung erbeten unter: veranstaltungen@uni-frankfurt.de 

Informationen: Goethe-Universität, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12472, E-Mail: presse@uni-frankfurt.de; Philipps-Universität Marburg, Stabsstelle Hochschulkommunikation, Telefon 06421 28-26118, E-Mail: pressestelle@uni-marburg.de;

 

Okt 2 2019
13:35

Susanne Schröter, Professorin an der Goethe-Universität und Mitglied des Forschungsverbundes Normative Ordnungen, spricht am 16. Oktober im Historischen Museum über ihre jetzt erschienene Publikation.

Buchpräsentation zum politischen Islam

FRANKFURT. Die Mehrheit der Deutschen glaubt, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Sie verbinden diese Religion vor allem mit dem Terror im Namen eines unbarmherzigen Gottes, der Unterdrückung von Frauen und Minderheiten sowie einer Ablehnung westlicher Werte. Für solche Assoziationen gibt es nachvollziehbare Gründe, sie resultieren aus dem Erstarken des politischen Islam. Seine Erforschung gehört zu den Schwerpunkten von Susanne Schröter, Professorin für Ethnologie und Mitglied des Forschungsverbundes Normative Ordnungen an der Goethe-Universität. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich willkommen bei der Vorstellung ihres Buches

„Politischer Islam – Stresstest für Deutschland“
am Mittwoch, dem 16. Oktober 2019, um 18.30 Uhr
im Historischen Museum Frankfurt,
Saalhof 1, Römerberg, 60311 Frankfurt am Main.

Der Eintritt ist frei. Veranstaltet wird die Buchpräsentation vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Die Begrüßung übernimmt Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsverbundes. Moderiert wird die öffentliche Veranstaltung von Jürgen Kaube, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Der politische Islam stellt eine Sonderform des Islam dar und sollte nicht als charakteristisch für diese Weltreligion insgesamt gesehen werden, die auch in Deutschland eine Vielzahl von Facetten besitzt. Gleichwohl übt gerade der politische Islam durch machtbewusstes und strategisch geschicktes Agieren seiner Funktionäre großen gesellschaftlichen Einfluss aus und dominiert zunehmend die staatliche Islampolitik sowie den öffentlichen Dialog. Vielen Menschen fehlt jedoch das Wissen über die Ursprünge und die Ausprägungen des politischen Islam, um Konfliktsituationen richtig einzuschätzen sowie angemessen argumentieren und handeln zu können. Das vorliegende Buch will diese Lücke mit einem fundierten und verständlichen Überblick schließen.

Susanne Schröter, ist Professorin für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen an der Goethe-Universität, Mitglied des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und Gründungsdirektorin des „Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam“ (FFGI) am Exzellenzcluster. Zu ihren Forschungsgebieten gehören Islamismus und Dschihadismus, progressiver und liberaler Islam sowie Frauenbewegungen in der islamischen Welt. Sie ist Mitglied der „Hessischen Integrationskonferenz“ und des „Hessischen Präventionsnetzwerk gegen Salafismus“. Zu ihren jüngsten Publikationen zählen: „Religiöse Rechtfertigungen des Dschihadismus“, in: Schellhöh, Jennifer u.a., Hg.: Großerzählungen des Extremen. Neue Rechte, Populismus, Islamismus, War on Terror (Bielefeld: Transcript 2018) und „Islamischer Fundamentalismus“, in: Zentralrat der Juden in Deutschland, Hg.: Jüdische Bildungslandschaften (Berlin: Hentrich & Hentrich 2018).

Informationen: Oliver Bertrand, Exzellenzcluster „Normative Orders“, FFGI-Forschungskoordination, Tel.: +49 69 798-33062, o.bertrand@em.uni-frankfurt.de, www.normativeorders.net/de/

Hinweis: Bereits am Montag, 14. Oktober, 19.00 Uhr, wird Prof. Susanne Schröter ihr Buch „Politischer Islam – Stresstest für Deutschland“ im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität (Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe) im Gespräch mit dem Journalisten Meinhard Schmidt-Degenhard vorstellen. Anmeldungen unter service@freiheit.org.

 

Sep 17 2019
15:08

Interview mit dem Philosophen Prof. Matthias Lutz-Bachmann zur Bad Homburg Conference, die am Donnerstag beginnt

Die Freiheit mit KI gestalten

FRANKFURT. „Spät, aber nicht zu spät“ habe die wissenschaftliche Debatte über die Folgen des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz für Gesellschaft, Politik und Individuum eingesetzt. Das sagt Prof. Matthias Lutz-Bachmann, Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg, im Interview mit „Goethe-Uni online“.

Dass sich das nun ändern soll, dazu will die diesjährige Bad Homburg Conference einen Beitrag leisten: Unter dem Titel „Künstliche Intelligenz – Wie können wir Algorithmen vertrauen?“ diskutieren Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen von 19. bis 21. September am Forschungskolleg in Bad Homburg über diese Thematik. „Überall kommt KI zum Einsatz, und wir merken im Zuge der Einführung dieser Systeme, wie sich zugleich für uns Menschen Handlungsspielräume verändern“, so Lutz-Bachmann. Gerade die Europäer täten gut daran, Freiheit und Autonomie des Menschen im Blick zu haben und zu schützen. KI werde „diese Freiheit verändern, und wir werden sie zu gestalten haben in neuer Weise. Vielleicht bereits auf der Ebene der Algorithmen.“

Interview: https://aktuelles.uni-frankfurt.de/veranstaltungen/die-zukunft-mit-algorithmen-gestalten-interview-mit-prof-lutz-bachmann/ 

Informationen zur Konferenz: https://aktuelles.uni-frankfurt.de/veranstaltungen/konferenz-kuenstliche-intelligenz-wie-koennen-wir-algorithmen-vertrauen/

 

Sep 11 2019
11:44

Öffentliche Konferenz mit Experten aus Wissenschaft und Praxis

„Künstliche Intelligenz – Wie können wir Algorithmen vertrauen?“

BAD HOMBURG. Das Forschungskolleg Humanwissenschaften und die Stadt Bad Homburg v. d. Höhe laden die interessierte Öffentlichkeit zur Bad Homburg Conference 2019 ein. Im Mittelpunkt steht diesmal die Frage, wie „Künstliche Intelligenz“ die Gesellschaft verändert – und welche Möglichkeiten es gibt, die damit einhergehenden Entwicklungen im Interesse der Gesellschaft und des Einzelnen zu gestalten und zu steuern. Die Konferenz findet statt von Donnerstag, 19. September, 19 Uhr bis Samstag, 21. September, 14 Uhr im Forschungskolleg Humanwissenschaften, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg v. d. Höhe.

Kaum ein Thema löst derzeit mehr Hoffnungen und zugleich Unsicherheit aus als das der „Künstlichen Intelligenz“. Die Verheißung neuer Chancen für die Wirtschaft, die Aussicht auf objektivere und damit gerechtere Entscheidungen und die Hoffnung auf Entlastung von Alltagsroutinen auf der einen Seite stehen auf der anderen Seite die Furcht vor Arbeitsplatzverlust, staatlicher Überwachung und Fremdbestimmung gegenüber. In zwei Vorträgen und insgesamt vier Podiumsdiskussionen debattieren Vertreter aus den Human- und Technikwissenschaften sowie der Praxis mit der interessierten Öffentlichkeit Chancen, aber auch Probleme im Zusammenhang mit dem Einsatz „Künstlicher Intelligenz“.

Dabei werden sehr sensible Grundbedürfnisse des Menschen angesprochen: Gesundheit, Sicherheit, Geld. In diesen Bereichen wird schon heute KI angewandt, was sich in naher Zukunft noch intensivieren wird. Die übergreifende Fragestellung bei der Bad Homburg Conference lautet, wie der Einsatz und die Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz unseren Alltag und die Gesellschaft im Ganzen verändern wird: Wie können wir z.B. Algorithmen bei der Bewertung von Straftaten, bei der Prävention von Verbrechen und Krankheiten oder aber bei der Vergabe von Krediten vertrauen? Was müssen wir bedenken und was können wir heute tun, damit wir mit KI eine gute Zukunft haben?

Experten aus den Wissenschaften und Verantwortliche aus der Praxis werden in die Themenblöcke einführen und mit Vertretern verschiedener Disziplinen diskutieren. Eröffnet wird die Konferenz u.a. von Kristina Sinemus, Hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung. Den einführenden Keynote-Vortrag über die “Validierung von KI-Systemen mit Supercomputern“ hält Thomas Lippert, Direktor am Institute for Advanced Simulation und Head of Jülich Supercomputing Centre (Jülich).

Am zweiten Konferenztag eröffnen Experten aus Wissenschaft und Praxis die themenbezogenen Panels. Tim Hahn, Heisenberg Professor für Machine Learning und Prädikative Analytik (Münster) gibt einen Impuls zur Diskussion von »KI in Medizin und Vorsorge«; Christoph Lange, Kriminalhauptkommissar am Landeskriminalamt (LKA) Hessen eröffnet die Debatte um den Einsatz von „KI in der Polizeiarbeit“ und Željko Kaurin, Vorstandsmitglied der ING Deutschland (Frankfurt), stößt das Gespräch über „KI im Finanzsystem“ an. Sie diskutieren u.a. mit Susanne Beck, Professorin für Strafprozessrecht und Rechtsphilosophie, Andreas Kleinknecht, Mitglied der Geschäftsleitung Microsoft Deutschland (München), Kristian Kersting, Professor für Maschinelles Lernen (Darmstadt) und Kiel Brennan-Marquez, Associate Professor for Law (Connecticut).

Zum Abschluss der Konferenz spricht Chris Boos, CEO und Founder der Arago GmbH und Mitglied des Digitalrates der Bundesregierung (Frankfurt) über „Künstliche Intelligenz und die Wiederentdeckung der Zukunft“. An der anschließenden Podiumsdiskussion nehmen außer Chris Boosr u.a. der Neurowissenschaftler Wolf Singer (Frankfurt) und die amerikanische Bürgerrechtlerin und Politikberaterin Mutale Nkonde (New York) teil.

Die Konferenz ist die dritte in der Reihe der jährlich stattfindenden Bad Homburg Conferences, die vom Bad Homburger Forschungskolleg Humanwissenschaften – einer gemeinsamen Initiative der Goethe-Universität Frankfurt und der Werner Reimers Stiftung – geplant und von der Stadt Bad Homburg finanziert werden. Ziel ist es, so der Oberbürgermeister der Stadt Bad Homburg, Alexander W. Hetjes, „brennende gesellschaftliche Fragen auf hohem Niveau mit der Öffentlichkeit zu diskutieren und dabei Anregungen für die Gestaltung unserer Zukunft zu geben. Die Stadt Bad Homburg fördert damit die Forschung ebenso wie den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern über deren Resultate. Das bislang hervorragende Echo auf die Bad Homburg Conferences bestätigt uns darin.“

Wissenschaftlich geleitet wird die Konferenz vom Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften Matthias Lutz-Bachmann, Professor für Philosophie an der Frankfurter Goethe-Universität, sowie seinen Frankfurter Kolleginnen und Kollegen Christoph Burchard (Professor für Strafrecht und Rechtstheorie), Klaus Günther (Professor für Rechtstheorie), Katja Langenbucher (Professorin für Wirtschafts- und Finanzrecht), Enrico Schleiff (Vorstandsvorsitzender des Frankfurt Institute for Advanced Studies) und Tobias Tröger (Professor für Wirtschaftsrecht und Rechtstheorie).

Die Termine 

Donnerstag, 19. September, 19 Uhr
Eröffnung der Konferenz '
Keynote von Thomas Lippert, Direktor am Institute for Advanced Simulation und Head of Jülich Supercomputing Centre, Jülich 

Freitag, 20. September, 11-18:30 Uhr (mit Mittagsimbiss)
Podiumsgespräche zu folgenden Themen: 

„Künstliche Intelligenz in Medizin und Vorsorge“ „

Künstliche Intelligenz in der Polizeiarbeit“

„Künstliche Intelligenz im Finanzsystem“ 

Samstag, 21. September, 10 bis14 Uhr
Vortrag: „Künstliche Intelligenz oder die Wiederentdeckung der Zukunft“
Chris Boos, CEO und Founder der Arago GmbH, Frankfurt am Main, und Mitglied des Digitalrates der Bundesregierung 

Anschließend Podiumsdiskussion 

Das detaillierte Programm der Bad Homburg Conference 2019 ist unter folgendem Link zu finden: www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Anmeldung: Die Teilnahme an der Bad Homburg Conference 2019 ist kostenlos, aber nur nach Anmeldung für den/die gewünschten Tag/e bis Montag, 16. September per Email an anmeldung@forschungskolleg-humanwissenschaften.de möglich. Bitte die Anmeldebestätigung zu den jeweiligen Konferenzteilen am Eingang vorlegen. 

Informationen: www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de; Tel.: 06172 13977-0; Iris Helene Koban (Geschäftsführerin des Forschungskollegs Humanwissenschaften), i.koban@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; Beate Sutterlüty (Wissenschaftskommunikation), b.sutterluety@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; Dr. Thomas Schimmer (Wissenschaftlicher Projektreferent), t.schimmer@forschungskolleg-humanwissenschaften.de.

 

Aug 28 2019
12:20

Deutsch-italienischer Abend mit Vortrag und Musik im Museum Giersch der Goethe-Universität, Donnerstag, 5. September 2019, 18.30 Uhr, Eintritt 4,- € an der Abendkasse

Heinrich Mylius: Frankfurter Stifter, Bürger Europas

FRANKFURT. Passend zur Ausstellung „Heinrich Mylius (1769–1854) – Ein europäischer Bürger zwischen Frankfurt am Main und Mailand“ (noch bis 8. September 2019) lädt das Museum Giersch der Goethe-Universität zu einem deutsch-italienischen Abend mit einem Vortrag und passender musikalischer Umrahmung ein.

Der Vortrag „Handel, Mäzenatentum, Konfession: Heinrich Mylius und seine europäischen Netzwerke“ von Dr. Ellinor Schweighöfer, widmet sich dem mäzenatischen Wirken Heinrich Mylius' in seiner Geburtsstadt Frankfurt am Main, das sich im Kontext seiner weit verzweigten und ausdifferenzierten europäischen Netzwerke vollzog. Mylius (1769–1854) war kaum zwanzigjährig in die Lombardei gezogen, um eine Filiale des Handelshauses seiner Familie zu eröffnen. In der Spätphase seines Lebens, ab den 1840er Jahren, engagierte er sich als großzügiger Mäzen in Frankfurt, ohne dafür selbst zurück in die Stadt zu kommen. Dabei stützte er sich auf ein Netzwerk transnationaler persönlicher, geschäftlicher und familiärer Kontakte.

Die Referentin des Abends, Dr. Ellinor Schweighöfer, gilt als exzellente Mylius-Kennerin. Sie studierte Geschichte und Archäologie an der Goethe-Universität Frankfurt und promovierte 2015 im Fach Neuere Geschichte an der Universität Potsdam. Seit 2018 ist sie Referentin am Fachbereich Philosophie und Geschichtswissenschaften der Goethe-Universität. Zuvor war sie am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität tätig, wo sie sich unter anderem mit einem Projekt zum Thema „Heinrich Mylius (1769–1854) und die deutsch-italienischen Verbindungen im Zeitalter der Revolution: Die Lombardei und das nordalpine Europa im frühen 19. Jahrhundert“ befasste.

Die passenden musikalischen Akzente setzen die Mitglieder des Collegium Musicum der Goethe-Universität. Sie spielen in verschiedenen Besetzungen Werke von italienischen und deutschen Komponisten aus unterschiedlichen Epochen und Zeiten. Die Aufführungen finden in unterschiedlichen Räumen des Museums statt, so dass die Besucherinnen und Besucher unmittelbar das Zusammenspiel von Kunst und Musik genießen können.

Das Programm im Detail:

18.30 Uhr Musikalische Eröffnung
19.00 Uhr Vortrag
20.15 Uhr Offizielle Begrüßung
20.30 Uhr Parallele musikalische Darbietungen
21.00 Uhr Pausenintermezzo
21.30 Uhr Parallele musikalische Darbietungen
22.00 Uhr Musikalischer Ausklang

Bilder zum Download unter: http://www.museum-giersch.de/#/Presse

Informationen: Dipl-Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/138210121, E-Mail: presse@museum-giersch.de

 

Jun 14 2019
16:58

Edward G. Lengel über die Rolle der USA bei einschneidenden geschichtlichen Ereignissen

Luftbrücke, Mauerfall und Wiedervereinigung

HINWEIS: Der Vortrag fällt aus familiären Gründen des Referenten leider aus.

FRANKFURT. Die Goethe-Universität lädt gemeinsam mit ihrem Forschungskolleg Humanwissenschaften und dem US-Generalkonsulat Frankfurt am Main am Montag, 17. Juni, 18 Uhr in die Lobby des PA-Gebäudes Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 1 zu einem Vortrag des ehemaligen Chefhistorikers des Weißen Hauses, Prof. Edward G. Lengel ein. Lengel wird in englischer Sprache über die Rolle der USA beim Fall der Mauer referieren, der Untertitel des Vortrags lautet: „Pivotal Moments and How They are Remembered“.

Einschneidende historische Ereignisse werden von Historikern und Nicht-Historikern häufig sehr unterschiedlich untersucht und bewertet. In den USA gibt es sogenannte „Public Historians“, die sich zum Ziel gesetzt haben, diese Lücke zu schließen, indem sie die Perspektiven auf solche Ereignisse von akademischen Historikern einerseits und der allgemeinen Öffentlichkeit andererseits zusammenführen.

In seinem Vortrag wird Prof. Lengel auf historische Ereignisse wie die Luftbrücke, den Mauerfall und die Wiedervereinigung blicken. Es soll diskutiert werden, wie diese aus akademischer, öffentlicher und transnationaler Sicht wahrgenommen werden und wie unsere kollektive Erinnerung geformt wird. Am 22. Oktober wird es einen weiteren Vortrag zur Rolle der USA beim Mauerfall geben, dann spricht Thomas Alan Schwartz (Universität Vanderbilt) über „From John McCloy to George Bush – America's Foreign Policy Establishment, European Unity, and German Reunification, 1945–1990“. 

Prof. Dr. Edward G. Lengel ist der ehemalige Chief Historian der White House Historical Association, ehemaliger Professor und Direktor der Washington Papers an der University of Virginia. Lengel ist unabhängiger Historiker, Berater der Woodrow Wilson Presidential Library Foundation und Mitglied der Kuratoriums der United States World War One Centennial Commission. 

Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Information: Dr. Annabelle Hornung, Veranstaltungen und Ausstellungen, Campus Westend, PA-Gebäude, E-Mail hornung@pvw.uni-frankfurt.de

 

Mai 27 2019
17:29

Feierliche Überreichung des „Cambridge Habermas Lexicon“ im Forschungskolleg Humanwissenschaften 

Cambridge University Press veröffentlicht Lexikon zu Jürgen Habermas

FRANKFURT. Eine große Ehre für Jürgen Habermas: Der Verlag Cambridge University Press hat im Jahr seines 90. Geburtstages ein umfassendes Lexikon über den Philosophen und Soziologen, der bis 1994 Professor am Institut für Philosophie der Goethe-Universität war, herausgebracht. Verfasst wurde es von einem internationalen Autorenteam – darunter auch Wissenschaftler der Goethe-Universität. Das Kompendium wurde heute im Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg vorgestellt und Jürgen Habermas von den beiden Herausgebern Amy Allen und Eduardo Mendieta persönlich überreicht. 

In über 200 Einträgen werden die grundlegenden Konzepte, Kategorien und Themen Habermas' erklärt sowie fachliche und intellektuelle Kontexte herausgearbeitet. Die Palette von über 120 Begriffen reicht von „Aesthetics“ bis „World Disclosure“, die Liste wichtiger auf Habermas bezogener Denker beginnt mit Theodor W. Adorno und endet bei Iris Marion Young; besprochen werden im Kapitel „Names Associated“ auch die Frankfurter Philosophen Axel Honneth und Rainer Forst. Das Werk zeichnet sich durch ein System von Verweisen zwischen den einzelnen Einträgen und auf weiterführende Literatur zum jeweiligen Thema aus. Außerdem beinhaltet es einen Überblick über den akademischen Werdegang von Jürgen Habermas, ein Werkverzeichnis und eine umfassende Bibliographie. Die Herausgeber hoffen, dass das Werk Bezugspunkt für alle Wissenschaftler, Studierende und interessierte Leser werden wird, die sich mit dem Habermas'schen Werk und seiner Rezeption im 20. und 21. Jahrhundert befassen. 

Matthias Lutz-Bachmann, Professor für Philosophie an der Goethe-Universität und Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften, betonte, dass das „Cambridge Habermas Lexicon“ die überragende Bedeutung Habermas' zeige: „Ja, ich möchte so weit gehen und feststellen, dass Jürgen Habermas sogar der weltweit wichtigste Philosoph unter den heute lebenden Philosophen ist. Und wir dürfen stolz darauf und dankbar dafür sein, dass er ein Mitglied des Instituts für Philosophie der Goethe-Universität und ein häufiger Gast auch am Forschungskolleg Humanwissenschaften sowie des Frankfurter Exzellenz-Clusters ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen' ist. Wir haben alle von ihm bis auf den heutigen Tag unendlich viel gelernt.“ 

Lutz-Bachmann wies ferner darauf hin, dass von Habermas noch in diesem Jahr eine eigene Publikation zu erwarten ist: „Dieser großartige Philosoph und wichtige intellektuelle Anreger legt jetzt, im Alter von bald 90 Jahren, im Herbst dieses Jahres sein zweibändiges, über 1.700 Seiten starkes Alterswerk zum ‚Diskurs über Glauben und Wissen' bei Suhrkamp vor. In einer kleinen Arbeitsgruppe durften wir vorläufige Passagen dieses Werks mit dem Autor vor zwei Jahren am Forschungskolleg Humanwissenschaften in einer mehrtägigen Klausur diskutieren. In diesem Werk werden wir alle seine intellektuelle Brillanz noch einmal von einer ganz neuen Seite kennen lernen.“

Amy Allen, Eduardo Mendieta (eds.): The Cambridge Habermas Lexicon. Cambridge University Press 2019

Weitere Informationen: Beate Sutterlüty, Referentin Fellowprogramm und Wissenschaftskommunikation, Forschungskolleg Humanwissenschaften Bad Homburg. Tel.: 06172-13977-15; b.sutterluety@forschungskolleg-humanwissenschaften.de ; www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

 

Mai 3 2019
15:12

Der Jurist Christoph Burchard und der Ökonom Guido Friebel bringen neue Inhalte ins Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität ein

Zwei neue Goethe-Fellows

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Das Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg hat zwei neue Goethe-Fellows. Guido Friebel (Wirtschaftswissenschaften) und Christoph Burchard (Rechtswissenschaft) werden am Montag feierlich in das Kolleg aufgenommen. 

„Mit den neu berufenen Goethe-Fellows, dem Juristen Christoph Burchard und dem Ökonomen Guido Friebel kommen neue, aktuelle und wichtige Forschungsfragen ans Kolleg“, freut sich der Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften Prof. Matthias Lutz-Bachmann. „Die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz und ihr Einsatz in fast allen Bereichen unseres Alltags schreitet rasant voran. Von immenser Bedeutung ist deshalb die Forschung Burchards, die sich damit beschäftigt, wie sich in diesem Zusammenhang zentrale, normative Begriffe des gesellschaftlichen Zusammenlebens – beispielsweise die Bedeutung von Autonomie und Verantwortung – grundlegend verändern. Der Ökonom Friebel wendet sich in enger Zusammenarbeit mit der Frankfurter Soziologin Daniela Grunow einer noch immer nicht ausreichend beantworteten Frage zu: Wie kann es sein, dass in entscheidenden Bereichen unserer Gesellschaft wie Top Management, Wissenschaft, Politik und Kunst Frauen immer noch unterrepräsentiert sind ‒ trotz überdurchschnittlich hoher Bildungserfolge und trotz aller politischer Anstrengungen zur Chancengleichheit?“

Christoph Burchard ist Professor für Straf- und Strafprozessrecht, Internationales und Europäisches Strafrecht, Rechtsvergleichung und Rechtstheorie an der Goethe-Universität sowie Principal Investigator am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Sein Forschungsprojekt am Kolleg trägt den Titel „Die normative Ordnung künstlicher Intelligenz“. Ergebnisse und auch Fragen, die sich aus seinen ersten Arbeiten dazu ergeben, wird er in zwei öffentlichen Veranstaltungen im Sommersemester zur Diskussion stellen: Bei einem Abendvortrag am 6. Juni 2019 sowie im Rahmen der Bad Homburg Conference, die sich vom 19. bis 21. September 2019 dem Thema „Artificial Intelligence: Health, Safety, Money and Mobility“ widmet. 

Guido Friebel ist Professor für Personalwirtschaft (Human Resource Management) an der Goethe-Universität. Die Ursachen dafür, dass Frauen in entscheidenden gesellschaftlichen Positionen nach wie vor stark unterrepräsentiert sind, vermutet er in tief verwurzelten Strukturen unserer Gesellschaft, in Normen, die in innerfamiliären Verhandlungen zum Tragen kommen. Mit der Soziologin Prof. Daniela Grunow untersucht er, wie Entscheidungen zur Arbeitsteilung im privaten Haushalt getroffen werden und welche Geschlechternormen sowohl der Arbeitsteilung im Haushalt als auch der Vergabe von leitenden Positionen zugrunde liegen. Der Titel des interdisziplinär konzipierten Projektes lautet: „Household bargaining, gender norms and careers in organization“.

Das Goethe-Fellowship-Programm wurde 2017 vom Direktorium des Forschungskollegs gemeinsam mit dem Präsidium der Goethe-Universität initiiert. Ziel ist es, herausragende Forschung auf dem Gebiet der Humanwissenschaften ebenso wie die Internationalisierung der Forschung an der Goethe-Universität zu fördern. Hierfür werden Professorinnen und Professoren der Universität, die an der Entwicklung einer neuen Forschungsfrage arbeiten, für die Dauer von bis zu vier Jahren als Goethe-Fellows ans Kolleg berufen. Zu den Goethe-Fellows gehören aktuell: Iwo Amelung (Sinologie), Roland Borgards (Literaturwissenschaften), Daniela Grunow (Soziologie), Sandra Seubert (Politikwissenschaften), Astrid Wallrabenstein (Jura), Christian Wiese (jüdische Religionsphilosophie). 

Die neuen Goethe-Fellows werden am Montag, 6. Mai 2019, um 18 Uhr im Forschungskolleg Humanwissenschaften (Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg) von Prof. Simone Fulda, Vizepräsidentin der Goethe-Universität und Kollegsdirektor Prof. Matthias Lutz-Bachmann im Rahmen eines Empfangs zur Eröffnung des Sommersemesters begrüßt und vorgestellt. Journalisten sind dazu herzlich eingeladen.

Informationen: Weitere Informationen über das Goethe-Fellowship-Programm und die Projekte der neu berufenen Fellows Christoph Burchard und Guido Friebel finden Sie auf der Webpage des Kollegs: http://www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de/index.php/goethe-fellows 

Kontakt: Iris Helene Koban, Geschäftsführerin Forschungskolleg Humanwissenschaften Bad Homburg, Telefon 06172 13977-10 oder -0; Beate Sutterlüty, Wissenschaftskommunikation Forschungskolleg Humanwissenschaften Bad Homburg, Telefon 06172 13977-15 oder -0, E-Mail b.sutterluety@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

 

Apr 30 2019
13:34

Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität lädt zu Podiumsdiskussion mit Sandra Eckert, Michèle Knodt und Ingeborg Tömmel

„Europa vor den Wahlen“

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Die 9. Direktwahl zum Europäischen Parlament findet in schwierigen Zeiten statt. Die anhaltende Ungewissheit über den Brexit überschattet dringend notwendige Debatten, und Initiativen zur Weiterentwicklung der Union werden nicht aufgegriffen. Gewählt wird zwischen 23. und 26. Mai, in Deutschland am Sonntag, 26. Mai. Bei diesen Wahlen geht es nicht allein um die Ausgestaltung einzelner Politikbereiche in Europa, sondern – angesichts der wachsenden Kritik an den europäischen Institutionen – um Zukunft, Gestalt und Gewicht des europäischen Parlaments selbst. 

Über die aktuellen Entwicklungen im Kontext der Wahlen, aber auch über die grundlegenden institutionellen und politischen Probleme der Europäischen Union diskutieren am Dienstag, 7. Mai 2019, 19 Uhr, im Forschungskolleg Humanwissenschaften Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg drei Expertinnen für Europapolitik, nämlich Prof. Sandra Eckert (Goethe-Universität), Prof. Michèle Knodt (TU Darmstadt) und Prof. em. Ingeborg Tömmel (Universität Osnabrück). 

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe EuropaDialoge/Dialogues d'Europe statt. Der Historiker Pierre Monnet wird in seinem Begrüßungsstatement insbesondere die Bedeutung der Wahlen im französischen Kontext aufzeigen, die Moderation des Expertengesprächs übernimmt der Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften Matthias Lutz-Bachmann.

Die Referentinnen: 

Sandra Eckert ist Juniorprofessorin für Politik im Europäischen Mehrebenensystem an der Goethe-Universität. Ihre Forschungsschwerpunkte sind unter anderem die europäische Integration und Europäisierung sowie die Steuerung im europäischen Mehrebenensystem. Die Auswirkungen Europas auf Wirtschaft, Gesellschaft und Politik und die Chancen der Mitgestaltung behandelt die von ihr gestaltete Seminarreihe „Europa in Frankfurt“ an der Goethe-Universität. 

Michèle Knodt ist Professorin für Vergleichende Analyse politischer Systeme und Integrationsforschung an der TU Darmstadt. Zudem arbeitet sie seit vielen Jahren an europäischen Forschungsprojekten mit und hat über die europäische Integration zahlreiche Bücher und Aufsätze veröffentlicht. Seit 2018 leitet sie das Projekt „EU Foreign Policy Facing new Realities: Perceptions, Contestation, Communication and Relations“, das sich mit den aktuellen Herausforderungen der Außenpolitik der Europäischen Union beschäftigt und die Union zu diesem Thema auch berät. 

Ingeborg Tömmel war als Professorin für Internationale Politik an der Universität Osnabrück tätig. Sie verfügt über langjährige Forschungs- und Lehrerfahrung zu Fragen der europäischen Integration, insbesondere zum politischen System der EU, zur politischen Steuerung und Politikgestaltung der EU sowie zur Europäisierung der Mitgliedstaaten. Zu ihren wichtigsten Veröffentlichungen zählt Das politische System der EU (De Gruyter: 4. Auflage, 2014).

Die Veranstaltungsreihe EuropaDialoge/Dialgoues d'Europe: 
Die Reihe wurde 2014 vom Forschungskolleg Humanwissenschaften und dem an der Goethe-Universität angesiedelten Deutsch-Französischen Institut der Geschichts- und Sozialwissenschaften – Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales (IFRA) ins Leben gerufen. Sie soll Experten aus Wissenschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft zu Europa-Themen zu Wort kommen lassen und die jeweiligen Positionen öffentlich diskutieren. Die Reihe wird von der Politikwissenschaftlerin Sandra Eckert, dem Philosophen Matthias Lutz-Bachmann und dem Historiker Pierre Monnet wissenschaftlich geleitet. 

Um Anmeldung zur Podiumsdiskussion wird gebeten unter info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Informationen: Beate Sutterlüty, Forschungskolleg Humanwissenschaften Bad Homburg, Telefon 06172 13977-15 oder -0, E-Mail b.sutterluety@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de.

 

Apr 11 2019
15:29

Porträt des Masterstudiengangs „Religiöse Kommunikation“ im neuen UniReport. 

Wenn die Kirchengemeinde plötzlich twittert

FRANKFURT. Wer heute über religiöse Themen kommunizieren möchte, findet dafür ganz unterschiedliche Formate und Medien. Auch in den sozialen Medien spielen Fragen des Glaubens eine Rolle. Religiöse und nicht-religiöse Kommunikationsformen bilden häufig Schnittmengen, wenn etwa im politischen Diskurs religiöse Inhalte auftauchen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn in Debatten vor der „Islamisierung des christlichen Abendlandes“ gewarnt wird. Das zunehmende Neben- und Miteinander von religiösen Sprachformen erfordere eine interreligiöse und interkulturelle Kompetenz bei den Beteiligten, betont Prof. Christof Mandry, Studiendekan des Fachbereichs Katholische Theologie an der Goethe-Universität, im Beitrag über den neuen Masterstudiengang „Religiöse Kommunikation“ im UniReport. Dieses neue Studienangebot hat es sich zum Ziel gesetzt, dass sich Studierende des Fachs wissenschaftlich mit der heutigen Vielfalt von religiöser Kommunikation auseinandersetzen können. Der Studiengang ist auf die Forschung ausgerichtet, beinhaltet aber auch ein Berufspraktikum. „Religiöse Kommunikation“ steht übrigens allen Interessierten offen, unabhängig von Konfession oder Religion.

Die weiteren Themen im UniReport April: 

  • Ungebrochene Anziehungskraft der Kritischen Theorie: Ein Gespräch zwischen Studierenden und Lehrenden zu „100 Jahre Soziologie an der Goethe-Universität“. 
  • Archäologie auf dem Dachboden: In vielen wissenschaftlichen Sammlungen der Goethe-Universität schlummern ungeahnte Schätze, so wie in der Abteilung für Vorderasiatische Archäologie. 
  • Andauernde Revolution: Der Wirtschaftshistoriker Prof. Werner Plumpe erzählt in seinem Buch „Das kalte Herz“ die Geschichte des Kapitalismus. 
  • Kinder und Jugendliche als Experten ihrer Lebenswelt: Prof. Sabine Andresen hat gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung eine repräsentative Befragung mit rund 3450 Kindern und Jugendlichen durchgeführt. 
  • Ein Fußballstadion wäre in Frankfurt schneller angeschlossen worden: An der Goethe-Universität formt sich ein Bündnis, das bei der geplanten Verlängerung der U4 auch eine Campus-Westend-Station fordert.
  • Kunstmarkt in Frankfurt: Ein soziologisches Forschungsseminar untersuchte das Netzwerk der Galerien.
  • Der neue Herr über das Comic-Archiv: Der promovierte Literaturwissenschaftler Felix Giesa kümmert sich um die renommierte Frankfurter Sammlung. 
  • Goethe, Deine Forscher: Die Geologin Silke Voigt untersucht, wie in der Erdgeschichte Klimasysteme funktioniert haben. 
  • Reichtum wechselseitiger Beziehungen: Die Goethe-Fellows Bertram Schefold und Iwo Amelung untersuchen im Forschungskolleg Humanwissenschaften, wie sich chinesisches und europäisches Wirtschaftsdenken unterscheidet. 
  • CRISPR/Cas-Bibliotheken: neue Chancen für die Krebsforschung. 
  • Die Früchte des Fleißes: Immer mehr Geflüchteten gelingt es, an deutschen Hochschulen ein Studium aufzunehmen. Erfolgsgeschichten, wie sie auch an der Goethe-Universität geschrieben werden. 
  • Frobenius – Die Kunst des Forschens: Eine Ausstellung im Museum Giersch der Goethe-Universität • Traum von der eigenschaftslosen Sprache: Fragen an Martin Mosebach, dessen Roman „Westend“ im Fokus des diesjährigen Lesefestes „Frankfurt liest ein Buch“ steht. 
  • Philosophie neu denken: Eine Ringvorlesung zu “Contemporary Approaches to Feminist Philosophy", organisiert von Dr. Kristina Lepold und Dr. Marina Martinez Mateo. 
  • Morgens Hörsaal, nachmittags Schulbank: Niels Dehio durfte als einer der ersten Schüler Hessens parallel zur Schule studieren, jetzt forscht er als Informatiker zur Künstlichen Intelligenz mit Robotern. 
  • Wie wir wurden, wer wir sind: Die Bürgeruni-Reihe von Prof. Tilman Allert stellt dreißig Jahre nach dem Mauerfall prominente Ostbiografien vor. 
  • Wie wird aus einem Start-up ein Scale-up? Dr. Thomas Funke, Co-Direktor des Frankfurter TechQuartiers, und Research Manager Dominik Zborek zur Studie „Scale-ups in Europe: an untapped potential“.

Der UniReport 2/2019 steht zum kostenlosen Download bereit unter http://www.unireport.info/aktuelle-ausgabe .

 

Feb 28 2019
10:28

„Gesprächskonzert“ mit Werken für zwei Klaviere von Debussy, Ligeti und Messiaen

Komplexität, musikalisch

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Im Rahmen des Projektes „Komplexität in Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft“ findet ein „Gesprächskonzert“ in der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main (HfMDK) statt

am Freitag, 8. März 2019, um 19:30 Uhr
im Kleinen Saal in der HfMDK
Eschersheimer Landstraße 29-39, 60322 Frankfurt.

Im Zentrum des Konzerts „Komplexität in der Musik“ stehen Werke aus dem 20. Jahrhundert, die für zwei Klaviere komponiert wurden. Die Pianisten Irmela Roelcke und Axel Gremmelspacher interpretieren Kompositionen von Claude Debussy, György Ligeti und Olivier Messiaen. Marion Saxer, Professorin für Musikwissenschaft an der Goethe-Universität, führt im Dialog mit den Pianisten thematisch durch den Abend – deshalb „Gesprächskonzert“.

Auf der Suche nach einer neuen musikalischen Sprache entwickelten Debussy, Ligeti und Messiaen eigene musikalische Ausdrucksformen, u.a. durch die Überwindung der tradierten Harmonik, durch polyrhythmische Elemente und die Annäherung von Interpretation und Improvisation. Die daraus entstehenden Kompositionsstrukturen verleihen den ausgewählten Stücken einen dynamischen und progressiven Charakter. Der Hörer erkennt Formen und bemerkt prozesshafte Entwicklungen, die jedoch unvorhersehbar bleiben.

Hiermit berührt sich die Musik der drei Komponisten mit der wissenschaftlichen Fragestellung des Projekts „Komplexität in Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft“ am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität. Komplexität ist Systemen zu eigen, die aufgrund des Zusammenwirkens ihrer Elemente unerwartetes und nicht zu prognostizierendes Verhalten zeigen. Seit 2017 erforschen Natur- und Geisteswissenschaftler der Goethe-Universität unterschiedliche Konzepte von Komplexität und ihre theoretische Begründung. Unter der Leitung von Prof. Dr. Harald Schwalbe (Chemie) und Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann (Philosophie) will die Forschergruppe neue Erkenntnisse zur Komplexitätsforschung gewinnen vor dem Hintergrund, dass die Lebenswelt heute durch Globalisierung, Digitalisierung und Technisierung zunehmend als komplex wahrgenommen wird. Neben der theoretischen Arbeit verfolgen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zugleich das Ziel, Strategien für den Umgang mit Komplexität aufzuzeigen. Ermöglicht wird dieses Projekt durch die Förderung der Aventis Foundation.

Irmela Roelcke (Klavier) widmet sich u.a. der Wiederentdeckung und Aufführung verschollener Klavier- und Klavierkammermusikwerke, u.a. des monumentalen Klavierquintetts von Artur Schnabel. Sie engagiert sich für die Aufführung von Werken für mehrere Klaviere des 20. und 21. Jahrhunderts und ist darüber hinaus auf die Beschäftigung mit historischen Tasteninstrumenten, insbesondere dem Hammerflügel und dem Clavichord, spezialisiert.

Axel Gremmelspacher hat sich als Solist und Kammermusiker mit einem äußerst vielseitigen Repertoire profiliert. Übertragungen seiner Konzerte waren im Deutschlandradio, im Bayerischen Rundfunk, im Südwestrundfunk, Norddeutschen Rundfunk und bei Radio Bremen zu hören. Zum Wintersemester 2010/11 nahm er den Ruf an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main an.

Marion Saxer (Moderation) ist Professorin für Musikwissenschaft der Goethe-Universität. Nach Studium und Promotion in Mainz und Berlin lehrte sie u.a. an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der Hochschule für Musik in Köln, der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz und der Hochschule für Musik und Bildende Kunst Frankfurt. 2006 folgte die Habilitation im Fach Historische Musikwissenschaft an der Goethe-Universität. Seit 2013 ist sie Inhaberin der Professur für Historische Musikwissenschaft (Schwerpunkt zeitgenössische Musik und Klangkunst) an der Goethe-Universität. Ihre Forschungsschwerpunkte sind u.a. Musik und Klangkunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart, der Begriff des Experiments in der Musik sowie gattungsübergreifende künstlerische Phänomene.

Der Eintritt ist frei.

Informationen: Dr. Thomas Schimmer, Wissenschaftlicher Projektreferent, E-Mail t.schimmer@forschungskolleg-humanwissenschaften.de, Telefon 06172 13977-14, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg

Homepage der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main:
www.hfmdk-frankfurt.info

Forschungskollegs Humanwissenschaften: www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de