​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​​​​ – Oktober 2017

Unsere Pressemitteilungen informieren Sie über aktuelle Ereignisse aus der Universität. Dazu zählen neue Forschungsergebnisse, universitäre Themen und Veranstaltungsankündigungen. Sie wollen regelmäßig über Neuigkeiten aus der Goethe-Universität informiert werden? Abonnieren Sie unsere Pressemitteilungen.

Pressestelle Goethe-Universität

Theodor-W.-Adorno Platz 1
60323 Frankfurt 
presse@uni-frankfurt.de

 

Okt 13 2017
15:00

Science Publikation beschreibt Qualitätskontrolle für Antigene

Mechanismus für zielgenaue Immunantwort aufgeklärt

FRANKFURT. Das Immunsystem kontrolliert die Gesundheit der Körperzellen, indem es eine Art molekularen Ausweis prüft. Manchmal präsentieren die Zellen aber den falschen Ausweis (Antigen), was zu Autoimmunkrankheiten, chronischen Entzündungen oder Krebs führen kann. Wie das passieren kann, erklären Forscher der Goethe-Universität in der nächsten Ausgabe von „Science“.

Die meisten Zellen geben den T-Zellen des adaptiven Immunsystems Auskunft über ihren Zustand, indem sie regelmäßig ausgewählte Bestandteile ihres Inneren (Antigene) auf ihrer Oberfläche präsentieren. Befinden sich darunter Bruchstücke von Viren oder veränderten Zell-Komponenten, werden diese Zellen eliminiert. Dabei ist die Auswahl der Antigene entscheidend: präsentiert eine Zelle die falschen Antigene, greift das Immunsystem entweder gesunde Zellen an, was zu Autoimmunkrankheiten und chronischen Entzündungen führt. Oder kranke Zellen werden nicht erkannt, so dass Krebszellen oder mit dem HI-Virus befallene Zellen sich weiter vermehren können.

Wie die Antigene in der Zelle für die Präsentation auf der Oberfläche selektiert werden, haben Dr. Christoph Thomas und Prof. Robert Tampé vom Institut für Biochemie der Goethe-Universität jetzt auf molekularer Ebene aufgeklärt. Ihre strukturbiologischen Arbeiten zeigen zum ersten Mal, auf welche Weise die Antigene eine Qualitätskontrolle durchlaufen, die eine zielgenaue und effektive Immunantwort ermöglicht.

„Unsere Arbeit klärt ein seit 30 Jahren bestehendes Problem der zellulären Immunität auf, insbesondere wie Tumor- oder Pathogen-assoziierte Antigene durch Prozesse des Editierens und der Qualitätskontrolle ausgewählt werden, um eine spezifische Immunantwort zu generieren“, erklärt Prof. Robert Tampé die Bedeutung der Publikation. 

Publikation: Christoph Thomas, Robert Tampé: Structure of the TAPBPR–MHC I complex defines the mechanism of peptide loading and editing, Science (Oct 12, 2017, First Release)

Ein Bild zum Download finden Sie unter: 
https://www.dropbox.com/s/t4k1u37h01s0p20/TAPBPR_complex_space_filling.png?dl=0)

Bildtext: Raumfüllendes Modell des aufgeklärten Protein-Komplexes, der für die Selektion von Antigenen verantwortlich ist. Bild: AG Tampe, Goethe-Universität

Information: Prof. Dr. Robert Tampé, Institut für Biochemie, Fachbereich 14, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798- 29475, tampe@em.uni-frankfurt.de; Dr. Christoph Thomas, c.thomas@em.uni-frankfurt.de

 

Okt 10 2017
17:06

Am Donnerstag, 12. Oktober, findet die Unistart-Messe auf dem Campus Westend statt

Goethe-Universität begrüßt Erstsemester

FRANKFURT. Tausende von Studierenden werden am Donnerstag wieder zur zentralen Begrüßungsveranstaltung der Goethe-Universität für alle Erstsemester erwartet. Begrüßt werden sie von Frankfurt Oberbürgermeister Peter Feldmann, Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff und studentischen Vertreterinnen und Vertretern. Auf dem Markt der Möglichkeiten können sich die neuen Studierenden  über Angebote und Serviceleistungen der Goethe-Universität informieren: So präsentieren sich auf der Messe unter anderem das Studierenden-Service-Center (SSC), der Hochschulsport, das International Office, das Career Center und viele studentische Initiativen. Abends gibt es dann eine Party für alle „Erstis“ im Casino.

Medienvertreter sind herzlich zur Semestereröffnung eingeladen.

Unistart-Messe Wintersemester 2017/18: Die Uni stellt sich vor
12. Oktober, 13.00-17.00 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum

Begleitprogramm
14.00 Uhr: Begrüßung durch die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Birgitta Wolff, Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, dem AStA-Vorstand und Fachschaftsvertreterinnen und –vertreter der Standorte der Goethe-Universität (HZ 1 & 2)

Ab 21.00 Uhr: Party für alle Erstsemester im Casino

Weitere Infos unter www.uni-frankfurt.de/48370161/unistart-frankfurt

 

Okt 10 2017
10:12

Vom 9. bis 13. Oktober trifft sich der LOEWE-Schwerpunkt „Prähistorische Konfliktforschung“ zur 2. Internationalen Konferenz

Bronzezeitliche Burgen zwischen Mittelmeer und Mitteleuropa

FRANKFURT/ALBA IULIA. Welche Beziehungen der Mittelmeerraum und Mitteleuropa im 2. Jahrtausend v. Chr. miteinander pflegten und was für Einflüsse die verschiedenen Kulturen in Bezug auf mykenische Befestigungen nahmen, sind zentrale Fragen, die auf der 2. Internationalen Konferenz des LOEWE-Schwerpunkts „Prähistorische Konfliktforschung – Bronzezeitliche Burgen zwischen Taunus und Karpaten“ der Goethe-Universität diskutiert werden. Vom 9. bis 13. Oktober werden in Alba Iulia, Rumänien, über 80 Teilnehmer aus zehn Ländern rund um das Mittelmeer von Israel im Osten, Griechenland, Italien, Slowenien bis Spanien im Westen erwartet. Die Tagung findet nahe der befestigten Siedlung von Teleac statt, die zugleich eine der Ausgrabungsorte des LOEWE-Schwerpunkts ist und deren Forschungserkenntnisse es auf der Konferenz zu diskutieren gilt. Neue archäologische Datierungen und Ausgrabungen machen es notwendig, die Verbindungen zwischen Mittelmeerraum und Mitteleuropa in der Bronzezeit neu zu bewerten und das Gebiet auf das östliche Mittelmeer, die Adria und Spanien zu erweitern. Zudem werden auch die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung zur Landschaftsrekonstruktion und Nutzung von Ressourcen nahe der befestigten Siedlungen Teil des Konferenzprogramms sein.

Im Mittelpunkt der empirischen Forschungen des LOEWE-Schwerpunkts „Prähistorische Konfliktforschung“, der gemeinsam mit der Römisch Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts getragen wird, stehen der Krieg der Bronzezeit und seine Infrastruktur. Wenig bekannt und erforscht sind die Burgen des 2. Jh. v. Chr., mit starken Mauern befestigte Siedlungen, nicht selten auf Bergkuppen errichtet. Darüber hinaus werden gewaltförmige Konflikte, der Krieg in der Bronzezeit und die Möglichkeiten der Konfliktvermeidung in einem größeren theoretischen und kulturgeschichtlichen Rahmen behandelt. Das Thema Prähistorische Konfliktforschung hat angesichts der aktuellen Kriege in Osteuropa und Westasien eine bedrückende Aktualität gewonnen.

Das detaillierte Programm der Konferenz finden Sie unter http://www.uni-frankfurt.de/65329369/Events

Informationen: Prof. Rüdiger Krause, wissenschaftliche Projektleitung, Institut für Archäologische Wissenschaften, Tel.: (069)-798-32120, R.Krause@em.uni-frankfurt.de

 

Okt 10 2017
10:10

Gemeinschaftsprojekt von Goethe-Universität und Opel-Zoo wird heute im Opel-Zoo ausgezeichnet

Biologische Vielfalt zum Greifen nah!

FRANKFURT. Für die Aktionstage „Biologische Vielfalt im Opel-Zoo erleben“ erhalten Prof. Paul Dierkes, Opel-Zoo-Stiftungsprofessor für Zootierbiologie, und sein Team von der Didaktik der Biowissenschaften an der Goethe-Universität eine Auszeichnung als offizielles und vorbildliches Projekt der UN Dekade Biologische Vielfalt. Sie teilen sich den Preis mit dem Team der Zoopädagogik im Opel-Zoo unter der Leitung von Dr. Martin Becker. Übergeben wird der Preis heute von dem Schirmherrn Kultusminister Prof. Alexander Lorz im Rahmen der Jubiläumswoche „20 Jahre Zoopädagogik im Opel-Zoo – Feiern Sie mit uns!“.

Das preiswürdige Projekt: Seit 10 Jahren finden regelmäßig vor den Sommerferien zwei Aktionstage zur Biologischen Vielfalt für Schulklassen und Einzelbesucher statt. An 10 interaktiven Stationen, die von Doktorandin Anna Lena Burger regelmäßig durch neue Ideen ergänzt werden, können die Schülerinnen und Schüler Artenvielfalt hautnah erleben und die Notwendigkeit des Artenschutzes nachvollziehen. So können die Kinder verschiedene Getreidesorten selbst mahlen, lernen in der Vogelvoliere Arten anhand ihrer Schnabelformen und Federn unterscheiden oder entdecken, was im Laub lebt. Dabei stehen vor allem die Begegnung und die Auseinandersetzung mit dem biologischen Objekt im Vordergrund. Auch kleine Tiere, wie Insekten, bekommen an diesen Tagen ihren großen Auftritt. „Ein wenig Überwindung kostet es die Kinder, Stabschrecken oder Wandelnde Blätter auf die Hand zu nehmen. Aber dann sind sie oft ganz stolz“, berichtet Anna Lena Burger.

Der Bildungsbereich ist einer der beiden Bausteine der Opel-Zoo-Stiftungsprofessur Zootierbiologie, die Paul Dierkes, Professor für Didaktik der Biowissenschaften an der Goethe-Universität, seit 2014 innehat. Der zweite Baustein ist die Verhaltensforschung, bei der er und sein Team ebenfalls eng mit dem Opel-Zoo zusammenarbeiten. Inzwischen betreut Dierkes sieben Doktorarbeiten zur Verhaltensforschung an Zootieren. Der Tierbestand des Opel-Zoos bietet dafür die Ausgangsbasis. Inzwischen hat sich daraus ein Netzwerk mit zoologischen Gärten in ganz Deutschland gebildet, in denen zu Vergleichszwecken geforscht wird.

Auch die Lehre an der Goethe-Universität profitiert von der Zusammenarbeit mit dem Opel-Zoo. In zwei Masterstudiengängen wurden Module zur Zootierbiologie integriert, die bei den Studierenden sehr beliebt sind.

Die Jubiläumswoche im Opel-Zoo hat gestern mit Führungen zu einzelnen Tierarten wie Elefant, Giraffe, Stachelschwein, Gepard, Erdmännchen, Eisfuchs/Schnee-Eule und Känguru begonnen. Heute zeigen dann Mitarbeiter und Studierende der Opel-Zoo-Stiftungsprofessur Zootierbiologie an der Goethe-Universität von 10 bis 14 Uhr, welche Forschungsprojekte gerade im Opel-Zoo durchgeführt werden. Die Zoobesucher können mit den Wissenschaftlern ins Gespräch kommen und an den Infoständen erfahren, was im Einzelnen an welchen Tierarten untersucht wird und welchen Nutzen diese Forschungsprojekte haben können.

Ein Bild erhalten Sie auf Anfrage bei hardy@pvw.uni-frankfurt.de
Bildtext: Kinder mit Wandelndem Blatt und Stempelpass beim Aktionstag für Biologische Vielfalt im Opelzoo.
Bildrechte: Paul Dierkes

Information: Prof. Dr. Paul Dierkes, Didaktik der Biowissenschaften, Fachbereich 15, Campus Riedberg, dierkes@bio.uni-frankfurt.de.

 

Okt 5 2017
11:19

Eine Ausstellung im Museum Giersch der Goethe-Universität zeigt vom 15. Oktober 2017 bis 11. Februar 2018 Werke von Eric und Jula Isenburger

Kunsthistorische Neu-Entdeckung

FRANKFURT. Der bildende Künstler Eric Isenburger (1902–1994) und seine Ehefrau und Muse, die Ausdruckstänzerin Jula Isenburger, geborene Elenbogen (1908–2000), zählen zu den nahezu völlig vergessenen Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. In der Geburtsstadt Eric Isenburgers widmet ihnen das Museum Giersch der Goethe-Universität nun erstmalig eine umfassende, retrospektive Ausstellung.

Nach seiner Ausbildung an der Frankfurter Kunstgewerbeschule unternahm Eric Isenburger zahlreiche Studienreisen und verbrachte dann lange Zeit in Barcelona. Gemeinsam mit seiner Frau lebte er als freischaffender Künstler und Bühnengestalter zunächst in Wien, danach in Berlin. Bereits 1933 sah sich das jüdische Ehepaar Repressionen der nationalsozialistischen Diktatur ausgesetzt und begann seine einer Odyssee gleichende Flucht: Paris, Stockholm, Südfrankreich sowie die französischen Internierungslager Les Milles und Camp de Gurs bildeten Stationen in den folgenden Jahren, bis sie schließlich 1941 ein Visum für die USA erhielten. Sie konnten Europa über Lissabon Richtung New York verlassen, wo sie bis zu ihrem Lebensende wohnten.

Trotz dieser zum Teil schwierigsten äußeren Bedingungen schuf Eric Isenburger ein eigenständiges künstlerisches Werk, welches Porträts, Landschaften und Stillleben umfasst. Mit spätimpressionistischer Handschrift, zum Teil expressivem Duktus und in materialtechnischer Hinsicht experimentellem Gestus nahm der Maler Isenburger seine äußere Umwelt zum Ausgangspunkt, enthielt sich jedoch eines allzu eindeutigen Zeitkommentars. Sein außergewöhnliches Schaffen stellt eine wirkliche kunsthistorische Entdeckung dar!

Pressekonferenz: Freitag, 13. Oktober 2017, 11 Uhr

  • Dr. Manfred Großkinsky, Museumsleiter
  • Susanne Wartenberg M. A., Kuratorin der Ausstellung

Ausstellungseröffnung: Sonntag, 15. Oktober 2017, 11 Uhr

  • Prof. Dr. Werner Müller-Esterl, Museumsbeauftragter der Goethe-Universität
  • Dr. Manfred Großkinsky, Museumsleiter
  • Susanne Wartenberg M. A., Kuratorin der Ausstellung

Publikation: Der Katalog erscheint im Michael Imhof Verlag und kostet 29,- € im Museum.

Bilder zum Download unter: http://www.museum-giersch.de/#/Presse.

Weitere Informationen zu Öffnungszeiten, Führungen, Vorträgen, Kinderprogramm und Sonderveranstaltungen unter http://www.museum-giersch.de/#/Presse. Förderer der Ausstellung: Stiftung Giersch, Georg und Franziska Speyer´sche Hochschulstiftung, Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung.

Informationen: Dipl. Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/13821010, E-Mail: presse@museum-giersch.de

Adresse: Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

 

Okt 5 2017
11:15

Jubiläumsspende für Kinder- und Vermittlungsprogramm des Museum Giersch der Goethe-Universität

10 Jahre Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung

FRANKFURT. 13.200 Euro erhält das Museum Giersch der Goethe-Universität von der Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung für sein Kinder- und Vermittlungsprogramm 2017/2018. Neben einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Vorträgen, Führungen sowie zweisprachigen Katalogen hat das Museum seine museumspädagogischen Angebote in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut und dabei einen besonderen Schwerpunkt auf Programme für Kinder und Jugendliche gelegt. Das Angebot umfasst Workshops, Ferienprogramme und Familienführungen sowie Aktivitäten für bilinguale und integrale Gruppen.

„Das Museum hält die ästhetische Bildung für eine unerlässliche Notwendigkeit einer lebendigen und bürgerlich geprägten Kultur. Ebenso gehört die Schulung motorischer Fähigkeiten durch Mal- und Zeichenmittel und die Stärkung des Selbstbewusstseins durch eigenes künstlerisches Schaffen zu einer wichtigen Maßnahme in der Entwicklung – und je früher mit beidem begonnen wird umso besser“, sagt Dr. Manfred Großkinsky, Museumsleiter und Stiftungskurator der Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung. „Was Familie und Schule bis in das Jugendalter nicht leisten, können die Kulturinstitute in den wenigsten Fällen kompensieren – eine frühestmögliche Prägung aber könnte zu einer größeren Chance für ein späteres Kulturinteresse führen und bestenfalls für ein zukünftiges bürgerschaftliches Engagement.“

Insgesamt rund 100.000 Euro für Museen

Das Kulturinteresse und Engagement trifft auch auf Barbara Schultz, Gründerin und Vorstand der Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung, zu. Bereits seit 10 Jahren widmet sich ihre Stiftung der Pflege und dem Erhalt der deutschen Malerei des 19. Jahrhunderts. Mit einer Gesamtfördersumme von rund 100.000 Euro wurden schwerpunktmäßig Vermittlungsprojekte von ausgewählten  Museen gefördert, so zum Beispiel das Frankfurter Städel Museum (Förderbetrag für den neuen Sammlungskatalog „Kunst der Moderne (1800-1945)“ und ein neu konzipiertes Audioguide-System) und die Berliner Liebermann-Villa am Wannsee (Aufbau einer interaktiven Mediathek zu Leben und Werk von Max Liebermann und dessen Umfeld, Förderbetrag für ein kopfhörerunterstützendes Führungssystem, die Produktion eines Filmes anlässlich der Ausstellung „Liebermann und Van Gogh“). Daneben unterstützt die Stiftung auch eine zeittypische Rahmung von Kunstwerken und übernimmt Kosten im Zuge des internationalen Leihverkehrs.

„Ich bin selbst mit der Liebe zur Kunst, insbesondere der Malerei, aufgewachsen und möchte dieses Gut und diese Werte für kommende Generationen sichtbar und erlebbar machen“, erzählt Barbara Schultz. Ihr Ur-Ur-Urgroßvater väterlicherseits lebte und wirkte als Kaufmann und Bankier in Frankfurt. Seine Nachfahren unterstützten und förderten großzügig Frankfurter Künstler, vornehmlich Maler und Bildhauer. Ihre Urgroßmutter und deren Mann, der Kronberger Apotheker Dr. Julius Neubronner, unterhielten zeitlebens beste Kontakte zu den Malern der Kronberger Malerkolonie. Ihr Urgroßvater mütterlicherseits sammelte aus künstlerischem Interesse heraus über viele Jahre hinweg Bilder der Berliner Sezession und ließ sich 1911 von Max Liebermann porträtieren. Werke aus Familienbesitz hängen heute in der Liebermann-Villa am Wannsee, im Museum Giersch der Goethe-Universität, im Museum Schlösschen in Hofgarten in Wertheim und in der Stiftung Kronberger Malerkolonie.

Scheckübergabe: Dienstag, 17. Oktober 2017, 11 Uhr,

Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 91, 60314 Frankfurt am Main

  • Barbara Schultz, Gründerin und Vorstand Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung
  • Dr. Manfred Großkinsky, Museumsleiter und Stiftungskurator Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung
  • Prof. Werner Müller-Esterl, Museumsbeauftragter der Goethe-Universität

Mehr Informationen über die Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung unter www.stiftung-schultz-frentzel.de/

Informationen: Dipl. Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/13821010, E-Mail: presse@museum-giersch.de

 

Okt 4 2017
11:05

Science-Publikation wirft neues Licht auf glasartige Zustände

Glasübergänge von Elektronen in molekularen Metallen entdeckt

FRANKFURT. Gläser sind den Menschen seit Jahrtausenden bekannt. Der Prozess der Glasbildung zählt aber bis heute zu den großen Rätseln der Festkörperphysik. In der aktuellen Ausgabe von „Science“ zeigen Forscher der Goethe-Universität in Kooperation mit japanischen Kollegen an einem neuartigen molekularen Metall, dass glasartige Phänomene universeller Natur sind.

Die Glasproduktion umfasst nicht nur die aus dem Alltag bekannten Silikat-Gläser, sondern auch metallische Gläser und plastische oder Orientierungsgläser aus organischen Molekülen wie Glycerol und Glukose. Gemeinsam ist diesen strukturellen Gläsern, dass sie auf atomarer oder molekularer Ebene eine ungeordnete, amorphe Struktur aufweisen. Analog dazu kennt man Spin-Gläser. Hier bezieht sich die Bezeichnung auf die gemeinsame Ausrichtung der magnetischen Momente, die keine Fernordnung, sondern lediglich eine Nahordnung besitzen.

Experimentell ist die Glasbildung oftmals schwer zugänglich, weil sich die ungeordneten Strukturen über sehr lange Zeiträume und in großen Temperaturbereichen umlagern. „Das von uns entdeckte Quanten-System erlaubt es nun, die allen Gläsern eigene langsame Dynamik und die allgemeinen Prinzipien von Flüssigkeit-zu-Glas-Übergängen vergleichsweise einfach zu untersuchen“, erklärt Prof. Jens Müller vom Physikalischen Institut der Goethe-Universität, der das Material im Rahmen einer Gast-Professur am „Institute for Materials Research“ der japanischen Tohoku Universität in Sendai erforschte. 

Müller und seinen japanischen Kollegen ist es gelungen, die Bewegung von Elektronen in niedrigdimensionalen organischen Metallen in einen glasartigen Zustand einzufrieren. Aufgrund der starken elektrischen Abstoßung zwischen den Elektronen geht das System bei tiefen Temperaturen von einem metallischen in einen isolierenden Zustand über. Die zuvor als Ladungsflüssigkeit über den gesamten Kristall verteilten Elektronen ordnen sich dann regelmäßig auf dem zugrunde liegenden Kristallgitter an. Die Forscher sprechen von einem Elektronen- oder Ladungskristall.

Wenn man Systeme mit einer besonderen Symmetrie der Kristallstruktur hingegen schnell abkühlt, entsteht ein Elektronenglas-Zustand, wobei die Ladungen ungeordnet auf dem Kristallgitter einfrieren. Zur Überraschung der Wissenschaftler folgen sowohl dieser Glasübergang als auch die damit konkurrierende Kristallisation der Elektronen den gleichen Gesetzen wie die konventionellen strukturellen Gläser. Das spricht für die universelle Natur glasartiger Phänomene.

Für die Erforschung von Glasübergängen bringt diese Entdeckung große experimentelle Vorteile. In strukturellen Gläsern wie Glycerol oder Glukose müsste man zum Beispiel die relevanten flüssigen und festen Volumenanteile aufwendig mittels hydrodynamischer Strömung messen, während man bei den neu entdeckten molekularen Metallen einfach den elektrischen Widerstand messen kann, eine Standard-Methode der experimentellen Festkörperphysik. Zudem sind die Temperatur- und Zeitskalen in den molekularen Metallen vergleichsweise kurz und damit bequem zu messen.  „Unsere Erkenntnisse eröffnen eine neue Sichtweise auf viele glasartige Phänomene: die Dynamik, Alterungsprozesse, Memory-Effekte, kooperatives Verhalten und die immer noch ungeklärte Frage, ob einem Glasübergang ein wahrer, thermodynamischer Phasenübergang zugrunde liegt, oder nicht“, erklärt Jens Müller die Bedeutung der Ergebnisse.

Publikation: Sasaki, K. Hashimoto et al., Crystallization and vitrification of electrons in a glass-forming charge liquid, in: Science 29 Sep 2017: Vol. 357, Issue 6358, pp. 1381-1385. DOI: 10.1126/science.aal3120

Information: Prof. Dr. Jens Müller, Physikalisches Institut, Fachbereich 13, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47274, j.mueller@physik.uni-frankfurt.de.

 

Okt 4 2017
10:37

Hirnreifung und Gehirn-Plastizität beruhen auf ähnlichen Signalwegen

Molekulare Basis für Gedächtnis und Lernen

FRANKFURT. Lernen und Erinnern sind zwei wichtige Funktionen des Gehirns, die auf der Formbarkeit (Plastizität) des Gehirns beruhen. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Cell Reports“ berichten Forscherinnen der Goethe-Universität, wie ein Trio von Schlüsselmolekülen diese Prozesse steuert. Daraus ergeben sich auch neue Anhaltspunkte für die Alzheimer-Therapie.

Das Gehirn kann sich neuen Situationen anpassen, indem es die Kontaktstellen zwischen den Nervenzellen (Synapsen) entsprechend umbaut, auf- oder abbaut. Insbesondere wird die Signalstärke reguliert, indem die Zahl der Rezeptoren in der Nervenzellmembran immer wieder neu angepasst wird. Das erklärt, warum wir häufig benötigte Gedächtnisinhalte schneller parat haben als beispielsweise Informationen, die wir vor Jahren für eine Prüfung gelernt und nie wieder benötigt haben.

Die Arbeitsgruppe von Prof. Amparo Acker-Palmer vom Institut für Zellbiologie und Neurowissenschaft an der Goethe-Universität hat in ihrer Studie die Hauptüberträger der stimulierenden Signale, die sogenannten AMPA-Rezeptoren, untersucht. Im Hippocampus, der Hirnregion für das Lernen und Erinnern, können die Nervenzellen die Zahl der aktiven, „auf Empfang gestellten“ Rezeptoren ähnlich wie Antennen ausfahren oder wieder einziehen. Auf diese Weise regulieren sie die Signalstärke. Wie die Forscherinnen jetzt herausgefunden, sind an dieser Regulation drei Schlüsselmoleküle beteiligt: GRIP1, ephrinB2 und ApoER2, ein Rezeptor für das Signalmolekül Reelin.

„Das sind faszinierende Ergebnisse, weil sowohl ephrinB2 als auch Reelin seit Jahren für die Entwicklung des Gehirns als entscheidend bekannt sind“, erklärt Amparo Acker-Palmer. „Zudem haben frühere Arbeiten aus meinem Labor gezeigt, dass es bei der Ausbreitung von Neuronen während der Gehirnreifung eine Wechselwirkung zwischen dem Reelin-Signalweg und den ephrinBs gibt.“

Offenbar kann ein und derselbe Mechanismus innerhalb der Zelle ganz unterschiedliche Funktionen übernehmen. Dass makromolekulare Komplexe aus ephrinB2 und ApoER2 Prozesse der neuronalen Migration regulieren, fand die Arbeitsgruppe von Amparo Acker-Palmer bereits in einer vorangegangenen Studie heraus. Dass diese zusammen mit GRIP1 auch die Gehirn-Plastizität im Erwachsenenalter beeinflussen, konnten die Forscherinnen in der aktuellen Studie zeigen, indem sie die Interaktion der Moleküle gezielt hemmten. Infolgedessen waren die Neuronen nicht mehr fähig, auf Änderungen in der Aktivität ihres Netzwerks zu reagieren. Außerdem zeigten sie Defekte bei der Langzeit-Plastizität, welche die zelluläre Grundlage für das Lernen und das Gedächtnis darstellt.

„Bemerkenswert ist, dass ApoER2 und ephrinB2 beide mit der Entwicklung von Alzheimer zusammenhängen, obwohl der Mechanismus noch unklar ist”, so Acker-Palmer. „Sicher ist, dass wir durch unsere Forschung nicht nur neue Interaktionen von Schlüsselmolekülen für die Regulation von Lernen und Gedächtnis gefunden haben, sondern auch potenzielle Angriffspunkte für die Behandlung der Alzheimer-Krankheit.“

Publikation: Pfennig, Foss et al., GRIP1 Binds to ApoER2 and EphrinB2 to Induce Activity-Dependent AMPA Receptor Insertion at the Synapse, Cell Reports (2017), http://dx.doi.org/10.1016/j.celrep.2017.09.019

Ein Bild zum Download finden Sie unter www.uni-frankfurt.de/68660304

Bildtext: Fluoreszenzbild einer Nervenzelle aus dem Hippocampus. In Magenta ist das aktivierte intrazelluläre Adapterprotein Dab1des Reelin-Signalweges dargestellt, das für die Gehirnreifung entscheidend ist.

Bildrechte: Arbeitsgruppe Amparo Acker-Palmer

Information: Prof. Dr. Amparo Acker-Palmer, Institut für Zellbiologie und Neurowissenschaft, Fachbereich 15, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42563, Acker-Palmer@bio.uni-frankfurt.de.

 

Okt 4 2017
10:19

Akademie soll Austausch der Theologie mit Wissenschaft und Gesellschaft stärken / Rachel: „Akademie trägt zur Versachlichung der Debatten bei“

Wissenschaftsakademie für Islam startet

FRANKFURT. An der Goethe-Universität Frankfurt am Main entsteht eine „Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft“. Die Akademie soll die Position der islamisch-theologischen Studien im deutschen Wissenschaftssystem und den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft stärken. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Akademie in den nächsten fünf Jahren mit rund 8,5 Millionen Euro. Die Stiftung Mercator gibt weitere 2,8 Millionen Euro für den Transfer dazu.

„Religion ist von großer Bedeutung für den Zusammenhalt von Gesellschaften. Religionen stiften Identität, sie können zum inneren Frieden und zum Zusammenhalt in unserer Gesellschaft beitragen. Die Einführung der Islamischen Theologie an deutschen Universitäten war ein historischer Schritt. Diesen Weg der wissenschaftlich-theologischen Auseinandersetzung mit dem Islam gehen wir nun mit der Gründung der Akademie zum Islam in Wissenschaft und Gesellschaft weiter. Die Akademie wird dabei noch stärker die Kommunikation zwischen den Theologien fördern, in gesellschaftliche Diskurse einsteigen und zugleich die in Deutschland noch junge theologische Forschung zum Islam stärken. Mit der Förderung der Akademie trägt das BMBF auch zur Versachlichung der gesellschafts- und integrationspolitischen Debatten über den Islam bei“, sagt der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF, Thomas Rachel MdB.

In ihrer Forschungsfunktion soll die Akademie überregionale und interdisziplinäre Forschung ermöglichen und die wissenschaftliche Konsolidierung der islamisch-theologischen Studien fördern. In ihrer Transferfunktion wird sie nach Antworten zu islambezogenen Fragen im deutschen Kontext suchen, die sowohl wissenschaftlich fundiert als auch gesellschaftlich verankert sind. Der Austausch mit benachbarten Disziplinen, mit der muslimischen Community sowie gesellschaftspolitischen und zivilgesellschaftlichen Institutionen im deutschsprachigen Raum soll durch die Akademie intensiviert werden. Sie organisiert die Themenfindung und vergibt im Wettbewerb die Mittel für Forschungsprojekte, Nachwuchsgruppen und Veranstaltungen.

Der Geschäftsführer der Stiftung Mercator, Dr. Wolfgang Rohe, stellt fest, dass die Stiftung Mercator mit der Förderung „einen Beitrag zur sozialen und kulturellen Integration von Muslimen in Deutschland leisten möchte.“ Die Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft „wird diesen Prozess befördern“, so Rohe, „indem sie die Zusammenarbeit der Institute für Islamische Theologie verbessert, den Anwendungsbezug der Islamischen Theologie stärkt sowie den Dialog mit der Gesellschaft erhöht.“

Seit 2011 haben fünf Universitäten mit Unterstützung des BMBF und der beteiligten Bundesländer die islamische Theologie als neue Disziplin in der deutschen Wissenschaftslandschaft etabliert. Das gleichzeitig von der Stiftung Mercator geförderte Graduiertenkolleg Islamische Theologie hat die Bedeutung und die Gegenwartsbezüge der islamischen Theologie in Deutschland ebenfalls gefestigt. Zentren und Graduiertenkolleg sind markante Orte der innerislamischen Pluralität geworden. Beide haben die internationale Verankerung des Faches in kurzer Zeit gesichert. Um diese positiven Entwicklungen voranzutreiben, bauen das BMBF und die Stiftung Mercator ihre Kooperation aus. Während das BMBF die Forschungsaktivitäten der Akademie unterstützt, fördert die Stiftung Mercator vorrangig die Vermittlung von Ergebnissen in verschiedene gesellschaftliche Zielgruppen, darunter die muslimischen Gemeinschaften.

Koordinator des Akademieprojekts ist Prof. Dr. Bekim Agai, Professor für Kultur und Gesellschaft des Islam in Geschichte und Gegenwart an der Goethe-Universität Frankfurt und Geschäftsführender Direktor des standortübergreifenden Zentrums für Islamische Studien Frankfurt/Gießen. Prof. Agai war bereits federführend für die Entwicklung des Konzepts der Akademie verantwortlich. Die Goethe-Universität wird das innovative Akademievorhaben als Teil ihrer Third Mission-Aktivitäten umsetzen. „Damit trägt die Goethe-Universität deutlich zur

Stärkung einer relevanten wissenschaftlichen Perspektive im gesellschaftlichen Dialog über den Islam bei“, sagt Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff. „Das Akademieprojekt findet an der Goethe-Universität ein überaus inspirierendes Umfeld: Mehr als 100 neue Studierende werden bei uns jährlich in die Studienangebote der Islamischen Studien aufgenommen, darüber hinaus bilden wir eine wachsende Zahl von Lehrkräften für das Fach Islamische Religion in der Sekundarstufe aus. Die Akademie wird sowohl von der positiven Entwicklung des bereits BMBF-geförderten Zentrums für Islamische Studien Frankfurt/Gießen als auch vom Austausch mit vielfältigen thematisch benachbarten Instituten der Universität profitieren. Nicht zuletzt fördert sie auch den Dialog mit Mitgliedern islamischer Communities, nicht lediglich den über den Islam.“

Mehr Informationen finden Sie unter:
www.bmbf.de/de/islamische-theologie-367.html
www.stiftung-mercator.de/de/projekt/akademie-fuer-islam-in-wissenschaft-und-gesellschaft/
www.aiwg.de
www.uni-frankfurt.de

Pressekontakte:
BMBF: Christina Wiegelmann, presse@bmbf.bund.de, 030-1857-5050
Stiftung Mercator: Cathrin Sengpiehl, cathrin.sengpiehl@stiftung-mercator.de, 0201-24522-841
Goethe-Universität: Dr. Olaf Kaltenborn, 069-798-13035
Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft: Dr. Jan Felix Engelhardt, engelhardt@aiwg.de, 069-798-327-52