​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​​​​ ​ – Mai 2024

Unsere Pressemitteilungen informieren Sie über aktuelle Ereignisse aus der Universität. Dazu zählen neue Forschungsergebnisse, universitäre Themen und Veranstaltungsankündigungen. Sie wollen regelmäßig über Neuigkeiten aus der Goethe-Universität informiert werden? Abonnieren Sie unsere Pressemitteilungen.

Pressestelle Goethe-Universität

Theodor-W.-Adorno Platz 1
60323 Frankfurt 
presse@uni-frankfurt.de

 

Mai 10 2024
09:26

Ein Symposium an der Goethe-Universität fragt nach der Rezeption von Kants Philosophie in jüdischen Denktraditionen

Wie jüdische Intellektuelle Kant gedeutet haben 

FRANKFURT. Die Philosophie Immanuel Kants könnte im Jubiläumsjahr seines 300. Geburtstags nicht aktueller sein. Kants Gedanken zu Vernunft beispielsweise spielen in zahlreichen globalen Diskursen eine Rolle – aber ebenso seine Überlegungen zur im Grundgesetz festgeschriebenen Menschenwürde, zu Kosmopolitismus, Demokratie und Frieden, zur Rolle von Religion(en), zu universeller Ethik und den Möglichkeiten und Grenzen menschlicher Erkenntnis.

Weniger beleuchtet wurde, wie Kants Denken, das auch antijüdische Aspekte enthält, von jüdischen Intellektuellen aufgenommen worden ist. Schon zu dessen Lebzeiten setzten sich diese mit Kants revolutionärer Philosophie auseinander, meist mit regem, positivem analytischem Interesse und einem wachen Empfinden für die antijudaistischen oder antijüdischen Elemente seines Aufklärungsverständnisses.

Die Tradition der Kant-Rezeption durch jüdische Intellektuelle ist nun Thema des 
Symposiums „Aufklärung des Aufklärers“,
das am 15. und 16. Mai auf dem Campus Westend der Goethe-Universität stattfindet.

Das Symposium beginnt am Mittwoch, den 15. Mai 2024, um 19:30 Uhr (Hörsaalzentrum, Raum 15, Theodor-W.-Adorno-Platz 5) mit dem Vortrag der Philosophin und Kant-Expertin Prof. Dr. Andrea M. Esser von der Friedrich-Schiller-Universität Jena zum Thema „Ambivalentes Erbe. Kants Äußerungen über ,die Juden‘ und das Judentum“.

Am Donnerstag, 16. Mai 2024, wird das Symposium von 9 bis 17 Uhr in der Evangelischen Studierendengemeinde Frankfurt, Siolistraße 7, fortgesetzt. Es sprechen dort Dr. Christina Feist (Paris), Dr. Orr Scharf (University of Haifa), Prof. Dr. Yael Kupferberg (Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin), Prof. Dr. George Y. Kohler (Bar Ilan University, Ramat Gan), Dr. Torsten Lattki (Deutscher Koordinierungsrat) sowie Antonia Steins, Christoph Kasten und Prof. Dr. Christian Wiese von der Goethe-Universität.

„Judentum und jüdische Intellektuelle dürfen nicht einfach nur als Objekt von Kants Denken wahrgenommen werden“, sagt Christian Wiese, Direktor des Buber-Rosenzweig-Instituts an der Goethe-Universität und Mitveranstalter des Symposiums. „Jüdinnen und Juden haben vielmehr Deutungen entwickelt, die ihre Bedeutung bis heute bewahrt haben – von Moses Mendelssohn und anderen jüdischen Aufklärern über die Vertreter der Wissenschaft des Judentums und den Neukantianismus bis zu zionistischen Denkern in Israel, Hannah Arendt oder Repräsentanten der Kritischen Theorie“. Bei der Veranstaltung wird es auch um die Frage gehen, so die Doktorandin Antonia Steins, die das Symposium mit organisiert, welche Bedeutung die jüdische Denktradition für Kant-Interpretationen der Gegenwart hat.

Veranstaltet wird das Symposium vom Buber-Rosenzweig-Institut für jüdische Geistes- und Kulturgeschichte der Moderne und Gegenwart an der Goethe-Universität, den Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Deutscher Koordinierungsrat e.V. sowie dem Frankfurter Forschungsverbund „Dynamiken des Religiösen“.

Weitere Informationen:
https://buber-rosenzweig-institut.de/events/einzelveranstaltung/die-aufklaerung-des-aufklaerers/

Eine Anmeldung (unter kramberger@em.uni-frankfurt.de) ist erwünscht, aber nicht zwingende Voraussetzung für die Teilnahme.

Kontakt:
Dr. Judith Müller
Buber-Rosenzweig-Institut
jud.mueller@em.uni-frankfurt.de

Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Mai 7 2024
15:13

Goethe-Universität und Zentralrat der Juden in Deutschland veranstalten Vortragsreihe zu Erinnerungskultur, Antisemitismus und Demokratie

Wie (un-)politisch ist die Universität?

FRANKFURT. Antisemitismus und Rassismus, Migration und Klimawandel, Geschlechterordnungen und die Legitimationskrise liberaler Demokratie, aber auch die weltweiten kriegerischen Konflikte – über diese Themen wird in der medialen Öffentlichkeit polarisierend und auch moralisierend debattiert. Auch wissenschaftliche Diskurse sind in die Debatten verwickelt.

In welchem Verhältnis steht aber Wissenschaft zu den vielfältigen gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart? Wie lässt sich der Balanceakt zwischen wissenschaftlicher Distanz und politischer Positionierung, wie die Spannung zwischen moralischer Abstinenz und Involviertsein gestalten? Wo liegen die Möglichkeiten einer wissenschaftlichen Aufklärung solcher Krisen- und Konfliktlagen und welche Grenzen sind ihr dabei gesetzt? Denn einerseits steht Wissenschaft für eine neutrale und objektive Beobachtung ihrer ‚Forschungsgegenstände‘, andererseits kann sie sich den Normen und ethischen Implikationen, die diesen Gegenständen gesellschaftlich vorgegeben sind, nicht entziehen.

Zu diesen Fragen und entlang der drei Forschungsfelder Erinnerungskultur, Antisemitismus und Demokratie veranstalten die Goethe-Universität, der Fachbereich Erziehungswissenschaften und die Jüdische Akademie des Zentralrats der Juden in Deutschland eine öffentliche Ringvorlesung mit renommierten Expert*innen. Die Vortragsreihe Diversität und Diskurs / Antisemitismus. Erinnerungskultur. Demokratie. / Wie (un-)politisch ist die Universität? startet

am 28. Mai 2024 um 18 Uhr
mit dem Vortrag
Funktion, Leistung, Übersetzung. Wissenschaft und Politik zwischen gegenseitiger Enttäuschung und Erwartung
von Prof. Dr. Armin Nassehi,
Institut für Soziologie, Ludwig-Maximilians-Universität München,
auf dem Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 5, Hörsaalzentrum HZ 6.

Weitere Termine und Themen im Überblick:
(jeweils dienstags von 18 – 20 Uhr auf dem Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 5, Hörsaalzentrum HZ 6)

4. Juni 2024
Jenseits von Singularität und Multidirektionalität – Plurale Erinnerungskultur als gesellschaftliche Herausforderung
Prof. Dr. Frederek Musall, Julius-Maximilians-Universität Würzburg

11. Juni 2024
Lassen sich Erfahrungen „teilen“, Perspektiven „übernehmen“? Über Imagination, Tribalismus und Erinnerungskultur
Prof. Dr. Markus Rieger-Ladich, Universität Tübingen

18. Juni 2024
Definitionen und Diversity. Antisemitismusforschung zwischen Politik, Polarisierung und Praxis
Dr. Sina Arnold, Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin

25. Juni 2024
Bildung und Judenhass. Historische und aktuelle Perspektiven auf den Umgang von Universitäten mit Antisemitismus
Dr. Sebastian Voigt, Institut für Zeitgeschichte München-Berlin

2. Juli 2024
Krieg und gesellschaftliche Krisen. Was heißt es heute, Politische Wissenschaft zu betreiben?
Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, Peace Research Institute Frankfurt / Goethe-Universität Frankfurt a.M.

9. Juli 2024
Wie (un-)politisch ist die Universität?
Podiumsgespräch mit Prof. Dr. Christian Wiese, Goethe-Universität Frankfurt a. M., Prof. Dr. Mirjam Wenzel, Jüdisches Museum Frankfurt a. M., Prof. Dr. Sabine Andresen, Goethe-Universität Frankfurt a.M.

Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de

 

Mai 3 2024
15:00

Interdisziplinärer wissenschaftlicher Austausch zu folgenreichem Phänomen

Neues DFG-Netzwerk zu seelischer Gewalt in der Pädagogik

Auch wenn es sicher nicht die Regel ist, so kommt es doch in Kindergarten, Schule und Betreuungseinrichtungen immer wieder zu seelischer Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen. Ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Netzwerk an der Goethe-Universität nimmt das Phänomen nun interdisziplinär in den Blick. Mit mehr als 30 Beteiligten war heute die Auftaktveranstaltung.  

FRANKFURT. „Dimensionen seelischer Gewalt in pädagogischen Settings. Theoretische Bestimmungen und empirische Analysen“ – so lautet der Titel des neu gebildeten DFG-Netzwerks an der Goethe-Universität. Der Hintergrund: In pädagogischen „Settings“ kommt es häufig vor, dass Lehrkräfte oder pädagogische Fachkräften seelische Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen ausüben. Da die Erfahrung seelischer Gewalt prägend sein kann für das künftige Leben, ist es dringend erforderlich, dieses Phänomen gründlich zu erforschen. Auch die Kampagne des Kinderschutzbundes „Gewalt ist mehr als du denkst“ macht deutlich, wie aktuell und brisant das Thema ist, und zugleich, wie wenig geklärt ist, wer die Deutungshoheit darüber hat, was in pädagogischen Settings eine Form von Gewalt darstellt.

Auch in der Wissenschaft fehlen allgemeingültige theoretische Bestimmungen bislang. Im erziehungs- und sozialwissenschaftlichen Diskurs wurde darüber zwar vereinzelt diskutiert, die Ergebnisse wurden jedoch noch nicht systematisch aufeinander bezogen. Das nun gegründete Netzwerk soll diese Lücke schließen helfen. Aus unterschiedlichen fachlichen Blickwinkeln sollen darin verschiedene Dimensionen des Phänomens seelische Gewalt herausgearbeitet werden, um so zu einer Theoriebildung zu gelangen. Es werden drei Schwerpunkte gebildet: 1. (Vorhandene) normative Positionierungen, 2. Formen seelischer Gewalt und 3. Professionstheoretische Perspektiven (und Einordnungen).

Das in den Erziehungswissenschaften angesiedelte Netzwerk bezieht Forscherinnen und Forscher aus der Sozialen Arbeit, der Sozialpsychologie, den Rechtswissenschaften, der Sozialphilosophie, der Sonderpädagogik, der Schulpädagogik sowie der Soziologie ein. Die Mitglieder des Netzwerks verfügen über Forschungserfahrung zu seelischer Gewalt oder verwandten Themen. Auch externe Expertise soll hinzugezogen werden, z.B. Prof. Annedore Prengel (ehemals Seniorprofessorin an der GU) sowie Dr. Dietrich Schotte (Universität Regensburg). Unter anderem in Kleingruppenarbeit werden vorhandene empirische Daten gemeinsam ausgewertet. 

Das Projekt wurde GRADE anschubfinanziert und wird nun für drei Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Beantrage wurde das Netzwerk von Dr. Anne Piezunka (Goethe-Universität) in Kooperation mit Prof. Dr. Sophia Richter (PH Vorarlberg) und Dr. Marlene Kowalski. Prof. Sabine Andresen, Erziehungswissenschaftlerin an der Goethe-Universität und Präsidentin des Deutschen Kinderschutzbundes, hat die inhaltliche Mentorenschaft inne. 

Weitere Informationen
Dr. Anne Piezunka 
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Stiftungsprofessur für Inklusionsforschung am Institut für Sonderpädagogik, 
Fachbereich Erziehungswissenschaften 
Goethe-Universität Frankfurt 
E-Mail piezunka@em.uni-frankfurt.de
https://www.uni-frankfurt.de/146663290/Forschungsprojekte


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Mai 3 2024
10:53

Die Cornelia Goethe Colloquien beschäftigen sich im Sommersemester mit den Wirkweisen künstlerischer Wissensproduktion und -verbreitung in (post-)kolonialen Kontexten.

Künstlerische Praxis als widerständiges Wissen

FRANKFURT. Heutige Gesellschaften sind durchzogen von Denk- und Handlungsweisen, die ihren Ursprung in der Kolonialzeit haben. Solche postkolonialen Logiken legitimieren Ungleichheit mit Unterschiedlichkeit, die beispielsweise durch Kategorisierungen wie Geschlecht, race oder Klasse markiert wird. Sie wirken auch in Forschungs- und Bildungseinrichtungen wie Universitäten und Schulen. Demgegenüber existiert widerständiges Wissen neben diesen Logiken und ist verwoben mit ihnen. 

Die Cornelia Goethe Colloquien „Wessen Wissen? (Post-)Kolonialität und die Kunst kollektiver Ermächtigung“ gehen in diesem Sommersemester den Interventionen von Künstler*innen und Kulturschaffenden nach, die sich der Transformation kolonisierender Wissenspraktiken und -einrichtungen zuwenden. Sie fokussieren dabei auf die Praxen Schwarzer Frauen* und Women* of Color. Eröffnet werden die Colloquien mit dem Vortrag

Bastardkinder – Sex, Crime, Klassenkampf: Imitationen von Kunst und Leben
am Mittwoch, 15. Mai, um 18 Uhr c.t.
im PEG-Gebäude, PEG 1.G191,
Theodor-W.-Adorno-Platz 6, 60323 Frankfurt am Main.

Die Literatur- und Politikwissenschaftlerin Matti Traußneck wird sich mit Blick auf bis in die Gegenwart wirkende (früh-)kolonialer Rechtsgebilde wie dem code noir der Rekonstruktion einer Politik der Verunreinigung, Unterbrechung und Sabotage widmen. 

Das Cornelia Goethe Centrum für Geschlechterforschung lädt in Kooperation mit dem Förderkreis des Cornelia Goethe Centrums, dem GRADE Center Gender und dem Büro für Chancengerechtigkeit der Goethe-Universität zu dieser öffentlichen Veranstaltungsreihe ein. Der Eintritt ist frei.

Weitere Termine:

22.05.2024
Marny Garcia Mommertz
Archives and access in German and Afro-diasporic contexts: Insights into research on Fasia Jansen and Contemporary And (C&)

05.06.2024
Mirrianne Mahn
Neugestaltung der Gegenwart: Kolonialismus, der Raub von Identitäten, Wiedergutmachung und kulturelle Restitution

12.06.2024
Mahret Ifeoma Kupka
TALKING OBJECTS LAB – Dekoloniale künstlerische und kuratorische Praxis

19.06.2024
Yalız Akbaba
Koloniales Wissen unterbrechen. Geschlecht und Schulbildung am Beispiel einer Schulbuchseite

26.06.2024 – online
Imani Kai Johnson
Embodying an Expansive Sociality: B-Girls in Practice

02.07.2024 
Grada Kilomba, Angela-Davis-Gastprofessorin 2024
Antrittsvorlesung und -performance: Performing Knowledge: Heroines, Birds and Monsters

Detaillierte Informationen zum Programm: https://cgc.uni-frankfurt.de/veranstaltungen/cornelia-goethe-colloquien 

Kontakt: Geschäftsstelle des Cornelia Goethe Centrums, Tel.: +49 (0)69 798 35100; cgcentrum@soz.uni-frankfurt.de


Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069/798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de  

 

Mai 3 2024
10:33

Vortrag und Fachtag zum Thema polizeiliche Gewaltanwendung 

Gewalt im Amt und deren Aufarbeitung

FRANKFURT. Ein Jahr nach Erscheinen des Buchs „Gewalt im Amt. Übermäßige polizeiliche Gewaltanwendung und ihre Aufarbeitung“ laden das Forschungsprojekt „Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamt*innen“ (KviAPol) und die Forschungsinitiative „ConTrust - Vertrauen im Konflikt“ zu einem Fachtag über „Perspektiven auf übermäßige polizeiliche Gewalt und ihre Aufarbeitung“. 

Den Auftakt am Vorabend macht am Dienstag, 28. Mai, um 18:30 Uhr im Casino, Festsaal R823 ein öffentlicher Vortrag von Studienleiter Prof. Tobias Singelnstein und den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Laila Abdul-Rahman, Hannah Espín Grau und Luise Klaus, die die Studienergebnisse vorstellen werden. 

Auf Basis einer quantitativen Betroffenenbefragung mit mehr als 3.300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und mehr als 60 qualitativen Interviews mit Fachleuten aus Polizei, Justiz und Zivilgesellschaft wurden Situationen, Formen und Folgen polizeilicher Gewalt sowie deren Bewertungen und Aufarbeitung durch Betroffene, Polizei und Strafjustiz untersucht. Als erstes Projekt in Deutschland hat KviAPol die unterschiedlichen Perspektiven auf übermäßige polizeiliche Gewalt empirisch fundiert aufgearbeitet und untersucht, welche Hindernisse sich bei der strafjustiziellen Aufarbeitung ergeben. Im Vortrag werden die Kernergebnisse der Untersuchung präsentiert, es wird von den Erfahrungen der Betroffenen berichtet. 

Der eigentliche Fachtag am Mittwoch, 29. Mai, von 10 bis 17:30 Uhr, richtet sich an ein interessiertes Fachpublikum. In drei Panelsitzungen wird über Probleme und Lösungsansätze diskutiert: In Panel 1 über die Frage, wie Betroffene aus verschiedenen Gruppen mit polizeilicher Gewalt umgehen und wie ihre Beschwerdemacht gestärkt werden könnte. Panel 2 widmet sich Problemen bei der strafjustiziellen Aufarbeitung übermäßiger polizeilicher Gewalt und fragt, wie dem institutionellen Näheverhältnis zwischen den Strafverfolgungsbehörden zu begegnen sei. Panel 3 thematisiert, wie die Probleme mit übermäßiger polizeilicher Gewalt und ihrer Aufarbeitung in Angriff genommen werden können, ohne die polizeiliche Definitionsmacht weiter zu stärken. 

Näheres zur Veranstaltung unter https://kviapol.uni-frankfurt.de/

Information:
Forschungsprojekt KviAPol
Professur für Kriminologie und Strafrecht
Goethe-Universität Frankfurt 
kviapol@uni-frankfurt.de
https://kviapol.uni-frankfurt.de 


Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, E-Mail sauter@pvw.uni-frankfurt.de

 

Mai 2 2024
16:26

Der politische Philosoph Rainer Forst spricht bei den Goethe Lectures Offenbach über Ursachen antidemokratischen Rückschritts

Demokratie in Zeiten der Regression 

Demokratische bzw. antidemokratische Regression – dieser Begriff, verstanden als ‚Herrschaft der Unvernunft‘, wird in aktuellen Analysen der Krise der Demokratie oft dann verwendet, wenn über das Aufkommen autoritärer Populismen nachgedacht wird. Welches sind die normativen Voraussetzungen für den Gebrauch dieses Begriffs?

Der politische Philosoph Rainer Forst geht in seinem Vortrag diesen Voraussetzungen nach, die seiner Ansicht nach zu Fehlern in der Diskussion zum Thema führen – etwa denen, dass der Begriff der Demokratie reduziert verstanden oder Demokratiekritik falsch eingeordnet wird. Forst wird in seinem Vortrag auch seine Einschätzung der Ursachen antidemokratischer Regression erläutern sowie der Paradoxien unserer Zeit.

Der Vortrag von Prof. Dr. Rainer Forst im Rahmen der Goethe Lectures Offenbach findet statt am
Montag, 6. Mai 2024, 19.00 Uhr unter dem Titel
Demokratie in Zeiten der Regression. Normative und zeitdiagnostische Überlegungen,
Klingspor Museum; Herrnstraße 80; 63065 Offenbach am Main.
Der Vortrag ist öffentlich. Der Eintritt ist frei.

Rainer Forst ist Professor für Politische Theorie und Philosophie und Direktor des Forschungszentrums “Normative Ordnungen” der Goethe Universität. Er befasst sich u.a. mit Fragen der Gerechtigkeit, Demokratie und Toleranz sowie mit der Fortentwicklung Kritischer Theorie und der Philosophie Kants.
2012 zeichnete ihn die Deutsche Forschungsgemeinschaft als wichtigsten politischen Philosophen seiner Generation mit dem Leibniz-Preis aus. Er ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der British Academy.

Der Vortrag wird veranstaltet vom Forschungszentrum „Normative Ordnungen“ in Kooperation mit dem Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach und dem Klingspor Museum.

Weitere Informationen
Forschungszentrum „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Tel.: +49 69 798-31401, E-Mail: newsletter@normativeorders.net,  Web: www.normativeorders.net

Redaktion: Pia Barth, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Büro für PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-12481, E-Mail p.barth@em.uni-frankfurt.de