Veranstaltungen
Am 13. Juni findet der große Diktatwettbewerb „Die Goethe schreibt“ an der Goethe-Universität statt
FRANKFURT.Die Goethe schreibt wieder. Zum dritten Mal findet in diesem Jahr ein großer Diktatwettbewerb an der Goethe-Universität statt
am 13. Juni 2017 (Dienstag) um 18 Uhr
Casino-Festsaal, Campus Westend.
Alle an der deutschen Sprache Interessierten sind eingeladen, bei „Die Goethe schreibt“ teilzunehmen und die eigene Rechtschreibung bei einem 20-minütigen Diktat zu testen. Einzeln oder im Team wetteifern Wissenschaftler, Beschäftigte, Studierende und Freunde der Goethe-Universität um den Titel des Diktatmeisters. Mit acht Fehlern belegten im vergangenen Jahr zwei Teilnehmer den ersten Platz. Ganz ohne Rechtsschreibfehler hat es bisher noch niemand geschafft. Die Gewinner werden mit Preisen ausgezeichnet.
„Die Goethe schreibt ist eine tolle studentische Initiative, die den Spaß an der deutschen Sprache fördert und zugleich Sprachkultur vermittelt“, sagt Prof. Tanja Brühl, Vizepräsidentin der Goethe-Universität für Lehre.
Im Jahr 2015 hat eine Gruppe aus Deutschlandstipendiaten das Projekt erstmalig an die Goethe-Universität geholt. Die Idee dazu stammt von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, die bereits seit vielen Jahren deutschlandweit Diktatwettbewerbe organisiert und die Veranstalter an der Goethe-Uni als Mentor begleitet.
Um Anmeldung bis zum 13. Juni 2017, 12 Uhr, wird gebeten: goethe@frankfurt-schreibt.de
Forschung
Neue Emmy-Noether-Forschungsgruppe im Fachbereich Rechtswissenschaft nimmt EU-Solidaritätskonflikte in den Blick
FRANKFURT. Am Fachbereich Rechtswissenschaft der Goethe-Universität hat eine neue Emmy-Noether-Forschungsgruppe ihre Arbeit aufgenommen. Das Team unter Leitung von Dr. Anuscheh Farahat beschäftigt sich damit, welche Rolle Verfassungsgerichte bei Solidaritätskonflikten zwischen Staaten spielen.
Die weltweite Finanzkrise hat auch die Staaten der Europäischen Union stark in Mitleidenschaft gezogen – und manche haben sich bis heute nicht davon erholt. Um den Euro zu retten, mussten die europäischen Staaten die Schulden von Ländern wie Griechenland, Spanien oder Portugal in den Griff bekommen. Dabei war und ist immer wieder viel grenzüberschreitende Solidarität gefordert. Die Krisenbewältigung führt in Gläubiger- und Schuldnerländern jedoch immer wieder zu Konflikten, da sie auf beiden Seiten rechtliche Fragen aufwirft. So musste in Deutschland das Bundesverfassungsgericht u.a. klären, inwiefern der Bundestag der Beteiligung an Hilfsaktionen zustimmen muss; schließlich obliegt die Entscheidung über die Verwendung von Haushaltsmitteln dem Parlament; in Portugal wiederum landeten die so genannten Troika-Maßnahmen, die etliche Verschärfungen und Leistungskürzungen für Arbeitnehmer vorsahen, vor dem nationalen Verfassungsgericht, das klären sollte, ob Maßnahmen wie etwa die Gehalts- und Rentenkürzungen im öffentlichen Dienst nicht der Verfassung widersprächen.
Sind die Gerichte die geeignete Instanz, um solche Fragen zu klären? Wären da nicht eher die europäische Ebene oder die Parlamente gefragt? Oder wie sonst könnte man die nationalen Gerichte dazu bringen, in ihre Entscheidungen die Perspektive anderer, betroffener Länder einzubeziehen? Mit Fragen wie diesen befasst sich das neue Emmy-Noether-Forschungsprojekt „Transnationale Solidaritätskonflikte: Verfassungsgerichte als Foren und Akteure der Konfliktbearbeitung“, das vor kurzem an den Start ging. „Die Krise der EU ist in Wahrheit eine Krise der transnationalen Solidarität“, ist Projektleiterin Dr. Anuscheh Farahat überzeugt. Deshalb nimmt sie in ihrem Projekt Verteilungs- und Anerkennungskonflikte in der EU unter die Lupe, die sich im Laufe der Wirtschafts- und Finanzkrise intensiviert haben. Im Mittelpunkt steht dabei, welche Rolle nationale und europäische Verfassungsgerichte in diesen Konflikten gespielt haben. Wie wurde das destruktive Potenzial dieser Konflikte institutionell kanalisiert? Konnte dabei neue gesellschaftliche Ordnung gestiftet werden? Oder sind andere Strukturen notwendig?
Die Emmy-Noether-Gruppe, die aus insgesamt drei Nachwuchswissenschaftlern besteht, wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zunächst bis Februar 2020 mit rund 900.000 Euro gefördert. Projektleiterin Anuscheh Farahat hat in Frankfurt, Paris und Berkeley studiert und wurde 2011 an der Goethe-Universität Frankfurt mit einer Arbeit im Migrationsrecht promoviert, die zahlreiche Preise erhalten hat. Seit 2014 war Farahat wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg. Ihre Forschungsgebiete sind das europäische und deutsche Verfassungsrecht, das deutsche und internationale Migrationsrechts sowie die Verfassungsvergleichung. Ein Schwerpunkt ihrer aktuellen Forschung liegt auf Fragen der Organisation öffentlicher Gewalt in transnationalen Räumen.
Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/66895847
Bildtext:Dr. Anuscheh Farahat leitet die neue Emmy-Noether-Gruppe an der Goethe-Universität. Sie forscht über die Rolle von Verfassungsgerichten bei europäischen Solidaritätskonflikten. Foto: MPIL/Maurice Weiss
Informationen: Dr. Anuscheh Farahat, a.farahat@jur.uni-frankfurt.de
Veranstaltungen
Bedeutender Sozialpsychologe hält Vortrag im Rahmen der CLBO Leadership Lectures an der Goethe-Uni
FRANKFURT. Gibt es einen freien Willen? Der Sozialpsychologe Prof. Roy Baumeister, einer der weltweit einflussreichsten Psychologen, hat unter anderem einen globalen Bestseller über „Willpower“ (dt. Willenskraft) verfasst. Seinen Vortrag „Toward a Scientific Theory of Free Will“ wird er im Rahmen der Vortragsreihe „Leadership Lectures“ des Center for Leadership and Behaviour in Organization (CLBO) halten. Baumeister wird die grundlegende Diskussion zur Problematik des freien Willens mit empirischen Befunden kombinieren und dabei über seine Arbeiten zu Selbstkontrolle, Entscheidungsfindung und Glucose sprechen. Außerdem wird er zeigen, wie er in Studien Zweifel am freien Willen manipuliert und welche Folgen dies haben kann.
Roy F. Baumeister: Toward a Scientific Theory of Free Will
Dienstag, 20. Juni 2017, 18.30 Uhr
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 3
Anmeldungen zum Vortrag und anschließendem Get-Together sind noch bis zum 15. Juni möglich unter a.kaluza@clbo-frankfurt.org.
Weitere Informationen: Prof. Dr. Rolf van Dick, Center for Leadership and Behaviour on Organizations (CLBO), Goethe-Universität Frankfurt am Main, Tel. (069) 798 35285; www.clbo-frankfurt.org; www.sozialpsychologie.uni-frankfurt.de
Veranstaltungen
Erinnerungskultur aus digitaler Perspektive: Welche Konsequenzen hat es, wenn virtuelle Spielwelten verschwinden, in denen Menschen entscheidende Erfahrungen machen?
FRANKFURT. Die Studiengalerie 1.357 der Goethe-Universität zeigt vom 14. Juni bis 20. Juli erstmalig in Frankfurt die Videoarbeit Codes of Honor (2011) des kanadischen Künstlers Jon Rafman. Rafman (geboren 1981, Montreal, CA) gilt als einer der bekanntesten Vertreter der Post-Internet-Art und thematisiert in seinen Werken die Auswirkungen digitaler Medien und neuer Technologien auf unser Bewusstsein und unsere sozialen Beziehungen. Die Ausstellungseröffnung findet statt
am 14. Juni (Mittwoch) um 20 Uhr
im IG-Farben-Haus, Raum 1.357, Campus Westend.
Während des Semesters ist die Ausstellung montags bis donnerstags von 12 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos.
Das Internet, unendliche Weiten, die es zu entdecken gibt – einer dieser Entdecker ist der kanadische Künstler Jon Rafman. Für seine Arbeit taucht Rafman in die digitalen Tiefen des Internets, um seine Funde der Öffentlichkeit zu präsentieren. Neben Bildern von Google Street View gehören zu seinem Werk auch Arbeiten über Subkulturen aus den „dunklen Ecken“ des Netzes, wie Hentai Fans, Crush Fetischisten, Live Action Role Player oder auch Furries.
In der Videoarbeit Codes of Honor thematisiert Rafman die amerikanische Videospielkultur der 1980er Jahre. Ein junger Mann erinnert sich an seine Erfolge als Profi-Gamer. Während er durch eine digitale Stadtlandschaft streift, erzählt er wehmütig von seinen intensiven Erfahrungen mit Videospielen, die sein zentraler Lebensinhalt waren. Momente werden wieder erlebt: die Befriedigung, das Spiel zu beherrschen, oder der Triumph, seinen Gegner zu besiegen. Dabei erkennt er, dass diese digitalen Siege aufgrund der sich verändernden Spielkultur bald vergessen sein werden. Codes of Honor entstand in dem Jahr, in dem die Chinatown Fair Arcade, die letzte große Spielhalle in New York, geschlossen wurde.
Mit Codes of Honor thematisiert Jon Rafman die Erinnerungskultur aus einer digitalen Perspektive: Er konstruiert eine Erzählung, die von der Flüchtigkeit der Spielwelt und den in ihnen gewonnenen Erfahrungen handelt. Dabei verschränkt Rafman virtuelle Welten – urbane Stadtlandschaften aus „Second Life“ (einer Plattform, die es den Usern ermöglicht Online-3D-Infrastrukturen von virtuellen Welten zu entwickeln und Menschen durch Avatare zu ersetzen) mit dokumentarischen Szenen aus der Welt der Spielhallen, in denen vor allem Kinder und Jugendliche mit Spielautomaten interagieren. Die Verschränkung von virtueller Welt und realer Vergangenheit wirft zentrale Fragen für zukünftige Generationen auf: Wo werden Erfahrungen gesammelt? Was bedeutet es für das Verhältnis des Subjektes zur Welt, wenn es sich vor allem an die in der virtuellen Welt gemachten Erlebnisse erinnert? Welche Konsequenzen hat es für eine Erinnerungskultur, wenn Spielwelten, in denen zahlreiche Menschen anscheinend entscheidende Erfahrungen gemacht haben, verschwinden? Diese Fragen begleiten die Betrachter von Codes of Honor, der Teil der virtuellen Reise des Protagonisten in eine digitale, aber bereits wieder verschwundene Vergangenheit wird.
Rafmans hatte Einzelausstellungen im Stedelijk Museum in Amsterdam (2016), im Westfälischen Kunstverein in Münster (2016) und der Zabludowicz Collection in London (2015) statt. Er nahm teil an der Manifesta 11 in Zürich (2016), der 9. Berliner Biennale (2016) sowie Speculations on Anonymous Materials im Fridericianum in Kassel (2013/2014).
Die Studiengalerie 1.357 ist ein Lehr- und Studienprojekt an der Goethe-Universität. Sie wird betrieben von Goethe-Universität, Städel Museum und MMK Museum für Moderne Kunst. Die Studiengalerie realisiert pro Jahr vier Ausstellungen zu zeitgenössischer Kunst. Alle Ausstellungen werden in Lehrveranstaltungen von Studierenden verschiedener Disziplinen erarbeitet. Dozenten sind der Historiker Prof. Dr. Bernhard Jussen, die Kunsthistorikerin Dr. Antje Krause-Wahl und der stellvertretende Direktor des MMK Museums für Moderne Kunst, Peter Gorschlüter.
Informationen: Prof. Dr. Bernhard Jussen, Historisches Seminar, Campus Westend, Tel.: (069) 798 -32424, jussen@em.uni-frankfurt.de
Veranstaltungen
Diskussionsabende an der Goethe-Uni: „regards croisés“ - ein deutsch‐französischer Blickwinkel
FRANKFURT. 2017 ist für Frankreich und Deutschland ein Superwahljahr: Unsere französischen Nachbarn absolvieren von April bis Juni einen Wahlmarathon, und im September finden Bundestagswahlen statt. Im Rahmen eines interdisziplinären Lehrprojekts laden das Institut für Romanische Sprachen und Literaturen sowie das Institut für Politikwissenschaft ein zu zwei Diskussionsabenden mit Gästen aus Frankreich und Deutschland. Der erste Abend ist dem Thema gewidmet:
„Frankreich: Ein Land im Ausnahmezustand wählt“
12. Juni 2017, 18 (s.t.) Uhr
Campus Westend, Raum: PEG 1.168
Die französischen Präsidentschaftswahlen 2017 und der erste Wahldurchgang der Parlamentswahlen (11. Juni) werfen Fragen auf für Politik und Gesellschaft in Frankreich, und für die deutsch-französische Zusammenarbeit in Europa. Am 12. Juni diskutieren der Politikwissenschaftler und Wahlforscher Dr. Bruno Cautrès (SciencesPo Paris) und der Romanist und Frankreichkenner Prof. Dr. Hans‐Jürgen Lüsebrink (Universität des Saarlandes) über die Lage in Frankreich. Das Gespräch findet in deutscher und französischer Sprache statt (Dolmetscherin: Heidi Ruppert) und wird moderiert von der Politikwissenschaftlerin und Europaforscherin Prof. Dr. Sandra Eckert (Goethe Universität).
Ein zweiter Diskussionsabend am 27. Juni wird die Frage erörtern:
„Deutschland: Stabilitätsanker oder Land im Umbruch?“
27. Juni 2017, 19 (s.t.) Uhr,
Campus Westend, Raum: Casino 1.801.
Es diskutieren die Historikerin und Deutschlandexpertin Prof. Dr. Hélène Miard‐Delacroix (Université Paris Sorbonne, im WS 2016/17 Alfred‐Grosser‐Gastprofessur an der Goethe-Universität) und die Politikwissenschaftlerin und Wahlforscherin Prof. Dr. Sigrid Roßteutscher (Goethe-Universität) über ihre Einschätzungen zu den Bundestagswahlen 2017, sowie die Rolle der künftigen Bundesregierung in Europa. Die Moderation übernimmt der Historiker Prof. Dr. Pierre Monnet, Forschungsdirektor an der École des Hautes Études en Sciences Sociales Paris und Leiter des Deutsch‐Französischen Instituts der Geschichts‐und Sozialwissenschaften an der Goethe-Universität.
Die Leitung des interdisziplinären Lehrprojektes, das vomFörderfonds Lehrean der Goethe-Universität unterstützt wird, liegt bei Valérie Kuhlmann (Fachbereich 10) und Prof. Dr. Sandra Eckert (Fachbereich 03). Die Veranstaltung ist Teil der Vortragsreihe EuropaDialoge/Dialogues d’Europe und des Rahmenprogrammes „Frankreich. Ehrengast der Frankfurter Buchmesse“. Die EuropaDialoge werden organisiert am Forschungskolleg Humanwissenschaft (Leitung Prof. Dr. Matthias Lutz‐Bachmann) und am Deutsch‐Französischen Institut der Geschichts‐und Sozialwissenschaften (Leitung Prof. Dr. Pierre Monnet).