Forschungsgruppe „Ethisch Ökologisches Rating“ (EÖR) der Goethe-Universität begeht 25-jähriges Bestehen mit Tagung in Bad Boll
FRANKFURT. Wie kann nachhaltiges Investment gestärkt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Forschungsgruppe „Ethisch Ökologisches Rating“ an der Goethe-Universität seit 25 Jahren. Zum Jubiläum wird die Frage vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen bei einer Fachtagung in der Evangelischen Akademie Bad Boll diskutiert. Titel der Tagung: „Mehr Nachhaltigkeit!“.
„Saubere Gewinne – Ethische Vermögensanlagen in der Diskussion“ - unter diesem Titel fand im Jahr 1991 in Bad Boll die erste Tagung zum Thema statt. Der anschließend publizierte Tagungsband rief dazu auf, sich „für die Schaffung einer institutionellen Beratungsstelle, einer ethischen Ratingagentur zu engagieren“: Daraufhin wurde die Forschungsgruppe Ethisch-ökologisches Rating (FG EÖR) an der Goethe-Universität gegründet. 1997 kam es mit dem Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden zu „Ethischen Kriterien für die Bewertung von Unternehmen“, die die Grundlage ethisch-ökologischer Zertifizierungen und Ratings (oekom research AG) bilden sollten. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens hat die FG EÖR das Konzept aktualisiert und in ihrer Erklärung „Systemänderung oder Kollaps unseres Planeten“ (2016) den substanziellen Nachhaltigkeitsbegriff in den Mittelpunkt gestellt.
Die Jubiläumstagung, die von der Goethe-Universität und der Akademie gemeinsam veranstaltet wird, findet von
Freitag, 3. November, 15 Uhr bis Samtag, 4. November, 17.30 Uhr in der Evangelischen Akademie Bad Boll Akademieweg 11 73087 Bad Boll
statt.
Nach der Eröffnung durch Akademie-Leiter Prof. Georg Lämmlin legt Professor Johannes Hoffmann, Moraltheologe und Gründer der FG EÖR, die 25-jährige Erfolgsgeschichte der FG EÖR dar. In weiteren Vorträgen geht es u.a. um die Frage, ob die heutigen Nachhaltigkeitsratings noch einem konsequenten Nachhaltigkeitsverständnis (keine Externalisierung von Kosten und ihre Abwälzung auf Gemeingüter der Natur, der Gesellschaft und der Kultur) und den Forderungen der SDGs der Vereinten Nationen entsprechen. Unter den Referenten und Diskutanten sind Wissenschaftler, Unternehmer, Manager aus der Finanzbranche in Deutschland und Großbritannien, aber auch Politiker, Journalisten, Investoren und Stifter. Schließlich wird am Beispiel der Stadt Venlo in Holland gezeigt, wie Kreislaufwirtschaft in Kommunen realisiert werden kann.
Neben den Vorträgen wird es zwei Podiumsdiskussionen geben: Am Freitag um 17.45 Uhr geht es um die „Wirkung des Nachhaltigen Investments in Gesellschaft und Wirtschaft“, und am Samstag um 15.30 Uhr wird abschließend darüber diskutiert, wie es mit dem Ethisch-Ökologischen Rating weiter gehen sollte. Das betrifft nicht nur die FG EÖR an der Goethe-Universität, denn es müsste dringend geklärt werden, auf welche Weise die Nachhaltigkeits-Akteure an Universitäten, Fachhochschulen und Instituten stärker miteinander vernetzt werden könnten.
Information und Anmeldung: Angie Hinz-Merkle, Sekretariat der Evangelischen Akademie Bad Boll, Akademieweg 11, 73087 Bad Boll oder per Mail: angie.hinz-merkle@ev-akademie-boll.de (Anmeldung bis 20. Oktober möglich)
Enttäuschung nach schlechtem Abschneiden in der Vorrunde der Exzellenzstrategie
FRANKFURT. Die Goethe-Universität ist in der nächsten Runde der Exzellenzstrategie mit einem gemeinsamen Antrag mit der Justus Liebig-Universität Gießen vertreten (Cardio-Pulmonary Institute - CPI). Die übrigen Anträge der Goethe-Universität hatten leider keinen Erfolg.
„Wir sind sehr enttäuscht über dieses Ergebnis“, sagte die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Birgitta Wolff. „Derzeit kennen wir die Gründe dafür noch nicht. Sobald diese vorliegen, müssen wir genau und in aller Ruhe analysieren, was die Ursachen dafür waren. Obwohl das Ergebnis nicht den gewünschten Zielen entspricht, möchte ich den Initiativen und unseren Partnern danken für ihr enormes Engagement bei der Erarbeitung der Clusterprojekte.
Besonderer Dank geht an die erfolgreichen Kolleginnen und Kollegen vom CPI! Wir haben gemeinsam viel Energie in diesen Prozess investiert. Umso bitterer ist es, dass wir dafür nicht belohnt wurden. Warum wir die hervorragende wissenschaftliche Substanz der Goethe-Universität in diesem Wettbewerb nicht ausreichend zur Geltung bringen konnten, müssen wir jetzt untersuchen.“
EU-Projekt Ultrawave entwickelt Technologie im Millimeter-Wellenlängen-Bereich
FRANKFURT. Die Nachfrage nach drahtloser Datenübertragung für mobile Endgeräte nimmt beständig zu. „Ultrawave“, ein groß angelegtes europäisches Forschungsprojekt unter Beteiligung der Goethe-Universität, reagiert darauf mit der Entwicklung einer Technologie, die mit beispielloser Geschwindigkeit Daten im Millimeter-Wellenlängen-Bereich übertragen soll.
„Zum ersten Mal in der Geschichte des Internets übersteigt die über Tablets und Smartphones genutzte Datenmenge diejenige der PCs. Und die Tendenz ist steigend“, so Prof. Viktor Krozer von Physikalischen Institut der Goethe-Universität. Neue Technologien wie die Telemedizin, das Internet der Dinge, das Streamen von Filmen in ultra HD, Computerspiele über Clouds, soziale Netzwerke, führerlose Fahrzeuge, Augmented Reality und viele noch nicht vorhersehbare Anwendungen werden künftig Datenmengen im Bereich von Zetabyte (1 Billion Terabyte, eine Zahl mit 21 Nullen) benötigen.
Die Hersteller und Betreiber haben noch keine Lösung für die Übertragung dieser ungeheuren Datenmenge auf zahllose Handys gefunden. Glasfasern zu verlegen wäre zu kostspielig und in vielen städtischen Gebieten auch schwierig, wenn nicht unmöglich. Eine wünschenswerte Lösung ist daher ein drahtloser Übertragungskanal, der Daten mit einer Rate von 10 Gigabits pro Sekunde und Quadratkilometer (hundert Mal mehr als heute) übermittelt und außerdem flexibel und kostengünstig ist. Dafür kommen nur Frequenzen im Bereich von Millimeter-Wellen zwischen 30 und 300 Gigahertz in Frage mit mehreren Gigahertz Übertragungsbandbreite.
Das Konzept der Ultrawave Forschungskooperation besteht darin, einen ultrahohen Kapazitätskanal (ultra-capacity layer) zu entwickeln, der einen Schwellenwert von 100 Gigabits pro Sekunde erreicht, flexibel ist und leicht zu installieren ist. Dieser Kanal soll hunderte miniaturisierte Pico-Zellen mit Datenvolumen versorgen, und zwar unabhängig von der Dichte der mobilen Geräte. Damit würden sich neue Szenarien für Netzwerk-Paradigmen und –Architekturen eröffnen, die eine vollständige Implementierung der fünften Generation mobiler Netzwerke (5G) ermöglichen.
Der Ultrawave-Kanal (“ultra-capacity layer”) wird beträchtliche Übertragungsleistungen benötigen, um große Bereiche abzudecken, denn Millimeter-Wellen werden über die Distanz stärker abgeschwächt als langwellige Signale. Das soll durch die Kombination von drei Haupttechnologien geschehen: Vakuum-Elektronik, Festkörper-Elektronik und Photonik sollen zu einem einzigartigen drahtlosen System entwickelt werden, durch die Bereitstellung von Hochfrequenz-Leistung im Multi-Watt-Bereich bei Frequenzen oberhalb von 100 GHz. Diese hohe Leistung wird heute nur durch neue Millimeter-Wellen-Vakuumkomponenten erreicht, die Schlüsselkomponenten für Ultrawave sind. Die Goethe-Universität wird diese Vakuumkomponenten mitentwickeln und an der Millimeterwellen-Mikroelektronik mitarbeiten.
Das Ultrawave Konsortium ist ein Zusammenschluss von fünf führenden Universitäten und drei mittelständischen Unternehmen im Bereich der Millimeter-Wellen und drahtlosen Kommunikationstechnologien: Der Universität Lancaster, Großbritannien, Fibernova Systems in Valencia, Spanien, des Ferdinand Braun Instituts, des Leibniz Instituts für Höchstfrequenztechnik, der Goethe-Universität Frankfurt und des HFSE in Deutschland, OMMIC in Frankreich und der Universität Roma Tor Vergata in Italien.
Information: Prof. Dr. Viktor Krozer, Physikalisches Institut und Goethe-Leibniz Terahertz Center, Fachbereich 13, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47212, krozer@physik.uni-frankfurt.de.
7. MedienBildungsMesse am Donnerstag an der Goethe-Universität
FRANKFURT. Die Hessische Lehrkräfteakademie sowie die Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung der Goethe-Universität Frankfurt laden zur 7. MedienBildungsMesse ein. Anhand von Infoständen und Workshops können sich die Teilnehmer über Einsatzmöglichkeiten für digitale Medien informieren.
Die Veranstaltung findet statt am Donnerstag, 28. September, 8.30 bis 16 Uhr, im Seminarhaus auf dem Campus Westend.
Die MedienBildungsMesse versteht sich als offenes Forum und Ort des Erfahrungsaustausches sowie der Netzwerkbildung für alle, die sich zum Thema Medieneinsatz in Schule und Unterricht informieren wollen, unabhängig davon, ob sie bereits Verantwortung bei der Weiterentwicklung des Medieneinsatzes in Schulen und Unterricht übernehmen oder zukünftig übernehmen möchten.
In unterschiedlichen Workshops werden Vorträge und Präsentationen zur medienpädagogischen Praxis in Schule und Unterricht angeboten. Angesprochen sind Lehrerinnen und Lehrer von der Grundschule bis zur Sekundarstufe II, Studierende, Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst sowie medienpädagogisch interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schulträger und aus der Lehreraus und -fortbildung. Die Workshops werden von der Lehrkräfteakademie und der Goethe-Universität Frankfurt sowie von unterschiedlichen Partnern gestaltet, wie beispielsweise den Medienzentren, dem Hessischen Rundfunk und der Landesanstalt für privaten Rundfunk. Schulen zeigen gelungene Beispiele aus dem Unterricht verschiedener Schulformen, Jahrgangsstufen und Fächer.
Information und Anmeldung: http://mbm2017.abl-uni-frankfurt.de/
Goethe-Universität lädt Wissenschaftlerinnen aus allen Bundesländern
FRANKFURT. Welche Karrierewege außerhalb der Universität gibt es für Wissenschaftlerinnen? Um diese Frage geht es bei der Konferenz „Kurswechsel“, die die Goethe Universität erstmals gemeinsam mit „Mentoring Hessen – Frauen in Wissenschaft und Wirtschaft“ anbietet.
Ziel der Veranstaltung, die am Donnerstag, 28. September, von 9 bis 18 Uhr, im Casinogebäude am Campus Westend stattfindet, ist es, den aus allen Bundesländern anreisenden Doktorandinnen und Postdoktorandinnen Informationen über Chancen außerhalb der Universität zu präsentieren und berufliche Perspektiven aufzuzeigen. Ein umfangreiches Workshop-Angebot soll den Teilnehmerinnen vermitteln, wie wertvoll die eigenen Fähigkeiten für eine Vielzahl von Tätigkeitsfeldern sein können.
Rund 30 Unternehmen stellen sich bei der Karrierekonferenz vor. Zudem erfahren die Teilnehmerinnen etwas darüber, wie sie sich als Akademikerin selbständig machen oder ein eigenes Start-Up gründen können. Neben Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff wird auch Beatrice Guillaume-Grabisch, Vorstandsvorsitzende von Nestlé, sprechen.
Die Veranstaltung wurde vom Koordinationsbüro FrauenmitFormat, der Graduiertenakademie GRADE und dem Gleichstellungsbüro der Goethe Universität sowie dem Exzellenzclusters „Normative Orders“ initiiert.
Anmeldung und Information unter www.kurswechsel-konferenz.de